Bundestag hat beschlossen – religiöser Brauch bleibt

12.12.2012: ZDF heute

Der Bundestag hat beschlossen, der religiöse Brauch bleibt unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen gesetzlich erlaubt.

Dr. Ulrich Fegeler, Berufsverband Kinder- und Jugendärzte:
„Ich halte das für einen schlechten Tag für die Kinderrechte in Deutschland. Dieses Gesetz dürfte in dieser Form, wenn es denn den Kinderrechten entsprechen würde, so nicht verabschieden worden sein.“

Das viel diskutierte Gesetz erlaubt die Bescheidung von Jungen wenn die Eltern zustimmen. In den ersten sechs Monaten darf der Eingriff auch von religiösen Beschneidern durchgeführt werden. Jüdisches und muslimisches Leben soll so weiterhin uneingeschränkt möglich sein.

Sabine Leutheuser-Schnarrenberger FDP, Bundesjustizministerin:
„Es war immer in Deutschland erlaubt Beschneidung vorzunehmen. Mit dem Gesetzentwurf stellen wir klar und sicher, dass das auch künftig erfolgen kann und die Regeln der ärztlichen Kunst sind der Maßstab.“

Beschneidung von Kindern

24 Kommentare

  1. Sarah Mohn schreibt am :

    Völlig deplatziert und unangebracht ist das süffisante Dauergrinsen Fr. Leutheusser Schnarrenbergers zur Bekanntgabe des Kinderrechtsbrechenden Gesetzbeschlusses.

    All diejenen, die für die Legalisierung von Kindergenitalverstümmelungen gestimmt haben, sollten gezwungen werden, bei derselben zu hospitieren, damit sie endlich mal kapieren, wofür sie so empathielos und religiöskniefällig ihre Stimme abgegeben haben.

    Ich könnt so kotzen über unsere Politiker. Sie ekeln mich an mit ihrem fehlendem Rückgrad.
    Pfui Teufel!!!

  2. Frantek schreibt am :

    Es war immer in Deutschland erlaubt …, sagte die Ministerin und ließ unausgesprochen, dass also schon immer erlaubt war, die Unversehrtheit der Seele und des Körpers eines Kindes zu verletzen. Und wenn es nicht erlaubt ist, gibt es sicher immer eine „logische“ Erklärung, die es dann doch wieder erlaubt oder Gebote / Verbote relativiert.

    Lot war auch das Gastrecht heiliger als die Unversehrtheit seiner Töchter, weshalb er diese opfern wollte. Im Notfall, so einige Interpreten des 1. Buches Mose, muss das Opfern der Unversehrtheit von Körper und Seele also erlaubt sein. Ebenso musste es später folglich auch den Töchtern erlaubt sein, ihren Vater betrunken zu machen, um ihm beiliegen zu können und Stammmütter zweier Völker werden zu können. (So zumindest der Bibeltext als Erklärung für den Inzest und oder den Übergriff sexualisierter Gewalt.)

    Wie der Herrgott den Hergang der Taten verstand, wird nicht berichtet. Die Ansicht seines Sohnes denn schon. Denn die benannte Matthäus und berichtete, dass die, die Kleinen (zum Abfall) verführen nebst einem Mühlstein um den Hals an einer tiefen Stelle im Meer versenkt werden sollten.

    Dem ist kaum mehr hinzuzufügen.

  3. Bernd R. schreibt am :

    Nach dem Willen von Sabine Leutheuser-Schnarrenberger können nun auch „Beschneidungen“ an Babies unter 6 Monaten von Nicht-Medizinern ohne Schmerzbehandlung durchgeführt werden.

    Sie ignoriert das, was die Ärzte und ihre Verbände dazu sagen. Das ist mehr als nur eine Ignoranz. Daraus spricht schon regelrecht Hass gegen Kinder.

    434 der Abgeordneten stimmten in namentlicher Abstimmung für den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf, 100 stimmten dagegen, 46 enthielten sich.

