Missbrauchsopfer stürmt Podium


Hamburger Abendblatt 15.05.2010

Erhitzte Debatte auf dem Ökumenischen Kirchentag. “Nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt”

Von Volker ter Haseborg

München. Der Mann schreit, er ist außer sich. “Lügentheater!”, brüllt er. “Wir werden zum Schweigen gebracht!” Und: “Wir wollen uns selbst vertreten!” Norbert Denef steht vor der Bühne, auf der eine Diskussion stattfinden soll. Der Titel: “Nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt – Missbrauch in der katholischen Kirche”.
Norbert Denef aus Scharbeutz ist ein Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche. Er wurde in den 50er- und 60er-Jahren als Teenager im Bistum Magdeburg von einem Priester und einem Kirchenmitarbeiter sexuell missbraucht, jahrelang. Mittlerweile ist er Sprecher des “Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt”. Er will, dass die Diskussion abgebrochen wird, weil Opfer sexuellen Missbrauchs nicht mitdiskutieren dürfen. Eine halbe Stunde brüllt er gegen die laufende Veranstaltung an, Mitglieder seines Netzwerks legen Porträts von Missbrauchsopfern auf den Boden der Münchner Messehalle. Denef hält ein Schwarz-Weiß-Bild von sich hoch – ein Foto aus der Zeit, als er Ministrant war und missbraucht wurde. Pfadfinder sammeln die Zettel schnell wieder ein, Denef beendet seine Aktion schließlich. Freiwillig.
Es war klar, dass die Missbrauchsdebatte am Freitag der emotionale Höhepunkt des Ökumenischen Kirchentags in München werden würde. Durch den Eklat wird die Stimmung zusätzlich angeheizt. Nachträglich hatten die Organisatoren die Diskussion über Missbrauch ins Programm genommen, zu groß war der Druck der Basis. Die größte Halle der Münchner Messe ist voll, 6000 Menschen sind gekommen. Auf dem Podium steht Pater Klaus Mertes. Wenn es nach Margot Käßmann einen zweiten Star des Kirchentags gibt, dann ist es Mertes, der Rektor des Berliner Canisius-Kollegs. Er war es, der durch die Veröffentlichung der Missbrauchsfälle an seiner Schule zu Jahresbeginn die Debatte um Missbrauch auslöste.
Und wenn es einen Buhmann gibt an diesem Freitagmorgen, dann ist es der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der von der Bischofskonferenz zum Beauftragten für die Aufklärung der Missbrauchsfälle bestimmt wurde. Es sitzen zwar noch andere Menschen oben auf dem Podium, aber im Prinzip kann man den Riss, der durch die katholische Kirche geht, mit den Positionen von Mertes und Ackermann erklären. Mertes will die Krise für eine Fundamentalreform der Kirche nutzen – so wie die aufgebrachte Menge im Saal. Ackermann darf sich von dieser Reformstimmung nicht anstecken lassen.
Was muss die katholische Kirche tun? Mertes fordert, die Frage nach den Machtstrukturen in der katholischen Kirche zu stellen: “Wir brauchen einen innerkirchlichen Diskurs, in der abweichende Meinungen nicht als unkatholische gelten und disziplinarische Konsequenzen haben”, sagt er. In der Halle bricht lauter Jubel aus. Mertes kritisiert, dass es eine sehr laut auftretende Minderheit gebe, “die das Katholische ganz für sich monopolisiert”. Er ruft unter dem Jubel der Zuhörer: “Wir haben in den vergangenen 20 Jahren einen Personenkult für Amtsträger in der katholischen Kirche entwickelt, den ich für missbrauchsfördernd halte.”
Angesteckt vom Mut des Jesuiten spricht sich auch Wunibald Müller auf dem Podium für Reformen aus. Müller leitet das Recollecitio-Haus in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, ein Therapiezentrum für Priester in Krisen. Müller fordert “eine Erweiterung der Priesterschaft durch Frauen” und das Ende des Zwangszölibats. Die Besucher klatschen begeistert.
Es ist klar, dass Bischof Ackermann es schwer hat. Er ist ein Amtsträger, er muss seine Kirche verteidigen. “Ich bin erschrocken über den Verlauf der Veranstaltung, weniger über die Störung als über die Statements zum Thema”, empört er sich. “Laufen wir bitte nicht Gefahr, dass die Opfer aus dem Blick geraten über andere politische Themen.” Das Publikum reagiert wütend, es wittert einen Ablenkungsversuch. “Buh!”, “Pfui!” schallt es Ackermann entgegen, Pfiffe gellen durch die Halle.
Erst in den 90er-Jahren offenbarte sich Norbert Denef seiner Familie, zeigte seine Peiniger an. “Wir Opfer wollen auf Augenhöhe verhandeln”, sagt er dem Abendblatt. Das habe er mit seiner lauten Protestaktion bezwecken wollen. Bischof Ackermann habe er kurz nach der Diskussion abgepasst und ihn an ein Versprechen erinnert: “Er hat mir versprochen, dass die Opfer einen Platz am runden Tisch zum Missbrauch bekommen”, sagt Denef. An dem Tisch saßen Regierungsvertreter, Kirchenleute und Verbandsvertreter – aber keine Opfer.

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34 Kommentare

  1. Hugo Vohrmann schreibt am 15. Mai 2010 um 13:35 Uhr

    Ich finde es ungemein stark und mutig, wenn sich die Opfer in der Öffentlichkeit zu Wort melden. Ich als ebenfalls missbrauchte sowohl zuerst mit Gewalt und Demütigung später im anderen Heim von einem Pater sexuell missbraucht.
    Ich selbst verurteile die Tat bzw. die Täter. Jedoch war für mich weit aus schlimmer, das Schweigegebot, was mir danach auferlegt wurde. Dies war zwischen Bischof und Caritasleitung ausgehandelt worden. Genau dieses wird in den Diskussione zu kutz gestellt. Denn in meinem Fall ist der damalige Bischof für mich genauso Täter.
    Viele solidarische Grüße
    Hugo Vohrmann

  2. W.Müller schreibt am 15. Mai 2010 um 16:10 Uhr

    Lieber Herr Denef
    Vielen Dank für ihren Mut beim Kirchentag in München. Erst jetzt sehen sie, welche Angst die katholische Kirche vor Ihnen hat. Mit ihrer Anwesenheit hätten sie das Besänftigungs Bla Bla für die gläubigen Schäflein empfindlich gestört. Ihr Netzwerk mit den persönlichen Schilderungen hat bei der Bevölkerung und der katholischen Kirche bereits eingeschlagen wie eine Bombe. Leider haben die meisten gläubigen Schäflein kein Internet, ihre Meinung erhalten sie in der sonntäglichen Predigt von den Tätern.
    Der Tenor in der katholischen Kirche ist doch der: da haben wir schon ganz andere Probleme (Hexenverbrennung, Inquisition etc.) durch Schönreden und Aussitzen vom Tisch gekriegt als das bisschen Missbrauch mit Kindern.
    Das Einzige das wirklich hilft, ist Austreten und keine Zahlungen leisten an diese von der Kirche Abhängigen ohne Beruf.

