“Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist?”
“Sexualisierte Gewalt mit Liebe zu vergleichen ist ein Verbrechen – ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen.” (Norbert Denef)
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“Die Charité vergleicht sexuellen Kindesmissbrauch mit Liebe”
Ist das Liebe, wenn ein Kind körperlich schwer verletzt wird?
Ist das Liebe, wenn ein Kind nach der Misshandlung im eigenen Blut liegt?
Ist das Liebe, wenn ein Kind geknebelt und gefesselt wird, damit es sich gegen diese “Liebe” nicht mehr wehren kann?
Ist das Liebe, wenn es im Verborgenen geschehen muss, damit keiner Zeuge dieser großartigen “Liebe” wird?
Ist das Liebe, wenn die Seele eines Kindes stirbt?
Ist das Liebe, wenn der Wille eines Kindes gebrochen wird?
Ist das Liebe, wenn einem Kind brutale Gewalt zugefügt wird?
Ist das Liebe, wenn einem Kind derart viel Schaden und Verletzung zugeführt wird?
Nennt Ihr es Liebe, wenn jemand gequält, misshandelt, gedemütigt, und beschmutzt, entehrt wird?
Liebe umsorgt, kümmert sich, behütet und schenkt!
Nein, es ist nicht Liebe, wenn sie quält, Gewalt anwendet und schwer verletzt!
Nennt Ihr das Liebe??? Ich nenne es Mord auf Raten!
Finde es irgendwie gut das im Vorfeld schon versucht wird solchen Menschen zu zeigen das man so etwas unter Kontrolle bringen kann (mehr oder weniger). Trotzdem stellen solche Menschen immer noch eine Gefahr da. Weil es ja immer noch passieren kann das jemand den Gedanken nachgibt. Wahrscheinlich wäre es doch am besten wenn man solche Menschen wegsperrt oder auf irgendeine andere Art von Kindern oder anderen Menschen (den auch junge Erwachsene können Opfer sein) fern hält.
Und ja, es stimmt wirklich, dass Täter mehr Aufmerksamkeit bekommen als die Opfer. Meist sind eben die Opfer die, die danach noch ewig an den Folgen leiden müssen.
Hallo,
eine meiner Kolleginnen sagte mal so schön “VT (gemeint ist Verhaltenstherapie) tut nicht weh” soll heißen – das ist mit ein Grund für die Beliebtheit der auch von Herrn Prof. Beier angewandten Therapiemethode.
Nicht das ich gegen VT irgendwas hätte – wirkungsvoll, gut zu erlernen, pragmatisch. Aber möglicherweise für “pädophile” Menschen keine nachhaltige, dafür aber bequeme “Therapieform”.
So nach dem Motto “ein bisschen Selbstmanagement, aber nicht ans Eingemachte”.
Interessant was ein Psychoanalytiker zu dem Thema geschrieben hat.
Hier ein abstract (eine Kurzform) :
“Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern ist immer ein sexueller Missbrauch des Kindes durch den Erwachsenen und fügt dem Kind schweren Schaden zu, weil eine ausgeformte, erwachsene Sexualität auf das ungeformte Sexuelle des Kindes trifft. Um die Pädophilie als sexuelle Perversion beschreiben und verstehen zu können, ist es wichtig, sich einen Überblick über psychoanalytische Theorien der Perversionen zu verschaffen. Der Pädophile versucht, in einem unerbittlichen Wiederholungszwang, eine Situation zu reinszenieren, in der er sich als Idol der Mutter erlebt hat und die Mutter «ihr Kind» idolisierend als untrennbaren Teil des eigenen Körpers erlebt. Psychodynamisch ist der Pädophile mit einer idealisierten Mutter-Imago identifiziert, die den Inzest zulässt. In der Übertragung versuchen pädophile Patienten eine Pseudo-Intimität herzustellen. In der Gegenbewegung gibt es eine ausgeprägte Tendenz, die Psychotherapie so zu destruieren, dass ständig ein Abbruch droht. Die innere Spannung, verstanden als psychotischer Kern, ist bei diesen Patienten so groß, dass eine Psychotherapie fast nur unter äußerem Druck (z.B. Strafverfolgung) möglich erscheint. Je mehr der Patient in der Lage ist, Schuld zu erleben, desto günstiger die Prognose, unter Umständen ist dann auch eine Psychoanalyse denkbar. Die Prognose entspricht der von schweren Abhängigkeitserkrankungen.”
Volltext (20 Seiten) unter folgender Adresse im Internet :
Pädophile Perversion, sexueller Missbrauch und Pädosexualität
von HH Haase – 2000
Copyright © 2000 S. Karger AG, Basel. goto top of page Author Contacts. Hans-Hagen Haase Darmstädter Strasse 8. D-10707 Berlin (Deutschland) …
content.karger.com
Herzliche Grüße von
Angelika Oetken, Berlin
Liebe Angelika,
danke für diese Ausführungen/Einstellungen zum Thema “Pädophilie”. Als ich vor wenigen Wochen hier in einem Kommentar argumentiert hatte, dass die (sexualisierte) Annäherung eines Erwachsenen zu einem Kind IMMER Gewalt sei – einfach, weil der Erwachsene IMMER dem Kind überlegen ist – wurde das noch zerpflückt (was ich denn für eine “kranke” Vorstellung von Erwachsenen-Kind-Beziehungen hätte!). Ich sagte damit ja nicht, dass alle Erwachsenen gegenüber Kindern GEWALTTÄTIG sind, aber es besteht einfach ein Gefälle zwischen beiden, und zwar ein Machtgefälle.
