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	<title>Kommentare zu: Wasch&#8217; mich, aber mach&#8217; mich nicht nass!</title>
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	<description>netzwerkB ist eine unabhängige Interessenvertretung in der sich Betroffene von sexualisierter Gewalt für die Rechte Betroffener einsetzen.</description>
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		<title>Von: uwe werner</title>
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		<dc:creator>uwe werner</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 12:17:54 +0000</pubDate>
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		<description>Am 20.02.2010 um 13:47 schrieb Uwe Werner:


Sehr geehrte Redaktion,
als ehemaliges missbrauchtes heimkind in den 50er und 60er jahren verwundert es mich, dass über den Missbrauch an den Aloisius-Kollegen mehr berichtet wird in allen medien, als über die Heimkinder, welche seinerzeit nicht einmal ihr &quot;Maul&quot; wagten auf zu machen und von keiner Seite Hilfe erwarten konnten. Jahrzehnte trugen wir unser Trauma mit uns herum, viele begingen selbstmord, viele sind heute noch psychisch krank und bedürfen dringendst der Hilfe und schreien förmlich nach einer Entschuldigung und Wiedergutmachung durch Politik, Kirche und Gesellschaft! 
Ein Betroffener aus dem Aloisius-Kolleg hat in einer ihrer Sendung die Frage aufgeworfen: &quot;Warum haben unsere Eltern damals nicht reagiert? Ich kann mir nicht vorstellen, das unsere Eltern von den Übergriffen der Jesuitenpater nicht gewusst haben. Warum sind sie nicht eingeschritten&quot;?
Ja, es waren Eliteschule, aus einigen ist ja etwas geworden, andere haben Karriere gemacht...
Wir als ehemalige heimkinder hätten uns gewünscht damals wie heute eine so breite aufmerksamkeit zu erhalten und in den medien so präsent sein zu dürfen, wie die &quot;Aloisianer&quot;.
Mit 14 Jahren zur Taufe und Konfirmation (1965) wurde der Diakon, welcher mich sexuell missbrauchte und züchtigte, mein Tauf-u.Konfirmationspate und legte beim segen seine schmutzigen und dreckigen Hände auf mein Haupt. Hände, die vorher noch meinen Penis berührt hatten. Vielen anderen Kindern erging es ebenso und einige höre ich heute noch weinen, wenn sie aus dem zimmer dieses besagten Diakon (evang.) des nachts herauskamen. Ich musste dann anderntags, die flaschen entleeren, in die er und wir kinder rein pinkeln mussten. Viele aus diesem ehemaligen Evang. Knabenheim Westuffeln bei Werl/Westf. begingen suizid, andere, so wie ich, schlepp(t)en es ein lebenlang vor sich her, überspielen und kaschieren diese teuflischen und animalischen Erfahrungen der damaligen Zeit bis heute zu.
Der Verein ehemaliger Heimkinder veranstaltet am 15.April in Berlin eine Demo, weil wir den Zwischenbericht vom &quot;Runden-Tisch&quot; in Berlin unter Vorsitz von Antje Vollmer, als Hohn empfinden und eine Hinhaltetaktik der Kirchen und Politik nicht hinnehmen werden. Ich hoffe, das der Europäische Gerichtshof für menschenrechte schnell entscheidet, und die Verjährungsfrist bei sexuellen übergriffen aufhebt.
Der Holocaus darf niemals verjähren!!! Die an uns begangenen Schandtaten aber ebenfalls auch nicht!!!
So hoffe und wünsche ich mir, das auch viele ehemalige (Elite)Schüler an dieser Demo teilnehmen werden, denn geteiltes leid ist halbes leid und egal an welchen Menschen diese Grausamkeiten begangen wurden.
Gerne stehe ich ihnen auch für weitere gespräche zur Verfügung. Ich bin bereit so dermassen an die öffentlichkeit zu gehen, ohne ansehen auf meine person bzw. die betroffener Institutionen, weil anders werde ich wohl meinen inneren frieden niemals mehr finden.
