Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie: meist verleugnet und immer gefährlich

07.03.2010

psychologie-aktuell.com 7.03.2010

Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie wird nach wie vor vielfach unterschätzt und geleugnet. In einer Studie räumten weniger als ein Prozent der befragten Psychotherapeuten ein, „sexuelle Bedürfnisse mit der Klientel“ auszuleben; doch 55% „gaben an, in den letzten fünf Jahren mindestens einen Fall mit einer sexuellen Missbrauchs-Vorgeschichte durch einen Therapeuten behandelt zu haben“, berichtet die Psychologin Angelika Wagner-Link (München) in ihrem neu vorgelegten Taschenbuch „Frauen und Männer – Gender in der Psychotherapie“.

„Die Wiederholungstäter sind mit einer Quote von 80% extrem häufig. Ihr hoher Anteil zeigt, dass das Phänomen weniger auf Emathiefehler als auf gezieltes Handeln der Täter zurückzuführen ist. Es scheint sich dabei nicht um ein spontanes Fehlverhalten, sondern um ein gezieltes Vorbereiten und Durchfühern zu handeln.

„

Häufig geben Betroffene eine therapeutische Motivation vor. Demgegenüber belegt Wagner-Link, dass es sich grundsätzlich um eine Straftat und einen für die Patientin hoch riskanten Kunstfehler handelt. Oft besteht eine „traumatische Bindung an den Täter fort“, das Selbstvertrauen – insbesondere das Vertrauen in die eigene Wahrnehmungsfähigkeit – leidet, Scham entsteht. „Die Opfer leiden jahrelang an Depressivität, sozialer Isolierung, erhöhter Suizidalität, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch.

„In der Psychotherapie wiegt der Vertrauensbruch deshalb so schwer, weil bei den Patientinnen so gut wie alle Schutzmechanismen zusammenbrechen. Das strukturelle Machtgefälle hebt die Person des Therapeuten häufig in den Rang von Elternfiguren.

Problematisch ist die Aufdeckung der Fälle, da den Opfern im Gegensatz zu den Tätern kein Glauben geschenkt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Patientin über den sexuellen Missbrauch spricht, ist gering. Eine der gravierendsten Folgen sexuell grenzverletzenden Verhaltens in der Psychotherapie ist der Verlust der Sprache der Opfer …“

Quelle:

http://www.psychologie-aktuell.com

39 Kommentare

  1. Elvira schreibt am :

    Danke Norbert, ich als Betroffene kann diese Zeilen absolut bestätigen. Schön, dass es auch noch andere Therapeutinnen gibt, die das jetzt auch langsam begreifen, was längst wisseschaftlicher FAKT ist. „Wer die Arbeit an sich selbst nicht vollendet hat, wird schwerlich anderen helfen können.“ (Milarepa)
    Elvira

  2. Lena schreibt am :

    Danke für diesen Bericht.

    Bei einem Klinikaufenthalt während einer akut instabilen Phase (nach Terroranschlägen im Ausland hatten sich meine Flashbacks, Panikattacken und Albträume verschlimmert) wurde mir vom Oberarzt mitgeteilt, ich bräuchte keine Traumatherapie, sondern „eine Beziehung“ und er hat versucht, mich mit einem Assistenzarzt zu verkuppeln, in den ich mich verliebt hatte.

    Bei vorherigen Aufenthalten in anderen Kliniken und durch meine ambulante Psychiaterin war bei mir jedesmal eine schwere Posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert worden. Diese Berichte waren dem Arzt bekannt.

    Von beiden Ärzten wurde mir suggeriert, nach meiner Entlassung würde der Assistenzarzt mit mir eine Beziehung beginnen („nach Ihrer Entlassung sind sie ja in guten Händen, haha“).

    Am Tag nach meiner Entlassung traf ich den Assistenzarzt mit einer Frau beim Einkaufen im Supermarkt, er ist grußlos an mir vorbeigegangen. Für mich brach eine Welt zusammen und ich bin akut suizidal in der Psychiatrie gelandet.

    Selbst meine langjährige Ärztin hat mir zunächst nicht geglaubt, bis ich, nachdem ich wieder stabil war, auf einem Gesprächstermin mit dem Oberarzt bestanden habe. Dieser hat sich dann immerhin für das Verhalten seines Assistenzarztes entschuldigt („ihm ist erst klar geworden, in was er da hineingeraten ist, als er Sie mit seiner Lebensgefährtin traf“).

    Bei der Gelegenheit habe ich ihm auch gesagt, in der Klinik von einem Pfleger massiv angebaggert worden zu sein, was mit einem „Herr XY zählt halt nicht zu unseren sensibelsten Mitarbeitern“ und einem Lachen abgetan wurde.

    Erst nach diesem Gespräch hat mir dann auch meine Ärztin geglaubt. Der Oberarzt ist jetzt leitender Oberarzt einer kürzlich neu eröffneten psychiatrischen Privatklinik in Berlin. Mich gruselt es bei dem Gedanken, dass er sein Behandlungskonzept „Beziehung statt Therapie“ bei anderen schwer traumatisierten Frauen weiter fortführt.

    Vielleicht ein „harmloser“ Fall, aber ich wäre beinahe dabei draufgegangen und hätte mich umgebracht.

  3. Wilma schreibt am :

    Das ist ganz und gar kein harmloser Fall. Es ist eine UNGEHEUERLICHKEIT! Zuerst werden wir misshandelt, missbraucht und betrogen. Dann suchen wir Hilfe in Traumakliniken und es passiert wieder genau dasselbe. In welcher Traumaklinik ist das passiert? Die Zustände in Traumakliniken sind ein Kapitel für sich. Ich hoffe, dass die Petition von Norbert Denef sobald wie möglich Erfolg hat, damit dann eines der nächsten Themen angegangen werden kann. Wo finden wir HILFE?

  4. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Lena,
    die Psychiatrie, Psychosomatik, stationäre und ambulante Therapie in Deutschland krankt an den selben Symptomen wie das übrige Gesundheitswesen auch – partiell sehr effektiv und außerordentlich gut, flächendeckend unterhalb des europäischen Durchschnitts.
    Auf jeden Fall traurig für eines der reichsten Länder der Erde.

    Was sich im psychiatrischen Bereich noch dazu besonders negativ auswirkt ist, daß Ärzte und Psychotherapeuten große Entscheidungsbefugnis und damit auch Macht haben, aber Psychiater z.B. während ihrer gesamten Facharztausbildung, wenn sie es so wollen, nicht ein einziges Mal therapeutisch geschult werden. Von Selbsterfahrung ganz zu schweigen.

    Es gilt nur Faktenwissen und entsprechende Behandlungsrituale zu erlernen. Die menschliche Eignung wird eigentlich nicht wirklich überprüft.
    Auch Psychotherapeuten, die es geschickt anstellen, können eine Ausbildung absolvieren ohne groß in Selbstreflektion involviert zu werden.

    Oder anders ausgedrückt – jemand kann ein großes, egoistisches, übergriffiges „A…loch“ sein und bekommt ohne Weiteres in Deutschland seinen psychiatrischen Facharzt oder den Psychotherapeuten verliehen.

    Im hierarchischen deutschen Gesundheitswesen ist es sogar wahrscheinlich, daß eine solche Person einen Führungsposten bekommt. So wie in Wirtschaft und Politik auch.
    „Erfolg haben “ setzt dort wie da voraus, ein gerüttelt Maß Rücksichtslosigkeit mitzubringen – nicht Empathie und Gemeinschaftssinn. Im Gegenteil – das sind „Losereigenschaften“ bzw. die Attribute von Frauen.

    Hinzu kommt noch, daß die z.T. übersteigerte Erwartungshaltung und die Projektionen, die von den PatientInnen kommen, in diesem Bereich ganz stark wirken und eigentlich von Anfang an Gegenstand der therapeutischen Beziehungsgestaltung und -reflektion sein sollten.

