Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland


Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben

Es heißt immer: „Brich dein Schweigen, dann bekommst Du Hilfe!“ Die Wirklichkeit sieht leider anders aus, denn in Deutschland gibt es eine gesetzliche Verjährungsfrist, welche die Opfer von sexualisierter Gewalt zum Schweigen zwingt.

Worum geht es?

Wer als Kind oder Jugendlicher zum Opfer eines Sexualverbrechens wurde, hat nach Erreichen der Volljährigkeit zehn Jahre Zeit, dieses Verbrechen zur Anzeige zu bringen und Schadenseratzansprüche gegenüber dem Täter geltend zu machen. Das bedeutet aber auch: Nach Ablauf des 27. Lebensjahres hat das Opfer überhaupt keine Möglichkeit mehr, gegen den Täter vorzugehen – weder strafrechtlich noch zivilrechtlich. Schlimmer noch: Wer nach Ablauf der gesetzlichen Verjährung über die Verbrechen spricht, die ihm angetan wurden, muss mit rechtlichen Konsequenzen, eventuell sogar mit einer Verleumdungsklage durch den Täter rechnen.

Die Folgen sind fatal, denn wenn Opfer dem Leid keine Worte geben dürfen und über ihren Schmerz nicht frei sprechen können, zerbrechen sie. Sexualisierte Gewalt ist das Ende der Kindheit und der Beginn lebenslanger Leiden an Körper und Seele. Scham- und Schuldgefühle manifestieren sich durch das gesetzlich verordnete Schweigen. Dadurch wird das Verbrechen in der Gesellschaft tabuisiert.

Warum besteht Handlungsbedarf?

Schwere Kapitalverbrechen (z. B. Mord oder Völkermord) sind in Deutschland unverjährbar. Das ist auch gut so, denn die Folgen solcher Verbrechen lassen sich niemals wieder gut machen. Auch Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, leiden ihr Leben lang an den körperlichen und seelischen Folgen dieser Verbrechen. Viele Opfer können erst nach sehr langer Zeit über ihre Erlebnisse sprechen. Oft ist die Traumatisierung so schwer, dass die Kinder das Erlebte verdrängen müssen, um nicht daran zu zerbrechen. Bevor sie ihre Erinnerungen im Erwachsenenalter wieder zulassen können, vergehen nicht selten Jahrzehnte. Die Verjährungsfrist ist dann längst abgelaufen.

Hier besteht ein dringender gesetzlicher Nachbesserungsbedarf, denn durch die Verjährung werden Sexualstraftäter geschützt und die Opfer zum Schweigen verurteilt. Den Opfern ist es auf diese Weise kaum möglich, ihr Trauma aufzuarbeiten. Deshalb fordern wir die Aufhebung der zivilrechtlichen Verjährungsfrist bei Sexualstraftaten an Kindern und Jugendlichen. Es geht uns bei unserer Forderung nicht um Rache am Täter, sondern um Gerechtigkeit für die Opfer. Mit Ihrer Unterschrift können Sie dazu beitragen, diesem Ziel ein kleines Stück näher zu kommen.

Wer ist der Initiator?

Norbert Denef hat selbst sexualisierte Gewalt erlebt und setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von Menschen ein, denen es ebenso ergangen ist. Im August 2007 reichte er seine Petition „Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben“ beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages ein. Dieser hat die Petition im Dezember 2008 abgelehnt. Dagegen ist nun eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorgesehen.

Wo kann ich unterschreiben?

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie die geplante Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit ihrer Unterschrift unterstützen.

JETZT  u n t e r s c h r e i b e n …

norbert.denef.com/petition

Unterschriften per Handzettel sammeln …

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So können Sie die Beschwerde finanziell unterstützen:
In dem Sie Exemplare meines Buches „Ich wurde sexuell missbraucht“ kaufen, für 10,- Euro, zuzüglich 3,- Euro Versandgebühr innerhalb Deutschlands. Den Erlös verwende ich für die Beschwerde an den Europäischen Gerichsthof. Ihre Bestellung können Sie per e-Mail aufgeben unter:

norbert@denef.com

Sobald Sie mir Ihre Lieferadresse senden, schicke ich Ihnen die gewünschte Menge.
Die Bankverbindung stelle ich Ihnen auf Nachfrage zu.
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Die Beschwerde wird unterstützt von:

http://www.bringt-licht-ins-dunkel.de

http://www.shadow-of-the-darkness.cabanova.de/

www.schutzengerl.at


www.rachut.de

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Wildwasser - gegen sexuellen Missbrauch

Ein Stück Hoffnung

www.traumaaufruf.de

www.schotterblume.de

www.wir-sind-kirche.de

www.derlangeweginslicht.de

www.ueberlebenskunst.net

www.weggeschaut.de

www.kinder-sind-tabu-pur.de

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www.blick-nach-vorne.de

www.blick-nach-vorne.org

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www.schuetzt-unsere-kinder.de

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www.missbrauch-opfer.info

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67 Kommentare

  1. Pia Survivor schreibt am 26. März 2009 um 21:00 Uhr

    Pia
    Ich war noch keine 4 Jahre alt.
    Ich habe lebenslänglich – lebenslänglich zu leiden unter den Folgen sexualisierter Gewalt, durch mehrere Täter, Folter im Kindesalter. Die Folgen: Todessehnsucht, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Ess- und Magersucht, Drogensucht, Tablettensucht, Alkoholsucht, Arbeitssucht. Von den Süchten abstinent bin ich seit mehr als 18 Jahren und zwar so lange, als ich begonnen habe über den Missbrauch zu reden, das Verbrechen offen zu machen. Trotz alledem habe mich auf den Weg der Genesung begeben, arbeite hart am wieder heil werden. Was ein grausam langsamer Prozess ist, welcher in diesem Leben nicht mehr abzuschließen sein wird. 
Ich lebe ein Leben von geringen Einkünften. Bin dabei manchmal zufrieden, auch manchmal glücklich. 
Kunst ist für mich die Möglichkeit, nicht an der Wahrheit zu sterben.
 Die Albträume bleiben, die eigenen Schreie in der Nacht, die Ängste, all das Leid. 
Hätte ich nicht die Kunst entdeckt, die mich immer wieder aus den Löchern zieht, das Grauen vergessen lässt, für Tage, Stunden, Minuten, könnte ich heute nicht mehr Leben.
 Es ist nicht einfach damit umzugehen, es waren ganz schreckliche Erfahrungen, die mich mein ganzes Leben lang begleiten.
 Leider trifft es viel zu viele, immer wieder und wieder. …
Es fehlt die Anerkennung der Folgen dieser schrecklichen Taten, am Körper, an der Seele, durch die Gesellschaft, durch unseren Staat. Täter werden geschützt und die Opfer zum schweigen gebracht, das ist unmenschlich, ein Verbrechen. Täter bleiben auf freiem Fuß weil die Taten verjähren oder bekommen geringe Strafen, wir Opfer haben lebenslänglich. Lebenslänglich daran zu tragen.
    Sagt es laut, hört Ihr anderen Opfer, sagt es laut was man euch angetan hat, es ist der einzige Weg den es gibt, die Verbrechen offen zu machen, hört niemals auf Euch zu wehren und über die Taten der Unmenschen zu sprechen.
    SAGT ES LAUT!
    Pia Survivor

  2. hans-joachim schreibt am 29. März 2009 um 10:24 Uhr

    Auch ich habe unterschrieben, obwohl ich wenig Hoffnung habe, da diese Schw… sogar in den höchsten Ämtern des Staates zu finden sind.
    Man darf nicht zur Selbstjustiz aufrufen.
    Zum Glück kann keiner meine Gedanken lesen.

    Ich wünsche alles Glück dieses Universums, dass dieses Vorhaben gelingt.

    hajo

  3. Peggy Jansen schreibt am 30. März 2009 um 10:42 Uhr

    Wir Opfer sollten uns wahrscheinlich mehr an alle Medien wenden, denn meist werden nur so Fälle bearbeitet und Täter eine Strafe aufgezwungen, was längst nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, gegenüber, was WIR unser Lebenlang mit uns tragen müssen!!!!
    Ich sehe dies an mir, meinen Kindern und anderen Opfern!!!
    UNTERSTÜTZT Norbert Denef, er ist einer von soooooooooooooo vielen, er steht zu uns, er steht für uns! GEMEINSAM SIND WIR STARK!!!!
    P.J.

  4. Frederik schreibt am 5. April 2009 um 18:21 Uhr

    Leider musste auch ich keine schönen Erfahrungen in meinem Leben machen und deswegen habe ich jene Zeit völlig verpasst, die den Menschen so entscheidend prägt: Die Jugendzeit.

    Gerne möchte ich Norbert unterstützen, habe deswegen die Frage, ob es ein bestimmtes Zeitlimit gibt, innerhalb man Unterschriften gesammelt haben muss, also eine Deadline, eine Frist.

    Alles Gute
    ____________________________
    Hallo Frederik,

    nein es gibt kein Zeitlimit. Ja schneller viele Unterschriften zusammenkommen, um so wirkungsvoller ist das für die Entscheidung beim Europäischen Gerichtshof, die 1-3 Jahre dauern kann.

    Herzliche Grüße

    Norbert Denef

  5. Pia Survivor schreibt am 11. April 2009 um 20:14 Uhr

    Ich war noch keine 4 Jahre alt als der Seelenmord an mir geschah, es jährt sicht heute zum 45. mal, der Tag an dem der Küster meine Familie zerstörte.

    Gott gib mir die Gelassenheit
    Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann
    den Mut Dinge zu ändern die ich ändern kann
    und die Weisheit das eine von dem anderen
    zu unterscheiden

    Pia Survivor

  6. Gisela Schindler schreibt am 12. April 2009 um 13:38 Uhr

    Auch ich bin eine Betroffene, die vom 6. bis 12. Lebensjahr durch ihren pädophilen Stiefvater sexuell missbraucht wurde. Erschwerend kommt hinzu, dass sich aus meiner Herkunftsfamilie alle von mir distanziert haben als ich den Missbrauch in unserer Familie öffentlich gemacht habe. Und das als ich schwerst depressiv, bereits 40 Jahre alt war. Ich bin jetzt 60 Jahre alt und habe vor ca. sieben Jahren nach ca. 30 Jahren z.T. schwersten Depressionen, Therapien, Klinikaufenthalten durch “die richtige Therapie” endlich ins Leben zurückgefunden.

    Nach mehreren Versuchen bei verschiedenen Therapeuten hatte ich seinerzeit unverhoffter Weise von einer “spirituell ausgerichteten” Therapeutin in Freiburg i.Breisgau erfahren. Mit dieser letzten Therapie habe ich dann mehr oder weniger mit dem richtigen Instrument meine Depressionen bewältigen können. Seither geht es mir sehr gut. Depressionen, seelische Schmerzen oder dass ich sonst noch mit meinem Schicksal hadere, gehören seither der Vergangenheit an.

