Was kritisieren wir am Begriff „Opfer“ bzw. am Umgang damit?

13.01.2011: netzwerkB

Stand: 11. Januar 2011

Die Bezeichnung „Opfer“ für Betroffene von sexualisierter Gewalt ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Das liegt in erster Linie an dem vorherrschenden gesellschaftlichen Paradigma, wonach „Opfer“ als Verlierer gelten. In hierarchisch strukturierten Gesellschaften (als die die unsere trotz einigen Jahrzehnten der Demokratisierung nach wie vor gekennzeichnet ist) genießen die „Gewinner“, die Handelnden, diejenigen, die aktiv sind, Ansehen. Sie werden mit Stärke, Kompetenz, Macht, Einfluss, Tatkraft, Lebenstüchtigkeit, Verdiensten, Souveränität usw. in Verbindung gebracht. Dem „Opfer“ dagegen wird Schwäche, Inkompetenz, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Inaktivität, Lebensuntüchtigkeit, Versagen, Dummheit usw. unterstellt.

Die meisten Menschen identifizieren sich lieber mit den Attributen der „Gewinner“. Dagegen lösen die vermeintlichen Opferkennzeichen häufig heftige Abwehrreaktionen aus. Dies erklärt zum Teil, warum sich im Falle von sexualisierter Gewalt gegen Kinder Außenstehende oftmals eher mit dem Handelnden (Täter) solidarisieren als mit dem Opfer. Die Bezeichnung „Opfer“ birgt also für die Betroffenen die Gefahr der Abwehrreaktion, der Ausgrenzung und der versagten Unterstützung.

In einer Gesellschaft, in der jede/r selbst seines Glückes Schmied ist und dem Tüchtigen die Welt gehört, werden zudem die dem „Opfer“ zugeschriebenen Kennzeichen wie Schwäche, Ohnmacht, Versagen, etc. zur persönlichen „Schuld“. Egal wie ungleich die Machtverhältnisse sind oder waren, die einen Menschen zum „Opfer“ gemacht haben, in der öffentlichen Wahrnehmung wird dem Betroffenen mangelnde Bereitschaft, sich zu wehren, mangelnde Durchsetzungskraft, mangelnder Widerstand und damit mindestens Mitschuld unterstellt.

Da die Bezeichnung „Opfer“ mit Ohnmacht, Hilflosigkeit, Schwäche, etc. gleichgesetzt wird, birgt sie für Betroffene auch die Gefahr, auf diese Attribute dauerhaft festgelegt zu werden. Nichtbetroffene ebenso wie Betroffene selbst übersehen dadurch leicht, dass Menschen, die sexualisierte Gewalt überlebt haben, im Gegenteil über ein besonderes Maß an Stärke, Lebenswillen, Intelligenz und Durchhaltevermögen verfügen müssen, denn sonst hätten sie die dauerhaft lebensbedrohlichen Zustände ihrer Kindheit nicht überlebt.

Nicht zuletzt liegt für Betroffene im „Opferstatus“ auch die Gefahr, dass erneut andere Menschen über sie verfügen, Entscheidungen für sie treffen, ihre Persönlichkeitsrechte missachten, ihre Grenzen verletzen. Selbst scheinbare Hilfsangebote haben oftmals den Charakter von Entmündigung bzw. Nichternstnehmen der Betroffenen. Als „Opfer“ werden Betroffene zu „Betreuungsfällen“, zu Menschen, die „behandelt“ werden müssen und deren Aussagen nur eingeschränkten Realitätsgehalt haben.

Kritisch am Begriff „Opfer“ ist für Betroffene also der gesellschaftliche Umgang damit. Viel zu oft dient er der Stigmatisierung, Abwertung und Ausgrenzung von Betroffenen. Die fragwürdige gesellschaftliche Definition und der nicht minder fragwürdige Umgang mit dem Begriff „Opfer“ wird von Betroffenen von sexualisierter Gewalt massiv kritisiert und abgelehnt.

Denn tatsächlich ist es so, dass Menschen, die sexualisierte Gewalt erleben bzw. überlebt haben, real Opfer geworden sind. Innerhalb des Rechtssystems werden diejenigen, die gegen Gesetze verstoßen, üblicherweise als „Täter“ bezeichnet, und diejenigen, die Angriffen ausgesetzt sind oder waren, als Opfer. Der Begriff Opfer benennt die tatsächliche Schädigung einer Person und die gesellschaftliche Pflicht zur strafrechtlichen Verfolgung der Täter.