    Vom „Lernen durch Reflektion“ ist der oben von Lena beschriebene Arzt wohl genauso weit entfernt wie sein Oberarzt. Der Pfleger fiel auch nicht durch große Fachlickeit und Reife auf.

    Damit repräsentieren sie das typische Personal in psychiatrischen Kliniken.
    Menschen, die in diesem Spannungsfeld arbeiten und womöglich noch eine unreife Persönlichkeit besitzen, dem Druck nicht gewachsen sind und nicht darauf kommen, sich Supervision zu holen und sich dadurch weiterzuentwickeln, etablieren dann ein Klima von Sarkasmus, Angst, Lüge und Übergriff an ihrem Arbeitsplatz.
    Klassiker in Kliniken. Mit ein Grund für die immense Personalfluktuation und den hohen Krankenstand.

    Insofern finden die PatientInnen dann genau das wieder, was sie krank gemacht hat.

    Eigentlich kann man jedem, der therapeutische Hilfe sucht, nur raten, es erstmal ambulant zu versuchen, indem er sich an eine Beratungsstelle wendet und/oder eine Selbsthilfegruppe konsultiert. Diese professionell arbeitenden Menschen können auch zusammen mit Freunden und Verwandten viele akute Krisen abfedern, so daß so mancher Aufenthalt in Aktuthäusern vermieden werden kann.
    In anderen Ländern (Nordeuropa) ist das gang und gäbe und funktioniert hervorragend.

    Zudem sollte einem als Betroffener klar sein, daß Therapie nicht „Errettung“ durch den Therapeuten bedeutet, sondern viel -eigene- Arbeit. Ein männlicher Therapeut ist auch nur im Ausnahmefall kompetenter ist als ein weiblicher.
    Für eine erfolgreiche Therapie ist entgegen der landläufigen Meinung keine positive therapeutische „Vaterfigur“ notwendig. Im Gegenteil – je unabhängiger, emanzipierter und souveräner Patienten sich entwickeln, umso besser die Prognose.
    Ein „Papa“ ist nicht nötig. Im Gegenteil – an den Schilderungen und der Statistik können wir ja ablesen, daß die „Papaisierung“ der Psychotherapie richtig schädlich ist.

    Durch eine Stärkung der kritschen Selbsthilfe und Beratung können wir alle dazu beitragen, den weit verbreiteten sexuellen Mißbrauch innerhalb der Therapie zu begrenzen.
    Nach dem Motto „kritischer, aufgeklärter Verbraucher“.

    Angelika Oetken, Berlin

  5. Lena schreibt am :

    Hallo Wilma,

    das war keine spezialisierte Traumaklinik, sondern in der psychiatrischen Abteilung einer allgemeinen Klinik in Berlin in privater Trägerschaft (guter Ruf der anderen Stationen für die Behandlung körperlicher Erkrankungen; ich war im „kassenärztlichen Teil“ der Psychiatrie-Abteilung).

    Ironischerweise hatte meine Ärztin diese Station vorgeschlagen, weil ich in der für meinen Wohnbezirk zuständigen Berliner „Gemeinde“psychiatrie zwei Jahre vorher erlebt hatte, dass es dort nur eine (!) einzige Therapeutin gab, die sich mit Trauma-Patienten auskannte. (Die war auf der Borderline-Station, weshalb ich dorthin gesteckt wurde. Bei mir war aber auch nach zwei Wochen Test-Marathon keine Borderline-Störung zu finden). —

    Die besagte Privatklinik mit dem „Beziehung-statt-Traumatherapie“ Oberarzt wurde damals von einem Chefarzt geleitet, der im Klinik-Prospekt als einen seiner Schwerpunkte die Behandlung von „Posttraumatischer Belastungsstörung“ (PTSD) angab. Ich war vor der Einweisung schon etwas skeptisch, da er als Doktorvater eine Dissertation zum Thema „falsche Erinnerungen“ betreut hattte – früher sehr in Mode.

    Dann stellte sich heraus, die Klinik hatte entgegen der Aussage im Prospekt niemanden, der sich mit PTSD auskannte (Privatpatienten wurden vom Chefarzt behandelt, aber das fiel bei mir ja weg). Ich wurde vom Assistenzarzt vor ein Therapeuten-Gremium gezerrt, wo ich ausführlich von meiner Traumatisierung und Missbrauchserfahrung berichten musste – und das wars. Keine Rückmeldung der Anwesenden, nur Anstarren und Schweigen. Keine Behandlungsvorschläge, keine therapeutischen Einzel- oder Gruppengespräche (außer „Morgenrunde“) – bis eben auf den „Beziehung statt Therapie“-Vorschlag.

    Bei dieser schrecklichen Gremium-Vorstellung war auch der Pfleger, der mich dann angebaggert hat, also konkret von meinen Missbrauchs-Erfahrungen wusste. Ich habe davon solche Panikattacken bekommen, dass ich nach drei Wochen vorzeitig gegangen bin – undenkbar, nachts noch dort zu schlafen, wo die Pfleger jederzeit Zugang zu den Zimmern hatten.

    Eigentlich waren sechs Wochen Behandlung zur Stabilisierung vorgesehen gewesen.

    Das war 2005. Der damalige Chefarzt ist jetzt Chefarzt der neuen psychiatrischen Privatklinik in Berlin, in der der damalige „Beziehung-statt-Traumatherapie“ Oberarzt jetzt leitender Oberarzt ist. Offenbar haben Sie aus der Privatpatienten-Hälfte der Psychiatrie-Station jetzt eine ganze Klinik gemacht.

    Zum Glück ist auf der Website jetzt nicht mehr von der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung die Rede – zynisch könnte man sagen, zum Glück haben sie selbst erkannt, dass sie dafür nicht geeignet sind.

  6. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Lena,
    ein Beweis Deiner Stärke, daß Du Dich aus diesem Institut selbst entlassen hast.

    „Traumatherapie“ zu behandeln ist derzeit „en vogue“, deshalb schreiben es sich auch einige auf die Fahnen, die es lieber lassen sollten.
    Die meisten Kliniken, die ich kenne, haben noch nicht mal eine Arbeitsgrundlage in Form eines Konzeptes.

    Das kommt erst langsam, da die Kostenträger jetzt beginnen, von den Leistungserbringern Qualitätsnachweise zu verlangen. Bisher kam das Geld immer von selbst. In der Psychiatrie auch noch als „Tagessatz“, d.h. je länger der Patient blieb, desto besser.

    Klassich geradezu, daß dieser Arzt dann auch noch Arbeiten zum Thema „FMS“ (False memory syndrom) betreut hat – diese These zu vertreten, gilt ebenfalls derzeit als „schick“.

    Ich hoffe, daß Du trotzdem noch jemanden gefunden hast, der gut mit Dir arbeiten kann und daß Du nie wieder mit solchen überforderten „Helfern“ in Berührung kommen mußt.

    Fehlerhaft „Borderline“-Diagnosen sind im übrigen nicht selten und haben für die Betroffenen manchmal ganz böse Folgen im weiteren Leben, z.B. wenn sie eine zu ihrer wahren Grunderkrankung passende Reha machen wollen.

    Angelika Oetken, Berlin

  7. Sarah M. schreibt am :

    Vielleicht wage ich mich jetzt mit meiner These weit aus dem Fenster? Dennoch!!!
    Ich würde allen Frauen raten, wenn sie eine Therapie beginnen, sich eine Therapeutin zu suchen. Vor allem, wenn ihr Missbraucher ein Mann war. Und ich gehe sogar noch weiter, auch Männern, deren Täter gleichgeschlechtlich waren, sollten sich einen weiblichen Therapeuten suchen. Die Gefahr einer erneuten Traumatisierung durch wiederholter sex. Ausbeutung ist dadurch sicher wesentlich geringer.
    These??? Ich glaube nicht!
    Sarah

  8. Lena schreibt am :

    Hallo Angelika,

    vielen Dank für die ausführlichen Anmerkungen. Das Dumme ist: Als Patientin ist man aufgrund der psychischen Verletzlichkeit eben leider oftmals nicht in der Lage, wie eine „kritische Verbraucherin“ zu handeln und zu entscheiden. Leider eben *auch*, wenn man sich nicht permanent in die Opferrolle begibt.

