Coming-Out der Opfer


Jetzt bricht eine neue Ära an – Betroffene stehen für sich ein

Bis zu 25 Prozent der Bevölkerung sind unmittelbar betroffen von sexualisierter Gewalt.

Jedes dritte Mädchen und siebter Junge wird sexuell misshandelt.

Zu viele der misshandelten Opfer begehen Suizid, weil sie diese Realität, die ihr ganzes Leben bestimmte und ihre Seele zerstörte, nicht mehr ertragen.

Es reicht!

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“In Gottes Namen” oder “Der Aufschrei von uns”


Am 3.07.2010 wurde zum wiederholten Male der Film ” In Gottes Namen “ im hr Fernsehn der Sendereihe “Die 10 Gebote” von Catherina Gilles ausgestrahlt.
Der Film erzählt in kurzen Abschnitten den Leidensweg meiner Schwester. Im Film heißt sie Anna. Ich heiße im Film Karin und es gibt einzelne Szenen mit mir und meiner Schwester.

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Ich habe das Lachen in den Augen verloren


ich wurde in meiner Kindheit von einem Freund meiner Eltern sex. Missbraucht über viele Jahre und von meinen Eltern wurde ich schwer misshandelt. Ich bin immer abgehauen von zu Hause und als die Polizei mich immer wieder nach Hause gebracht haben-ich war ja erst 13 Jahre. Es gab richtig prügel.. dabei sehnte ich mich nach Liebe und Zuwendung die ich nie bekommen habe.

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Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der Bewältigung ihrer komplexen Traumatisierung?


Expertise im Auftrag des Runden Tisches Heimerziehung
von
Silke Birgitta Gahleitner

„Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der Bewältigung ihrer komplexen Traumatisierung?“

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Prof. Dr. Gernot Lucas: Mein Fall von Kindesmissbrauch am “Aloisiuskolleg” der Jesuiten, Bonn


in der Zeit von 1950 – 1953 (Abitur 1958)

Missbrauch – ein Opfer erzählt – MEDIATHEK – WDR.de
Jahrzehntelang haben Pater offenbar Schutzbefohlene missbraucht – vertuscht, verschwiegen, verdrängt. Und auch die Opfer haben geschwiegen, aus Scham. Ein Opfer bricht jetzt aber das Schweigen, 60 Jahre nach dem Vorfall im Bonner Aloisius-Kolleg.

Zitat Frau Lucas: “…Und wenn Sie mich jetzt fragen was mit mir so passiert ist, dann würde ich sagen, ich hab leiden müssen.”


Ich lernte zu reden!


Mittlerweile sind ja nun die Medien voll gespickt mit Nachrichten über sexuellen Missbrauch, bzw. sexualisierte Gewalt. Und wir wissen alle, dass nicht nur das Umfeld der Kirche Ort des Verbrechens ist!!! Ich sage immer: ein Amstetten gab und gibt es überall und leider auch immer wieder!

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Ich hätte mir gewünscht, dass sie mich in den Arm genommen hätte


hallo, ich heiße Christine und mir ist ähnliches widerfahren, das heißt, ich wurde als ich FÜNF Jahre alt war, das erste mal von meinem Großvater väterlicherseits angefasst.

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Mein Vater ist Jesus


Ich, Pfarrerstochter

Ende 30 stockt mein Leben. Als Künstlerin bin ich kreativ blockiert, in meiner Beziehung unglücklich und nun auch noch ein anonymer Telefon-Stalker.

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Dann habe ich erst mal ne Lücke im Gedächtnis


Es hat etwas länger gedauert, bis ich es so aufgeschrieben hatte, aber ich möchte auch meinen Beitrag leisten und hoffen das es bald andere Gesetze zum Schutz unserer Kinder gibt.

Hier also meine Geschichte:

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Ein Netzwerk aufzubauen was betroffenen hilft, das ist wichtig


Es fällt nicht leicht Worte zu finden und zu erzählen was mir passiert ist. Aber auch ich bin eine Überlebende.

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Dieser Hunger nach Liebe hat mir das Kreuz völlig zerbrochen


Ich leide seit 1998 (da erst wurde die Diagnose einer dissoziativen Identitätsstörung festgestellt) an dieser Erkrankung.
Nach 9 Jahren einer guten Psychotherapie musste ich zur weiteren Betreuung einen Dipl. Psychologen haben.

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Ich bettelte um Mutterliebe


Wir schreiben Oktober 2009.

Mit 38 Jahren ist es nun soweit mein Schweigen zu brechen. Raus zu lassen, was ich Zeit meines Lebens mit mir trage, bewahrte wie ein „Geheimnis“ , mich nun erdrückt, zerfrisst…Ich bin eine „Überlebende „ . Und ich bin Mutter „überlebender“ Kinder.

Meine Erinnerungen frühester Kindheit beginnt in Bruchstücken…rote Rosenbettwäsche meiner geliebten Oma, ich im Sonntagskleidchen beim Spaziergang am Auen See… mit Lockenkopf, bestaunend von allen und behütet von Oma. Mit ihrem Tod begann ein Teil des Lebens, der mir bis heut noch teils unbewusst und Puzzel detailliert vorkommt…

Eines Tages stand eine Frau vor mir, die ich Tante nannte und lernen sollte „Mutter“ zu sagen… Sie stand vor mir, streckte ihre Hände aus und lächelte mich an. Sie war mir fremd!

Ich wuchs in einem Vorschulheim in Leipzig Möckern auf . Oma holte mich regelmäßig am Wochenende ab. Ich vergötterte sie sehr. Eines Tages saß ich auf ihrem Schoß, der Stuhl brach zusammen und sie verletzte sich am Kopf so, dass sie ins KH musste…Ich durfte sie selten dort besuchen. Irgendwann wurde mir beigebracht, das Oma nun in den Himmel ging…sie war meine Bezugsperson, meine Oma-mit ihr ging der Beste Mensch in meinem Leben…

Ich war etwa 7 Jahre, als mich meine Mutter zu sich nahm aus dem Vorschulheim. Sie war Schwanger mit meinem Bruder Daniel und alles drehte sich um dieses Kind. Ich erinnere mich oft allein gewesen zu sein, nachts und Tagsüber. Ich hatte kaum Freunde. Aber einen mir vertrauten Freund, Jens B., mein Alter. Er wohnte in meiner Straße und wenn ich mal raus durfte, spielten wir zusammen.

Meinen Schulanfang empfand ich als Marionette meiner Mutter. Sie steckte mich in einem grünen Schlaganzug, rotem Schulranzen und ich hasste die von ihr zu straff gebundenen Zöpfe mit Russen –schleifchen .
Ich ging unregelmäßig zur Schule, war oft auf mich selbst gestellt. Ich fing an, Dinge die ich hasste zu verheimlichen, verstecken -wie mein Schulbrot hinterm Kühlschrank, oder meine Brille unter ihren Matratzen.
Ich erinnere mich, dass sie mich los schickte um einzukaufen, ich damit überfordert war und anstatt dessen Eis kaufte. Um ihren Schlägen zu entkommen lief ich los, sie war Hochschwanger und folgte mir, bis sie stürzte. Ich blieb stehen, wartete bis sie aufstand und mir weiter folgte…

Sie bestrafte mich oft mit Liebesentzug.

Es war draußen heiß, Hochsommer…ich war eingesperrt in meinem Zimmer, stand oft am Fenster und beobachtete die Menschen. Sah meine Mutter im Sommerkleid mit Eis.
Irgendwann ging sie wieder, ließ mich zurück. Sie kam nicht, ich wartete. Der Wohnungsschlüssel war in der Wohnung. An einem mir unbekannten Tag stand ein Mann vor der Tür, ich unterhielt mich durch den Briefkastenschlitz mit ihm. Er meinte, er sei ein Freund meiner Mutter und hatte den Auftrag nach mir zu schauen. Er bat mich den Schlüssel durch den Schlitz zu geben, damit er mir das Essen und Süßigkeiten übergeben kann- ich vertraute seinen Worten…Er war groß, dick und trug eine „Aschenbecher“ Brille…Klaus Jäckel sein Name. Er ähnelt dem dicken Mann von der Olsenbande… Ich trug eine rote Kinderstrumpfhose, T Shirt…
Er brachte mir Bonbons in Silberpapier und Bildern von Früchten drauf mit, Kaubonbons, die ich so liebte. Wir alberten rum, er war nett. Irgendwann begann er mich zu streicheln, berührte mich überall. Er küsste mich überall, auch im Schritt-ich empfand es als ekelhaft, seine Hände waren gelb von Zigaretten, seine Haare fettig, er stank. Er sagte mir noch das dies nun unser Geheimnis sei, er mir sonst nichts mehr zu essen und Süßes bringt, und wenn ich das meiner Mutter erzähle , sie ins Gefängnis müsse und ich wieder ins Heim.

Ich schwieg!

Er kam nicht wieder, ich war einsam.
Tage vergingen, bis jemand von der Schule und dem Jugendamt vorbeikamen, mich aus der Wohnung zur Schule holten, mit den Worten „wenn deine Mutter dich nach dem Hort nicht holt, kommst du ins Kinderheim“.

Etwa 14 Tage vergingen, als sie mich im Heim besuchte.
Ich lernte schnell mich zu isolieren, suchte trotzdem Kontakte zu anderen. Schule fiel mir schwer, da ich viel verpasste. Ich weiß noch, das sich in mir ein sexueller Trieb aufbaute…Frau Jahn, Erzieherin im Heim, erwischte mich mal, meinte nur, ich solle mich kalt abduschen gehen…

Ende der 3.Klasse wurde ich zurück zu meiner Mutter entlassen, wir zogen um und ich kam wieder in eine andere Schule. Dort Kontakt zu finden, fiel mir noch schwerer .Zu Hause bekam ich viel Hausarbeit und die Fürsorge für meine Brüder. Eigene Hausaufgaben und Interessen kamen stets zu kurz!
Meine Mutter war verheiratet mit Peter S. , geb. S.. Er war 11 Jahre jünger, lebte damals mit in unserem Mietshaus zuvor. Ich weiß noch, das ich Angst vor seiner Mutter hatte, die oft auf mich wie eine Hexe wirkte, sehr launisch uns gegenüber war, aber ihr „Peterle“ war ein Muttersöhnchen.
Er kümmerte sich liebevoll um uns Kinder, wir erfuhren das 1.mal ein Familienleben, machten Radausflüge-sein Schokoquark war einmalig.
Mutter ging oft weg, Abends .Wir erlebten wie sie sich rausputzte, schminkte, toll angezogen hat…Damals wussten wir nur, dass sie arbeiten ging .Ich fand sie sehr hübsch. Peter passte auf uns auf, war der Hausmann. Irgendwann, als sie wiedermal unterwegs war, ich vom baden aus der Wanne kam, wollte er das ich gleich im Schlafzimmer schlafen gehe. Wie es begann-er berührte mich, lag nackt bei mir, berührte auch sich …ornanierend verlangte er dann von mir, ihm zu helfen. Es kam zum Petting(mit Abgang!). Auch er erwartete Schweigen, hinterließ mir einen Knutschfleck , den meine Mutter doch entdeckte..
Ich saß auf ihren Schoß, hielt ihre Hand und vertraute ihr diesen Übergriff an. Sie war anfangs schockiert, aber nach Gespräche unter sich und einer Freundin von Mutter legte sie mir ans Herz, dies niemanden zu erzählen.

Ich schwieg, ertrug weiter ihre Distanz mir gegenüber.

Ich kam erneut ins Kinderheim Machern, nachdem sie mich nach einem Streit mit runtergelassener Hose mit einem Feuerharken auf offener Straße mitten am Tag verschlug-für mich die Belohnung , weg aus der Hölle zu sein.
Ich erinnere mich an ihre tiefste Abneigung, wenn sie Bruder Daniel in unserem Heim besuchte. Ich litt sehr darunter. Überhaupt war ich doch stets das ungewollte Kind, die „Gips Kuh“, bei der ihr stets das „Messer“ in der Tasche aufging, wenn sie mich sah…

Ich bettelte um Mutterliebe, hielt heimlich zu meinem Bruder Alex Kontakt, der für mich seit seiner Geburt an wie ein eignes Kind war, ich die 1.Jahre seine Bezugsperson wurde, er mich sogar MAMA nannte- er war wie ich ein „Unfall“, Bruder Daniel ihr gewünschter Sohn, ihr Prinz…sie zeigte dies uns und ließ uns dies stets spüren…
Zu Weihnachten hieß es dann plötzlich, Mutter liegt im KH, hatte bereits Scheidung eingereicht und Anzeige gegen Peter wegen Sex. Missbrauch an mich erstattet…Polizeiaussage, Staatsanwaltschaft…Er wurde zu 18 Monate Haft in Bitterfeld verurteilt.

Mutter pflegte weiterhin engen Kontakt zu ihm, wurde Schwanger mit meiner Schwester Consuela.
Ich weiß noch, wie sehr ich meinen Bruder Domenico hasste .Er war das Ebenbild seines Vaters Peter, kotete immerzu ein, ich nannte ihn „Scheißpils“-meine Schwester hingegen liebte ich-sie war ein Mädchen und für mich was besonderes, nach Brüdern eine Schwester zu bekommen.

Im Kinderheim hatte ich einige Freunde , die mir sehr nah standen. Jedoch wusste keiner meine Geheimnisse…Ich entwickelte Verhaltensaufälligkeiten , meine Pubertät und körperliche Entwicklung empfand ich als grausam. Ich spürte innerliche Triebhaftigkeit, wusste nur schwer damit umzugehen. Schon damals bekleideten mich Alpträume…
Im Heim kam es auch durch Jungs wie Andre´ Hanitzsch , dort zu sex. Übergriffen, aber auch da „lernte“ ich zu schweigen!

Den Erziehern war dies jedoch bekannt, keiner half oder unternahm was!!!

Meine Mutter liierte sich nach etlichen Affären mit Kunio N.. Er war Japaner und Chef der erbauten MEGU in Leipzig .Er war wie ein Vater zu uns, wir unternahmen oft was, lernten ein Leben mit Wohlstand kennen. Für meine Mutter war er die große Liebe.
Ich verstand mich sehr gut mit ihn, was meiner Mutter, die ja Daniel stets bevor zog und dies auch von ihren Partnern erwartete, ein Dorn im Auge war, sie mich dies auch deutlich spüren ließ!
Ich war oder wurde grad 16 Jahre , als sie hochschwanger mit meinem Bruder K. mitbekam, dass Kunio sie wohl betrog.

Meine Brüder schliefen schon, als ich zu Bett gehen sollte-in ihrem Schlafzimmer , um die Kleinen nicht zu wecken…Ich gehorchte.-Es war übrigens das gleiche Ehebett, was sie schon mit Peter S. hatte…
Ich wurde bei Morgendämmerung wach, als ich das Stöhnen meiner Mutter vernahm und ihre Hand nach mir griff, um mich zu ihr zu ziehen. Ich tat mich als schlafend..vernahm Kunio´s Widerstand, aber Mutters weitergreifenden Hände nach mir…Irgendwann lag ich zwischen beiden, erlebte erstarrt sexuelle Handlungen zwischen beiden, dann bezogen die mich ein-bis heute sprach ich nie über diese intimen Einzelheiten dieses Missbrauchs-wenn man seine leibliche Mutter nackt, Hochschwanger genau vor sich liegen sieht, live erlebt in sex. Handlungen …sie zwang Kunio sich auch mir zu widmen, ich musste beide befriedigen, auch oral.

Als die beiden neben mir Verkehr hatten, legte sie ein Kissen unter mich und verlangte von Kunio auch Verkehr mit mir zu machen ! Sie begründete dies , ich solle lernen, das „Liebe“ auch etwas zärtliches ist, bevor es irgendeiner tut ! Sie benutzte ihr Wissen seiner Untreue mit Wiedergutmachung und drohte ihm, seinen Ungeborenen Sohn zur Adoption zu geben…Er gehorchte ihr, und Vergewaltigte mich in ihrem Beisein!

Ich lag erstarrt da, spürte Ekel und Schmerzen, Blutete stark!

Sie stand auf und verließ den Raum.
Es wurde geschwiegen ,bis wir Tage später mit Tante Karin und dessen Tochter am Badestrand in Leipzig Grünau lagen-FKK, sie es dort erzählte, mit den „Worten“..“Ich habe die gezwungen“…Ich erinnere mich heut noch genau an diesen Moment und den damit verbundenen Schamgefühlen, ich hasste sie !

Dies war nicht der einzigste Übergriff von ihr!!!!!
 Ich zog mich zurück, ließ in der Schule nach-meine Regelblutung fielen weg!
Mutters einzigste Sorge galt einer eventuellen Schwangerschaft-Kunio verließ sie nach dem Übergriff, er stellte mir oft nach, verfolgte mich sogar aufs WC ! Ich weiß noch, nach der Geburt des Bruders erlebte ich ein Tel. zwischen beiden, wo Mutter das Baby( Kiyoshi) in den Tel. Hörer schreien ließ…
Als ich meinen ersten Freund kennenlernte und meine Mutter dies erfuhr, erhielt ich einen Brief ins Heim von ihr mit Worten“ Kaum lernt man dir was, machst du es mit jedem“…betitelte mich als Hure!
Ich brach zusammen und vertraute mich damit der Heimleitung Frau W. und G. an-es kam nicht zur Anklage, weil ich nicht gegen die Mutter meiner Brüder Aussagen wollte, ihnen nicht die Mutter nehmen wollte!

Diego war der erste in meinem Leben , bei dem ich Geborgenheit ,Liebe ,Nestwärme und Vertrauen bekam und fühlte. Ich liebte ihn sehr ,er war die Liebe meines Lebens .Doch auch in dieser kam es durch einem Bekannten einer damaligen Freundin zu einem Missbrauch-ich vertraute mich nur meiner Cousine Consti an, die ja eh schon vieles wusste..Sie riet mir, es Diego zu erzählen..ich schwieg, brach dies nicht übers Herz, ließ ihn glauben das ich fremd gegangen sei!!!!Unsere Beziehung zerbrach daran.
Ich Distanzierte mich total, zog mit 18 nach der Trennung meiner 1. Liebe nach NRW, lernte dort den Vater meiner Tochter kennen.
Als bei mir eine Not-OP am Blinddarm gemacht wurde, erfuhr ich im fast 6.Monat von meiner Schwangerschaft, Freude mich aber drauf, gegen den Willen des Vaters!

Ich erlebte auch im Westen sex. Übergriffe- da gab es Z.b. eine Frau, die mich zum Dreier zwang oder mir meine Tochter Cherine entziehen wollte-ich fügte mich und schwieg!
Bei jedem Übergriff erlebte ich eine Körperstarre, ein „über sich ergehen lassen“, hoffen , dass“ es „fix vorbei ist…,so ging es mir leider oft, auch in Beziehungen..ich duldete, obwohl vieles falsch war, ein Symptom meiner PTBS.

In der Beziehung mit dem Vater meines Sohnes Wiederholte sich dies 1mal ebenso- ich verließ ihn!
Nach der Gewalttätigen Bindung mit Karsten ( körperliche Gewalt-geladene Waffe mit Bedrohung bis hin der Flucht mit meinen Kindern) zog ich im Sept.19 99 erneut nach Paderborn.
Als 6 Tage nach meinem Umzug dann Mutter Nähe Schweinfurth verstarb, brach völlig unerwartet eine Welt zusammen! Ich weiß bis heute nicht, warum ich so litt an ihrem Tod, wir näherten uns erst kurz vor ihrem Tod und meinem Umzug etwas an- Ich besuchte sie noch kurz davor im KH, wo sie mir unter Tränen sagte, das sie fühle, es sei am Ende mit ihr, sie liebe mich ,sie wolle noch nicht Sterben.
Sie bat mich, auf die Geschwister aufzupassen. Sie warnte mich jedoch damals gleich vor Bruder Domenico, sie mache sich Sorgen um ihn das ich Abstand nehmen sollte von ihm, er würde mir das Leben zur Hölle machen!
Ich wusste damals nichts damit anzufangen.

Nach dem Ableben Mutters und der von mir veranlassten Beerdigung(inkl. Kosten!) versuchte sich Wolfgang Hülße , der letzte Lebensgefährte meiner Mutter, an mich ranzumachen, ich sehe aus wie sie und könnte nun ihre Stelle übernehmen..!
Mein Bruder Domenico bekam dies damals mit- und er wurde mein Vertrauter, obwohl unser Geschwisterverhältnis bis dahin eher distanziert war. Meine anderen Brüder(Schwester Consuela lebte da schon in einer Adoptivfamilie ) zogen sich von mir zurück.
Dumbo (sein Spitzname von mir) baute immer mehr Kontakt zu mir nach Paderborn auf, kam zu Besuch oder umgekehrt. Er war damals grad 17Jahre und lebte bei seinem leibl.Vater Peter und dessen Mutter in Le.

