Osterbotschaft an den Vatikan

06.04.2017: netzwerkB Pressemitteilung

(Foto: Norbert Denef)

netzwerkB Pressemitteilung vom 6. April 2017

Sehr geehrte Damen und Herren von Presse, Funk und Fernsehen,

das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt (netzwerkB) ist ein Interessenverband für die Opfer von sexualisierter Gewalt, insbesondere sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung. Der Verein wurde am 10. April 2010 gegründet, Sitz ist Scharbeutz. Sprecher ist Norbert Denef, der nachfolgende Video-Osterbotschaft an den Vatikan gerichtet hat, mit der Bitte um Veröffentlichung.

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)160 2131313
presse [at] netzwerkb.org

8 Kommentare

  1. Pit Van Calvin schreibt am :

    Leider wohl wird diese Botschaft auch nur schweigend zur Kenntnis genommen werden, wenn Franziskus sie überhaupt erhalten sollte.

    Das Problem ist, dass die Erwartungshaltungen, die wir als Opfer einzelner als auch organisierter Vertreter des Pädophilie-Erhaltungs-Mechanismus hinter den Kulissen der RKK haben, mit keinem weltlichen Rechtszugriff durchsetzbar werden. Die Kirche sonnt sich in einer sich selbst konstruierten Unantastbarkeit, die sich ebenfalls seit Leonardo’s Zeiten und noch weiter zurück reichend stoisch erhält.

    In heutigen Tagen lenken sich die Kirchen-Oberen lieber darüber von ihren internen Schanden ab, indem sie Liebe verunglimpfen, die zwischen Erwachsenen unter Konsens stattfindet, weil diese Menschen in deren Weltanschauung nicht dieselbe Qualität der Würde zuerkannt erhalten, wie sie alle Menschen verdienen. ( LSBTI -Personenkreis )

    So wird das Augenmerk von Taten genommen, die in der Kirche und ihr betrauten Einrichtungen nicht zwischen Erwachsenen, und auch nicht unter Konsens stattfanden und -finden. Die Verunglimpfung der konsensuellen Beziehungen Erwachsener und das kirchliche Hetzen gegenüber alternativen Ehe- und Familienformen und der Fokus darauf als Werkzeug einer Ablenkung, kontrastiert zum an der Stelle der Betroffenen sexualisierter Gewalt dargereichten Schweigen und Vertuschen, zeigt ein deutliches, wenn auch trauriges Bild dieser Kirche hervor.

    Wäre das Interesse der Kirche an einer vernünftigen Aufarbeitung wirklich vorhanden, müsste sie sich hier einen Spiegel zeigen, und eine solche Verunglimpfung eher auf sich selbst, denn auf unbeliebte Menschendruppen richten, die gerade als Deflektor unter einem „Die sind ja viel viel schlimmer “ -Bildnis taugen.

    Nein, liebe Kirche, wer „schlimmer“ ist, das wisst ihr selbst. Wo ist da die Ehrlichkeit? Wo ist da der hehre Anspruch ans göttliche Gebot?

    Schweigen ist das Gold der Ignoranten. Die Hoffnung stirbt zuletzt, besagt ein Sprichwort, doch die von Hoffnung leben, nähren sich von magerem Brot.

  2. hildegard schreibt am :

    Hofnarren und tanzende Derwische brauchte es früher einmal …
    Papst Franziskus und andere Bischöfe hätten allen Grund dazu genau zuzuhören was ihnen die Scharbeutzer Botschaft sagen will.
    Dröhnten ihnen nicht längst schon die Ohren – bevor uns heute im dlf über http://www.deutschlandfunk.de/francos-erbe-spaniens-geraubte-kinder.886.de.html?dram:article_id=383138 berichtet wurde:
    „Viele Adoptierte sind in Spanien ‚Gestohlene Kinder‘. Es begann mit dem Franquismus, am Anfang ging es um ethnische und politische Säuberung. Aber bis weit in die 1990er Jahre wurde damit weitergemacht. In Spanien wurden rund 300 000 Kinder mithilfe mafiöser Strukturen verkauft. Die Kinder wurden nicht freiwillig in Adoption gegeben, sondern häufig direkt von den Eltern gestohlen.“ Das sagt Anwalt Enrique J. Vila Torres, der die Opfer des Kindesraubes, sowohl die Eltern als auch die Kinder, vertritt. Seit Jahren sucht er selbst nach seiner leiblichen Mutter. Er ist einer der drei Protagonisten des deutschen Dokumentarfilms „Francos Erbe – Spaniens geraubte Kinder“ von Inga Bremer – ?

    HORROR-Geschichten mit ALLEN Mitteln der Gewalt gegen Kinder. Und wen wundert WIE der Babyraub so lange noch funktionieren konnte:
    Leute in Deutschland schlugen sich zum Thema kürzlich eine ganze Nacht um die Ohren http://www.deutschlandradiokultur.de/eine-lange-nacht-ueber-spaniens-geraubte-kinder-in-der.1024.de.html?dram:article_id=379588 – um wieder einmal den r.-k.-Hintergrund zu erfahren
    Zitat: “ … nirgendwo verschwanden so viele Babys wie in Spanien. Und nirgendwo sonst widerfährt den Opfern so wenig Gerechtigkeit. Die Tragödie begann zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs und setzte sich bis in die 90er-Jahre fort. Ursprünglich politisch motiviert, wurde der Babyraub bald zu einem lukrativen Geschäft, in das Ärzte, Anwälte, und vor allem die katholische Kirche verwickelt waren.
    Man schätzt, dass in spanischen Geburtskliniken über die Jahrzehnte mehr als 300.000 Babys verschwanden und mit gefälschten Papieren an kinderlose Paare verkauft wurden. Inzwischen suchen Mütter ihre Kinder, und Kinder ihre leiblichen Eltern – doch das gestaltet sich extrem schwierig: Kein Wunder angesichts fehlender Dokumente, mangelndem politischen Willen und vor allem der Mauer des Schweigens, mit der sich die Kirche umgibt.”

    Horror wohin wir schauen.

    Und dann wundert mich nicht mehr eine “Abrechnung” des Fanatsy-Autors George R. R. Martin mit seiner r.-k.-Herkunft im “Game of Thrones” …

  3. Esther schreibt am :

    Lieber Norbert,
    Du „bist meine Stimme“ und ich denke: Auch die Stimme von Vielen.
    Danke für Deine Osterbotschaft an den Vatikan !!!
    Ich bin immernoch Gott-gläubig. Troz allem !!!
    Mein Gemeindepriester hat mir vor 55 Jahren das Leben gerettet. Wenn mir von meinem Priester, dem ich nicht nur menschliches Vertrauen gegeben habe, sondern besonders Gottvertauen -sexuelle Gewalt angetan worden wäre-dann hätte die Welt sich für mich aus den Angeln gehoben !!!
    Es gibt so unbegreifliche Berichte. Ich darf mich da jetzt nicht hereinversetzen- es bereitet mir zu viel Schmerz.
    Wenn ich an Herrn Kamphusmann denke, wird mir regelmäßig sehr übel!!!
    Zurück zur Osterbotschaft an den Vatikan: Einen Versuch ist es immer wert!
    Ich habe Dir auch schon mal geschrieben: Wenn Du Verbündete brauchst, die „sich auf den Petersplatz lege“, “ eine Sitzblockade im Persdom veranstalten“, „Fanziskus in irgedeiner Form irgendwo auflauern“…
    Ich bin dabei !!!
    Der Hl. Geist gebe und bei Gott ist kein Ding unmöglich, daß „unsere“ Osterbotschaft Franziskus irgendwie erreicht. ( Die Wahrscheinlichkeit ist leider sehr gering !)Ich glaube, er versucht einiges zu tun. Aber Vieles “ wird von einem Papst „abgehalten“. Und, wenn er nicht sehr wach ist, gelingt es den Menschen aus seinem Umfeld ihn zu maniepulieren…
    Alles Gute für Dich und viel Mut zu kämpfen.

  4. hildegard schreibt am :

    … Menschen aus seinem Umfeld g e l a n g es nach meiner Überzeugung längst ihn zu manipulieren
    … auch mir wird regelmäßig sehr übel!

  5. hildegard schreibt am :

    “Brauchtum” Zartes Tier, schwere Last – http://www.deutschlandfunk.de/tag-fuer-tag.885.de.html – KEIN LAMM, kein Opfer, kein Menschenopfer braucht es!

    KEIN OPFER WILL mehr dieser Gott der Juden, Christen und Muslime – nicht mehr seit unserer Zeitrechnung!

    Ihr Kleriker und Adepten eures Ein-Gott-Glaubens:

    Welchem Gott opfert ihr also noch immer aus falsch verstandenem und übernommenen Brauchtum all die Lämmer und all die Sündenböcke und all die Menschenopfer seit unserer gemeinsamen Zeitrechnung?

    Besinnt euch:
    Werdet Mensch!!

  6. hildegard schreibt am :

    “Ein Kind …” irgendwo träumt von einem Monster und erwacht, als dieses Monster aus dem Traum sein ganzes Vertrauen zerstört. Und es kränkt. Lebenslang.
    Die Würde wurde antastbar.
    Das Tabu bleibt erhalten, die Ursache vernebelt.
    Täter werden geschützt und Opfer geschwächt.
    Die Justiz ist befangen in falschen Gesetzen.
    Das Volk wird getäuscht.
    Gewalt wird genetisch weiter gegeben. Bemerkenswert ruhig bleibt es im politischen Lager. Zunehmend vererbt Gewalt sich – sichtbar für alle.

    Verantwortliche für Frieden und Freiheit in Kirchen und Staaten verschließen die Augen. Die Brutalisierung ihrer Gesellschaft lässt sie kalt. Die Gesellschaft blickt nicht durch. Man tritt aus Kirchen aus. Man geht nicht zu Wahlen.
    Keiner gewinnt. Alle verlieren.
    Zum Glück gibt es netzwerkB – fast aussichtslos bricht es die Verstummung über das große Schweigen.

    „Breaking the Silence“. – Ebenso aussichtslos scheint auch die Menschenrechtsorganisation ehemaliger israelischer Soldaten die eigene Besatzungspolitik zu kritisieren – über das Leben in den besetzten palästinensischen Gebieten berichtete DER SPIEGEL 2017/12.
    Das “Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung” gibt die 17-seitige Erzählung von Eva Menasse wieder: https://bibjetzt.files.wordpress.com/2017/03/hundert-kinder-eva-menasse-im-spiegel.pdf
    Zum Glück gibt es Breaking the Silence.

    Hüben wie drüben: Machtmissbrauch.

  7. Clas Hillebrand schreibt am :

    Lieber Norbert und MitstreiterInnen,
    es ist wundervoll, Dich in solch einem Elan zu erleben.
    Die Performance mit dem Hoop, eine wirklich beeindruckende Form für Verlaut- und Offenbarung!!!
    Ich bin hin und weg, Da spricht pure Sachlichkeit!
    Sprichst Du den Text frei, oder mit irgendeiner Unterstützung? Es macht den Eindruck, dass die Worte frank und frei aus Dir heraus strömen.
    Weiter so, Mut, Kraft und Zuversicht für Euer Engagement.
    Never give up!
    LG, Clas Hillebrand

    Apropos Prostitution…stehen in Eurer Region auch werbebebannerte Kleintransporter, die völlig ungeniert für Bordelle werben? („Sowieso-Club…100 Girls“u.ä)
    ___________________________________
    Anmerkung:

    Lieber Clas,
    der Text „strömt frank und frei“ aus mir heraus.
    Herzliche Ostergrüße von der Ostsee
    Norbert

  8. Esther schreibt am :

    Das muß „man“ spüren und es ist total klar: Daß diese Worte nur frank und frei aus Norbert heraus strömen können.
    Herzliche Ostergrüße Norbert

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