Gemeinsam gegen Gewalt

05.12.2012: netzwerkB

Stand 05.12.2012 (als PDF herunter laden)

netzwerkB ist eine Vereinigung, die sich für die Rechte und Belange von Betroffenen von sexualisierter Gewalt einsetzt. Dazu zählen auch die Bereiche der jahrelangen systematischen Gewalt insbesondere gegen Kinder und Jugendliche durch Angehörige der Familie oder von Institutionen.

Die Initiative ist aus den Reihen der Opfer und ihrer Angehörigen entstanden. netzwerkB informiert über die Ursachen und gravierenden Auswirkungen von sexualisierter Gewalt und setzt sich für verbesserte Hilfen für die Opfer ein. netzwerkB engagiert sich politisch, um Gesetzesänderungen einzubringen, die dann erst die Basis für effektive Prävention und Kinderschutz sind.

netzwerkB koaliert in dieser Arbeit mit anderen Betroffenen-Initiativen in Deutschland und international.

netzwerkB unterhält eine ständig aktualisierte Webpräsenz, die Betroffenen und Interessierten die Möglichkeit bietet, sich zu informieren, aktuelle Meldungen zu lesen und sich im Forum mit anderen auszutauschen. Bisher waren 445.711 Besucher auf der Website.

Gesellschaftliche Notwendigkeit des Engagements

In den Medien und der Politik gab es zwar endlich Aufmerksamkeit für dieses lange verdrängte gesellschaftliche Problem, aber für die Betroffenen hat sich bislang noch nichts getan, was konkret ihre Lebenssituation verbessern würde. Die meisten von ihnen stehen weiterhin allein. Sie leiden oft psychisch, gesundheitlich, sozial und materiell lebenslang unter den Folgen.

Das öffentliche Bewusstsein und die Gesetzgebung müssen sich grundlegend verändern.  Verjährungsfristen, Rahmenbedingungen für Opfer in Gerichtsverfahren, Opferhilfen und Präventionsmaßnahmen müssen völlig neu überdacht werden, da sie in ihrer derzeitigen Ausprägung ein System des Täterschutzes bilden.

Bei einer Hochrechnung der  Statistik des Bundeskriminalamtes muss man von vielen Millionen von Opfern allein in Deutschland ausgehen. Dieses konstituiert ein Massenverbrechen.

Ziele von netzwerkB

  1. Die Beratung und Unterstützung von Opfern sexualisierter Gewalt
  2. Die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Aufklärung un
  3. Opferhilfe, um die psychische, gesundheitliche, soziale und rechtliche Situation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern
  4. Die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Prävention für das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, sexuelle Selbstbestimmung, für physische als auch psychische Gesundheit eines Menschen, und zur Beendigung sexualisierter Gewalt in jeder Form
  5. Die Förderung der Information und Aufklärung von Berufsgruppen, die mit sexualisierter Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen regelmäßig konfrontiert sind
  6. Der Einsatz für die Verbesserung der zivilrechtlichen und strafrechtlichen Bestimmungen und Gesetze insbesondere im Bereich sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sinne des Opferschutzes und der Opferrehabilitation.

Entstehung von netzwerkB/ – bisherige Arbeit

Das Netzwerk Betroffener war über mehr als 15 Jahre hinweg entstanden. Als netzwerkB  “Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt” wurde es im April 2010 rechtsfähig und ist eine unabhängige bundesweite Interessenvertretung von Betroffenen für Betroffene. netzwerkB legt Wert darauf nach innen und nach außen mit den Menschen offen und verantwortlich umzugehen.

netzwerkB war für die Betroffenen in folgendem Umfang da:

  • 445.711 Besuche auf der Website
  • 10.312 Kommentare für netzwerkb.org redaktionell gesichtet
  • 7.056 Telefonanrufe von Betroffenen entgegengenommen
  • 5.840 Leserbriefe von Betroffenen bearbeitet
  • 3.069 Anfragen von Mitgliedern bearbeitet

Folgende Zusammenarbeit mit den Medien wurde bisher erreicht:

Zukunftspläne

Das Netzwerk möchte die Beratungsmöglichkeiten und die Öffentlichkeitsarbeit weiter intensivieren. Dazu ist es langfristig nötig, die Möglichkeit zu haben, Teilzeitstellen zu schaffen.