Ich war in einer Trauerphase, mit allem überfordert, erkrankte sehr, körperlich wie psychisch.
Als die Weihnachtszeit kam, beschlossen wir das Fest gemeinsam bei mir (zum 1.mal ohne Eltern..) zu verbringen. Ich wollte für meine Kinder trotzdem ein tolles Fest ohne Trauer gestalten.
Ich war damals selbstständig , wir lebten davon, aber mit meiner anhaltenden Trauer schmiss ich Aufträge, musste dazu Verdienen. Ich jobbte in einer Nachtbar. In der Feiertagszeit hatte ich auch Dienst , dennoch ging ich trotz Erkrankung und Vertrauen( zum Babysitten durch Dumbo meiner Kinder) arbeiten. Ich lud meinen Bruder ein, schenkte ihm auch Geld
Als Dankeschön seines Besuches und der Hilfe fürs Babysitten gab ich meine Kinder der ehemaligen Pflegefamilie meiner Tochter, um Dumbo nach Le mit dem Pkw zurück zu bringen. Wir hatten viel Spaß in den Tagen seines Aufenthaltes .Mir ging es bereits auf dieser Fahrt schon sehr schlecht, daher beschloss ich auch einen Arztbesuch, wo ich durch ärztliches Abraten meiner geplante Retour ,mit bei Dumbo in Peters Wohnung übernachten musste, da ich kaum laufen konnte, Blutigen Urin bekam inkl. Schmerzen.
Wir machten es uns dort im Wohnzimmer vorm TV gemüdlich , mit Chips und er lenkte mich mit Humor von allem ab…
Ich weiß noch, dass er in Boxershorts neben mir schlief, da wir uns den Platz auf der ausgeklappten Couch teilten. Unter den von Frau Dr. Laukner verschriebenen Medikamenten schlief ich ein….und erwachte mit schon oft mir „bekannter Starre“ in dem Moment, als mein Bruder Dumbo in mir Ejakulierte(ich lag mit dem Rücken zu ihm!),“ihn“ raus zog und sein Zeug mit seiner Shorts bei mir wegputzte…………..

Er sagte nichts, auch am folgenden Tag nichts!

Unter Schock vertraute ich dies meinen Kumpel Jens G. an, flüchtete zu ihm, und mit Absprache der Pflegefamilie verbrachten wir mit Freunden Silvester in Le.
Ich meldete mich vorerst nicht mehr bei Dumbo .
Zurück in Paderborn erwartete mich das nächste Trauma, als mir bei Übergabe meiner Kinder durch die Pflegefamilie mitgeteilt wurde , dass mein Sohn Timon von seinem leibl. Vater Pierre ohne meines Wissens geholt wurde nach Le .Ich nahm meine Tochter mit, fühlte nur noch Leere und wie in Trance!
Ich vegetierte nur noch , ÜBERLEBTE nur noch für mein Mädchen…

Am 15/16.2.2000 überlebte ich nur knapp meinem 2. Suizidversuch!

Kurz zuvor vertraute mir meine Tochter Cherine an, das ihr Onkel Dumbo sie zur Weihnachtszeit seiner Kinderbetreuung sex. Missbraucht habe! Ich suchte Dumbo mit ihr in Le auf und stellte ihn mit meinem mir so vertrauten Bruder Alex zur Rede-er bestritt dies mit ruhigem verneinen…
In der Westpfhälischen Psych. In Paderborn brach ich zum 1.mal mein Schweigen, über die Übergriffe meines Bruders. Mir empfohl man eine Traumatherapie , die ich damals ablehnte, da sie langen Anspruch nehmen würde und ich die Kraft dazu damals noch nicht hatte! Aber ich wollte meine Tochter nicht weiter leiden sehen.
Ich übergab Cherine der väterlichen Familie, weihte sie mit allem ein, mit der Bitte um Nachsorge & Fürsorge……zum Schutz meiner Maus.

Ich musste aus dieser Umgebung raus…

In Meppen lernte ich meinen nun Exmann Michael J. kennen-ich wollte Stabilität…ein halbes Jahr später heirateten wir, holten uns Timon zurück. Anfangs lief alles normal – ich schwieg und führte eine Harmonische Ehe. Aber meine Traumatisierungen verfolgten mich-unsere Ehe zerbrach auch Aufgrund meines Schweigens…

Ich lernte durch meine Arbeit bei Fotopoint Raik kennen, er war der jenige , dem ich mich als Peggy anvertraute, bei dem ich zum 1.mal zu ließ „mich“ kennenzulernen, mich fallen lassen…ich verglich ihn mit meiner 1.Liebe, er ähnelte Diego in vielen Sachen sehr. Aber als es von seiner Seite aus zu Vertrauensbrüchen kam, ich mich trotz Liebe trennte , beschloss ich zurück nach Le zu ziehen-ich „betäubte“ am Ende mein Leid zeitweise mit Drogen ,womit ich ebenso durch 1 Familienmitglied bekannt gemacht wurde.. und wog nur noch 38kg.

Ich hatte da bereits wieder flüchtigen Kontakt mit Dumbo – bis heut mir unverzeihlich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Um Timon diesen Umzugsstress zu ersparen überließ ich ihn meiner damaligen Freundin Nancy Mann, fuhr mit Bruder Alex und seiner Freundin allein nach Meppen .Per Tel erfuhr ich vom Beziehungsstreit Nancys, die Timon deswegen Dumbo übergab. Nancy wusste nichts von Dumbos Übergriffen an Cherine und mir!
Bei Ankunft zurück samt Möbelwagen und Fahrer an Dumbos Wohnung, öffnete mir Timon völlig aufgewühlt, Dumbo habe mit ihm Pornos angesehen…Starre…
Timon bekam hohes Fieber, erkrankte schwer , musste mit sogar Einweisung ins KH. Ich weiß noch, wie ich ihn pflegend und besorgt bat mir zu sagen , was ihm fehle…
Im KH brach er in meinen Armen zusammen und sagte mir, das Dumbo ihn sex. Missbrauchte( in seiner damaligen Kindersprache..)..Timon war 6 Jahre…Cherine Dez. 99 grad 9 Jahre!
Anzeige, Urteil wegen Pornographie sehen…Arbeitsstunden…Dumbo gestand nur dies, damit Timon nicht vor Gericht angehört werden soll…

Irgendwann meinte Timon zu mir, das er gelogen hätte und Dumbo ihn nicht angefasst hätte…

Im Dezember 2004,Weihnachtszeit,verbrachte ich oft Kontakt mit Bruder Daniel, Claudia- meine beste Freundin , durch ihr kam ich wieder in Kontakt mit Dumbo…Daniel und Dumbo lebten im gleichen Haus…
Ich ließ meinen Sohn bewusst nie bei Dumbo ! Als ich mal krank war in dieser Zeit, bat ich Daniel wegen Timon um Hilfe-Schule etc. Timon sollte bei ihm schlafen .Daniel bekam ungeplant einen Termin und übergab Timon dann Dumbo..
Timon veränderte sich erneut, er zog sich zurück, bot sich anderer seits sex. an-auch mir gegenüber…Nach Weihnachten , das wir mit Daniel, Dumbo , etc gemeinsam verbrachten, brach Timon sein Schweigen endgültig! Er berichtete mir, das Dumbo ihn damals doch mißbrauchte !Und das er sein Weihnachtsgeschenk nun nur bekam als Danke, das er „die Fresse“ hielt! Und das Dumbo ihn nun erneut sex. Missbrauchte!!!!!

ICH BRACH MEIN SCHWEIGEN, zum ersten Mal richtig!

Keiner hörte mir je richtig zu, keiner half mir wirklich.
Das Jugendamt entzog mir Timon , ich solle an mich denken, Therapie machen…er wäre ja gut aufgehoben…!

Erneute Anzeige, Polizei, Gericht, Anwältin Tust, usw……………………
Nichts ist mehr normal…….Ich kämpfe um ein ÜBERLEBEN…………………..
Damals bei der Polizeibefragung meiner Tochter schwieg sie noch, aus Scham, Angst, weil ihr Vater moslemische Abstammung ist, ein Tabuthema also…………..bestritt ihren Missbrauch fast…
Mein Sohn wurde angehört, wird betreut seitdem bei Psych., Kinderschutzbund, WG erst in Le, nach Kampf für einen Wechsel vom Tatort nun in Wurzen…………..

Fast 4 Jahre mussten wir auf einen erneuten Prozess warten, vegetieren…….

Dumbo suchte uns immer auf ,trotz mehrfachen Um& Wegzuges…
Am 30.10.2007 wurde Domenico S. zu 3 Jahren 9 Monaten vorm Amtsgericht Le verurteilt!
Er ging in Berufung.
Am 30.Mai 2008 musste ich vorm Landgericht Aussage über alle Übergriffe tätigen.

Ich brach zusammen.

Am 9.6.2008 erhielt Domenico Spoddeck : Freispruch in 2. Instanz…aus Mangel an Beweisen..man glaube ja, das Timon sex. Missbraucht wurde, aber könne nicht 100% nachweisen, das es eben Dumbo war…(am 8.6. sein Geburtstag…)

Meine Anwältin riet mir von einer Revision ab- wie ich ahnte und es sich später rausstellte, Verfahrensfehler, Ermittlungsfehler , Rechtsfehler führten zu diesem krassen Urteil!
Beweise wurden unterschlagen, Zeugen ausgeladen oder nicht mal vorgeladen…Falschaussagen seinerseits getätigt( Alibi durch Dumbo´s besten Freund Peter G.!!)
Wir erlebten erneute Traumatisierungen.

Ich spüre seitdem Starre, Schockzustand……….

Beide Kinder stehen zu ihren Übergriffen!
Ich brach mein Schweigen, genützt hat es nichts.

Meine Vergangenheit holte mich ein-Flashbacks ,Albträume ,Ängste……….Posttraumatische Belastungsstörung , Borderline usw brachten mich zu 2 Krebs OP`S, stat. Psych. Aufenthalte und einem nicht zu Ende gehendem Wesen….
Mit 38 Jahren , langem Leidensweg mit viel dadurch entstandener Fehler dank Symptome….
Auch dieses Jahr entkam ich knapp einen Missbrauchs durch einen nun damaligen guten Freundes Ronny H.!
Ich gab viel , opferte viel…………
Nun bin ich zum 1.mal bereit .an MICH zu denken…zu reden…
Heilbar ist davon nichts………aber befreit vielleicht etwas……………

Meine Trauma Therapie:
Am 23.11. ging es nach Chemnitz Rabenstein in die Kliink Carolabad..:

Im ganzen kann ich sagen………………………………..MEIN LEBEN ist schön.

Als ich hier an kam, empfand ich dies noch nicht..Ich lebte mich zwar hier sehr schnell und gut ein, aber die Vertrauensbasis aufzubauen war schwer. Ich empfand es aber trotzdem als befreiend gegenüber von zu Hause. Ich trennte mich ja zuvor erst von meinem Verlobten- dem alles wichtiger war als unsere Beziehung und meine Krankheit- ich duldete wiedermal zu viel in dieser Bindung, obwohl ich genau wusste das er und alles mir überhaupt nicht gut getan hatten, er ist ein guter Kumpel..aber Beziehungsmensch gleich Null!!!

Langsam erholte ich mich, ich konnte gut damit abschließen, denn der eig. Trennungsabschluss zog sich ja bereits schon 1 Jahr hin. Ich wollte Ruhe, warf ihn daher 1 Tag vor Antritt dieser Reha aus unserer Wohnung raus!

Hier fand ich Anfangs keine Ruhe, meine Symptome machten mir auch hier sehr zu schaffen-Körperreaktionen wie Alpträume, Kreislaufschwankungen, Schwitzen, Schüttelfrost in einer heißen Badewanne…,Zittern, Hautjucken am ganzen Leib…
Weihnachten war die härteste Zeit .Mein Sohn Timon war mit hier. Er ist die beste Ablenkung..Ich machte aber auch Fortschritte. Durch die Einzeltherapie, wo ich eben mit meinen Missbräuchen konfrontiert wurde, bis ins Detail drüber redete, dies auch auf Tonband aufgenommen und immer wieder abgespielt wurde, mit Gefühlsbeschreibung…ich sollte mir alles vorstellen und versuchen mich oder eine Vertraute Person in genau diese Situation hinein bringen und beschreiben, was ich denn tun würde( helfen, befreien, Dumbo killen…,Mutter schlagen..)

Ich zog mir diese Scheiße echt immer wieder rein..bekam dadurch echt Distanz zu allem, auch wenn es während dessen die wahre Hölle war, denn man „erlebt“ in diesem Moment alles erneut!!!

Oft wollt ich alles hin werfen, oft zweifelte ich je an Ergebnissen..Aber es half tatsächlich!!!Ich erkannte immer grössere Veränderungen an mir, in mir und mit mir..Was sonst unmöglich war für mich, konnte ich plötzlich umsetzen..ich saß vorher nie am Tannenbaum, es war für mich ein grausames Fest..Alles sah ich nur noch Schwarz/ Weiss…plötzlich erkenn ich wieder Farben.. Schnee, der herrlich Glitzert..ich sah dies nie, oder die Winterluft, wie frisch es ist sie im Gesicht zu spüren..Ich fühle innere Wärme…Ist es nicht wunderschön, das Wasser beim Duschen auf der Haut sprühen zu fühlen?? Für mich war es einfach nur Duschen..waschen eben..und dies am besten 3mal pro Tag..

Dreckig fühlte ich mich immer…

Ich konnte mich selber nur ungern riechen…Jetzt rieche ich mich so gern..Ich mag den Geruch meines Sohnes, sein Haar..Ich erinnere mich an den Geruch meiner Tochter, als sie klein war. Viele gute Erinnerungen kommen zurück. Ich beginne mein Leben zu genießen , zu lieben und bewusster zu sehen. Dumbo? ICH HABE DISTANZ! Ich hätte echt NIEMALS mir solch Ergebniss erhofft.
Dazu kommt, mein Diego hat sich wieder gemeldet, nach fast 20 Jahren…Ich erlebe ein –Wechselbad der Gefühle..mich interessieren andere nicht mehr. Rene´, der mir die Luft zum Atmen nimmt und mich stets unter Druck setzt, obwohl grad er am Anfang so lieb war, sich mit meinem Krankheitsbild auseinander setzte und Rücksicht nahm..Diego wird aber immer seinen Platz behalten, die große Liebe vergisst man eben nie! Mittlerweile habe ich ihn gebeichtet das ich ihn nie freiwillig betrog, per Mail. Wie er reagiert ist mir egal, aber dies quälte mich Jahre ich musste ihn es sagen , fühl mich jetzt erleichterter.

Weihnachten beschlossen mein Sohn und ich Sachsen zu verlassen. Ich sprach dies ebenso mit meiner Psych. Ab, denn auch sie meinte das dies das Beste für unsere Therapie sei .Ich bin ein Stadtmensch, mir fehlt in unserem noch Wohnort das Leben..ebenso Stören mich die zu vielen Rechten dort..Es geht um meinen Pupertärenden Sohn den ich sicherlich bessere Werte vermitteln möchte.

Ich möchte einen Neuanfang, ein Neues Leben mit ihn..Alles Alte hinter uns lassen, nach vorn sehen mit allen neuen Eindrücken und aufgearbeitetem…weg vom Tatumfeld!!!
Ich bin bereit und fühl mich nach Jahren nun endlich besser .Es ist sicher noch lange nicht in dem Topf, wo ich es hin möchte, aber ich arbeite weiter dran, die Vergangenheit liegt hinter mir, ich kämpfe für mein Leben ,unser Leben. Ich habe viel erreicht hier, ich bin sogar sehr stolz auf mich-dies sollen andere mir erstmal nachmachen!!!

ICH wurde stark, Dank Norbert, Susi etc.

Wir schaffen es alle, wenn wir uns helfen und füreinander da sind

P. J.


SCHWEIGEN ESSEN SEELE AUF


Es ist an der Zeit…

Ich wurde als Kind sexuell missbraucht, auch in einem Kurheim in dem ich für einige Wochen unsäglicher Gewalt ausgeliefert war.

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Wie kann man denn nur sagen, es ist doch nicht so schlimm!?


Auch ich möchte hier einen kleinen Einblick im meine Geschichte geben…

Ich durfte am Sonntag bei meinen Eltern im Bett liegen und mit meinem Vater Karten spielen, das genoss ich sehr. Mir fiel auf, dass meine Mutter oft nach einer gewissen Zeit das Schlafzimmer verlies, dachte mir aber damals noch nichts dabei, sie musste ja Frühstück für uns machen.
Meine Mutter kochte, putze und versorgte den Haushalt, mein Vater verdiente das Geld. Damals bemerkte ich schon, dass mein Vater oft betrunken nach Hause kam und meine Mutter ihn immer, wenn es die Lohntüte gab, fragte wo das Geld sei. Sie lief auch schon mal in die Kneipe in unserer Straße und holte die Lohntüte ab.
Leicht hatte sie es wohl nicht, aber das verstand ich damals noch nicht.
Ich genoss weiter den Sonntag bei meinen Eltern im Bett und fühlte mich wie eine kleine Prinzessin, ja, denn ins Elternbett durfte nur ich. Mein Vater spielte mit mir Karten und er streichelte mich, waren doch Streicheleinheiten eher selten in unserer Familie, umso mehr freute ich mich, sie zu bekommen.
Ich war jetzt wohl schon sechs Jahre alt und sollte nun ein Erlebnis haben, welches mir wie folgt, in meiner Erinnerung geblieben ist.
Mein Vater holte mich eines Nachts aus meinem Bett und nahm mich mit ins Wohnzimmer. Er war bekleidet mit einem Bademantel und sonst nichts. Ich war noch ganz in meinen Träumen, sah aber auf dem Wohnzimmertisch ein paar Bonbons liegen, die gab es nicht sehr häufig bei uns. Ob die wohl für mich waren?
Am Wohnzimmertisch stand auch eine Couch, dort legte mein Vater sich mit geöffnetem Morgenmantel hin und ich sah ein dickes, langes Ding von seinem Körper abstehen. Er sah mich an und sagte zu mir: ,, Susanne, wenn du den küsst dann bekommst du die Bonbons da auf dem Tisch.“ Mir wurde ganz komisch, doch weiter kam ich nicht.
Meine Mutter kam in die Tür und mein Vater zerrte an seinem Morgenmantel, um wohl das Ding zu verhüllen. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. Meine Mutter brüllte mich an:“ Was machst du denn hier?“
Sie zerrte mich mit den Worten:“ los ab in dein Zimmer aus dem Wohnzimmer.“
Da lag ich nun in meinem Bett und verstand gar nicht was vorgefallen war. Immer wieder sah ich dieses Ding von meinem Vater vor mir und konnte damit gar nichts anfangen. Warum nur quälte mich der Gedanke, ich sei Schuld an diesem Vorfall. Ich fühlte mich so allein mit all meinen Fragen, meinen Gedanken und ich war doch noch so klein. Warum nur kam meine Mutter nicht zu mir und ließ mich mit meinen Sorgen allein?
Am nächsten Morgen war einfach nichts mehr wie es war, niemand erwähnte auch nur ein Wort von dieser Nacht. Ich habe es auch nicht gewagt davon zu sprechen und doch spürte, ich es lag etwas in der Luft, es machte mir Angst.
Ich war so glücklich mit fünf, ein Mädchen das lachte und Freude am Leben hatte.
Jetzt war ich sechs und nichts mehr nach dieser Nacht war so wie vorher, doch bewusst war mir das noch nicht.
Mein Papa liebt mich und darüber freute ich mich, war ich doch für ihn etwas ganz Besonderes.
„ Du bist mein Engel, meine Prinzessin und ich liebe dich sehr.“ ja, das waren Worte die ich stets zu hören bekam. Meine Mutter verließ wie immer irgendwann das Schlafzimmer, also alles ging weiter wie bisher.
Inzwischen war ich sieben Jahre alt .
Es war Samstag, unser Badetag. Mein Vater badete immer zuerst und dann kamen wir Kinder der Reihe nach dran. Doch diesen Samstag setzte meine Mutter mich mit zu meinem Vater in die Badewanne, ich weiß nicht warum, doch, es war mir nicht ganz wohl dabei. Da war es wieder dieses Ding an meinem Vater, doch der Anblick verursachte in mir schon ein ungutes Gefühl. Ich wollte das Ding nicht anfassen, nein, es war eklig. Ich war verunsichert und konnte einfach nichts sagen. Ich wollte nur schnell wieder aus der Wanne. Mein Vater faselte etwas von einem Geheimnis und ich dürfe nichts sagen. Mutter dürfe es niemals erfahren, ich wäre sein Engel und wenn ich was sagte, dann käme ich ins Heim.
Ganz verstand ich diese Worte damals nicht aber, ich hatte jetzt ein Geheimnis, ob ich das so wollte, oder nicht.
—-
das sind Auszüge aus meinem Buch, deshalb nicht immer fließende Übergänge.
ich möchte dazu noch sagen:
Ich weiß bis heute nicht wer mir mehr wehgetan hat , mein Vater oder meine Mutter.
Die letzten Worte meines Vater , als ich ihn zur Rede stellte liegen mir immer noch im Ohr: Du wolltest es doch.

Susanne Schröder
Landesbeauftragte netzwerkB (Niedersachsen)


Laufzettel für Überlebende


Laufzettel für Survivor:

1.) Schreib alles auf woran du dich noch oder wieder Erinnern kannst, das in Zusammenhang mit deinem sexuellen Missbrauch steht, egal wie konfus oder lückenhaft dir das Ganze erscheint. Lass dich nicht, sollten die Erinnerungen zu arg werden, mit Medikamenten still machen, die Heilung setzt dann aus, oft auch die neuen Erinnerungen an die Taten das Unrecht an dir. Suche dir spirituelle und kreativen Ausgleich, tu etwas was die gut tut Sport, Musik, Tanz, Malerei, Natur, Lesen bis du wieder Kraft hast. Dann schreib weiter auf was man dir angetan hat.

2.) Sobald du ein Erlebnis greifbar hast und dich an mehr als einen Trigger oder Filmblitz im Gedächtnis hast. Schreib es auf, notfalls zuerst ins Unreine. Ordne und sortiere alle Atteste, Krankheitsverläufe, Ergebnisse aus Therapien und Dokumentationen welche die sexuellen Übergriffe an dir, erhärten oder beweisen können. Lege Kopien davon an und bewahre diese sehr gut auf.