Obwohl ich der Psychoanalyse deutlich kritisch gegenüber stehe, halte ich die Ausführungen für nachvollziehbar. Sie widerlegt meiner Ansicht nach auch die Interpretation von Dr. Beier, “Pädophilie” sei eine “sexuelle Prägung” (wie beispielsweise Homosexualität), die sich in der Pubertät entwickle.
Und sie gibt meiner Meinung nach der These Nahrung, dass es sich bei sexualisierter Gewalt eines Erwachsenen gegenüber einem Kind eben um rein egoistische Inszenierungen des Täters zur Stabilisierung seiner (unausgereiften) Persönlichkeitsstruktur auf Kosten des Kindes handelt. So einfach ist das.
Und so schrecklich.
Sehr mutig so offen den Punkt der “Freiwilligkeit” anzusprechen. Das ist sicher der Punkt, der den Opfern am meisten zu schaffen macht. Und es ist der Punkt, wo die Täter am verwerflichsten agieren. Kinder sind so abhängig, so schwach, da von Freiwilligkeit zu sprechen ist geradezu obzön. Aber es ist letzlich auch der Punkt, mit dem sich Täter vor sich selbst rechtfertigen. Gerade deshalb ist das Projekt der Charite so gut. Menschen mit solcher Neigung (und ich glaube, dass das ein Schicksal ist, so bitter es klingen mag), die das erkennen, annehmen (und das möge man ihnen leicht machen) und dann bereit sind damit verantwortungsvoll umzugehen, kann ich nur respektieren. Möge ihnen die Charite helfen und Gott mit Ihnen sein. Alle anderen, die sich unter einer Robe verstecken, die die Opfer als Verführer diffamieren, die soll das Gesetz finden und wir, die wir deswegen die katholische Kirche verlassen, die solche Menschen schützt und die Opfer allein läßt. Das ist unerträglich und kann nur mit Austritt beantwortet werden.
Sehr geehrter Herr Denef,
ich finde es gut, dass Sie sehr deutlich gemacht haben, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder nichts mit Liebe zu tun hat. Und auch eine Hingezogenheit zu Kindern, bei der solche Phantasien eine Rolle spielen nichts mit Liebe zu tun hat.
Den Spot finde ich brandgefährlich, weil er Kinderliebe und sexualisierte Gewalt gegen Kinder in einen Topf wirft.
Das verunsichert die Menschen und wirkt so, als müsse sich jede (denn auch Frauen üben s. Gewalt gegen Kinder, das weiß ich aus eigener Erfahrung) und jeder selbst mißtrauen, wenn er oder sie Kindern positiv zugewandt ist.
Noch eine Schere in den Köpfen, die dazu führt, dass Kinder noch weniger positive Aufmerksamkeit von Erwachsenen bekommen, als es eh schon der Fall ist. Dieser Mangel macht sie erneut zu Opfern. Mißtrauen und Sprachlosigkeit wachsen, die Kinder werden noch anfälliger für Zuwendung, die nicht absichtslos ist. Das erleichtert den TäterInnen dann wiederum ihre Tat.
So bewirkt der Spot unter Umständen gerade das Gegenteil von dem was beabsichtigt wurde.
Noch mehr Mißtrauen gegeneinander und noch mehr Sprachlosigkeit.
Oh ich erinnere mich noch sehr gut als ich diesen Spot das erste mal gesehen habe. Meine Freundin die Missbraucht wurde und ich standen da und starrten einfach nur auf den Fernseher, wir wollten eigentlich gerade essen gehen. Ich drehte mich zu ihr mit riesigen augen und frage: Hast du mir irgendwas in die Cola gekippt oder hat der Typ da gerade echt gesagt “Lieben sie Kinder mehr als ihnen lieb ist?”
Ich dachte wirklich das ich mich vielleicht nur verhört oder schon Wahnvorstellungen habe. Das interessante war das meine Freundin meinte das es doch vielleicht hilft Kinder zu schützen und das sie sich helfen lassen wollen. Ich muss ganz ehrlich sagen das ich darauf hin fast komplett ausgerastet bin.
Liebe!
Das reinste, schönste, unbefleckteste Wort das Sinnbild allem was in meinen Augen mit etwas gutem und schönen verbunden ist wird geschändet für potentielle Kinderschänder?
Liebe!
Liebe ist der beginn etwas schönem, etwas freiwilligem, etwas das uns das Gefühl gibt ganz und gar lebendig zu sein und das bringen die in diesem Kontext? DAS ist keine Liebe das ist ein Verbrechen! Natürlich wünschte ich mir das man die Leute davon abhalten kann ihrem wiederlichem drang nachzugeben aber die werden in diesem Spot als Opfer dar gestellt die einfach nur Lieben. Dieser Spot ist einfach eine Beleidigung und ein Schlag ins Gesicht für jedes Missbrauchte Kind und dessen angehörige.
Kindesmissbrauch hat nichts aber auch gar nichts mit Liebe zu tun denn wenn man jemanden wirklich liebt dann fügt man ihm nicht solchen Schmerz zu und diese Organisation sollte sie für diesen Satz in Grund und Boden schämen!