  3. W.Müller schreibt am 15. Mai 2010 um 16:18 Uhr

    Lieber Herr Denef
    Vielen Dank für ihren Mut beim Kirchentag in München. Erst jetzt sehen sie, welche Angst die katholische Kirche vor Ihnen hat. Mit ihrer Anwesenheit hätten sie das Besänftigungs Bla Bla für die gläubigen Schäflein empfindlich gestört. Ihr Netzwerk mit den persönlichen Schilderungen hat bei der Bevölkerung und der katholischen Kirche bereits eingeschlagen wie eine Bombe. Leider haben die meisten richtigen Schäflein kein Internet, ihre Meinung erhalten sie in der sonntäglichen Predigt von den Tätern.
    Der Tenor in der katholischen Kirche ist doch der: da haben wir schon ganz andere Probleme (Hexenverbrennung, Inquisition etc.) durch Schönreden und Aussitzen vom Tisch gekriegt als das bisschen Missbrauch mit Kindern.
    Das Einzige das wirklich hilft, ist Austreten und keine Zahlungen leisten an diese von der Kirche Abhängigen ohne Beruf.

  4. Heike Graf schreibt am 15. Mai 2010 um 19:11 Uhr

    Mißbrauchsopfer störmt Podium
    DANKE Norbert für Dein Auftreten, für Dein Zeigen und für Dein Schreien.
    ich habe dein Schreien in der Tagesschau gehört. Dein Schreien war zu hören! Ein (kleiner) Erfolg… dein Schreien steht für mich , meine Schwester und ich denke für alle Überlebende von Gewalt, Mißhandlung, Mißbrauch und sexuellem Mißbrauch. Du hast ein Zeichen gesetzt, ein Zeichen von uns allen.
    Wie kann Auseinandersetzung/Aufarbeitung innerhalb der Kirche geschehen, wenn die Opfer/Überlebenden aussen vor gelassen werden???
    Für mich ist das weiterhin ein Indiz dafür, das der öffentliche Druck für die Kirche sehr groß ist, das Thema “sexueller Mißbrauch” mißbraucht wird, jedoch ernsthafte, ehrliche und aufrichtige Haltung zur Aufarbeitung bisher fehlt!! Da ist Bischof Ackermann das beste Beispiel.
    Uns bleibt weiterhin der AUfSCHREI, bis er gehört wird.
    Solange wünsche ich uns allen, vorallem dir lieber Norbert, einen langen Atem.
    Heike

  5. Hubert schreibt am 16. Mai 2010 um 07:14 Uhr

    Ich bewundere immer wieder Herrn Denef´s Mut und Energie, sich so konsequent für die Sache einzusetzen.
    Und er hat vollkommen recht! – geschwiegen wurde bereits über Jahrzente viel zu lange.
    Sehr Vielen waren und sind diese Missbrauchsfälle sehr gut bekannt.
    Wenn mit den anfänglichen ruhigen und geduldigen Versuchen, dagegen etwas in die Wege zu leiten, über alle Institutionen gescheitert sind,
    so müssen eben leider Gottes in letzter Konsequenz andere Geschütze aufgefahren werden. Dann geht es eben nur mit Lautstärke und solchen Auftritten wie in der obigen Dokumentation gezeigt wurde.
    Und genau so ist es richtig, weil eben auf anderem Wege nichts erreicht wurde.

    Schuld an dieser Aufruhr und den etwas provokant wirkenden Auftritten ist nicht Herr Denef, sondern diejenigen, welche über Jahrzehnte hinweg
    die Angelegenheit mundtot gemacht haben und mit einer paradoxen Gesetzesregelungen Aufklärung erschwert und sogar unmöglich gemacht haben. An angemessener Entschädigung fehlt es gänzlich, Urteile darüber sind oft katastrophal.
    Und ich bin überzeugt, wenn mit dieser neuartigen Art des Auftretens nichts Effektives erreicht werden wird, so geht es auch noch ganz anders. Denn die Anzahl der bereits aufgeweckten Betroffenen ist sehr groß.
    Und verebben wird das Thema gerade jetzt ganz sicher nicht mehr.

    Hubert

  6. M. L. schreibt am 16. Mai 2010 um 10:10 Uhr

    Treffen AKO-Gruppe (Betroffene des Aloisiuskollegs Bonn) am 15.05.2010, hier der Link, WDR:

    http://www.youtube.com/watch?v=inaIEIPdl-w

  7. Benedikt Maria Trappen schreibt am 16. Mai 2010 um 11:23 Uhr

    Jeder, der Opfer sexueller Gewalt geworden ist, verfolgt die Entwicklung des Umgangs mit diesem Thema in der Öffentlichkeit sicher sensibel. Ob er sich von einer der gesellschaftlichen Gruppierungen “vertreten” fühlt oder nicht, ob er – wenn überhaupt – außer seiner eigenen Stimme einem “Sprecher” vertraut oder nicht, wird jeder für sich und anders entscheiden. Anmaßung jedenfalls ist es – von wem auch immer – sich zum “Sprecher” der Opfer zu machen oder machen zu lassen. Norbert Denef sollte zunächst für sich sprechen,dann für die, die sich ausdrücklich von ihm vertreten lassen. Es gibt durchaus weitere Initiativen und Organisationen, die über langjährige Erfahrung und hohe Kompetenz im Umgang mit der Begleitung von Opfern sexueller Gewalt verfügen. Persönliches Schicksal, so leidvoll es auch sein mag, qualifiziert noch nicht. Wirksames kompetentes verantwortliches Handeln erfordert gründliche Kenntnisse, Weitblick, Unmsicht und Gesundheit. Sich öffentlich aufdringlich zu inszenieren kann durchaus Symptom nachhaltiger Beschädigung sein. Medien können hilfreich sein, wenn es darum geht Öffentlichkeit herzustellen, zu informieren und damit Druck auszuüben. Ihr therapeutischer Nutzen dürfte zumindest fraglich sein. Das aber ist das tiefste und vordringliche Bedürfnis derer, die Verletzungen an Leib und Seele erlitten haben: Heilung. “Heilung” aber heißt auch, am schmerzlich Erlebten nicht mehr zu hängen, es loslassen zu können, vor allem auch: sich vom Hass auf die Täter zu lösen. Das in diesem Zusammenhang immer wieder erwähnte – christliche – “Verzeihen” betrifft daher weniger die Täter. Es ist ein Indikator seelischer Gesundung. Nicht verzeihen können heißt: aus der Verstrickung in Leid und Unheil nicht herauszufinden. Erst, wer diese Erfahrung gemacht, wird im Stande sein, auch für andere dasein zu können. Und das muss keineswegs auf dem Kirchentag der Fall sein.