3.) Geh zur Polizei, zeige den Vorgang auf und an, egal wie lange der Übergriff vergangen ist. Auch wenn der Übergriff auf dich NOCH verjährt ist. Sag niemals den Namen des Täters in der Öffentlichkeit, das kannst und sollst du besser zuerst nur bei der Polizei und deinem Anwalt tun.

4.) Erzähle bei der Polizei alles was dir im Zusammenhang mit dem Übergriff an dir einfällt, auch wenn deine Scham sehr groß ist, du bist nicht die oder der Einzige, die dem Polizeibeamten so etwas zu erzählen hat. Möglicherweise hat dein Gegenüber, etwas derartiges, oft auch schlimmes gehört und zu Papier gebracht.

5.) Fühle dich nicht länger Ohnmächtig, du hast nun begonnen dich endlich wieder deiner Haut zu wehren. Du bist nun eine, ein Survivor eine, ein Überlebender.

6.) Suche dir Hilfe bei der Bewältigung der nächsten Schritte, wende dich an den Weissen Ring oder andere Opferverbände, wenn du selbst nicht in der Lage bist, die nun bald notwendige Rechtsberatung durch einen Anwalt finanziell zu tragen.

7.) Bleib ruhig wenn im Moment nichts geschehen sollte, weil die Tat oder Taten an dir, noch verjährt sind. Möglicherweise hilfst du der Polizei bei ihrer Arbeit durch deine Aussage, vielleicht hilfst du einem anderen Opfer und Survivor weiter durch dein Tun, machst dir selbst anderen Opfern, Suvivor MUT.

8.) Denk immer daran gut für dich zu sorgen.
Stell beim Versorgungsamt einen Antrag auf Opferentschädigung.
Einen Antrag nach dem OEG.
Verliere nicht den Mut wenn dieser abgelehnt wird.
Leg WIDERSPRUCH ein, wird dieser abgelehnt dann erhebe Klage!

9.) Halt nicht Still, halt nicht Ruhe, Lass dich nicht zum Schweigen bringen, Lass dich nicht WIEDER zum Schweigen bringen.

10.) Werde wieder Stolz, und dir deiner selbst bewusst, du hast das alles überlebt. Du bist sehr stark. Du hast ein Recht auf eine Entschädigung. Nimm dir Hilfe wo du kannst, Opferverbände, Netzwerk B, Selbsthilfegruppen, Freunde, die Polizei.

11.] Hör nicht auf zu kämpfen, du hast ein besseres Leben verdient.
Gib nie auf, gib dich nie auf, wenn du denkst du kannst nicht mehr weiter, dann lebe immer nur für einen Tag und bewältige deinen Alltag deine Probleme auch deine Freude immer nur für einen Tag . Wenn du dann wieder zu Kräften kommst, gehe weiter deinen Weg, vermeide Nebenschauplätze und unnötigen Streit. Isoliere dich nicht, du bist nicht allein. Behalte dein Ziel fest im Auge.
GIB DICH SELBST NIEMALS AUF!

12.) Dokumentiere schriftlich alle Aktivitäten, die du tust um als Opfer anerkannt zu werden. Alle Schritte die du tust um den Täter auf und an zu zeigen. Verwahre alle diese Schriftstücke in zweifacher Ausfertigung an zwei sicheren Orten.

Wir Survivor können jetzt noch nicht Wissen, wie sich das ganze rechtlich und gesetzlich auswirken wird in der Zukunft, wir können hoffen das die Verjährungsfrist fällt, uns auch dafür einsetzen, wir können all unser Tun in dieser Richtung dokumentieren. Um uns so in der Zukunft weiter zur Wehr zu setzen, bis wir unser Recht bekommen. Auch wenn das unseren geschändeten Körpern und Seelen nicht wieder zu ihrer alten Form verhelfen kann. So kann es doch dazu beitragen unseren Schmerz etwas zu lindern und das Leben und Überleben etwas einfacher und angenehmer werden zu lassen.

” Sagt es LAUT ”

Pia Survvior


Das Schweigen


Artikel von Anselm Neft (AKO-Gruppe Bonn), TAGESSPIEGEL 17.05.2010:

Während er redet, schlägt er sich gegen den Kopf, zerreißt sein T-Shirt. Die Wut kehrt wieder, auch die Ohnmacht. Sie haben den Missbraucht erlebt, damals auf dem Aloisiuskolleg. Doch sie sagten nichts. Ehemalige Schüler des Internats berichten.

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Es ist Zeit den Kirchen die Macht zu nehmen


Meine Geschichte ist nicht nur durch Gewalt von Erziehungsberechtigten in
der Schule, dem Kinderheim oder der Lahrstelle geprägt, sondern auch von
Machtmissbrauch der Behörden. Ich bin ein Nachkomme von Arbeitssklaven des
Dritten Reiches. Im postnational-sozialistischem Nachkriegs-Deutschland
war das normal. Vielleicht gerade in Bayern und der Stadt der Bewegung.

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“Er war ein Mann Gottes”


Ich wurde von einem katholischen damals Neupriester 1982 sexuell missbraucht. Ich lernte ihn kennen als ich 13 Jahre alt war. Er stellte mir von Anfang an nach – er versuchte mich in seinen Bann zu ziehen und täuschte mir Freundschaft vor. Immer wieder bot er mir Alkohol wie süßen Kirschlikör an um sich danach an mir zu vergehen.

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Schnee ist leider weiß


Ich möchte heute von mir berichten, schreiben und schreien – wozu Menschen fähig sind……
Schreibend versuche ich aufzuarbeiten und bin dankbar, mein Leid erzählen zu dürfen…….

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Von dieser Nacht an war ich nicht mehr ich


Hallo alle,

heute möchte ich mich outen. Ich war damals im staatlichen DDR-Kinderheim. Ich bin mit 3 Monaten ins Heim gekommen. Ich war erst im Kindergartenheim und dann im normalen. Meine erste Erfahrung im normalen Heim war, dass ich mit dem Gesicht in der heißen Suppe gelandet bin,

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mein Leben ist immer wieder ein Desaster


ich bin 1959 geboren und war in dem katholischen Waisenhaus am Platz in Straubing von 1965-1970 und ich weiß nicht wo ich anfangen soll, mein Leben ist immer wieder ein Desaster

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Ich habe Herzklopfen


Eine Ahnung hatte ich immer, einiges war präsent und doch war alles hinter einem Nebel verborgen.
Das Wissen kam erst Ende 2006, ich war damals 56 Jahre alt, als ich mich nach großen Umwälzungen entschloss ein Sabbatjahr einzulegen. Aus dem einem Sabbatjahr wurden dann…

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Wider die perverse “Lust am Kind”


WELT ONLINE 6. April 2010

Von Gerhard Amendt

Pädophile schreiben den Opfern die Macht zu, obwohl sie es sind, die die Kinder beherrschen

Lässt sich in der Debatte über den Missbrauch von Kindern so etwas wie eine Pädophilie fördernde Haltung ausmachen? Einiges spricht dafür. Wir reden zwar vor allem von Jungen, aber die pädophile Programmatik, die zugleich eine Vision einer sexualpädagogisch befreiten Gesellschaft ohne Generationengrenzen vertritt, hat auch Mädchen fest im Blick. Und wir übersehen oder wissen es einfach nicht, dass die Propagierung der “Lust am Kind” auch den Zugriff auf Vier- oder Zweijährige wie selbstverständlich als zu erschließendes Feld befreiter Sexualität vorsieht. Solches schreiben ganz unverhohlen Propagandisten der Pädophilie seit den 90er-Jahren. Zurzeit verzichten sie darauf, weil der Wind ihnen ins Gesicht bläst. Dafür werden Entlastungsgefechte geführt. Dann heißt es, dass Missbrauch in Familien viel häufiger sei. Denn Familien und Odenwaldschule stünden für geschlossene Systeme. Deshalb könne es dort zur Sexualisierung der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern kommen. Hier werden gewichtige Unterschiede übersehen. Die Familie ist alles andere als ein geschlossenes System. Sie ist eines der durchlässigsten Systeme überhaupt, weil sie von Anfang darauf hinwirkt, Kinder in die größere Welt entsprechend ihrer altersgemäßen Fähigkeiten hineinwachsen zu lassen. Das beginnt bei Hänschen Klein und hat vielfach in der Adoleszenz seine Vollendung noch nicht erreicht.

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Eigentlich habe ich noch Glück gehabt


Mir ist es erst geschehen, als ich ’schon’ 17 Jahre alt war.
Und so richtig ‘knallhart’ kommt jetzt alles wieder hoch, mit den vielen Berichterstattungen im Fernsehen (lese kaum Zeitung und höre kein Radio). Und zunehmend, bei jedem Fall, ob man jetzt die Menschen sieht oder nur den Text, den sie dem Journalisten gegeben haben, überlegt man, man vergleicht…wie kommt die/derjenige mit ihrem/seinem Leben
klar und wie komme ich zurecht.

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Zitat einer Ordensfrau, meiner Freundin


„Ihr musstet das alles erleben, da werden wir – die nicht davon betroffen sind es wohl aushalten, uns das Leid wenigstens anzuhören.“

Mit dieser Aussage hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
Denn genau da liegt meist das Problem, dass die Gesellschaft kaum bereit ist, mit uns Betroffenen das Leid zu teilen, uns zuzuhören, sich ein Bild davon zu machen, was es eigentlich heißt sex. missbraucht zu werden.
Der Begriff ist ein Abstrakt, und wird es auch bleiben, wenn sich diesbezüglich nichts ändert. Das ist eine der Ursachen, warum so viele Betroffene, obwohl sie dank einer Therapie ihre Horrorgeschichten vor Jahren schon hochgeholt haben, immer noch schweigen… um nicht erneut das Gefühl haben zu müssen, dass sie mit ihrer Geschichte unerwünscht sind. Sie sollen weiter schweigen, Niemandem zur Last fallen, um die heile Welt nicht zu stören.
Dieses Verhalten züchtet eine Wegschaugesellschaft.
Obwohl genug Verdachtsmomente auch heute noch sichtbar und spürbar sind, wollen die meisten diese unangenehme Realität nicht sehen! Es könnte ja anstrengend werden und Konsequenzen nach sich ziehen, womöglich noch Arbeit und Umstände machen.
Dank der zumeist geäußerten Reaktionen Nichtbetroffener haben wir, die Betroffenen das Gefühl, dass uns – sobald wir Details erzählen, erneut subtil vermittelt wird, wie ekelig und widerlich das sei,  und wir somit eine Zumutung für andere mit unserer Geschichte darstellen. So wird das Abstrakt ”sex. Missbrauch” immer ein nicht vorstellbares Konstrukt bleiben,!
Wie praktisch für viele Nichtbetroffene! So können sie das Thema getrost wieder von sich schieben.
Ein Nichtbetroffener kann sich gar nicht vorstellen, was der Begriff „sex. Missbrauch“ in der Realität für die betroffenen Kinder bedeutet, und wozu Menschen (ich würde sie eher Bestien nennen) fähig sind.
Vielleicht sind wir Betroffene gegenüber den Nichtbetroffenen zu behutsam und fahren unbewusst die selbe Schiene  - um Außenstehende zu schonen. Aber dadurch wird der Begriff “sex. Missbrauch” weiterhin realitätsfern bleiben und für den “Rest der Welt” nicht nachvollziehbar.
Vielleicht sollten wir Betroffene zukünftig keine Rücksicht mehr nehmen auf die Befindlichkeit Nichtbetroffener zu Gunsten der schonungslosen Begriffsrealisierung, damit auch der Letzte in unserem Lande kapiert, das sex. Missbrauch nicht einfach nur ein Wort ist, sondern grauenhafte Taten beinhaltet und immer noch heute mitten unter uns, in einer zivilisierten Gesellschaft stattfindet!
Nur so kann sich die Bevölkerung  ein Bild machen von einer Welt machen, die ihnen bisher immer noch unvorstellbar erscheint. Aber diese Welt ist eben nun mal Realität, für die es gilt, sich nicht mehr blind zu verschließen.
Wir, die Betroffenen haben das Recht, unserem Umfeld zumuten, dass sie ihre eigene Befindlichkeit (wie Ekel, Nichtwahrhaben wollen, dass so etwas möglich ist) zurück stellen um unserer, der Betroffenen Willen.
Tja, was soll ich sagen? Willkommen in der Welt der Betroffenen, für uns ist es nicht nur eine „Befindlichkeit“, sondern am eigenen Leib erlittener Horror.
Es ist nun mal ein Teil von uns, den man nicht permanent verleugnen kann. Es ist ein prägender und sehr lange dominierender Teil (während der Trauma – Aufarbeitung) unserer Person, unserer Biographie!
Möge es uns gelingen, allen die Augen zu öffnen, damit sie sehen, dass nicht jeder das Glück einer unbescholtenen Kindheit angedeiht wurde und ist, und das dies mitten in einem zivilisierten Land auch noch heute Alltag ist. Jeder 7. Junge und jedes 3. Mädchen wird sex. misshandelt.
Sex. Missbrauch ist nicht nur ein abstrakter Begriff, sondern heißt übersetzt: extreme Gewalt, Perversität, Demütigung, schwerste Verletzungen und Seelenmord.
20 % der missbrauchten Kinder begehen im Erwachsenenalter Selbstmord, weil sie diese Realität, die ihr ganzes Leben bestimmt, und ihre Seele zerstörte, nicht mehr ertragen und die Täterbotschaften bis ins hohe Alter in sich tragen, die da heißen, du bist ein Stück Scheiße, du bist zu nichts anderem wert, du hast es verdient, dass man dich tretet, schlägt und benützt, dass man an dir Wut und Gewalt ausübt. Du bist lediglich ein Benützungsgegenstand, den wir wegschmeißen, wenn du nicht mehr zu gebrauchen bist!
Diese eingebrannten Täterbotschaften wieder loszuwerden, ist Schwerstarbeit für jeden Betroffenen. Deshalb ist es umso wichtiger, Menschen im Umfeld zu haben, die dir das Gegenteil zeigen, die dich tragen, ertragen in einer Zeit, wo es dem Betroffenen schwer fällt, sich selbst zu ertragen, zu überleben.
Darum wird auch oft der Begriff “Überlebende” verwendet, da es höchstens 80 % “überleben”, und sich nicht das Leben nehmen.

Es wird Zeit, dass wir den all jene Nichtbetroffenen unser Leid zumuten, die sich immer noch unter einer Schutzglocke des Nicht – Wahr – Haben – Wollens befinden, um alles Üble von sich fern zu halten. Sie wissen nichts, weil sie die andere Seite des Ständig – Hab – Acht – Leben eines Betroffenen nicht kennen!

Vielen, vielen Dank allen Betroffenen und Nichtbetroffenen, die den Mut haben, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Sarah M.


Die Humanistische Union


Die Humanistische Union (HU) ist laut Wikipedia eine deutsche Bürgerrechtsvereinigung. Ihre Ziele sind unter anderem die Verwirklichung einer umfassenden Informationsfreiheit und mehr direkte Demokratie sowie die Abschaffung des geheimdienstlichen Verfassungsschutzes. Die strikte Trennung von Religion und Staat ist Teil ihres Programms, sie vertritt eine entsprechend kritische Haltung zu kirchlichen Privilegien.

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Auswirkungen – auf die Angehörigen


Hier haben Angehörige der Opfer die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen.

Denn oft wirken sich Folgeschäden sexualisierter Gewalt unmittelbar auch auf sie aus.

“Gib Leiden Worte”, sagt Shakespeare, “denn Schmerz, der nicht frei spricht, flüstert im Herzen, bis es birst und bricht.”

Hoffnungsvolle Grüße

Norbert Denef

(Wenn Sie Ihre Geschichte hier als Kommentar einfügen, wird sie danach als Artikel veröffentlicht. Auf Wunsch auch anonym)