Bündnis gegen Gewalt

netzwerkB hält es für einen sinnvollen nächsten Schritt, zu einem offenen Bündnis gegen Gewalt beizutragen, in dem sich alle Betroffenen der verschiedenen Formen von Gewalt gemeinsam engagieren. Physische, psychische und sexualisierte Gewalt  treten oft gemeinsam auf, haben ähnliche Ursachen, ähnlich schwere Folgen, und für die Opfer entsteht ähnlicher Hilfebedarf.

Nachhaltigkeit des Engagements (Wirkung/Kontinuität)

Weil das Engagement netzwerkBs gegen ein nach wie vor tabuisiertes Verbrechen kämpft, ist die Nachhaltigkeit der Arbeit besonders notwendig. Es ist wichtig, weiterhin kontinuierlich auf die Problematik hinzuweisen, damit sofortige und effiziente Hilfe für Kinder in aktueller Notlage und langfristige Hilfe für erwachsene Betroffene geschaffen werden kann.

Innovativer Problemlösungsansatz

Im netzwerkB sind Betroffene zusammengekommen, um selbst für ihre Belange politisch aktiv zu sein. Die Beteiligten gehen offen mit dem Erlebten und dessen Folgen an die Öffentlichkeit (Medien, Politik, Internet und Veranstaltungen) – trotz aller inneren Ängste und äußeren Widerstände – um eine gesellschaftliche Veränderung zu erreichen. netzwerkB  kämpft mit dem Mittel der Offenheit gegen die Mauer des Schweigens und Vertuschens und lässt sich auch durch Drohungen und Abmahnungen einzelner Täter bzw. dahinter stehender Institutionen nicht einschüchtern.

Aufhebung der Verjährungsfristen/ Melde- und Anzeigepflicht

netzwerkB verfolgt als eines der vordergründigen Ziele die Aufhebung der straf- und zivilrechtlichen Verjährungsfristen bei sexualisierter Gewalt. netzwerkB argumentiert, dass die Aufhebung der Verjährungsfristen und die Einführung einer Melde-und Anzeigepflicht bei Verdachtsfällen von Gewalt gegen Kinder den Hebel im Gesetzesgefüge darstellen, der angesetzt werden muss um eine durchgreifende Bewusstseinsveränderung in unserer Gesellschaft zu bewirken über den Umgang der Gesellschaft mit Gewalt und deren Opfern.

netzwerkB hat alle politischen Parteien zum Diskurs bezüglich der Aufhebung der Verjährungsfristen eingeladen und einen eigenen Gesetzentwurf zur Aufhebung der Verjährungsfristen formuliert.

Beim SPD Bundesparteitag am 6. Dezember 2011 durfte Norbert Denef den Antrag für die Aufhebung der Verjährungsfristen mit einer Rede unterstützen. Einstimmig wurde daraufhin der Antrag angenommen.

Bei den Grünen war Norbert Denef zum Bundesparteitag in Hannover am 17. November 2012 zwar eingeladen, durfte dann aber doch nicht sprechen.

Der erhebliche Widerstand gegen die Aufhebung der Verjährungsfristen bei sexualisierter Gewalt durch alle Fraktionen hinweg hat gezeigt, dass beim politischen Diskurs zu wenige Informationen über Betroffene und deren Anliegen vorlagen, bzw. nicht berücksichtigt wurden. Für Betroffene bestehen Ungerechtigkeiten in der formalen Anwendung der Verjährungsfristen bei sexualisierter Gewalt. Eine Koppelung der Verjährungsfristen an die jeweilige Hafthöchststrafe ergibt nur Sinn bei Taten, bei denen der Gesetzgeber davon ausgehen kann, dass nach hinreichend vergangener Zeit kein Bedarf zur Klage mehr besteht. Dies ist jedoch in Fällen von Gewalt in der Kindheit nicht anwendbar, da die Folgen ein Leben lang getragen und verkraftet werden müssen. Der gegenwärtig bevorzugte Ansatz, Verjährungsfristen zu verlängern, bedeutet hierbei für Betroffene noch immer den Druck, im geforderten Zeitrahmen zu klagen. Er vernachlässigt Betroffene die erst spät die Komplexität ihrer Traumata durchdrungen haben und dann erst zu einer Klage bereit sind. Jegliche Dauer einer Verjährungsfrist wird deshalb immer nur Täterschutz sein.

