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	<title>Kommentare zu: Leute, erzählt Eure Lebensgeschichte</title>
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	<description>netzwerkB ist eine unabhängige Interessenvertretung in der sich Betroffene von sexualisierter Gewalt für die Rechte Betroffener einsetzen.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 22 May 2012 18:20:16 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Von: Angelika Oetken</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2010/02/04/leute-erzahlt-eure-lebensgeschichte/comment-page-1/#comment-8165</link>
		<dc:creator>Angelika Oetken</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 20:28:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=1047#comment-8165</guid>
		<description>Liebe Daniela B. und alle anderen, denen &quot;nicht geglaubt&quot; wird,

ich bereite gerade einen Artikel zum Thema &quot;Verdrängen&quot; vor und bin deshalb gerade ziemlich tief in dieses Thema eingetaucht. 

Hier eine erste kleine Auswertung: 

Mir ist beim Bearbeiten der Quellen einiges klar geworden. Da ich versucht habe, alle Facetten und seriösen Meinungen dazu zu berücksichtigen, bin ich auch auf manchen - scheinbaren - Widerspruch gestoßen. 

Zum Beispiel darauf, daß Angehörige, obwohl man ihnen nachweisen kann, daß sie genau wissen, was passiert ist, Betroffene der Lüge bezichtigen oder ihnen Übertreibung unterstellen. 

Für Betroffene ist das natürlich eine Katastrophe, eine Ausgrenzung und sehr, sehr traurig. 

Aus der Perspektive von Angehörigen und Mitwissern und aber eine vollkommen logische Handlung. 

Sie erleben sich als hilflos und überfordert. Für viele wiederholt sich eine eigene Erfahrung. Von menschlicher Größe und Reife würde in so einem Fall zeugen, sich zum eigenen Versagen zu bekennen, die Ambivalenzen als Angehöriger auszuhalten und zu verarbeiten.
Statt sich mit einer Tat auseinanderzusetzen und die &quot;Tat-Sache&quot; des Mißbrauch anzuschauen und zu bewerten, wird entweder das &quot;Opfer&quot; ausgegrenzt (und damit die eigene Mitschuld verdrängt) oder der Täter insgesamt dämonisiert und abgewertet (&quot;verdammt&quot;. 
Es wird nicht &quot;sachlich&quot; und vernünftig reagiert, sondern impulsiv. 

Viele Menschen schaffen es offenbar nicht, Verantwortung zu übernehmen für eigene Fehler. 

Dabei ist sexuelle Übergriffigkeit sehr weit verbreitet. Man kann dem Thema eigentlich als sexuell aktiver Erwachsener gar nicht entgehen. 

Es geht uns alle an, aber es wird so getan, als handele es sich um ein ganz seltenes Vergehen, daß nur bestimmte Gruppen betrifft. 

Natürlich großer Humbug - Kollektive Augenwischerei !
Sexualmythologie könnte man es auch nennen. 


Ich weiß, daß es schwer umzusetzen und für viele auch schwer zu ertragen ist : 

Aber - von solchen Menschen, wie den Angehörigen, die die meisten hier vorstellen und beschreiben, kann man nicht viel erwarten. Sie sind schwach, überfordert, oftmals agieren sie eigene Aggressionen am mißbrauchten Angehörigen ab. 

Ein wichtiger Schritt ist es, sich als Betroffener von solchen Angehörigen frei zu machen. Wer von Menschen, die so empfinden und handeln Einsicht erwartet oder erhofft, wird mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Der erfolgversprechendste Umgang ist eigentlich, Öffentlichkeit herzustellen (wohlmeinende Menschen ins Vertrauen ziehen) und deutlich Grenzen zu ziehen (z.B. durch ein Reduzieren oder Aussetzen der Kontakte).  

Unterstützung, Verständnis, Mut und Klarheit scheint im Zusammenhang mit dem Thema &quot;Mißbrauch&quot; die Ausnahme zu sein. 
So etwas ist doch absolut traurig. 

Ich hoffe und glaube, daß wir hier durch unser gemeinsames Engagement zu einer Veränderung beitragen. 

Nicht daß bestimmte Menschen ausgegrenzt werden, sondern bestimmte Verhaltensweisen für unerwünscht erklärt werden und darüber auch Konsens herrscht. 

Ich denke, wir sind auf dem besten Wege. 