Wenn Worte Atem sind


Ich fange mal mit Shakespeare an: “Wenn Worte Atem sind und Atem Leben ist, hab´ ich kein Leben, das auszuatmen, was Du mir gesagt”. – Ich lese hier schon tagelang herum, kommentiere, und warte, bis ich genug Leben habe, um zu erzählen. Dabei ist es nichts Besonderes, im Vergleich zu Euren Berichten. Aber es fällt mir trotzdem so schwer.
Ich habe selbst Missbrauchserfahrungen gemacht, irgendwelche Übergriffe als Kind, an die ich mich nicht richtig erinnere, ich weiß nur ein paar Fragmente, u.a., dass ich es meinem Vater gesagt habe, der krass entsetzt war und mir verbot, darüber zu reden, weil man mich sonst für verrückt halten würde. Jedenfalls hat er mir nicht geholfen. Ich muss noch ziemlich klein gewesen sein. Habe irgendwie kein Verhältnis zu meinem Körper bekommen, und auch nicht zu mir selbst als Persönlichkeit. Ich stand für mich irgendwie am Rande; zwar existierend, aber eher wie ein dienstbarer Geist.
Später, als 19Jährige, wurde ich auf einer Reise von 2 verschiedenen Männern vergewaltigt. Das weiß ich immerhin noch, inklusive der Folgen für mich (z.B. das Aufwachen daran, dass ich heiser geschrien war und nicht mehr schreien konnte).
Nach der Geburt meines ersten Kindes, da war ich in den fortgeschrittenen Zwanzigern, bekam ich ein ganz anderes Verhältnis zu meinem Körper, er wurde für mich dadurch anders; ich habe ihn zum ersten Mal als stark und fähig kennengelernt. Die Missbrauchserfahrungen gehörten von da an zu meinem alten, prä-mütterlichen Ich.
Kurz vor der Geburt meines zweiten Kindes, meiner kleinen Tochter, starb mein Mann, ihr Vater. Ich zog hochschwanger zurück in meine Geburtsstadt, in der ich lange nicht gewesen war. Dachte, ich fände dort Geborgenheit, Heimat.
Als meine Kleine 3 war, sollte sie in den Kindergarten gehen. Der Wunschkiga hatte auf das neue Kiga-Jahr keinen Platz frei. Über Vermittlung der Diakonie bekamen wir einen Platz in einer ev. KiTa ganz in der Nähe unserer Wohnung. Im “schlechten” Wohngebiet. Ich hätte sie nie dort hingebracht, vertraute aber leider der vermittelnden Person und fand im Gespräch die KiTa-Leiterin sympathisch.
Das KiTa-Konzept sah vor, dass es keine Eingewöhnungszeit geben sollte (vor solchen Kindergärten sollte man sich hüten!). Die kleineren Kinder, die schon um 13:30, zum Ende der ersten Betreuungszeit abgeholt wurden, wurden von den Erzieherinnen zu den draußen wartenden Eltern herausgebracht. (Auch so etwas sollte einen misstrauisch machen; das hat mir die Leiterin unseres aktuellen KiGas gesagt.)
Meine Kleine war leider also dann dort. Sie war damals so mutig und zutraulich, dass sie sich ganz ohne Angst abgeben ließ, gern und glücklich. Als ich sie am ersten Tag abholte (sie war auf dem Arm der Leiterin) schrei sie 4 geschlagene Stunden wie von Sinnen, nicht nur wie am Spieß. Sie war durch überhaupt gar nichts zu beruhigen. Ich dachte leider, dass das die Eingewöhnung sei, das Loslassen; denn ich hatte sie bis dahin kaum je abgegeben und immer nur kurz.
Am nächsten Tag wiederholte es sich; sie schrie aber nur noch 2 Stunden in dieser selben Weise.
Am 3. Tag sagte sie, es gäbe einen Kinderfänger im KiGa. Ich fragte eine Erzieherin, was das wohl zu bedeuten hätte, aber die meinte, das müsste sich wohl aufs Fangen-Spielen mit dem männlichen Praktikanten beziehen. Meine Kleine erzählte auch, man hätte ihr ein orangefarbenes T-Shirt angezogen. Ja, meinte die Erzieherin, sie hätte sich dreckig gemacht. Hatte sie aber gar nicht, ihre Original-Kleidung hatte sie ja (wieder) an: sauber und trocken. Aber ich dachte mir noch nichts Böses.
Am vierten Tag hatte sie eine andere, lieblos zugemachte Windel an und fing an, zu erzählen, als ich (unbesorgt, ich Depp) fragte, ob man sie im KiGa gewickelt hätte. “Ja”, und man hätte ihr “wehgetan”. Da habe ich endlich genauer gefragt. Sie sagte, jemand hätte ihr den Finger in den Po gesteckt, und es hätte wehgetan.
- An jedem der 4 Tage sagte sie, ihr Popo täte ihr weh. Ich dachte mir dabei nichts, weil Kleinkinder dauernd ein Aua haben. Mir fiel auf, dass sie immer viel weiße Salbe auf dem Anus hatte. Selsam war, dass ihre Windeln immer sehr nass waren, mit einer klaren Flüssigkeit, die nicht nach Urin roch. Dabei trank sie damals so wenig, dass man locker mit einer einzigen Windel über 12 Std kam. Aber auch das alarmierte mich noch nicht. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass in einem KiGa so etwas passiert.-
Jedenfalls, nach dieser Sache mit dem “wehgetan”, vor allem, weil sie am Tag davor schon von einem Kinderfänger gesprochen hatte, wollte ich die Leiterin zur Klärung sprechen. Weil sie wie immer nicht ans Tel. ging, rief ich in der Diakonie an, denn die Kleine hatte inzwischen mehr erzählt, von Spielzeug, das in den Po gesteckt wurde, von Berührungen an den Genitalien und davon, dass sie jemanden da berühren musste.
-Ich verkürze mal ein bisschen: der diak. Leiter wollte mich am Mo zu der Leiterin begleiten. Er sagte unterwegs, er habe sie auch nicht erreicht; aber sie war tatsächlich vom Stand meiner Befürchtungen unterrichtet – magically., denn sie bezog sich sofort darauf. Sie war auch nicht überrascht. Als ich sie dafür lobte, bestand der diak. Leiter darauf, sie wäre es doch, und wie. Sie bestritt, dass in der KiTa irgend etwas dieser Art passiert sein könnte; sie habe alles immer im Blick (was aufgrund der Räumlichkeiten unmöglich ist). Der diak. Leiter begleitete mich nach diesem gespräch noch ein Stück; fragte, ob ich damit zufrieden sei; ich sagte, ich habe schon das Jugendamt angerufen; er fragte, mit wem ich gesprochen habe; ich sagte ihm den Namen, und er überlegte laut in meiner Gegenwart, welchen persönlichen Kontakt er zu der JuA-Leiterin herstellen könnte… er kam darauf, dass er ihren Mann kennt; die beiden sind beruflich verschränkt. Und die Tochter der JuA-Leiterin ist an einem ev. Gymnasium.
Meine Kleine hatte inzwischen Fieber gekriegt, und als ich sie messen wollte, kriegte sie einen panischen Anfall, wehrte sich panisch, dann gab sie plötzlich nach, legte ihre Füße über meine Schultern und sagte/demonstrierte mir, ich solle meine Hände rechts und links neben ihrem Gesicht abstützen und keuchen (sie machte mir laienhaft Keuchgeräusche vor). – Nach und nach kam immer mehr zu Tage. Missbrauch durch Erzieherinnen der KiTa, ältere männliche Hortkinder, und nach 2 oder 3 Monaten erzählte sie von Männern mit Halbmasken, als Gespenster verkleidet, die Geldbeutel in der Hand gehabt hätten; dass sie sie berühren musste, berührt wurde (an der Scheide), täglich mehrfach anal vergewaltigt wurde, Penisse in den Mund nehmen sollte und “Saft” herunterschlucken, und dass das mit allen oder vielen Wickelkindern in der Einrichtung gemacht würde, täglich “nach dem Essen”. Sie habe “eklige Sachen” essen müssen, die die KiTa-Leiterin aus dem Kühlschrank kratzte. Die Männer hätten auf den Boden uriniert und defätiert. Sie und die anderen Wickelkinder hätten vor den Vergewaltigungen immer “ein scharfes Körnchen” essen müssen. Die KiTa-Leiterin hätte ihr vorher immer den Anus eingecremt, offenbar mit einer Substanz aus einer orangefarbenen Tube. Sie wäre immer vorher umgezogen worden (T-Shirt an, sonst wohl nichts); das Gesicht wäre mit einem Tuch bedeckt worden. Ich fragte (ich weiß, so was nennt man Suggestiv-Frage, aber ich musste es einfach tun), ob fotografiert worden wäre (filmen kennt sie nicht, deswegen hätte es keinen Sinn gehabt, danach zu fragen), und sie sagte “ja” (und blieb auch dabei, mehrfach). (Ich habe versucht, sie möglichst gar nicht zu beeinflussen, weil ich vernünftiges Material für einen Prozess wollte, falls es dazu kommen sollte. Habe protokolliert, was sie von sich aus erzählte.)
(Ich zweifele nicht am prinzipiellen Wahrheitsgehalt dessen, was sie sagt, weil sie zu klein ist, um sich so etwas auszudenken und sexuell ein absolut unbeschriebenes Blatt war; es gab nach dem Tod meines Mannes keine erotischen Kontakte bei mir, und sie konnte auch keine so gearteten Filme sehen. Außerdem konnte sie monatelang sehr schwer überredet werden, Stuhl zu lassen, sich abputzen zu lassen, zu essen; sie hatte Schlafprobleme, sie hatte Angst vor Männern, Jungen und einem bestimmten Frauentyp, dem der KiTa-Leiterin: klein und dunkel. Sie hatte kein Selbstvertrauen mehr; sie war klammerig, konnte aber keine Nähe ertragen, die von mir ausging. Mit der Zeit ertrug sie, dass ich ihr Köpfchen streichelte. )
- Ich schickte sie natürlich nicht mehr in die KiTa; und wir bekamen 3 Tage nach dem Gespräch, in dem ich ja keine Beschuldigungen, sondern nur Klärungsbedarf geäußert hatte, die fristlose Kündigung des KiTa-Platzes. Ich hatte sofort nach der Diakonie das Jugendamt informiert; ich kannte die Leiterin schon vorher. Die riet/befahl mir – entgegen dem, was ich wollte -,mit der gynäkologischen Abklärung zu warten. Ich sollte erst einen Termin bei einer bestimmten Mitarbeiterin von KOBRA (das auch in ev. Trägerschaft ist! aber das wusste ich leider noch nicht, ich war noch so gutgläubig und wollte alles so machen, wie sie es vorschlug, um sie hinter mir zu haben, denn ich wollte die anderen Kinder retten. Die wenigsten Wickelkinder können sich sprachlich ausreichend ausdrücken (meine Kleine konnte es, glücklicherweise; sie hat es aber auf kindgemäße Art erzählt. Manches hat sie gezeigt, gemalt, nachgespielt, manches fiel einfach auf; sie war plötzlich wie kaputt).
- Den Termin bei KOBRA, bei dieser speziellen Mitarbeiterin, konnten wir nicht kurzfristig bekommen. Ich: “soll ich dann nicht doch vorher zum Arzt mit ihr?” Die Jugendamt-Leiterin: “Nein, ich möchte, dass Sie erst mit Frau … sprechen; und bitte gehen Sie unbedingt zu ihr, nicht zu jemand anderem.”
Dann waren wir endlich bei KOBRA. Die Dame dort – ich hatte 2 Termine, auf den 3. verzichtete ich – ließ mich wissen: ich wirke unsympatisch, komisch (habe das genaue Wort gerade nicht präsent, sorry). Ich fragte, inwiefern; sie sagte: weil ich ein schweres Schicksal hätte, eloquent sei, religiös sei, intelligent sei.
In diesem Stil verliefen unsere gemeinsamen Stunden. Sie wollte, dass ich ihr nachspreche, dass der sexuelle missbrauch in meinem Leben gar nicht so schlimm gewesen sei; das eigentliche Problem sei doch, dass mein Vater nicht zu mir gehalten habe. Das sollte ich 2x wiederholen. Ich sagte, mir ginge es nicht um mich, sondern um den akuten Fall meiner Tochter. Sie sagte, Äußerungen von Kindern unter 4 würden sie bei KOBRA gar nicht zur Kenntnis nehmen (als ich diesen Satz wiederum wiederholte, wurde sie ganz fuchsig und ließ mich wiederholen, KOBRA arbeite nur mit Kindern ab 4, nähme aber auch die Jüngeren ernst).
Weil ich von meinen eigenen Missbrauchserfahrungen erzählt hatte, um zu untermauern, warum mich die Symptomatik meiner Tochter (plus ihrer Berichte) auf den Missbrauchsverdacht gebracht hatte, bekam ich zu hören, wie überaus seltsam es sei, dass ich mit ihr, einer fremden Person, über mein Sexualleben spräche.
Und: es passierte das Gleiche wie bei Diakonie, Jugendamt und später SPZ: als ich meine Missbrauchserfahrung erwähnte, glaubten alle, ich würde meine Erfahrungen auf meine Tochter projizieren und mir ihren Missbrauch einbilden. Und ihr einreden.

— Ich möchte alle Eltern missbrauchter Kinder ausdrücklich davor warnen, es zu erwähnen, wenn sie selbst in ihrer Vergangenheit Missbrauch erlebt haben! Es dient nicht der Wahrheitsfindung, sondern Sie werden in eine Schublade gestopft und verlieren Ihre Glaubwürdigkeit. Da interessieren die Fakten nicht mehr! —

- Jedenfalls, ich fragte die unangenehme KOBRA-Mitarbeiterin nach dem ersten Termin, ob ich meine Tochter jetzt untersuchen lassen dürfe, und welchen Arzt sie vorschlagen würde (noch immer wollte ich die Hilfsstellen, die ich aufgesucht hatte, auf meine Seite bringen, damit etwas gegen die KiTa unternommen würde). Sie meinte, ja, aber ich solle mir einen Termin geben lassen. Ich wollte eigentlich ambulant hin, geht ja schnell, aber ich tat, was sie sagte, und verlor so noch eine Woche.
In dem von ihr vorgeschlagenen Krankenhaus fand man nach so langer Zeit nichts mehr; es wurde aber auch kein Abstrich gemacht (dass das auch nach so langer Zeit noch etwas bringt, wusste ich da auch noch nicht — liebe Eltern: unbedingt auf einen Abstrich bestehen!!!).
Man riet mir, noch ins SPZ rüberzugehen, was ich gern tat (auf Hilfe hoffend).
Dort wollte man die Kleine in die Psychiatrie einweisen, zur Beobachtung. Ich dürfe mit. Das schien mir erst mal gut. Ich habe mit dem Kinderarzt darüber gesprochen. Er sagte mir, eine andere Mutter (mit der er mich leider nie vernetzt hat) habe ihm über die selbe ev. KiTa “ganz Ähnliches” erzählt. Daraufhin informierte ich die Kripo. Die irgendwann wohl eine Razzia versuchte, aber nichts fand (nun ja, Kunststück; ich hatte – sooo naiv! – der JuAmt-Leiterin darüber Bescheid gegeben, ich wollte sie ja beteiligen und glaubte, sie auf dem Laufenden halten zu müssen). Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein.
Leider fand ich keine anderen Eltern aus der KiTa (ich kannte dort ja noch kaum jemanden, und niemanden freundschaftmäßig-richtig), die mich mit ihrer Aussage unterstützt hätten. Ich weiß nur, dass es in dieser KiTa – trotz großer KiTa-Platzknappheit hier – laufend viele Abmeldungen gibt.
Eine Angehörige der ev. Kirche sagte zu mir: Wenn ich jetzt noch mehr unternähme, bekäme ich “richtig Ärger”. Sie sagte mir auch einmal, diese KiTa, sei “von ganz oben geschützt”. – Ich weiß nicht, ob es damit etwas auf sich hat, ich gebe es nur hier weiter.
- Inzwischen war ich nicht mehr so erpicht darauf, uns Hilfsstellen auszuliefern. Ich dachte auch, jetzt nach meinen aktuellen Erfahrungen: wenn die Kleine wegen Missbrauch psychiatrisiert oder auch nur offiziell therapiert wird, wird sie nie mehr in ihrem späteren Leben Glauben finden, wenn sie noch mal missbraucht werden sollte – oder ihre Kinder. Man wird ihr dann nicht glauben – denn sie wurde ja schon mal missbraucht – also muss sie es sich einbilden…
Das SPZ war abzuschütteln, nach einem brutalen Belastungs-EEG an der Kleinen, das glücklicherweise dennoch keine epileptischen oder anderen Störungen zu Tage brachte.
Das Jugendamt wollte auch von mir ein psychiatrisches Gutachten (!). Zum Glück habe ich MS – muss ich in diesem Fall mal sagen und zwar seit vielen Jahren. Dadurch bekomme ich bei der Feststellung meines jeweils aktuellen Gesundheits-Istzustands immer auch ein psychiatrisches Gutachten gemacht. Die fielen bis heute immer gut aus. Ich musste mich also nicht von möglicherweise tendenziösen Menschen untersuchen lassen, sondern konnte ein Gutachten vorlegen.
Ich musste dem JuAmt dann auch noch die Sterbeurkunde meines Mannes vorlegen (mir schien, sie hofften, ich hätte sie angelogen.
Ich fragte die JuA-Leiterin irgendwann, was ich tun müsse, um sie loszuwerden – ach so: sie hatte mit der KiTa-Leiterin ein Gespräch geführt. Sie hatte gefragt, ob in der KiTa Missbrauch geschähe. Nein, sagte die KiTa-Leiterin. Seither ist die JuA-Leiterin hinter mir her, nur hinter mir und meiner Tochter. Die KiTa ist aus dem Schneider.
- Also: die Bedingungen des Loswerdens, auf die wir uns einigen konnten, waren die: ich musste der JuA-Leiterin unterschreiben, dass ich im Fall der fraglichen ev. KiTa nichts mehr unternehmen würde (ich erhandelte mir die Klausel: “in Bezug auf meine Tochter”) – man stelle sich vor! Natürlich erscheint diese Abmachung so nicht im offiziellen Gesprächsprotokoll, sondern abgemildert und in eine andere Rubrik verschoben, also nicht unter “Ziele”.
Die andere Bedingung war: ich müsse einen KiTa-Platz für meine Tochter finden und sie dort gut eingewöhnen. Soweit, so gut (sie half mir natürlich nicht bei der Suche, und Plätze sind hier, wie gesagt, Mangelware. Ich schaffte es trotzdem.)
Dann kam nach dem offiziellen Gesprächsprotokoll der Brief, der den offiziellen Abschluss der “Familienhilfe” bestätigte. ich freute mich!!!
Und dann, einen Monat später, kriegte ich wieder einen JuA-Brief, eine Vorladung zu einem Termin. Die Ärztin des SPZ habe geschrieben, meiner Kleinen drohe “seelische Behinderung”, wenn sie nicht in adäquate Therapie käme. Ich solle dazu Stellung nehmen.
Ich mailte die Ärztin an; der Arztbericht, um den es geht, war zum Zeitpunkt des Familienhilfe-Endes dem JuA schon seit einem Monat bekannt! Als die JuA-Leiterin den Fall abschloss, hatte sie die ärztlichen Infos schon lange.
Ich sagte den Termin mit dieser Begründung ab, und seither versucht die JuA-Leiterin wie ein Aal, einen rechtlichen Fuß bei mir in die Tür zu kriegen. Sie klebt immer noch an mir.
Jetzt will sie, um abzuschließen (wie sie mal wieder behauptet) mindestens eine Bescheinigung der aktuellen KiTa, dass die Kleine regelmäßig hingeht, und eine Bescheinigung der Therapeutin, dass sie in Behandlung ist. – das könnte ich ja liefern; die Bescheinigung der KiTa liegt neben mir, und die Trauma-Therapeutin gibt mir auch die Bestätigung, dass die Therapie erfolgreich gemacht wurde (natürlich auch auf Eigeninitiative und Selbstkosten). Aber ich glaube einfach nicht mehr, dass sie mich dann in Ruhe lässt. Und: ich will nicht durch ihren Reifen springen. Sie ist diejenige, die kontrolliert werden müsste, nicht ich. Zumal sie übrigens genau weiß, dass bei mir alles nicht nur ok, sondern bestens ist.
Ich arbeite also an meinem Umzug. Nun, ich will ja eh hier weg! Ich finde es hier unheimlich.
Hab auch liebe Freunde hier, muss alles loslassen – Pech, Mist, teuer – aber ich komme täglich an dieser ev. KiTa vorbei, bzw. mache täglich Umwege, um sie nicht zu sehen. Und ich will nicht immer Angst um die Kleine haben müssen… Ich fühle mich hier nicht geschützt.

Danke für´s Lesen.


Jetzt kommt meine Vergangenheit wieder


ich habe schon am 2. März hier von mir erzählt. Die Gefühle der Vergangenheit holen mich aber immer mehr ein. Was ich jetzt schildere, da weiß ich überhaupt nicht ob das hierher gehört.
Ich bin ja recht und schlecht mit dem Erlebten bis vor ca. 3 1/2 Jahren zurecht gekommen, aber durch, die Ärzte nennen es Schicksalsfügung, ist mein Leben total aus den Fugen geraten.

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Die Betroffenen haben lebenslänglich!


Vor 41 Jahren, fast 42, hat mein Leben schon ziemlich chaotisch begonnen; meine leibliche Mutter hatte schon 2 Söhne aus erster Ehe bevor dann mein Zwillingsbruder und ich geboren wurden. Die beiden Älteren waren bei ihrer Mutter (also bei der Großmutter) und unsere Mutter lebte irgendwie mit unserem Vater, sie verschwand aus unseren Leben da waren wir etwa 1/2 Jahr alt. Unser Vater nahm die 2 Jungs zu sich und war dann mit uns 4 Kindern unterwegs von Nord-nach Süddeutschland, ohne festen Wohnsitz und auf “strafbaren Wegen”.

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Die Hölle auf Erden


Als Heimkind erlebte ich “die Hölle auf Erden”.

Welche menschlichen Dramen sich abspielten bleibt nicht immer ein Geheimnis, so wie es viele Heimerzieher von damals es gerne hätten, sowie den Talarträgern in schwarz, ob Pfarrer, Staatsanwälte oder Richtern. Zu den Staatsanwälten komme ich noch zurück, auf den weiteren Ausführungen meiner Klage und diesem Schriftsatz.

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“Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist?”


“Sexualisierte Gewalt mit Liebe zu vergleichen ist ein Verbrechen – ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen.”  (Norbert Denef)

Mehr dazu unter:

Gedankliche Hingezogenheit zu Kindern


Die Gesellschaft, Täter reagieren bei weltlichem sex. Missbrauch wie bei kirchlichem


Als ich sexuell misbraucht wurde, ich weiss es nicht mehr ganz genau, es war so zwischem meinem 6 und 8 Lebensjahr.
Meine Kindheitsjahre waren schon vorbelastet, da ich als Zweite eines Zwillingspärchens überraschend (unerkannt) auf die Welt kam, einen schweren Start hatte und danach noch in die Klinik musste. Meine Familie, Eltern, waren irgendwie mit mir immer überfordert. Meine Einschulung verlief schon nicht normal, das war mein roter Faden.

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Ich dachte, er wollte mich für etwas bestrafen


Frankfurter Allgemeine Faz.Net 14. März 2010

Ich bin unehelich geboren und habe meine gesamte Kindheit in Heimen verbracht. Zuerst war ich in einem katholischen Heim, da gab es eine Nonne, die mich wie eine Mutter geliebt hat. Sie hat immer gesagt: „Wenn ihr mir meinen Uwe nehmt, geh’ ich weg von hier.“ Man wollte mich damals in ein evangelisches Heim verlegen, weil man dachte, ich sei evangelisch. Dabei war ich gar nicht getauft, wie sich später herausstellen sollte.

In diesem ersten Heim war längst nicht alles gut, ich bin dort geprügelt und mit harter Hand geführt worden. Aber es gab auch Belohnung für gutes Verhalten, und diese Nonne, das weiß ich heute, hat mir das Leben gerettet. Sie ist erst vor vier Jahren gestorben, ich hatte bis zuletzt Kontakt zu ihr. Wenn ich ihre Liebe und meinen durch sie angelegten Glauben an Gott nicht gehabt hätte, hätte ich mich schon lange umgebracht.

Denn als ich dreizehn war, begannen die schlimmsten Jahre meines Lebens. Ich wurde tatsächlich in ein anderes Heim verlegt, nämlich in das evangelische Knabenheim Westuffeln im westfälischen Werl. Heute heißt die Einrichtung „Von Mellin’sche Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Westuffeln“, und es gibt inzwischen eine Liste mit den Namen von mehreren Mitschülern, die sich dort gemeldet haben und die das Gleiche mitgemacht haben wie ich. Am Mittwoch hat die Bischöfliche Kommission zur Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Aachen getagt und unter anderem auch über meinen Fall gesprochen.

Jede Nacht musste ein anderer Junge ins Zimmer des Erziehers

Ich selbst war im vergangenen Jahr in Werl und bin mit dem jetzigen Heimleiter durch das Haus gegangen, an die Stätten meiner Kindheit. Im Erdgeschoss waren damals die Aufenthaltsräume und darüber die Schlafsäle. In einem grauen Nebengebäude war eine Heimschule untergebracht. Es gab zwei Gruppen, eine für die größeren Jungen wie mich und eine für die kleineren Kinder, unter denen sich auch einige Mädchen befanden. In unserer Gruppe waren wir ungefähr dreißig Jungen im Alter zwischen elf und vierzehn Jahren, wir schliefen in einem großen Schlafsaal mit Doppelstockbetten. Alles darin war dunkelbraun und schummrig. Das Zimmer unseres Erziehers lag direkt daneben und war durch eine Durchreiche mit unserem Raum verbunden.

Das heißt, der Mann konnte uns ständig beobachten. Er war ein Brocken von einem Kerl, etwa 35 bis 40 Jahre alt, mit Händen wie Tatzen und einer Nase in Erdbeerform. Er war Diakon, also ein Mitarbeiter der evangelischen Kirche mit theologischer Qualifikation, und von den Von-Bodelschwinghschen Anstalten Bethel ähnlich einem Leiharbeiter zum Dienst nach Werl entsendet worden – ein damals üblicher Vorgang. Auch der Heimleiter stammte ursprünglich aus Bethel.

In den ersten Wochen meines Aufenthaltes in dem Heim beobachtete ich, wie jede Nacht ein anderer Junge in das Zimmer des Erziehers gerufen wurde. Sie blieben etwa eine halbe Stunde drinnen, und viele weinten, wenn sie herauskamen. Unser Jüngster, Wolfgang, war erst elf, er kam eines Nachts vor Schmerzen schreiend und mit blutendem Penis heraus. Wir alle eilten an sein Bett, um ihn zu trösten. Ich hatte keine Ahnung, was mit ihm passiert sein könnte, aber ich spürte eine große Angst in mir. Wolfgang ist später Polizist geworden, und als ich letztes Jahr zu Besuch in dem Heim war, hat mir der neue Heimleiter erzählt, dass er sich umgebracht hat. Mehrere meiner Mitschüler haben Selbstmord begangen. Ich glaube, dass es wegen des Missbrauchs war.

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Missbrauch – ein Opfer erzählt


WDR.de Mediathek 8.03.2010

Jahrzehntelang haben Pater offenbar Schutzbefohlene missbraucht – vertuscht, verschwiegen, verdrängt. Und auch die Opfer haben geschwiegen, aus Scham. Ein Opfer bricht jetzt aber das Schweigen, 60 Jahre nach dem Vorfall im Bonner Aloisius-Kolleg.

Ein Beitrag von Anette Flentge

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Erst viel später wurde mir bewusst: Mir auch.


ich glaube es bringt nichts zu erklären wie wir Freunde wurden oder wie es dazu kam das ich erfuhr das sie von ihrem Vater sexuell Missbraucht wurde. Die Vorgeschichte ändert nichts an den Fakten, doch ich weis noch heute jedes Detail von damals, es ist nun 12 Jahre her und ich weine immer noch wenn ich an die Zeit denke.

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Ich bin ein typisches Opfer sexueller Gewalt


Dies ist das Coming-Out eines Opfers sexueller Gewalt. Ich bin Journalistin, Autorin, Mutter, Partnerin, und Gewaltopfer. Der Pfarrer, der mich während der Vorbereitungen zur Erstkommunion erst befummelt und dann in der Sakristei vergewaltigt hat, ist nicht geständig. Die Kirche hat meine Anklage gegen den Mann abgeschmettert. Nur ich und der Pfarrer wissen um das, was geschah, und ich weiß es in Erinnerungsfetzen, in den Flashbacks meines Körpers und den Alpträumen, Lähmungen und Ängsten, die mich verfolgen.

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RESIGNIERT


ich hatte schonmal am 3.3.10 und davor als mutter hier geschrieben. Es gibt noch eine Mutter die am 16.03 hier geschrieben hat und die Hölle wie ich durchgemacht hat weil Ihr und Ihren Kind nicht geglaubt wurde wie in meinem Fall. Ich möchte hier meine Geschichte erzählen mit der Hoffnung das sich Opfer und Opferangehörige zusammenschließen.

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„Nimm Dich nicht so wichtig!“


„Nimm Dich nicht so wichtig!“ Dieser oftmals geäußerte Satz meiner Eltern schrie in mir, als ich mich überwand und hier zum ersten Mal die Folgen meiner Missbrauchserfahrungen niederschrieb. Es ist der erste Schritt aus dem Nebel, der mein bisheriges L(i)eben beschattet:

Als elfjähriger Messdiener – 1970 – begleitete ich den Vikar meines Heimatdorfes in seinem VW-Käfer zu einem Jugendcamp. Während der Fahrt öffnete sich die Klappe des Handschuhfaches und ein Stapel rosaroter Homomagazine fiel auf meinem Schoß. Ohne zu wissen, was mir geschah, wurde ich in diesem Moment zur „Vertrauensperson“ erhoben. Ich erinnere noch an die Waldlichtung, in der ich kurz darauf zum ersten Mal vergewaltigt wurde.

Was im Folgenden passierte, kann ich hier gar nicht sagen, schreiben, fühlen… Auf jeden Fall wurde ich über einen längeren Zeitraum von diesem Vikar missbraucht.

Geboren wurde ich 1959 als drittes von sieben Kindern. Aufgewachsen bin ich in Ostbevern, einem kleinen Ort in der Nähe von Münster/Westfalen. Meine Eltern waren sehr konservativ-katholisch; mein Vater war Kirchenbeamter.

Da meine Eltern kein Fernseher hatten, lud mich der Vikar immer wieder – auch über meine Eltern – zum Sonntagnachmittagsfernsehen ein. Regelmäßig wurde ich bei der Gelegenheit sexuell missbraucht.

Ich habe lange Zeit diesen Missbrauch komplett abgespalten. Nach meinem Abitur auf einem Bischöflichen Knabenkonvikt – Schloss Loburg bei Münster – habe ich meinen Heimatort Ostbevern ganz schnell verlassen. Immer, wenn ich diesen Ort besuchte, ging es mir nach kurzer Zeit so schlecht, dass ich wieder fahren musste. 33 Jahre war mir nicht bewusst, warum ich diese heftigen Übelkeitsgefühle hatte!

Ein einschneidendes Ereignis war der 17.1.1997. An diesem Tag wurde ich zu einem Klassentreffen eingeladen. Je näher der Termin „6.6.1997“ rückte, umso schwächer fühlte ich mich. Am 1.5.1997 konnte ich nicht mehr laufen, die Luft bliebt mir weg: Eine Beckenvenenthrombose hatte mich am Weitergehen gehindert. Im Nachhinein wurde eine Faktor-V-Mutation diagnostiziert. Diese führt dazu, dass das Blut gerinnt und sich Thromben und Embolien entwickeln.
Der Ausbruch dieser Erkrankung verhinderte die Teilnahme an dem Klassentreffen. Der eigentliche Sinn aber war es, mich vor der räumlichen und emotionalen Nähe der Tatorte meines Missbrauchs zu schützen.

Aufgrund mehrerer Nahtodeserfahrungen im Zusammenhang mit dieser Erkrankung habe ich dann fünf Jahre lang eine tiefenpsychologische Körpertherapie gemacht. Ich habe in dieser Gruppentherapie viel über mich erfahren. Jedoch: Auch in der Zeit hätte ich jedem, der mich nach einem möglichen Missbrauch befragt hätte, den Vogel gezeigt!

Erst 2003 wurde mir mein Missbrauch bewusst: Nach einer Wanderung mit meinem Freund suchte dieser meinen Körper nach versteckten Zecken ab. Mir war dabei sehr komisch, ich musste die ganze Zeit „künstlich“ lachen… In der drauffolgenden Nacht wurde ich schweißgebadet von den Bildern und Gefühlen des Missbrauchs geweckt. Die harmlosen Berührungen meines Freundes hatten die Bilder wachgerufen und aus der Versenkung geholt. Vier Stunden musste ich duschen, kotzen, schreien – ich wusste nicht, wohin mit mir.

Etwa sechs Monate später habe ich dem Bischof von Münster mein Erleben schriftlich mitgeteilt. Daraufhin wurde ich eingeladen. Ich habe das Gespräch wie ein Verhör erlebt. Man wollte von mir wissen, welche Farbe und Musterung die Tapeten hatten, von welcher Firma der Fernseher war, wie viele Stufen die Treppe zum Schlafzimmer des Vikars hatten. Zum zweiten Gespräch begleitete mich dann mein Freund, der das Gespräch angesichts der für ihn unfassbaren Haltung der kirchlichen Vertreter abbrach.

Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, meinem Wunsch und mein Bedürfnis nach einer Beziehung zu verwirklichen. Alle Versuche scheiterten an meiner Unsicherheit, Vertauen in Nähe zu entwickeln. Und daran, dass es mir nicht möglich ist, mich in Nähe und Beziehung selbst zu fühlen und auch abzugrenzen. Ich hatte immer wieder das Gefühl, neben mir zu stehen, mich aufzulösen. Ich bin sicher, dass meine Unsicherheit und Unfähigkeit, mich in körperlicher und seelischer Nähe geborgen und sicher zu fühlen, eine maßgebliche Folge des Missbrauchs ist. Jede Form von „invasiver“ Berührung, sei es in der partnerschaftlichen Nähe oder beim Arzt, löst in mir eine Panik aus, die dann in Wut und Abwehr mündet. Diese Folge des Missbrauchs bestimmt mein Leben.

Die Berichterstattungen über die Missbrauchsfälle an Jesuitenschulen Anfang des Jahres wirkten wie ein „Trigger“. Ich erlebte den überwunden geglaubten Missbrauch, als sei er gerade geschehen. Die Gleichstellung der Opfer mit den Tätern – alle trugen einen Balken vor ihren Augen – hat mich unglaublich wütend gemacht. Ich möchte, dass die Balken verschwinden – die Not und die SCHAM der Opfer sichtbar werden. Ich möchte dazu beitragen, dass sich der Nebel lichtet, sich Angst in Vertrauen und Furcht in Widerstand wandelt.

Deshalb zeige ich mein Gesicht!

Martin Ruhmöller


Mein Glaube an…


Ja, hier schreibe ich nun mal, wie die Auswirkungen für mich als Angehörige waren und sind.

Negativ:

Eine Partnerschaft in dem ein Mann in meinem Haus leben würde ist für mich nicht mehr denkbar. Denn dann wäre ein Mann auch in der Nähe meines Kindes.
Für mich ist es noch immer präsent, die Angst,wieder ohne mein Wissen, mit Schlafmitteln und Drogen zugedröhnt zu werden, damit sich einer an meinem Kind vergreift. Zu tief sitzt dies, zu tief!

Mein Glaube an die Justiz, Rechsanwälte, Polzisten, Staatsanwälte ist vernichtet worden.

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Missbrauchsopfer in der zweiten Generation


Mein Name ist Tanja Müller. Ich bin 37 Jahre alt, Mutter eines 15 Jährigen Jungen und Missbrauchsopfer in der zweiten Generation.
Ich wurde von 3 Familienmitgliedern und einem Nachbarn sexuell missbraucht und vergewaltigt.

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Dem Kind wurde nicht geglaubt


Hallo,

hier schreibe ich mal die Geschichte meines Kindes und mir auf.
Ich bemerkte den Missbrauch meines Kindes als es 4 Jahre alt war. Der Vater war mehrere Wochen, Gott sei Dank, nicht im Hause und das Kind war dem Druck nicht ausgesetzt. Durch einen puren Zufall kam heraus, dass der Vater das Kind sowohl für seine sexuellen Neigungen missbrauchte und auch auf eine sadistische Weise misshandelte.

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lieber unbekannnt bleiben


Eigentlich ist diese Plattform ja für Betroffene gedacht, die sich nach außen outen können/sollen/dürfen.
An sich eine gute Idee, doch möchte ich mit diesem Beitrag aufzeigen, wie schwer es für Betroffene ist sich namentlich zu outen. Zu groß ist die Angst dadurch Nachteile zu erzielen, wenn das Lebensumfeld solche Informationen dazu nutzten könnte mich verletzend zu ächten, oder anderweitig in Frage zu stellen.
Deshalb begnüge ich mich an dieser Stelle die unendlich tiefe Scham hervorzuheben, die mit sexuellem Missbrauch verbunden sind.

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Von Seiten der Psychiatrie erhielt ich keinerlei Hilfe


Ich bin jetzt 62 Jahre alt.

Als ich 12 Jahre alt war, wurde ich von meiner Mutter missbraucht (Inzest). Erst vor fünf Jahren kam die Erinnerung an dieses Ereignis an die Oberfläche, mehr als 40 Jahre danach.

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Das Leben im Katholischen Kinderheim


Ich wurde 1944 in Berlin-Buch geboren. Meine Mutter ist bei der Geburt gestorben und mein Vater ist im Krieg umgekommen. Ich wurde als Findelkind gefunden und in ein Weisenhaus im Eisfeld bei Heiligenstadt, in ein katholisches Weisenhaus eingeliefert da alle Staatlichen Einrichtungen voll wahren.

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Pädophile Vergangenheit des Daniel Cohn-Bendit
 – Der Kinderschänder


Von Thomas Meier, Zürich, 23.02.2001

Erschreckende Tatsachen treten zutage, wenn man frühere Veröffentlichungen Daniel Cohn- Bendits genauer studiert. Der damalige militante Achtundsechziger, Wortführer der anti- autoritären Studentenbewegung in Frankreich und Deutschland und heutige prominente Grünen-Abgeordnete im Europa-Parlament, beschrieb in seinem Memoiren-Band «Der grosse Basar» ausführlich seine sexuellen Erlebnisse mit fünfjährigen Kindern.

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Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie: meist verleugnet und immer gefährlich


psychologie-aktuell.com 7.03.2010

Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie wird nach wie vor vielfach unterschätzt und geleugnet. In einer Studie räumten weniger als ein Prozent der befragten Psychotherapeuten ein, “sexuelle Bedürfnisse mit der Klientel” auszuleben; doch 55% “gaben an, in den letzten fünf Jahren mindestens einen Fall mit einer sexuellen Missbrauchs-Vorgeschichte durch einen Therapeuten behandelt zu haben”, berichtet die Psychologin Angelika Wagner-Link (München) in ihrem neu vorgelegten Taschenbuch “Frauen und Männer – Gender in der Psychotherapie”.

“Die Wiederholungstäter sind mit einer Quote von 80% extrem häufig. Ihr hoher Anteil zeigt, dass das Phänomen weniger auf Emathiefehler als auf gezieltes Handeln der Täter zurückzuführen ist. Es scheint sich dabei nicht um ein spontanes Fehlverhalten, sondern um ein gezieltes Vorbereiten und Durchfühern zu handeln.

“

Häufig geben Betroffene eine therapeutische Motivation vor. Demgegenüber belegt Wagner-Link, dass es sich grundsätzlich um eine Straftat und einen für die Patientin hoch riskanten Kunstfehler handelt. Oft besteht eine “traumatische Bindung an den Täter fort”, das Selbstvertrauen – insbesondere das Vertrauen in die eigene Wahrnehmungsfähigkeit – leidet, Scham entsteht. “Die Opfer leiden jahrelang an Depressivität, sozialer Isolierung, erhöhter Suizidalität, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch.

“In der Psychotherapie wiegt der Vertrauensbruch deshalb so schwer, weil bei den Patientinnen so gut wie alle Schutzmechanismen zusammenbrechen. Das strukturelle Machtgefälle hebt die Person des Therapeuten häufig in den Rang von Elternfiguren.

Problematisch ist die Aufdeckung der Fälle, da den Opfern im Gegensatz zu den Tätern kein Glauben geschenkt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Patientin über den sexuellen Missbrauch spricht, ist gering. Eine der gravierendsten Folgen sexuell grenzverletzenden Verhaltens in der Psychotherapie ist der Verlust der Sprache der Opfer …”

Quelle:

http://www.psychologie-aktuell.com


Gewalt, die in die Gene dringt


BR-online 5.03.2010

Tief dringt sie in die Kinderseele ein und schlägt Wunden, die oft ein ganzes Leben lang nicht mehr heilen: Gewalt, sei sie physischer, verbaler oder sexueller Art. Kindsmissbrauch führt aber nicht nur zu psychischen Traumata, er schreibt sich bis in die Gene der Opfer ein, zeigen neuere Studien.

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Sich tot stellen


(…Als Zehn- oder Elfjähriger wurde mein Hodenhochstand operativ korrigiert, das heisst, die Hoden wurden aus der Bauchhöhle in den Hodensack verpflanzt. Ich wurde also als vervollständigter Mann aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen in das Haus meiner Eltern, mein Vater war evangelischer Dorfpfarrer und meine Mutter die stolze Frau Pastor…)

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Der Impuls sich selbst zu zerstören


Der Impuls sich selbst zu zerstören ist etwas, was so gut wie alle, die sexuelle Gewalt erfahren haben kennen.
Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung, bei Depressionen, einer bipolaren Störung oder einer Psychose im Sinne einer „Borderline“-Erkrankung sind selbstverletzendes Verhalten und/oder Suizidalität sogar Kernsymptome.

Aber auch Menschen, die Gewalterfahrungen therapeutisch bearbeitet haben, davon ausgehen, sie in ihre Biografie integriert zu haben und sich im Großen und Ganzen wieder als gesund ansehen, erleben immer wieder Phasen, die von Selbstzerstörungstendenzen geprägt sind.

Manchmal lässt sich sogar kein direkter Auslöser im Alltag dafür finden, diese Impulse brechen scheinbar unvermittelt in das Leben der Betroffenen hinein.

Eine interessante Erklärung hierfür, die die biologische, psychiatrische und psychologische Sichtweise miteinander verbindet gibt Prof. Joachim Bauer, Arzt für innere Medizin, Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie in seinem Buch „Warum ich fühle, was du fühlst“, Heyne Verlag, 12. Auflage, Taschenbucherstausgabe

Auszug, Seite 112 – 115 :

Zitat:

Spiegelneurone als soziale Orientierungssysteme

Das System der Spiegelneurone ist ein soziales Orientierungssystem. Es gibt uns, zumindest in Maßen, Sicherheit im sozialen Umfeld. Und nun wird klar, was es bedeutet, wenn das Orientierungssystem ausfällt, dem wir die Vorhersehbarkeit unseres Umfelds verdanken. Eine solche Situation bedeutet Unberechenbarkeit und Gefahr. In jeder Gefahrensituation aktiviert der Körper eine größere Zahl von Abwehrmechanismen, die zusammenfassend als biologische Stressreaktion bezeichnet werden. Systematischer sozialer Ausschluss ist somit chronischer biologischer Stress, und chronischer Stress ist ein Krankheits- und Selbstzerstörungsprogramm. Biologische Selbstzerstörungsprogramme, die unter bestimmten Bedingungen aktiviert werden, sind ein überall in der Natur anzutreffendes Phänomen. Selbst einzelne Zellen verfügen über die Option, Gene anzuschalten, um die eigene Selbstzerstörung, „Apoptose“ genannt, in die Wege zu leiten. Einen ganz ähnlichen Mechanismus gibt es bei Nervenzellen des menschlichen Gehirns. Überhöhte Konzentrationen körpereigener Alarmbotenstoffe wie Glutamat und Cortisol können den Tod von Nervenzellen bewirken.

Geradezu unheimlich muten psychologisch angebahnte Selbstzerstörungseffekte an, die nach Erfahrungen sozialer Zurückweisung auftreten. Die bekannteste Spielart solcher Programme ist der Suizid (1). Als Suizidauslöser sind seit langem – das wusste bereits Goethe – soziale Kränkungen und/oder der Verlust einer bedeutsamen Bezugsperson bekannt. Erst in den letzten Jahren hat man herausgefunden, dass auch Menschen mit schweren körperlichen
Gewalterfahrungen, bei denen die erlittene Tat zu einer Zerstörung der persönlichen Integrität und des Selbstwertgefühls geführt hat, intuitive (!) Impulse erleben, sich umbringen zu müssen. Bei Personen, die eine traumatische Erfahrung gemacht haben, ist das Risiko

(1) Der Suizid ist nicht das einzige Selbstzerstörungsprogramm, das psychologisch angebahnt wird. Andere Programme, beispielsweise die Sucht, realisieren einen „Suizid auf Raten“.

nachgewiesenermaßen objektiv erhöht, impulsiv Suizidhandlungen zu begehen. Weshalb Suizidalität ? Suizidhandlungen für eine „natürliche“ Folge schlimmer Erfahrungen zu halten, gehört zu jenen impliziten Gedankenlosigkeiten des Alltags, von denen bereits die Rede war, und ist alles andere als eine Erklärung, sondern schlicht eine Binsenweisheit, an die wir uns gewöhnt haben.
Warum also erhöhen Erlebnisse sozialer Enttäuschung, Zurückweisung, Verachtung und Gewalt das Risiko der Suizidalität? Die Antwort könnte darin liegen, dass die negative Erfahrung, die einer Person zugestoßen ist, in ihr ein Handlungsprogramm aktiviert hat und dass dieses Programm nun zu Ende führen möchte, was die erlittene Erfahrung nicht zu Ende gebracht hat: die Zerstörung der eigenen Person. Die Aktivierung eines Programms, das  – in der eignen Vorstellung – den vollständigen Ablauf einer Sequenz aufscheinen lässt, die durch eine Erfahrung nur angedeutet bzw. in die Wege geleitet wurde, dies ist die geradezu typische Leistung der Spiegelsysteme.
Nehmen wir eine Extremerfahrung, um deutlich zu machen, worum es geht: Was bedeutet die Tat eines Menschen, der einem anderen schwere Gewalt zugefügt hat?
Welche Handlungsprogramme treten im Opfer nach einem erlittenen Gewaltakt in Resonanz? Eigenartigerweise werden bei Opfern überwältigender Gewalt meist keine Programme für  Revanche oder Rache aktiviert (was Außenstehende oft nicht verstehen können). Das „Programm“ einer Gewalttat hat die Botschaft: Du bist nichts wert, ich kann dich behandeln wie eine wertlose Sache, man darf und sollte dich zerstören. Im Verlauf einer
Überwältigungstat geht das Handlungsprogramm des Täters, über die unvermeidliche spiegelnde Aktivierung neuronaler Handlungsprogramme im Opfer, vom Täter auf das Opfer über. Dieser Vorgang läuft komplett unbewusst ab. Auch seine Folgen sind unwillkürlich und dem Bewusstsein entzogen: Wie Traumatherapeuten immer wieder feststellen, spürt das Opfer nach der erlittenen Gewalt eine intuitive Tendenz, selbst das auszuführen bzw. zu Ende zu bringen, was die Tat suggerierte, nämlich eine Suizidhandlung. Erst im Rahmen einer tiefenpsychologisch orientierten Behandlung können wir bei diesen Opfern die unbewusste Identifizierung mit den Vernichtungsabsichten der Täter entdecken und therapeutisch bearbeiten.

Zitatende

Angelika Oetken, Berlin


Missbrauch ist nie ausgestanden


stern.de 2.03.2010

Bei der Diskussion über Kindesmissbrauch – wie den jetzt bekannt gewordenen Fällen in der katholischen Kirche – entsteht manchmal der Eindruck, die Folgen der Gewalt könnten über die Jahre völlig verschwinden. Doch dem widersprechen nicht nur Psychiater, sondern auch neue medizinische Befunde.

Von Frank Ochmann

Gewalt an Kindern hinterlässt nicht nur seelische, sondern auch körperliche Schäden, die bleiben© Colourbox
Es ist noch nicht lange her, da war Kindesmissbrauch für die meisten in unserem Kulturkreis keine große Sache. So gingen die Autoren der millionenfach gelesenen “Kinsey-Reports” von 1948 und 1953 davon aus, merklicher Schaden für das Kind durch sexuellen Verkehr mit Erwachsenen sei allenfalls zu befürchten, falls dessen Eltern sich anschließend irritiert zeigten. Nur kurzfristig seien bei einem Kind Symptome von Angst und Schrecken möglich, hieß es auch in anderen Studien. Davor vermuteten Wissenschaftler sogar, oft wären es die Kleinen selbst, die Erwachsene zum Sex verführten, nicht umgekehrt. Das Kind folge “unbewusstem Begehren” und werde zum “mehr oder weniger willigen Partner”, hieß es zum Beispiel. Erst parallel zur Emanzipationsbewegung der Frauen und sexueller Minderheiten in der westlichen Welt wurde das Kind überhaupt als Opfer sexueller Gewalt entdeckt. Erst nach Pille, Mondlandung und Ostpolitik wuchs bei uns ganz allmählich das Bewusstsein für die hohe Zahl solcher Taten und ebenso für die traumatischen Folgen. Von “Seelenmord” reden mit solchen Fällen vertraute Fachleute.

Und nein, Bischof Mixa, das bisher Gesagte stützt keineswegs Ihre an langen Haaren und Rastalocken herbeigezogenen Entschuldigungsversuche, mit denen Sie das Versagen der Hirten offenbar auf Ihnen sexuell zu freizügige “68er” abwälzen möchten. Denn auch das sagen Experten: Nicht der Sex ist das Element des Missbrauchs, das die Seelen mordet, sondern die Gewalt, die den Opfern angetan wird, der oft über Jahre in die Wege geleitete Bruch des Vertrauens und das brutale Ausnutzen eigener Macht. Explizit sexueller Charakter liegt geschätzt nur in etwa einem von zehn Missbrauchsfällen vor. Doch immer ist die Misshandlung eine Vergewaltigung. Und die lässt sich nicht mit dem öffentlichen Zurschaustellen von ein paar nackten Brüsten oder Schenkeln mehr oder weniger erklären, wie es jetzt versucht wird. Missbrauch jeglicher Art gab es in kirchlichen Einrichtungen – richtig, nicht nur da! – auch schon zu Zeiten, als Oswald Kolle noch ein Kind war. Das zeigen zum Beispiel die Protokolle der irischen Fälle, die bis in die 1930er Jahre zurückreichen.

Auch die Gene tragen Schäden davon

Das Erlebnis der eigenen Ohnmacht und der übermächtigen Gewalt, die über die Opfer kommt, verletzt nicht nur deren Seele tief und bleibend. Bereits vor etwa einem Jahr veröffentlichten kanadische Wissenschaftler eine Untersuchung, bei der die Spuren der Gewalt bis in die Gene des Gehirns verfolgt werden konnten. Damals lag der Schluss nahe, dass der Missbrauch die Stressabwehr herabsetze und die Betroffenen so zum Beispiel für psychische Erkrankungen besonders anfällig mache. Bei dieser Studie waren bestimmte Gene von Suizidopfern mit und ohne Missbrauchsgeschichte verglichen worden.

Jetzt stützt eine weitere Arbeit die These, dass die Gewalt gegen Kinder bis ins Erbgut dringt. Forscher der amerikanischen Brown University in Providence, Rhode Island, nahmen sich so genannte Telomere vor. Dabei handelt es sich um biochemische Schutzkappen, die an den Enden der Chromosomen dafür sorgen, dass die DNA dieser Erbgutpakete in unseren Zellkernen nicht geschädigt wird. Dabei scheint die Länge dieser Endstücke etwas damit zu tun zu haben, wie wirkungsvoll sie sind. Jedenfalls schrumpfen Telomere im Laufe des Lebens mit jeder Zellteilung. Der genaue Zusammenhang zwischen Länge und Schutzwirkung ist noch nicht ganz klar. Trotzdem gibt es eine klare Verbindung, die von einer Schädigung der Telomerfunktion zu einer Schädigung der Zelle und schließlich des ganzen Organismus führt.

Die Lebenserwartung verkürzt sich

Nicht nur das Alter macht Telomeren zu schaffen, sondern auch Stress. In der Kindheit erfahrene Gewalt zum Beispiel, wie die jetzt publizierte Studie mit ersten Resultaten nahelegt. Weder konnten Alter oder demografische Faktoren das Resultat erklären noch Gewichtsunterschiede oder etwa Rauchen. Allein als Kind schlecht behandelt worden, vernachlässigt oder missbraucht worden zu sein, erklärte die durchschnittlich kürzeren Schutzenden des Erbguts. Natürlich bedeutet das nicht, alle Opfer werden gleich schwer getroffen und können sich nie wieder erholen. Große Unterschiede, zum Beispiel bei der inneren Widerstandskraft, gibt es zwischen ihnen ebenso wie bei allen anderen Menschen. Doch betrachtet man die Messergebnisse als Block, zeichnet sich eine klare Richtung ab: Kinder leiden nicht nur, während sie misshandelt und missbraucht werden und vielleicht noch eine gewisse Zeit danach. Schlimmstenfalls kostet sie die Gewalt, die ihnen angetan wird, auch physisch ihre Gesundheit und am Ende Jahre ihres Lebens. Auch das sollte berücksichtigt werden, wenn es um eine mögliche strafgesetzliche Neuregelung geht, wie sie jetzt von Politikern in Aussicht gestellt wurde: Aus der Perspektive der Opfer kann Missbrauch nicht verjähren.

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Quelle:

http://www.stern.de/wissen/mensch/kopfwelten-missbrauch-ist-nie-ausgestanden-1547637.html


ich sag’s mal etwas banal


Karl Kardinal Lehmann:
“Es gibt ja von der medizinischen, – psychiatrischen Seite her auch die Situation, dass es, eh, eh, Täter gibt die, ich sag’s mal etwas banal, einmal ausrutschen. Die man aber nicht auf ein Leben lang einfach, eh, jetzt aus der beruflichen Aktivität ausschließen kann.”


Ich durfte kein Kind sein


Meine Kindheit endete mit 6 Jahren, als Opa meinte ich gehöre ihm…

Die Jahre langen Vergewaltigungen, schwersten Misshandlungen bis hin zu Mordversuchen, Plastiktüte über den Kopf ziehen, Kopf unter Wasser drücken bis hin zur Ohnmacht, Fest binden mit Ketten wie ein Hund….

Dann kramen 3 andere Männer dazu die ich bedienen musste mit allem was dazu gehört. Was ich aber hier nicht Schreiben kann, es würde mich und auch die Leser zu sehr Triggern.

Ich glaube sich vorzustellen, was sie mit mir gemacht haben fällt vielen schwer.

Dann noch mein alter (Erzeuger), meinte, er müsste mich auch noch Vergewaltigen und Misshandeln, Quälen.

Und von allen, die Drohungen, ja nix zu sagen, das habe ich 30 Jahre ausgehalten.

Ich habe bis heute Angst drüber zu sprechen, weil ich immer Angst habe es passiert was Schlimmes und oft ist es auch so, wenn ich in der Therapie spreche, dass ich die Täter spüre, sie rieche und ganz viel Angst habe, dass sie da sind… Aber sie sind tod, aber ich kann es oft nicht glauben…

Was habt ihr aus mir gemacht. Ich war 2 mal in der Trauma Klinik. Mache seid fast 2 Jahren eine Trauma-Therapie. Bin zu 80% Schwerbehindert. Nehme Medikamente ohne die ich es nicht aushalten würde…

Bin Multiple habe Depressionen, Angst im Dunkeln, Schlaffstörungen, Angst vor Männern, chronische schwere Postraumatischebelastungsstörung,  neige zu Selbstverletzung.

Immer wieder kommende Analfistel, Tinnitus, Essstörungen.

Ja Ihr Schweine ,das habt ihr aus mir gemacht. Ich hasse Euch so sehr dafür.

Aber ich werde nicht länger Schweigen, auch wenn ich größte Angst habe, nun solltet ihr Angst vor mir haben.

Ohne meine geliebte Frau würde ich das alles nicht schaffen. Ich danke Dir. Ich liebe Dich so sehr…

Passt gut auf Euch auf…

Lg Jürgen Scherr


Die verlorene Jugend eines Opfers


derwesten.de 19.02.2010

Bonn. Zum Missbrauchsskandal am Bonner Aloisiuskolleg des Jesuitenordens meldet sich nun ein weiterer Betroffener zu Wort. In einem Leserbrief schildert Ralph Vetter aus Köln die subtile sexuelle Gewalt seiner Schulzeit, 1976 bis 1983, und wie er bis heute daran leidet.

Seine Geschichte ist dem Missbrauchsbeauftragten des Aloisiuskollegs, Robert Wittbrodt, bekannt und deckt sich mit dessen Erkenntnissen. Wir drucken Vetters Brief, gekürzt und in Auszügen:

Ich war selbst einer der Betroffenen. Die Angelegenheit war für mich seit 30 Jahren mehr oder weniger erfolgreich verdrängt, aber seit zwei Wochen erlebe ich nun einen „Flashback“ vom übelsten. Ich kann nicht mehr schlafen, habe Schweißausbrüche und lebe wieder vollständig in der Vergangenheit: Ich bin alles andere als „mediengeil“. Sie werden im Internet nicht einmal einen Eintrag über mich finden. Bevor aber der Deckel des Schweigens über alles gebreitet wird, habe ich noch einiges mitzuteilen. Auch, um endlich meine Traumata aufzubereiten.

Hier ist also meine Geschichte: Aufgrund meiner schlechten schulischen Leistungen wechselte ich mitten im Schuljahr am 2. Mai 1976 (warum merkt man sich eigentlich so ein Datum?) von einem städtischen Kölner Gymnasium als 13-Jähriger auf das Aloisiuskolleg. Es war ohnehin sehr schwer, dort aufgenommen zu werden, und so verweigerte der ehemalige Schulleiter auch meine Aufnahme. Erst der Internatsleiter Pater S. befürwortete die Aufnahme; warum er mich bei den Aufnahmegesprächen so wohlwollend und sanft angeschaut hat, wurde mir erst in späteren Jahren klar.

„Nun zieh dich mal aus.“

Es war ein Sonntag, ein Heimfahrtswochenende, als mich mein Vater dort bei Pater S. ablieferte. Nach einem Rundgang gingen wir in den Keller des dortigen Schlosses „Stella Rheni“, welches als Wohnhaus für einen Teil der jüngeren Internatsschüler genutzt wurde. Hier befanden sich die Duschen. Mit den Worten: „Nun zieh dich mal aus und geh duschen, damit du dich daran gewöhnst, wir duschen jeden Abend alle zusammen“, musste ich mich ausziehen, während mir Pater S. alleine beim Duschen zusah.

Ich musste mich also in einem Vorraum ausziehen, Pater S. stand daneben, schickte mich dann in die Dusche und beobachtete mich weiter beim Abtrocknen und wieder anziehen; dieser Vorgang ist mir noch heute lebhaft in Erinnerung. Diese Prozedur wiederholte sich dann jeden Abend zusammen mit anderen Klassenkameraden, während Pater S. unser An- und Auskleiden „beaufsichtige“.

Abends beim Zubettgehen wurde dann das sogenannte „Knechten“ durchgeführt. Streicheln am Kopf, Zwicken zwischen den Hals- und Schulterblättern, Reiben mit den Fingerknöcheln auf der Brust etcetera. Dieses wurde von uns jungen und naiven Schülern als Auszeichnung empfunden, man kümmerte sich um einen . . . Wir fanden das normal, ein Teil der Aufsichtspflicht eben. Auch das wir des öfteren nackt mit einem Wasserschlauch abgespritzt wurden, im Sommer auch nackt im Park hinter dem Schloss; ich habe noch etwas von „Abhärtung“ im Kopf.

Neidisch auf die Nakedei-Spielchen

Relativ frühzeitig wechselte ich dann aus dem Schloss in den sogenannten Neubau, einen 50er-Jahre-Komplex, in dem die meisten Internen untergebracht waren. Nur von Pater S. ausgewählte Knaben jüngeren Alters durften im Schloss wohnen. Als ich später einmal wieder im Park herumging, und die herumtollenden Kinder, teilweise eingeseift, dort beobachtete, als sie von Pater S. „abgespritzt“ wurden, war ich sogar richtig neidisch. Auch Pater Schneider war dabei, der heutige Rektor (– der am 9. Februar wegen Vorwürfen der Mitwisserschaft zurückgetreten ist, Anm.. der Red.), als junger Frater schon die rechte Hand von Pater S.

Erst später, nach der Pubertät, wurde einem klar, was da eigentlich passiert ist. In den Gängen der Mensa und des Schlosses hingen massenweise „künstlerische“ Schwarz-weiß-Fotos mit nackten Jünglingen im Sonnenuntergang, selbst fotografiert. Es galt als Auszeichnung, wenn man als einer der wenigen Schüler (seltsamerweise nur die „Hübschen“) von Pater S. in den Sommerferien im Wohnmobil zum Nacktbaden in die Einsamkeit der finnischen Seenplatte mitgenommen wurde. Die Fotos hingen noch lange Zeit und wurden erst „zufälligerweise“ etwa zeitgleich mit der Aufarbeitung der Dutroux-Verbrechen abgenommen.

Der Nachhall „subtiler Verfehlungen“

Dass es zu massiven Übergriffen gekommen ist, kann ich mir nicht vorstellen, davon ist mir auch nichts bekannt, aber die subtilen „Verfehlungen“ hallen auch heute noch nach. Was bleibt, ist die Frustration einer verlorenen Jugend; die Befürchtung nur deswegen aufgenommen worden zu sein, weil man dem „Aussehen eines Knaben der Antike“ entsprach. Noch heute leide ich unter den damaligen Ereignissen.

Ich habe es nie geschafft, mich von meinem Elternhaus zu trennen und lebe bis jetzt mit meinem Vater zusammen. Ich schlafe noch immer in dem gleichen Zimmer, in dem ich als Kind aufgewachsen bin. Ich habe auch heute mit meinen 47 Jahren nie eine Beziehung mit einer Frau gehabt und kann auch heute noch nicht mit anderen Personen in einem Raum schlafen, von einigen Ehemaligen weiß ich von ähnlichen Problemen. Am liebsten hätte ich sicher damals das Internat verlassen, aber das konnte ich meinen Eltern nicht antun, die nun so viel Geld ausgegeben hatten.

Quelle:

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Die-verlorene-Jugend-eines-Opfers-id2611410.html

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Mehr dazu im WDR Video unter:

http://www.wdr.de/tv/aks/sendungsbeitraege/2010/kw07/0218/missbrauch.jsp


Ein Ehemann


Was nicht verjährt, sondern weiterlebt…
Meine Frau wurde als Kind jahrelang von ihrem leiblichen Vater vergewaltigt.
Die körperlichen Folgen für sie waren zunächst Magersucht bis nah an die Grenze des Todes, sodann viele Jahre schwerster Bulimie. Beides hat sie inzwischen überwunden, ihre Gesundheit ist dadurch jedoch für immer zerrüttet.
Erst nach etlichen Jahren stationärer und ambulanter Psychotherapie war meine Frau in der Lage, über das Verbrechen, das an ihr begangen worden ist, zu sprechen. Doch inzwischen waren sämtliche straf- und zivilrechtlichen Verfährungsfristen verflossen. Und der Täter droht bis heute mit Verleumdungsklage.
Nicht nur der Körper, sondern auch die Seele meiner Frau ist unheilbar geschädigt. Ihre langjährige Suchterkrankung hat ferner die Persönlichkeitsentwicklung ihres Sohns schwer belastet, er ist nun ein junger Mann, der keinen Platz für sich im Leben finden kann. Dem Täter hat unser Rechtssystem sein Verbrechen längst vergeben, doch auf der Opferseite leidet bereits die zweite Generation darunter, ein von Nachfahren von Holocaustopfern her bekanntes Phänomen.
Konsequenterweise verjähren daher NS-Verbrechen ebensowenig wie Mord. Warum verjährt dann aber die körperliche und seelische Verkrüppelung von Kindern, die wie ein alttestamentarischer Fluch auch Unheil zeugt für nachfolgende Generationen?


Er schob seine Hand nach recht kurzer Zeit in meine Hose


Hallo,

aufgrund der Berichterstattung der letzten Wochen über die Schandtaten in der katholischen Kirche kam eine Erfahrung, die ich als Kind machen musste, wieder “hoch”. Ich bin jetzt 39 Jahre alt, damals vermutlich 10?!

Meine Eltern und ich fuhren immer wieder mit dem Autoreisezug der Deutschen Bahn  (über Nacht) in Urlaub. Bei einer Fahrt gab es einen Schaffner, der Kinder der Fahrgäste zu sich in sein Abteil einlud. So auch mich. Ich weiß noch, dass wir ein paar Kinder waren bei diesem Reisezugbetreuer und ich saß auf seinem Schoss.

Er schob seine Hand nach recht kurzer Zeit in meine Hose. Aber es kam nicht zu einer Berührung meines Geschlechts.

Je mehr Gedanken ich mir nun darüber mache, desto mehr Gewicht bekommt dieser Vorfall für mich. Ich wundere mich, dass dieser “Betreuer” während seiner Arbeitszeit, wo er ja jederzeit von Zuggästen in Anspruch genommen werden konnte (Getränkeverkauf, Hilfe beim Aufbau der “Betten” in den Zugabteilen usw.), sich so sehr um Kinder “kümmern” konnte.

Ich spreche hier nicht von sexuellem Missbrauch oder Gewalt, wie es bei vielen anderen hier geschilderten Fällen der Fall ist. Aber ich sehe mich als Opfer einer tätlichen (?) sexuellen Belästigung – dieser Betreuer ist eindeutig zu weit gegangen mit seiner “Liebe zu Kindern”.

Ich will jetzt nicht gegen die DB vorgehen, zumal ich weder Namen des Betreuers noch das Jahr des Vorfalls weiß.

Aber ich will hier meine Erfahrung mitteilen – ich denke nicht, dass ich das einzige Kind war, welches er so “nett” auf seinen Schoss nahm…

Grüße Claus


Diese Hure hat den Küster verführt


Ich war noch keine 4 Jahre alt.
Ich habe lebenslänglich – lebenslänglich zu leiden unter den Folgen sexualisierter Gewalt, durch mehrere Täter, Folter im Kindesalter. Die Folgen: Todessehnsucht, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Ess- und Magersucht, Drogensucht, Tablettensucht, Alkoholsucht, Arbeitssucht. Von den Süchten abstinent bin ich seit mehr als 18 Jahren und zwar so lange, als ich begonnen habe über den Missbrauch zu reden, das Verbrechen offen zu machen. Trotz alledem habe mich auf den Weg der Genesung begeben, arbeite hart am wieder heil werden. Was ein grausam langsamer Prozess ist, welcher in diesem Leben nicht mehr abzuschließen sein wird. 
Ich lebe ein Leben von geringen Einkünften. Bin dabei manchmal zufrieden, auch manchmal glücklich. 
Kunst ist für mich die Möglichkeit, nicht an der Wahrheit zu sterben.
 Die Albträume bleiben, die eigenen Schreie in der Nacht, die Ängste, all das Leid. 
Hätte ich nicht die Kunst entdeckt, die mich immer wieder aus den Löchern zieht, das Grauen vergessen lässt, für Tage, Stunden, Minuten, könnte ich heute nicht mehr Leben.
 Es ist nicht einfach damit umzugehen, es waren ganz schreckliche Erfahrungen, die mich mein ganzes Leben lang begleiten.
 Leider trifft es viel zu viele, immer wieder und wieder. …
Es fehlt die Anerkennung der Folgen dieser schrecklichen Taten, am Körper, an der Seele, durch die Gesellschaft, durch unseren Staat. Täter werden geschützt und die Opfer zum schweigen gebracht, das ist unmenschlich, ein Verbrechen. Täter bleiben auf freiem Fuß weil die Taten verjähren oder bekommen geringe Strafen, wir Opfer haben lebenslänglich. Lebenslänglich daran zu tragen.
Sagt es laut, hört Ihr anderen Opfer, sagt es laut was man euch angetan hat, es ist der einzige Weg den es gibt, die Verbrechen offen zu machen, hört niemals auf Euch zu wehren und über die Taten der Unmenschen zu sprechen.
SAGT ES LAUT!
Pia Survivor

Mein Foto


Ich bin 55 Jahre alt…


Ich bin 55 Jahre alt und wurde im Alter von sechs und neun Jahren jeweils mehrfach missbraucht. Der erste Täter war der Großvater meiner Freundin, der zweite mein Bruder. Beide Geschehen habe ich trotz der Drohungen der Täter (“Ich mach’ dich tot!” – dies ist auch der Titel meines kleinen Buches) meiner Mutter “gebeichtet” (ja, ich hatte mein Leben lang schreckliche Schuldgefühle), aber sie hat mir nicht geglaubt und sich auf die Seite der Täter gestellt. Sie hat mich weiterhin in das Haus des Grauens geschickt und ich wurde weiterhin gequält.

Meine Kindheit wurde von ständigem Erbrechen begleitet und auch heute noch ist Erbrechen für mich ein Zeichen von totaler Überforderung, Unterdrückung und Zwang und die schlimmste Krankheit für mich.

