Zumutbare Opfer oder wenn die Opferwürde vom Augenmaß der Bundesregierung und der Insolvenz der Täter abhängt

27.01.2014: netzwerkB

Offener Brief an:

Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch
Glinkastraße 24
10117 Berlin

Sehr gehrte Damen und Herren,

danke für Ihre Antworten auf meine Fragen (als PDF herunterladen). Ich komme aufgrund Ihrer Antworten zu der Erkenntnis, dass Ihr Fonds mir nicht helfen kann. Ihr Fonds kommt für mich zu spät. Meine Schmerzensgeldforderung für erlittenes Leid, dass während meiner, auch von Psychologen und Psychiater diagnostizierten, akuten PTBS von der Bundesagentur für Arbeit seit 2005 durch Sanktionsandrohungen nach dem SGB II von inkompetenten psychologisch nicht geschulten Fallmanagern auf mich ausgeübt wurde, würde die finanziellen Mittel ihres Fonds sprengen.

Viele Opfer sexualisierter Gewalt haben aufgrund einer PTBS ihren Arbeitsplatz verloren und sind nach einem Jahr Bezug von Arbeitslosengeld I auf Grundsicherung nach dem SGB II angewiesen. Ich brauche Ihnen wohl nicht weiter zu erklären, dass dies das A-sozialste Gesetz ist, dass jemals ein Bundeskanzler in dieses Abendland implantiert hat. Es ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar,  es ist zutiefst menschenverachtend und entwürdigend.

Da sitzen irgendwelche Gestrandeten in den Amtsstuben der BA und Jobcentern und bedrohen willkürlich, „nach pflichtbewussten eigenem Ermessen“ PTBS-Kranke. Sie vermitteln die PTBS Kranken unter Sanktionsandrohungen irgendwo hin, in Leiharbeit, in Minijobs, in Arbeitsgelegenheiten, in Bürgerarbeit, in Maßnahmen, und tun grad so, als wenn der Wiederaufbau Deutschlands ansteht und jede Arbeitskraft, ob krank oder nicht, gebraucht wird. Diese Inkompetenten gehen hin und fordern von schwerst seelisch Leidenden unter Sanktionsandrohungen psychologische Gutachten an und werten diese aus, nach ihrem eigenen inkompetenten Ermessen. Man wird unter Sanktionsandrohungen gezwungen, einem Fallmanager, der vielleicht noch Tage zuvor im Callcenter gearbeitet hat, seine  Seele zu offenbaren. Passt dem Inkompetenten das Gesicht des PTBS-Kranken und das psychologische Gutachten nicht, schlägt der Manager zu, der Fallmanager. Er bedroht den seelisch Leidenden in seiner Existenz, indem er ihm androht, seine Grundsicherung zu kürzen wenn er nicht nach seinem Ermessen spurt. Er übt Macht über ihn aus. Der Runde Tisch schweigt dazu und steht seit November 2011 im World Wide Web wie eine digitale gelbe Signatur- anklickbar und abgestanden wie stinkendes gelbblasses Brackwasser. Er hat mit sich abgeschlossen und wartet jetzt auf die Opfer, die sich zumutbar bewegen sollen.

Gehen Sie bitte davon aus, dass ich Ihnen diese Zeilen nur schreiben kann, weil ich diese Schikanen mit einer PTBS überlebt habe. Ich hätte aber auch genauso gut schon tot sein können, denn ich stand kurz davor. In meiner akuten PTBS wäre ich auch nicht in der Lage gewesen, Sie um Hilfe zu bitten, geschweige denn einen Antrag auf finanzielle Hilfe zu stellen wenn es vor 2010 schon einen von der Bundesregierung eingerichteten Fonds gegeben hätte. Das schafft kein Betroffener.