Menschen, die sexualisierte Gewalt erleben bzw. überlebt haben, sind Opfer von Verbrechen. Dies nicht so zu benennen, würde erneut einer Verschleierung des Straftatbestands Vorschub leisten. Um der Bagatellisierung dieser Verbrechen entgegen zu wirken und den Straftatbestand sowie die daraus resultierenden massiven Folgen deutlich zu machen, ist es nötig und sinnvoll, Betroffene klar als Opfer bzw. Verbrechensopfer zu benennen.

Für Betroffene macht die (Selbst)Bezeichnung Opfer auch deutlich, dass sie UNSCHULDIG sind und dass ihnen SCHADEN zugefügt wurde. Er begründet ihren berechtigten Anspruch auf Gerechtigkeit, Sühne und Schadenswiedergutmachung.

Der schmerzhafteste Punkt im Umgang mit dem Begriff „Opfer“ ist für Betroffene, dass sie in ihrem Leben TATSÄCHLICH in Situationen waren, in denen sie TATSÄCHLICH Opfer waren. Dass sie Situationen erleben mussten, in denen sich eine andere Person ihrer bemächtigt hat und sie dieser Bemächtigung hilflos und ohnmächtig ausgeliefert waren. Erwachsene Überlebende stehen daher in dem Dilemma, einerseits diese Situationen und das durch die Bemächtigung verursachte Unrecht klar zu benennen – was auch das Aussprechen des „Opfer geworden seins“ umfasst. Andererseits müssen sie sich der gesellschaftlichen Stigmatisierung, die mit dem Begriff „Opfer“ verbunden ist, ebenso verweigern wie der anhaltenden öffentlichen „Verdinglichung“ (als „Missbrauchsobjekt“), in die sie der Täter gezwungen hat.

Aus all diesen Gründen bevorzugen Betroffene von sexualisierter Gewalt für sich die Bezeichnung „Betroffene (von sexualisierter Gewalt)“ oder „Überlebende (von sexualisierter Gewalt)“. Im korrekten, nicht-stigmatisierenden und täteridentifizierenden Kontext bezeichnen sie sich selbst aber ebenso als Opfer. Nichtbetroffene sollten sich bei der Verwendung des Begriffs „Opfer“ die fragwürdige gesellschaftliche Definition und den fragwürdigen gesellschaftlichen Umgang damit vor Augen führen und auf den entsprechenden korrekten Kontext achten (oder gleich nur den Begriff „Betroffene“, bzw. „Überlebende“ verwenden).

Ihre Meinung, konstruktive oder kritische Anmerkungen sind erwünscht. Bitte Mitteilung an info [at] netzwerkb.org

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20 Kommentare

  1. M. Hesse schreibt am :

    Herzlichen Dank für die anregenden Ausführungen zum Opferbegriff!
    Hier mein spontaner Kommentar dazu:

    Die im deutschen Sprachraum leider übliche gedankelos-bequeme Reduzierung eines Menschen auf etwas was er erlitten oder getan hat ist nicht nur in diesem herausragenden Fall problematisch und für mein Empfinden der Menschenwürde zuwiderlaufend.

    Denn damit wird fast immer der Mensch selbst in seiner einmaligen Persönlichkeit hintangestellt oder gar ganz negiert.

    Schon wenn man einem Kind, das etwas in unseren Augen ungutes getan hat sagt: „du bist böse!“ (statt sachlich zu sagen, was an dem nicht gut war was es da getan hat und dabei innerlich sei eigentlichen Wesenskern präsent zu haben und gewissermaßen „hoch“ zu halten) wird dem täglich der Boden bereitet wovon dann das ebenfalls missbräcuhliche Einsetzen des Wortes „Opfer“ ein Teil der Spitze eines gewaltigen Eisberges ist! (dem Kind zu sagen „du bist gut“ obwohl man eigentlich meint: das was du getan hast war gut beinhaltet das selbe problem, nur noch weniger ofensichtlich)

    Wenn man mit Kindern so umgeht, dass das auch im alltäglichen Sprachgebrauch sauber und innerlich klar gerennt ist dann ist das nciht nur aus pädagogischer Sicht für das Kind sehr förderlich, sondern es kommt im Falle eines Falles auch gar nciht so leicht in die Gefahr einen missbräuchlich eingestzten Begriff ebenfalls missbräcuhlich auf sich selbst anzuwenden.