Wegen der Untätigkeit der Politik und um die Wichtigkeit der Forderung zu unterstreichen sind im Juni/Juli 2012  7 Personen in den Hungerstreik getreten

Beschneidung von minderjährigen Jungen

netzwerkB lehnt Beschneidungen von Jungen aus medizinisch nicht notwendigen Gründen ab. Sie stellen einen gewaltsamen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar und verstoßen gegen die sexuelle Selbstbestimmung des Beschnittenen. Im Verbund mit anderen Organisationen protestiert netzwerkB gegen die geplante Gesetzesänderung zur Legalisierung von Knabenbeschneidungen.

Danke

An dieser Stelle möchten wir uns nicht nur bei unseren Unterstützern und Mitgliedern für ihr Vertrauen ganz herzlich bedanken, sondern im Besonderen auch bei denen, die uns in unserer Arbeit mit viel Zeitaufwand ehrenamtlich unterstützen.

Ohne unsere SpenderInnen könnten wir nicht so viele Aktivitäten starten wie das in der Vergangenheit möglich war – Danke!
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Mit Ihrer Hilfe können wir aufsteigen! Werden Sie Fördermitglied – auch beitragsfrei!


19 Kommentare

  1. Julie schreibt am :

    SO WIE JETZT DARAUF GEACHTET WIRD auf Misshandlungen durch die Mutter oder Missbrauch in der Kindheit mobbing in der Schule so hätte es früher schon sein sollen!!dann wären es nicht so viele opfer denen man nicht glaubt wo dei EU Rente abgelehnt wird nur weil Gutachter der Meinung sind einen zu kennen besser als die behandelnde Ärztin
    macht weiter so ich achte drauf und würde alles anzeigen wenn mir etwas auffällt wo so etwas grausamen geschieht.Danke für eure Arbeit

  2. pb schreibt am :

    Danke!
    Für fachliche Kompetenz, für uneigennützigen Einsatz, für grenzenlosen Mut.
    Doch zu wenig wird m. E. erklärt und hervorgehoben, wie schwerwiegend und vernichtend die Prägung eines Opferdaseins auf Generationen von Familien wirkt.
    Alle guten Wünsche Euch!
    In Verbundenheit
    Petra Beyer

  3. Großes Lob und Danke für die bisher geleistete Arbeit.
    Selbst mit anderen versuchten wir vor 2 Jahren einen Verein zu gründen, was dann doch an unterschiedlichen Auffassungen gescheitert ist, weil es auch eine sehr verantwortliche Aufgabe ist, wir leider doch psychisch noch immer unter den Erlebnissen leiden, kontroverse Diskussionen nicht ausbleiben. Deshalb verdient jeder Verein, der sich gegen Sexuelle Gewalt engagiert größten Respekt. Und das wir nicht aufgeben.
    DANKE auch an speziell an Norbert Denef – er hat in vielen Fernsehauftritten >Zivilcourage gezeigt.

  4. kar schreibt am :

    Ich denke an der Stelle, es wäre gut, sich für die nächste Bundestagswahl Gedanken über eine Wahlempfehlung in diesem Punkt zu machen. Es kann doch nicht wahr sein, dass die Parteien in Deutschland bei wichtigsten Themen regelrecht auf stur schalten bzw. sich ausserstande sehen, an substantiellen Lösungen in wichtigen Fragen zu arbeiten. Man fragt sich hier, wofür werden die Politiker überhaupt gewählt, wenn nicht, dafür, Probleme wirklich zu lösen? Dumm in die Kamera grinsen und gequirlten Quark reden kann so ziemlich jeder.

