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	<title>Kommentare zu: Die grosse Wut des Volkes</title>
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	<description>netzwerkB ist eine unabhängige Interessenvertretung in der sich Betroffene von sexualisierter Gewalt für die Rechte Betroffener einsetzen.</description>
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		<title>Von: Wilhelm Krämer</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2010/01/18/die-grosse-wut-des-volkes/comment-page-1/#comment-10793</link>
		<dc:creator>Wilhelm Krämer</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 May 2010 10:21:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=732#comment-10793</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr Denef,

Ihnen und Ihren Mitstreitern kann man nur dankbar sein, so mutig auf dem Kirchentag aufgetreten zu sein. Als jemand der in Gewaltfragen mit Kirche ganz besondere Erfahrungen (nicht als Opfer aber im Engagement gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen) gemacht hat und diese vor ca. 20 Jahren thematisiert hat in: 

  &quot;Kirche eine gefährliche Institution für Menschen guten Willens&quot;

Ihnen lasse ich eine Stellungnahme an Bischof Ackermann zugehen.
Normalerweise verwende ich Stellungnahmen außer an den Adressaten nicht - in Ihrem Fall (der schäbigen Behandlung auf dem Kirchentag) ist dies aber mehr als berechtigt.

An Bischof Ackermann

Anmerkungen zum Britta Baas- Tagebuchbericht Kirchentag 2010 in Publik Forum.

1. Ökumene ligth in München ist noch sehr wohlwollend und mild charakterisiert, der Verfasser würde eher sagen der Kirchentag 2010 hat eher das Prädikat: &quot;gewogen und zu leicht befunden&quot;, verdient.

Allein die Tatsache, dass Missbrauchsopfer, besonders auch Herrn Denef in Halle C1, nicht zu Wort gelassen wurde zeigt, alle offiziell kirchlichen Foren und Worte, besonders auch die &quot;fromm emotionalisierten Schuldbekenntnisse&quot;, sind das Papier nicht wert, auf welches sie verfasst wurden und werden.

Im Voraus - mit hohem moralischen Pathos- festzulegen, &quot;man wolle die Opfer vor sich selbst schützen&quot;, zeugt von einem beispiellosen Zynismus und der berüchtigten &quot;Mitleids- Bosheit&quot; der Kirchen die unerträglich ist.

Im Ernstfall zeigt sich &quot;in Kirche&quot; immer wieder: archaischer Corpsgeist in der Führung und Untertanen-Beflissenheit vieler Gläubige in den Gemeinden und der Hierarchie, die schweißt mühe- und nahtlos &quot;Progressive&quot; und Konservative zusammen.

Aber genau das ist das Problem. &quot;Unter die Räder gekommene&quot; Opfer in der Kirche haben -im Gegensatz zu Menschen der Gesellschaft-  kaum Chancen aus &quot;Tälern der Tränen&quot; zu kommen. 

Die Entsprechenden Gleichnisse Jesu helfen seit 2000 Jahren eben nicht -allenfalls in seltenen Fällen- zur Einsicht und zu samaritischem Handeln.


Damit will ich Ihre Bemühungen-in Sachen sexueller Missbrauch nicht gering schätzen. Was aber auch Sie, wie die anderen Podiumsmitglieder mit Herrn Denef gemacht haben, war alles andere als richtig, menschlich angemessen, oder vertretbar, zumal Sie ihr Versprechen gebrochen haben Herr Denef könnte am Podiumsgespräch teilhaben.

Sie und die anderen  Podiumsmitglieder haben Herrn Denef und alle anderen Missbrauchsopfer ein weiteres mal zutiefst verletzt und gedemütigt.

Der gemäß Kirchentagsberichten &quot;rauschende Beifall hätte nicht Herrn Mertes oder Ihnen gebührt, sondern Herrn Denef. Auch Sie und die Vorfeldregie haben ihn statt dessen &quot;abdrängen&quot; lassen.

Es wäre das Mindeste gewesen wenn Sie als Bischof, auch die anderen Teilnehmer, Herrn Denef per Handschlag begrüßt und als Geste christlicher Verbundenheit auch mal in den Arm genommen hätten - so er das  von &quot;Kirchlichen&quot; noch ertragen kann.