    Ich hoffe, dass es gegen diese Gesetzesänderung eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht geben wird.

  4. Wilma schreibt am :

    Diese L.S. muss eine psychisch kranke Frau sein. Ich habe auch keine Kinder wie Frau L.S., aber ich höre das Schreien der Babies und Kleinkinder. 434 Abgeordnete halten sich die Ohren zu. In diesem Land stimmt etwas nicht.

  5. Klaus Linnenbrügger.Beschneidungsgesetz hebelt Kinderrechte aus.Ich könnte echt kotzen über so viel Scheinheiligkeit unserer Politiker.

  6. klaraklara schreibt am :

    Ja, eine Menschenrechtsverletzung ist halt, wenn in Afghanistan eine Frau verstümmelt oder in Weißrussland die Opposition unterdrückt wird. Finanzmangel in deutschen Frauenhäusern interessiert niemals das Finanzministerium, schreiende Kinder machen Theater, und Gefühle sind nur zu respektieren, wenn es religiöse Gefühle sind.

  7. Eva schreibt am :

    Wenn Komplikationen ( bis zum Tod ) auftreten , müsste man alle 434 Abgeordnete zur Rechenschaft ziehen.

    Das ist wie bei der Kernkraft, die für alle Zeit ganz sicher gewesen sein soll.

    Kinder und Menschen zählen bei uns nicht !

  8. Eva schreibt am :

    Der Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs (IKG) hat den Verein „Initiative gegen Kirchenprivilegien“ angezeigt. Grund für diesen Schritt war wiederum eine Anzeige der Initiative gegen den Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister und einen muslimischen Arzt – beide führen religiöse Beschneidungen durch.

    http://diepresse.com/home/panorama/religion/1319673/Retourkutsche_IKG-zeigt-Beschneidungsgegner-an?_vl_backlink=/home/panorama/religion/index.do

  9. Elisabeth schreibt am :

    Das ist wirklich ein schwarzer Tag für die Kinderrechte. Das Grinsen, mit dem diese Frau die Entscheidung verkündet, empfinde auch ich als eine Ohrfeige. Es tut mir so leid für all die kleinen Kinder, die nun leiden müssen – vom Staat abgesegnet.

  10. klaraklara schreibt am :

    Ich habe ja gestern auch so deprimiert geschrieben, es ist auch ein trauriges ERgebnis vom Juli aus gesehen. Aber ich war gestern auf der Kundgebung und fand es sehr ermutigend. Einige Redner haben angekündigt, dass das Thema jetzt noch lange nicht aus der Diskussion ist. 100 Abgeordnete dagegen und 48 Enthaltungen, das finde ich bei dem aufgebauten Meinungsdruck auch gar kein so schlechtes Ergebnis.

  11. klaraklara schreibt am :

    KLeine Korrektur: es haben sich nur 46 Abgeordnete enthalten.

  12. Karl Görtz schreibt am :

    Lieber Gott,

    ich bitte Dich:

    Verschone mich vor einer Wiedergeburt, vor einer Inkarnation und vor ein ewiges Leben, hier auf Erden, sowie in deinem Himmel. Bewahre mich vor der Klinge und vor dem Missbrauch meiner Seele.

    ich bitte Dich:

    Lass deinen Willen, wie er hier auf Erden geschieht, nicht so auch in deinem Himmel geschehen, denn es gibt viele Menschen, die in deinem Himmel die Erlösung von diesem Treiben auf dieser Erde finden wollen.

    ich bitte Dich:

    Vergib ihnen nicht mehr, worum Jesus dich einst bat, denn sie wissen schon sehr lange, was sie tun.

    ich bitte Dich:

    Komm wieder. Du hast vor langer Zeit Jesus und die Menschen verlassen. Komm wieder und beschütze die Schwächsten vor den Ausbeutern und den Mächtigen.

    Mein Gott, mein Gott. Warum hast Du uns verlassen?