  8. Wilma schreibt am 16. Mai 2010 um 13:36 Uhr

    Sehr geehrter Herr Trappen,
    Herr Denef ist keinesfalls Sprecher aller Opfer, sondern Sprecher der Mitglieder von Netzwerkb. Wir haben ihn als Sprecher akzeptiert, sonst wären wir nicht Mitglied geworden. Er ist empört, wie mit Opfern in dieser Gesellschaft umgegangen wird und er drückt diese berechtigte Empörung auch immer wieder aus und er kämpft. Er ist gebildet, hat großes Hintergrundwissen und ist in seiner Materie kompetent. Es ist meiner Meinung nach ein Zeichen von Gesundheit, sich zu wehren, wenn einem Unrecht angetan wird oder angetan wurde und man lange lange Zeit nicht dazu in der Lage war, sich zu wehren.
    Sie halten sich anscheinend für komplett gesund. Ihre Ausführungen klingen doch sehr von oben herab. Ich glaube, Sie können das einfach nicht aushalten, dass die Opfer auf einmal nicht mehr alle so „lieb“ sind, und sich zu Wort melden und Forderungen stellen, dass sie es überhaupt wagen, öffentlich in Erscheinung zu treten. Sie fühlen sich in Ihrer Ruhe gestört. Daran werden Sie sich aber gewöhnen müssen, dass Sie demnächst noch öfter gestört werden.
    Ihr „Verzeihungsquatsch“ klingt mir doch sehr nach katholischer Kirche. Er geht an der Realität von schwer traumatisierten Menschen, die jahrzehntelang leiden und an den Folgeschäden zu knappsen haben, komplett vorbei. Die realen Schäden, an denen wir lebenslang leiden, sind immer dieselben, mit Verzeihung oder ohne.
    Ich empfinde ihr Posting als eine unerträgliche Klugscheißerei.

  9. Roswitha Schnabel schreibt am 16. Mai 2010 um 14:01 Uhr

    Herr Denef,
    ich bedanke mich für Ihren Mut und “Alle ” konnten es endlich hören. Es war schon lange überfällig.
    Ja , nur so geht es, um auf uns ehemaligen Heimkindern aus den 40er bis in die 70er Jarhre und darüber hinaus aufmerksam zu machen. Unser Schweigen ist endgültig vorbei!!! Die Kirchen Staat und Behörden wollen nicht anders.
    Die Kirche muss finanziell vom Staat getrennt werden, die sollen es mal mit eigener Arbeit versuchen. Dann würde die Kirche sich auch mehr um ihre Schäflein kümmern und nicht mehr so verlogen sein.
    Wir müssen weiter machen um noch mehr Gehör zu bekommen.

  10. Angelika Oetken schreibt am 16. Mai 2010 um 15:33 Uhr

    Sehr geehrter Herr Trappen,
    die Organsisation netzwerkB, deren Sprecher Norbert Denef ist, versteht sich nicht als Organisation mit therapeutischem Anspruch, sondern als Initiative von Betroffenen, die ihre Angelegenheiten selbst vertreten wollen.

    Wenn wir als Betroffene es zulassen, daß bei den Themen “sexualisierte Übergriffe, Misshandlung und Gewalt” immer nur die therapeutischen Aspekte anführt werden und nicht auch mit Nachdruck die politischen und gesellschaftlichen anführen, wird sich nachhaltig nie etwas ändern. “Opfer” sein wird weiterhin als “schicksalhaft und marginal” betrachtet, nicht als die kollektive Erfahrung, die sie eigentlich ist.

    Daß heißt, es bliebe alles wie gehabt. “Verletzungen” würden weiter als individuelles Schicksal angesehen und den Betroffenen auch zukünftig allein die Verantwortung für ihre “Heilung” übertragen.

    Sie schreiben:
    “Das aber ist das tiefste und vordringliche Bedürfnis derer, die Verletzungen an Leib und Seele erlitten haben: Heilung”.

    Ich weiß nicht, wie Sie zu dieser Annahme kommen. Mein vordringlichstes Bedürfnis ist es jedenfalls, daß gesellschaftliche Strukturen geschaffen werden, die es erlauben, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die den Betroffenen und ihren Angehörigen unkomplizierten Zugang zu juristischen und psychosozialen Hilfen gewährleisten.

    Ob und wieviel “Heilung” daraus erwächst, hängt von sehr vielen Faktoren ab, die sicherlich nicht nur im jeweils Betroffenen und dem, was ihm widerfahren ist begründet liegen.

    Insofern fordern wir im netzwerkB von den Verantwortlichen das, wozu sie eingesetzt und wofür sie von der Gesellschaft, also uns allen subventioniert werden, nämlich die von Ihnen oben aufgeführten Eigenschaften “gründliche Kenntnisse, Weitblick, Umsicht”.
    “Gesundheit” möchte ich dabei ausklammern, da sie zum großen Teil schicksalhaft ist und gerade “kranke” Menschen häufig über die vorangestellten positiven Eigenschaften verfügen, nämlich in ihrer Funktion als “Manager” ihrer Erkrankung.

    Herr Denef hat in der Tat die wichtigste “Opfer”-Spielregel im “Täter-Opfer-Spiel” gebrochen.
    Opfer haben sich nämlich zu schämen und zu verstecken und die Täter, die Verdränger und die Verantwortungscheuen nicht an ihre Verbrechen, Defizite und Unterlassungen zu erinnern.

    Das ist ein Teil der gern zitierten “Opferrolle”.

    Herr Denef und alle, die es ihm gleich tun, haben also ihre gesellschaftlich verordnete Rolle verlassen.

    Also genau das, was in den von selbst ernannten “Experten” in den von ihnen verfaßten Abhandlungen und Ratgebern gebetsmühlenartig von “Betroffenen” gefordert wird.

    Ich kann mir eigentlich kein gesünderes Verhalten als das von Herrn Denef und ähnlich mutigen Menschen vorstellen.
    Es sei denn, man versteht den Gesundungs- oder Heilungsprozeß vor allem als Anpassung an die gesellschaftlich Norm.
    Denn die kann durchaus “krank” sein.

    Für diesen Fall bleibe ich lieber “verletzt” als dieses destruktive und feige Spiel mit der Verdrängung fortan mitzumachen.

    Angelika Oetken, Berlin

  11. Wolfgang Brosche schreibt am 16. Mai 2010 um 19:00 Uhr

    Herr Trappen,

    Ihr Geraune ums “Verzeihen” ist nichts weiter als eine christliche Nebelmaschine. Es gibt Dinge, die nicht zu verzeihen sind; mag sein, daß einige Menschen dazu in der Lage sind. Aber es ist gerade notwendig, wütend zu sein auf den Verursacher der Leiden, ihm nicht zu verzeihen. Aus der Wut erwächst die Kraft sein Leben, das durch den Mißbrauch ernorm gestört ist, wieder selbst in die Hand nehmen zu können.
    Das Gerede von Verzeihen und Versöhnung entschuldigt, aber vor allem “entschuldet” die Täter. – Es nimmt mich z.B. nicht Wunder, daß in den 50er und 60er Jahren gerade aus dem Täterland Deutschland, die Initiativen zur Versöhnung mit Israel und den Juden ausgingen. Es war die Sehnsucht nach “Entschuldung”. -
    Auch Ihre Vorstellung von “Heilung” scheint mir zutiefst katholisch – nein, das “Seelenheil”, die heile Seele, werden wohl die meisten Mißbrauchsopfer nicht wieder erlangen. Die “Beschädigungen” sind bei den meisten leider chronisch – vorauszusetzen, es ginge den Opfern besser, wenn sie verzeihen, ist zynisch und dient in jedem Falle dem Täter !
    Lesen Sie mal, was die jüngst verstorbene Kindheitsforscherin Alice Miller auf ihrer Webseite zum Verzeihen schreibt.

  12. Peter schreibt am 16. Mai 2010 um 19:49 Uhr

    @Herr Benedikt Maria Trappen,
    Ihre Anmaßung ist, dass sie einer enormen Fehleinschätzung unterliegen, denn Herr Norbert Denef vertritt nicht nur Direkt Betroffene von sexualisierter Gewalt aus kirchlichen Einrichtungen, sondern auch mich als Atheist und ” Mitbetroffener Ehemann” . Meine Frau kann auf Grund dieser fatalen Spätfolgen einer familären sexuellen Gewalt, welche sie mit 5 Jahren erfahren mußte, jetzt rechtslos und chronisch psychisch krank, sich nicht öffentlich äußern, dies zu ändern, habe ich den o.g. Herrn Denef mandantiert , meine Person im Verein zu vertreten, indem ich diesem Verein netzwerkB beigetreten bin und gewählt habe als Vertrauensperson. Letztes Jahr haben alle Opfervereine im Landkreis Karlsruhe meiner Frau nicht geholfen. Ich ermutige deshalb alle Forumsleser, auch die Nicht Betroffenen, den rechts oben online Mitgliedsantrag-Button sich zu bedienen und reichen Sie gleich papierlos den Antrag ein.
    Jedes neue Mitglied im bundesweiten NetzwerkB e.V. ist eine Stimme, die Betroffenen von sexualiserter Gewalt konkret hilft, unterstützen Sie die o.g. europaweite Petitionsbeschwerde von Herrn Denef , online und kostenlos für den Mitunterzeichner, denn z. Z. 13.600 Stimmen sind für mich nicht ausreichend, wenn man bedenkt, dass im Vorjahr eine online Petition aus geringerem Anlass weit über 130. 000 Unterschriften in kürzester Zeit brachte.
    Die “Würde des Menschen ist unantastbar”, gehört nicht umsonst zu dem festen Bestandteil des Grundgesetzes von Deutschland,
    sehr geehrter Herr Trappen, dies nur zur Ihrer Kenntnisnahme.

    Ich bedanke mich herzlichst bei Herrn Denef für seinen medienwirksamen Auftritt bei den Kirchentagen und an der Vortür zum “runden Tisch ” bei Familienministerin Frau Schröder im letzten Monat.

  13. Gertrud Kiefer-Volkert schreibt am 17. Mai 2010 um 00:00 Uhr

    Das Tabu des sexuellen Missbrauchs weiterhin zu brechen ist äußerst wichtig. Deshalb bin ich Herrn Denef sehr dankbar, dass er auch unbequem öffentlich auftritt und mit unkonventionellen Mitteln auf dieses schwierige Thema aufmerksam macht.
    Es geht nicht anders als auf diesem Weg, denn das zufällige Wegsehen und Nichtwahrhabenwollen bei sexuellem Missbrauch hat System. Bei der Aufarbeitung des von mir erlittenen Missbrauchs bestand die größte Schwierigkeit darin, die Schäden zu erkennen und zu benennen, die durch diesen Missbrauch an meiner Seele entstanden sind. Den Blick weg vom Täter und von der Debatte um Beweise und Verjährungsfristen zu wenden, auch nicht um Verzeihen oder Verstehen mich zu kümmern, sondern mich selber anzuschauen, meine seelische Verfassung zu betrachten, mich intensiv zu pflegen, mich liebevoll zu behandeln, wieder weinen zu lernen und Geduld mit mir zu haben, gesund zu werden, war erstmal nötig. Jahrelange akribische Erinnerungsarbeit: alle Situationen musste ich nochmals revue passieren lassen, sie nacherleben und die dazugehörigen Gefühle und Wahrnehmungen wieder aktivieren. Für ein Kind ist es nötig, die Umgebung mitzubeachten, die Haltung der Umgebung überträgt sich, so dass ein Kind durch die Traumatisierung automatisch doppelt belastet wird. Es trägt die Last der Umgebung mit.
    Wie oft hab ich geschimpft gekriegt, wenn ich mich “daneben” benommen habe, aber niemand hat über die Ursachen nachgedacht, hat mein Leid verstanden. Ich konnte mich zwar gelegentlich über die Menschen meiner Umgebung amüsieren, weil sie so unwissend waren, doch anvertrauen konnte ich mich nicht.

    Unendliche Trauer, schlimme Angstzustände, bedrohliche Stimmungsschwankungen, Aggressionen und gefährliche Autoaggressivität beherrschten mich im Erwachsenenleben über mindestens so viele Jahre wie der Missbrauch seinerzeit andauerte. Mit den Kindern kamen die Erinnerungen immer wieder hoch. Es waren harte Zeiten der Aufarbeitung und ich wusste nicht, ob ich es jemals schaffen würde, ohne Medikamente zu leben und mein seelisches Gleichgewicht wieder zu erlangen. Zum Glück bin ich aus meinen Tiefs herausgekommen und kann heute über das Geschehene, vor allem über meine Empfindungen reden und tue es in der Hoffnung, anderen damit helfen zu können.
    Insgesamt gibt es wenig allgemein verbreitete Kompetenz zum Thema sexueller Missbrauch, aber immerhin ist es jetzt nicht mehr zu übersehen und zu überhören.

  14. Sophia Neri schreibt am 17. Mai 2010 um 14:56 Uhr

    Sehr geehrter Herr Denef,
    ich habe Respekt vor Ihnen und vor Ihrem Schmerz. Die Wunde, die Ihnen einige Menschen der Kirche zugefügt haben, ist scheußlich. Das tut mir leid und als eine katholische Christin schäme ich dafür. Trotzdem möchte ich Ihnen etwas sagen: Ihre Pauschalisierung: „Die Kirche hat mir das angetan“ ist für die Katholiken verletzend, denn es gibt keine kollektive Schuld der Kirche daran. Ich habe Ihre Auftritte im Fernsehen gesehen und mir fiel Ihr Hass gegen die gesamte kath. Kirche auf. Mit Ihrem Hass machen Sie sich unglaubwürdig. Und es kommt bei mir an, dass Sie eine Mission des Hasses gegen die Kirche gestartet haben und bei jeder Gelegenheit versuchen Sie es zu tun. Das gefällt mir nicht und ich möchte schreien: „AUA!!!“, weil es mir weh tut. Eine solche Mission des Hasses haben wir nicht verdient. Durch Ihren Auftritt in München haben Sie bei mir an Sympathie und Glaubwürdigkeit verloren.
    Sophia

  15. Merzedes schreibt am 17. Mai 2010 um 20:31 Uhr

    Sehr geehrte Frau Neri,
    manchmal gibt es eben doch eine kollektive Schuld-nämlich die des Wegschauens.In Herrn Denef ist kein Hass und seltsamer Weise ist uns “Opfern” das Wort Hass und das Gefühl dafür fremd-warum-?-weil wir uns nicht auf die Stufe der Täter stellen.Ungeduldig sind wir geworden ja-denn wir kämpfen schon unser ganzes Leben.Warum schreien Sie aua,weil Sie nicht mehr hören können wie schlimm es uns geht ? Ich habe auch heute wieder in Akten gewühlt,diesmal an einer anderen Stelle und ich habe Gerichtsberichte gefunden.Das haben Behörden in zwei Jahren nicht geschafft und ich schaffte es in zwei Tagen.Ich erzähle Ihnen das,weil Herr Denef an dem Tag als ich nach Akten suchte auch für mich nach Vorne gegangen ist und darauf bin ich stolz.Sie haben keine Ahnung wieviel Kraft mich das hier kostet und während ich das schreibe tut mein Herz so weh und oft habe ich das Gefühl-mein Herz mag nicht mehr und dann sage ich schlag noch und dann schlägt es weiter,weil es genau wie ich die Hoffnung nicht verlieren will.Wir werden jetzt eben laut-laut damit man uns hört-laut damit unsere Stimmen nicht wieder irgendwo verschluckt werden.
    Vor zwei Jahren sagte ein Mensch zu mir
    “Nach so langer Zeit-kannst du denn nicht endlich vergessen ”
    Ich schaute zu Boden und schämte mich,weil ich nicht vergessen kann.
    Heute schaue ich hoch und ich schäme mich für die Menschen – die von mir das Vergessen verlangen……………nie werde ich vergessen,nie-es hat mein Leben geprägt mit unendlich viel Schmerz….Merzedes

  16. Sarah M. schreibt am 17. Mai 2010 um 20:59 Uhr

    Hallo Sophia,
    ich würde Norbert Denef nicht einen Tag länger unterstützen, wenn er diesen Weg, den Sie oben beschreiben, gehen würde. Norbert hat mehrmals auch in der Öffentlichkeit betont, dass es ihm weder um Hass, noch um eine Pauschlierung geht. In der Podiumsdiskussion der TU in München waren Sie allem Anschein nicht dabei, sonst wären Sie Zeuge von seiner wahren Einstellung geworden. Ihm geht es um die systematische Vertuschung der INSTITUTION Kirche. Ihm liegt weder daran, die Gläubigen zu beschämen, die wirklich das Christsein leben, noch um Rache! Er kämpft für Wahrheit und Gerechtigkeit! Für Alt-Opfer und für die zukünftigen Opfer. Ich selbst bin Exordensfrau und habe immer noch sehr gute Freundin, die immer noch im Orden leben und für mich sehr wohl Vorbilder sind, obwohl ich nicht mehr an die INSTITUTION Kirche glaube. Das eine bedingt nicht unweigerlich das andere!
    Ich kenne viele Katholiken, die sich momentanen für die INSTITUTION schämen, sogar meine Ordensfreundin sagte letzthin, man könnte angesichts dieser schrecklichen Wahrheiten, die nun zutage kommen, tatsächlich den Glauben an diese INSTITUTION verlieren. Auch sie schämt sich für diese “Firma” wie viele andere!
    Norbert war lange überzeugter Christ, er ist nicht aus Hass aus der Kirche getreten, sondern weil er das Ganze von außen – von einer nicht involvierten Perspektive verstehen wollte. Vielleicht können Sie das auch versuchen, die Sache aus der Perspektive eines Kindes zu sehen, dass jahrelang von einem Priester sexuell misshandelt wurde, ein Kind – das die KIRCHE als sein Zuhause erlebte, und so bitterere Erfahrungen machen musste. Und heute aus der Sicht eines Erwachsenen, der nicht mehr zusehen will, wie die Institution weiterhin sich sperrt, alle Fälle offen darzulegen, Reue zu zeigen, mit den Opfern, Betroffenen auf einer Augenhöhe respektvoll und achtvoll nach Lösungen zu suchen. Wenn jeder schweigt, wird sich nichts bewegen. Jesus war in seiner Zeit ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse. Man hat ihn umgebracht! Würde heute Jesus noch leben, würde er noch ganz anders reagieren, viel radikaler! Damals riß er die Buden vorm Tempel nieder und beschimpfte die Hohen Priester mit Worten wie “Pharisäer, Heuchler”
    Nur wer den Mut zur Wahrheit hat, verändert etwas! Die Institution Kirche sollte endlich den Weg der Wahrheit gehen, damit sich Christen nicht mehr für sie schämen müssen!
    Sarah M.

  17. hildegard schreibt am 17. Mai 2010 um 21:57 Uhr

    Hallo Frau Neri,
    “Der Zorn ist richtig”, das sagt sogar Pater Mertes vom Münchener Podium ohne Beteiligung Betroffener! Schauen Sie Herrn Denef’s Gesicht genau an, Zorn werden Sie entdecken, berechtigten Zorn! – aber Hass?…!

  18. Bärbel schreibt am 18. Mai 2010 um 00:57 Uhr

    Zum Schreiben von Angelika Oetken vom16.05
    Sehr geehrte Frau Oetken,
    ich komme meistens um die späte Zeit dazu einige Worte zu äußern,
    obwohl meine Geschichte eine andere ist,bin ich durch
    Euch ermutigt worden,vom Bundespräsidenten zitiere ich :Uns eint die Sorge und der Auftrag,usw.,wenn wir etwas bewegen können,haben wir den ersten Schritt getan,manchmal wünschte ich könnte verzeihen,aber zu tief sind noch die Scham ,und zu tief sind die Verletzungen,wo eigentlich das Recht
    und die Selbstverständlichkeit sein sollte ,den Anderen zu achten usw.
    Unrecht bleibt Unrecht,wenn wir versuchen uns in den anderen Menschen hinein zu versetzen,wie würde ich empfinden,wäre im Vorfeld
    schon einiges gewonnen,manchmal wird auch aus einem Kampf,mit unter ein Krampf,wenn frau oder man kaum Gehör findet,
    jeder empfindet auf seine Art und Weise,
    meine älteste Tochter berichtete mir vor Jahren etwas,und ich hatte nichts bemerkt,auch Eltern machen Fehler.

  19. Klaus krügler schreibt am 18. Mai 2010 um 19:09 Uhr

    Betr.: “Sophia Neri schreibt am 17. Mai 2010 um 14:56 Uhr” etc. etc.!!

    Sehr geehrte Frau Neri!!
    Ich habe im Kommunions/Beichtunterricht gelernt, daß man böse Untaten,
    Unsittliches (allein oder zu zweit, usw), Lügen, Verstöße gegen die zehn
    Gebote reuig beichten muß damit einem vergeben wird, wenn man Buße
    getan hat. Gilt das auch für Personen die diese Lehren herausgeben und
    vom gläubigen Volk verlangen? Denn wer steuern will muß auch rudern
    können. Außerdem der liebe Gott sieht und hört alles und er er verzeiht
    auch den Geschundenen. Denn bei sexuellen Mißbrauchsfällen ist das
    Wort “liebe Deinen nächsten wie Dich selbst ” doch wohl zu wörtlich interpretiert?
    Und nun schreien Sie bitte laut und kräftig “Aua” damit man das auch
    hört, schreien befreit. Herr Denef konnte es erst nach vielen Jahren
    und er mußte erst nach München fahren um ungläubig gehört zu werden.
    Für die katholische Kirchenlehre geht man ja sonst freiwillig Sonntags in die
    Kirche und ist aufnahmebereiter.