    Kinder kommen nicht als eine „weiße Leinwand“ auf die Welt die nur darauf wartet von den Erwachsenen nach deren Vorstellungen gestaltet zu werden. Jedes Kind bringt eine einmalige Persönlichkeit mit. Wenn das nicht liebevoll-achtsam wahrgenommen und geachtet und gewürdigt wird, gerät noch so gutgemeinte prägende Erziehung leicht zum Benutzen des vermeintlich ungestalteten Kindes für die eigenen Vorstellungen. Damit kann das Kind schleichend an sprachliche Gewalt und das Objekt-sein für die Vorstellungen der Erwachsenen gewöhnt werden. Und damit an den Machtmissbrauch durch Erwachsene.

    Fände der nicht statt, währe sicher so manches Kind geschützter vor erotischem oder sexualisiertem Missbrauch bzw. im Ernstfall vor dessen möglicher Tiefenwirkung. Und natürlich vor den tiefenpsychologischen Wirkungen eines unsachgemäß eingestzten Wortes wie „Opfer“ oder andere.

    M. Hesse

  2. Der Checker schreibt am :

    Überlebende/r würde hier wohl eher passen.

    Damit ist auch das Überleben Tag für Tag aufs Neue gemeint.

  3. Sabine schreibt am :

    Der Begriff „Opfer“ sagt eigentlich schon alles aus – entrechtet, entmündigt, nicht zurechnungsfähig!!!
    Überlebende/r empfinde ich auch als passender, denn damit kämpfen wir jeden Tag auf das Neue. Jeder Tag ist eine Herausforderung, denn nie kann ich mir sicher sein, was mich erwartet.

  4. Ingrid schreibt am :

    Ich bin ein Opfer und werde immer ein Opfer bleiben, weil ich mich nicht wehren konnte sechs Jahre lang und….. weil es einen Täter gab.
    Ich bin keine ‚Betroffene von sexualisierter Gewalt‘ …was für ein bürokratischer entmenschlichter Begriff.
    ‚Opfer‘ versteht jeder und jeder fühlt etwas, nämlich genau das, was wir gefühlt haben.
    Was für eine Diskussion…… *Kopf schütteln*

  5. Realmenschin schreibt am :

    @ Ingrid, mir ging das ganz lange wie Dir. Vor allem hatte ich aber das Gefühl, wenn ich mich nicht als Opfer bezeichne, wird das was ich alles überleben musste/konnte nicht mehr gesehen. Inzwischen ist es so, dass mir der Begriff Betroffene oder Überlebende sehr wichtig ist, weil es mir auch sagt, dass die damalige Zeit vorbei ist, dass ich heute nicht mehr da drin stecke- auch wenn ich viele Folgen habe, aber ich bin erwachsen und kann heute selbst entscheiden. Und „nur“ als Opfer möchte ich nicht gesehen werden, denn ich habe überlebt und ich habe viele Eigenschaften, die mich ausmachen, die mich auch haben überleben lassen. „Opfer“ fühlt sich manchmal an als wäre ich ein Objekt. Die Gesellschaft sieht das nicht wie ich differenziert, die sieht oft eine „Opfermasse“, als wären wir, als wäre ich ein Objekt, da fallen alle anderen Eigenschaften, Eigenheiten, Stärken und auch Schwächen weg. Ich, ein bemitleidenswertes Opfer. Ja, das Kind, aber das hätte kein Mitleid sondern beherztes Eingreifen gebraucht, vom Mitleid hätte es nichts gehabt. Tatenlosigkeit, Blindheit, Taubheit(vor allem der Gefühle)das waren meine Realitäten. Ja, als Verlierer wurde ich als Kind und als Folge auch behandelt, auf das man weiter eintreten kann. Ich war ein Opfer und zu dem haben mich andere gemacht! Ich mußte den Begriff Opfer, Betroffene, Überlebende für mich erst Mal mit Gefühl durchdringen, erfassen und verstehen was das alles für mich bedeutet. Ich war ein Opfer, aber heute bin ich Betroffene/Überlebende.

  6. sabina schreibt am :

    „Kritisch am Begriff „Opfer“ ist für Betroffene also der gesellschaftliche Umgang damit.“
    Sie sagen es selbst. Kritisch ist nicht der Begriff an sich, sondern die gesellschaftlichen Zuschreibungen. Das wird sich aber nicht ändern, in dem man den Begriff ersetzt. Das hatten und haben wir ständig. „Behinderung“ wurde mit „besonderen Bedürfnissen“ ersetzt, „Störungen“ darf man als solche nicht mehr benennen usw (Stichwort „verhaltenskreativ“). Es dauert eine Weile, u dann ist das neue Wort ebenso wieder negativ besetzt.
    Natürlich ist „Opfer sein“ schlimm, niemand will es bleiben, das hält man auch gar nicht aus. Um zu (über)leben muss man wieder stärker werden u sich irgendwann wieder kompetent fühlen.
    Nur, das Problem sind meist nicht die Begriffe, sondern der gesellschaftliche Umgang mit Schwächen generell. Da muss angesetzt werden. Aber zB diese Schwächen dann zu „Stärken“ umzudeuten, verschleiert die Realität. Es ist was es ist. Oder es war was es war. Dass die Opfer von einst heute keine mehr sind, mag hoffentlich zutreffen. Aber in der Situation waren sie es nun mal. Beschönigende Benennungen halte ich für kontraproduktiv.
    Ich halte vielmehr die totale Tabuisierung des Begriffs „Opfer“ für problematisch. Denn: Ohne Opfer keine Täter! Es muss klar bleiben, dass diese großen Schaden anrichten u sich dafür verantworten müssen.
    Wenn ehemalige Opfer von der Gesellschaft als „Verlierer“ stigmatisiert werden, dann werden sie das auch als „Betroffene“.
    Und wenn die Täter bloß „Überlebende“ hervorbringen, dann ist ja alles vielleicht gar nicht so schlimm.

  7. Pit Van Calvin II schreibt am :

    Dieser Text ist wohl einer der Wichtigsten, die ich hier bisher entdeckt habe. Besonders an alle Experten, Psychologen und Diagnostizier-Freudigen sollte der rausgehen, denn unsere Zeit mit ihrem Drall dazu hin, alles und jedes psychopathologisch zu beurteilen, verursacht wohl leider gewisse Abstumpfungs-Erscheinungen und schaltet Ignoranz vor, wenn sich Menschen mit etwas bedrängt finden, mit dem sie sich nicht gerne auseinander setzen.

    Sehr deutlich und gut verständlich beschrieben sind hier die Umgangs- und häufigen Ansichtsweisen, wenn sich eine Begutachtung her bildet.
    Der Umgang mit Gewalt-Erfahrung im offenen Raum bringt häufig solche Reaktionen hervor, und man muss sich durch diesen Schleier der Abwehrhaltungen und Sichtweisen noch zusätzlich hindurch kämpfen.

    Opfer sind wir allemal, doch man sollte es vermeiden, uns fachlich pauschal oder laienhaft passabel eine Art allgemeines Opfer-Syndrom überzustülpen. Das Erarbeiten und Überstülpen von allerlei Etiketten und Stempeln scheint eine leidliche Gewohnheit unter den Menschen. Gut, wenn darauf hingewiesen wird, woran diese Gewohnheit zu erkennen, und vielleicht zu bannen sein kann!

    P.s.: Als „Survivor“ = Überlebender habe ich mich auch in meinen Niederschriften bezeichnet, eher aus dem Grund, dass der Täter seine Drohung nicht wahrgemacht hat.

  8. Chris schreibt am :

    Der Primärtäter erzeugt eine Beschädigung. Beschädigungen regenerieren in biologischen Systemen automatisch selbständig, falls die Erlangung der hierfür notwendigen Ressourcen aus der Umwelt von der Umwelt nicht verhindert wird.
    Geopfert wird man von den Sekundärtätern, den Umstehenden, der Gesellschaft, die 1. durch Ignoranz und Verleugnung gegenüber der Realität erster und zweiter Ordnung sowie 2.a durch phantasierte Korrelationszuschreibung, 2.b Schuldzuschreibung und 2.c Verantwortungszuschreibung an den Beschädigten die Selbstregeneration verhindern.

  9. Karl Görtz schreibt am :

    Zum Kommentar von M. Hesse:

    „Kinder kommen nicht als eine “weiße Leinwand” auf die Welt die nur darauf wartet von den Erwachsenen nach deren Vorstellungen gestaltet zu werden. Jedes Kind bringt eine einmalige Persönlichkeit mit. Wenn das nicht liebevoll-achtsam wahrgenommen und geachtet und gewürdigt wird, gerät noch so gutgemeinte prägende Erziehung leicht zum Benutzen des vermeintlich ungestalteten Kindes für die eigenen Vorstellungen. Damit kann das Kind schleichend an sprachliche Gewalt und das Objekt-sein für die Vorstellungen der Erwachsenen gewöhnt werden. Und damit an den Machtmissbrauch durch Erwachsene.“

    Kommentar:
    Da muss ich ganz klar zustimmen und auf folgenden Link hinweisen:

    https://www.youtube.com/watch?v=Jo-1ZaTpCwo

    Nur mit dem Unterschied, dass man ERWACHSENE aus dem oben von mir zitierten Absatz von M. Hesse durch POLITIK ersetzen muss. Soweit sind die Gender schon. Eine Katastrophe! Verantwortlich dafür ist ROT/GRÜN.

  10. Eva schreibt am :

    Gibt es eigentlich Überlebende, die ganz schwer psychisch Erkrankten wie z.B. nach ICD 10 F 20.0 ?

    Laut Rechtsanwälten und Psychiatern soll es keinen Zusammenhang zwischen sexuellen und anderen Straftaten und der obigen Diagnose geben.

    Laut Krankenkasse ist sehr schwer so einen Kausalzusammenhang zu beweisen.

  11. Marlis Fischer schreibt am :

    Dieser Zusammenhang wird mehr und mehr im rituellen Missbrauch, also dort, wo mit Mind-Control-Techniken wie Folter und Hypnose gearbneitet wird, nachgewiesen. Dort wird nicht von Schizophrenie gesprochen, sondern von Täterintrojekten und von psychischen Parasiten.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass für die „Installation“ solcher psychischer Parasiten keine Mind-Control-Techniken erforderlich sind, sondern allein die sexuelle Gewalt solche Phänomene im Nervensystem hervorruft. Kommentierende Stimmen oder auch Stimmen hören z.B. sind eine Aufnahme des Täters/der Täterin in das Nervensystem, eine Art „Überschwemmung“ des Nervensystems mit fremden Anteilen. Man weiß durchaus, dass solche Anteile durch Gewalt besonders gut zu manifestieren sind. Wieso sollte also sexuelle Gewalt, verübt an Kindern, nicht den gleichen Effekt haben. Natürlich handelt es sich dabei nicht um irgendwelche ominösen psychischen Krankheiten, sondern um eine Art „Anpassung“ des Nervensystems. Das Nervensystem wird programmiert, wenn auch nicht bewusst mit bestimmten Zielen der Täter, wie im Mind-Control, sondern automatisch.
    Da aber in diesem unserem Lande bei Folgen sexueller Gewalt die Psychiater das Sagen haben, wird dieser Zusammenhang in absehbarer Zeit nicht hergestellt werden.

    Prof. Porges, ein amerikanischer Neurologe, hat die Polyvagaltheorie entwickelt. Gerade der Vagus Nerv, der längste der cranialen Nerven, reagiert besonders auf Bedrohung. Prof. Porges unterscheidet zwischen dem ventralen und dem dorsalen Zweig dieses Nervs. Erfolgt Bedrohung, so tritt zunächst das Parasympathische Nervensystem in Aktion, um soziales Verhalten, wie z.B. Hilfe zu holen, zu initiieren. Ist das nicht möglich, wird das Sympathische Nervensystem in Gang gesetzt mit dem berühmten „fight or fly“. Kindern dürfte auch das nicht möglich sein. Sodann, so die Hypothese von Prof. Porges, tritt der dorsale, alte, amphibische Zweig des Vagus Nervs in Aktion. Dieser veranlasst das System, in eine generelle Erstarrung zu gehen, vom Herzschlag, der verlangsamt, bis hin zu einer völligen Unbeweglichkeit. Prof. Porges ist der Meinung, dass in diesem Zustand Dissoziationen produziert werden.
    (Entnommen einem Artikel von Ellen Lacter, den sie für das Buch „Ritual Abuse and Mind Control – The Manipulation of Attachment Needs“ geschrieben hat.)

    Für mich persönlich hat sie in diesem Artikel hervorragend wissenschaftliche Ergebnisse zusammengefasst, die auch für die sexuelle Gewalt gelten. Leider triggert der Artikel sehr.

    Um aber die Frage zu beantworten, so bin ich der Meinung, dass Schizophrenie, was immer das sein mag, keine Folge von sexueller Gewalt ist. Jedoch ist das Nervensystem so verändert, dass es den Menschen in eine u.U. gravierende Phänomenologie führt, d.h., in andere Bewusstseinszustände versetzt, die durch die Gewalt dem Nervensystem eingeprägt wurden und somit – ich betone, ICH sehe das so – neben dem Straftatbestand der sexuellen Misshandlung für mich auch noch gesondert den der schweren Körperverletzung beinhalten, da das Nervensystem in einen nicht mehr einwandfrei funktionierenden Zustand gewechselt ist. Zu diesen anderen Bewusstseinszuständen gehört nicht nur eine u.U. gravierende Phänomenologie, sondern auch z.B. Trancezustände, die zu händeln schwierig ist, da der/die Betroffene Copingstrategien entwickeln muss.

    Um sich hierüber mit Richtern, Rechtsanwälten und Krankenkassen auseinanderzusetzen, muss man sich, was die wirklichen wissenschaftlichen Aspekte betrifft, verdammt fit machen und von den wenigen, wirklichen Traumaforschern auf dieser Welt Material sammeln.

  12. klaraklara schreibt am :

    @ Eva_
    vielleicht kann dazu der Sozialpsychiater Prof. Marius Romme etwas beitragen.

  13. hildegard schreibt am :

    Wenn wir heute davon aus gehen dürfen, dass Leute wie Gerald Hüther mit seinem Buchtitel ‚Jedes Kind ist hochbegabt‘ nicht eine gewagte These verbreiten will, dann hätte unsere Politik bereits die Chance vertan aus den Fehlern dunkler Vergangenheit zu lernen.
    Wissenschaft und Praxis ERKENNEN die Gewalt-Ursache für Lebensprobleme und Lernblockaden sehr vieler Kinder.
    Warum also wollen die politisch Zuständigen daraus für die Zukunft nicht profitieren?
    Will man werdende Eltern in altbekannte Sackgassen schicken? Braucht man den funktionierenden Untertan?
    Was wäre zu tun?

    Marlis‘ Kommentar v. 2.7. halte ich für sehr aufschlussreich, wenn sie den amerik. Prof erwähnt. Damit können alle etwas anfangen – Zit.: Erfolgt Bedrohung, so tritt zunächst das Parasympathische Nervensystem in Aktion, um soziales Verhalten, wie z.B. Hilfe zu holen, zu initiieren. Ist das nicht möglich, wird das Sympathische Nervensystem in Gang gesetzt mit dem berühmten “fight or fly”. Kindern dürfte auch das nicht möglich sein. Sodann, so die Hypothese von Prof. Porges, tritt der dorsale, alte, amphibische Zweig des Vagus Nervs in Aktion. Dieser veranlasst das System, in eine generelle Erstarrung zu gehen, vom Herzschlag, der verlangsamt, bis hin zu einer völligen Unbeweglichkeit. Zitatende.
    JEDEM dürfte also einleuchten, dass sexuelle Übergriffe auf ein Kind mehr oder minder bewusst konditionieren SOLLEN und daher auch den Straftatbestand der schweren Körperverletzung beinhalten, da das Nervensystem in einen nicht mehr einwandfrei funktionierenden Zustand wechselt.

    Künftigen Eltern ist unbedingt das Grundwissen über solche Gewalt-Zusammenhänge zu vermitteln!
    Es handelt sich um wichtiges Allgemeinwissen.
    Unbedingt wäre damit auch jede Verjährungsfrist aufzuheben. Und es müsste gemeldet und angezeigt werden.

    Freiheitlich-demokratisch gewählte Regierungen müssen allmählich begreifen, dass ihre Untertanen nicht mehr die von vor 100 Jahren sein können – wie es hier ein Philosoph unserer Tage sieht und den ‚Verrat des Schulsystems‘ nennt: https://www.youtube.com/watch?v=iG40x0ZENfE (Precht bei Lanz, ca. 8 min. – interessant auch ein anderes Interview mit P. bzgl. Zukunft, Internet, Konsum https://www.youtube.com/watch?v=RAgu4MKBamw ca. 12 min.)

    Merke: Die persönliche Freiheit ist in Gefahr.

  14. Angela Ebert schreibt am :

    @Hildegard
    @Marlies
    Dem kann ich folgen und zustimmen!
    Ich würde noch einen Schritt weiter gehen wollen, vermutlich wird JEDE Art von Gewalt DIESE Angst aktivieren und zu dem beschriebenen ZIEL führen. Das wäre dann vorsätzliche schwere Körperverletzung, den ich bin überzeugt, so dumm wie sie tun sind sie nicht!
    Auch Sozial-Behörden und -Gerichte beschäftigen sich inhaltlich mit Studien die umfassendes WISSEN über die psychischen und psycho-sozialen Zusammenhänge vermitteln.
    Seitdem die Schröder-Agenda in Kraft ist traue ich den Gewählten alles zu was den Wachstums-Irrsinn fördert!
    Die körperliche Erstarrung bei Be-Drohung haben doch viele schon einmal erlebt, ein kurzer Schock-Zustand, der selbe Effekt, so scheint es, soll langfristig „eingepflanzt“ werden um Gehorsam zu gewährleisten.
    Und beim Wachstums-fördernden Konsum gelingt das prächtig, bei allen die wenig nachdenken und einfach tun was möglich ist, aus unterschiedlichsten Gründen.
    Ich bin froh über die Informationen die allen zur Verfügung stehen, wenn sie es den wollen und aus gesundheitlichen Gründen können!
    Da geht der Weg lang.

  15. rasch schreibt am :

    @ Angela
    dein satz:
    „Auch Sozial-Behörden und -Gerichte beschäftigen sich inhaltlich mit Studien die umfassendes WISSEN über die psychischen und psycho-sozialen Zusammenhänge vermitteln.“

    Alles was war kommt mir hoch bis zum Hals bei diesem Satz. Mir ist, als könnte meine letzte Hoffnung zerstört werden, trifft er nicht zu.

    Und glaub mir ich habe mich sehr gut unter Kontrolle.
    Ich kenne den Schalter und drück es wieder runter.
    Warum?
    Um weiter eine Zeugin der Zeit sein zu können.
    Wäre diese Hoffnung nicht, es würde mich überfluten, überrollen.

  16. hildegard schreibt am :

    Wir können als ‚Eine-Welt-Menschen‘ nicht länger die Gewalt-Ursache auch für Armut und Abhängigkeiten durch geZIELten Bildungsentzug leugnen – noch stimmt bei uns ’nur‘ der Kompass nicht!!
    Wer Frieden und Gerechtigkeit innner- und außerhalb unseres Landes will, sollte schnell noch einen Appell an Gabriel, Wanka, Nahles, Steinmeyer oder … schreiben über http://www.avaaz.org/de/fund_education_in_emergenies_sam_de/?bsUGdbb&v=61499
    möglichst bevor jetzt die Verantwortlichen in Norwegen tagen werden; heute können wir wenigstens via IT mitreden – ich wiederhole mich:
    UNSER ALLER FREIHEIT IST GEFÄHRDET.

  17. Angela Ebert schreibt am :

    @rasch
    Bin sehr froh über Deine Eigen-Kontrolle, über Deinen Mut und die Konsequenz Deines Handelns! Da geht der Weg lang, Motto: Niemals aufgeben!!
    Auch bei Überflutung gibt es Strategien, sich rausnehmen, sich selbst zurück-ziehen, zum eigenen Schutz. Joga oder andere Entspannungstechniken. Bei Panik-Attacken, die Lage sondieren und sich vergewissern, es gibt keine akute Gefahr!! Das mühsam Erlernte aus vielen guten Thearpie-Sitzungen anwenden, umsetzen was man gelernt hat, selbst verantwortung übernehmen und ein so lange ersehntes Gefühl „sich selbst schützen zu können!“ zu erfahren, so ist das bei mir.
    Besonnen bleiben, nicht panisch werden, ja das ist wirkliche Arbeit, viel Erfolg dabei 😉

    @hildegard
    Ich habe geschrieben, fremde Ressourcen zielführend zu missbrauchen, Notlagen der Menschen wirtschaftlich zu nutzen, halt ich nicht für fair. Von Gewählten/Volksvertretern erwarte ich persönliche Verantwortung für das eigene Handeln, wie JEDER andere Staatsbürger/in auch verantwortlich ist. Persönliche/individuelle Verantwortung kann nicht abgewährt oder zielführend „verschoben“ werden um sie wirtschaftlich zu missbrauchen!
    Ich denke, wir werden nicht mal eine Stellungnahme erwarten können, das prallt doch alles ab, am dicken Fell der Politischen-Gestalter, die nach ihrem Mandat erst so richtig Karriere machen, Geld machen, und aus ihrem politischen Mandat die/ihre Früchte ernten werden, und TROTZDEM !!!
    Jeder einer Straftat-Verdächtige, jeder Kindermörder oder -schänder (Bsp. Gäfken) kann auf die Rechts-Belehrungen vertrauen, sich gegen Be-Drohungen durch Amtsträger wehren, und bei Ausgegrenzten (Unterschicht) ist das kein Rechtsanspruch mehr? NEIN, das kann nicht sein!! DAS werde ich nie akzeptieren und darum ist ja auch so schwierig, wegen die Schröderschen Agenda-Zielführung.
    Es nützt ja nix, hat mein Vater immer gesagt, einer den den 2. WK überlebt hat!! Recht hat er gehabt.
    Schwerwiegend erkrankt zu sein, nicht mehr leistungsfähig, nicht mehr kompartibel mit dem Rest der Hamsterrad-Läufer, heißt noch lange nicht dumm zu sein. Ganz im Gegenteil, da ist eine ganz besondere Empfindsamkeit die es zu nutzen gilt, zielführend wenn es denn nicht anders geht, nur Mut!
    Mit dem Popo an der Wand kann doch von „hinten“ kein Angriff mehr erfolgen…hat auch Vorteile, so sehe ich es.

  18. hildegard schreibt am :

    … und „Hamsterrad-Läufer“ kreierten die Zwänge damals schon:
    Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Wachstumswahn, Wessi-Arroganz in den neuen Bundesländern – all das war zielführend geworden für die Schröder-Agenda, aus der heraus es Volkes Wille mit der Weiter-so-Eintopf-Politik schnurstracks bis zur neoliberalistischen Schwarze-Null-Nummer brachte – Bestleistung, auf Kosten wessen?
    Der Weiter-so-Wahn wird uns von außen erst sichtbar …

  19. Angela Ebert schreibt am :

    Der Weiter-so-Wahn wird uns von außen erst sichtbar …
    So ist es, und so hat jede Beschwerniss die rechtswidrig und mutwillig herbei geführt wurde auch seinen Vorteil!
    Atmen und spüren, jeden Tag, die Empfindsamkeit schulen, fein-abstimmung für die Unstimmigkeiten des Lebens durch Amtsträger und deren private Beauftragte, die gesetzlich-zielführend auf uns zukommen.
    Du hast es verstanden 😉
    Überleben ist eine Kunst die ausbaufähig ist!
    Akzeptiere ich die Ausgrenzung per Gesetz ergeben sich weitere Möglichkeiten, nur den direkten Kontakt sollte jede/r unterlassen, die direkte rechtswidrige Manipulation ist ZIELFÜHRUNG bei den Damen und Herren der juristischen Eliten der BRD. So hat sich vermutlich gar nicht viel geändert im Vergleich zu den Zeiten nach dem 2. WK…
    Das gilt es zu bedenken und in jede Planung mit einzubeziehen.
    Ja, erschreckend und es triggert, nützt ja nix 😉

  20. dietess schreibt am :

    Da schlägt mir schon wieder das Herz bis zum Hals. Nicht mehr Opfer sein WOLLEN. Aufmerksamkeit auf das Jetzt, Augen auf Ohren auf, wach bleiben, nicht abdriften. Da ist dann wieder diese kleine Stimme, bitte verlass mich nicht, lass mich nicht im Stich. Nein, ich verlass Dich nicht, ich versuche Dich zu würdigen, zu verstehen, ich versuche nach Kräften mit Dir zu gehen. Aber von hier aus. In Deiner Hölle, die Jahrzehnte lang meine war kann ich Dir nicht helfen. Aber von hier aus wird es immer ein klein wenig besser. So geht es weiter. Tag für Tag, Überlebender, Lebender. Frei werden wollen, von ganzem Herzen, auch wenns….. na was denn, haste wieder Angst, alte Schaluppe.

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