    Natürlich habe ich aus diesen Erlebnissen gelernt – ich war 2007/2008 in einer Reha-Klinik, wo es allgemein üblich war, dass alle sich duzten – Pfleger Patienten, Patienten Ärzte usw. Das habe ich mir von Anfang an ausdrücklich verbeten und dann schrittweise bei jedem Einzelnen Arzt und Pfleger entschieden, ob ich das wollte oder nicht.

    Heute bin ich der Auffassung, dass es generell keinerlei private Beziehungen zwischen Ex-Patientinnen und ehemaligen Ärzten geben sollte. Damit niemandem suggeriert werden kann „andere Patientinnen sind dafür natürlich tabu, aber Sie sind so stabil, da ist das eben anders“. Dumm, wenn man darauf reinfällt, schon klar.

    Und das ist sogar mir passiert, trotz langjähriger Therapieerfahrung, in der ich die Therapie immer als ähnlich einer „Geschwisterbeziehung“ wahrgenommen habe – nicht als Mutter-Kind oder Vater-Kind-Situation. Ebenso das Verhältnis zu meiner Psychiaterin: als Dialog zwischen einer selbstverantwortlichen Patientin und einer Ärztin als „Coach“.

    Nur war ich damals in einer extrem instabilen Situation, in der ich das Bedürfnis nach menschlicher Nähe und Gehaltenwerden hatte.

    Ansonsten habe ich auch gute Erfahrungen mit männlichen Ärzten und Therapeuten gemacht und negative Erfahrungen
    mit Ärztinnen und Therapeutinnen.

  9. Lena schreibt am :

    Hallo Sarah,

    ich denke auch, dass Opfer – böse gesagt: rein statistisch gesehen – auf der sicheren Seite sind bei einer Frau als Therapeutin. Wobei dann leider die guten männlichen Therapeuten von vorneherein aussortiert sind und man sich klar machen sollte, dass auch ambulante Therapeutinnen, die offiziell mit ihrer Erfahrung als Traumatherapeutin werben, schlecht sein können.

    Wie Angelika schon sagte, Traumatherapie ist schwer in Mode, viele geben EMDR als Therapieform an, obwohl sie nur zwei Wochenendseminare dazu gemacht haben und sich mit chronifizierten Traumatisierungen gar nicht auskennen und dementsprechend die ganzen Symptome gar nicht richtig einordnen können.

    Bei alldem war ich immer froh, dass ich nicht an einer Psychose erkrankt bin – ich möchte nicht wissen, welche Erfahrungen Frauen im Gesundheitssystem machen, die noch leichter als andere als „verrückt“ abgestempelt werden können und denen noch weniger geglaubt wird.

  10. Lena schreibt am :

    Hallo Angelika,

    Du hast gesagt, dass Betroffene oft mit einer falschen Diagnose – z.B. Borderline – nicht richtig behandelt werden können.

    Mich würde interessieren, ob Patienten eigentlich gegen Diagnosen in Klinikberichten auch Einspruch erheben können?

    Eigentlich sollten Patienten das Recht haben, ebenfalls einen Abschlussbericht zu schreiben, der dann gleichberechtigt immer mit weitergereicht wird. Nur wer nimmt schon Borderline-Patienten oder Menschen mit Psychosen ernst?

  11. Peggy Jansen schreibt am :

    hey leute,
    ich war ne weile nicht mehr hier..aber ich las eben eure beiträge.für die,die mich nicht kennen..ich bin auch eine überlebende von x-übergriffen.meine beiden kinder leider auch.ich selber habe erst im januar meine therapie/reha abgeschlossen.ich war in chemnitz-rabenstein,klinik carolabad.ich war vorher stets skeptisch,hab dies jahrelang vor mir her geschoben.war oft zur stabilisierung stat in kliniken.ich war/bin auch ambulant..aber ich muß euch sagen,nur eine richtige und gute vertrauten stationäre therapie hilft wirklich!meine hölle begann mit 4jahren,zog sich das ganze leben entlang,immer wieder durch x-täter,vorallem familär.wenn ich,die mit sowas „aufwuchs“,eig.lebenslang schwerst traumatisiert war sagen kann,es gibt erfolge,es gibt ein stück heilung..vertraut nicht jedem arzt,nicht jeder stelle.ihr findet den/die richtige,ihr fühlt dies.mich begleideten jahrelang tägl/nächtl. alpträume& alles symptome meiner posttraumatischen belastungsörung.ich hatte ein schwarz/weiß denken,fühlte nur trauer,schmerz,wut,hass,ekel..eben alles negative.nun kann ich sagen..ich habe distanz zu allem.ich sehe farben im leben,fühle kleinigkeiten,die ich nie bewusst wahrnahm.sicher schockiert mich immernoch die fast tägl nachrichten.ich empfinde weiter mit den angehörigen der betroffenen,verurteile zu tiefst alle täter/innen!aber nicht alle sind gleich,nicht jeder wird zum täter/in-mein vertrauen ist eh sehr auf distanz grad wenn´s um mein sohn geht.aber was soll man tun?einschließen?in den keller sperren?nicht mehr zur schule lassen?ich musste lernen ihn trotz geschehnisse loslassen zu können,freiheiten einzuräumen.verantwortlich sind nicht nur die straftäter sondern die,die dies zulassen,dulten,im gesetz kaum etwas verändern.oder dann erst wenn es eh zu spät war,ist und sein wird..es werden viele gedeckt,falsch verurteilt,oder einfach eben unterbewertet,weil es an der schulung fehlt der justiz.

  12. Elvira schreibt am :

    Liebe Peggy,
    ja, es gibt ein Stück Heilung. Auch ich habe das erfahren dürfen. Nur leider habe ich den Eindruck, dass diese Botschaft vielen nicht gefällt. Ich fühle mich nicht ernstgenommen. Das hängt wohl damit zusammen, dass viele sich mit ihrem „OPFERSEIN“ identifizieren und wenn sie diese „ROLLE“ aufgeben, glauben sie ins NICHTS zu fallen. Genauso identifizieren sich viele TherapeutInnen mit ihrer „HELFERROLLE“ und wenn sie diese aufgeben, fürchten sie ins NICHTS zu fallen und evtl. wissen sie auch nicht mehr, wie sie Ihr Leben finanzieren sollen……
    L.G. Elvira

  13. Wilma schreibt am :

    Da es hier nicht nur um sexuellen Missbrauch, sondern auch um Gewalt und Machtausübung durch Ärzte geht, möchte ich gern meine Geschichte erzählen.
    Ich war im Jahr 2005 in der Klinik Alpenblick. Da ich als Kind ein traumatisches Erlebnis mit einem Arzt in einem Krankenhaus hatte, hatte ich panische Angst, ich könnte wieder etwas Schlimmes erleben.
    Bei meiner Ankunft saß an meinem Essenstisch eine Frau, die uns erzählte, sie hätte einige Termine vergessen. Als sie dann einen Termin beim Oberarzt vergaß, war dies ausschlaggebend dafür, dass er sie zur Alzheimer Untersuchung schicken wollte. (!!!) Sie hatte große Angst, in die Psychiatrie eingewiesen zu werden und ist sofort abgereist.
    Als ich dann bei der Vorstellungsrunde den Oberarzt sah (2m groß) habe ich vor lauter Angst unglücklicherweise gesagt, dass ich mir nichts gefallen lasse und auch schon mal vor Gericht gehe. Das war ein großer Fehler und ist natürlich schlecht angekommen. Traumapatienten müssen alle ganz schwach sein und winselnd angekrochen kommen.