Auch  das Publikum  hätte mit  Beifall heilen  können, in erster Linie für Herrn Denef,  in zweiter  Linie vielleicht  für Pater  Mertes.  Aber genau  dies geschah nicht.

Statt dessen wurden die levitischen Deformationen und Unsensibilitäten die die Kirchen in 2000 Jahren in die Seelen der Gläubigen eingeflanzt haben auch hier grausam sichtbar.

Mit freundlichem Gruß

Wilhelm Krämer    

PS: Sehr geehrter Herr Denef,  wenn sie den Erfahrungsbericht Kirche... wünschen lassen Sie mir Ihre E-Mail Adresse zukommen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Denef,</p>
<p>Ihnen und Ihren Mitstreitern kann man nur dankbar sein, so mutig auf dem Kirchentag aufgetreten zu sein. Als jemand der in Gewaltfragen mit Kirche ganz besondere Erfahrungen (nicht als Opfer aber im Engagement gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen) gemacht hat und diese vor ca. 20 Jahren thematisiert hat in: </p>
<p>  &#8220;Kirche eine gefährliche Institution für Menschen guten Willens&#8221;</p>
<p>Ihnen lasse ich eine Stellungnahme an Bischof Ackermann zugehen.<br />
Normalerweise verwende ich Stellungnahmen außer an den Adressaten nicht &#8211; in Ihrem Fall (der schäbigen Behandlung auf dem Kirchentag) ist dies aber mehr als berechtigt.</p>
<p>An Bischof Ackermann</p>
<p>Anmerkungen zum Britta Baas- Tagebuchbericht Kirchentag 2010 in Publik Forum.</p>
<p>1. Ökumene ligth in München ist noch sehr wohlwollend und mild charakterisiert, der Verfasser würde eher sagen der Kirchentag 2010 hat eher das Prädikat: &#8220;gewogen und zu leicht befunden&#8221;, verdient.</p>
<p>Allein die Tatsache, dass Missbrauchsopfer, besonders auch Herrn Denef in Halle C1, nicht zu Wort gelassen wurde zeigt, alle offiziell kirchlichen Foren und Worte, besonders auch die &#8220;fromm emotionalisierten Schuldbekenntnisse&#8221;, sind das Papier nicht wert, auf welches sie verfasst wurden und werden.</p>
<p>Im Voraus &#8211; mit hohem moralischen Pathos- festzulegen, &#8220;man wolle die Opfer vor sich selbst schützen&#8221;, zeugt von einem beispiellosen Zynismus und der berüchtigten &#8220;Mitleids- Bosheit&#8221; der Kirchen die unerträglich ist.</p>
<p>Im Ernstfall zeigt sich &#8220;in Kirche&#8221; immer wieder: archaischer Corpsgeist in der Führung und Untertanen-Beflissenheit vieler Gläubige in den Gemeinden und der Hierarchie, die schweißt mühe- und nahtlos &#8220;Progressive&#8221; und Konservative zusammen.</p>
<p>Aber genau das ist das Problem. &#8220;Unter die Räder gekommene&#8221; Opfer in der Kirche haben -im Gegensatz zu Menschen der Gesellschaft-  kaum Chancen aus &#8220;Tälern der Tränen&#8221; zu kommen. </p>
<p>Die Entsprechenden Gleichnisse Jesu helfen seit 2000 Jahren eben nicht -allenfalls in seltenen Fällen- zur Einsicht und zu samaritischem Handeln.</p>
<p>Damit will ich Ihre Bemühungen-in Sachen sexueller Missbrauch nicht gering schätzen. Was aber auch Sie, wie die anderen Podiumsmitglieder mit Herrn Denef gemacht haben, war alles andere als richtig, menschlich angemessen, oder vertretbar, zumal Sie ihr Versprechen gebrochen haben Herr Denef könnte am Podiumsgespräch teilhaben.</p>
<p>Sie und die anderen  Podiumsmitglieder haben Herrn Denef und alle anderen Missbrauchsopfer ein weiteres mal zutiefst verletzt und gedemütigt.</p>
<p>Der gemäß Kirchentagsberichten &#8220;rauschende Beifall hätte nicht Herrn Mertes oder Ihnen gebührt, sondern Herrn Denef. Auch Sie und die Vorfeldregie haben ihn statt dessen &#8220;abdrängen&#8221; lassen.</p>
<p>Es wäre das Mindeste gewesen wenn Sie als Bischof, auch die anderen Teilnehmer, Herrn Denef per Handschlag begrüßt und als Geste christlicher Verbundenheit auch mal in den Arm genommen hätten &#8211; so er das  von &#8220;Kirchlichen&#8221; noch ertragen kann.</p>
<p>Auch  das Publikum  hätte mit  Beifall heilen  können, in erster Linie für Herrn Denef,  in zweiter  Linie vielleicht  für Pater  Mertes.  Aber genau  dies geschah nicht.</p>
<p>Statt dessen wurden die levitischen Deformationen und Unsensibilitäten die die Kirchen in 2000 Jahren in die Seelen der Gläubigen eingeflanzt haben auch hier grausam sichtbar.</p>
<p>Mit freundlichem Gruß</p>
<p>Wilhelm Krämer    </p>
<p>PS: Sehr geehrter Herr Denef,  wenn sie den Erfahrungsbericht Kirche&#8230; wünschen lassen Sie mir Ihre E-Mail Adresse zukommen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Angelika Oetken</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2010/01/18/die-grosse-wut-des-volkes/comment-page-1/#comment-6268</link>
		<dc:creator>Angelika Oetken</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 19:39:59 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=732#comment-6268</guid>
		<description>Hallo Petra, 
stimme Dir in allem was Du geschrieben hast zu. 