  20. Angelika Oetken schreibt am 18. Mai 2010 um 20:12 Uhr

    Hallo Herr Krüger,
    Sie haben den Widerspruch zwischen Anspruch und Praxis innerhalb der INSTITUTION Katholische Kirche sehr schön auf den Punkt gebracht.

    Ich habe das Wort “Institution” extra groß geschrieben, damit auch schnellen und/oder flüchtigen LeserInnen sofort auffällt, daß wir hier im Forum von netzwerkB durchaus zwischen der Spiritualität eines jeden Gläubigen und den Machenschaften der Kirchenführer unterscheiden können.

    “Aua” schreien ja schon eine Menge Katholiken. Die Frage ist, ob die Machthaber sie hören, bzw. es nötig haben sie zu hören.

    Denn man fliegt ja offenbar in dem Verein nur raus, wenn man zu penetrant die Wahrheit spricht oder andere Dinge tut, die dazu führen, daß auch andere Menschen anfangen selbst zu denken und zu entscheiden.

    Das ist insgesamt in totalitären Systemen wie der katholischen Kirche noch unerwünschter als in demokratischen, denen es ja meist reicht, ihre Schafe nur einzulullen und mit Konsumangeboten ruhig zustellen.

    Angelika Oetken, Berlin

  21. Angelika Oetken schreibt am 18. Mai 2010 um 22:07 Uhr

    Nachtrag:
    von wegen “flüchtige Leserin”… ich habe in Ihrem Namen das “l” vergessen.

    Herr Krügler – entschuldigen Sie bitte.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken

  22. prof.dr.gernot lucas schreibt am 19. Mai 2010 um 14:45 Uhr

    angelika oetken : sie schreiben, …”man fliegt ja offenbar in dem verein (kath. kirche) nur raus, wenn man …die wahrheit spricht.” am 15.6.2001 hat papst benedikt 16 in seinem “de delictis gravioribus” dieses “rausfliegen” präzisiert : jeder der den kindesmissbrauch in der kirche öffentlich macht, – z.b. der weltlichen justiz anzeigt- , wird “exkommuniziert” ( = vatikanische umschreibung für “rausschmiss inclusiv ewige höllenpein”). soweit der oberste aufklärer ! mit freundlichen grüßen prof.dr.gernot lucas

  23. klaus krügler schreibt am 19. Mai 2010 um 23:47 Uhr

    Betr.: Angelika Oetken schreibt am 18. Mai 2010 um 22:07 Uhr
    Herr Krügler – entschuldigen Sie bitte.

    Sehr geehrte Frau Oetken!
    Enschuldigung angenommen. Sowas kommt schon einmal vor.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Krügler.

  24. Angelika Oetken schreibt am 20. Mai 2010 um 00:13 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Lucas,

    Vielen Dank für den Hinweis. Spannend.

    Als Unternehmerin im Dienstleistungsgewerbe kann ich da nur sagen:

    Ganz schön cleveres Geschäftsmodell. Optimale Kundenbindung.

    Alleinstellungsmerkmale. Corporate Identity inkl. vertraglich geregeltem Zwang zur Dienstkleidung selbst auf der höchsten Führungsebene.

    Und trotzdem sind die Umfragewerte im Keller?

    Was da wohl schief gegangen ist?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken

  25. Sophia Neri schreibt am 20. Mai 2010 um 07:18 Uhr

    Antwort für Hr. Klaus Krügler vom 18.05

    Sehr geehrte Herr Klaus Krügler,
    Ihre Antwort auf meine Gedanken kann ich nicht so stehen lassen. Sie haben eine seltsame Vorstellung der Aufarbeitung der Gewalt, wenn Sie mir weiter wünschen, dass ich „Aua!“ schreie. Das ist Gewalt in einer versteckten Form, aber es ist eine Art Gewalt. Jemandem zu wünschen, dass es ihm weh tut, gehört nicht in den bereich des Humanen. Es kann nicht der Sinn der Aufarbeitung sein die Spirale der Gewalt weiter zu geben, sondern sie zu stoppen. So sollen die „Opfer“ darauf achten, dass sie nicht zu „Tätern“ werden. Wenn sie es aber werden, sind sie als Opfer nicht mehr glaubwürdig.

    Sophia Neri

  26. Sophia Neri schreibt am 20. Mai 2010 um 07:35 Uhr

    Antwort auf den Kommentar von Frau Angelika Oetken vom 18.05

    Mein Gott, wo bin ich denn geraten? Ich hatte die ehrliche Absicht zu lesen, was die Opfer des sexuellen Missbrauchs schreiben, weil mich das wirklich interessierte und stelle fest, dass ich falsch geraten bin. Wenn Frau Oetken es nötig hat, die Kirche mit einem „totalitären System“ zu vergleichen, habe ich den Eindruck, dass die Kirche ein Monster ist und man müsste diesen Monster töten und zwar sofort! Bedauerlich! Eine solche Einstellung ist eine Hetze!!! Gehört das zum Programm der Aufarbeitung der Gewalt? Seltsam, sehr seltsam! Es wird mir immer mehr klar: Die Opfer werden zu Tätern und damit verlieren sie den Status der Opfer, weil man sich gegen sie schützen muss.
    Sophia Neri

  27. Sarah M. schreibt am 20. Mai 2010 um 10:44 Uhr

    Liebe Sophia,
    Sie sind in ein Netzwerk geraten, in dem sich Betroffene austauschen, und ja – auch über ihre inneren Schmerzen, über ihre Wut schreiben, weil sie seit Jahren gegen eine Mauer des Verschweigens und Vertuschens kämpfen!

    In diesem Forum dürfen Betroffene ihre Meinung schreiben, solange sie nicht hetzerisch ist, oder unter die Gürtellinie geht.
    Ich würde Sie gerne einladen, Kommentare zu den vielseitigen Themen zu lesen, damit Sie erkennen können, dass es uns um die Sache, und nicht um eine Hetze!
    Und Gewalt gehört – wie Sie selbst berechtigt betonen, auf gar keinen FAll zur Aufarbeitung!
    Sie schreiben: ” Die Opfer werden zu Tätern und damit verlieren sie den Status der Opfer, weil man sich gegen sie schützen muss.”

    Gerade deshalb, weil wir in NetzwerkB nicht zu Tätern werden wollen, weil es bewiesen ist, dass Opfer, die eine Sprache finden, um ihr widerfahrenes Leid und die daraus resultierenden Gefühle in Worte fassen, es nicht mehr verdrängen – auch nicht zu Tätern werden!

