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	<title>Kommentare zu: Tsunami der Schande</title>
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	<description>netzwerkB ist eine unabhängige Interessenvertretung in der sich Betroffene von sexualisierter Gewalt für die Rechte Betroffener einsetzen.</description>
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		<title>Von: Angelika Oetken</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2009/12/03/tsunami-der-schande/comment-page-1/#comment-3994</link>
		<dc:creator>Angelika Oetken</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 20:11:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=605#comment-3994</guid>
		<description>Hallo Sieglinde, 
die Kirchen sind Institutionen - was sie bei solchen Enthüllungen am meisten fürchten, ist, dass sie Entschädigungen zahlen müssen und/oder durch Imageschäden verringerte Einnahmen haben. 

Kirchen unterscheiden sich in nichts von Banken, Baufirmen, Vereinen, Versicherungen oder Sozialämtern. 
Sie sind genauso pragmatisch und mehr oder weniger ethisch wie diese anderen Institutionen auch. 

Sie sind Ritualdienstleister - sonst nichs (Hochzeiten, Taufen, Konfirmation/Kommunion, Sonntagsversammlungen, Weihnachtsfeiern, Beerdigungen). 

Ich fühle mit den Betroffenen mit und denke, dass langfristig eine Art von Gerechtigkeit entstehen wird. 

Die etablierten Kirchen werden sich auflösen, weil keiner mehr drin sein will. Wahrscheinlich werden sich kleine, regionale Glaubensgemeinschaften bilden. 

Ich persönlich begrüße das sehr, da die monotheistischen Religionsgemeinschaften mit ihrer festen Hierarchie, einer männlichen Leitfigur an der Spitze und ihrer verlogenen, frauenfeindlichen Sexual- und Machtmoral sowieso komplett menschenverachtend agieren. Sie fördern institutionell und kraft ihrer Weltanschauung Gewalt und Ungerechtigkeit. 
Solche Einstellungen passen nicht in unsere Zeit, denn sie schaden den Menschen, die auf unserer Erde leben.   

Wenn &quot;Gläubige&quot; das erkennen, z.B. weil sie von der Geschichte der Misshandelten erfahren und sich von Kirchen abwenden ist das doch sehr positiv und das gibt dem Leiden der Betroffenen ein klein wenig mehr Sinn. 

Auch wenn es deren Leid nicht schmälert.

Wenn mein Leben ein kleines bisschen &quot;mieser&quot; verlaufen wäre als ohnehin schon, wäre ich früher auch in so einem Heim gelandet. 

Mich graust es bei dem Gedanken. Ich bin froh, dass es nicht so gekommen ist. 
Ich habe früher mal in Heimen und psychiatrischen Kliniken gearbeitet und so manche Geschichte von Betroffenen erzählt bekommen. Auch da wurde nach Kräften gedeckelt, geheuchelt und gelogen. Und missbraucht.  

Auch wenn ich mindestens zwei Drittel meines Lebens schon absolviert habe: Ich bin immer wieder aufs Neue entsetzt, wie eklig und widerlich manche Menschen sich verhalten (vor allem im sexuellen Bereich) und auf wie entsetzliche Art sie ihre Macht ausnutzen. So wie sie es z.B. in der Kirche gelernt haben. Oben buckeln, unten treten.

Ich habe mit Hochachtung von den Leuten in Irland gelesen (John Kelly und seine MitstreiterInnen), die mit ihrer Vereinigung &quot;SOCA&quot; mit grenzenlosem Mut und viel Energie dafür gesorgt haben, dass Wahrheiten statt Glaubenssätze ausgesprochen wurde und die letztendlich viel Unterstützung in der Bevölkerung bekommen haben. 

Sie haben sehr viel bewegt und dafür größte Opfer gebracht. 

Ich weiss nicht, ob ich den Mut und die Energie gehabt hätte. 
Aber sie dachten an die, die nicht überlebt haben, die sehr krank geworden sind und an die Kinder, die der verlogenen kirchlichen Moral bis vor kurzem automatisch ausgesetzt waren (in den Schulen). 