    Die Ärztin, die ich dort traf, war zunächst freundlich, ich fing an ihr zu vertrauen und
    habe Ihr die persönlichsten Dinge erzählt. Als sie am letzten Tag unserer Gespräche alles aus mir herausgelockt hatte, was sie wissen wollte, wurde sie auf einmal von einer Sekunde auf die andere eiskalt (ich hatte ihr nichts getan). Ich erkannte, dass sie mich anscheinend die ganze Zeit nur als eine Art Gegenstand angesehen hatte, und die wenigen Gespräche nur dazu gedient hatten, ihre Schablonen abzuarbeiten, um mir dann irgendein Etikett aufzukleben (=Diagnose) wie auf einem Marmeladeglas.

    Im Entlassungsbericht standen völlig falsche Eingangsdiagnosen. Die Diagnosen, die wir zusammen verabredet hatten, standen nicht dort, stattdessen hat sie völlig neue Diagnosen frei erfunden. Als ich den Entlassungsbericht später las, ging für mich daraus hervor, dass mich die Ärztin betrogen hat. Der Ton dieses Berichtes war menschenverachtend. Der Betrug löste Retraumatisierungen aus extremsten Ausmaßes aus. Dadurch, dass sie mich praktisch übers Ohr gehauen hat, hat sie sämtliche Traumata meines Lebens wiederbelebt. Dies führte dazu, dass ich nach dem Aufenthalt in der Klinik Alpenblick 3 ½ Jahre jeden Tag geweint habe. Ich habe so viel geweint, dass ich überhaupt keinen Verstand mehr hatte. Er ist völlig abgesoffen.

    Bei Akteneinsicht sah ich, dass sie jede Woche eine neue Diagnose erfunden hat. Sie schien sich in einer Art Machtrausch befunden zu haben. Die Abschlussdiagnose will sie bereits beim erstmaligen Anblick meiner Person festgestellt haben. In der Akte befand sich ein Blatt einer wildfremden Frau, das sie dort aus Schlamperei abgelegt hatte.
    Nach meinen Beschwerdebriefen an die Klinik fiel ihr irgendwann auf, dass es in der Akte nicht die leisesten Hinweise für ihre Diagnose gab. Daraufhin hat sie nachträglich überall dort, wo noch Platz frei war, Sätze in die Akte geschrieben, die ich niemals gesagt habe, die sie sich selber ausgedacht hat. Damit hat sie wohl versucht, ihre Diagnose nachträglich zu untermauern, damit ihre Schlamperei nicht so auffällt. Aus gar nichts machte sie immer mehrfach, aus einer Äußerung von berechtigtem Ärger erfand sie gleich einen ganzen Prozess, einmal sogar gleich mehrere, die gar nicht da waren. Als sie eine Stellungnahme gegenüber der Rentenversicherung abgeben sollte, hat sie einfach irgendwas aus einem Buch abgeschrieben.
    Ich wollte als gleichberechtigte Gesprächspartnerin anerkannt werden. Das stand mir zu. Das hat ihr aber nicht gefallen. Mündige Patienten, so was mögen die gar nicht. Sie hat sich selbst offensichtlich als die große Nazi-Obergutachterin gesehen, die über Menschen, die sie nur wenige Male gesehen hat, ein Urteil sprechen darf.
    Eine, die versucht hat, ihr schwaches Ich-Gerüst mit dem Missbrauch von Patienten zu stabilisieren.
    Nach meinem zehnten Beschwerdebrief an die Klinikleitung ist die Ärztin verschwunden.
    Ich hoffe, sie wurde rausgeworfen.
    Die Klinik Alpenblick wird jedes Jahr von über 2100 Patienten aufgesucht. Das sind fast nur Frauen, darunter sehr viele Missbrauchsopfer. Ich werde bis an mein Lebensende nicht vergessen, wie vertrauensvoll ich in dem Zimmer im Keller von Haus Falken gesessen bin und mir eingebildet habe, dass mir jemand helfen will. Die Frau, die da gesessen ist, war ein inkompetentes strohdummes Tratschweib.
    Wie sich die Klinikleitung in Fällen verhält, in denen Fehler passieren, ist ein Skandal. Die versuchen, das zu vertuschen.
    Die Psychologin, die ich damals kannte, sagte, sie wisse, das die Ärztin eine Fehldiagnose gestellt hat, aber sie hätte keine Lust mir zu helfen und eine Stellungnahme abzugeben. Sie hat mich im Stich gelassen.
    Wenn man in eine Krankenhaus geht und dort werden Behandlungsfehler begangen und es wird einem ein Schaden zugefügt, dann ist man so gut wie aufgeschmissen. Zwei Gegengutachter würden mehr kosten als die ganze „Kur“.
    Ich bin inzwischen wieder einigermaßen stabil. Aber auch nach fünf Jahren noch steckt mir der Schock über das, was ich da erlebt habe, in sämtlichen Knochen. Die Ärztin hat versucht, in Deutschland unterzutauchen und bei den Einwohnermeldeämtern erzählt, sie schwebe in Lebensgefahr und deshalb dürfe ihre Adresse nicht weitergegeben werden. Ich habe sie aber trotzdem gefunden. Die kann gar nicht so weit laufen, dass ich sie nicht finden werde.
    Ich hoffe sehr, dass es eines Tages eine Gruppe geben wird, die die Interessen von Missbrauchsopfern vertreten wird, die auch mit Krankenkassen und Rentenversicherern zusammenarbeitet, damit wir unfähigen Ärzten, die uns Schaden zufügen, nicht mehr so hilflos ausgeliefert sind. Die Macht, die die Ärzte im Moment haben, ist gigantisch.

  14. Eike schreibt am :

    Nach so einer Re-Traumatisierung sind die Ohnmachtsgefühle kaum in Worte zu fassen, die einen überwältigen. Es ist kaum auszuhalten, weil man auch panische Angst hat, dass Patienten bei diesem Machtgefälle (Therapeut/Arzt – Patient) nicht mehr geglaubt wird.
    Vor allem, wenn dies in einer Traumaklinik geschieht, die anscheinend Hilfe und Verständnis suggeriert, weil der Klinikleiter unter anderem ein bekanntes Buch über sexuellen Missbrauch und deren seelischen und körperlichen Folgen geschrieben hat.

    Wenn man sich in der Klinik wehrt, folgen ähnliche Verhaltensweisen wie in der Machtinstitution Kirche:
    gegenseitiges schützen und vertuschen. Hinzu kommt der Patient wird aus Selbstschutz (Therapeut/Arzt) vom Opfer zum Täter gemacht-auch bezüglich der sexualisierten Gewalt in der Vergangenheit als Kind und als Schutzbefohlene.

    Diese Kliniken sind auch Machtinstitutionen und „missbrauchen den Missbrauch“.