    Und diesen Raum gibt NetzwerkB allen Betroffenen von sex. Gewalt und Folter!

    Wir werden uns in Zukunft bemühen, jegliche Form von Pauschalierungen zu vermeiden, und übergehen zu konkreten Formulierungen , damit alle User unsere inzwischen eingeschlichene INTERNE – SPRACHE nicht missverstehen.
    Liebe Grüße und danke für Ihren Kommentar
    Sarah M.

  28. hildegard schreibt am 20. Mai 2010 um 11:30 Uhr

    Guten Tag, Frau Neri!
    Kirchenleute scheinen ein sehr altes Toleranz-Edikt, ich meine das aus Bethlehem, aus dem Blick verloren zu haben.
    6000 Mit-Menschen im Publikum hätten sich an die Seite der bis vor kurzem von der gesamten Gesellschaft Ignorierten stellen müssen.
    Sie selbst könnten über den Beifall für die immer schon Mächtigen erschreckt sein, hätten Sie sich vorher für die “Sache” sensibilisiert.
    Wir sind dabei, endlich unsere früh von falschen Autoritäten gekappte eigene Wahrnehmung zu schärfen, und das dürfen wir auch von Ihnen erwarten!
    Was uns bisher schweigen ließ war in der Tat ein Monster mit dem Namen ‘Macht’ in Kirche u n d Staat.
    Der Staat wenigstens w i l l uns als aufrechte Demokraten – womit das System Kirche ein Problem hat, noch …!
    Uns geht es hier darum, den Respekt allererst einmal einzufordern von denen, die auf ewig sich selbst “im wahren Christentum” wähnen.

    Wir nehmen hier unser gesellschaftliches Recht wahr – mehr noch: unsere verdammte Pflicht, den Skandal zu benennen! Leider geschieht dieses unser leid-voll erkämpftes gesellschaftliches Engagement gegen den massiven Widerstand derer, die eigentlich in ihrem eigenen Interesse sofortigen wirksamen Hilfen für Geschädigte, Geschändete, Verschämte, Verschuldete, Verstoßene zustimmen müssten …
    Darüber zu reflektieren, was das gesamt-gesellschaftlich und für uns Betroffene ganz besonders bedeutet, dazu wünsche ich uns allen an Pfingsten einen Großen Geist, einen Gütigen Geist, eine Heilige Geistin, eine Geistin der Weisheit.

  29. Mara10 schreibt am 20. Mai 2010 um 15:39 Uhr

    Liebe Frau Neri,

    vielen Dank für ihre Kommentare in diesem Forum. Sie schreiben über Ihre ehrliche Absicht zu lesen, was die Opfer von sex. Missbrauch schreiben, sie fragen nach der Art und Weise der Aufarbeitung der Gewalt.

    Hierzu an Sie von einem Opfer :

    Der ” Seelemord” als Folge von sexuellem Missbrauch besteht nach meiner Erfahrung in einem ” lebendig Totsein ” nach den Erlebnissen. Bitte stellen Sie sich vor : tagsaus, tagein leben in einem Vakuum, in dem keien eigenen Gefühle mehr spürbar sind und nichts mehr von außen an sie heran kommt. Eine Art von Versteinerung. Weil jedes Lebendigsein Können durch die wiederholten Taten zerstört wurde.

    In der notwendig jahrelangen Therapie müssen diese vielen Steine der Versteinerung jeder einzeln der erneuten ” Lebendigmachung ” zugeführt werden, dies bedeutet dass die eigentlich in dem Trauma
    sofort von der Natur ” totgestellten ” Gefühle revitalisiert werden müssen. Diese Gefühle, die dann revitalisiert werden, sind wiederum von einer solchen Unerträglichkeit, dass sie einen schier wieder zu zerrseissen drohen, die Wut ebenso wie der Schmerz, die Ohmacht,
    die Hilflosigkeit, in dieser Phase könnte man nur noch schreien. Es handelt sich nicht um ein ” Aua” sondern um eine Art ” zerscnittener Seele” ich fühlte mich an wie ein vielfach angeschossenes Tier, dass aus vielen Wunden blutend, sich nur noch dahinschleppen kann.

    Es ist das Wiedererleben von Folter. Die Wut ist eine angemessene Reaktion auf das ” Monster ” dass die Seele in dieser Form gemordet hat.
    Stellen Sie sich bitte vor, selber über Jahre Folter ausgehalten zu haben.
    Mit jedem einzelnen Schlag, jeder einzelner Demütigung, jedem einzelnen Akt an sexuellem Missbrauch an Körper und Seele reagiert die Psyche wieder mit uns Menschen gegebenen normalen Reaktionen wie
    Schmerz, Wut etc. nun stellen Sie sich bitte diese Reaktion verhundertfacht vor.

    Als Opfer stehen sie nun auch ebenso vor der Aufgabe, auch mit dieser Wut, dem Ekel, dem Hass in diesen Dimensionen klar zu kommen.
    Gelingt es ihnen nicht, ist es durchaus möglich, erneut als Opfer diese selbst erlebte Gewalt weiter zu geben.

    Ich möchte dies an einem drastischen Beispiel aufzeigen :
    all die Kinder, die von der Geheimpolizei Tscheka in jungem Alter vor der Straße aufgelesen wurden, es wurde gezielt nach schwer traumatisierten Kindern gesucht, wurden in den Ausbildungslagern
    gezielt zu Killerkommandos ausgebildet, da man um diese Zusammenhänge wußte, dass man die erneute Hass-und
    Gewaltbereitschaft bei schwer Traumatisierten kanalisieren kann.

    Wie würden Sie dies als gläubige Katholikin beurteilen? Würden Sie
    die ” Killerkinder ” als ” Täter, vor denen die Gesellschaft geschützt
    werden muss” ( mit aller Härte ) ansehen oder würden Sie um Behandlung für diese Kinder kämpfen und die anprangern, die all diese Kinder schon vorab wehrlos ihren eigenen traumatischen Erlebnissen ausgeliefert, diese auch noch kaltblütig intrumantalisierten?

    Um zurück zu Ihrem Beitrag zu kommen : Weder ist jede Form der Polarisierung und rein populistisch angehauchte Auseinandersetzung hilfreich für die Betroffenen in ihrer Sehnsucht, endlich gehört zu werden, da geben ich Ihnen Recht, aber ich glaube, dass jeder Einzelne
    mit seiner eigenen Aufarbeitung der Gewalt dort steht, wo er steht und
    allein die Tatsache, dass neben vielleicht abstoßend formulierten
    Äußerungen jeder, der es überhaupt in dieses Forum geschafft hat und nicht irgenwo da draußen als rein ausagierender Täter/ Täterin
    herumläuft, den schwersten Schritt schon – Gott sei Dank – geschafft hat.

    Auch ein Herr Ackermann hätte jede Souveränität per se erst einmal
    komplett verloren, wäre er jahrelang gefoltert worden, und müsste mühsamst sich um die Wiederherstellung dieser bemühen und zwar in Schwerstarbeit.

    Leider versteht dies ein Herr Ackermann nicht.

