Ich durfte kein Kind sein


Meine Kindheit endete mit 6 Jahren, als Opa meinte ich gehöre ihm…

Die Jahre langen Vergewaltigungen, schwersten Misshandlungen bis hin zu Mordversuchen, Plastiktüte über den Kopf ziehen, Kopf unter Wasser drücken bis hin zur Ohnmacht, Fest binden mit Ketten wie ein Hund….

Dann kramen 3 andere Männer dazu die ich bedienen musste mit allem was dazu gehört. Was ich aber hier nicht Schreiben kann, es würde mich und auch die Leser zu sehr Triggern.

Ich glaube sich vorzustellen, was sie mit mir gemacht haben fällt vielen schwer.

Dann noch mein alter (Erzeuger), meinte, er müsste mich auch noch Vergewaltigen und Misshandeln, Quälen.

Und von allen, die Drohungen, ja nix zu sagen, das habe ich 30 Jahre ausgehalten.

Ich habe bis heute Angst drüber zu sprechen, weil ich immer Angst habe es passiert was Schlimmes und oft ist es auch so, wenn ich in der Therapie spreche, dass ich die Täter spüre, sie rieche und ganz viel Angst habe, dass sie da sind… Aber sie sind tod, aber ich kann es oft nicht glauben…

Was habt ihr aus mir gemacht. Ich war 2 mal in der Trauma Klinik. Mache seid fast 2 Jahren eine Trauma-Therapie. Bin zu 80% Schwerbehindert. Nehme Medikamente ohne die ich es nicht aushalten würde…

Bin Multiple habe Depressionen, Angst im Dunkeln, Schlaffstörungen, Angst vor Männern, chronische schwere Postraumatischebelastungsstörung,  neige zu Selbstverletzung.

Immer wieder kommende Analfistel, Tinnitus, Essstörungen.

Ja Ihr Schweine ,das habt ihr aus mir gemacht. Ich hasse Euch so sehr dafür.

Aber ich werde nicht länger Schweigen, auch wenn ich größte Angst habe, nun solltet ihr Angst vor mir haben.

Ohne meine geliebte Frau würde ich das alles nicht schaffen. Ich danke Dir. Ich liebe Dich so sehr…

Passt gut auf Euch auf…

Lg Jürgen Scherr


4 Kommentare

  1. Elvira schreibt am 25. Februar 2010 um 11:26 Uhr

    Lieber Herr Scherr,
    Sie haben Ihr Schweigen gebrochen! DANKE! Jeder, der die Kraft und den Mut aufbringt das Schweigen zu brechen und sich der Angst zu stellen, hilft die unerträgliche Spaltung und Anspannung in unserer Gesellschaft zu durchbrechen. Das fühlt sich gut und heilsam an. Ich bekomme allmählich viel mehr Luft. Ich danke Ihnen für dieses Geschenk. Machen Sie weiter! Geben Sie nicht auf! Elvira

  2. marga schreibt am 26. Februar 2010 um 18:26 Uhr

    Danke für´s Sprechen. es hat mir geholfen zu verstehen.
    Was tun diese Menschen anderen an!
    Und dann solche nichtssagenden Äußerungen und Maßnahmen wie von Zollitsch. Es ist alles so himmelschreiend.
    Aber nur durch solche mutigen Äußerungen wie Ihrer, lieber Jürgen Scherr, machen die Ungeheuerlichkeit plastisch. Denn niemand, dem das nie widerfahren ist, kann sich vorstellen, was da mit einem Kind passiert, und wie die Nachwirkungen sind.
    Und viele wollen verstehen.

  3. Angelika Oetken schreibt am 28. Februar 2010 um 18:49 Uhr

    Sehr geehrter Herr Scherr,
    bei all dem, was sie erlebt haben, ist es schon eine Leistung – Ihre Leistung – daß Sie es schaffen, das Schlechte und Böse nicht weiterzutragen, sondern einen besseren Weg gesucht und gefunden haben in Ihrem Leben.
    So etwas ist in einer Gesellschaft, in der “Täter” die eigentlichen “Helden” sind, nicht leicht und einfach vorbildlich.

    Jeder betroffene Mensch, der sich traut, seine Mißbrauchsgeschichte zu veröffentlichen, schafft ein weiteres Stück Realität.