    Ich kann auch nur jedem dem Rat geben, sich an ambulante Beratungsstellen zu wenden und sich nur von einer Therapeutin behandeln zu lassen

  15. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Peggy, hallo Elvira,
    es ist schön zu lesen, dass Ihr Heilung, bzw. stückweise Heilung mittels einer für Euch erfolgreichen Therapie erfahren durftet. Und es ist keineswegs so, dass diese „Botschaft“ nicht gefällt. Im Gegenteil, es spornt andere Forumbesucher an, den Mut zu diesem – manchmal sehr schweren Schritt zu wagen. Auch ich fühle mich „geheilt“. Narben werden immer bleiben, auch hin und wieder Momente, in denen Tränen fließen, aber ich kann meine Geschichte nun in meine persönliche Biographie integrieren und habe gelernt, mit meinen Narben umzugehen. Peggy, ich kann verstehen, dass du von Deiner Therapieform begeistert und 100 % überzeugt bist. Aber eins möchte ich trotzdem bzgl. Deiner Aussage: „nur eine richtige und gute vertraute stationäre therapie hilft wirklich!“ bemerken. Es gibt nicht DIE PERFEKTE Therapieform, die für alle Betroffene zugleich DIE BESTE ist. Jeder muss für sich ganz persönlich erspüren, in welcher Stilrichtung er sich am wohlsten fühlt, effektiv mitarbeiten kann und sich öffnen kann.
    Und ich wiederhole es gerne noch einmal. Ja, die Tatsache, dass Heilung möglich ist, durfte ich auch erleben und es freut mich uns sicher auch viele Betroffene, dass hier immer wieder Betroffene darüber berichten.
    Liebe Grüße
    Sarah

  16. Sarah M. schreibt am :

    Die oben geschildeterte Situation von Wilma ist unfassbar. In solchen Fällen ist dringend anzuraten, den behandelnden Arzt, Therapeuten anzuzeigen. Der 1. Schritt sähe folgender maßen aus: Den behandelnden Arzt bei der Landesärztekammer anzuzeigen. Dies ist kostenlos für jeden Patienten möglich. Der 2. Schritt: Kontakt mit der für das jeweilige Bundesland zuständigen Schlichtungsstelle der Landesärztekammer Kontakt aufzunehmen, um eine Einigung zw. geschädigten Patient und dem behandelnden Arzt herbeizuführen. Auch dies ist für Patienten kostenfrei. Ist keine Einigung herbeizuführen, wird der MDK automatisch eingeschaltet, um den Sachverhalt zu überprüfen. Zusätzlich steht jedem Betroffenen frei einen Rechtsanwalt einzuschalten.
    Unter folgender Internet Adresse http://www.anwalt-suchservice.de findet man Adressen von Fachanwälten für Arzthaftungsrecht in der jeweiligen Region.

  17. Lena schreibt am :

    Liebe Wilma,

    ich bin entsetzt darüber, wie die Leute in der Klinik mit Dir umgegangen sind.

    Das zeigt, dass das grundlegende Problem das asymmetrische „Machtverhältnis“ zwischen PatientInnen und ÄrztInnen ist. Hier muss sich dringend etwas ändern – wie Deine Erlebnisse zeigen, kann es nicht sein, dass Kliniken irgendwelche Phantasie-Diagnosen stellen, ohne sich dafür ggfs. rechtfertigen zu müssen. Das ist ein schwerer „ärztlicher Kunstfehler“.

    Mein Eindruck ist darüber hinaus, dass viele Behandelnde nur mit Trauma-PatientInnen umgehen können, wenn sie klein, schwach, blass und mit großen Augen vor ihnen sitzen und dem typischen „Opfer“-Bild entsprechen.

    Viele Überlebende haben aber eine unglaublich starke Seite (sonst hätten sie ja nicht überlebt), die sie im jahre- oder jahrzehntelangen Kampf entwickelt haben.

    Sprich: Das, was eigentlich eine prima Ausgangsbasis für die Traumatherapie wäre, wird ignoriert und klein gemacht. Da kommt es dann, wie von Dir beschrieben, zu Machtmissbrauch – berechtigter Ärger wird dann z.B. gerne als „Beweis“ für generell aggressives Verhalten / Borderline genommen. Und – zack – ist die Welt der Ärtzte wieder in Ordnung und sie müssen sich nicht mit Kritik auseinandersetzen und ihre Arbeit hinterfragen.

    Wo kämen wir auch hin, wenn PatientInnen Persönlichkeitsanteile haben, die evtl. Selbstunsicherheiten bei den Behandelnden auslösen? 🙁

  18. Wilma schreibt am :

    http://www.alice-miller.com/leserpost_de.php?lang=de&nid=1168&grp=0407

    Liebe Sarah M., liebe Lena, danke für die Anteilnahme!
    die Angelegenheit ist zivilrechtlich verjährt. Menschen, die an einer PTBS leiden, können leider erst mit großer Verspätung reagieren. Das ist dasselbe Problem wie mit dem Missbrauch. Ich bin auch sehr froh, dass ich wegen des Behandlungsfehlers (=Fehldiagnose) nicht vor Gericht gegangen bin, da hätte ich nur draufgezahlt und es wären neue Schmerzen dazugekommen. Ich hätte auch die Klinik verklagen müssen, da sich die Ärztin inzwischen in Schleswig-Holstein befindet. Es ist auch sehr schwer, in einer solchen Sache den Schaden nachzuweisen. Außerdem ist der Streitwert zu gering. Anwälte kosten Geld und eine Rechtsschutzversicherung habe ich erst seit einer Woche. Kostenlos mit Beratungsschein vom Amtsgericht, das macht kein Mensch. Ich habe zehn Anwälte gefragt.
    Über die Psychologin habe ich mich bei der Psychotherapeutenkammer beschwert. Wieder dasselbe Problem: verjährt. Deswegen mache ich mir auch keine Hoffnungen wegen der Ärztekammer. Die halten alle zusammen. Ich habe neulich einen Arzt von der Ärztekammer Schleswig-Holstein im Fernsehen gesehen. Ein Arzt hatte eine Patientin verg*. Der Reporter fragte: Was passiert denn jetzt mit dem Arzt? Der Mitarbeiter sagte: Er bekommt eine Rüge. Wir sind hier keine Strafverfolgungsbehörde. Das ist alles.
    Mit dem MDK will ich nichts zu tun haben. Die Krankenkassen sind diagnosengeil. Für eine „Persönlichkeitsstörung“ gibt es Geld aus dem Gesundheitsfonds, für PTBS gibt es gar nichts!!!!
    Das Einzige, womit ich die noch packen kann, ist die Sache mit der Urkundenfälschung und an die Öffentlichkeit gehen. Da werde ich mich jetzt noch mal erkundigen bei einem Anwalt. So schnell gebe ich mich nicht geschlagen.
    liebe Grüße

  19. Elvira schreibt am :

    Danke Sarah M. Zusammen können wir ganz bestimmt ganz viel erreichen.
    Elvira

  20. Lena schreibt am :

    Liebe Wilma,

    eine NPS-Diagnose wird in der Psychiatrie / Psychotherapie eigentlich nach dem „Gießkannenprinzip“ verteilt – Selbstunsicherheit zeigen ja die meisten Trauma-PatientInnen, und wenn sie „zu selbstbewusst“ auftreten, ist das umgekehrt natürlich genauso ein Beweis.

    Die Diagnose wird meinem Eindruck nach generell „nach Gefühl“ verteilt, während eine PTSD-Diagnose (= Traumatisierung) nur nach umfangreichen Tests ausgestellt wird, auch wenn die Betroffenen eigentlich sehr eindeutig traumatisiert sind.

    Das Schlimme ist, dass niemand sich die Mühe macht, Beschwerden von Patienten ernst zu nehmen und sich mit Gutachten erneut zu beschäftigen. Und, wie schon gesagt, psychisch Kranke gelten sowieso, salopp formuliert, als „überspannt“, „agressiv“, „nicht urteilsfähig“.

    Der Nachweis von ärztlichen Kunstfehlern vor Gericht ist schon bei körperlichen Erkrankungen sehr, sehr schwierig, langwierig und aufwändig. Eine „Wiedergutmachung“ im Sinne einer Anerkennung Deiner seelischen Verletzung durch das Verhalten der Ärzte hättest Du dort sicher nicht erreichen können, so traurig das ist. (Darüber kann man aber zu Recht empört sein.)

    Ich war berührt von der Antwort, die Alice Miller Dir auf Deinen Brief hin geschrieben hat. Hast Du jemand oder kannst jemand finden (Therapeutin / Beratungsstelle), die Dich in Gesprächen auffängt und Dir hilft, das Erlebte zu verarbeiten?

    Liebe Grüße,
    Lena

  21. Elvira schreibt am :

    Liebe Wilma,
    dir wünsche ich alles Gute. Ich denke an dich.
    Elvira

  22. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Wilma,
    ich finde es klasse, dass du Alice Miller zu Deinem Probleme kontaktiert hast.
    Die Arbeit und Kommunikation mit dem inneren Kind ist mir durch meine jahrelange Therapie vertraut und ich kann das nur unterstützen, was Alice Dir mit auf den Weg gibt.
    Trotzdem würde ich parallel, wie du selbst auch erwähnt hast, um eine Richtigstellung der Diagnose und der Urkundenfälschung kämpfen. Denn diese Dianose hängt einem Patienten ewig nach, und ist in der Krankenakte fest verankert, wenn nicht Widerspruch eingelegt wird. Mach dies ziemlich rasch, denn auch hierfür gibt es Fristen, die eingehalten werden müssen.
    Sarah

  23. Das Problem ist ganz neu für mich, hab darüber noch nie gehört und ehrlich gesagt bin erschüttert, aber zugleich auch nicht so viel überrascht. Das ist eigentlich die menschliche Natur, für einen Arzt aber ist das absolut unzulässig.

  24. Creyce schreibt am :

    Hey ihrs,

    die ratschlaege zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten
    sind theoretisch gut praktisch schwierig.man ist nicht umsonst
    in Psychotherapie. Was ist also wenn man nicht
    die Kraft dafür hat ein gerichtliches Verfahren
    durchzustehen?
    Ich hab beim überfliegen hier gelesen dass wer von euch
    seinen Vorfall bei der kammer haette melden wollen.
    Nur dass es nun wegen verjaehrungsfrist zu spaet
    sei.waere es für dich okay gewesen wenn als Ergebnis rausgekommen waere dass entweder das ganze fallen gelassen worden waere oder dass dertherapeut lediglich gerügt worden waere er trotzdem in dem Beruf weiterarbeiten darf? Wenn ja dann waere das vielleicht wirklich ein guter weg für dich gewesen.

    Lg

  25. Creyce schreibt am :

    Ergaenzend zu meinem vorherigen Beitrag wollte
    ich noch sagen, dass der psychotherapeut
    auch versuchen kann sich zu Schuetzen
    obwohl er so etwas getan hat. Eine der
    Methoden ist der Patientin eine
    Persönlichkeitsstörung zu unterstellen.
    Dies scheint dem Therapeuten einen
    groesseren Spielraum zu geben die patientin
    unglaubwuerdig hinzustellen.also an all diejenigen
    denen so etwas passiert ist und
    keine Persönlichkeitsstörung haben: lasst
    euch von dieser Diagnose nicht aus der Bahn
    werfen!macht euch klar dass diese Diagnose
    nur dem Therapeuten dient sich zu schuetzen.
    Das kann sehr schwer
    sein, dennoch ist das meiner Meinung nach wichtig.

    Lg creyce

  26. Larissa schreibt am :

    Hallo Wilma

    Dann müßten die Krankenkassen , aber auch mal die Gelder für PTBS
    locker machen .
    Sonst laufen alle Opfer nur wegen dem Geldangelegenheit , dann mit falschen Diagnosen herum .

    Zitat :
    Fehlerhaft “Borderline”-Diagnosen sind im übrigen nicht selten und haben für die Betroffenen manchmal ganz böse Folgen im weiteren Leben, z.B. wenn sie eine zu ihrer wahren Grunderkrankung passende Reha machen wollen.
    —-
    Nun ich hatte leider schon diese Diagnose abbekommen .
    Und Akteneinsicht in die Unterlagen hat man als Psychich kranker ja gar nicht .
    Und da kann man dann auch nicht richtig nachforschen was in der Klinik so alles Ablief .
    So wie ich das hier lese , ist das ja mit der Traumaklinik umstritten , da muß man wol selber für sich sehen , was für einen Besser ist .
    Nun ja klein Und Schwach sein müssen .
    In den Psychiatrien ja sehr verbreitet , wenn man nicht gehorcht ist man krank und hat sich unterordnen zu lernen .
    Und draußen soll man sich dann wieder durchsetzen können .
    Nun wo sollte man das denn dann gelernt haben ? Als Opfer sicher nicht ?
    Aber die kraft die uns überleben lies , kommt filleicht um das alles zu verarbeiten zu können .
    Aber ob es einen nicht auch umhauen kann ?
    Mit dem Durchblick , erkennt man filleicht dann eher ungereimtheiten ?

    grüße
    Larissa

  27. Eva schreibt am :

    Ich finde den Satz des obigen Artikels sehr bemerkenswert:

    „Oft besteht eine “traumatische Bindung an den Täter fort”“

    Da fällt mir spontan das Stockholmsyndrom ein, wo ein Opfer , für mich paradox, einen der Straftäter geheiratet hat.

    Oder das battered wife Syndrom, wo mißhandelte Frauen immer wieder zu ihren Peiniger zurückkehren und die übrige Wekt nichts tun können.

    Ich kenne auch einen Fall eines mißbrauchten Kindes, das immer wieder zu dem Täter, sogar als Erwachsene ihren Großvater, dem Täter , besucht.

    Kennt ihr auch dieses paradoxe Verhalten ?

    ———-
    Gibt es irgendwo gesammelte Daten über psychische Fehldiagnosen ?

    Gibt es Sexualopfer, die ein Trauma bekamen und dann noch schwerste Psychosen, die trotz Psychopharmaka kaum Linderung hervor rufen ?

    Ich habe gesehen , dass in der Klinik bei Depressionen und Psychosen, die sich stark unterscheiden, gleiche Neuroleptika verabreicht wurden. Ist das anderen auch schon aufgefallen ?

  28. Larissa schreibt am :

    Hallo Eva
    Ja solche Frauen , haben oft wieder solche Männer , die sie nicht gut sind .
    Aber ich denke das Liegt daran , das man die Sache dann noch nicht richtig durchschaut hat , und so dann wieder in die selbe Schiene rein gerät .

    Ja man will erst abstand , denkt in Schwachen momenten da ist ja einer der mir hilft , wenn man sonst keinen hat .
    Und m,an bekommt dann ja auch erst mal Hilfe , bis er wieder Macht in der Hand hat .
    Dann ist Hilfe nur noch spärlich zu bekommen , mit erbetteln .und und und .( aber dann ist man auch schon wieder gefangen )
    Aber es dauert , bis man den richtigen Durchblich hat alles zu verstehen .
    Aber ob man alles verstehen kann ?
    Aber man mus es erst mal so weit verstehen können , was das Wort Mißbrauch erst mal bedeutet .
    Und das ganze Ausmaß verstehen , was aber dann auch nicht einfach ist zu verkraften .
    Und man dadrann schnell zerbrechen kann .
    Und wenn man die Kraft gar nicht dazu hat , kommt das Villeicht auch gar nicht dazu ?
    Mfg
    Larissa

  29. Wilma schreibt am :

    Hallo Larissa, auch in einer Traumaklinik haben die Patienten jederzeit das Recht auf Akteneinsicht. Die rechtliche Tendenz geht dahin, dass auch seelisch Kranke den medizinisch Kranken rechtlich vollkommen gleichgestellt werden. Ich war schon zweimal in der Klinik zur Akteneinsicht und musste extra deswegen hinfahren. Die ganze Akte war ein einziger Verhau, eine richtige „Messie-Akte“. Eine Ansammlung aus Schlamperei, Hysterie, Angst, Dummheit und Fälschung. Man steht ohnmächtig davor und weiß nicht, was man machen soll. Ich denke auch oft an eine Petition vor dem Europäischen Gerichtshof. Menschen, die an PTBS leiden, sind nicht in der Lage, einen Behandlungsfehler (verjährt nach drei Jahren) anzuzeigen. Das ist genau dasselbe wie mit dem sex. Missbrauch. Sie können also aufgrund ihrer Krankheit nicht zuerst die ganzen Klagewege durchgehen.

  30. Larissa schreibt am :

    Hallo Wilma

    Ich weiß nicht , ob eine Psychiatrie , da nicht anders gehandhabt wird ?
    ich kann mir denken das in meinen Unteralgen auch ziemlich alles Auf mich , sehr Krank gemünzt steht .

    Wilma schreibt am 8. September 2010 um 16:35 Uhr
    Sie können also aufgrund ihrer Krankheit nicht zuerst die ganzen Klagewege durchgehen.

    Das versstehe ich nicht richtig , grübel immer weiter .
    wenn man an der Diagnose was ändern will , muß man das dann anders angehen , als Klagen ?

    Ich binn ja noch mal neu , über die Kliniken am durchdenken .

    Aber das Letzte Krankenhaus , da ist mir ja auch einiges passiert .
    Aber ich weiß gar nicht , wie ich dadrüber genken soll , binn das gerade am verarbeiten .Wieder mal .
    Aber ich weiß ja , nach dem Krankenhaus ,(Durch die Triggernde OP) dadurch das ganze Außmaß am Mißbrauch .
    Auch durch das verarbeiten , der ganzen Geschehnisse , die ich selber machte .
    Und auch im Krankenhaus geschahen .
    Ich konnte einmal gar nicht verstehen , das man wichtige Mitteilungen der Untersuchenden Frau , da nichts von mir gesagt hatte .
    ( Die Frau tat da wo ich frisch opperiert war , ohne Vorsicht ein Untersuchungsteil rein , ich Schrie das ganze Krankenhaus zusammen , die Schwester ,aufgelöst zum Telefon gerannt .

    Eine Schwester wo ich mit geredet hatte , meinte bei mir währe es nur eine Sexuelle belästigung gewesen , die mich ja auch behandelt hatte .

    Auch das ist alles noch sehr frisch auch wenn es nun ein Jahr ca . her ist .
    Filleicht hatte ich da nicht genug von mir erzählt am Anfang , das die nicht wußten , das die mich Triggern ,War das was ich spürte wirklich die erforderliche Behandlung ??
    Am Anfang bevor bei den Behandlungen was geschah ,empfand ich das nicht so triggernd ,

    Ich habe da irgentwie eine Befürchtung , das man da gedacht haben könnte , das ich das sogar gerne gehabt hätte . weil ja ein Neurologe von der Freuds Theorien Klinik da war , ich dann fillleicht anders wargenommen worden binn .
    Wurde ich mit der Zeit dazu empfindlicher ? oder hatten die die Behandlungsmaßnahmen geändert ?

    Zum Schluß war dann , eine dabei die dann lernen sollte .
    Das erinnerte mich aber , an die Geschehnisse in meiner kleinsten Kindheit , Freundins Brüder , die mich zwischen hatten .

    Aber das konnten die ja nicht wissen .
    Hätte ich da was gesagt , währe ich nicht gut angekommen ?

    Ich fragte , warumm denn nun zwei kämen , ob die angst hätten ich würde vom Bett springen .
    Nein die Andere Sollte sehen , wie sowas geht .
    Ich hatte auf die versprochene Behandlung gepocht , zu meiner Gesundheit .
    Ob die dachten , ich hätte da eine Sucht nach ??
    Aber das nun alles anzeigen ; ich weiß nicht ?
    Ich war ja in Beratung gewesen , da müßte man den Ärzten sagen , was mit einem Ist .
    Wo Vorsicht geboten währe .
    Mfg
    Larissa

  31. kätzin62 schreibt am :

    Was die Diagnose PTBS angeht, werden noch immer viele Fehler gemacht in der Psychiatrie.

    Fall:
    Die Diagnosen lauten oft Schizophrenie. Der schon durch Gewalt und Trauma Geschädigte wird in einer Krisensituation und auf Beschluß des Vormundschaftsrichters und Betreuers zu Hause aufgesucht. Sollte dieser die Türe nicht öffnen, wird die Feuerwehr geholt, die Türe geöffnet und plötzlich steht die Polizei, die Feuerwehr, das Ordnungsamt, eine Beschäftigte der Betreuungsbehörde in der Türe. Ihr könnt euch ja vorstellen, welche Panik dann ausbricht. Handschellen, abführen, Psychiatrie, erst mal stillgestellt, eingesperrt für 6 Wochen mindestens. In unserem Fall waren es 5 Monate in der Geschlossenen. Es war eine postpartale Depression zusätzlich nach Entbindung. Baby sofort vom Jugendamt in Beschlag genommen, die Patientin verzweifelt in der Psychiatrie, Beschluss wurde 2 x verlängert. Die Patientin/Geschädigte, ohnehin traumatisierte Person von MB begehrt auf, wird aggressiv, was wiederum zur Folge hatte, dass man sagte, sie wäre noch viel zu krank und man verlängert wiederum Beschluss.

    Es ist einfach zum Kotzen, wie die Ärzte dort mit Traumatisierten umgehen, obwohl Aufklärungsarbeit geleistet wurde, teilweise wurde diese mit der Bemerkung abgelehnt, „interessiert nicht“. Wie viel Schaden wird durch solch eine Zwangsbehandlung, untersützt durch Behörden, Ärzte nochmals angerichtet. Diese Angelegenheit ist wiederum traumatisierend und irgendwelche speziellen Therapien gibts dort nicht in diesen Einrichtungen. Es gibt Psychopharmaka, die diese Traumatisierten ruhig stellen sollen. Ich möchte nicht wissen, welche Medikamentenstudien da durchgeführt werden, ohne dass dies Patienten wissen. Und so verbrachte sie die letzten 10 besten Jahre ihres Lebens davon jährlich mindestens 8 Monate in der Psychiatrie.

    MB-Geschädigte werden dsdurch abgestempelt wie Idioten, Suizidgefährdung inbegriffen. Ist das ein Leben, trotz guter Opferentschädigung?

    Es grüßt

  32. kätzin62 schreibt am :

    Kleiner Zusatz: während der Schwangerschaft fühlte sie sich seelisch gut, die Medikamente gegen „Schizophrenie“ wurden natürlich sofort abgesetzt. Es gab keine Entzugserscheinungen.

    Ein einziges Mal befand sich ein Oberarzt in der Psychiatrie, der auch noch Traumaspezialist war. Dieser erkannte das Trauma (Teste) zusätzlich zu überwiegend zusätzlicher manischer Depression.

    Während der Zwangseinweisung wurden Intrigen gesponnen, die Betreuerin erweiterte ihren Aufgabenkreis auf Sorgerecht fürs Baby (vielleicht hat sie das mit Hilfe JA kassiert?), Einwilligungsvorbehalt für finanzielle Angelegenheiten sowie Postangelegenheiten.

    Ein juristisches Einmischen der Verwandten wurde mit Androhung einer Unterlassungsklage und Datenschutzverletzung beantwortet. Eine Einsicht in die Gerichtsakte mit der Betreuten offenbarte nur noch schlimmste Mitteilungen ./. Betreute, die so gut inzwischen wie entmündigt ist. Ein Betreuerwechsel wurde beantragt. Der Richter antwortet nicht, denn dann wäre das der Startschuss für Rechtsmittel dagegen und Entscheidung einer höheren Instanz. Es wurde zu viel gemauschelt, was nicht rauskommen soll. Über die Zustände in dieser Psychiatrie wurde die Krankenkasse informiert, was wiederum zur Folge hatte, dass diese hiervon die Betreuerin informierte. Also kein Recht mehr auf Intimspähre und Datenschutz. Private Post wird von Betreuerin beschlagnahmt und zum Teil nicht weitergeleitet. Behördenpost zum Teil mit 14-tägiger Verspätung. Termine vor Gericht 1 Tag vor Verhandlung, so dass die Betreute sich keinen RA in der Schnelle suchen kann.

    Es wird schon der Zeitpunkt abgewartet, wann die Verwandte, die Dinge aufdeckt, beim Namen nennt, evtl. selbst beim Amtsarzt vorgeladen und in die Psychiatrie gesteckt wird (siehe Gefälligkeitsgutachten des Sachverständigen Holzmann in den Prozessen gegen die Steuerbeamten, die als nicht dienstfähig und als psychisch auffällig erklärt wurden).

    Wir lassen uns nicht unterkriegen.

    Gruss

  33. Eva schreibt am :

    Hallo kätzin 62,

    Deine Erfahrung : „Ein juristisches Einmischen der Verwandten wurde mit Androhung einer Unterlassungsklage beantwortet“: kenne ich auch von einem Täter, als Leute einen grausamen Fall in die Öffentlichkeit brachten“.

    Deine Behauptung :
    „Was die Diagnose PTBS angeht, werden noch immer viele Fehler gemacht in der Psychiatrie“.

    „Die Diagnosen lauten oft Schizophrenie:“kenne ich auch.

    Da wurde sogar geleugnet, dass Traumen vorhanden sind.
    Unfaßbar.

  34. Larissa schreibt am :

    hallo kätzin62
    Ich hatte es gestern schon gelesen , mußte es erst sacken lassen .
    Das ist echt hart was du da schriebst .
    Das die einen Zwangsweise von zu Hause weg holen , das macht ja echt mega Angst .
    Ich hatte ja auch so ein Erlebnis , wo ich das Erste man in der Psychiatrie kam .
    Wo die Psychologin meinte , das ich da nur 1 – 2 Tage in die Klinik auf der Geschlossenen da sein müßte .
    Aber durch die Trigger , die Frauen da riefen wie meine Mutter wenn die krank war .
    (Die waren an den Stühlen vixiert , und abends dann im Bett auch .)
    Das hielt ich nicht aus .
    Und die reaktion gefiel den Ärzten nicht .
    Oberarzt kam , redete mit mir , aber damit wurde es nur noch schlimmer .
    Der hatte kein Verständnis für mein Problem .
    Nun ich weinte dann , und legte mich weinend auf dem Boden in der Ecke .
    (Bettzimmer , waren ja abgeschlossen .Keine richtige Rückzugsecke .
    Zwangsvergesellschaftung .)

    Da meinte der Oberartzt , wenn die da nicht bleibt , dann bekäme ich Tabletten .
    Ich verharrte dann da .
    Die Schwestern riefen mich , wol zum Essen .
    Ich kam nicht !meldete mich auch nicht .
    Dann irgentwann konnte ich dann zum Essen gehen .
    Aber das in der Ecke ligen bleiben und gehorchen , war meine Reacktion auf die Psychiatrie .
    Da ich das , von meiner Mutter kannte .

    Was mir denn 14 Tage geschlossene einbrachte .

    Nun ja , man geht freiwilig rein , aber wenn man raus will , wird doch mit Zwangseinweisung gedroht .
    Weil man ja seinen Zustand , ja selber nicht einschätzen kann .
    Ich finde es immer schwirig , da wieder raus zu kommen .

    Als ich meine Mutter in die Psychiatrie bringen mußte , lachte ich bei Ihren erzählungen , weil ich das Krankhaft empfand ? Oder ich nicht wußte ob ich das Ernst nehmen mußte oder nicht .
    Nun ja dann bekam ich die Frage gestellt , ob ich auch da bleiben wollte !!
    Ich nee ich muß noch Arbeiten gehen .
    Man o man , wie schnell kann man da rein geraten !
    Mfg
    Larissa

  35. Sehr guter Artikel. Natürlich ist es wichtig, dass man in seinem Therapeuten eine Bezugsperson sieht, aber auf profesionelle und freundschaftliche Weise.

  36. Hubert schreibt am :

    einen Grund, dass es immer wieder zu derartigen Vorfällen kommt, sehe ich darin, daß Patienten nicht von einer unabhängigen Stelle befragt werden, wie sie mit der Therapie klarkommen.
    Zwar gibt der Therapeut eine Stellungnahme gegenüber der Einrichtung ab, jedoch ist in der anderen Richtung nichts vorgesehen. Somit hat der Therapeut eine deutliche Machtstellung gegenüber dem Klienten. Denn wie der Therapeut den Patienten bewertet, liegt in seinem persönlichen Ermessen.
    Dadurch erfährt der Pateint nicht selten wieder eine gewisse Ohnmacht mit dem Gefühl des Ausgeliefertseins.
    Solange das nicht endlich gesetzmässig verändert wird, besteht immer die Möglichkeit, dass es zu Missbrauchsfällen in Therapieeinrichtungen kommt – hier sei auch der verbale Missbrauch zu berücksichtigen mit teils verheerenden Folgen.
    Es muss dringend eine weitestgehend anonyme, wirksame Beschwerdestelle für Patienten eingerichtet werden!
    Die bisherigen Einrichtungen dazu scheinen jedenfalls nicht hinreichend zu funktionieren.

  37. opferhatlebenslänglich schreibt am :

    Von meinem ärztlichen Psychotherapeuten im Raum Rhein-Main fast eineinhalb Jahre lang sexuell missbraucht worden in der Therapie. Penetrationen usw.

    Anzeige bei der Polizei mehrere Jahre später.
    Aussagepsychologisches Gutachten, die Gutachterin war wohl unerfahren, zu jung. Die hat es nicht gecheckt.
    Oder diese Leute sind einfach nicht eingerichtet auf Fälle, die mal etwas(!) komplexer daherkommen.

    Man wird sofort misstrauisch beäugt à la „die ist ja schließlich schon in Therapie gekommen, also hat sie ja vielleicht Hallucinationen oder so etwas, also glaubt sie vielleicht das, was sie sagt, aber vielleicht ist es nur Phantasie“.
    Einstellung des Verfahrens.

    Arzt praktiziert munter weiter.
    Schreibt sich 1A-Bewertungen im Ärzteportal und lässt alles Kritische sofort vom Anbieter löschen.
    Das Portal interessiert es nicht, wenn man darauf aufmerksam macht und bittet, seine auffallend positiven und glatt formulierten und plötzlich(!) fast im wöchentlichen Takt auftauchenden Bewertungen mal zu prüfen, ob es immer die selbe IP-Adresse ist vielleicht oder so.
    Rechtfertigen und die Behandlung beweisen muss dort immer nur der Patient auf Verlangen des Arztes. Andersrum werden positive (zu positive) Bewertungen aber nie in Frage gestellt und kritisch geprüft.

  38. Annefrank schreibt am :

    Liebes opferhaltlebenslänglich,
    es tut mir unendlich leid was dir passiert ist. Mir ist dasselbe passiert.Nach drei Suizidversuchen während der „Therapie“ – ich konnte den Missbrauch nixht mehr ertragen-hat er die Therapie beendet ohne mir einen Nachfolgetherapeuten zu vermitteln. Nach einem halben Jahr musste ich nach einem erneuten Suizidversuch in die Klinik, in der ich endlich Hilfe bekam. Alle waren total entsetzt und die Klinik hat meinen Therapeuten angezeigt. Er musste Stellung beziehen, hat mich unter Druck gesetzt meinen Therapieinhalt öffenltich zu machen , sollte ich gegen ihn aussagen. Das Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 1000€ eingestellt.Zum Glück aber auch die Psychotherapeutenkammer Kenntnis und ich hoffe, dass sie ihm die Approbation entziehen, dass er das nie wieder einer Frau antun kann! Nie wieder werde ich Vertrauen haben können, bin seitdem berentet und kann kaum aus dem Haus.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft, lass dich nicht unterkriegen und wehr dich- melde das deiner zuständigen Psychotherapeutenkammer, denn sie sind verpflichtet dem nach zu gehen!

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