Die Initiative stammt aus der Schweiz, auch dort verjährt Mord nicht. 

Was mir aber immer klarer wird, je länger und intensiver ich mich mit dem Thema &quot;sexuelle Misshandlung&quot; beschäftige ist, dass es derart eng mit &quot;Sexualität und Gesellschaft&quot; verwoben ist, dass man immer dann, wenn man konfrontiert oder dafür sorgt, dass Wahrheit statt Mythos verbreitet wird, auch ganz nah an der alltäglichen Verdrängung, Verfälschung und den vielen Lebenslügen dran ist, die dem Thema &quot;Sexualität&quot; zusammen hängen. 

Ein Beispiel: Ich erinnere mich, dass in meiner Kindheit (Mitte 70er Jahre) über einige spektakuläre Fälle von Kindesmissbrauch und Kindermorden sehr emotional in den Medien berichtet wurde und ich weiß noch ganz genau, dass die Erwachsenen in meinem Umfeld die Todesstrafe für &quot;solche&quot; forderten. 

Was mir damals schon eigenartig vorkam, war, dass die, die am lautesten schrieen dieselben waren, die mir und anderen Mädchen und Jungen gegenüber anzüglich und übergriffig agierten und z.B. entweder Gewalt gegen ihre Partnerinnen ausübten oder eben - als Frauen - von Gewalt - sicherlich auch sexueller - betroffen waren. 
Das habe ich dann nach und nach rausgekriegt. 

Die ganzen emotionalen &quot;Über-Reaktionen dienen eigentlich nur der Gefühlsregulation von Menschen, die mit den Widersprüchen in ihrem Leben, was ihre Sexualität angeht, nicht umgehen können und die sexuelle, gesellschaftliche Realität leugnen. 

Wer das mal testen will - im Freundeskreis zu einer Diskussion anregen: Gibt es eine typisch männliche und typisch weibliche Sexualität? Was ist ein &quot;richtiger Mann”, was eine &quot;richtige Frau&quot; tut’s auch schon. 
Oder - persönlicher: Bist Du schon mal sexuell bedrängt worden, bzw. was wäre für Dich sexuelle Nötigung?

Spannend was da so alles an Meinungen zusammenkommt und wie viele Widersprüche sich ergeben. 

Kaum einer will wahrhaben, dass sexuelle Übergriffe, Gewalt und Misshandlung ganz nah an ihm dran sind, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und eigentlich ein fester Bestandteil unserer sexuellen Kultur sind - wenn auch ein besonders unguter. 