Kontakt: Uwe Werner, Aachener Str. 316 in 41069 Mönchengladbach   Tel: 0152/ 23627521
 
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Werner</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Am 20.02.2010 um 13:47 schrieb Uwe Werner:</p>
<p>Sehr geehrte Redaktion,<br />
als ehemaliges missbrauchtes heimkind in den 50er und 60er jahren verwundert es mich, dass über den Missbrauch an den Aloisius-Kollegen mehr berichtet wird in allen medien, als über die Heimkinder, welche seinerzeit nicht einmal ihr &#8220;Maul&#8221; wagten auf zu machen und von keiner Seite Hilfe erwarten konnten. Jahrzehnte trugen wir unser Trauma mit uns herum, viele begingen selbstmord, viele sind heute noch psychisch krank und bedürfen dringendst der Hilfe und schreien förmlich nach einer Entschuldigung und Wiedergutmachung durch Politik, Kirche und Gesellschaft!<br />
Ein Betroffener aus dem Aloisius-Kolleg hat in einer ihrer Sendung die Frage aufgeworfen: &#8220;Warum haben unsere Eltern damals nicht reagiert? Ich kann mir nicht vorstellen, das unsere Eltern von den Übergriffen der Jesuitenpater nicht gewusst haben. Warum sind sie nicht eingeschritten&#8221;?<br />
Ja, es waren Eliteschule, aus einigen ist ja etwas geworden, andere haben Karriere gemacht&#8230;<br />
Wir als ehemalige heimkinder hätten uns gewünscht damals wie heute eine so breite aufmerksamkeit zu erhalten und in den medien so präsent sein zu dürfen, wie die &#8220;Aloisianer&#8221;.<br />
Mit 14 Jahren zur Taufe und Konfirmation (1965) wurde der Diakon, welcher mich sexuell missbrauchte und züchtigte, mein Tauf-u.Konfirmationspate und legte beim segen seine schmutzigen und dreckigen Hände auf mein Haupt. Hände, die vorher noch meinen Penis berührt hatten. Vielen anderen Kindern erging es ebenso und einige höre ich heute noch weinen, wenn sie aus dem zimmer dieses besagten Diakon (evang.) des nachts herauskamen. Ich musste dann anderntags, die flaschen entleeren, in die er und wir kinder rein pinkeln mussten. Viele aus diesem ehemaligen Evang. Knabenheim Westuffeln bei Werl/Westf. begingen suizid, andere, so wie ich, schlepp(t)en es ein lebenlang vor sich her, überspielen und kaschieren diese teuflischen und animalischen Erfahrungen der damaligen Zeit bis heute zu.<br />
Der Verein ehemaliger Heimkinder veranstaltet am 15.April in Berlin eine Demo, weil wir den Zwischenbericht vom &#8220;Runden-Tisch&#8221; in Berlin unter Vorsitz von Antje Vollmer, als Hohn empfinden und eine Hinhaltetaktik der Kirchen und Politik nicht hinnehmen werden. Ich hoffe, das der Europäische Gerichtshof für menschenrechte schnell entscheidet, und die Verjährungsfrist bei sexuellen übergriffen aufhebt.<br />
Der Holocaus darf niemals verjähren!!! Die an uns begangenen Schandtaten aber ebenfalls auch nicht!!!<br />
So hoffe und wünsche ich mir, das auch viele ehemalige (Elite)Schüler an dieser Demo teilnehmen werden, denn geteiltes leid ist halbes leid und egal an welchen Menschen diese Grausamkeiten begangen wurden.<br />
Gerne stehe ich ihnen auch für weitere gespräche zur Verfügung. Ich bin bereit so dermassen an die öffentlichkeit zu gehen, ohne ansehen auf meine person bzw. die betroffener Institutionen, weil anders werde ich wohl meinen inneren frieden niemals mehr finden.<br />
Kontakt: Uwe Werner, Aachener Str. 316 in 41069 Mönchengladbach   Tel: 0152/ 23627521</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Uwe Werner</p>
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