St. Marienstift in Bad Lippspringe

04.03.2015

Zeugen gesucht:

Es handelt sich um das katholische St. Marienstift in Bad Lippspringe- das Haus wurde von Franziskanerinnen geführt. Dort wurden angeblich Abtreibungen bzw. Geburten absolviert von „Gefallenen Mädchen“. Meine Familie schickte mich und meinen Zwillingsbruder in diese Erziehungsanstalt. Ich habe dort 1976 entbunden und litt seitdem an einer Amnesie dieser Zeit.

Wer wurde von Berlin aus – auch dort hingeschickt? hat entbunden, Vergewaltigung und Gewalt erlebt? Wer hat noch Erinnerungen, Bilder, Unterlagen oder Informationen über die Machenschaften dieser Einrichtung? Kann jemand Auskunft über den Verbleib der Säuglinge machen?

Das Haus selbst wurde vor ca. 15 Jahren abgerissen und existiert nicht mehr. Wer kann Aussagen über den Verbleib von Unterlagen machen? Wer hat die Vorgänge zur Anzeige gebracht und wo?

Informationen bitte über info [at] netzwerkB.org

9 Kommentare

  1. überlebender schreibt am :

    war selbst in einem Säuglingsheim der Franziskaner in Hürbel. Das Mutterhaus hat seinen Sitz in Bonlanden. Auf dem Säuglings u. Kinderheim sind hunderte Säuglinge und Kleinkinder ums leben gekommen. Kinder die in solchen Heimen oft und grausamen Umständen ums Leben kamen wurden meist auf dem Klostergelände begraben. Durch das diese Kinder, meist nicht getauft waren, hatte man diese auf sogenannter nicht geweihter Erde verscharrt, deshalb vergrub man diese Kinder auf dem eigenen Gelände wo sie auch schnell vergessen wurden.
    Die Klöster müssten einfach nur ihre Heimbücher öffnen.
    Noch besser wäre man wurde endlich die Gelände Umgraben. Aber wie es so bei Kirche u. Politik so ist, man will es weiter totschweigen. Es wurde sich ein Horror des schrecken geben das uns allen die Sprache verschlagen wurde. Nur alleine im Säuglingsheim Hürbel kamen über 300 Kinder ums Leben und viele weitere werden bis heute verschwiegen.
    Überlebender und Zeuge dieses Säuglingsheim!!!

  2. Kim schreibt am :

    Hallo „Überlebender“,

    ich war mal ne Weile abgetaucht, nachdem das OEG wirklich übelst mit meinem Anliegen umgegangen war.

    Aber – ich würde gerne mehr von Dir wissen. Ich war mit meinem Zwillingsburder dort, da war ich 12 Jahre alt. ich erinnerte mich zu spät und mein Bruder verweigerte mir jede Information, mit der Begründung „Das – willst Du nicht wissen“. Er beginn nicht lange danach Selbstmord.

    Ich habe damals, nachdem Norbert so nett war meine kleine Info zu veröffentlichen, alle Hebel in Bewegung gesetzt und wie Du schon sagst, angeblich gibt es keine Unterlagen, da dies ja ein Haus für angeblich Lungenerkrankte war – mit Kinderheim dran.

    Dieses Haus stand in Bad Lippspringe, es wurde angeblich abgerissen. Doch selbst wenn dies so wäre – dann hätten Sie wie auch überall woanders, einen Friedhof vorgefunden.

    Niemand – gab mir Antworten, alles wurde Tod geschwiegen.
    Ob es dieses Haus noch gibt oder nicht – ich kann es nicht nachprüfen. Die Franziskanerin am Telefon verweigerte jede Art der Info Herausgabe, auch das Jugendamt und Standesamt von Bad Lippspringe. Ich habe, kein einziges Foto von diesem Haus bekommen- auch nicht von Innen. Und nach allem was mir geschah – benahm sich besonders das Bürgeramt mehr als schäbig. So nach dem Motto – die spinnt ja eh.

    ich denke die wissen das sehr genau.

    Hast Du noch einen Tipp für mich? Gibt es eine Plattform, wo sich noch andere Opfer von uns beratschlagen? Ich war da nicht die einzige…

    Trotz allem – liebe Grüße

  3. Michael schreibt am :

    Hallo Kim,
    bei meiner Suche nach Informationen zum „Kindergenesungsheim“ in Brilon-Möhneburg bin ich unter anderem auf Deinen Beitrag hier gestoßen, der mich sehr berührt. Ich persönlich war noch nie in Bad Lippspringe, habe aber mal ein wenig „Kartenkunde“ mit Hilfe Google, Bing und Co. für Dich betrieben. Es gibt Internetseiten wie z.B. „oldthing“, auf denen man gezielt nach alten Ansichtskarten suchen kann. Diese sind insofern hilfreich, da sie häufig die einzigen fotografischen Dokumente aus „alten Zeiten“ sind. Manchmal findet man dort sogar Schräg-Luftbilder. Wenn ich das obenstehende Foto mit einer Aufnahme vergleiche, die ich auf „oldthing“ gefunden habe, müsste sich das Marienstift westlich vom Kaiser-Karls-Park im „Zwickel“ der Auguste-Viktoria-Allee und der Straße „An der Martinusquelle“ befunden haben (Achtung: nicht zu verwechseln mit dem Standort der heutigen „Klinik Martinusquelle“. Gemäß aktuellen Satellitenbildern ist das Marienstift tatsächlich inzwischen abgerissen. Auf dem recht großen Grundstück befinden sich mehrere Gebäude, aber auch große Freiflächen. Betreiber der „Klinik Martinusquelle“ und einiger anderer Einrichtungen in Bad Lippspringe ist das Medizinische Zentrum für Gesundheit GmbH, auf dessen Website auch das Marienstift in einem historischen Überblick erwähnt wird. Vielleicht kann man Dir dort zumindest hinsichtlich der Historie des Hauses weiterhelfen.
    Liebe Grüße und viel Erfolg,
    Michael

  4. Michael schreibt am :

    Nachtrag:
    auf einer anderen Ansichtskarte wurde die Auguste-Viktoria-Allee 2 als postalische Adresse des Marienstifts angegeben.
    Liebe Grüße,
    Michael

  5. Michael schreibt am :

    Noch eine Information habe ich auf der Website der Kolpingsfamilie Bad Lippspringe zum Thema „St. Marienstift“ gefunden:

    Demzufolge wurde auf Anregung der Pfarrgemeinde St. Marien im „Madonnenwäldchen“ eine Gedenktafel aufgestellt. Das Datum wird nicht genannt. Dieses Wäldchen blieb nach dem Abriss des Marienstifts (späteres Marienkrankenhaus) im Jahr 2003 und Neuplanung des dortigen Baugebietes erhalten.
    Die Infotafel informiert über die Geschichte des Marienstiftes.

  6. Kim schreibt am :

    Hallo Michael,

    das ist ja super. Ich versuche da mal was rauszufinden…
    Gern würde ich mit dir per Email Kontakt aufnehmen… wenn Du magst. Norbert hat meine Emailanschrift.

    Gerade heute – hatte ich wieder dran gedacht. ich habe ja mit den Franziskanerinnen damals Kontakt aufgenommen. Sie haben bestritten, das ich da war und es Unterlagen gebe, was glatt gelogen ist. Auch Fotos vom Innenleben des Hauses wurden mir verweigert – also direkt aus den Archiven des Ordens.
    Das Jugendamt wie auch andere Institutionen hier in Berlin vor Ort – fanden keine Unterlagen…

    Ich wandte mich damals an den Bischof der Gemeinde, weil ich gehört habe – das es wohl in einem Abschließbarem Schrank des Bistums derartige heftige Vorkommnisse unter Verschluß sind.

    Restlos alles wurde negiert… selbst die Behörden die diese „Verschickung“ gemacht hatten – finden nichts mehr.. verjährt.

    Irgendwo – muss es doch noch Unterlagen geben? Wie hast Du das gemacht?

    Lg Kim

  7. Michael schreibt am :

    Hallo Kim,
    schön, dass Du meine Informationen gelesen hast und Dich auch darauf hin meldest. Ich habe Deine Antwort allerdings heute erst gelesen.
    Alles, was ich Dir geschrieben habe, habe ich durch reine Internetrecherche herausgefunden. Du kennst das vielleicht: man gibt ein Stichwort ein und es führt einen sternenförmig in zahlreiche andere Richtungen weiter. Allerdings stößt man damit irgendwann an Grenzen. Ich war persönlich nie in Bad Lippspringe, aber es hat mich gereizt, Dir bei der geografischen Einordnung der Lage des Hauses zu helfen.
    Was mich persönlich betrifft, bin ich nicht sehr weit gekommen. Ich habe zwar besagten Ort meiner Kinderkur aufgesucht (und hatte das Gefühl, dass die Zeit dort vor ca. 45 Jahren stehengeblieben ist), aber mehr habe ich auch nicht erreicht. Eins ist nach Internetrecherche ganz allgemein allerdings klar: viele Kinderheime und Kinderkurheime bzw. „Heilstätten“ hatten eine sehr unrühmliche NS-Vergangenheit, die in den allermeisten Fällen erfolgreich verschwiegen oder verwässert wurde. Der Begriff der „Entnazifizierung“ muss da meines Erachtens sehr, sehr kritisch betrachtet werden. Ebenso kritisch betrachte ich aus heutiger Sicht jegliche Berichterstattung in den Medien der 70er Jahre bezüglich der damaligen 68er Generation, der Studentenunruhen und der Radikalisierung.

    Zu meiner Kinderkur habe ich keinerlei Unterlagen. Ich habe allerdings meine Recherche auch zunächst vorübergehend eingestellt, da ich gespürt habe, wie sehr sie mich vereinnahmt. Das hat mir nicht gutgetan. Momentan muss ich das ein wenig ruhen lassen. Sehr gut tut mir allerdings die liebevolle Unterstützung durch meine Ehefrau, die mir mit ihrer persönlichen Sichtweise sehr geholfen hat.

    Wie denkst Du, weiter vorzugehen?
    Ich habe nichts dagegen, eine E-Mail von Dir zu bekommen. Auch meine E-Mail-Adresse liegt Norbert vor.
    Liebe Grüße,
    Michael

  8. Kim schreibt am :

    Hallo Michael,

    das weitere Vorgehen…eine spannende Sache finde ich 😉
    Danke für deine nette Emailanwort und ganz liebe Grüße an deine Frau! ja – wenn man einen Menschen in seinem Leben hat – dann Michael ist das dass allerwichtigste.

    Ich werde Norbert mal bitten wegen der Emailanschrift.

    Auch ich habe sehr lange alles ruhen lassen. Durch deinen letzten Eintrag – habe ich nochmal recherchiert wie ich an die Einträge in dem Kirchenbuch komme. Doch – ich denke solange ich an den „Tätern“ festhalte (seit 54 Jahren) solange sind sie noch lebendig, wenn Du verstehst was ich meine. Also versuche ich loszulassen…

    Man kann die Realität kaum ertragen…ich versuche sie zu akzeptieren, mich umzudrehen und zu gehen.

    Danke für die tollen Informationen.

    Kim

  9. Michael schreibt am :

    Hallo Kim,
    habe heute diesen Aufruf entdeckt (siehe unten). Ist das für Dich interessant?

    „Zeitzeugen gesucht!

    Für eine Recherche über Säuglingsheime und Adoptionen sind wir auf der Suche nach Zeitzeugen: Menschen, die in solchen Heimen gelebt oder gearbeitet haben. Einige Heime hießen auch „Haus für gefallene Mädchen“ oder „Magdalenenhäuser“.

    Sie erreichen mich per E-Mail unter
    Christiane Punkt Hawranek at br Punkt de

    oder über Frau Dettinger h.dettinger [at] veh-ev.eu
    bzw. 05032 9565 299. Wenn Sie Ihre Nummer hinterlassen, werden Sie zurückgerufen!“

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