Angelika Oetken, Berlin</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Daniela B. und alle anderen, denen &#8220;nicht geglaubt&#8221; wird,</p>
<p>ich bereite gerade einen Artikel zum Thema &#8220;Verdrängen&#8221; vor und bin deshalb gerade ziemlich tief in dieses Thema eingetaucht. </p>
<p>Hier eine erste kleine Auswertung: </p>
<p>Mir ist beim Bearbeiten der Quellen einiges klar geworden. Da ich versucht habe, alle Facetten und seriösen Meinungen dazu zu berücksichtigen, bin ich auch auf manchen &#8211; scheinbaren &#8211; Widerspruch gestoßen. </p>
<p>Zum Beispiel darauf, daß Angehörige, obwohl man ihnen nachweisen kann, daß sie genau wissen, was passiert ist, Betroffene der Lüge bezichtigen oder ihnen Übertreibung unterstellen. </p>
<p>Für Betroffene ist das natürlich eine Katastrophe, eine Ausgrenzung und sehr, sehr traurig. </p>
<p>Aus der Perspektive von Angehörigen und Mitwissern und aber eine vollkommen logische Handlung. </p>
<p>Sie erleben sich als hilflos und überfordert. Für viele wiederholt sich eine eigene Erfahrung. Von menschlicher Größe und Reife würde in so einem Fall zeugen, sich zum eigenen Versagen zu bekennen, die Ambivalenzen als Angehöriger auszuhalten und zu verarbeiten.<br />
Statt sich mit einer Tat auseinanderzusetzen und die &#8220;Tat-Sache&#8221; des Mißbrauch anzuschauen und zu bewerten, wird entweder das &#8220;Opfer&#8221; ausgegrenzt (und damit die eigene Mitschuld verdrängt) oder der Täter insgesamt dämonisiert und abgewertet (&#8220;verdammt&#8221;.<br />
Es wird nicht &#8220;sachlich&#8221; und vernünftig reagiert, sondern impulsiv. </p>
<p>Viele Menschen schaffen es offenbar nicht, Verantwortung zu übernehmen für eigene Fehler. </p>
<p>Dabei ist sexuelle Übergriffigkeit sehr weit verbreitet. Man kann dem Thema eigentlich als sexuell aktiver Erwachsener gar nicht entgehen. </p>
<p>Es geht uns alle an, aber es wird so getan, als handele es sich um ein ganz seltenes Vergehen, daß nur bestimmte Gruppen betrifft. </p>
<p>Natürlich großer Humbug &#8211; Kollektive Augenwischerei !<br />
Sexualmythologie könnte man es auch nennen. </p>
<p>Ich weiß, daß es schwer umzusetzen und für viele auch schwer zu ertragen ist : </p>
<p>Aber &#8211; von solchen Menschen, wie den Angehörigen, die die meisten hier vorstellen und beschreiben, kann man nicht viel erwarten. Sie sind schwach, überfordert, oftmals agieren sie eigene Aggressionen am mißbrauchten Angehörigen ab. </p>
<p>Ein wichtiger Schritt ist es, sich als Betroffener von solchen Angehörigen frei zu machen. Wer von Menschen, die so empfinden und handeln Einsicht erwartet oder erhofft, wird mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Der erfolgversprechendste Umgang ist eigentlich, Öffentlichkeit herzustellen (wohlmeinende Menschen ins Vertrauen ziehen) und deutlich Grenzen zu ziehen (z.B. durch ein Reduzieren oder Aussetzen der Kontakte).  </p>
<p>Unterstützung, Verständnis, Mut und Klarheit scheint im Zusammenhang mit dem Thema &#8220;Mißbrauch&#8221; die Ausnahme zu sein.<br />
So etwas ist doch absolut traurig. </p>
<p>Ich hoffe und glaube, daß wir hier durch unser gemeinsames Engagement zu einer Veränderung beitragen. </p>
<p>Nicht daß bestimmte Menschen ausgegrenzt werden, sondern bestimmte Verhaltensweisen für unerwünscht erklärt werden und darüber auch Konsens herrscht. </p>
<p>Ich denke, wir sind auf dem besten Wege. </p>
<p>Angelika Oetken, Berlin</p>
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	<item>
		<title>Von: Daniela B.</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2010/02/04/leute-erzahlt-eure-lebensgeschichte/comment-page-1/#comment-8161</link>
		<dc:creator>Daniela B.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 19:48:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=1047#comment-8161</guid>
		<description>Finde ich auch klasse, dass Ihr zu Eurerer Tochter steht.Meine Familie steht zum Täter,meinem Bruder.
Es hilft ihr sicherlich ein wenig.Es ist einfach grausam,wenn einem nicht geglaubt wird und das von der Familie.Wenn man darüber reden will, heißt es davon will ich nichts hören.
Auf einen Therapieplatz warte ich schon seit fast einem Jahr und es ist immer noch nichts in Sicht,wann ich überhaupt dran komme.LEIDER!
Wenn man sich helfen lassen will und man bekommt keine Hilfe.Einfach schrecklich!!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Finde ich auch klasse, dass Ihr zu Eurerer Tochter steht.Meine Familie steht zum Täter,meinem Bruder.<br />
Es hilft ihr sicherlich ein wenig.Es ist einfach grausam,wenn einem nicht geglaubt wird und das von der Familie.Wenn man darüber reden will, heißt es davon will ich nichts hören.<br />
Auf einen Therapieplatz warte ich schon seit fast einem Jahr und es ist immer noch nichts in Sicht,wann ich überhaupt dran komme.LEIDER!<br />
Wenn man sich helfen lassen will und man bekommt keine Hilfe.Einfach schrecklich!!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Willi Schewski</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2010/02/04/leute-erzahlt-eure-lebensgeschichte/comment-page-1/#comment-6969</link>
		<dc:creator>Willi Schewski</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 17:01:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=1047#comment-6969</guid>
		<description>&quot;...Ich glaube, wenn das erst mal raus ist, dann findet sich immer jemand, der einem zuhört und hilft und Euch auch glaubt!!!! Und Euch wird das Reden gut tun...&quot;