Gut, dass damit Schluss gemacht wurde und die irische Bevölkerung aufgewacht ist. 

Den Polen, den Italienern, den Spaniern und anderen Ländern, in denen Kirchen herrschen sind mutige Menschen wie John Kelly nur zu wünschen. 

Angelika Oetken, Berlin</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Sieglinde,<br />
die Kirchen sind Institutionen &#8211; was sie bei solchen Enthüllungen am meisten fürchten, ist, dass sie Entschädigungen zahlen müssen und/oder durch Imageschäden verringerte Einnahmen haben. </p>
<p>Kirchen unterscheiden sich in nichts von Banken, Baufirmen, Vereinen, Versicherungen oder Sozialämtern.<br />
Sie sind genauso pragmatisch und mehr oder weniger ethisch wie diese anderen Institutionen auch. </p>
<p>Sie sind Ritualdienstleister &#8211; sonst nichs (Hochzeiten, Taufen, Konfirmation/Kommunion, Sonntagsversammlungen, Weihnachtsfeiern, Beerdigungen). </p>
<p>Ich fühle mit den Betroffenen mit und denke, dass langfristig eine Art von Gerechtigkeit entstehen wird. </p>
<p>Die etablierten Kirchen werden sich auflösen, weil keiner mehr drin sein will. Wahrscheinlich werden sich kleine, regionale Glaubensgemeinschaften bilden. </p>
<p>Ich persönlich begrüße das sehr, da die monotheistischen Religionsgemeinschaften mit ihrer festen Hierarchie, einer männlichen Leitfigur an der Spitze und ihrer verlogenen, frauenfeindlichen Sexual- und Machtmoral sowieso komplett menschenverachtend agieren. Sie fördern institutionell und kraft ihrer Weltanschauung Gewalt und Ungerechtigkeit.<br />
Solche Einstellungen passen nicht in unsere Zeit, denn sie schaden den Menschen, die auf unserer Erde leben.   </p>
<p>Wenn &#8220;Gläubige&#8221; das erkennen, z.B. weil sie von der Geschichte der Misshandelten erfahren und sich von Kirchen abwenden ist das doch sehr positiv und das gibt dem Leiden der Betroffenen ein klein wenig mehr Sinn. </p>
<p>Auch wenn es deren Leid nicht schmälert.</p>
<p>Wenn mein Leben ein kleines bisschen &#8220;mieser&#8221; verlaufen wäre als ohnehin schon, wäre ich früher auch in so einem Heim gelandet. </p>
<p>Mich graust es bei dem Gedanken. Ich bin froh, dass es nicht so gekommen ist.<br />
Ich habe früher mal in Heimen und psychiatrischen Kliniken gearbeitet und so manche Geschichte von Betroffenen erzählt bekommen. Auch da wurde nach Kräften gedeckelt, geheuchelt und gelogen. Und missbraucht.  </p>
<p>Auch wenn ich mindestens zwei Drittel meines Lebens schon absolviert habe: Ich bin immer wieder aufs Neue entsetzt, wie eklig und widerlich manche Menschen sich verhalten (vor allem im sexuellen Bereich) und auf wie entsetzliche Art sie ihre Macht ausnutzen. So wie sie es z.B. in der Kirche gelernt haben. Oben buckeln, unten treten.</p>
<p>Ich habe mit Hochachtung von den Leuten in Irland gelesen (John Kelly und seine MitstreiterInnen), die mit ihrer Vereinigung &#8220;SOCA&#8221; mit grenzenlosem Mut und viel Energie dafür gesorgt haben, dass Wahrheiten statt Glaubenssätze ausgesprochen wurde und die letztendlich viel Unterstützung in der Bevölkerung bekommen haben. </p>
<p>Sie haben sehr viel bewegt und dafür größte Opfer gebracht. </p>
<p>Ich weiss nicht, ob ich den Mut und die Energie gehabt hätte.<br />
Aber sie dachten an die, die nicht überlebt haben, die sehr krank geworden sind und an die Kinder, die der verlogenen kirchlichen Moral bis vor kurzem automatisch ausgesetzt waren (in den Schulen). </p>
<p>Gut, dass damit Schluss gemacht wurde und die irische Bevölkerung aufgewacht ist. </p>
<p>Den Polen, den Italienern, den Spaniern und anderen Ländern, in denen Kirchen herrschen sind mutige Menschen wie John Kelly nur zu wünschen. </p>
<p>Angelika Oetken, Berlin</p>
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	<item>
		<title>Von: Sieglinde Alexander</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2009/12/03/tsunami-der-schande/comment-page-1/#comment-3969</link>
		<dc:creator>Sieglinde Alexander</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 07:13:37 +0000</pubDate>
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		<description>Seit dem letzten Irland-Bericht vom 28. Nov. 09 sind von dort bereits weitere 80 neue Missbrauchsfälle bekannt geworden (&lt;a href=&quot;http://www.independent.ie/national-news/inquiry-uncovers-80-new-cases-of-abuse-1956991.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;http://www.independent.ie/national-news/inquiry-uncovers-80-new-cases-of-abuse-1956991.html&lt;/a&gt;). Der Erzbischof von Dublin bat die „Gardai“ (irische Polizei) nachzuforschen, ob es einen „paedophile ring“ unter den Priestern gegeben habe.

In diesem Zusammenhang stellt sich nun aber die folgende drängende Frage: Wie handhabt Deutschland die in die Achthunderttausend gehenden Fälle von Misshandlungen und sexuellem Missbrauch in kirchlichen und staatlich geführten Kinder- und Erziehungsheimen der Nachkriegszeit?

Wie viele Hilferufe und Anklagen von in Heimen Traumatisierten wurden damals ebenfalls von Jugendämtern und der Polizei gezielt ignoriert, vertuscht und werden heute noch verschwiegen?

Die kirchlichen Einrichtungen behaupten, es gäbe kaum noch Akten, doch die Akten von Vormundschaften liegen noch bei den Jugendämtern.

Warum wurden die Jugendämter vom Runden Tisch immer noch nicht aufgefordert, die entsprechenden Akten endlich auf den Tisch zu legen? Warum wurde vom Runden Tisch keine Liste der Heime und deren Zöglinge verlangt? Wird auch in Deutschland versucht, die Kirchen zu schützen und die Opfer erneut zu erniedrigen - wie dies in Irland geschah? Wenn nicht, warum hören die Opfer nur vage Lippenbekenntnisse der Kirchen, die bislang keinerlei Konsequenzen haben?

Wie in Irland erlebten Menschen in Deutschland ein ähnlich dramatisches Ausmaß an systematischem, organisiertem sexuellen Missbrauch und Menschenrechtsverletzungen! Warum beteiligen sich andere Bundesländer nicht an der Aufklärung? Haben auch in Deutschland der Staat und die Polizei in ihrer Aufsichtspflicht versagt, die Opfer missachtet und somit die Kirchen geschützt?

All diese unbeantworteten Fragen können nur zur Spekulation einer Vertuschung anregen.

Vielleicht wäre das bislang als zu drastisch gescholtene „Tribunal“ doch eine wirksamere Vorgehensweise, die Nachkriegsschande Deutschlands aufzuklären?
Sollte nun der in Berlin tagende Runde Tisch, dem in Deutschland bezeichnenderweise außer einer sogenannten Wahrheitsfindung ohnehin keinerlei Entscheidungsgewalt zugestanden wird, innerhalb des noch verbleibenden Jahres zu keinem für die Heimkinder akzeptablen Ergebnis kommen und weiterhin seine eher als Verschleierung zu bezeichnende Taktik beibehalten, wird eine Untersuchung wie in Irland nötig sein.

Um die Würde und Menschenrechte aller Misshandelten wieder herzustellen gibt es keinen anderen Weg als die ausnahmslose Aufarbeitung dieser Vergehen; eine angemessene Entschädigung der Opfer wäre dabei das Wenigste.