Heute wird ja bekanntlich von der Bundesregierung fürs Fußvolk, unter strengsten Sanktionsauflagen, alles terminiert. Der Bundesregierung hingegen muss man Zeit geben an Tagen wie diesen, wie Volker Kauder einst sang. Keine Verjährungsfrist für das Aussitzen der Bundesregierung, aber eine Verjährungsfrist für die Opfer. Opferwürde nach Augenmaß und abhängig von der Insolvenz der Täter. Wie viele Jahre dürfen denn noch vergehen, bis die Ersthilfe Ihres Fonds den Opfern wirklich hilft, die zudem für viele Opfer bereits 3 Jahre zu spät kommt. 720 Anträge aus dem Fonds sind bis heute bei Ihnen eingegangen. Wo sind die Anträge der 20.000 Menschen, die ihr Leid damals der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung mitgeteilt haben? Glauben Sie denn ernsthaft, die 20.000 hätten alle ihr Leid nur deshalb der Bundesregierung mitgeteilt, weil sie damals schon ahnten, dass da ein Fonds Sexueller Missbrauch kommt? Sie hätten sofort nach dem Start des Fonds Sexueller Missbrauch allen 20000 Betroffenen je 10000 Euro auf ihr Konto überweisen sollen. Das wäre eine wirkliche Soforthilfe gewesen, wenn auch verspätet. Anerkennung der Leiden der Opfer in jeglicher Hinsicht sieht für mich anders aus.

Ich zitiere einen Absatz eines Opfers aus dem Abschlussbericht der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann  vom 24.Mai 2011 Seite 248:

Zitat:

„Vor 10 Jahren stellte ich im Rahmen meiner Aufarbeitung die Anträge nach dem

Opferentschädigungsgesetz. Können Sie sich vorstellen, dass bis zum heutigen Tage noch KEIN endgültiges Urteil gesprochen wurde!? Können Sie sich vorstellen, dass meine Schilderungen von sexuellem Missbrauch in einer unglaublich brutalen Art von Amtsärzten als „unglaubwürdig“ und „leider

nicht beweisbar“ immer wieder niedergetrampelt wurden!?

Auf meinem Leben, meinem Schicksal, meiner Geschichte, meinem eh schon tief verletztem Ich wird wiederholt drauf rumgetrampelt. Mein Schmerz, mein Leid, wird noch mal um 10 Jahre verlängert. Es ist nichts anderes als das, was mir früher passierte.“

Zitat Ende

Diese Frau haben Sie doch wohl direkt nach dem Start des Fonds  angerufen und ihr völlig unbürokratisch 10000 Euro überwiesen, oder etwa nicht? Sie hätte das Geld jedenfalls schnellstens gebraucht.

Wer zu früh traumatisiert war und heute noch traumatisiert ist, den bestraft jetzt die Zumutbarkeit des Fonds. Das Opfer soll sich traumatisiert bewegen, soll Beweise ranschaffen, soll sich eine Lotsin/Lotsen nehmen, soll Anträge stellen, soll zivil klagen, soll strafrechtlich klagen. Und wofür? Für subsidiäre „Sachleistungen“ wie Taxifahrten zum Tatort?

Warum gehen Sie nicht auf die Opfer zu, um ihnen zu helfen? Warum muten Sie Opfern zu, Beweise zu erbringen?  Warum gehen Sie nicht auf die Täter zu, um sie zu verhören? Warum setzen sie sich nicht dafür ein, dass die tägliche Ausstrahlung der Börsennachrichten kurz vor Acht abgesetzt wird und informieren über Rundfunk und Fernsehen stattdessen die Opfer über den Fonds Sexueller Missbrauch?  Nicht jedes Opfer hat einen Internetzugang, aber umso mehr einen Fernseher. Wovon gehen Sie aus? Das vielleicht irgendwelche Idioten, die keine sexuelle Gewalt erfahren haben, es wagen würden, einen Antrag auf Opferentschädigung oder Hilfe aus dem Fonds zu stellen? Das ist eine Entwürdigung und Zumutung für die wirklich Leidenden, die genau aus diesem Grund, nämlich weil man ihnen nicht glauben könnte, keinen Antrag stellen. Und die Bundesregierung schaut zu.