Ich war nie in der Lage, eine Berufsausbildung abzuschließen, es waren immer zu viele Männer am Arbeitsplatz. Mein Abitur habe ich auf dem Mädchengymnasium zwar geschafft, aber ohne Ausbildung oder Studium fühle ich mich auch heute noch ziemlich wertlos.

Ich bin seit über 30 Jahren verheiratet und habe zwei Kinder. Ich habe all die Jahre ganz “normal” gelebt, die Missbräuche hielt ich für vergessen, und erst, als mein bester Freund mein Vertrauen missbrauchte, als ein Gefühl in mir hochkam, dass ich irgendwie zu kennen glaubte, brach ich komplett zusammen. Ich fiel in eine schwere Depression, hatte immer wieder Flashbacks, immer wieder kamen diese Bilder hoch, ich ertrug bestimmte Gerüche nicht mehr, nichts Klebriges an den Händen, ich war komplett eingeschränkt und kaum mehr lebensfähig.

Zum Glück geriet ich mit 51 Jahren an eine sehr gute Therapeutin. Wir arbeiten heute noch jede Woche miteinander und ich bin auf einem guten Weg.

Auch ich trete hier unter einem Pseudonym auf, weil ich Angst vor dem Täter habe, der noch lebt…

Elke

Mein Foto:

Wird es von mir nicht geben. Ich muss immer “noch” Angst haben vor meinem Bruder. Er ist schonmal in der Firma seines Schwiegervaters mit einer Pistole auf diesen zugegangen, Schlimmstes konnte gerade noch verhindert werden. Er ist schlichtweg unberechenbar und dem möchte ich mich nicht aussetzen.


Gefühlsbergwerk


Gefühlsbergwerk

bitte
schenkt mir ein gedicht
eins, das von warmer sonne spricht
eins, das von offenen fenstern erzählt
und das worte wie “heilwerden” erwähnt

Eins, das nicht vergisst
das ein gefühlsbergwerk zerriss
das stillgelegt wurde oder zerbarst
als es zu viele opfer fraß
und von augen, die im weinen keinen tag mehr sehen
von der beerdigung der kindheit, die konnte sie eh nie leben
und weißen kleidern die beschmutzt
von klebrigen schleim, heruntergeschluckt
bitte
schenkt mir ein gedicht
eins, das nicht überläuft, wenn es spricht
eins, in dem ich gefühle gieß
die man dem kinde nie zuließ
eins, das alles sagt und nichts verrät
eins, dass sich im boden vergräbt
durch das der ganze schmerz pfeiffen kann
wann hat das ende, ich frage euch, wann?

Sarah M.
(Auszug meines noch nicht fertigen Buches)

Ich bitte um Verständnis, dass ich weiterhin unter dem Pseudonym Sarah M. verstecke, da ich die rechtlichen Folgen bisher nicht hinreichend klären konnte bzgl. einer eventl. Klage an die damals verantwortlichen Ämter und Träger des Kinderheimes in dem ich aufwuchs, weil sie Ihre Fürsorgepflicht schwer vernachlässigten.

Ich bin (eine fast) 50 Jahre junge Frau, Erzieherin und Lehrerin im sozialen Bereich.
Ich wuchs in einem Heim auf, (von 0 – 1/2 Jahr Säuglingsheim, dann Umverlegung in ein Kinderheim )das ausschließlich von Klosterschwestern geführt wurde. Bis zu meinem 30. Lebensjahr war ich der festen Überzeugung, meine Mutter erst im Alter von 10 Jahren kennengelernt zu haben. Mit 30 erkrankte ich dann an einer colitis ucerosa, begleitet von mir unerklärlichen Depressionen. Ich begann eine Therapie, in der Annahme, dass die Schwermütigkeit durch meine damals eben erst zerbrochene Beziehung und der steten Trauer der Heimatlosigkeit rührten.
In der darauffolgenden 8 Jahre langen Therapiezeit holte mich das grauenhafte Trauma meiner Kindheit schmerzvoll ein.
Lange konnte und wollte ich nicht glauben, was da an Bildern hochkamen.
Oraler sexueller Mißbrauch im Säuglingsalter, bei dem ich fast erstickte, schwere sex.Mißbräuche im Alter bis 4 Jahren, die u. a. eine unübersehbare Narbe im Genital-bereich hinterließ, mit Alkohol zugedröhnt, gefesselt, geknebelt und mit dem Messer an der Kehle wurde ich wehrlos gemacht, damit man mich ungehindert weiter sex. misshandeln kann. Ich wurde in einer Großstadtmetropole herumgereicht wie ein Stück Fleisch, an dem man sich ungestraft bedienen kann.
Das Kinderheim ist bis heute noch nicht bereit, Stellung dazu zu nehmen, warum sie mich nicht geschützt haben vor meiner eigenen Mutter, die für all diese grauenhaften Missbräuche verantwortlich ist, da sie mich über all die Jahre wochenends zu sich holen durfte, und dies nutzte, um mich an x-beliebige Männer zu verkaufen.
Die sex. Missbräuche estreckten sich bis ins Alter von 10 Jahren, dann wurde meiner Mutter lt. Kinderheim untersagt, mich weiterhin die Wochenenden zu sich zu holen. Das hinderte sie aber nicht daran, ihr “Geschäft” mit mir fortzusetzen. Sie buchte sich ein Hotelzimmer in der Stadt und ließ mich dort sadistisch missbrauchen.
In einer Gegenüberstellung vor ca. 15 Jahren, entgegnete sie mir mit den Worten: “Was hätte ich sonst mit dir tun sollen, du warst doch zu nichts anderem zu wert”.
Meine Therapie liegt nun schon über 10 Jahre zurück, und wenn ich sonst in meinem Leben wenig mit Glück beschenkt wurde, mit meiner Therapeutin hatte ich dies in Übermaßen. Bei ihr lernte ich, endlich zu weinen, was ich im Heim nie durfte, und auch all die Jahre bis zur Therapie nicht konnte.
Bei ihr erlebte ich, dass es einen Raum gibt, wo all das Platz hat, woran ich damals fast erstickte, weil es mir den Atem raubte, weil es mich durchbohrte, weil ich fast wahnsinnig geworden wäre an dieser Wahrheit, die ich nicht glauben wollte.
Nimmt ein Kind Schaden davon? Ja, es nimmt Schaden davon, Missbrauchte sind anders! Verletzlicher, sensibler, misstrauischer. Aber ich habe gelernt, mich adäquat zu schützen, und mich um meine “inneren Kinder” zu kümmern.
Ich habe gelernt, das Schweigen zu brechen. Noch während meiner Therapiezeit weihte ich alle meine Freunde ein, damit sie wussten, womit ich mich gerade schmerzvoll auseinandersetze. Wie hätten sie sonst mit meinem Chaos, das während dieser Zeit in mir herrschte, umgehen sollen? Wie hätten sie meine Reaktionen auf (von außen betrachtet) Banalitäten einorden sollen? Ich kann nur jedem Mut zu sprechen, sich wenigstens den engsten Freunden zu outen. Ich hätte die lange Therapiezeit nicht überlebt, wenn ich von meinen Freunden nicht so getragen worden wäre, in Phasen, in denen ich mich selbst nicht mehr ertrug. Sie stärken und geben Halt, was gerade bei der Aufarbeitung solcher Horrorzeiten so wichtig ist.

Während meiner Therapiezeit habe ich Tagebuch geführt, um alles, was meine Seele nicht mehr schlucken konnte, von mir wegzuschreiben. Jetzt, 10 Jahre danach – bin ich dabei, diese Aufzeichnungen ins Reine zu schreiben, um es irgendwann einmal in einem Buch zu veröffentlichen (aus Sicherheitsgründen unter dem bekannten Pseudonym Sarah M.).
Wenn jemand mir Tipps bzgl. Verlage geben kann, die kostenlos mein Buch veröffentlichen, würde es mich riesig freuen.

Sarah M.

Mein Foto


Hallo Täter im Jenseits


Hallo Täter im Jenseits,
Herr A. K. (Vater),
Herr St., Nervenarzt im Krankenhaus in S.,
sowie Hausmeister B. der Grundschule an der W.straße!!!
Hiermit spricht Maulwurf Wilma!
Hiermit schmeiße ich Euch die ganze Scheiße, die ihr mir angehängt habt, zurück!!
Ich bin unschuldig!

Mein Foto:
möchte ich im Moment nicht beilegen, weil es für mich zu angstbesetzt ist. Wenn ich etwas mutiger geworden bin, kann ich vielleicht ein Foto von mir als Kind beilegen, um zu zeigen, wie das Kind ausgesehen hat, dessen Vertrauen zu den Menschen so bitter enttäuscht wurde. Ich werde mal suchen.

Freundliche Grüße von Wilma


Ganz normal missbraucht


Meine Geschichte ist eine ganz normale Geschichte. Sie ähnelt der von ganz vielen Menschen, gestern und heute.

Aufgewachsen bin ich in einer Großfamilie in einem kleinen, idyllischen, nordwestdeutschen Dorf. Mit vier Jahren wurde ich von einem Bekannten meiner Eltern sexuell missbraucht. Dieser Mann war schmutzig, hässlich, er stank nach Schweiß, Tabak, Alkohol und Insektiziden. Besonders abstoßend waren seine Finger. Nikotingelb, schwielig, die Fingernägel lang, schartig und dreckig.
Äußerlich nahm ich wenig Schaden, eine genitale Blutung, die in Folge der Tat auftrat, wurde vom Hausarzt begutachtet, aber als unwesentlich abgetan. Damit war der Fall für meine Eltern, meine Großmutter und den Arzt offenbar erledigt.

Mental dagegen habe ich mich im Laufe des folgenden Jahres so verändert, dass ich mich heute nur noch schwer in die Vierjährige von damals hineinversetzen kann und nur noch wenig mit ihr gemeinsam habe. Sie ist für mich eine fremde Person geworden.
Ich habe früh erfahren müssen, wie böse Menschen sein können, verlogen, dass ich  ihnen nicht entkommen kann und niemand mich schützt oder mir hilft.

Selbst längst erwachsene Menschen, die solche Erfahrungen machen müssen, sind danach häufig lange traumatisiert.
Kinder, gerade sehr kleine, werden durch so etwas physisch und psychisch schwer geschädigt. Viele werden damit nicht alt.

Und so kam es: Beim Eintritt in die Schule war ich zu einem anderen Menschen geworden.

Fortan war ich ständig auf der Hut. Potentiell “böse” Männer lauerten überall, viele ihrer Verhaltensweisen und Äußerungen begann ich als bedrohlich, anmaßend, grenzüberschreitend, anzüglich einzuschätzen. Ich vertraute niemandem mehr, nur noch mir selbst.
Bis weit ins Erwachsenenalter hinein versuchte ich, dem männlichen Geschlecht elegant und unauffällig aus dem Weg zu gehen ohne ins soziale Abseits zu geraten.
Die Frage “Und – hast Du einen Freund?” erzeugte Stress und großes Unbehagen. Was hätte ich denn sagen sollen?

Ich kann mich in Betroffene, die unter multiplen Persönlichkeitsstörungen leiden, sehr gut hineinversetzen. Ein klein bisschen schlechtere Lebensumstände, ein wenig zusätzliches Unglück und ich wäre jetzt wahrscheinlich schwer geisteskrank.

So passierte “nur” Folgendes: aus einem fröhlichen, aufgeschlossenen, kontaktfreudigen, lebensfrohen Kind wurde ein von Tics und schweren chronischen Krankheiten, von Depressionen, Selbstzweifeln, zermürbendem, ziellosen Hass, Anfällen von Selbstzerstörung, Grübelattacken und plötzlichen Stimmungsumschwüngen gebeutelter junger Mensch.

Sexualstraftäter, das waren damals “Söckse” (plattdeutsch “Solche”). Vorgeblich vollkommene Außenseiter. Dabei saßen “Söckse” in Wirklichkeit bei jedem Geburtstag an der Kaffeetafel. Und “missbrauchte” (eigentlich ein diskriminierender Begriff) Mädchen und Jungen in jeder Schulklasse. So wie heute auch.

Aber damals dachte ich – wie viele in der Kindheit sexuell misshandelte Menschen – ich sei die einzige Person, der so etwas passiert.

Erst nach und nach, nicht zuletzt durch meinen therapeutischen Beruf erkannte ich, wie viele Menschen von sexueller Gewalt betroffen und gezeichnet sind.
Und wie viele Täter es gibt.

Es gab nur ein Persönlichkeitsmerkmal, das sich bei mir damals nicht veränderte, sondern im Gegenteil sogar vollkommen in den Vordergrund rückte. Es war der Wunsch und die Fähigkeit, schnell viele Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und sofort Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.
Ich nutzte diese Gabe aber nicht mehr wie vorher, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, sondern um mir schnell einen Überblick zu verschaffen und damit meine Umgebung kontrollieren und ihre Reaktionen vorhersehen zu können. Ich versuchte, die Distanz zwischen mir und den anderen zu vergrößern.

Ich wurde einsam.

Und eine traurige, ernste, distanzierte, reservierte aber exzellente Schülerin. Eine defensive, aber hartnäckige, wachsame, unablässige, genaue Beobachterin mit klarem Urteil. Ich stellte alles in Frage und glaubte nichts.
“Wissen ist Macht” wurde zu meinem Credo.
Heute bin ich überzeugt, dass mich damals nur das vor dem mentalen und körperlichen Ruin gerettet hat.

Lange Zeit habe ich meine Geschichte für mich behalten. Mir war klar, dass eine Offenbarung soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung zur Folge gehabt hätte.

Das war eine eher intuitive Entscheidung, mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen von heute kann ich sie reflektieren. Es war vollkommen richtig, dass ich mich damals niemandem anvertraut habe. Keiner hätte den Mut gehabt, mir zu glauben. Und erst Recht nicht, mir beizustehen.

Warum eigentlich nicht ?

Was ich mich immer wieder von Neuem frage ist : Weshalb neigen Menschen eigentlich dazu, vor der Tatsache, dass sexueller Missbrauch epidemische Ausmaße und für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft schwerwiegende Folgen hat, die Augen zu verschließen und warum versuchen sie, Personen, die offen bekennen, missbraucht worden zu sein von sich fern zu halten ?
Am „Nicht-Wissen“ kann es nicht liegen: Fast täglich wird in den Medien von sexueller Gewalt berichtet, auch im Privaten hören viele von diesen Fällen, es gibt eine Flut von Statistiken und wissenschaftlichen Veröffentlichungen dazu.

Hier der Versuch einer Antwort.

Denn auch in diesem Punkt ist meine Geschichte typisch.

Meine Eltern waren damals sehr jung, naiv, überfordert mit drei kleinen Kindern und ihrem Betrieb, freundlich aber leichtsinnig und etwas oberflächlich.
Meine Großmutter und unserer Hausarzt dagegen waren ganz anders – besonnen, erfahren, misstrauisch und tatkräftig.

Alle diese Erwachsenen waren typische Vertreter ihrer Generation, normal im Sinne von durchschnittlich.

Meine Mutter ist mitten im 2. Weltkrieg geboren, in schwierige Familienverhältnisse hinein. Sie konnte nie eine gute Bindung zu ihrer späteren Adoptivmutter aufbauen, meiner Großmutter und auch nicht zu mir.
Mein Vater war freundlich, geduldig, aber sehr zurückhaltend – “defensiv” nennt man diese Haltung heutzutage.
Je älter ich wurde, desto schlechter wurde der Kontakt zu ihm.
Meine Großmutter, die eigentlich die Mutterrolle für meine Geschwister und mich eingenommen hatte, war im wilhelminischen Geist erzogen worden und später eine glühende Anhängerin Adolf Hitlers. Gemäß dem damaligen Weltbild waren Frauen dazu da, zu arbeiten, zu gehorchen, zu dienen, Kinder zu gebären und aufzuziehen. Sie waren nur unwesentlich mehr wert als das Vieh. Männer dagegen waren von Natur aus und ohne Frage großartig und überlegen. Die Krone der Schöpfung, das Wichtigste auf der Welt.

Frauen waren nichts, Männer alles.

Meine Großmutter hat diese Einschätzung sicher nie wirklich geteilt, aber sich gefügt.
Aus ihren Erzählungen schließe ich heute, dass sie ebenfalls als junges Mädchen sexuell missbraucht worden ist. Sie hatte deshalb wahrscheinlich nicht die Kraft oder nicht den Mut, mich zu schützen. Hat mich aber später in allem, was ich machte und plante unterstützt.

Der Arzt schließlich hatte während des zweiten Weltkrieges und danach gelernt, viel von dem was er sah und tat zu verdrängen und zu leugnen. Möglicherweise hat er mir mit dem “Nicht-Hinsehen” etwas Gutes tun wollen. Er wusste, was mir und meiner Familie bei bekannt werden des Missbrauchs geblüht hätte, nämlich Ausgrenzung und üble Nachrede.
Aber vielleicht war er auch selber Täter. So wie viele seiner Generation geprägt von der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus und gezeichnet vom Krieg.
Die Erwachsenen waren also schwach, unreif, selbst betroffen, hatten ein schlechtes Gewissen oder Angst vor der Wahrheit.

Genau dieses Profil trifft auch heute noch auf viele Menschen zu, wenn es um sexuelle Gewalt geht.

Ich habe Abitur gemacht, einen Beruf erlernt, bin selbstständig und erfolgreich. Ich habe geheiratet und einen Sohn bekommen. Oberflächlich betrachtet ist mein Leben gelungen.

Aber es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mir nicht wünschte, nie geboren worden zu sein. Meine Ehe ist gescheitert, eine neue, weitere Beziehung einzugehen, kann ich mir nicht mehr vorstellen.

Ohne die preußische Disziplin, die meine Großmutter mir vorgelebt und eingeimpft hat und  die auch immer eine gefährliche Nähe zur Selbstverleugnung hat, könnte ich keiner meiner ganz normalen Verpflichtungen nachkommen.

Was mir in Folge der Tat verloren gegangen ist, ist die Fähigkeit die tägliche Dosis körpereigener Glückshormone zu produzieren, die “normalen” Menschen hilft die Realität soweit auszublenden, dass sie es in der Welt, die uns umgibt aushalten können. Deren Produktion wird in Folge von Traumatisierungen gedrosselt wie ich heute weiß, der Hirnstoffwechsel gerät aus dem Gleichgewicht.

Betroffene sehen die Welt, so wie sie ist und was sie sehen, ist häufig alles andere als schön.

Verschiedene Therapien, zum größten Teil privat von mir finanziert, auch als Teil einer beruflichen Weiterbildung, haben immerhin dazu geführt, dass ich mich entschlossen habe zu handeln, statt zu verdrängen und zu resignieren. Auch wenn ich meine Vergangenheit nicht ändern kann, kann ich dazu beitragen, dass das, was mir geschadet und meine Lebensfreude und meine Lebensqualität mindert, offenbar wird und sich etwas weniger an anderen wiederholt.

Jeder sachliche Bericht über sexuellen Missbrauch, jeder überführte und verurteilte Täter, jede Initiative ist für mich ein Triumpf über die gegenwärtige und vergangene Ignoranz meiner Mitmenschen.

Das gibt mir viel Kraft.

Selbstvertrauen und ein Gefühl von Selbstwirksamkeit konnte ich im Laufe der Zeit aufbauen, mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein blieben bis heute zerstört. Ich weiß, wie man selbstbewusst auftritt, aber ich empfinde mich nicht so. Auch das habe ich mit vielen Betroffenen gemeinsam.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich es noch erleben könnte, dass Menschen in meiner Umgebung sexuelle Umgangsformen und Normen entwickeln, die die Bezeichnung “Kultur” verdienen und die primitive, konsumierende, menschenverachtende sexuelle Übergriffigkeit, die ich als Bedrohung für unsere Gesellschaft ansehe, langsam aus unserem Leben entfernen.

Angelika Oetken                         Berlin, den 15.2.2010


Alte Angst


FR-online.de 7.02.2010

Internationale Tagung auf dem Campus Westend behandelt Vererbung von Traumata
Von Alicia Lindhoff

Wir Kinder der Kriegskinder”, “Die Gesellschaft der Überlebenden” oder einfach “Kriegsenkel”: So oder ähnlich lauten die Titel auf dem großen Tisch im Untergeschoss des Bücherhauses Hugendubel. Die Auswirkungen der Kriegserfahrungen auf die heutige Gesellschaft – 65 Jahre nach Kriegsende bewegt die Deutschen das Thema.

Und nicht nur die. Vom 5. bis zum 7. Februar tagt in Frankfurt eine Konferenz der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPA). Drei Tage lang befassen sich dort renommierte Wissenschaftler aus aller Welt mit den “langen Schatten früher und später Traumatisierungen”. Vor einem solchen Hintergrund liegt es nahe, die Folgen des vielleicht größten kollektiven Traumas der westlichen Welt in den Fokus zu nehmen: Die Shoa. Schon seit geraumer Zeit ist bekannt, dass in Familien mit Extrem-Traumatisierungen, wie sie bei Holocaustüberlebenden, aber auch auf der Täterseite vorhanden sind, die Traumata an die zweite und dritte Generation weitergegeben werden. Aus psychologischer Sicht ist das nicht verwunderlich: “Für die normale Entwicklung von Kindern ist es essentiell, dass sie von ihren Eltern eine Art ,Urvertrauen´ in die Welt vermittelt bekommen”, erläutert Marianne Leuzinger-Bohleben, Direktorin des Frankfurter Sigmund-Freud-Institutes. Sei dieses Vertrauen bei der Mutter nicht vorhanden, könne sie es auch nicht auf ihr Kind übertragen. “Bei traumatisierten Müttern kommt bei jedem Schrei des Kindes wieder die alte Angst und Hilflosigkeit hoch.”