    Was sexueller Missbrauch mit einem betroffenen Menschen machen kann, habe ich vor Jahren aufgeschrieben. Das Manuskript liegt derzeit bei einem Verlag (Donny-Stieven-Verlag, Berlin), der sich ganz besonders der Thematik “Sexueller Missbrauch” widmet. Noch in diesem Jahr soll meine Schicksalsbiografie veröffentlicht werden.

    Wie kann ich diese Seite an andere Betroffene weitergeben?

    Danke für Ihre Rückmeldung, viel Kraft und liebe Grüße an alle Schicksalsgenossen/innen.
    Ihre Gisela Schindler
    _________________________________
    Hallo Frau Schindler,

    Sie können diese Seite an Betroffene weitergeben, in dem Sie folgenden Text als e-Mail weiterleiten:

    Liebe Interessierte,

    der Deutsche Bundestag will die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch nicht aufheben – das ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Deshalb habe ich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht, weil sie damit ihre Verpflichtungen der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt.

    Bitte unterstützen Sie diese Beschwerde – unterschreiben Sie jetzt:

    http://norbert.denef.com/petition

    Hoffnungsvoll

    Norbert Denef

    (Mehr Informationen unter: http://www.norbert.denef.com)

    Bitte leiten Sie diese e-Mail an Freunde und Bekannte weiter!

  7. Berndl schreibt am 1. Mai 2009 um 04:40 Uhr

    Lieber Norbert, ich habe durch traenenwald von deiner Sache erfahren. Natürlich habe ich unterschrieben und deine Seite an alle meine Adressen weitergeleitet. Auch wir haben eine Petition gegen sexuellen Missbrauch eingestellt. Da sie noch in Bearbeitung ist, will ich keine Einzelheiten hier offen darstellen. Würde mich aber freuen von dir zu hören, dann kann ich dich direkt per email informieren.

    LG

    Berndl

  8. Verfahren eingestellt...Rest verjährt schreibt am 3. Mai 2009 um 18:23 Uhr

    Lieber Herr Denef,
    Sie sind einer der ganz wenigen Menschen, die Opfern in Deutschland Hoffnung geben!
    Machen Sie auf jeden Fall weiter. Bitte!
    Dass die Bundesregierung Ihre Petition abgelehnt hat ist schockierend, war aber zu erwarten.
    Geben Sie bitte, bitte nicht auf.
    Liebe Grüße

  9. Michaela schreibt am 4. Mai 2009 um 09:02 Uhr

    Hallo
    finde es gut, dass Du Dich so gut für das/Dein Recht einsetzen tust, ich selbst bin zwar kein Opfer sexueller Gewalt, aber Opfer einer Gewalttat durch meinen Ex und mein Ex wurde freigesprochen, mit der Begründung, das er das Recht dazu hatte, mich nach §859BGB mit Gewalt aus dem Hauseingang zu entfernen, und das obwohl er mir meine Persönliche Gegenstände nicht aus seiner Wohnung gab (er gab mir meine Schuhe, Handtasche, Schlüssel usw nicht heraus)….Dieses Urteil von mir fand ich auch einen Skandal, wie kann es denn sein, das man einen Menschen ohne Schuhe usw aus der Wohnung (seine Wohnung) wirft und dann weil man nicht gehen kann, (wohin auch ohne Schuhe, Geld u. Schlüssel, Handy usw)….auch noch das Recht bekommt, das man mit Gewalt aus dem Eingang entfernt werden darf? Das ist Deutschland, ein Land das Täter schützt und Opfer zu Tätern macht…..Ich wollte meinen Fall öffentlich machen, leider war niemand grossartig daran interessiert, wie geurteilt worden ist und die eine Person die daran interessiert gewesen wäre, wollte mit meinem Ex sprechen…..Tja seit 7.4.2009 habe ich den Glauben an die Deutsche Justiz entgültig verloren, denn die haben mich alleine gelassen, in meiner Hilflosigkeit und mich vom Opfer zum Täter gemacht und den Täter ohne Strafe laufen lassen….

    mach weiter so ich drücke Dir fest die Daumen.

    LG Michaela

  10. Hubert schreibt am 5. Mai 2009 um 09:40 Uhr

    @Michaela
    Die deutsche Justiz urteilt längst nicht immer gerecht oder moralisch richtig.
    Denn die Justiz sorgt nur für eine gewisse Ordnung nach vorgegebenen Gesetzen und deren Paragraphen.
    Daraus ergeben sich nicht selten moralisch verwerfliche und sogar auch menschenverachtende Urteile.
    Mit Gerechtigkeit hat das in solchen Fällen nichts zu tun.
    Leider ist das vielfach immer noch so in unserem Lande.
    Damals im dritten Reich handelten ja auch alle nach gesetzlichen Vorgaben. Darüber regt sich heute fast jeder auf, was sich daraus ergab.
    Vielleicht sollte man größeres Augenmerk darauf verwenden, was im Jetzt so alles geschieht.
    In vielen Bereichen ist das heute nicht viel besser als damals. Und wieder beruft man sich stumpf auf das Gesetz – heute wie damals – oftmals vernab von den moralischen Grundwerten.
    Ich finde das ziemlich entsetzlich.

    Nur gut, dass einige den Mut und die Kraft aufbringen, dagegen etwas zu unternehmen. Denn die Verantwortlichen scheinen für so was blind zu sein – heute wie damals.

    Hubert

  11. Renate schreibt am 5. Mai 2009 um 13:15 Uhr

    im Moment wird massenweise eine Petition gegen die Sperrung von Internetseiten (Kinderpornographie) unterschrieben. Die Internetuser empfinden dieses nicht als Kampf gegen die KiPo, sondern als Zensur unserer Politiker. Ich bekomme schon eine Wut, wenn ich sehe, wie schnell da 18.000 Leute unterschreiben und hier, wo diejenigen, vielen Missbrauchsopfern helfen könnten, da sind sie nicht so schnell bei der Sache.
    Um was geht es denn den Menschen wirklich??? Nur um ihre Freiheit im Internet???

  12. Hubert schreibt am 5. Mai 2009 um 16:08 Uhr

    @Renate
    davon habe ich so noch garnichts gelesen.
    Unglaublich ist das …
    Ich verstehe sowas nicht …

  13. Renate schreibt am 5. Mai 2009 um 17:39 Uhr

    doch gehe mal unter den Deutschen Bundestag Petitionen. Die Petition (keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten). Es haben schon über 20 Tausend Menschen dort unterschrieben.

    Ich glaube mittlerweile aber, dass es dort vielen nur noch um die Zensur im Internet geht, nicht mehr um die vielen Kinder, die weiter missbraucht werden.

  14. Michaela schreibt am 6. Mai 2009 um 14:22 Uhr

    Lieber Hubert,
    ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die so ein falsches Urteil erleben musste. In einem Frauen-Forum in dem ich bin, wo Frauen Gewalt in der Ehe usw. erlebt haben, sind viele die solche Urteile erleben mussten, die hilflos und allein waren, denen nicht geglaubt wurde usw.

    Es wird immer nur geprahlt: Tut was gegen die häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen usw… alles reden sie schön, doch wirklich tun, tut keiner was von denen, den hohen Politikern usw. Nein, Hauptsache vor den Wahlen wird geredet und gelabert, aber nichts Großartiges einhalten.

    Manche Richter gehören ebenso auf Grund solcher Urteile von ihrem Amt entzogen, denn meistens tauchen die Täter, die dann freigesprochen worden sind, wieder irgendwann vor Gericht auf, wegen der gleichen Sache und dann plötzlich will keiner mehr was davon wissen. (s. Kinderschänder usw.).

    Für Opfer wird einfach viel zu wenig getan, das ist ebenso etwas das mich aufregen könnte, aber für die Täter, ja die bekommen alles, vom Anwalt bis zur Reha.

  15. Jane schreibt am 8. Mai 2009 um 13:27 Uhr

    Auch ich habe jetzt unterschrieben und ja auch ich bin ein Opfer, das dadurch “lebenslänglich” erhalten hat.
    In bin im Alter von 3 1/2 – 16 Jahren von meinem Erzeuger missbraucht und an Gleichgesinnte weitergereicht worden, die Folge ist eine multiple Persönlichkeitsstörung, was das bedeutet wird der Ein oder Andere wissen.
    Ich muss gestehen, dass ich erst durch die Petition
    “keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” erfahren habe, dass es Petitionen gibt. Dadurch habe ich viele Berichte und insbesondere die Begründung von Frau von der Leyen gelesen. Was mich weiterhin dazu führte, einmal nachzuforschen, was diese Regierung eigentlich schon an echten Gesetzesänderungen und Hilfen für die Opfer getan hat, u.a. bin ich auf diese Petition gestoßen.
    Kurz gesagt, dass Ergebniss ist bis jetzt niederschmetternd.
    Die Indizierung und Sperrung von Internetseiten, ist ein weiteres Beispiel für diese Regierung, da die Kinderpornografie nur vorgeschoben wird und eigentlich eine Zensur (Indizierung) von ganz anderen Seiten vorgesehen ist ohne Einsetzung jeglicher Kontrollorgane. Auch ich habe dort unterzeichnet, nicht etwa wegen meiner Freiheit im Internet, vielmehr finde ich mich persönlich dadurch ein weiteres mal missbraucht, da wir Opfer nur vorgeschoben werden und uns dadurch nicht geholfen werden soll. Wollte man uns wirklich helfen, würde z.B. dieses Gesetz zur Abschaffung der Verjährungsfrist ohne Diskussionen erlassen werden und der Täterschutz nicht über den Opferschutz stehen.

  16. Christina schreibt am 8. Mai 2009 um 15:21 Uhr

    Ich hab den Film hier gesehen – ich bin kein Opfer, mir kamen trotzdem die Tränen … nun weiß ich auch wieder, was wirklich am Tierschutz falsch ist – es gibt Menschen, welche diese Hilfe viel dringender benötigen, die jedoch stattdessen zu Schweigen und Dulden verurteilt werden – warum eigentlich?
    Jeder von euch Opfern ist wertvoll und hat das Recht, ein ganzer Mensch zu sein – und Menschen sind meine Artgenossen, keine Häschen und keine Hamsterle …

    Ich hab hier einige Kommentare gelesen – es macht mich betroffen, daß so gut wie keine “Normalos” zu lesen sind, sondern hauptsächlich Opfer.
    Ich selbst hab leider erst heute über die Diskussionsseiten der Petitionen “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” und der Gegenpetition von dieser Seite erfahren – und erfahren, daß es eine unglaubliche Gesetzeslücke im Zivilrecht gibt … einfach nur, weil niemand berücksichtigt hat, wie stark der Druck unserer Gesellschaft ist, Opfer zum Stillschweigen zu verdammen. Ich habe es oft genug erlebt, wie befreiend es für Opfer ist, endlich über die Taten, die an ihnen verübt wurden zu reden – es darf von keinem Gesetz der Welt dieses Reden verboten werden, im Gegenteil, das Reden muß gefördert werden!
    Auch wenn es heißt, daß in dem Fall eben auch Regreßansprüche nach 50 Jahren an die Täter gestellt werden können – die Schädigungen von jedem Opfer sind ja schließlich auch lebenslänglich! Kein echtes Opfer wird das unbotmäßig ausnutzen – da bin ich mir sicher.