    Wenn man soetwas sehen will, kann man dafür auch ins Kino gehen, um sich kurzfristig eine sinnfreie Comedy anzuschauen. Dafür braucht man nicht wählen gehen!

    Das die Politik auch anders kann, sieht man bspw. im Tierschutzrecht.

    Siehe dazu:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/agrar-ausschuss-entscheidet-ueber-zoophilie-sexueller-kontakt-zu-tieren-soll-bestraft-werden-1.1535498
    http://www.taz.de/Verbot-von-Sodomie/!106256/

    Offensichtlich sind Tiere für die Deutschen Politiker schützenswerter als Kinder. Auch muss man sich fragen, ob dieser Schutz so überhaupt richtig zuende gedacht worden ist, zumal es auch da wiedersprüchliche Details gibt im kleingedruckten gibt.

    Siehe dazu:
    http://www.taz.de/Tierschutzgesetz-Novelle/!107439/
    http://www.tagesschau.de/inland/tierschutz104.html

    An der Stelle möchte ich auf ein interessantes Stück „comedy“ hinweisen, was vielleicht am besten die Doppeldeutigkeit in der Deutschen Politik entlarvend widerspiegelt.

    http://www.furry8000.de/downloads/2012-12-22/Stammtischweisheiten_01.mp3

    Man stelle sich nämlich mal vor, die römisch kath. Kirche hätte sich ähnlich dem Agrarausschuss in bestimmten Fragen durchgesetzt. Das soetwas nicht unwahrscheinlich ist, das Religionsgemeinschaften sich erfolgreich für das zurückstellen v. Kinderrechten gegenüber Religionsfreiheit engagieren können, sieht man anhand der Beschneidungsdebatte ganz gut! 😉

  5. Eva schreibt am :

    Ich weis nicht , ob der Link hier passt.

    Man wundert sich über die Politiker, die keine Verjährungsaufhebung wollen. Ist das ein Wunder ?

    „Rainer Brüderle soll sich gegenüber einer jungen Journalistin Anzüglichkeiten geleistet haben. Die Vorwürfe einer „Stern“-Journalistin gegen den FDP-Spitzenpolitiker haben nun eine weitreichende Internet-Debatte ausgelöst“.

    http://www.gmx.net/themen/nachrichten/panorama/66a5phe-bruederle-loest-netz-debatte

  6. Ich auch schreibt am :

    Es geht um die Sicherung der Machtverhältnisse durch hierarchische Strukturen und Patriachat im Alltag mit allen Mitteln.
    „Die Hand auf dem Hintern, der anzügliche Spruch, die Belästigungen, all das ist ein Ausdruck dafür, dass Frauen immer noch als irgendwie zur Verfügung stehend betrachtet werden, um den sexuellen Wünschen von Männern zu entsprechen.“
    (http://diefreiheitsliebe.de/gesellschaft/stell-dich-nicht-so-an-vom-alltaglichen-sexismus-2-0)

  7. Bärbel schreibt am :

    Stets wo Macht ausgeübt wird ,gibt es Übergriffe,
    meine Sorge gilt auch behinderten Frauen in ABHÄNGIGKEIT;
    aber,dass man sich an Kindern vergeht,
    ihre Seele zerstört,macht mich so wütend ob der Hilflosigkeit,dass sich so wenig ändert————–

  8. kar schreibt am :

    Eva, durch die längst überfällige Debatte über Sexismus in der Politik wurde eine interessante Entwicklung der letzten Tage bekannt.

    http://www.dw.de/ein-aufschrei-gegen-sexismus/a-16550559
    http://www.sueddeutsche.de/leben/aufschrei-wie-ein-hashtag-die-sexismus-debatte-veraendern-kann-1.1583035

    Da werden sich Brüderle, Piratenpartei [1] und co zwar nicht drüber freuen, aber trotzdem, es ist angebracht, sich umfassend & kritisch mit alten Zöpfen in Politik & Gesellschaft auseinander zu setzen. Und ganz klar, ein Hashtag ist auch ein Erkennungszeichen bzw. kann genauso eine Lichtquelle, die Dunkelheit bricht.