Vielleicht werden einige an eigene, &quot;pädophilie&quot; Impulse oder Taten erinnert, die verdrängt werden müssen, oder daran, dass man &quot;eigentlich&quot; &quot;dazu&quot; (nämlich Sex) gar keine Lust mehr hat und sich &quot;genötigt&quot; fühlt vom Partner - aber zu feige ist, Konsequenzen zu ziehen ?

Oder - diesen Partner, der im Keller heimlich Pornos guckt in Verdacht hat, dass da auch &quot;Kinderpornos&quot; und &quot;Gewaltpornos&quot; dabei sind - und nun im Unschluss ist, ob man ihn zur Rede stellt? Wo man doch das Haus noch abbezahlen muss und man doch drei Kinder hat und überhaupt? 

Schon im allernächsten Umfeld ist soviel Zivilcourage gefordert, wenn man tatsächlich mit offenen Augen durch die Welt geht (u.a. was das Thema Sexualität angeht), dass die meisten Menschen da wohl überfordert sind. 

Denn das betrifft ja nicht &quot;irgendein Kind&quot; sondern sie selbst. Dann wird’s unter Umständen richtig unbequem. 

Insofern kann ich die Kritik an solchen Bürgerinitiativen auch nachvollziehen. 

Denke, mit der Einstellung &quot;erstmal vor der eigenen Tür kehren&quot; kann man auch viel ausrichten. 

Im besten Falle führen diese Initiativen dazu, dass mehr Leute über sich, ihre Sexualität und Gewalt in ihrem näheren Umfeld nachdenken. 

Grüße von 
Angelika Oetken, Berlin
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Petra,<br />
stimme Dir in allem was Du geschrieben hast zu. </p>
<p>Die Initiative stammt aus der Schweiz, auch dort verjährt Mord nicht. </p>
<p>Was mir aber immer klarer wird, je länger und intensiver ich mich mit dem Thema &#8220;sexuelle Misshandlung&#8221; beschäftige ist, dass es derart eng mit &#8220;Sexualität und Gesellschaft&#8221; verwoben ist, dass man immer dann, wenn man konfrontiert oder dafür sorgt, dass Wahrheit statt Mythos verbreitet wird, auch ganz nah an der alltäglichen Verdrängung, Verfälschung und den vielen Lebenslügen dran ist, die dem Thema &#8220;Sexualität&#8221; zusammen hängen. </p>
<p>Ein Beispiel: Ich erinnere mich, dass in meiner Kindheit (Mitte 70er Jahre) über einige spektakuläre Fälle von Kindesmissbrauch und Kindermorden sehr emotional in den Medien berichtet wurde und ich weiß noch ganz genau, dass die Erwachsenen in meinem Umfeld die Todesstrafe für &#8220;solche&#8221; forderten. </p>
<p>Was mir damals schon eigenartig vorkam, war, dass die, die am lautesten schrieen dieselben waren, die mir und anderen Mädchen und Jungen gegenüber anzüglich und übergriffig agierten und z.B. entweder Gewalt gegen ihre Partnerinnen ausübten oder eben &#8211; als Frauen &#8211; von Gewalt &#8211; sicherlich auch sexueller &#8211; betroffen waren.<br />
Das habe ich dann nach und nach rausgekriegt. </p>
<p>Die ganzen emotionalen &#8220;Über-Reaktionen dienen eigentlich nur der Gefühlsregulation von Menschen, die mit den Widersprüchen in ihrem Leben, was ihre Sexualität angeht, nicht umgehen können und die sexuelle, gesellschaftliche Realität leugnen. </p>
<p>Wer das mal testen will &#8211; im Freundeskreis zu einer Diskussion anregen: Gibt es eine typisch männliche und typisch weibliche Sexualität? Was ist ein &#8220;richtiger Mann”, was eine &#8220;richtige Frau&#8221; tut’s auch schon.<br />
Oder &#8211; persönlicher: Bist Du schon mal sexuell bedrängt worden, bzw. was wäre für Dich sexuelle Nötigung?</p>
<p>Spannend was da so alles an Meinungen zusammenkommt und wie viele Widersprüche sich ergeben. </p>
<p>Kaum einer will wahrhaben, dass sexuelle Übergriffe, Gewalt und Misshandlung ganz nah an ihm dran sind, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und eigentlich ein fester Bestandteil unserer sexuellen Kultur sind &#8211; wenn auch ein besonders unguter. </p>
<p>Vielleicht werden einige an eigene, &#8220;pädophilie&#8221; Impulse oder Taten erinnert, die verdrängt werden müssen, oder daran, dass man &#8220;eigentlich&#8221; &#8220;dazu&#8221; (nämlich Sex) gar keine Lust mehr hat und sich &#8220;genötigt&#8221; fühlt vom Partner &#8211; aber zu feige ist, Konsequenzen zu ziehen ?</p>
<p>Oder &#8211; diesen Partner, der im Keller heimlich Pornos guckt in Verdacht hat, dass da auch &#8220;Kinderpornos&#8221; und &#8220;Gewaltpornos&#8221; dabei sind &#8211; und nun im Unschluss ist, ob man ihn zur Rede stellt? Wo man doch das Haus noch abbezahlen muss und man doch drei Kinder hat und überhaupt? </p>
<p>Schon im allernächsten Umfeld ist soviel Zivilcourage gefordert, wenn man tatsächlich mit offenen Augen durch die Welt geht (u.a. was das Thema Sexualität angeht), dass die meisten Menschen da wohl überfordert sind. </p>
<p>Denn das betrifft ja nicht &#8220;irgendein Kind&#8221; sondern sie selbst. Dann wird’s unter Umständen richtig unbequem. </p>
<p>Insofern kann ich die Kritik an solchen Bürgerinitiativen auch nachvollziehen. </p>
<p>Denke, mit der Einstellung &#8220;erstmal vor der eigenen Tür kehren&#8221; kann man auch viel ausrichten. </p>
<p>Im besten Falle führen diese Initiativen dazu, dass mehr Leute über sich, ihre Sexualität und Gewalt in ihrem näheren Umfeld nachdenken. </p>
<p>Grüße von<br />
Angelika Oetken, Berlin</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Petra</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2010/01/18/die-grosse-wut-des-volkes/comment-page-1/#comment-6243</link>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 10:27:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=732#comment-6243</guid>
		<description>Aus der Fülle dieser teils Mut machenden (Initiative Marche Blanche, andere erwähnte Opferhilfestellen), teils ernüchternden Informationen möchte ich fürs Erste folgende Zitate von Christian Schwarzenegger hervorheben - SO denken JuristInnen, PolitikerInnen, TherapeutInnen, &quot;Fachleute&quot;, Nichtfachleute, und viele mehr:

Zitat: &quot;Zudem würden zwei Straftatbestände in unzulässiger Weise vermischt: sexuelle Handlungen mit Kindern und Kinderpornografie.&quot;

- &quot;Kinderpornografie&quot; IST &quot;sexuelle Handlungen mit Kindern&quot;!!!!!!!!!! Und diese Aussage ein typisches Beispiel für die Auswirkungen von bagatellisierendem Sprachgebrauch: dieser benennt (wie Monika Gerstendörfer in ihrem Buch „Der verlorene Kampf um die Wörter“ darstellt) nicht wirklich, was genau mit dem Opfer geschieht und worin genau die Tat besteht. Bei „Kinderpornografie“ beispielsweise wird nichts gespielt (wie von SchauspielerInnen in Pornos), sondern schlicht sexualisierte Folter an Kindern durchgeführt, dazu noch gefilmt und anschließend mit gutem Gewinn vermarktet. 

Zitat: &quot;Schwerstverbrechen wie Mord würden verjähren, sexuelle Handlungen mit Kindern aber nicht.&quot;

- Auch diese Aussage macht deutlich, wie DRINGEND notwendig eine Diskussion über die LEBENSLANGEN FOLGEN von erlebter sexualisierter Gewalt in der Kindheit ist!!! &quot;Sexuelle Handlungen mit Kindern&quot; sind SeelenMORD (siehe Ursula Wirtz u.a.). Und daher ist es absolut gerechtfertigt, dass sie entsprechend geahndet werden.

Mal abgesehen davon, das Mord meines Wissens nach nie verjährt...???

Zitat: &quot;Schwieriger wird gleichzeitig aber auch der Nachweis von entlastenden Tatsachen.&quot;

- Welche &quot;entlastenden Tatsachen&quot;??? WAS kann zur &quot;Entlastung&quot; eines Täters WIRKLICH Gültigkeit haben?? 

Geistige Behinderung? Okay - ist aber bei der überwiegenden Zahl der Täter nicht diagnostiziert (auch nicht wahrscheinlich, auch wenn man es sarkastischerweise gerne unterstellen möchte). 

&quot;Schwere Kindheit&quot;? Okay - aber das gibt NIEMANDEM das Recht, anderen Menschen Schaden zuzufügen, deshalb hat auch jemand mit einer &quot;schweren Kindheit&quot; für Rechtsbrüche, Gewaltanwendung etc. die Verantwortung zu übernehmen!

Von so abstrusen &quot;entlastenden Tatsachen&quot; wie &quot;Partnerin hat sich verweigert&quot;, &quot;Kind hat verführt&quot;, &quot;Kind hat sich nicht gewehrt&quot;, &quot;Kind brauchte Liebe&quot; usw. will ich auf dieser Seite gar nicht anfangen.

Allein diese drei Zitate zeigen aber, wie weit entfernt die &quot;Welt da draußen&quot; noch von den Tatsachen, von den TATSÄCHLICH AN KINDERN AUSGEÜBTEN GEWALTHANDLUNGEN und ihren lebenslangen Folgen ist.

Sie zeigen - wie schon gesagt - wie dringend notwendig es ist, die WAHRHEIT über sexualisierte Gewalt an Kindern und ihre Folgen an die Öffentlichkeit zu bringen!

Und was daraus auch wieder einmal deutlich wird: Mit dem Vorwurf, wir Überlebenden wollten nur &quot;Rache&quot; üben, werden wieder einmal die Rollen verdreht und sollen wieder einmal den Überlebenden die Münder verschlossen werden. 

WIR sollen diejenigen mit den &quot;niedrigen Instinkten&quot; (Rachebedürfnis) sein, an UNS wird (implizit) die Forderung gestellt, nicht &quot;so&quot; zu sein. 

Was für ein verqueres Denken herrscht nur in unserem Land (und nicht nur hier)??? 

Es ist verboten, Kinder mittels sexueller Handlungen und Gewalt zur Befriedigung eigener Macht- und Triebbedürfnisse zu benutzen. Dagegen wird hier in diesem Land landauf, landab verstoßen, aber es gibt keinerlei ernsthafter Bemühungen, das Recht von Kindern auf Schutz vor solcherlei Handlungen, bzw. die Bestrafung von Tätern durchzusetzen.

Dagegen wird Überlebenden vorgehalten, sie würden &quot;nur&quot; persönliche &quot;Rache&quot; üben, wenn sie GERECHTIGKEIT laut einfordern. 

Schon mal was von &quot;Auge um Auge, Zahn um Zahn&quot; gehört?? 

DAS ist GERECHTIGKEIT. 

Das ist NICHT &quot;Rache&quot; - wird aber leider viel zu häufig damit gleichgesetzt.

Ich will ja fürs &quot;Auge&quot; nicht ein Bein oder gar das Leben. Ich will fürs Auge ein Auge. 

Im Übertragenen Sinn: Dass mein Leben so schwer beschädigt wurde, teilweise bestimmte UNWIDERRUFLICHE genetische (!!!), neuronale (!!!), immunologische (!!!), psychische (!!!), soziale (!!!), finanzielle (!!!) UND körperliche (!!!) Folgen für mich hat, RECHTFERTIGT EINEN GERECHTEN AUSGLEICH.

Auch nach unseren Gesetzen.

Und damit das überhaupt mal &quot;da draußen&quot; verstanden wird, müssen wir die Kommunikation über die FOLGEN von sexualisierter Gewalt gegen Kinder in JEDE RICHTUNG aufnehmen!

Und uns nicht mehr beschämen lassen als &quot;bloß Rache verüben Wollende&quot;. 

Und uns auch nicht mehr von irgendwelchen so genannten &quot;Fachleuten&quot;, ob Rechtsverdreher oder Psychotherapiebenötiger (mit &quot;Psychotherapiebenötiger&quot; meine ich PsychotherapeutInnen, die die Psychotherapie als berufliches Gerippe benötigen, um mit ihren eigenen Problemen klarzukommen) damit beiseite schieben lassen, dass sie uns unterstellen, wir wären zu beschränkt, um das &quot;ganze Rechtliche&quot; zu überblicken, wir könnten nicht erkennen, welche &quot;unabsehbare Folgen für das gesamte Rechtssystem&quot; unsere Forderung nach einer Abschaffung der Verjährungsfrist für pädosexuelle Gewalttäter hätte.

Es ist genau andersherum: IHR überblickt nicht, was es wirklich bedeutet, Überlebende von sexualisierter Gewalt in der Kindheit zu sein! 

Aber das werden wir ändern.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der Fülle dieser teils Mut machenden (Initiative Marche Blanche, andere erwähnte Opferhilfestellen), teils ernüchternden Informationen möchte ich fürs Erste folgende Zitate von Christian Schwarzenegger hervorheben &#8211; SO denken JuristInnen, PolitikerInnen, TherapeutInnen, &#8220;Fachleute&#8221;, Nichtfachleute, und viele mehr:</p>
<p>Zitat: &#8220;Zudem würden zwei Straftatbestände in unzulässiger Weise vermischt: sexuelle Handlungen mit Kindern und Kinderpornografie.&#8221;</p>
<p>- &#8220;Kinderpornografie&#8221; IST &#8220;sexuelle Handlungen mit Kindern&#8221;!!!!!!!!!! Und diese Aussage ein typisches Beispiel für die Auswirkungen von bagatellisierendem Sprachgebrauch: dieser benennt (wie Monika Gerstendörfer in ihrem Buch „Der verlorene Kampf um die Wörter“ darstellt) nicht wirklich, was genau mit dem Opfer geschieht und worin genau die Tat besteht. Bei „Kinderpornografie“ beispielsweise wird nichts gespielt (wie von SchauspielerInnen in Pornos), sondern schlicht sexualisierte Folter an Kindern durchgeführt, dazu noch gefilmt und anschließend mit gutem Gewinn vermarktet. </p>
<p>Zitat: &#8220;Schwerstverbrechen wie Mord würden verjähren, sexuelle Handlungen mit Kindern aber nicht.&#8221;</p>
<p>- Auch diese Aussage macht deutlich, wie DRINGEND notwendig eine Diskussion über die LEBENSLANGEN FOLGEN von erlebter sexualisierter Gewalt in der Kindheit ist!!! &#8220;Sexuelle Handlungen mit Kindern&#8221; sind SeelenMORD (siehe Ursula Wirtz u.a.). Und daher ist es absolut gerechtfertigt, dass sie entsprechend geahndet werden.</p>
<p>Mal abgesehen davon, das Mord meines Wissens nach nie verjährt&#8230;???</p>
<p>Zitat: &#8220;Schwieriger wird gleichzeitig aber auch der Nachweis von entlastenden Tatsachen.&#8221;</p>
<p>- Welche &#8220;entlastenden Tatsachen&#8221;??? WAS kann zur &#8220;Entlastung&#8221; eines Täters WIRKLICH Gültigkeit haben?? </p>
<p>Geistige Behinderung? Okay &#8211; ist aber bei der überwiegenden Zahl der Täter nicht diagnostiziert (auch nicht wahrscheinlich, auch wenn man es sarkastischerweise gerne unterstellen möchte). </p>
<p>&#8220;Schwere Kindheit&#8221;? Okay &#8211; aber das gibt NIEMANDEM das Recht, anderen Menschen Schaden zuzufügen, deshalb hat auch jemand mit einer &#8220;schweren Kindheit&#8221; für Rechtsbrüche, Gewaltanwendung etc. die Verantwortung zu übernehmen!</p>
<p>Von so abstrusen &#8220;entlastenden Tatsachen&#8221; wie &#8220;Partnerin hat sich verweigert&#8221;, &#8220;Kind hat verführt&#8221;, &#8220;Kind hat sich nicht gewehrt&#8221;, &#8220;Kind brauchte Liebe&#8221; usw. will ich auf dieser Seite gar nicht anfangen.</p>