Und sowieso beißt sich hier die Katze dauernd in den Schwanz und dreht sich im Kreis: War ein/e BetroffeneR in einem Trauma, welches von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden konnte weil der/die Betroffene aus Scham und Schuld nicht fähig war sein Trauma mitzuteilen und aufzuarbeiten, so war er/sie auch nicht in der Lage, um Hilfe zu bitten, obwohl er/sie genau dann diese Hilfe gebraucht hätte. Ist ein/e Betroffene/r hingegen raus aus dem Trauma und kann wieder klar denken und sich mitteilen, verweigert man diesem Betroffenen die Hilfe, wie Sie sie auch mir verweigern würden, würde ich einen Antrag stellen. Er braucht diese Hilfe ja jetzt nicht mehr.

Zumutbarkeit für Opfer ist aus Ihrer Sicht nicht verhandelbar. Der Fonds macht sie zur Pflicht während Täter – überspitzt-, zur Resozialisierung auf die Bahamas geflogen werden. Ihre vermeintliche Hilfe auf drei Jahre begrenzt und dann auch noch subsidiär, ist eine unzumutbare Zumutung für die ungehörten Hilfeschreie der Betroffenen, die bereits für viele Betroffene, wie gesagt, 3 Jahre zu spät kommt.

Freundliche Grüße

Karl Görtz

Alles Augenwischerei

Der Murks mit der Hilfe

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10 Kommentare

  1. Ludmilla schreibt am :

    Ja!
    Danke für das Geschriebene.

  2. Markus E. schreibt am :

    Hallo Karl….
    wie ich dir grad am Telefon schon sagte,“Hut ab“.Besser konnte man es gar nicht wieder geben.Ich war heute bei meinem Hausarzt um mir einen alten Befund aus der Kinder und Jugendpsychatrie kopieren zu lassen,damit ich endlich meinen Antrag für die Opferentschädigung stellen könnte.Mir ist klar,das ich mich bei den gefühllosen Pennern wieder komplett ausziehen muß um eventuell irgendwas zu erreichen.Aber mittlerweile fühle ich mich so,das ich nicht länger warten will.Ich hab mich durch mein Leben gekämpft…und ich hab bis heute überlebt.Jetzt ist es an der Zeit,allen zu zeigen wer hier im Recht ist!!
    WIR SIND IM RECHT !!!
    Mit freundlichem Gruß…der Markus

  3. Sabine Scheffer schreibt am :

    Meine Opferentschädigungsanträge werden seit über 25 Jahren vom Staat der Deutschen regelmässig abgelehnt – unter anderem deshalb weil einer der Täter 1987 in Kassel aus dem Gefängnis ausgebrochen war und zwei weitere Täter (Kumpel des eben genannten) im Herbst 1987 in Kassel aus der Psychiatrie ausbrachen und mich unter andrem als Geisel hielten – die Generalstaatsanwaltschaft stellt alle diesbezüglichen Verfahren gegen die Täter ab 1987 regelmässig eine u.a. wegen angeblicher Unglaubwürdigkeit des Opfers – obwohl sämtliche Ausbrüche der Mitglieder der kriminellen Gemeinschaft AKTENKUNDIG waren.