    In diesem Sinne!

    [1]
    http://www.youtube.com/watch?v=-3LKBARD10E
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-12/piraten-julia-probst
    http://www.spiegel.de/spiegel/annett-meiritz-ueber-die-frauenfeindlichkeit-in-der-piratenpartei-a-877558.html

  9. Anna M. schreibt am :

    Das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist nicht zu trennen vom Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder.
    In diesem ganzen Macht- und Machtmissbrauch-konglomerat spielen unterdrückte und misshandelte Frauen leider eben auch die Täterrolle. Sie geben es weiter an ihre Kinder, schauen weg. Viele missbrauchen ihre mütterliche Macht und rächen sich an ihren Söhnen stellvertretend. So werden neue Frauenhasser herangezüchtet. Dieser Kreislauf muß durchbrochen werden. Durch Kämpfen gegen die Unterdrückung von Frauen aber auch durch HINSCHAUEN, wo unterdrückte MÜTTER zu Täterinnen werden.

  10. Bärbel schreibt am :

    zu Anna M.,

    ich wurde unterdrückt in meiner eigenen Familie,
    aber ich wehre mich gegen eine Pauschalierung,
    ich wurde nie eine Täterin,
    nie schaue ich bei Unrecht weg,
    natürlich bin ich nicht fehlerfrei,
    der Opferrolle bin ich inzwischen entwachsen,
    die Vorbilder des Fehlverhaltens,an meinen Kindern,
    bekomme ich bis dato zu spüren,es ist schmerzlich,
    ich erfreue mich täglich des Lebens an den schönen Dingen ,die ich erlebe,so kann ich überleben,
    es war ein langer Weg,netzwerkb.org hat mir dabei geholfen,dass ich ein toller Mensch bin,ich habe eine Würde und ich habe Rechte, Danke dafür,ich bedanke mich bei dem Verein

  11. hildegard schreibt am :

    Anna M. – hier ist unbedingt neben dem Macht-Missbrauch durch Mütter auch der Frust vieler anderen Frauen zu erwähnen:
    Was haben nicht all unsere ach so frommen ‚Ommas‘, Tanten, Lehrerinnen, Nonnen an uns als Kindern verbrochen!
    Sie wurden er-mächtigt, unsere permanent überforderten Mütter „tat“-kräftig zu unterstützen, und ver-schlimm-besserten das ganze Desaster hilflos ausgelieferter Kinder.
    Wir alle sind die Kinder, die der Staat vor Furien und Monstern hätte schützen MÜSSEN damals, als man sich aus „gutem Grund“ für die WÜRDE des Menschen entschieden hatte …

    Was außer der unseligen Nazivergangenheit stand den Grundrechten im Wege?
    Was konnte trotz neu verfasster Grundrechte ausgerechnet uns Kinder durch die Maschen des neu geknüpften Rechts-Netzes fallen lassen, uns total ausblenden?
    Den Hauptgrund sehe ich in den „Moral“-Instanzen, die NICHTS als ihr primitives Sektenwesen vorzuweisen haben. Ihre besten Kräfte verschleißen sie, treiben sie in die Verzweiflung, rauben ihnen ihre Existenz und kippen ihnen Kübel mit Kadavern vor die Tür, im Namen Gottes.

    Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die der Staat per Verjährung immer noch stützt und die Täter schützt!
    WIE LANGE NOCH???

  12. Hildegard – sie hat leider sehr recht. Dieses Verhalten des Machtmissbrauchs, welcher den Müttern angelastet wird, ist nur die Fortsetzung des an ihnen begangenen Unrechts.
    Und welcher Frau ist kein Unrecht geschehen?
    Schon alleine dass sie nur als ein Mittel zum Zweck benutzt wurde über Jahrhunderte ist schon ein Machtmissbrauch.
    Denn obwohl es die Frau war, damals wie heute die Kinder zur Welt brachte, sie war oft nur eine unbezahlte Magd welche die Pflicht hatte die Befehle des Mannes, wie die der Kirche zu erfüllen.
    Obwohl ja bekannt ist, dass Der Erlöser, und angebetete Gottessohn, wie der als Mensch Geborenen genannt wird, auch die Frauen achtete, und ehrte.
    Was den Kirchen entfallen sein musste in Laufe der Zeit. Oder, sie legten keinen besonderen Wert auf dese Tatsache, welche in dem jüdischen glauben eine große Rolle spielt.
    Möglicherweise, weil sie andere Pläne hatte als der, welcher als Gründer dieses Glaubens gilt.
    Denn wie sonst könnten wir von ihm hören, dass er ein Gegner von Unrecht und ungutem Tun war?
    Denn leider änderte sich nicht nur die Einstellung zu den Frauen, sondern sehr viel mehr. Da es Seiner Frohbotschaft nur gelungen ist aus der Welt ein Jammertal zu machen.
    Was einmal das Leid der Frauen heraufbeschwor, die nun, rechtlos geworden, sich ihre Rechte auf andere Art holten.
    Denn jeder kennt den Grundsatz: Tust Du mir das an, dann tue ich es Dir ebenfalls, und mit Zinsen.
    So, dass sich der Missbrauch von Mal zu Mal weiter ausbreitet, vergrößert, und ungestört wachsen kann.
    Denn wer stoppt ihn? Der Gekreuzigte und Wiederauferstandene, obwohl ein Gott nun, legte mit Seiner Kreuzigung außer Seinem Leben, anscheinend auch Seine Menschlichkeit an den Nagel.
    Und da diese Menschlichkeit lange Zeit nur Göttern anstand die sie entweder nutzen oder bleiben lassen konnten, verlernten sie die Leute. Vor allem anscheinend diejenigen, welche Macht über andere haben.
    So, dass wir leider Gottes die Abschaffung so mancher Nachteile für die übrigen Menschen noch lange vermissen werden können, wenn wir es ihnen überlassen. Denn wer möchte schon selbst dafür sorgen, dass er aus Seinen Entscheidungen – Nachteile schöpft, wenn es schon so lange, und so viel besser ohne sie gegangen ist?

  13. hildegard schreibt am :

    Sonja, das Dilemma ist die auf den Kopf gestellte Botschaft – und das war Machtmissbrauch …

  14. Simone schreibt am :

    Ich halte das für zu einfach gedacht, wenn man sagt, dass Frauen, die Gewalt erlebt haben, Gewalt weitergeben. Das kotzt(Sorry) mich auch schon immer in irgendwelchen Urteilsbegründungen irgendwelcher Täter an, wenn ein mildes Urteil damit begründet wird, dass der Täter selber als Kind Opfer sexueller Gewalt wurde.Fakt ist, das jeder erwachsene Mensch sich entscheiden kann, was er/sie tut oder lässt. Und wenn sich jemand für Gewalt entscheidet, dann nicht weil er/sie selbst Gewalt erlebt hat, sondern weil diese Person den Weg des geringsten Widerstands geht, ohne Rücksicht auf Verluste.
    Es gibt übrigens auch viele TäterInnen, welche keine Gewalt in der Kindheit erlebt haben.
    Tatsache ist, der Staat hat uns als Kinder nicht geschützt und versucht auch heute noch, die Verantwortung für die körperliche und seelische Unversehrtheit seiner Kinder von sich wegzuschieben.
    Für mich ist klar, wer dafür Sorge trägt, dass sexuelle oder körperliche Gewalt an Kindern nicht verhindert wird oder zumindest bis zum letzten Atemzug der Betroffenen gesetzlich verfolgt werden kann, der macht sich mitschuldig. Der verläßlichste Komplize sexueller Gewalt an Kindern heißt Verjährungsfrist!

  15. Neunert, Marianne schreibt am :

    Der letzte Satz von Simone am 19.09.
    spricht auch mir voll und ganz aus dem Herzen:
    Tatsache ist, der Staat und verantwortliche Erwachsene hat/haben uns als Kinder nicht
    geschützt und versuchen auch heute noch (tagtäglich)
    deie Verantwortung für die körperliche u. seelilsche Unversehrtheit seiner Kinder von sich
    wegzuschieben. Kopf in den San und so hör ich nichts
    davon, weil ich es nicht will.

    Wer dafür Sorge trägt, das sexuelle oder/und körperliche Gewalt an Kindern nicht verhindert wird oder bis zum letzten Atemzug der Betroffenen gesetzlich verfolgt werden kann, der macht sich mitschuldig !!!!!!!

    Leute wacht endlich auf und lasst Euer Wegschauen,
    das „Ausbremsen“ Betroffener und dieses verdammte Verbagatellisieren
    dieses in Europa Nr. 1 Tabu-Themas.
    Und alles das im mittlerweile 21. Jahrhundert !!!!!
    Es ist ja alles so unglaublich schrecklich und
    macht Betroffene nur immer aufs Neue wieder wütend u. hilflos.

  16. Savina schreibt am :

    Eine Gemeinschaft, die es nicht möglich macht ihre Kinder zu beschützen und auch nicht ermöglichen möchte; eine Gemeinschaft, die dem Schutz von Tieren mehr Bedeutung beimisst als dem Schutz von Kindern und Jugendlichen; eine Gemeinschaft, die den von sexualisierter Gewalt Betroffenen
    ein Leben in einer PARALLELWELT, einer Welt der Verhöhnung, Verspottung, Isolation und damit absoluten Ausgrenzung, zumutet und damit selbstgefällig „im Rechtsfrieden“ ist; eine solche Gemeinschaft ist meiner Meinung nach keine zivilisierte Gemeinschaft.
    Gandhi soll einmal von einem Journalisten gefragt worden sein:“Was sagen Sie zur westlichen Zivilisation?“ worauf Mahatma Gandhi geantwortet haben soll: „Das wäre eine großartige Idee!“
    ____________________________________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    SPIEGEL-Autor Wilhelm Bittorf über zivilen Ungehorsam, gewaltfreie Aktionen und Demokratie _____“ Reporterfrage an Mahatma Gandhi: „Was halten Sie von “ _____“ der westlichen Zivilisation?“ “ _____“ Gandhi: „Ich denke, sie wäre eine gute Idee.“ “ *

    Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14023507.html

    We shall overcome

  17. hildegard schreibt am :

    Gemeinsam mit Leuten, die die wahre Zivilisation wollen – das wäre eine gute Idee. Zu Gandhis Zeit gab es sie nicht und bis heute gibt es sie nicht – auch nicht die lupenreine Demokratie!
    Der alte Spiegelartikel ist ein gutes Stück Weltgeschichte der Demokratien in ihren Kinderschühchen, aus denen führende Demokraten wohl nie werden aussteigen wollen um erwachsen zu werden.

  18. hildegard schreibt am :

    Die nB-Position „Gemeinsam gegen Gewalt“ will Schwache schützen gegen den Missbrauch der Macht.
    Zum Wesen einer Demokratie gehört es die Stimme des Volkes zu hören und zu beachten. Diese Stimmen aber wollen die Anführer auch in unserer Demokratie überhören zu Zwecken ihrer eigenen Macht(=Gewinn-)-Maximierung.
    In unserem Fall verharrt sie „selbstgefällig „im Rechtsfrieden““, der nicht unser Recht und nicht unseren Frieden und nicht unsere Freiheit meint …

    An den vielen Antidemokarten unserer Tage aber wird diese Regierung ihre so leichtfertigen wie gefährlichen Versäumnisse früher zu erkennen und auszubaden haben als es uns (trotz Bevölkerungsmehrheit!) recht sein kann …
    Der Rechtsfriede bleibt gefährdet.

    Ein Dank dem nB-Team für die „Geschichtsstunde“!

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