Die Misshandelten haben keine andere Wahl als das Ziel einer vollständigen Aufklärung zu verfolgen, egal wie lange dieser mühsame Weg noch sein wird - die Wahrheit muss historisch festgehalten werden.

Sieglinde Alexander 
&lt;a href=&quot;http://www.emak.org&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;www.emak.org&lt;/a&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem letzten Irland-Bericht vom 28. Nov. 09 sind von dort bereits weitere 80 neue Missbrauchsfälle bekannt geworden (<a href="http://www.independent.ie/national-news/inquiry-uncovers-80-new-cases-of-abuse-1956991.html" rel="nofollow">http://www.independent.ie/national-news/inquiry-uncovers-80-new-cases-of-abuse-1956991.html</a>). Der Erzbischof von Dublin bat die „Gardai“ (irische Polizei) nachzuforschen, ob es einen „paedophile ring“ unter den Priestern gegeben habe.</p>
<p>In diesem Zusammenhang stellt sich nun aber die folgende drängende Frage: Wie handhabt Deutschland die in die Achthunderttausend gehenden Fälle von Misshandlungen und sexuellem Missbrauch in kirchlichen und staatlich geführten Kinder- und Erziehungsheimen der Nachkriegszeit?</p>
<p>Wie viele Hilferufe und Anklagen von in Heimen Traumatisierten wurden damals ebenfalls von Jugendämtern und der Polizei gezielt ignoriert, vertuscht und werden heute noch verschwiegen?</p>
<p>Die kirchlichen Einrichtungen behaupten, es gäbe kaum noch Akten, doch die Akten von Vormundschaften liegen noch bei den Jugendämtern.</p>
<p>Warum wurden die Jugendämter vom Runden Tisch immer noch nicht aufgefordert, die entsprechenden Akten endlich auf den Tisch zu legen? Warum wurde vom Runden Tisch keine Liste der Heime und deren Zöglinge verlangt? Wird auch in Deutschland versucht, die Kirchen zu schützen und die Opfer erneut zu erniedrigen &#8211; wie dies in Irland geschah? Wenn nicht, warum hören die Opfer nur vage Lippenbekenntnisse der Kirchen, die bislang keinerlei Konsequenzen haben?</p>
<p>Wie in Irland erlebten Menschen in Deutschland ein ähnlich dramatisches Ausmaß an systematischem, organisiertem sexuellen Missbrauch und Menschenrechtsverletzungen! Warum beteiligen sich andere Bundesländer nicht an der Aufklärung? Haben auch in Deutschland der Staat und die Polizei in ihrer Aufsichtspflicht versagt, die Opfer missachtet und somit die Kirchen geschützt?</p>
<p>All diese unbeantworteten Fragen können nur zur Spekulation einer Vertuschung anregen.</p>
<p>Vielleicht wäre das bislang als zu drastisch gescholtene „Tribunal“ doch eine wirksamere Vorgehensweise, die Nachkriegsschande Deutschlands aufzuklären?<br />
Sollte nun der in Berlin tagende Runde Tisch, dem in Deutschland bezeichnenderweise außer einer sogenannten Wahrheitsfindung ohnehin keinerlei Entscheidungsgewalt zugestanden wird, innerhalb des noch verbleibenden Jahres zu keinem für die Heimkinder akzeptablen Ergebnis kommen und weiterhin seine eher als Verschleierung zu bezeichnende Taktik beibehalten, wird eine Untersuchung wie in Irland nötig sein.</p>
<p>Um die Würde und Menschenrechte aller Misshandelten wieder herzustellen gibt es keinen anderen Weg als die ausnahmslose Aufarbeitung dieser Vergehen; eine angemessene Entschädigung der Opfer wäre dabei das Wenigste.</p>
<p>Die Misshandelten haben keine andere Wahl als das Ziel einer vollständigen Aufklärung zu verfolgen, egal wie lange dieser mühsame Weg noch sein wird &#8211; die Wahrheit muss historisch festgehalten werden.</p>
<p>Sieglinde Alexander<br />
<a href="http://www.emak.org" rel="nofollow">http://www.emak.org</a></p>
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