  4. Annette Haefke schreibt am :

    Lieber Herr Karl Görtz!
    Bravo zu diesem Artikel! Er spricht mir aus tiefster Seele und endflammt meine Empörung.
    Ich empfinde genau wie sie.Auch mir wurde das OEG
    verweigert.Ich wurde retraumatisiert,erneut vom Staatentwürdigt und tief verletzt.Die asozialen Praktiken der Argen mit ihrer Grundgesetzfeindlichn
    Sanktionspraxis habe ich als politisch interessierter Mensch in den Medien mit zunehmenden Angeekelsein verfolgt(Ich bin davor noch geschützt weil ich Frührentnerin bin wegen dem Schaden den mir durch Kindesmißhandlung/sex. Gewalt zugefügt wurde)
    Laßt uns empörte Brandbriefe schreiben! Laßt uns unsere Schwäche offenlegen und uns dieser zunehmend
    kälter und asozialeren Welt durch nichtfunktionieren verweigern und nichtsdesdotrotz
    unerbittlich auf unsere Würde und das Recht auf menschenwürdige Behandlung und unterstützung pochen.
    Schreien wir unser Leid hinaus! Verstummt nicht!
    Laßt uns nicht mundtot machen.Ich würde gerne persönlichen Kontakt zu Ihnen aufnehmen zur gegenseitigen Unterstützung und austausch.Herzliche Grüße von Annette

  5. Kirsten schreibt am :

    Danke an Herrn Görtz,
    es ist eine Schande, absurd, wie mit Opfern in diesem Land umgegangen wird. Wie auf Opfern rumgetrampelt wird, wie sie zu völlig unzumutbaren Dingen gezwungen werden, wie Gutachter in diesm Land, den Tätern huldigen und daran verdienen. Ein Skandal, wie dann vom unabhängigen Beauftragten schnelle und unbürokratische Hilfe angepriesen wird und jedes Opfer wieder hingehalten wird, und alle gewünschten Sanktionen bringen muss, um dann erneut zu erfahren, dass es wieder nicht gereicht hat. Es ist skandalös, wie die, die das größte Leid erfahren mussten, von einer Gesellschaft heute(nicht vor 40 Jahren), wieder zur Rechenschaft gezogen werden und sie in einem Dschungel von Bedingungen und Paragrafen, erneut, entwürdigt und zu Opfern gemacht werden.
    Frau Schröder hat Betroffenen schnelle und konkrete Hilfe über diesen Fonds versprochen. Wo bleibt diese Hilfe?
    Es ist ein Skandal, wie Antragsteller bei diesem Fonds behandelt werden. Seit nun sieben Monaten habe ich noch immer keinen Bescheid, selbst Mitarbeitern des Weißen Rings, ist es nicht möglich, Nachfragen einzuholen. Als Antragsteller hat man keine Möglichkeit den Bearbeitungsstand zu erfragen, geschweige denn die gesamte Palette dessen, wie dieser Antrag zu stellen war, ist unglaublich. Ein Hohn für alle Opfer, denen Frau Schröder, Linderung des erlittenen Leids versprochen hat.Unglaublich und Menschenunwürdig.

  6. klaraklara schreibt am :

    danke für den Beitrag, Herr Görz, ich kann da vieles nachempfinden. Und für ihr Engagement, damit den Fonds zu konfrontieren. Gut dass man bei ihnen endlich ein Einsehen hatte.

    Die Quälerei durch Sanktionsdrohungen sollte auf jeden Fall beendet werden. Bei Traumafolgen kann das ungemein triggern, kenne ich selbst ganz schlimm. So dieses Gefühl, total abhängig zu sein – daran immer weider erinnert zu werden, scheint bei mir emotional ganz schlimme „Filme“ aus Kindheitszeiten auszulösen. Es gab auch gerade einen Beitrag unter elo-forum.org, von jemandem, der vor seinem Gesprächstermin schlimme Gefühle hatte. Dazu kommt noch der „Sinn“ der Sanktionsdrohungen, dass damit ein Niedriglohnsektor eingeführt werden sollte und somit die Lebensbedingungen für viele Menschen sanken.
    Forderungen an die Praxis der Argen sind nötig. Dabei wäre darauf zu achten, dass sie sich nicht einfach dahin hineinretten können, vor jeder Maßnahme ein neues psychologisches Gutachten erstellen zu lassen, damit sie abgesichert sind. Nach dem Motto „es ist egal,dass ich von nichts Ahnung habe udn was ich alles bei dem ARbeitslosen mit meinem Verhalten auslösen könnte. Entscheidend ist, dass ich nichts mache, was man in diesem formalistischen System MIR als Fehler ankreiden könnte“. Sowas kann darauf hinauslaufen, dass jemand keine Förderung erhält, weil die Psychologin beim Begutachten blind für die Fähuigkeiten der Person war. Sehr beliebt bei Arbeitslosen ist auch, wenn der Einstieg in eine erwünschte Bildungsmaßnahme schnell erfolgen müsste, aber erstmal Wochen lang auf den Gutachtentermin gewartet werden muss. Es muss Kompetenz bei den Vermittlern selbst gefordert werden. Die sie ohne Sanktionsdrohnungen besser entwickeln könnten, weil dann die Betroffenen offener mit ihnen reden würden. Die berufliche Vorbildung spielt natürlich auch eine Rolle, allerdings könnte eine gute Psychologin im Callcenter gearbeitet haben, weil es keine Psychologenstelle gab, wo sie fachlichen und moralischen Ansprüchen an den Umgang mit den Hilfeempfängern gerecht werden konnte.
    Die Sanktionen betreffenden Paragraphen müssen weg oder zumindest soweit entschärft werden, dass sie nur noch der Verhinderung von Schwarzarbiet dienen und niemand beruflich herumgeschubst wird. (Verhinderung von Schwarzarbeit ist aber vielleicht auch nur dann gerecht, wenn wir ein Rentensystem wie die Schweizer hätten, wo angeblich ALLE einzahlen müssen (irgendwo bei Volker Pispers oder so gehört).
    Zu fordern wäre auch, dass für Arbeitslose und Menschen mit durch irgendwas bedingten Einschränkungen ihrer ARbeitsfähigkeit differenzierte Profile erstellt werden und es eine Vielfalt an Fördermöglichkeiten gibt, die dem Nebeneinander von Fähigkeiten und Einschränkungen entsprechen.

  7. Karl Görtz schreibt am :

    Dazu passt auch die Forderung der Bundespsychotherapeutenkammer, dass Mitarbeiter von Arbeitsämtern mehr Schulungen zu psychischen Erkrankungen erhalten sollen.

    Zitat:
    Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) stellt vor diesem Hintergrund die folgenden Forderungen auf:

    •bessere betriebliche Prävention und Früherkennung von psychischen Erkrankungen,

    •Abbau der Wartezeiten in der ambulanten Psychotherapie,

    •mehr Behandlungsplätze für psychisch Kranke,

    •eine bessere Abstimmung zwischen Kuration und Rehabilitation.

    Darauf aufbauend fordert die BPtK eine bessere medizinische und berufliche Rehabilitation:

    •der Grundsatz „Reha vor Rente“ muss stärker befolgt werden,

    •Rehabilitationsleistungen für psychisch kranke Menschen müssen angepasst und bedarfsorientiert ausgebaut werden,

    •es darf keinen Automatismus vom Reha- zum Rentenantrag geben: Patienten müssen beteiligt und besser informiert werden,

    •Mitarbeiter von Arbeitsämtern sollten mehr Schulungen zu psychischen Erkrankungen erhalten.

    :Zitat Ende

    http://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2014/01/30.html

  8. Karl Görtz schreibt am :

    „Heute tagte der Petitionsausschuss des Bundestages in öffentlicher Sitzung zu der von Inge Hannemann eingereichten Petition „Arbeitslosengeld II – Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen (SGB II und SGB XII) vom 23.10.2013“ (https://epetitionen.bundestag.de/peti…). Fast 90.000 Menschen hatten die Petition gegen die Sanktionspraxis der JobCenter mitgezeichnet und fordern die Abschaffung der Sanktionen. Inge Hannemann beantwortete Fragen von Abgeordneten und legte dar, weshalb die Sanktionen gegen Hartz IV-Beziehende menschenverachtend und nicht mit Sozial- und Rechtsstaatsideen vereinbar sind.“

    http://www.youtube.com/watch?v=-XTijAid0H8

    Ab min 40:20 spricht Frau Hannemann die fehlende psychologische Ausbildung der Jobcentermitarbeiter an. Im Übrigen empfehle ich das ganze Video.

  9. Tine schreibt am :

    Was ich sehr gut fände:

    Wenn hier ein Austausch, sprich eine Sammlung stattfinden könnte, was der Fonds bis dato so alles bewilligt und abgelehnt hat.

    Es gibt ja überhaupt keine offen gelegten Kriterien, wonach dort jeweils entschieden wird. Natürlich wird das auch mit der Darstellung der eigenen Geschichte zusammenhängen, wie sie entschieden, aber trotzdem könnte man vielleicht mal einen roten Faden erkennen. U.U. ließe sich an Hand dessen auch öffentliche Kritik formulieren.

    Ich bin äußerst unentschlossen, ob ich meine Geschichte dort preisgebe, soweit ich das müsste, gerade wenn ich so höre, was alles abelehnt und was stattdessen an Empfehlungen ausgesprochen wird, schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen.

  10. Savina schreibt am :

    Im Rahmen neoliberaler Politik wird ganz konsequent die Traumatisierung von bereits traumatisierten Menschen fortgesetzt, dadurch gefestigt und chronifiziert. Der bereits auf verschiedenen Ebenen misshandelte, traumatisierte Mensch wird durch die, von der Politik so gewollte und dementsprechend in Gesetzen zum Ausdruck gebrachte, strukturelle Gewalt einer fortgesetzten ( sequentiellen ) Traumatisierung ausgesetzt.:
    http://ztp.welle.website/images/Download/Arianne_Brensell-Artikel_Trauma-als-Prozess.pdf
    – Ariane Brenssell: Trauma als Prozess –Wider die Pathologisierung
    struktureller Gewalt und ihrer innerpsychischen Folgen
    Manuskript zum Vortrag auf der Fachtagung „Trauma und Politik“
    am 24. Januar 2013 in Frankfurt am Main
    _______________________________________________
    Das Wissen über z.B. folgende Tatsachen existiert doch bereits.:
    http://www.uniklinik-ulm.de/service/presse/presseinformationen/archiv/pressemeldung/article/12107/traumafolgen.html
    http://www.dgfpi.de/tl_files/pdf/medien/2011-06-15_Abschlussbericht_UBSKM.pdf
    Und trotzdem werden Betroffene erneut wie „ein Stück Dreck“ behandelt, werden entwürdigt, gedemütigt und
    so auch jeweils „nach Augenmaß“ bei „Ungehorsamkeit“ in Abhängigkeitsverhältnissen (ALG II) sanktioniert. Ein Suizid ist dann wohl eine von der Politik sehr gern in Kauf genommener „Nebenwirkung“… Den Betroffenen wird trotz allen Wissens die entwürdigende und demütigende, und dadurch weiterhin schädigende, Verfahrensweise eines OEG-es und eines noch dazu komplett undurchsichtigen, intransparenten „Fonds sexueller Mißbrauch“ dargeboten und für die breite Öffentlichkeit als Hilfsangebot verkauft. Wen der Mißbrauchsbeauftragte und sein Mitarbeiterstab am Ende einer zeitlich sehr langen, kräftezehrenden, entwürdigenden Wegstrecke belohnt und wen nicht und vor allem warum dies ganz willkürlich bei dem einen so gehandhabt wird und bei dem anderen wieder ganz anders, wird wohl das ganz große Geheimnis des Mißbrauchsbeauftragten und seiner Mitarbeiter bleiben….
    Auf jeden Fall teilt es die Betroffenen, in Belohnte (Sieger) und Nicht-Belohnte (Verlierer). Teile und Herrsche – das ist wohl auch hier das angewandte, menschenverachtende Prinzip.Ich persönlich kenne dieses Prinzip bereits.:http://www.narzissmus.org/der-sundenbock-und-das-goldene-kind/ – Mein diesbezüglicher Bedarf ist ein – für allemal gedeckt.

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