Bundesministerium der Justiz lehnt Betroffene am Runden Tisch ab


Zitat aus dem Antwortschreiben des Bundesministerium der Justiz:

Berlin, 5. Juli 2010

Sehr geehrter Herr Denef,

ich danke Ihnen für Ihr Schreiben an Frau Bundesministerin Leutheusser-Schnarrenberger vom 9. Juni 2010. Ich bin erneut gebeten worden, Ihnen zu antworten.

Ihrem Anliegen nach einer Teilnahme am Runden Tisch kann ich leider nach wie vor nicht entsprechen.

Zitatende

Ich vertrete nach wie vor als Sprecher von netzwerkB die Meinung, dass Opfer an den Runden Tisch gehören.

Ein “Hearing mit Betroffenen” durch die “unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs”
Dr. Christine Bergmann, als Ersatz für diese Teilnahme, vergrößert die Kluft und verstärkt den Missstand, dass über die Opfer und ihre gravierenden Probleme gesprochen wird an statt mit ihnen, während die Täter, bzw. ihre Arbeitgeber und Berufsverbände, mit Sitz und Stimme mannigfaltig am Runden Tisch residieren.

Hoffnungsvoll

Norbert Denef


11 Kommentare

  1. Georg Bohn schreibt am 10. Juli 2010 um 13:43 Uhr

    Die Geschichte wird über diese Bande urteilen!

  2. Petra schreibt am 13. Juli 2010 um 15:30 Uhr

    Spiegel Online schreibt über die neue deutsche “First Lady”:

    “Hände schütteln, Small Talk, Dauerlächeln: Bundespräsidentengattin Bettina Wulff stürzt sich mit Leidenschaft in ihre neue Aufgabe. Als First Lady wird sie sich künftig vor allem wohltätigen Dingen widmen. Nun sucht sie ein konkretes eigenes Projekt – wem darf, wem muss geholfen werden?”

    Gäbe es eine bessere Aufforderung für das NetzwerkB UND uns alle, uns da gleich mal postwendend an Frau Wulff zu wenden und ihr die Parteinahme und den Einsatz für Kinder, die in ihren eigenen Familien, in kirchlichen Institutionen, Internaten, Vereinen, Behinderteneinrichtungen, etc. pp. , jahrelang Opfer von sexueller Gewalt wurden und noch immer werden, anzutragen??

    Ich meine, der Frau MUSS geholfen werden!

  3. hildegard schreibt am 13. Juli 2010 um 16:54 Uhr

    @ Petra + network
    unbedingt:
    “… Insgesamt 33.700 Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Jahr in Obhut genommen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Das waren 4,5 Prozent mehr als 2008. Im Vergleich zu 2004 betrug die Steigerung sogar 30 Prozent.”
    … soweit ein Zitat aus dem heutigen SpOn.

    Bitte, sehr geehrte Frau Wulff, kümmern Sie sich um die Kinder, die es bitter nötig haben.
    Die Ärmsten sind die, deren Eltern selber ungeliebt, misshandelt und missbraucht durch ihre eigene Kindheit stolperten …
    SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN – sie kennen es nicht besser.

    Vor lauter Wirtschaftsinteressen darf der Staat doch nicht die KINDER vergessen:
    ihre Talente liegen brach
    ihre Fähigkeiten werden nicht gewürdigt
    ihre Schwäche schwächt ihre Motivation
    ihr Frust steigert sich in Aggression – und
    ihren Eltern räumt der Staat Verfügungsrechte über sie ein, mit denen diese nie gelernt haben verantwortlich umzugehen …

    Wie sehen unsere Schulen aus.
    Wer kontrolliert Personalspiegel von Lehrkräften.
    Wo steht in Problem-Gruppierungen genug pädagogisches und zusätzlich qualifiziertes Personal zur Verfügung.

    Lauter Fragezeichen, wenn’s um Kinder geht …?

  4. Mona schreibt am 13. Juli 2010 um 20:06 Uhr

    Hallo
    Ich fände es gut, wenn sich die First Lady mit uns oder wir mit ihnen in Verbindung setzen würde. Damit etwas in diesem Staat passiert und wir gehört werden. Hat sich den schon jemand mit der First Lady in Verbindung gesetzt ,wenn nicht dann kannst Du doch Petra einen Brief für die First Lady verfassen und dich mit Norberd in verbindung setzenDenn Du hast ja die Idee gehabt und schreiben tuhst du meiner Meihnung nach auch sehr gut und triffst den Nagel auf den Kopf.Wir würden uns freuen wenn du Deine Idee umsetzen würdest.

    By Mona

  5. Elke schreibt am 14. Juli 2010 um 08:43 Uhr

    @Mona

    Hallo Mona,

    vielleicht bin ich derzeit überempfindlich, aber beim Lesen deiner Zeilen habe ich das Gefühl, dass da ein kleiner Missbrauch stattfinden möchte.
    Petras Idee ist mal wieder genial, keine Frage, aber warum soll sie den Text allein verfassen und ihn dann unter fremder Fahne an Frau Wulff weitergeben lassen? Ich weiß zwar, was und wie du es meinst, aber ich denke trotzdem, dass wir ALLE gefragt sind und uns nicht auf den Lorbeeren anderer ausruhen dürfen. Ich bin mir nämlich sicher, dass auch Petra es keineswegs leicht fällt, einen solchen Brief zu verfassen, immerhin ist auch sie eine Betroffene!

    LG,
    Elke

  6. Pia Nachtsheim schreibt am 14. Juli 2010 um 09:19 Uhr

    So kann das Unrecht weiter bestehen!

    Todschweigen———-> Tat und Täter
    Todschlagen—————–> Menschenseelen immer wieder und wieder.

    ” Sagt es laut”

    Pia Survivor

  7. Mona schreibt am 14. Juli 2010 um 14:39 Uhr

    HAllo Elke

    Es war ja von mir nur eine Idee,Kann ja auch jemand anders schreiben wenn es jemand möchte.kannst ja auch einen vorschlag machen. Und ein Missbrauch findet da bestimmt nicht statt,Wenn es Petra nicht gefällt wird sie mir schon Antworten So oder anders.

    By mona

  8. PeggyJansen7673 schreibt am 14. Juli 2010 um 17:05 Uhr

    So ihr lieben..ich muß hier mal partei für mona eingreifen! ich kenne sie gut,sie ist ebenfalls opfer und ihre kleine tochter,die ich in meinem verein betreue ebenso.mona meinte dies weder persönlich,noch in irgendweiner form soll dies als missbrauch gelten.wir sind alle überlebende,jeder ist auf seiner/ihrer art empfindlich-si trifft sie diese antwort ebenfalls hart..ich als landesbeauftragte bitte einfach hier etwas mehr auf sensibelität untereinander ok.wir haben doch hier alle das gleiche ziel,oder???
    ich erkläre mich gern bereit diesen brief zu verfassen,ich selber reichte schon petitionen ein,kenne mich also aus.ich werde meine verfassung auch hier im netzwerk posten,bevor ich diesen weiterleiten werde,damit ihr alle bitte abstimmen bzw. noch ideen einwerfen könnt.vielleicht gebt ihr mir noch ein paar infos,was ich alles mit eintragen kann/soll

  9. Hubert schreibt am 15. Juli 2010 um 12:51 Uhr

    Offensichtlich ist es wohl so, daß man die Oranistation NetzwerkB in Politikerkreisen nicht ernst nehmen will.
    Jedenfalls ist das die Schlußfolgerung aus der erneuten Ablehnung im obigen Schreiben.
    Es ist so, als ob man ein Haus baut, ohne dass der Bauherr mitreden kann.
    Das Gebilde passt nachher nicht, weil man dann gar nicht weiss, was Betroffene dringend benötigen.

    Es erweckt geradezu den Anschein, dass die Politik am liebsten alles so lassen will, wie es ist.

  10. PeggyJansen7673 schreibt am 15. Juli 2010 um 14:51 Uhr

    Lieber Hubert,deswegen werden wir alles weiter dran setzen und kämpfen,zum aufruf starten.Wir müssen unser NetzwerkB weiter publik machen damit auch wirklich jeder Mensch sieht für was wir denn stehen,um was es uns geht..es heißt immer IM NAMEN DES VOLKES..VOLK: das sind auch WIR betroffenen…

  11. hildegard schreibt am 15. Juli 2010 um 15:42 Uhr

    @ Hubert
    Vermutlich haben die Politiker das irrwitzige Ausmass sexualisierter Gewalt bereits allzu gut erfasst.
    Es m u s s auch da Betroffene geben – auch am Runden Tisch – die längst wie wir den Durchblick haben und den nicht betroffenen Verantwortlichen das auch deutlich machen.
    ANGST macht den Beteiligten die Lawine, die das Finanzministerium erreichen könnte.
    Würde man sonst so beharrlich nur die alleräußerste Spitze des Eisbergs Betroffener fixieren?
    Von über 90% Familien-Opfern ist nie die Rede – sie werden unter “ferner liefen” am Rande erwähnt – es handelt sich aber doch um den eigentlichen Eisberg.
    Der aber muss bekanntlich beachtet werden – will man Schlimmeres verhindern.
    Oder man umschifft ihn, um Kollision zu vermeiden.

    Setzen wir doch einfach auf “Klimawandel” – der wird es bewirken …
    und wie war das mit der Kampagne

    http://www.campact.de/spar/letzteshemd
    - da kann sich Vielfalt von Geist und Witz im Netzwerk zeigen.

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