Wer´s glaubt wird seelig! Kompetente Hilfe zu finden ist wie die Suche in einem Heuhaufen voller Leute, die lügen, abwiegeln und alles abstreiten. Ein Veröffentlichung mag zwar ein erster Schritt sein, aber gleich an die richtigen Leute zu kommen (Therapeuten, Kripobeamten, Rechtsanwälte). Ich suche seit 25 Jahren kompetente Hilfe, hab mit Hunderten Leuten gesprochen. mit Hunderte Therapeuten, Ärzten ... es interessiert den Leuten nicht &quot;das da was in der Kindheit geschah&quot; ... ob es sich mal bessert ... ich bin da pessimistisch. Soweit meine Erfahrung, ob sich die mit anderen deckt, kann ich nicht beurteilen. Ihnen jedenfalls alles Gute!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;&#8230;Ich glaube, wenn das erst mal raus ist, dann findet sich immer jemand, der einem zuhört und hilft und Euch auch glaubt!!!! Und Euch wird das Reden gut tun&#8230;&#8221;</p>
<p>Wer´s glaubt wird seelig! Kompetente Hilfe zu finden ist wie die Suche in einem Heuhaufen voller Leute, die lügen, abwiegeln und alles abstreiten. Ein Veröffentlichung mag zwar ein erster Schritt sein, aber gleich an die richtigen Leute zu kommen (Therapeuten, Kripobeamten, Rechtsanwälte). Ich suche seit 25 Jahren kompetente Hilfe, hab mit Hunderten Leuten gesprochen. mit Hunderte Therapeuten, Ärzten &#8230; es interessiert den Leuten nicht &#8220;das da was in der Kindheit geschah&#8221; &#8230; ob es sich mal bessert &#8230; ich bin da pessimistisch. Soweit meine Erfahrung, ob sich die mit anderen deckt, kann ich nicht beurteilen. Ihnen jedenfalls alles Gute!</p>
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		<title>Von: Lena</title>
		<link>http://netzwerkb.org/2010/02/04/leute-erzahlt-eure-lebensgeschichte/comment-page-1/#comment-6966</link>
		<dc:creator>Lena</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 16:29:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://norbert.denef.com/?p=1047#comment-6966</guid>
		<description>Super, dass Ihr Eurer Tochter sofort geglaubt habt. Das ist eher selten. Bei mir war es so, dass meine Eltern und der Rest der Verwandschaft sich hinter den Täter, den Bruder meines Vaters, gestellt haben. Obwohl sie selbst immer erzählt haben, wie verstört ich war, als ich als Kind von einem Aufenthalt bei diesem Onkel zurückkam und obwohl ich von dem Moment der Rückkehr an körperliche Beschwerden hatte. 

Ich hoffe, Eure Tochter hat eine/n gute/n Traumatherapeuten/tin gefunden und dass es ihr und Euch gut gelingt, das Ganze zu verarbeiten.

Es wäre schön, wenn alle Eltern / Verwandten soviel innere Stärke hätten wie Ihr, sich dem Schrecken zu stellen und zu den Opfern zu halten.

Alles Gute,

Lena</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Super, dass Ihr Eurer Tochter sofort geglaubt habt. Das ist eher selten. Bei mir war es so, dass meine Eltern und der Rest der Verwandschaft sich hinter den Täter, den Bruder meines Vaters, gestellt haben. Obwohl sie selbst immer erzählt haben, wie verstört ich war, als ich als Kind von einem Aufenthalt bei diesem Onkel zurückkam und obwohl ich von dem Moment der Rückkehr an körperliche Beschwerden hatte. </p>
<p>Ich hoffe, Eure Tochter hat eine/n gute/n Traumatherapeuten/tin gefunden und dass es ihr und Euch gut gelingt, das Ganze zu verarbeiten.</p>
<p>Es wäre schön, wenn alle Eltern / Verwandten soviel innere Stärke hätten wie Ihr, sich dem Schrecken zu stellen und zu den Opfern zu halten.</p>
<p>Alles Gute,</p>
<p>Lena</p>
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