  13. Hubert schreibt am :

    Das ist nun als das Ergebnis.
    Unglaublich, aber wahr.
    Ich kann das noch garnicht glauben …

  14. K.-D.Hartmann schreibt am :

    Die Legalisierung von Knabenbeschneidungen stand von Anfang bei unserer Regierung fest.Es ging bei dieser Entscheidung nicht um das Abwägen der Grundrechte,Kindeswille oder Kindeswohl.Sämtliche Vorschläge im Bezug auf die Zulassung einer Bschneidung in Verbindung Religion und Grundrechte wurden demonstrativ abgeschmettert.Und dies nur,weil unsere Regierung keinen Eklat mit dem Judentum haben will.Bei den Diskussionen ging es nur um Hilfe und Unterstützung der Juden ,die Ausübung ihres Rituals an Babys ohne schwerzlindernde Mittel weiterhin ausüben zu können.Muslimische Interessen waren genauso uninterssant für die Regierung,wie die Jungen,um denen es ging.Unsere Regierung ist der Auffassung,dass Babys Schmerzen erdulden müssen, Traumata eine ganz geringe Prozental ausmachen und deshalb Beschneidung trotz Körperverletzung eine ganz tolle Sache ist und legalisiert werden muss.Babys haben bei sexuellen Missbrauch und Misshandlungen ebenfalls geringe Traumata,über Schmerzen brauchen wir nicht zu reden.Wenn dieses Baby 5 Jahre alt ist,kann es sich auch nichts erinnern,hatte trotzdem gelitten.Das Vergessen rechtfertigt auf keine Weise religiöse Körperverletzung an Babys zu legalisieren,nur weil Veränderungen nicht im Intersse der Juden ist.Willkommen im Staate Deutschland,indem schmutzige,geschlechtskrankheitenfördernde,sexhungrige und minderwertige,unvollkommene Knaben geboren werden,die unbedingt beschnittenwerden müssen,um aus ihnen das zu machen,was sie eigentlich schon von Geburt an sind,nämlich Mensch.

  15. Simone schreibt am :

    Lisbeth, danke für die interessante Liste. Da sieht man deutlich, wer hier die Kinderrechte mit Füßen tritt und Kinderquälerei gut findet. Daraus sollte man konsequenzen ziehen.

  16. Eva schreibt am :

    Der einzige kleine Trost ist, dass das nur die „wenigen“ „Minderheitenkinder“ betrifft.

    Irre ist aber , dass Juden und Christen
    den gleichen Bibelvers haben.Für die einen ist er wichtig für die anderen nicht.

    Wie viele Säuglinge und Kinder es betrifft, wurde nicht abgeschätzt.

  17. klaraklara schreibt am :

    @ Lisbeth,
    diese Liste finde ich auch sehr interessant. Kleiner Linksruck gefällig?

  18. Doro schreibt am :

    „Kinder stehen in unserem Land unter besonderem Schutz. Unser aller Aufgabe ist es, ihnen ein sicheres und geborgenes Aufwachsen zu ermöglichen.“

    Zitiert nach

    Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung („Ja“ zu Genitalverstümmelung von Jungen aus religiösen Gründen)

    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin für Justiz („Ja“ zu Genitalverstümmelung von Jungen aus religiösen Gründen)

    Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend („Ja“ zu Genitalverstümmelung von Jungen aus religiösen Gründen)

    So sieht in Deutschland also „besonderer Schutz“ aus. Alles klar.

  19. Jürgen schreibt am :

    Ein Herz für Kinder…, läuft gerade im Fernsehen und unsere sog. „Familineministerin“ Kristina Schröder, die in der Bundestagsabstimmung zugestimmt hat, dass die Verstümmelung von Kindern in Deutschland erlaubt ist, sitzt da mit ihren dummen Grinsen und sammelt Spenden. Sehr deutlich ausgedrückt: ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

  20. Karl Görtz schreibt am :

    Frage:
    Warum sehe ich eine Parallele des neuen Tierschutzgesetzes zum neuen „Rechtsfriedengesetz“ zur Legalisierung der Beschneidung von Schutzbefohlenen?