    Ich freue mich über Jeden, der ehrlich an dem interessiert ist ,
    was die Missbrauchsopfer zu sagen haben und diese wie es an anderer Stelle sehr richtig gesagt wurde ” schwer verdaulichen ” Thematik
    wirklich zuhören und sich ehrlich um Verständnis bemühen,
    nur so kann die Kluft zwischen den Nichtbetroffenen und denen, die sich hier unterstützen, endlich immer wieder und immer öfter überwunden werden.

    MfG Mara

  30. Mara10 schreibt am 20. Mai 2010 um 15:49 Uhr

    An Herrn Lucas, wegen ” Rausschmiss inkl. Höllenpein ” bei Missbrauchsaufdecker : Gestern gelesen in der sehr guten und mit vielen guten Artikeln von der Süddeutschen vorgenommenen Aufarbeitung des
    Kirchentags : Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 19 : Skandale, Missbrauch, Führungsschwäcche ….vom 14.05.:

    Das Dogma des Ratzinger versus dem ” Wort Gottes ” aus der Bibel :
    Gen 22, 12 : Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tue ihm nichts zuleide…

    1 Kor, 6, 9 : denn weder Ehebrecher, noch Lustknabe noch Kinderschänder werden das Reich Gottes erben…..

    Mara

  31. klaus krügler schreibt am 20. Mai 2010 um 16:31 Uhr

    sehr geehrte frau neri!

    1.) Wenn Sie “Aua” schreien, kann es Schmerz sein.

    Mißbrauchsfall – “Opfer” konnten lange Zeit nicht schreien oder sich nicht
    äußern wegen Ihrer erlittenen Schmerzen. Fachleute bestätigen das.

    Schreien kann Befreiung sein, bei Freude( im Sport, gewonnenes Spiel) oder Schmerz(bei Beerdigungen, erhalt von Unfallmeldungen).

    Und sie möchten nun “Aua” schreien, weil die kath. Kirche ihre eigenen
    Lehren nicht befolgt und in Mißkredit geraten ist. Nun können Sie ja wohl verstehen wie das den Opfern ergangen ist.
    Sie scheinen sehr sensibel zu sein. Sie sind in einer Gesellschaft geraten, wo Opfer Ihre Rechte einfordern und die Zahl derer wird immer mehr. Weil es eben viele Opfer gibt. -Leider-!

    2.) Aufarbeitung der Gewalt. Das ist aber ihr Thema.

    Da werfen Sie ebenso wie Ihre kath. Führungsschichten geistige Nebel- bomben.

    Beliebtes Spiel :

    Opfer fordern Ihr Recht.
    Das tut dem Täter weh.
    Und schon wird Opfer zum Täter gemacht.

    Gehen Sie bitte davon aus, daß die Bevölkerung nicht mehr vieles glaubt, was die kath. Kirche zu erzählen hat, sondern daß das Wissen immer mehr zunimmt.
    Außerdem haben Sie meine zwei Fragen garnicht beantwortet.

    Einen sonntäglichen Spruch, kenne ich noch:
    Maria mit dem Kinde lieb, uns
    “”ALLEN”"
    Deinen segen gib!!

    Hochachtungsvoll Klaus.

  32. Merzedes schreibt am 20. Mai 2010 um 18:18 Uhr

    Guten Abend Frau Neri,
    wir lassen uns nicht mit Täter auf eine Stufe stellen.Wenn Sie ehrliches Interesse haben und das möchte ich gar nicht in Frage stellen,denn ich kenne Sie nicht.Warum fangen Sie nicht dort an,wo Sie sind ? Warum stellen Sie zur Abwechslung nicht den Verantwortlichen die Frage “Was macht ihr mit den Opfern”? Keiner muß dann so laut schreien und nach Vorne stürmen,wenn man uns erhört-anhört.Es ist schon schlimm genug,dass wir wiederholt beweisen müssen-was uns angetan wurde.Wenn uns das dann gelingt kommen wir in die nächste Stufe der Demütigung,denn nach dem OEG müssen wir beweisen,dass wir nämlich aus den an uns begangenen Taten leiden-sonst ist nichts mit Entschädigung.Wenn ich mir den Arm breche trage ich einen Verband und man sieht.Wir schreien manchmal in der Nacht von Erinnerungen geschüttelt und selbst das müssen wir leise tun,sonst stören wir die Nachbarn.Wir wissen also was Rücksicht heißt.Schreien Sie doch bitte mal in Ihren Reihen Aua,dort wo die Kirchenleute sitzen mit angeblicher Verantwortung -ohne uns mit an den Tisch zu holen.Das wäre echte Hilfe dort zu fragen-nach dem Warum.Merzedes

  33. Merzedes schreibt am 20. Mai 2010 um 18:31 Uhr

    Ich komme grad von meiner Anwältin und ich werde in der nächsten Woche erneut Anzeige erstatten.Meine Anwältin wird mich begleiten.Wir müssen überall sagen was uns angetan wurde.Wir dürfen nicht aufhören.Wir müssen laut schreien-sagen was Täter uns angetan haben.Die Polizeiakten müssen sich füllen mit unserem Leid,damit man uns erhört,damit Demütigungen aufhören.Es ist so schwer,weil wir permanent kämpfen um unser Leben.Liebe Pia,ich danke Dir für Deinen Mut und wir sagen es laut-endlich.Merzedes

  34. Mara10 schreibt am 20. Mai 2010 um 19:04 Uhr

    Liebes Forum, eine kleine Zen- Geschichte, die mich schon lange begleitet, das Verbindende ist zugleich, dass sie für alle da ist, für alle Nichtbetroffenen wie Betroffenen, und auch hier eine Kluft in einem gemeinsamen Finden auf einem Weg überbrücken kann :

    Der Schüler kommt zum Meister. “Meister, ich bin so verzweifelt. Nun bete und meditiere ich schon so viele Jahre, auf meiner langen Suche nach Frieden, die aufrichtig in meinem Herzen lodert. Aber immer wieder packt mich der alte Zorn, ich will schlagen, verletzen.”

    Antwortet der Meister : ” Verurteile dich nicht. Habe Geduld mit dir.
    Wenn du wieder da stehst, und nur noch zuschlagen, verletzen, zerstören willst, und dich dann zuerst das Mitgefühl aus deinemHerzen für dich selbst und dann denjenigen, den du schlagen möchtest, zu Tränen rührt,
    denn dass, was du dem anderen antust, tust du dir selber an, dann
    wirst du innehalten. Und wieder und wieder wirst du da stehen und schlagen wollen, aber dieser Same der Trauer über die Gewalt in dir und
    dem anderen wird wachsen, und so wirst du eines Tages über die, die dir weh tun wollen, hinausgewachsen sein, hinein in deinen eigenen Frieden, der dir nicht mehr genommen werden kann. Hineingewachsen auch in einen Zorn, der von Liebe getragen ist und nicht von Zerstörung, so hat auch Jesus Christus es gemeint mit dem “Schwert des Zornes”, von Liebe getragen kann es nicht zerstören, nur ” aufräumen. ”

    LG Mara

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