    Das Perverse an der Internetseitensperre ist übrigens, daß diese Seite durch die ganzen Neuregelungen, welche im Gespräch sind und teilweise wohl schon durchgeboxt sind, unter das KiPo-Gesetz fallen wird … jegliche Darstellung von sexuellen Handlungen am Kind, und sei es nur als Text oder in der Erzählung, ist dann schon KiPo – hier werden sexuelle Handlungen am Kind beschrieben, das Warum und Wieso ist nebensächlich, die Seite wird also mit einiger Sicherheit gesperrt!
    Opferschutz oder eher Täterschutz?
    Ich habe manchmal das Gefühl, als wenn hier Leute die Internetsperre versuchen durchzudrücken, welche genau das erreichen wollen! Unbequeme Seiten, die auf Mißstände aufmerksam machen, einfach mundtot zu machen … schließlich gibt es euch nicht, wenn niemand von euch weiß – oder etwa doch?

    Das ist mit ein Grund, weshalb ich gegen eine solche Sperre bin – sie schützt niemanden von euch, sie verschleiert nur, daß es euch gibt!

    Wenn unser Staat wirklich an der Verfolgung und Vermeidung von Kinderschändung interessiert wäre, würde er sich direkt mit den Opfern, also euch, in Verbindung setzen und mit euch ausarbeiten, was euch wirklich hilft!
    Ich hab jetzt erstmal nur meine Unterschrift hier hinterlassen, das ist das Mindeste, was ich tun kann … ansonsten werd ich zusehen, daß diese Seite auch unter Nichtopfern bekannter wird – das ist einfach wichtig! Ich denke, das dürfte das Hauptproblem sein, weshalb hier so gut wie keine Nichtopfer sind – es wissen noch viel zu wenig Menschen von dieser Seite.

  17. Renate schreibt am 8. Mai 2009 um 15:29 Uhr

    Hallo Jane,
    schön dass Du hierher gefunden hast. Ich möchte Dir meine Meinung zu dieser anderen Petition sagen.
    Der Gedanke daran, dass ich als Selbstbetroffene meine Unterschrift darunter setzen würde, löst bei mir ganz viel Ekel aus. Ich habe dabei das Gefühl, ich würde diese Pädophilen noch dabei unterstützen, damit sie weitermachen können wie bisher.
    Ich fühle mich nicht von der Bundesregierung missbraucht, ich würde mich aber missbraucht fühlen, (für die Zwecke der Pädophilen) wenn ich dort unterschreibe.
    Alles können auch wir Betroffenen nicht sofort bekommen (wie auch bei anderen Menschen), aber mit dieser Beschwerde kämpfen wir ja darum, dass wir es bekommen.
    Gruß Renate

  18. Maggy W. schreibt am 14. Mai 2009 um 14:49 Uhr

    Hallo an alle,

    ich war damals 7 Jahre alt als es passiert ist. Es war der Hausmeister meiner Grundschule! Hat bei mir um die Ecke gewohnt. Mit 14 habe ich das erste mal etwas angedeutet. Es wurde mir nicht geglaubt! Also wurde die Person auch nie zur Rechenschafft gezogen! Erst jetzt (18 Jahre später) bin ich in Behandlung und gewisse Personen nehmen langsam wahr was damals passiert ist! Wenn mir bis heute auch noch nicht alle glauben! Mein Leben ist das reinste Chaos. Geprägt von Ängsten, Selbstzweifeln, Selbstverletzung usw. Manchmal habe ich das Gefühl es zieht sich wie ein Fluch durch mein Leben! Wenn Männer an mir interessiert sind, dann nur weil sie das eine wollen!
    Ich wünsche allen die das selbe erlebt haben viel Kraft und Mut!
    Gruß Maggy

  19. Jens N. schreibt am 18. Mai 2009 um 17:55 Uhr

    Zwei Dinge:

    1)Die Verjährungsfrist muss definitiv aufgehoben werden. Vielfach sprechen Opfer erst Jahrzehnte später über das Erlebte. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Als Kind wurde ich missbraucht. Darüber reden konnte ich erst Jahre später – da war es für eine strafrechtliche Verfolgung zu spät.

    2)Bitte lest euch die Petition “Keine Zensur von Websiten” genauer durch:

    Die wollen keine Kinderschänder schützen. Die finden, dass das anvisierte Verfahrung undurchsichtig und nicht mit Rechtsstaatsprinzipien vereinbar ist. Da sollen Internetseiten ohne richterliche Anordnung und ohne Veröffentlichung gesperrt werden. Steht so ein Gesetz, kann es schnell erweitert werden.

    Außerdem: Die Sperrung bringt doch niemanden etwas. Dann werden die Bilder wo anders hochgeladen bzw. lassen sich solche Sperren umgehen. Die Regierung will mit einem billigen Trick punkten, anstelle die Schweine dingfest zu machen (was natürlich viel mehr kostet als einfach einen Vorhang über das Treiben zu werfen).

    Das ist so, als ob die Feuerwehr zum brennenden Haus eilt, nur um Warnschilder aufzuhängen statt zu löschen.

    Wünsche dir viel Kraft, Norbert!
    Jens
    _____________________________________
    Hallo Jens,

    statt sich wie wütende Affen irre Faxen vorzumachen, wäre es schön, wenn sich alle dafür einsetzen, dass die Verjährungsfrist für sexualisierte Gewalt aufgehoben wird – möge es uns gelingen, uns zu vereinen.

    Herzliche Grüße

    Norbert Denef

  20. Peggy Jansen schreibt am 18. Mai 2009 um 22:38 Uhr

    SO IST ES RICHTIG, UND GENAUSO KOMMEN WIR WEITER.
    ICH MACHE FLEIßIG WERBUNG NUN SELBST BEI MY SPACE…ICH BIN STÄRKER GEWORDEN, DANK IHNEN, NORBERT, DANK ANDEREN BETROFFENEN…WENN WIR UNSERE RECHTE DURCHSETZEN, WERDEN WIR WAS BEWEGEN, WIR SIND DOCH DAS VOLK… FRÜHER GINGEN WIR ZUR DEMO AUF DIE STRAßEN UND ERREICHTEN JA AUCH DEN MAUERFALL. WIR WERDEN WEITERKÄMPFEN, FÜR JEDEN EINZELNEN, FÜR JEDEN NOCH SCHWEIGENDEN… UND FÜR ALLE, DIE SCHON WEIT GEKOMMEN SIND.

  21. Eine Hamburgerin schreibt am 21. Mai 2009 um 17:12 Uhr

    Dass der Kirchentag u.a. mit dem Satz: “Wir schämen uns nicht” eingeleitet wurde, klang sicherlich manchem etwas schräg in den Ohren… auch wenn es bestimmt anders gemeint war. So läuft es leider, wenn man emotional zu betroffen ist. Es ging dort wohl um Jona und um alle Menschen und dass sie von Gott angenommen sind. Was schon stimmen wird und auch wirklich alle meint, wie ich glaube. Aber nicht auch alles, was sie tun – die Kirche kann sich nicht einige Dinge einfach selbst zusprechen…
    Aus Irland kam heute morgen die Nachricht, dass sich ein Bischof für die Misshandlungen von Kindern, auch die sexuellen, in den Heimen entschuldigt. Da gibt es hier eine Veranstaltung, aber für alle, die nicht gerade dort sondern woanders das Unglück hatten, anscheinend nichts? Wenn ich nicht längst ausgetreten wäre, “hinausgemobbt”, würde ich versuchen, ob es möglich ist, einen Teil der Kirchensteuer nicht zu zahlen – bis die beiden Landeskirchen schlüssige Konzepte vorgelegt haben, die konkrete Hilfemaßnahmen für Betroffene und praktische Methoden der Vorbeugung nachweisen. Es gibt sie! Z.B. wenn bereits während der Ausbildung in Seminaren geübt wird, wieviel auch körperliche Grenzen ein Mensch braucht.
    Wer hat in Hamburg und in Berlin Erlebnisse mit Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche gehabt, auch mit ihren Beratungsstellen, und hat den Wunsch nach einem persönlichen Treffen und/oder Erfahrungsaustausch? Bitte meine email-Adresse von Norbert Denef geben lassen.

    Viele Grüße von einer Hamburgerin

  22. Eine Hamburgerin schreibt am 25. Mai 2009 um 00:15 Uhr

    Hat jemand es mitbekommen, ob das Thema diesmal auf dem Kirchentag vielleicht doch behandelt oder irgendwo angesprochen wurde? Bitte mitteilen!! Es würde mich aufrichtig freuen, wenn ein Anfang gemacht würde.

  23. Tanja K. schreibt am 29. Mai 2009 um 01:51 Uhr

    Lieber Norbert,

    auch diesmal habe ich die Petiton unterschrieben und ich versuche, möglichst viele Leute dazu zu bewegen, es mir gleich zu tun.
    Leider fehlt mir im Moment die Kraft, aktiv in die Apotheken und Ärztehäuser zu gehen, zu erklären, um was es geht und um Erlaubnis zu bitten, Ihre Petition dort auszulegen.
    Aber ich bin mit ein Paar anderen an einem weiteren Projekt beschäftigt.
    Wir sind eine kleine Gruppe auf der Internetplattform Wer-kennt-Wen und planen für den 20.11.2009 eine “weiße Demo in Berlin”
    (so ist auch der Name unserer Gruppe dort).
    Wir wollen aufmerksam machen, wollen nicht länger schweigen, wollen den Opfern, die nicht (mehr) reden können, eine Stimme geben und wollen auf die Gesetzgebung aufmerksam machen.
    Denn unsere Gesetze schützen die Täter, nicht die Opfer.
    Und dabei wird auch Ihre Petition zur Sprache kommen.

    Ich möchte hiermit einen Aufruf starten!
    Wer immer meint, dass es an der Zeit ist, dass sich was ändern muss, wer glaubt, dass wir es zusammen schaffen können, der möge sich bei uns melden oder zumindest mit zu unserer Demo kommen.
    Wir sind noch ganz am Anfang der Planung, das gestehe ich ein und wir werden auch Hilfe brauchen.
    Aber wenn wir es wollen, werden wir es schaffen.

    Jeder ist willkommender gute Ideen hat, der helfen will.

    Ich hoffe auf eine rege Teilnahme und ich zähle auf jeden einzelnen, damit wir endlich was schaffen und damit die Opfer endlich wieder Namen bekommen und nicht nur als “Fälle” zu den Akten gelegt werden.

    Liebe Grüße und ganz viel Kraft

    Tanja K.

  24. Lübeck Inside schreibt am 20. Juni 2009 um 08:55 Uhr

    Ein Schlag ins Gesicht der Opfer von sexuellem Missbrauch…

    Bitte unterstütze(n Sie) die Beschwerde mit Deiner/ Ihrer Unterschrift

  25. Johanna Schlitzkus schreibt am 5. Juli 2009 um 19:20 Uhr

    Lieber Norbert,
    Ich bin 1965 geboren, ab da wurde ich missbraucht, die ersten 6 Wochen sollte ich sterben, was aber misslang. Ab meinem 4 Lebensjahr wurde ich sexuell missbraucht – ich habe überlebt wie so viele andere Menschen. Als ich knapp 17 Jahre alt wurde, hörte es auf – jedoch nie in meiner Erinnerung. Ich lebe damit nun fasst 44 Jahre.
    Mein Missbrauch wurde nie verfolgt und geahndet, denn ich konnte mich erst mit Mitte 20 daran erinnern und erst ab meinem 30 Lebensjahr arbeitete ich an meiner inneren wie äusseren Heilung. Durch Therapien, Eigenarbeit und liebevollen Menschen an meiner Seite habe ich es geschafft ein glücklicher Mensch zu werden.
    Da es hierzulande eine Verjährung dieser Straftat an meiner Seele und meinem Körper gibt, konnten die Menschen die mir das antaten nie dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Ich danke dir, das du DAS ändern möchtest.

    Die Menschen die mich ab meinem 4 Lebensjahr missbrauchten, mich fasst töteten, mich misshandelten, diese Menschen leben vielleicht unbehelligt weiter, doch der Missbrauch an Kindern wird weiter gehen, solange unsere Gesetze Täter schützen und Taten verheimlichen. Ich stehe offen für meine Vergangenheit, genau wie du! Und das macht uns nicht nur zu Überlebenden, sondern auch zu Helfenden. Unsere Pein wird dadurch nicht geringer, aber unser Leben hat seinen Sinn nie verloren!

    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg, alles alles Gute und liebe!
    Johanna Schlitzkus

    Unterschreibt!!! Das ist das mindeste was man für missbrauchte Menschen tun kann….

  26. Marika schreibt am 18. Juli 2009 um 18:20 Uhr

    wenn die Politiker und Ihre Kinder missbraucht werden, wird sich dieses Gesetz vielleicht ändern, wir sind doch nur Otto Normal Verbraucher, da steckt man die Energie lieber in nicht bezahlte Strafzettel, oder in andere Sachen, wo der Staat dran verdient, was zählt schon eine Kinderseele…

    ach ja, und schließlich, die teuren Therapien der Täter müssen ja auch bezahlt werden, es ist zum K…en

  27. Sylvia schreibt am 7. Oktober 2009 um 11:56 Uhr

    Die neue Formulierung der Situation von uns Opfern ist sehr treffend und gut in der Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland formuliert. Und ich hoffe, dass diese Erfolg haben wird am europäischen Gerichtshof.
    Ich bin selber Opfer von sexueller Gewalt und ich weiß, dass es schon alleine schwierig ist, den Leiden von sexuellem Missbrauch in Worte zu fassen. Denn Shakespear sagt: “Was, Mann! zieh nicht den Hut so in die Stirn: Gib Leiden Worte; Schmerz, der nicht frei spricht, flüstert im Herzen, bis es birst und bricht”. Den Satz von Shakespear habe ich von Norbert… und ich schaffe es auch noch nicht lange wirklich, meine Leiden in Worte zu fassen. Aber es gelingt mir immer mehr. Aber je mehr ich feststelle, dass die Gesellschaft meine Worte gar nicht hören möchte, umso mehr drohe ich zu resignieren… denn es war schon schwer die Worte für die Leiden und Schäden des Missbrauchs zu finden. Ich fand Seelenmord und gefühlslose Vollnarkose. Umso härter ist es, dass aber die Gesellschaft so was meist nicht hören möchte und die Schäden von sexuellem Missbrauch nicht anerkennt. Und nicht nur nicht anerkennt, sondern uns Opfer als Verrückte aus der Gesellschaft ausschließen wollen.
    Das finde ich allerhand. Und deshalb hoffe ich, dass die Beschwerde gegen die Bundesrepublik Erfolg hat und die Verjährungsfrist abgeschafft wird.

  28. Hubert schreibt am 7. Oktober 2009 um 14:30 Uhr

    zu Sylvia;

    Bin ganz Deiner Meinung.
    Die Bundesrepublik Deutschland galt mal als ein Staat mit hohen moralischen Werten und Gerechtigkeit.
    Sind diese Zeiten nun endgültig vorbei?
    Diese Klage beim europäischen Gerichtshof stimmt da sehr nachdenklich, bzw., dass diese dazu überhaupt erst eingereicht werden musste.

  29. Hubert schreibt am 9. Oktober 2009 um 10:51 Uhr

    Betroffene = “behindert”?

    Wenn man das Thema in Diskussionsforen wie z.B. bei http://www.tausendfragen.de erwähnt, so wird der Kommentar dazu gelöscht, mit dem Hinweis sich mit dem Thema doch an andere Diskussionsforen zu wenden.
    Eine Frage dazu erschien dort in der Rubrik “Bioethik”.
    Offensichtlich gehören Betroffene mit der Problematik nicht in diese Rubrik.
    Wenn man aber in Wikipedia nach der Definition von Bioethik sucht, so stellt man schnell fest, dass das Thema sehr wohl dorthin gehört.
    Aber auch dort will man ganz offensichtlich mit den Opfern und Problematik nicht wirklich etwas zu tun haben, und somit wird das Thema wie üblich in ein Tabu-Bereich verschoben. Als Vorschlag kam dann eine Seite von “Aktion Mensch” für Menschen mit Behinderungen.
    Ein Betroffener ist demnach also in die Rubrik behindert einzustufen.
    So schnell und einfach kann man sich also von unangenehmen Themen distanzieren, womit Betroffene
    dann sozusagen abgschoben werden.
    Unglaublich, aber leider wahr.

    Ich finde, dass das Thema solange aktuell sein müsste, solange Betroffene darunter leiden.
    Und ein Leiden ist eben nicht gleichzusetzen mit Behinderung.

  30. Michael Forbes schreibt am 10. Oktober 2009 um 14:38 Uhr

    Hallo Hubert,

    ich gebe Dir recht irgendwie, denn niemand weiß mit mir umzugehen. Mein Leben ist seit die Erinnerungen da sind die Hölle, um es mal so auszudrücken. Mein Glauben an alles was gut und selbstverständlich sein sollte, ist nicht mehr da….. eine schlimme Verzweiflung hat sich in mir breit gemacht. Seit einem erneuten Überfall 1996 gehe ich kaum aus dem Haus und bin meist alleine. Flashbachs bestimmen mein Leben, solange ich zurückdenken kann und diese Leute die mir das angetan haben, denen geht es bestens. Sie kommen davon ohne wenn und aber. Die zu ihnen stehen, sehen sich allesamt im Recht. Mich hat man inzwischen in ein schlechtes Licht gerückt. Es wird nur mit mir hier und da gespielt im gewissen Sinne. Man testet mich um des Testens willen. Bringen tut mir das ja rein gar nichts, wie sich das sogar ein dummer Affe denken kann. Mein gesamtes Leben wurde manipuliert von anderen. Ich lebe wie im Gefängnis als Opfer. Stören tut dies nur mich anscheinend. Zwar kann ich einiges leisten, aber ich konnte es niemals zu was bringen, leider. Nun lebe ich in Armut seit 1996. Ich liege oft im Bett und hoffe, den nächsten Tag nicht mehr leben zu müssen. Ich sehe was so alles auf der Welt passiert im TV und es passt zu allem was ich bei mir selber erkennen durfte. Es gibt keine Gerechtigkeit sondern nur die gier auf der Welt nach Macht und Geld. Alles was so zählt, ist sich zur Schau zu stellen. Man siehe Winnenden. Tag täglich werden doch Leute getötet. Aber wenn das Fernsehen kommt und man sich in den Vordergrund stellen darf, dann sind allesamt heuchlerisch am mitleiden. Ansonsten wird einem ja Mitleid vorgeworfen, aber da ja nicht! Leute richten ihre kleinen Kinder her, um einen Blumenstrauß vor den laufenden Kameras abzulegen. Eine Schande ist so was und wenn ein Kind in der Nachbarschaft vergewaltigt oder getötet wurde, wissen die Leute nichts zu tun, außer dumm dazustehen oder dummes Zeug zu erfinden oder zu reden. Wenn der Nachbar arm ist und kaum Geld zum überleben hat so sind doch Aussagen der anderen immer die gleichen: “Der ist doch selber schuld, weil……”.
    Die Politik ist die verlogendste Erfindung überhaupt auf der Welt. Gesetze sind allesamt null und nichtig. Es kommt immer darauf an womit man am meisten verdienen kann, oder woher der Wind eben weht in Sachen Interessen.
    Die Menschheit verblödet zunehmend, sag ich da nur. Siehe, als Schumi Weltmeister wurde und ein Verein ihm zu seinem erneuten Weltmeistertitel einen Formel 3000 schenkte vor laufenden Kameras bei Stern TV im Wert von 180.000 Euro!!!! Ich würde alles wetten, dass diese Leute in ihrem Leben nie jemandem der es brauchen würde geholfen haben!!! Aber einem der ohnehin Milliarden hat, noch sein letztes zu geben damit man vor der Kamera vom TV sein darf, dazu sind die Leute bereit.
    Was kümmert es mich ob ein Millionär an Platz eins der Charts ist oder nicht. Aber die Leute haben mit dem bestimmt Mitleid. Da frage ich mich echt, ob Affen nicht schlauer oder eine Ameise nicht mehr Hirn haben als wir Menschen.
    Was die Wirtschaft angeht, so dürfte niemand auf der gesamten Welt mehr verdienen als 250.000 Euro im Jahr. Wer bräuchte auch wirklich mehr?? Das ist doch alles der komplette Größenwahn auf der Welt, was da abgeht. Es werden so viele Millionen bezahlt für Fußballer international, um ein gesamtes Land für ein Jahr zu ernähren mit dem Mindesten, aber alle machen da noch mit. Kümmern tut es keinen.
    Ach ihr Leute, ich könnte damit ewig vorschreiten, aber es wird sich ja doch nichts ändern, so wie ich es sehe.
    Stehle ich was, komme ich ins Gefängnis. Stiehlt ein Politiker aus den Kassen Millionenbeträge, wird er mit einer Abfindung belohnt.
    Die Menschheit sieht auch all zu gerne auf die Seite wenn Kindern die Organe gestohlen werden in Drittländern, um danach auf dem Müll zu landen.
    Die internationale Kultur hat sich nie geändert, nur dazugelernt seine eigene Schande besser zu verkaufen.
    Man hat vieles erfunden, aber niemals sich selbst. Nein im Mittelalter waren wir so wie heute. Nur das Äußere Erscheinungsbild hat sich geändert. Dies sehen sie meisten nur dann ein, wenn sie mal diejenigen sind die es hart trifft.

    Michael Forbes

  31. Hubert schreibt am 29. Oktober 2009 um 13:26 Uhr

    Hallo Norbert,

    fand das Foto vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
    Sieht ja richtig nett aus … allemal eine Reise wert ;-)

    http://cdn.fotocommunity.com/photos/18245072.jpg

    Gruß, Hubert

  32. heike schreibt am 9. November 2009 um 01:28 Uhr

    Hallo,
    nach langen überlegen bin ich (38) hier gelandet.
    Mein Leben veränderte sich schlagartig mit 8 Jahren. Ich habe fast 25 Jahre gebraucht um zu verstehen, dass ich anders bin und nicht wie der Rest der Welt… und noch mal 2 Jahre warum das so ist. Ich war bei der Kripo, aber ich denke nicht, dass ich die ganze Prozedur durchhalte… jetzt noch nicht. Da kommt das Problem mit der Verjährung ins Spiel… denn es verjährt dieses Jahr. Ich will nicht in die Einzelheiten gehen… aber er wohnt hier ganz in der Nähe und es ist wirklich, wirklich sehr schwierig. Ich weiß nicht wie vielen er das angetan hat… und ob er es immer noch macht. Ich weiß, dass er zwei Kinder, Mädchen hat. Kann ich seinen Namen öffentlich machen? Kann ich davon erzählen, was er mir angetan hat? Oder mache ich mich damit strafbar? Es gibt ja online Möglichkeiten und wenn ich einen guten Tag habe… könnte ich es in einen Blog stellen… oder wie auch immer. Darf ich seinen Namen nennen? oder alles bis auf seinen Namen, aber so, dass jeder weiß wer er ist???? Ich weiß ich sollte ihn anzeigen… aber es liegt 30 Jahre zurück. Bis auf psychologische Gutachten und mich kaputtes Wesen… habe ich bisher keine Beweise, wobei ich mir sicher bin, dass ich nicht die einzige war. Er war Jugendgruppenleiter!!!

    Für Antworten wäre ich sehr dankbar.
    ___________________________________
    Hallo Heike,

    “Kann ich seinen Namen öffentlich machen?”
    Nein kannst Du nicht, denn sonst könnte es sein, dass Du von ihm wegen Verleumdung verklagt wirst.

    “Kann ich davon erzählen, was er mir angetan hat?”
    Das kannst Du nur bei einer Anzeige, ansonsten riskierst Du ebenfalls eine Verleumdungsklage.

    “könnte ich es in einen Blog stellen… oder wie auch immer. Darf ich seinen Namen nennen? oder alles bis auf seinen Namen, aber so, dass jeder weiß wer er ist????”
    Diese Möglichkeit besteht, jedoch solltes Du Dich da vorher sehr gut beraten, um eine Verleumdungsklage auszuschließen.

    In diesem Zusammenhang ist vielleicht folgende Information interessant:
    “Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde gegen Verbot, im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwurf gegen den Vater den eigenen Namen zu nennen”

    http://norbert.denef.com/2009/04/05/erfolgreiche-verfassungsbeschwerde-missbrauchsvorwurf-gegen-den-vater/

    Herzliche Grüße

    Norbert Denef
    (auch telefonisch erreichbar unter: 04503 892782)

  33. Angelika Oetken schreibt am 9. November 2009 um 22:25 Uhr

    Hallo Heike,
    erstmal – meine Hochachtung für Deinen Mut, Dich jetzt mit der ganzen Sache zu befassen.

    Wegen der Verjährung :
    Soweit ich weiß, reicht es, wenn Du dieses Jahr erstmal Anzeige erstattest. Bis da gerichtlich was passiert, vergeht eh Zeit. Zeit, in der Du Dich vorbereiten kannst.
    Hast Du schon mit einem spezialisierten Anwalt gesprochen ?

    Falls Du therapeutisch betreut wirst : Du kannst auch mit demjenigen reden, ob Du während der Zeit der Beweisaufnahme usw. therapeutische Hilfe bekommst.

    Wenn der Täter Jugendgruppenleiter war, gibt es mit Sicherheit noch weitere Betroffene in seinem näheren Umfeld.

    Von wegen
    “um zu verstehen, dass ich anders bin und nicht wie der Rest der Welt…” … viele Betroffene denken das, da ja die Täter Scham erzeugen wollen, damit Opfer schweigen.
    Wenn sich jeder einzelne schämt, fühlt sich jeder isoliert.

    Aber nach Schätzungen sind mind.15 Prozent aller Menschen von juristisch relevantem schweren sexuellen Missbrauch betroffen. Frauen und Männer gemeinsam gerechnet. In einigen Gegenden der Welt bis zu 50 Prozent.

    “Der Rest der Welt” sind demnach nur noch höchstens 85 Prozent der Menschen auf der Welt …. in einigen Gegenden nur noch 50 Prozent.

    Anders ausgedrückt “Wir sind viele”. Sexueller Missbrauch ist vollkommen alltäglich.

    Wünsche Dir viel Kraft, egal wie Du Dich entscheidest.

    Angelika Oetken

  34. Petra schreibt am 11. November 2009 um 18:23 Uhr

    Liebe Heike,

    ja, Angelika hat recht: “Wir sind Viele”!!! Und wir alle “Vielen” kennen dieses Gefühl des “Andersseins” (oft verbunden mit Scham) ebenfalls unser Leben lang.

    Doch es gibt keinen Grund, dich zu schämen!

    Das, was sich wie “Anderssein” anfühlt ist “nur” die GANZ NORMALE REAKTION AUF UNNORMALE ERLEBNISSE!!! Vergiss das nie!!

    Falls du dieses Buch noch nicht kennst: Mir hat es sehr, sehr, sehr geholfen (und tut es noch tagtäglich):

    Judith L. Herman “Die Narben der Gewalt”, Junfermann Verlag.

    Wünsche Dir alles Gute und viel Kraft. Und vergiss nicht: Die anderen sind die Gestörten!

  35. Hubert schreibt am 6. Dezember 2009 um 13:13 Uhr

    Kurz und deutlich gesagt:

    Ein Täter braucht nach momentan vorhandener Gesetzeslage nur dafür sorgen, dass ein “Opfer” bis zum 28. Lebensjahr schweigt. Ich gehe hier mal von 10 Jahren Verjährungsfrist ab dem 18. Lebensjahr aus.
    Danach kann der Täter in Deutschland wegen der Tat nicht mehr belangt werden – ist doch richtig so, oder?

    Ich verstehe die Verjährungsfrist bei der Thematik nun wirklich nicht, weil es ja sehr vielen Tätern gelingt, dass Opfer über diesen Zeitraum zum Schweigen zu bringen! Es scheint ja ein Leichtes zu sein laut der vielen Fälle – man denke auch an die hohe “Dunkelziffer”. Und ein Großteil der Bevölkerung unterstützt dieses Schweigen zudem, indem es diese Thematik tabuisiert und nicht selten verharmlost und sogar ignoriert.

    Diesen jetzigen Zustand muss man sich nur mal klarmachen.
    Und da besteht kein Änderungsbedarf? – wirklich nicht?
    Das darf einfach nicht wahr sein!

  36. K. Dörfler schreibt am 11. Januar 2010 um 01:03 Uhr

    Es wäre vielleicht gut wenn ihr irgendwo einfügen würdet, dass durch die Unterschrift keine Kosten entstehen. Menschen die betroffen sind könnten sonst denken sie werden hier auch noch ausgenommen. Vielleicht auf den ersten Blick ein abwegiger Gedanke, aber das Internet ist immer noch ein Ort der nicht 100% kontrollierbar ist und die Menschen -zu recht- misstrauisch.

  37. brita schreibt am 3. Februar 2010 um 15:40 Uhr

    Hallo,
    bin leider erst heute auf diese Seite gestoßen. Meine Unterschrift habt ihr.
    Ich hab zum ersten Mal meinen Namen (zwar nur Vorname) öffentlich gemacht. Das war eine unglaubliche Überwindung. Jeder einzelne Beitrag hat mir dabei geholfen, bestärkt, mutiger zu sein.
    Ich fühl mich nicht mehr ganz so wirr im Kopf. Meine Erinnerung beschränkt sich “n u r” auf körperliche Horrortrips. Mein Kopf gibt fast nichts preis, bis auf Schemen ohne Gesichter. Wer DIE waren, keine Ahnung!
    So viel zum Thema Verjährung. Ich bin jetzt 50 und nach dem was ich bisher weiß (eher fühle), hat der Missbrauch früh angefangen, so früh, dass ich noch keine Worte hatte. Deshalb wird’s Zeit, dass zumindest die, die sich irgendwann doch erinnern, auch noch die Chance haben gegen ihre Peiniger vorzugehen, wenn ihr Mut dazu ausreicht.
    Es braucht unendlich viel psychische Stabilität, um so was durchzustehen. Hut ab vor denen dies durchziehen! (siehe Eschenau!)
    Ich war die letzten Tage mal wieder auf’m ganz bösen Trip und im Netz unterwegs. Die Krönung vom ganzen war dann, dass ich jede menge FREI zugängliche Kinderpornos gefunden habe!!!
    Hab’s natürlich sofort angezeigt. Der erste Rückruf der Polizei hat mich wieder retraumatisiert. Ich kam mir vor, als ob ich die Bilder selbst reingestellt hätte!!
    Bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.
    Allerdings hatte ich einen Beamten für Internet-Kriminalität dran und keinen “Spezialisten” für das Thema Kinderpornographie.
    Es gibt ‘ne Menge im Netz zum Thema Umgang/Bewältigung bei Missbrauch, aber wenig wirklich Hilfreiches. Diese Seite ist eine positive Ausnahme.

    Danke, Brita

    PS: Gibt es irgendwo brauchbare Therapeutenlisten?

  38. Petra schreibt am 3. Februar 2010 um 15:45 Uhr

    Liebe Brita,

    herzlich willkommen auf dieser (sehr guten!) Seite!! Ich hoffe, sie wird dir – ebenso wie mir – noch viele gute Informationen, Kraft, Ermutigung und Stärke für deinen Weg geben.

    Stichwort “brauchbare Therapeutenlisten”:

    Das ist ein sehr schwieriges Thema; meine Erfahrung ist (und die muss nicht die anderer sein!), dass es sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schwierig ist, eine/n hilfreiche/n, unterstützende/n, achtsame/n Therapeut/in zu finden. Mir ist es bislang noch nicht gelungen (und ich habe schon einige gesehen!).

    Wie gesagt, manche haben evtl. andere Erfahrungen.

    Wenn du dich auf die Suche begibst, könnten folgende Beschreibungen von Alice Miller und Judith Herman hilfreich sein:

    Alice Miller („Die Revolte des Körpers“):

    „Damit dies geschehen kann, brauchen wir die Erfahrung der Liebe für das Kind, das wir waren, sonst wissen wir nicht, worin sie besteht. Wenn wir das in den Therapien lernen wollen, brauchen wir Menschen, die uns so annehmen können, wie wir sind, uns den Schutz, Respekt, die Sympathie und Begleitung geben können, die uns helfen können zu verstehen, wie wir so geworden sind, wie wir sind.

    Diese Grunderfahrung ist unentbehrlich, damit wir die Elternrolle für das einst missachtete Kind in uns übernehmen können. Ein Erzieher, der etwas mit uns vorhat, kann diese Erfahrung nicht vermitteln, ebensowenig wie ein Psychoanalytiker, der gelernt hat, dass man angesichts von Kindheitstraumen neutral bleiben und die Berichte der Patienten als Phantasien deuten solle.

    Nein, wir brauchen genau das Gegenteil, nämlich einen parteiischen Begleiter, der mit uns das Entsetzen und die Empörung teilen kann (…).

    Das Problem sehe ich im Mangel dieser Begleitung, weil fast alle Vertreter der helfenden Berufe durch unsere Moral stark daran gehindert zu sein scheinen, den einst misshandelten Kindern beizustehen und die Folgen früh erlittener Verletzungen zu erkennen.“

    Judith Herman („Die Narben der Gewalt“):

    „Die moralische Haltung des Therapeuten ist daher von immenser Bedeutung. Es reicht nicht aus, wenn der Therapeut einfach einen „neutralen“ oder „unparteiischen“ Standpunkt bezieht. Er wird vom Patienten herausgefordert, sich an dessen Auseinandersetzung mit all diesen weitreichenden philosophischen Fragen (Sinn des Lebens, Ordnung und Gerechtigkeit der Welt, etc.) zu beteiligen. Der Therapeut hat natürlich nicht die Funktion, fertige Antworten zu liefern; (…). Vielmehr muss er seinen Patienten gegenüber eine eindeutige haltung der moralischen Solidarität einnehmen. (…)

    Die technische Neutralität des Therapeuten ist nicht mit moralischer Neutralität gleichzusetzen. Die Behandlung von Opfern setzt eine engagierte moralische Position voraus. Der Therapeut wird zum Zeugen eines Verbrechens und muss dem Patienten gegenüber eine solidarische Haltung einnehmen, was jedoch nicht bedeutet, dass er von der Unfehlbarkeit des Opfers ausgeht. Er muss die fundamentale Ungerechtigkeit der traumatischen Erfahrung nachvollziehen können und sich konsequent um eine Lösung bemühen, die das Gefühl einer gewissen Gerechtigkeit wiederherstellt.“

  39. Elke schreibt am 3. Februar 2010 um 16:10 Uhr

    Liebe Brita,

    Dein Posting spricht mich gerade sehr an, ich fühle mit Dir, vielleicht auch, weil ich im selben Alter war wie Du, als ich nicht mehr funktionierte und mein Kopf “verrückt” spielte.

    Ich mache seither eine Therapie, die mir sehr hilft, mit all den übeln Dingen klar zu kommen.

    Die Idee mit der Therapeutenliste finde ich prima und aufgreifenswert! Wenn du magst, schreib’ mir doch bitte mal eine Mail, vielleicht können wir sowas ja auf die Beine stellen – Erfahrungen mit Therapeuten gibt es hier ja reichlich und ich würde sie gerne sammeln und zur Verfügung stellen. Du erreichst mich, indem du auf meinen Namen klickst. Falls du im Ruhrgebiet wohnst, kann ich dir auch evtl. etwas empfehlen.

    Liebe Grüße,
    Elke

  40. maro schreibt am 20. Februar 2010 um 15:53 Uhr

    die verjährungsfrist gegen sexuelle gewalt an kindern wurde in der schweiz, mittels einer volksinitiative, gutgeheissen. Dies trotz starker ablehnung der regierenden. Folgend ein link mit infos:

    http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz/Keine-Verjaehrung-mehr-bei-Sexualdelikten-an-Kindern;art622,1217721

  41. maro schreibt am 20. Februar 2010 um 16:17 Uhr

    zahlreiche TherapheutenInnen leiden selber an nicht verarbeiteten Kindheitstraumen, weshalb es sehr schädigend ist, sich in deren Hände zu begeben. Diese reden einem ein, es sei nicht so schlimm gewesen, es gehe vorbei, sie schützen die Täter oder empfehlen Verzeihen und Vergeben. So können Menschen nicht heilen und am intensivsten hat sich die Kindheitsforscherin Alice Miller mit diesen Themen befasst und 13 Bücher darüber geschrieben. Sehr beeindruckend sind auch die “Leserpost” auf ihren Webseiten:

    http://alice-miller.com/index_de.php” rel=”nofollow”> http://alice-miller.com/index_de.php

  42. Elvira schreibt am 20. Februar 2010 um 16:49 Uhr

    Danke Maro,
    ja so ist es. Traumatisierte sind gespalten. Zum Zeitpunkt der Traumatisierung wird ein Teil der “Seele” abgespalten. Dies dient zunächst dem Überleben. Aber ab diesem Zeitpunkt kann das Opfer nicht mehr authentisch sein. Denken, Fühlen und Handeln sind nicht mehr eins. Diese eigene tatsächliche Spaltung zu erkennen ist ein Schritt den bisher nur sehr, sehr wenige Traumatisierte und dies trifft auf viele, viele TherapeutInnen zu, realisiert haben. Zu viele in unserer Gesellschaft sind nicht in der Lage ihre eigene seelische Spaltung zu erkennen! Deshalb gibt es auch nur so wenige mutige wie Norbert Denef. Die meisten sind in ihre Masken verliebt. Viele TherapeutInnen sind sehr selbstverliebt in ihre “Helfer- und Rettermaske” ohne es zu bemerken.
    Elvira

  43. petra schreibt am 25. Februar 2010 um 19:34 Uhr

    Das Problem ist, dass viele Opfer erst nach Jahren/Jahrzehnten eine Aufarbeitung in Angriff nehmen (können), auch deshalb weil die Verdrängungsmechanismen nach sexuellen Übergriffen sehr ausgeprägt sind. Daher ist die Aufhebung einer Verjährung so wichtig, denn wenn man erst 20, 30 Jahre nach der Tat darüber sprechen kann, ist das nicht die Schuld des Opfers.
    Opfer von sexuellen Übergriffen leiden ihr ganzes Leben darunter, daher ist es mir nicht verständlich, dass durch eine Verjährungsfrist der Täterschutz gewährleistet wird.
    Ich empfinde es auch als Mord – als Seelenmord – , nach außen hin wirkt man vielleicht “normal”, aber in den Opfern drin ist etwas gestorben. Und dafür sollte der Täter auch nach 10, 20, 50 Jahren bestraft werden können.
    Die Verjährung ist quasi die zweite Tat, die den Opfern angetan wird.

  44. Hubert schreibt am 9. März 2010 um 15:08 Uhr

    ***Aufhebung der Verjährungsfrist auch rückwirkend!***

    Wenn die Aufhebung der Verjährungsfrist nun gesetzlich entschieden wird,
    so wäre es sehr wichtig, daß es auch für Fälle vor der neuen Gesetzesregelung keine Verjährungsfrist mehr gibt! Also rückwirkend müsste diese geregelt werden!!!!!

    Würden die älteren Fälle nicht darunter fallen, so kämen viele Täter aus der Zeit immer noch straffrei davon.
    Und nun komme ja kein Politiker mit dem Argument, daß das so gesetzlich nicht ginge. Alles das ist machbar!
    Mit welcher Begründung sollten denn ältere Fälle nicht darunter fallen? Um Täter zu schützen??

    In Politikerkreisen kursiert zur Zeit immer noch die groteske Annahme, daß sich ältere Fälle garnicht mehr aufklären ließen.
    Das ist völliger Nonsens!!
    Denn die Aufklärung ist bezüglich des Holocaust auch bis heute noch in vielen Fällen bestens gelungen. Und laufend kommen neue Aufdeckungen hinzu.
    Wenn es dort gelingt, warum sollte es dann nicht in Missbrauchsfällen gelingen?

    `

  45. Hubert schreibt am 9. März 2010 um 15:11 Uhr

    ***Aufhebung der Verjährungsfrist auch rückwirkend!***

    Wenn die Aufhebung der Verjährungsfrist nun gesetzlich entschieden wird,
    so wäre es sehr wichtig, daß es auch für Fälle vor der neuen Gesetzesregelung keine Verjährungsfrist mehr gibt! Also rückwirkend müsste diese geregelt werden!!!!!

    Würden die älteren Fälle nicht darunter fallen, so kämen viele Täter aus der Zeit immer noch straffrei davon.
    Und nun komme ja kein Politiker mit dem Argument, daß das so gesetzlich nicht ginge. Alles das ist machbar!
    Mit welcher Begründung sollten denn ältere Fälle nicht darunter fallen? Um Täter zu schützen??

    In Politikerkreisen kursiert zur Zeit immer noch die groteske Annahme, daß sich ältere Fälle garnicht mehr aufklären ließen.
    Das ist völliger Nonsens!!
    Denn die Aufklärung ist bezüglich des Holocaust auch bis heute noch in vielen Fällen bestens gelungen. Und laufend kommen neue Aufdeckungen hinzu.
    Wenn es dort gelingt, warum sollte es dann nicht in Missbrauchsfällen gelingen?

  46. Stephanie Krausa schreibt am 13. März 2010 um 17:55 Uhr

    Auch ich werde unterschreiben!

    Mir ist in meiner Kindheit auch grausames auf diese Art und Weise widerfahren und das durch meinen eigenen Vater! Das ging über 4 Jahre lang so, ganz zu schweigen von den brutalen Misshandlungen durch meine Eltern.

    Ganz wie bei Pia Survivor sind auch die Folgen, mit denen auch ich zu kämpfen habe. Ich leide unter eienr Borderline-Persönlichkeitsstörung, soziale Phobie, Ansgtstörung, war schon sehr jung Drogenabhängig und habe Himmel sei dank von einem damals Fremden Hilfe bekommen, der heute mein Lebensgefährte ist (danke @Sascha Kirsch! Ohne dich hätt´s nicht geklappt), ein Fremder musste mir helfen, weil es sonst keinem Interessiert hatte. Nein, selbst meine Mutter ließ mich damals als ich aus dem Heim abgehauen bin auf der Straße und hat sich NICHT gekümmert!

    Mein Vater starb im Jan. 2004, 2 Monate nachdem ich ihn endlich angezeigt hatte. Ich trug dieses Geheimnis 9 Jahre mit mir herum. Nach 9 Jahre sagte ich meiner Mutter was damals lief und sagte nur, ich sei verrückt! Ich schwieg danach noch 5 weitere Jahre bis ich endlich den Mut hatte, die Anzeige zu machen. Und dann starb er wie gesagt. Ermittlungen wurde natürlich eibgestellt und er bekam so auch nie eine Strafe dafür.
    Nun, vor knapp einem Jahr machte ich ein Antrag auf Opferentschädigung (auf Anraten meiner Betreuerin) und selbst dies wurde abgelehnt. Sie befragten als allererstes meine Mutter, die dann natürlich mein Vater in Schutz nahm. Dann befragtebn sie meine Halbschwester, die dann auch sagte es sei nicht gewesen. Wovon sie nichts wissn kann, da sie aus der Familie ausgegrenzt wurde auf grund ihrer Behinderung (sie wurde auch mit 19 von ihm missbraucht und damals wurde ihr auch nicht geglaubt. Man nannte sie vor Gericht unglaubwürdig!)

    Ich weiß nicht was der Staat hier tut, aber i-wie scheinen solche Sachen ja doch i-wo egal zu sein. Frei nach dem Motto “härtere Strafen für jene die veruchen zu überleben und dann evtl. klauen oder so, aber leichte bis gar keine Strafen für Leute die einem anderen das Leben “nehmen”" und das ist auf gewisser Art und weise Mord. Mord in der Seele. Aus mir ist nichts geworden beruflich. Ich habe es nciht geschafft, da ich sehr oft auch in der Schule Zusammenbrüche hatte, die auch keiner verstand.

    An alle, die diese Sachen auch mitgemacht haben: SCHWEIGT NICHT UND ERHEBT EURE STIMME! Es muss was passieren. Wer weiß welches Kind noch unter diesen Folter leiden wird…

    Gruß, S. Krausa

  47. Sarah M. schreibt am 13. März 2010 um 18:29 Uhr

    Liebe Fr. S.Krausa,
    danke für Ihren Mut, hier ihre in ihrer Bodenlosigkeit kaum übertreffenden Odysee zu berichten.
    Hier wird das ganze Ausmaß deutlich, warum ein Opfer solange das Erlebte, dass man ihm als Kind angetan hat, mit sich rumschleppt und daran fast kaputt geht. Verwandte, die wegschauen, die nicht hinhören, die es nicht wahrhaben wollen. Ermittlungen, die einfach eingestellt werden, obwohl das Opfer noch lebt (hallo), Eine OEG, die mehr einer Mutter glaubt, die jahrelang duldete, dass ihr eigenes Kind schändlichst missbraucht wurde, als dem Opfer, ja sogar zur Bekräftigung ihrer Entscheidung der Antragsablehnung eine behinderte Verwandte (Schwester) herbeizieht, die selbst traumatisiert ist, und mit aller Wahrscheinlichkeit von der Mutter eingeschüchtert wurde. Ein Heim, dass Merkmale, die jede/r Betroffene zeigt, ignoriert. Fachleute, die nichts anderes zu tun haben, als Diagnosen von sich zu geben, aber den Gründen und Ursachen für dieser Entwicklung nicht nachgehen, um Hilfsangebote in die Wege zu leiten.
    Es wird Zeit für einen Aufstand!!!

  48. Lena schreibt am 19. März 2010 um 22:36 Uhr

    Auf der Online-Seite der Frankfurter Rundschau gibt es die Möglichkeit, darüber abzustimmen, ob die Verjährungsfristen für Missbrauch aufgehoben werden sollen. Bis heute (19.03.) haben über 2000 Leser/innen mitgemacht. Ergebis: Über 83% sind für eine Aufhebung der Verjährungsfristen! :-)

    Hier der Link:

    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/sexueller_missbauch/2429593_Psychoanalytiker-zu-Missbrauch-Das-belaemmerte-Schweigen.html

    Oben auf Seite: Abstimmen Verjährung für sexuellen Missbrauch?

  49. Pia Survivor schreibt am 29. März 2010 um 10:03 Uhr

    Hallo Norbert

    habe durch deine Petition auf Abschaffung der Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch, neue Kraft und Hoffnung geschöpft, weiter zu kämpfen.

    Im Moment habe ich begonnen mich durch die Medien zu bewegen, es koennte von Interesse für Dich sein ein Auge darauf zu halten:

    Aber auch für alle anderen Survivor, sagt es nicht nur LAUT tragt es in die Öffentlichkeit, verteilt Flugblätter, versucht den Schritt in die Medien um so mehr von uns Sprechen um so unüberhörbarer werden wir Opfer sein.

    DIE ZEIT IST REIF!

    Man wir uns noch mehr Gehör zukommen lassen müssen als bisher.
    Es muss Entschädigungen geben Therapiemöglichkeiten für alle Opfer, Aufklärung um weitere Übergriffe zu verhindern. Das alles muss noch viel viel mehr in die Öffentlichkeit. Es muss Möglichkeiten zur Umfassende Aufarbeitung und Entschädigung geben. Es geschieht uns Opfern noch immer großes Unrecht. Die Schäden die einem jedem Geschändeten durch sexuellen Missbrauch entstanden, die schlechteren Lebensumstände die daraus entstanden sind, alles das muss gelindert werden, damit unser Leben, das mein Leben wieder annähernd Menschenwürdig werden kann.

    Sendung bei SAT1 Freitag den 19.03.2010.

    http://www.1730live.de/archiv/news/news-details/datum/2
    010/03/19/opferschutz-fuer-kinder.html

    Eine weitere neue Sendung Montag Abend 29.03.2010 SWR
    Regional 18.45 Uhr SWR RLP.

    In beiden Sendungen oute ich mich als Opfer, den Mut habe ich nur aufbringen wollen, weil du mir das vorgelebt hast Norbert.

    Danke dafür.

    Kreative Grüße

    Pia Survivor

  50. Pia Survivor schreibt am 30. März 2010 um 15:20 Uhr

    Handlungsbedarf!

    Schwere Kapitalverbrechen (z. B. Mord oder Völkermord) sind in Deutschland unverjährbar.

    Der Seelen Mord an mir als 4 jährigem Kind bleibt ungesühnt!
    Der Seelen Mörder bleibt weiterhin auf freiem Fuss!

    Ich laufe mich als Hase halb zu Tode, beim Hase und Igel Spiel mit Behörden und Kirche.

    Ich muss immer wieder die Traumata durchleiden weil ich diese erzählen muss für Behörde und Kirche wieder und wieder ohne das für mich sichtbar etwas geschah etwas für mich bewegt wurde.
    Ist nicht das erzählen müssen von Folter auch Folter? muss ich wirklich,
    alles wieder und wieder vortragen ? wo doch bereits alles mehrmals schriftlich dokumentiert wurde.

    Die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht muss aufgehoben werden damit mein Leben wieder MENSCHENWÜRDIG sein darf.

    Pia Survivor

    Pia Nachtsheim

  51. Hypericum schreibt am 30. März 2010 um 21:45 Uhr

    Du schreibst: “Ist nicht das erzählen müssen von Folter auch Folter? “. Ich empfinde das auch so. Es bringt mich fast um, über das Geschehene zu sprechen. Dass es von den Anlaufstellen, von denen man sich Unterstützung verspricht, oft deutlich bezweifelt oder/und bagatellisiert wird, läßt mich dann manchmal an mir selbst zweifeln. Dann muss ich mir die Einzelheiten wieder vor Augen führen, um sicher zu sein, dass ich Recht habe… Ich gehe davon aus, dass das bei den Meisten so ist. Man ist nicht “nur” im missbraucht-werden Opfer, sondern es geht – es ging bislang – danach so weiter; man fühlt sich immer tiefer gedrückt, ausgegrenzt. Man wird sowas wie ein icon dessen, was keiner wahrhaben will… also will einen auch keiner wahrnehmen.

  52. Pia Survivor schreibt am 31. März 2010 um 13:36 Uhr

    An Hypericum

    Gott gebe dir viele Gute 24 Stunden.

    Pia Nachtsheim

  53. Hubert schreibt am 31. März 2010 um 16:13 Uhr

    zu Pia und Hypericum:

    das ständige wiederholte Berichten der Ereignisse, um
    irgendwelche Leistungen von Behörden oder sonstigen einrichtungen zu erhalten, könnte auch eine Strategie sein.
    Denn die wissen, daß viele Opfer das auf Dauer nicht aushalten und dann Abstand nehmen, solche “Behörden” überhaupt noch aufzusuchen.
    Und somit wäre wieder eine Menge Geld gespart zu Lasten der Betroffenen.
    Zwar ist das nicht überall so, aber vielfach genauso vorzufinden.
    Opfer als Antragsteller sind unbequem, und die will man nunmal nicht, gerade im Zuge der ganzen krisenbedingten Sparmaßnahmen in diesem Land. Und einigen scheint jedes M;ittel Recht zu sein, diese quasi rauszuekelen. Und so kann man sich dann auch Floskeln anhören wie:
    “wer hat sie überhaupt hier hergeschickt!!?”,
    “damit sind sie ja nicht allein”,
    “das müssen die anderen auch” ,
    “es sind ja so viele, denen können wir doch nicht allen Unterstützung bieten”
    “das Gesetz sieht das nicht vor”,
    “da können wir leider auch nichts machen” … usw.

    um nur einige Beispiele zu nennen.

  54. Hypericum schreibt am 31. März 2010 um 18:29 Uhr

    Ja, Hubert, den Gedanken habe ich auch. Aber jetzt haben wir endlich eine Möglichkeit, als Masse aufzutreten. Masse=Macht.
    Und Dir, Pia, sage ich lieben Dank und wünsche Dir das auch, hundertfach, alles Liebe und Gute.

  55. Pia Nachtsheim schreibt am 1. April 2010 um 10:50 Uhr

    Hallo Hubert und Hypericum

    hatte diese Woche Termin beim Versorgungsamt, ja der Floskeln gab es leider viele. Danach nach 5 und einer halben Stunde, in diesem langen Zeitraum musste ich die Übergriffe immer wieder und wieder erzählen noch genauer noch genauer. Ob ich mich abspalte gar nicht mehr in meinem Körper bin das meine geschundene Seele flieht interessiert nicht. So lange ich wie ein Roboter weiter auf die Fragen antworte. Es ist bereits alles mehrfach aktenkundig der Sachbearbeiter sollte es einfach nur Lesen um mir das alles zu ersparen!

    Es ist wiederum Folter mehr als 3 mal über die erlebte Folter reden zu müssen.

    Bei Amnesty International bekomme ich die Telefonummer von Zartbitter.

    Wo kann ich mich informieren wie solch ein Antrag bearbeitet werden muss, was ich erdulden soll in solch einem Verfahren und was ich nicht hinnehmen muss oder soll?

    Bin noch völlig fertig durch diesem unmenschlichen Termin.

    Sagt es LAUT!

    Pia Survivor

  56. Hypericum schreibt am 1. April 2010 um 12:17 Uhr

    Arme Pia. Fühl Dich mal lieb gedrückt!
    Ich persönlich helfe mir vor und nach solchen Terminen mit mit Rescue-Tropfen oder/und homöopathisch. Das gute Johanniskraut (Tee oder Präparate; ich nehme Tee) hilft ein bißchen; Schafgarbe (Tee) hilft… Vielleicht sollte ich meine kleinen Mittelchen mal unter “Tipps” sammeln – und Ihr Eure?
    - Ich frage mich, ob Dir ein Anwalt nicht helfen könnte? Dann wirst Du es ihm leider auch nochmal erzählen müssen… – aber er würde die Dinge für Dich regeln (und hoffentlich gut!). Wenn Du nachweisbar arm bist, hast Du Recht auf “Prozesskostenbeihilfe”. Die kann der Anwalt auch gleich für Dich beantragen. Sie wird vor allem dann gewährt, wenn Aussicht auf Erfolg Deiner Klage besteht (einfach deshalb, weil die zahlende Stelle dann weniger Kosten hat; wenn sich ein Prozess zieht und zieht, wird´s teurer. Leider Gottes spielt das eigentliche Recht dabei keine Rolle :-( .
    Es gibt hier auf der site die Adresse einer Rechtsanwältin, die kann Dir vielleicht jemand Guten nennen oder Deine Sache führen?
    Viel Glück, viel Erfolg, halte durch, Kopf hoch! Momentan arbeitet die Zeit für uns!!!

  57. Hypericum schreibt am 1. April 2010 um 12:17 Uhr

    PS: Zartbitter ist gut.

  58. Pia Nachtsheim schreibt am 2. April 2010 um 07:41 Uhr

    Hallo Hypericum u Hubert

    hm…. muss Nachdenken, mir helfen stoffliche Dinge leider gar nicht, wenn ich erst einmal abgestürzt bin. Bin Politoxi :-( .

    Was immer hilft ist Malen, Musik hoeren, Kochen, Spazieren eine Freundin aus der Selbsthilfegruppe anrufen. Im Garten Arbeiten alles das tröstet. Macht das emotionale Chaos erträglicher.

    Thx Hubert.

    KALO PASXA SE OLOUS
    Allen ein schoenes Osterfest

    Pia Survivor

  59. Hypericum schreibt am 2. April 2010 um 16:00 Uhr

    @Pia: mir hilft auch sehr die Natur. Am besten der Wald. Dir und Euch auch gutes, gesegnetes Ostern, danke für die guten Wünsche!

  60. Nina Fresemann schreibt am 27. April 2010 um 07:23 Uhr

    Brech dein Schweigen und dir wird geholfen???
    Das ist witzig… Ja ironisch witzig!!!
    Auch ich habe nach Jahren mein Mund aufgemacht , habe förmlich nach Hilfe geschrien, doch bekommen habe ich Ohrfeigen, natürlich ist es schon lange verjährt. Doch noch schlimmer ist es, das die Opfer keine Hilfe bekommen, Therapie Plätze und Termine bei Therapeuten haben mindestens ein Jahr Wartezeit…das Maximale sogar 5 Jahre . Wer solange geschwiegen hat hält doch wohl noch ein Jahr aus ODER????
    Ein Leben wird zerstört und alle gucken zu!!!!
    Armes Deutschland!!! Ach ja um es nochmal in Erinnerung zu rufen : In 3 Jahren kann Ronny Rieken seinen ersten Antrag auf Freilassung stellen!!!
    Na dann Mahlzeit, zu der Zeit hatte ich Angst vor Ihm , Jetzt muss ich meine Tochter vor Ihm schützen…..

  61. klaus kenning schreibt am 14. Mai 2010 um 20:32 Uhr

    Bei der Abschaffung der Verjährungsfrist für
    NS-Morde haben seinerzeit aufgrund des starken
    Druckes aus der Bevölkerung alle bedeutenden
    Politiker laut zugestimmt.

    Die Opfer der Mißbräuche verdienen die gleiche
    lautstarke Unterstützung!

    Wir hören!

    Klaus Kenning

  62. Larissa schreibt am 26. Juni 2010 um 22:43 Uhr

    Hm , ich war heute noch mal Unterschriften sammeln .
    Ich wollte zuerst bei dem Weißen Ring bei denen was dazulegen dürfen .
    das durfte ich aber nicht .
    Die hatten sich in der Innenstadt , mit einem Stand angemeldet , in der Örtlichen Zeitung .
    Die wollten nur ihre Sachen vertreten , hm ich dachte eigentlich das die auf der Opfer Seite sein müßten ?!
    Nun ja , ist dann wol doch nicht so ?
    Aber hier war Bücherflohmarkt , da war auch die Stattbücherei vertreten .
    Die ich wegen Unterschriften ansprach .
    Die waren sehr interessiert und wollten von mir einiges erklärt haben .
    Nun das Tolle , was dabei herraus gekommen ist .
    ( Die Frau meinte die Verjährungsfrist seihe 30 Jahre ,wie alles so .was ich natürlich verneinte ) .
    Die wollen da , ein Plakat in der Bücherei erlauben .
    Auch der Nahme , von der Frau wurde mir genannt .
    Ich fragte noch mal nach , ob die nicht von der Stadt eine Genehmigung bräuchten.

    Nein meinten die .
    Nun ja nun stehe ich da , und weiß nicht ,wie da so ein Plakat aussehen soll und ich machen sollte ?
    Nun ja in der Frauenberatungstelle , da wurde ja mal Anzieplakate aus Pappe mal bemalt ( hergestellt für die Demo in Düsseldorf ) .
    Doch da ich da nur ein mal im Monat überhaubt mal einen Thermin habe .
    Wollte ich die Zeit eigentlich für mich nutzen .
    Mfg
    Larissa

  63. Hubert schreibt am 27. Juni 2010 um 10:22 Uhr

    @Larissa
    bei Einrichtungen wie der Weiße Ring ist es immer sehr davon abhängig,
    mit welcher Person man da gerade redet. Die Stellen sind recht unterschiedlich besetzt und stehen grundsätzlich schon auf der Seite der Betroffenen.
    Daß die eine Zusammenarbeit mit einer anderen Gruppe wie in deinem Fall abgelehnen, finde ich sehr traurig. Denn den weißen Ring gibt es schon sehr lange und sie haben in der Problematik Missbrauch bisher auch nichts grundlegendes ändern können.
    Nur mit Beratung allein ist es eben nicht immer getan. Da sollten die doch jede Möglichkeit nutzen, von anderen neue Ideen aufzugreifen und in ihren Aktionen mit einzubinden. Finde ich sachade bis unverständlich …

    Deine Idee mit der Plakataktion und dein Angagement finde ich echt gut und auch daß die Stadtbücherei da mitmacht.

  64. Larissa schreibt am 27. Juni 2010 um 21:05 Uhr

    @ Hubert

    Ich hatte mit anderen Leuten darüber gesprochen , die ja unterschrieben hatten .
    Die meinten das der Weiße Ring hier sehr nachgelassen habe .
    Sie meinte da währe früher eine Frau gewesen , die währe fiel angagierter gewesen .
    Nun sind da nur noch Männer , die da stehen .
    Der Offizielle ,der ausgeschrieben ist ist ein Mann .
    Ich wo ja alles verjährt war (da war ich 28 Jahre alt ) hatten die damals schon bei mir kein sonderliches Interesse .
    Die Betreuerin hatte ich da schon , mit ca 27 1/2 Jahren . dann für 5 Jahre

    Nun ich frage mich , ob das mit dem Plakat in der Bücherei , so gut ist .
    Wennn ich Betroffene währe würde ich nicht wo hinn gehen ,wo jeder sehen kann wo ich hinn gehe .
    Worum es da geht , und das schon von Weiten zu erkennen ist ??
    Für nicht Betroffene währe das sicher nicht so schlimm .
    Aber als ich auf dem Stand die Zettel hinlegen durfte , da tat sich da gar nichts .
    ich denke die Leute müssen angesprochen werden .
    Auch wenn ich Unterschriften Sammele oder die Flyer dann Verteile.
    Dann muß ich die Leute ansprechen .
    Hm was ich normalerweise gar nicht kann .
    Kostet jede menge Kraft .
    Als ich in der Hundeschule sammeln durfte , wo wir ein Fest hatten , da tat sich ohne ansprechen der Leute gar nichts .
    Hm, filleicht sollte ich , in der Bücherei einfach immer wieder dann den Posten bestetzen , wenn ich mal wieder die kraft dazu habe ?

    In einem Geschäft , da war eine Frau da , da durfte ich in das Geschäft rein gehen und sammeln .
    Auch die Kassiererinnen durften während der Arbeitszeit unterschreiben .
    Filleicht fahre ich da ja noch mal hinn .
    Auslegen sagte sie dürfte Sie es nicht , aber das ich rein durfte war toll und fiele hatten dort auch unterschrieben .
    Auf der Straße hat man da nicht so viel glück , ob das an der geschützten Räumlichkeit liegt wenn man im Geschäft sammelt ?
    Mfg
    Larissa

  65. Larissa schreibt am 30. Juni 2010 um 01:27 Uhr

    So ich habe mich beraten lassen , und ich habe das Plakat bzw . die Überschrift nun vertig gemalt .
    Und den Fleyer auf die größe eines Din A 4 Blattes vergrößert .
    Am Donnerstag hat die Bücherei dann wieder auf , Mittwochs haben die geschlossen .
    Hm wolltet Ihr die Überschrifft sehen ?
    Ich weiß aber nicht wie ich das hier per Bild rein bekommen soll .
    Mit dem Scanner geht das nicht .
    es ist Din A 5 2 X wo ich dann die 2 Din A 5 Blätter dann zusammen kleben muß .
    Mal sehen ob es teuer ist , die Farbige Schrift Kopieren zu lassen .
    Denn die Zeichnung hat ja doch eine ganze Zeit beansprucht .
    Villeicht könnte das ja hier noch einer gebrauchen ?
    so wie die Anderen Zettel ( Unterschriftensammlung und Flyer )

    Nun eine neue Überraschung , ich darf bei einer Betroffenen Person auch Zettel und so auslegen .
    Die hat ein Geschäft .

    Mfg
    Larissa

  66. Larissa schreibt am 1. Juli 2010 um 22:09 Uhr

    Traurig
    Ich war heute bei der Bücherei .
    Die Frau wuste von nichts , sie sagte ich hätte wol was falsch verstanden .
    sie wollte kein Plakat haben .
    Sie hatte höchsten überegt den Flyer so groß wie ein Din a 4 Blatt filleicht wo hin zu legen .
    Sie legte es in meinem beisein in ihr Büro .
    Sie meinte das Plakat könnte ich ja wo anders aufhängen lassen .
    Nun für mich triggert es , weil ich ja von dem Erzeuger ja auch immer sowas gesagt bekam .
    Sie sagte ich hätte vorher noch mal nachfragen sollen .
    Nun eine Frau von dem Büchereistand , hatte das so wie ich verstanden hatte von der obereren Frau von der Bücherei ausrichten lassen …..und Sie erzählte das da mehrere Büchereien waren .
    Ich verstehe das ganze gar nicht , die Frau hatte mir doch den richtigen Nahmen von hir der Bücherei gegeben .
    Nun ich habe mich sehr geergert .
    Sowas mache ich nicht mehr .
    Aber eine Frage hätte ich noch ?
    Da ich ja das Plakat gemacht habe , da könnten sich doch mehrere Betroffene oder auch nicht Betroffene zusammen mit demPlakat so in der Art Demo machen ?
    Und so, villeicht auch noch Unterschriften bekommen ?
    War doch mal so was gesagt worden ?
    Aber wie ist das eigentlich ? Müßte man so eine Versammlung oder aber auch so ein Plakat wo anmelden ?
    Ich komme aus NRW Raum
    Ich kenne mich damit gar nicht aus .
    Ich habe keine Lust bei irgent welchen Leuten ins Fettnäpchen zu treten .
    Mfg
    Larissa

  67. Larissa schreibt am 9. Juli 2010 um 15:55 Uhr

    Ich war heute noch mal in der Bücherei schauen gegangen .
    Ich habe nichts von dem gefunden , was ich abgegeben hatte .

    Mfg
    Larissa

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