    :Zitat
    „Deutschlandweit werden jährlich rund 20 Millionen Ferkel kurz nach der Geburt kastriert, damit ihr Fleisch später nicht streng riecht oder unangenehm schmeckt.“
    http://www.tagesschau.de/inland/tierschutz104.html
    :Zitat ende

    Meine Antwort:
    Die Bundesregierung kann mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren, einerseits die Beschneidung von wehrlosen Knaben weiterhin zuzulassen und im gleichen Atemzug Tiere weiterhin zu schützen. Oder anders ausgedrückt: Was Babys aushalten müssen, müssen Tiere schon lange.

  21. hildegard schreibt am :

    Schwärzer ging ‘s wohl nicht – es geht um Kinder!
    Die ganz “Großen” in demokratischen Gesellschaften verordnen höchstselbst eine Staatsraison, die den Untertanen ihren gesunden Menschenverstand raubt.
    Die Ultra-Frommen in Religionen reden hochoffiziell von einem Gott, lassen sich aber in ihren verfeierlichten Riten selber feiern, lassen keinerlei menschliches Mitgefühl zu.
    Beide spielen sich die Bälle der Macht zu. – Bemerken sie nicht die schleichende Aushöhlung ihrer Werte durch soziale Härten? Bedenken sie nicht, dass sie ihren Gläubigen Kleingeisterei für Großherzigkeit verkaufen?
    Ob es um radioaktive Verseuchungsgefahren und illegale Landnahmen oder ob es um Beschneidung Minderjähriger und sexualisierte Gewalt an Abhängigen geht – Macht-Menschen scheinen die Dinge nicht zu Ende zu denken, kleben am Buchstaben ihrer Gesetze, produzieren eine LEID-Gesellschaft – und die hat ganz früh schon bei den Kleinsten anzufangen. Religiöse Abhängigkeiten schafft man mit Taufen und rituellen Beschneidungen – je früher, je besser …
    Wollen wir wehrlose Kinder weiter taufen und beschneiden lassen? – oder wollen wir sein ein Volk von freien Denkern, großen Geistern und „Gottesfürchtigen“, die das große GANZE einer gerechteren Welt im Sinn haben?
    Jede religiöse Festlegung für Kinder u.a. Abhängige muss in einer freien Gesellschaft hinterfragt werden.
    In allen freien Gesellschaften muss Taufe und Beschneidung an Minderjährigen verboten sein – als geistige, resp. körperliche Folter!!! Kinder ideologisch zu beeinflussen ist Missbrauch von Autorität, ist Machtmissbrauch, ist immer Gewalt am Kind.

    Wen wundert’s noch, wenn immer weniger Kinder kommen in diese klamme, kalte Krisen- und Katastrophen-”Zivilisation”?
    Daher meine Empfehlung zum Advent in 2012:
    http://www.scharf-links.de/45.0.html?&tx_ttnews%5Bswords%5D=taufe&tx_ttnews%5Btt_news%5D=27392&tx_ttnews%5BbackPid%5D=65&cHash=b56254ad04 “ … Die Taufe ist nach eigenem Verständnis der Catholica irreversibel und verstösst somit gegen § 140 GG, weil es eine spätere eigene Entscheidung eines mündigen Menschen mit Ausschluss bedroht und bestraft. Besonders makaber: hier macht sich der Staat zum Handlanger der Catholica, weil durch eine Meldung eines Kirchenaustrittes beim Standesamt zwangsläufig die Exkommunikation ausgelöst wird. Wann endlich hört dieser Spuk und Missbrauch in unserer säkularen Demokratie auf!?“

  22. Karl Görtz schreibt am :

    @ hildegard: Ich danke Ihnen für Ihren Kommentar. Sie sprechen Recht.

  23. S. Schwanczar schreibt am :

    Es ist einfach nur ekelhaft.

    Dieses Schurkenparlament.

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel aus den Medien

20min.ch ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE