Missbrauch – ein Opfer erzählt

21.03.2010

WDR.de Mediathek 8.03.2010

Jahrzehntelang haben Pater offenbar Schutzbefohlene missbraucht – vertuscht, verschwiegen, verdrängt. Und auch die Opfer haben geschwiegen, aus Scham. Ein Opfer bricht jetzt aber das Schweigen, 60 Jahre nach dem Vorfall im Bonner Aloisius-Kolleg.

Ein Beitrag von Anette Flentge

lieber herr denef !  der kindesmissbrauch durch kleriker und kirche beginnt viel früher als z.zt. dargestellt wird, und zwar definitiv mit der “beichte”. //   teil I: als ich 10 jahre alt war, mußte ich eines tages in die kirche und in so einen finsteren kasten, in dem im finsteren ein finsterling saß, der mich überaus indiskret fragte, “ob ich unkeusch gewesen sei?” und dann noch “alleine oder mit anderen?” ( auf diese idee war ich bis dahin noch gar nicht gekommen! ).  fragen an einen in den wirren der pubertät stehenden, bis dahin gesunden und unkomplizierten jungen. nach würdevollem, unverständlichen gebrabbel entließ mich der finsterling mit den worten: “bete zur buße 3 vater-unser und 3 gegrüßet seist du maria”.  zur buße ???  der natürlichste vorgang der welt, der eigentlich vitalität und lebensfreude bedeuten sollte, wird von beginn an “verteufelt”.   teil II:  am sonntag drauf stellt sich der o.a. finsterling überaus imponierend als zentralfigur dar in “seinem hochamt”. er stolziert in kuriosem ornat würdevoll 3 schritte links, 3 schritte rechts, die orgel braust auf zu seiner choreographie, es qualmt mächtig und bei einem gebimmel geht die gesamte gemeinde in die knie.  dann sagt er schließlich sinngemäß so etwas wie : “so das war´s!  ihr könnt jetzt gehen!”  die abschließende frage: nehmen sie als kind diesen überaus wichtigen selbstdarsteller nicht automatisch ernst? ich jedenfalls kenne den knilch aus der herz-jesu-kirche in bad godesberg noch ganz genau.  und ist das nicht ein wahrlich geniales system: der finsterling, der einen “zum sünder erklärt” ist damit gleichzeitig der selbsternannte, alleinige guru, der einem vergeben kann, was er einem “wider die natur” zuvor eingeredet hat.  ausklang: man müßte eine saftige satire schreiben, wenn es nicht so verdammt ernst und folgenschwer wäre. viele grüße und herzlichen dank für ihre aktivitäten, die ich gerne unterstütze.
prof.dr.gernot lucas  z.zt menton

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2 Kommentare

  1. Uwe Achterkamp schreibt am :

    Ich war 10 Jahre in den Fängen der Salesianer in Berlin Wannsee,ich freue
    mich das es Leute wie sie gibt. sie haben mich dazu bewogen auch an die
    Öffentlichkeit zu gehen.
    Es ist schon pervers wenn der Pater der einem gezeigt hat wo der Blinddarm
    ist und der Pater der dir Abdrücke seiner Hände auf den Rücken prügelt
    im Beichstuhl sitzt und die Beichte abnimmt.
    Ich bin aus der Kirche ausgetreten denn es gibt keinen Gott,würde es einen
    geben könnte er sowas nicht zulassen.

  2. Ch. Wittenbecher schreibt am :

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    bei allen diesen schrecklichen Dingen, welche jetzt durch die Medien geistern und welche leider passiert sind, ist es sehr schwer zu glauben, das der liebende Gott wirklich lebt.
    Menschen sind Schuldige und Sünder, lassen sich auch in der Katholischen Kirche, welche ja so heilig ist, von Ihrer Menschlichkeit nicht abbringen.
    Ich bin der Meinung, das die selbsterlegte Enthaltsamkeit in sexuellen Angelegenheiten eine riesige Rolle in diesem “Sex- Skandal” spielt, denn jeder Mensch hat eine Sexualität, auch Pater der Katholischen Kirche.
    Und da sie keine Frau haben dürfen,lassen sie es fälschlicher Weise an denen aus, denen sie eigentlich behüten sollen.
    Das alles hat aber überhaupt nichts damit zu tun, ob Gott nun da ist oder nicht. Ich habe es in meiner Gemeinde erlebt, dass Er da ist und unheimlich viele Menschen sich neu zu sich zu ihm hinziehen lassen.
    Wir leben hier in einer Welt, die nicht auf dass hören will, was Gott eigentlich für jeden einzelnen Menschen geplant hat, die schlecht ist. In der Offenbarung richtet Jesus über Gemeinden und das wird er auch mit der katholischen Kirche passieren…
    Ich wünsche Ihnen, dass das, was Ihnen als Opfer, zusteht, dass Sie dies bekommen, und lassen sie sich nicht entmutigen weiter an unsern Retter zu glauben.

    - Alles Liebe und Gute und Gottes reichen Segen im Jahre 2010-
    Ch. Wittenbecher

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