    Warum die Tatsache von sexuellen Übergriffen in unserer Gesellschaft derart geleugnet und verdrängt wird – das kann man nur mutmaßen.
    Es ist so, als sollten die Betroffenen verschwinden – sie und ihre Geschichten werden buchstäblich “tot-geschwiegen” und viele betroffene Menschen sterben ja auch vorzeitig – an schweren Krankheiten oder durch Selbstmord.

    Lassen wir uns das nicht gefallen !

    Wenn “normale” Menschen es nötig haben, die Realität zu verdrängen, weil sie sie nicht ertragen wollen oder können ist das nicht unser Problem.
    Wir sollten auf ihre Unzulänglichkeiten keine Rücksicht nehmen.
    Vielmehr sollten “Normale” uns lieber jeden Tag dankbar sein, weil wir es waren, die an ihrer Stelle und für sie mit den “sexuellen Dreck” verantwortungsloser, übergriffiger Erwachsener ertragen mußten.

    Auch wenn es den Mythos vom “vulnerablen” Kind gibt – ich halte ihn für Quatsch. Er ist ein Entwurf, der der Selbstberuhigung von Menschen dient. So ganz nach dem Motto “ich schütze mein Kind, erziehe es zu einem selbstbewußten Menschen, dann passiert ihm nichts”.

    Übergriffikeit ist ein Teil unserer Sexualkultur. Wer nachhaltig etwas ändern will, muß da ansetzen. Also bei sich selbst anfangen.

    Bei der weiten Verbreitung von sexuellen Übergriffen, muß sich niemand auf “Normalität” etwas einbilden und womöglich auf “Betroffene” herabschauen.

    Ihnen weiterhin viel Kraft und die Unterstützung, die sie auch verdienen.

    Angelika Oetken, Berlin

  4. Justina Scherr schreibt am 4. April 2010 um 06:02 Uhr

    Mein geliebter Mann Jürgen hat seit einigen Wochen sehr viel abgenommen, und immer stärkere Magenschmerzen bekommen. Am vergangenen Donnerstag war endlich Termin für ambulante Magenspiegelung, ohne Ergebnis, da Befund erst Freitag nach Ostern erwartet wird. Da er dann Donnerstag und Karfreitag nichts mehr essen und kaum trinken konnte und so schwach wurde, habe ich keine Möglichkeit mehr gesehen und veranlasst dass er ins Krankenhaus kommt. Wahrscheinlich hätte dass schon eher sein müssen, aber er wollte nicht, weil er, zu Recht, befürchtete dass Zimmer mit mehreren Männern teilen zu müssen.
    Mit dem Arzt habe ich die Problematik besprochen, daraufhin hat er statt 4-Bettzimmer ein 2-Bettzimmer und kleine Trennwand bekommen, aber mit einem alten, etwas dementen Mann, der mit Unterhose und Unterhemd durchs Zimmer rennt und nicht leise oder diskret ist und auch die Toilette eingekotet hat.
    Ich denke man kann sich vorstellen was dass mit meinem Mann macht, (siehe Bericht oben) die Trigger sind so hoch dass er kaum schläft, und von gesund werden oder erholen ist er weit entfernt. Durch die ganzen Untersuchungen (meist Männer) samt Einlauf, die er aushalten muss, und seine momentane Konstitution, ist er sowieso schon am Rande.
    Würde man eine Frau die vergewaltigt worden ist, mit einem Mann in ein Zimmer legen?
    Wieso ist das so unvorstellbar für alle, aber meinem Mann dem das passiert ist, wird das zugemutet? Ich verstehe es nicht und bin gerade so wütend dass ich nicht mehr schlafen kann und mir dass jetzt von der Seele schreiben muss.
    Leider nimmt keine Zusatzversicherung für 1-bettzimmer meinen Mann auf, und um das Zimmer selber zu bezahlen sind wir nicht in der Lage.
    Mir bleibt nichts übrig als im Krankenhaus für Verständnis zu kämpfen, und so viel wie möglich bei ihm zu sein, was ich auch gerne mache.
    Vielen Dank fürs Zuhören.
    ________________________________
    Hallo Frau Scherr,

    in so einem Fall gibt es die Möglichkeit, über die Krankenkasse eine Ausnahamgenehmigung für die Kostenübenahme eines Einzelzimmers zu bekommen. Ich selbst habe das in meinem Fall durchgesetzt. Sie können gern telefonisch Kontakt mit mir aufnehmen (04503 892782), dann kann ich Ihnen ausführlicher darüber berichten.

    Freundliche Grüße

    Norbert Denef

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