<p>Allein diese drei Zitate zeigen aber, wie weit entfernt die &#8220;Welt da draußen&#8221; noch von den Tatsachen, von den TATSÄCHLICH AN KINDERN AUSGEÜBTEN GEWALTHANDLUNGEN und ihren lebenslangen Folgen ist.</p>
<p>Sie zeigen &#8211; wie schon gesagt &#8211; wie dringend notwendig es ist, die WAHRHEIT über sexualisierte Gewalt an Kindern und ihre Folgen an die Öffentlichkeit zu bringen!</p>
<p>Und was daraus auch wieder einmal deutlich wird: Mit dem Vorwurf, wir Überlebenden wollten nur &#8220;Rache&#8221; üben, werden wieder einmal die Rollen verdreht und sollen wieder einmal den Überlebenden die Münder verschlossen werden. </p>
<p>WIR sollen diejenigen mit den &#8220;niedrigen Instinkten&#8221; (Rachebedürfnis) sein, an UNS wird (implizit) die Forderung gestellt, nicht &#8220;so&#8221; zu sein. </p>
<p>Was für ein verqueres Denken herrscht nur in unserem Land (und nicht nur hier)??? </p>
<p>Es ist verboten, Kinder mittels sexueller Handlungen und Gewalt zur Befriedigung eigener Macht- und Triebbedürfnisse zu benutzen. Dagegen wird hier in diesem Land landauf, landab verstoßen, aber es gibt keinerlei ernsthafter Bemühungen, das Recht von Kindern auf Schutz vor solcherlei Handlungen, bzw. die Bestrafung von Tätern durchzusetzen.</p>
<p>Dagegen wird Überlebenden vorgehalten, sie würden &#8220;nur&#8221; persönliche &#8220;Rache&#8221; üben, wenn sie GERECHTIGKEIT laut einfordern. </p>
<p>Schon mal was von &#8220;Auge um Auge, Zahn um Zahn&#8221; gehört?? </p>
<p>DAS ist GERECHTIGKEIT. </p>
<p>Das ist NICHT &#8220;Rache&#8221; &#8211; wird aber leider viel zu häufig damit gleichgesetzt.</p>
<p>Ich will ja fürs &#8220;Auge&#8221; nicht ein Bein oder gar das Leben. Ich will fürs Auge ein Auge. </p>
<p>Im Übertragenen Sinn: Dass mein Leben so schwer beschädigt wurde, teilweise bestimmte UNWIDERRUFLICHE genetische (!!!), neuronale (!!!), immunologische (!!!), psychische (!!!), soziale (!!!), finanzielle (!!!) UND körperliche (!!!) Folgen für mich hat, RECHTFERTIGT EINEN GERECHTEN AUSGLEICH.</p>
<p>Auch nach unseren Gesetzen.</p>
<p>Und damit das überhaupt mal &#8220;da draußen&#8221; verstanden wird, müssen wir die Kommunikation über die FOLGEN von sexualisierter Gewalt gegen Kinder in JEDE RICHTUNG aufnehmen!</p>
<p>Und uns nicht mehr beschämen lassen als &#8220;bloß Rache verüben Wollende&#8221;. </p>
<p>Und uns auch nicht mehr von irgendwelchen so genannten &#8220;Fachleuten&#8221;, ob Rechtsverdreher oder Psychotherapiebenötiger (mit &#8220;Psychotherapiebenötiger&#8221; meine ich PsychotherapeutInnen, die die Psychotherapie als berufliches Gerippe benötigen, um mit ihren eigenen Problemen klarzukommen) damit beiseite schieben lassen, dass sie uns unterstellen, wir wären zu beschränkt, um das &#8220;ganze Rechtliche&#8221; zu überblicken, wir könnten nicht erkennen, welche &#8220;unabsehbare Folgen für das gesamte Rechtssystem&#8221; unsere Forderung nach einer Abschaffung der Verjährungsfrist für pädosexuelle Gewalttäter hätte.</p>
<p>Es ist genau andersherum: IHR überblickt nicht, was es wirklich bedeutet, Überlebende von sexualisierter Gewalt in der Kindheit zu sein! </p>
<p>Aber das werden wir ändern.</p>
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