Neu ist aber, was Wissenschaftler jetzt in einem beispiellosen Zusammenspiel von Genforschung und Psychoanalyse herausgefunden haben: Eine solche Übertragung von Traumata auf die nächste Generation ist auch genetisch belegbar. Der US-Forscher Stephen Suomi hat bei Langzeitstudien mit Rhesusaffenbabys einen Zusammenhang zwischen Kindheitsumfeld und Genstruktur entdeckt.

Die Erbanlagen von Affen, deren Mutter in ihren ersten Lebensmonaten abwesend oder nicht in der Lage war, sie zu schützen, verändern sich demnach so, dass sie später eher zu Angst und Aggression neigen als ihre Artgenossen, die mit einer sorgenden Mutter aufwachsen. In seinem Vortrag am Sonntag wird Suomi die neuen Impulse in der Psychotherapie vorstellen, die seine Forschungsergebnisse liefern könnten.

Charles Hanly, Präsident der IPA, bescheinigt Frankfurt eine bedeutende Rolle in der internationalen Psychoanalyse. Besonders die Präventionsstudien des Sigmund-Freud-Institutes zur Förderung von Kindern aus problematischen Verhältnissen hebt er als wegweisend hervor.

Dass die Psychoanalyse auch in anderen Bereichen nicht nur graue Theorie ist, sondern ganz nah an gesellschaftlichen Problemen ansetzt, macht Hanly selbst deutlich: Der kanadische Psychoanalytiker beschäftigt sich seit Jahren mit Ursachen von Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und Suizidgefährdung. Ein Großteil der Patienten habe in jungen Jahren mit sexuellem Missbrauchs zu tun gehabt, erzählt er.

Seine Erfahrungen zeigten, dass “menschengemachte” Traumata bei ihren Opfern oft größere psychologische Zerstörungen auslösen als etwa Naturkatastrophen. Vor allem dann, wenn der Missbrauch durch eine Person geschehe, die dem Opfer nahestehe oder – wie in den aktuell aufgedeckten Fällen des Missbrauches während kirchlicher Jugendarbeit – eine erzieherisch wirke. Abermals spricht der Wissenschaftler vom “Urvertrauen”, das dann verloren gehe.

Zudem glaubten die Opfer von Missbrauch meist, schuldig am Geschehenen zu sein. “Es klingt vielleicht zynisch, aber für ein Erdbeben wie in Haiti wird sich keiner der Betroffenen verantwortlich fühlen”, erklärt Hanly den Unterschied zwischen “äußeren” und “inneren” Traumata.

Quelle:

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/campus/2277538_Alte-Angst.html


Manfred Keitel


I
Mein schwules Comming Out hatte ich erst, als ich schon mitte zwanzig war. In der Zeit davor hielt ich mich für heterosexuell. Ohne zu begreifen, dass ich in Wahrheit Gefühle von mir und meinem bewussten Erleben abgespalten hatte, die gewöhnlich für andere Menschen leicht zugänglich waren. Die Sexualität war nur ein einziger Aspekt dieser Abtrennungen.
Körperlich machten sich in unterschiedlichen Situationen immer wieder Schwitzen, Zittern und Herzrasen  bemerkbar, ohne dass ich damit eine Emotion in Verbindung brachte. Dass alleine der Umstand in einer Situation zu leben, mit der man unzufrieden ist, Dauerstress bedeuten kann, war mir ebenfalls nicht bewusst.
Es war sogar über viele Jahre schwierig für mich, alltägliche Gefühle in Worte zu kleiden. Zugleich wurden immer wieder Rechtfertigungen von mir (über mein Verhalten, Bedürfnisse, Wünsche) gefordert, die ich nicht liefern konnte.

II
Der Täter, den ich nach dem Coming Out über eine Kontaktanzeige kennengelernt hatte, wusste als einziger davon, dass ich als Kleinkind sexualisierte Gewalt überlebt hatte. Ich war wieder dazu in der Lage, mich daran zu erinnern, und erzählte eines Tages ausgerechnet ihm davon. Er nutzte meine Scham- und Schuldgefühle, alte Verhaltensmuster, meine verzerrte Wahrnehmung der Welt die ich als komplex traumatisierter junger Mann mitte 20 in den 90ern aufwies zu seinem Vorteil.
Ihm war auch bekannt, dass ich 6 Jahre lang nicht gewohnt hatte, sondern in einer „Einrichtung“ untergebracht gewesen bin, dass ich in einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen war. Ein „normales“ Leben und Miteinander kannte ich kaum. In meinem Wissen über Alltagserfahrungen und Erfordernissen klafften gewaltige Lücken.

Link: http://www.forsea.de/projekte/2004_marsch/marsch_g_keitel.shtml

Über vieles, was in meinem Leben passiert war, traute ich mich nur in meinem engsten Umfeld auszutauschen. Und auch da blieb es bei Ausnahmen, denn ich wurde zu schnell danach be- und verurteilt. Was nicht sein sollte, durfte nicht sein – was ich erzählte, interpretierten andere scheinbar als übertrieben und unrealistisch.

Im November 1999 fuhr er mit mir im Auto gegen einen Baum. Um uns beide zu töten, wie ich zum Zeitpunkt seines Verbrechens fest überzeugt war.
Unterwegs wiederholte er mit monotoner Stimmer immer wieder „Ich will alles noch einmal sehen!“ während ich protestierte, weil ich im Schieberollstuhl Rückenschmerzen bekam. Er sagte immer wieder nur: „Ich will alles noch einmal sehen!“

Stunden zuvor waren wir in Rüsselsheim bei Bekannten. Dort saßen wir bis spät in der Nacht.
Das eine oder andere Bier wurde geleert, Schnaps machte die Runde, Musik lief, etwas von „The Clash“. Für Wärme sorgte ein Ofen, in dem Holz brannte. Es wurden Zigaretten geraucht und geredet.
Fast alle meine Freunde waren aus meinem Leben geekelt, somit waren die Rüsselsheimer der traurige Rest, zu dem ich in dieser Zeit persönlichen Kontakt hatte. Isolation zog sich durch mein ganzes Leben, schon immer.

Der Schuldige, Bernhard Wierum (damals noch in den 40ern), der, bevor er sich bei mir einnistete in Bad Salzuflen bei seiner Mutter gelebt hatte, verhielt sich an dem Abend des „Autounfalls“ ungewöhnlich.
Er war still, wo ich sonst kaum einen Satz von mir geben konnte ohne unterbrochen zu werden. Der erwerbslose frühere Sozialarbeiter „Bernd“ (wie er gerufen wird) trank auch nicht – wie sonst für ihn üblich – übermäßig viel Alkohol, sondern war nüchtern.
Er wusste da bereits, dass er nicht mehr lange in meiner Wohnung bleiben würde, weil ich mir Hilfe geholt hatte. In der Not hatte ich den Rechtsanwalt aus Mainz, Rainer Aßmann, als rechtlichen Betreuer beauftragt. Alleine konnte ich mit Wierum nicht fertig werden und aus der Wohnung bekommen, also setzte ich meine Hoffnungen auf den Anwalt.

Meine Behinderung, Muskelschwund, ist fortschreitend. Ich nutze heute ausschließlich den elektrischen Rollstuhl, weil in meinen Armen keine Kraft zum Bewegen eines manuellen Rollstuhls ist. Meinen Tee trinke ich durch einen Strohalm.
Das Zunehmen der Muskelschwäche läßt sich verlangsamen, indem ich ein wenig auf die Ernährung achte und regelmäßig Physiotherapie betreibe. Was einmal kaputt ist, läßt sich jedoch nicht wieder herstellen. Die Muskelkraft ist dann unwiederbringlich verloren.

Laufen konnte ich noch bis ich Anfang 20 war, auch wenn meine Arme bereits als ich Teenager war sehr schwach wurden. Theoretisch könnte ich aber, mit etwas Rücksicht auf meine spezielle Form der Muskelsystrophie, ein hohes Alter erreichen, was meine Mutter im Gespräch mit anderen Menschen bestritt. Sie betonte immer wieder, ich würde jung sterben.
Wenn ich mich mit anderen über meine Mutter unterhielt, wurde ihr oft recht gegeben. Ich wurde für krank – sogar für totkrank – gehalten. Für jemanden, der sein Schicksal leugnen will. Dabei macht mir der Tod keine Angst. Wenn es für mich soweit ist, wie für jeden anderen Menschen irgendwann, werde ich ihm entgegensehen.
Diese Reaktionen auf meine Gesprächsversuche bauten eine weitere Hürde für mich auf. Zumal sich in der Vergangenheit mehrmals Gerüchte ausgebreitet hatten und ich deshalb von Gleichaltrigen als Kind gemieden wurde. Ich wusste damals nicht einmal, warum. Als Kind wurde nicht mit mir darüber geredet, daß ich eigentlich sehr jung sterben sollte.
Warum es zu dieser Illusion kam, bringe ich mal so auf den Punkt: Meine Mutter wollte schlicht und einfach nicht, daß ich lebe. Etwas, was sie sich selbst gegenüber wiederum nicht eingestehen wollte und bis zu ihrem eigenen Ableben trotz anderslautender Bescheinigungen von Fachärzten vertrat. Ob es damit zusammenhängt, daß sie etwas von dem wusste, was ich als Kleinkind erlebte, werde ich wahrscheinlich nie erfahren.

Ich verabschiedete mich 1999, mit Ende 20, draußen in der Kälte von den Rüsselsheimer Bekannten.
Bernhard Wierum drängelte um mich mit dem faltbaren Rollstuhl in mein Auto, einen umgebauten Ford Escort, zu schieben. Das Hetzen war seine Gewohnheit mir gegenüber.
Das Dach vom hinteren Teil des Wagens war in der Höhe nachgerüstet und innen mit herausziehbaren Gurten versehen, mit denen der Rollstuhl für die Fahrt fixiert wurde. Außerdem ließ das Auto sich per Knopfdruck absenken, damit es mir Rollstuhl befahrbar wurde.
Wir verließen Hessen, gelangten bald nach Rheinland-Pfalz und kamen vor meiner Wohnung an… Darüber war ich erleichtert, denn ohne den Recarositz meines elektrischen Rollstuhls bekam ich auf Dauer unangenehme Rückenschmerzen. Der Schieberollstuhl war damals schon ein Notbehelf. Heute kann ich ihn aufgrund der körperlichen Verschlechterungen gar nicht mehr nutzen.
Ohne Ankündigung startete Bernhard Wierum erneut das Auto und fuhr unter meinen Protesten los. „Ich will alles noch einmal sehen!“ war das letzte, was er zu mir sagte.

Als wir uns auf der Autobahn befanden, ließ er andere Verkehrsteilnehmer hinten auffahren und fuhr selbst mutwillig gegen Autos, von denen es um die Uhrzeit zum Glück nur wenige auf der Straße gab.
Ich wurde hinterm Fahrersitz im Rollstuhl sitzend, mit dem Bauchgurt angeschnallt, herumgeschleudert. Das war auch seine Absicht.
Während der Fahrt fuhr er gezielt Schlingerbewegungen, bei denen ich mit dem Oberkörper links und rechts gegen die Innenseiten des Wagens knallte oder nach vorne geschleudert wurde. Dabei erlitt ich Verletzungen.
Wie „Bernd“ gegen den Baum steuerte sah ich nicht, weil mir da meine Jacke über den Kopf hing.

Ich schrie in Panik „NEIN!!“, weil ich den Eindruck hatte, er wollte das Gefährt erneut starten. Doch er stieg aus und lief auf die Straße, vor ein anderes Auto.
Ich hörte Bremsen quietschen und Flüche von einem aufgebrachten Fahrer.
Natürlich konnte ich selbst das Fahrzeug nicht verlassen.
Erst kam die Polizei, später öffnete die Feuerwehr gewaltsam das Auto, weil sich die Karosserie verzogen hatte. Wie sie dabei vorgingen, konnte ich nicht sehen, weil ich mit dem Rücken zu ihnen saß. Wenn ich mich richtig erinnere, qualmte die Front des Wagens. Wahrscheinlich stand ich unter Schock.
Mein Auto hatte einen Totalschaden.

Bernd Wierum und ich kamen in unterschiedliche Krankenhäuser.

III
Wie der Mainzer Rechtsanwalt Rainer Aßmann in einem Schreiben bestätigte, hatte mich Herr Wierum systematisch von der Außenwelt abgeschirmt. Dazu nutzte er auch meine Hörbehinderung, indem er das Telefon leise stellte oder die Haustürklingel ganz ausschaltete.
Meine Versuche, mich mit Leuten zu unterhalten, konnte er leicht unterbrechen weil ich oft leise spreche und meine Aussprache „verwaschen“ ist. Und wir lernen ja: wer nicht richtig sprechen kann, ist nicht richtig im Kopf. Wenn ich protestierte, ignorierte er mich einfach, auch vor Zeugen. Da ich kaum Erfahrungen im normalem Umgang mit anderen Menschen hatte, wurde mir das erst recht zum Verhängnis. Meine Naivität wurde immer wieder gegen mich interpretiert.

Wierum nutzte über 3 Jahre die schweren Depressionen, Unsicherheiten und Schlafstörungen aus, unter denen ich phasenweise schon immer litt. Ich verdrängte alles mögliche. Doch die Symptome von unterschiedlichsten Missbräuchen traten trotzdem bei mir auf.
Je mehr er mich stresste, demütigte und auf mir herumgehackte, desto handlungsunfähiger wurde ich. Völlig erschöpft an Körper und Seele, schlecht ernährt und ohne Physiotherapie, dafür aber ununterbrochen unter Druck, konnte ich bald gar nicht mehr handeln und entscheiden. Dieser andauernde Stress war sogar für mich zu viel.
Bernhard Wierum nervte und quengelte wegen jeder Packung Vollkornnudeln oder frischem Gemüse das ich aus dem Regal holen lassen wollte, er war nicht zu stoppen. Er selbst ging regelmäßig in die Mensa der Universität Mainz. Letztlich war die Küche zuhause dermaßen verdreckt, daß ich mich nur an Aufbackpizzen aus dem Ofen traute. Für mich gab es nur die billigsten Pizzen (!), meine Unversehrtheit war für den Herrn Wierum nichts wert.

Entgegen kam ihm das Vorgehen des damaligen Sozialamtes.
Als ich eine Erbschaft erhalten sollte, stoppte das Amt spontan alle Zahlungen für mich und meine Assistenz („Helfer“), so dass ich auf Wierum angewiesen war, um zur Arbeit gefahren zu werden. Wie bereits angedeutet saß ich hinten im Auto und nicht selbst am Steuer. Und selbst wenn ich hinterm Lenkrad gesessen hätte, hätte ich Assistenz gebraucht um aus dem Bett gehoben zu werden.
Die Erbschaft konnte ich zunächst gar nicht einlösen, weil ich dazu die notarielle Beglaubigung durch den Notar meines Halbbruders benötigte. Er meinte mir einen Gefallen damit zu tun, wenn er das Auszahlen verzögerte. Aber er wusste nicht, daß beeinträchtigten Menschen ihr Vermögen praktisch weggenommen wurde und wird.
Link: http://www.forsea.de/projekte/Teilhabesicherunggesetz/THSG_start.shtml
Meine Assistenten verschwanden nach und nach, sie wurden hinausintrigiert. Zur Art meiner Versorgung mit Assistenten werde ich gleich noch mehr schreiben, im Zusammenhang mit den Kapitalverbrechen von Herrn Bernhard Wierum.

Als ich einmal versuchte, mein Leben zu beenden, rief Bernhard keinen Notarzt. Er war sich darüber im Klaren, dass sonst sein Vorgehen mir gegenüber auffliegen würde und er nach Bad Salzufflen zur Mutter zurück musste.
Was mir im ersten Jahr mit ihm leider nicht klar wurde, war dass er mich scheinbar auch leidend und angeekelt sehen wollte. Er hatte seinen Spaß daran. Wenn ich mir andere Fälle durchlese die als sexualisierte Gewalt bezeichnet werden, war Wierum nah an der Grenze zu dieser Form des Mißbrauchs. Um keine Leser und mich selbst unnötig zu triggern gehe ich nicht ins Detail. Aber die ganze Wohnung stank aufgrund einer sexuellen Vorliebe, die er mir nie selbst gestanden hatte. Von ihm kamen nur Andeutungen, die ich sehr unappetitlich fand.
Wenn die Angelegenheit mit der Erbschaft nicht in mein Leben getreten wäre, hätte ich ihn wieder zurück nach Bad Salzufflen schicken können. Das Fass war gerade am überlaufen, ich wollte längst nichts mehr von ihm wissen. Die „Beziehung“ war keine und hatte noch nicht einmal das erste Jahr überlebt. Doch durch die Erbschaftsangelegenheiten und der Reaktion des Sozialamtes gewann er wieder Oberwasser über mich. Unter anderem deshalb weil ich zur Arbeit ins Büro musste.
Ganz zu schweigen davon, daß seine Hemmungen weiter sanken, je mehr Menschen er aus meinem Leben bekam.

IV
Ich erhielt 10 Jahre später Unterlagen von meiner früheren Rechtsanwältin Nicole Banten, denn sie gab den Fall Wierum ab. Die Vollstreckungsangelegenheit konnte nicht vollzogen werden, weil der seit Anfang 2000 gesuchte Arbeitslose sich nicht an der gemeldeten Adresse aufhielt. Außerdem geht aus ihrem Schreiben an mich hervor, dass er vermeidet Arbeitseinkommen zu erzielen. Er beabsichtigt immer Hartz 4 zu beziehen.
Einer Kopie (Datum: 10.11.99) meines ehemaligen rechtlichen Betreuers, Rainer Aßmann, läßt sich entnehmen, dass meine beiden Konten sogar im Haben waren. Dies war auf Herrn Wierum zurückzuführen, der sie mit gefälschten Unterschriften komplett leergeräumt hatte. Mir fehlte danach das Geld für Essen, Miete, Heizung, Telefon etc.
Zwei Konten hatte ich damals, weil ich als einer der ersten in Mainz das „Arbeitgebermodell“ praktizierte. Das bedeutete, ich suchte und beschäftigte meine Assistenz selbst. Als behinderter Arbeitgeber, der sich seine Assistenz („Pfleger“) selbst organisierte, hatte ich zu dieser Zeit hohe Summen auf dem Konto der Sparkasse.

Ich kann selbst schreiben und telefonieren, was Herr Wierum in einer ohne mein Wissen geführten Korrespondenz mit dem Wohnungsamt abstritt. Als er belastende Unterlagen verschwinden ließ, muss er dieses Dokument übersehen haben, sonst hätte ich es nicht finden können. Anderes Beweismaterial wurde von ihm offensichtlich vermichtet.
Außerdem hatte er mich ja bei verschiedenen Behörden angeschwärzt, Freundschaften und Kontakte gezielt zerstört und Lügen verbreitet. Er hat mich über Jahre hinweg körperlich zerstört und psychisch traumatisiert. Ermöglicht wurde dies durch Umstände, die ich nicht selbst verschuldet habe. Er wurde zwar wegen einem kleinen Teil seiner Verbrechen verurteil, aber Konsequenzen musste er dafür nicht tragen.

Es war nie meine Absicht, ihn zu beschäftigen, wie er es mit viel Druck und Erpressung letztlich aber erreicht hatte. Bernhard Wierum nutzte eine Notlage aus und inszenierte weitere Notlagen. Mein Leben war gefährdet, meine Unversehrtheit läßt sich nicht wieder herstellen.
Ein weiteres Beispiel seiner hemmungslosen Dreistigkeit findet sich in den Kopien des Schreibens seiner ehemaligen Rechtsanwältin und Betreuerin Anne-Marie Trakies, aus denen hervorgeht, daß er für seine „Arbeit“ doppelt kassieren wollte, über 25.000 DM, die ich ihm zahlen sollte. Wenigstens das gelang ihm nicht.
Ich lebe von der Grundsicherung, die an die Hartz 4-Sätze angelehnt ist, weil ich mich berenten lassen musste. Durch die Verschleppung des RA Rainer Aßmann wurde ich weder entschädigt noch wurden die Anzeigefristen für die meisten Verbrechen des Herrn Wierum eingehalten.
Herr Aßman wird von der Betreuungsbehörde Mainz nicht mehr vermittelt, weil er für sein Geklüngel mit dem Pflegedienst Christa Bernhard bekannt wurde, über den er übrigens auch auf mich andere Betreuungsfälle ansetzte.

V
Folgendes schrieb ich am 14. Januar 2010, etwas mehr als 10 Jahre nach dem „Unfall“, in meinemm Anschreiben an den WEISSEN RING:

„Regressansprüche gegen Betreuer und Anwalt Rainer Aßmann

Sehr geehrter Herr Wolsfeld,
aus den Kopien, die diesem Schreiben beiliegen, geht teilweise hervor, in welcher Weise Herr Aßmann, den ich in einer Notlage als rechtlichen Betreuer beauftragen musste, meine Rechte mißachtet und meine Lage ausgenutzt hatte. Zum einen hat er sich vor den Täter Bernhard Wierum gestellt, gegen den er mich eigentlich vertreten sollte, zum anderen hat er andere Betreuungsfälle als Assistenz („Pflege“) bei mir eingesetzt. Diese waren zum Teil sehr schwierig. Zu der Zeit, als ich Herrn Wierum überlebt hatte, war ich traumatisiert und hatte keine psychologische Unterstützung bekommen.

Diese Kopien habe ich mit einer kurzen Schilderung meiner damaligen Lage am 12. Januar an das Arbeitsamt Salzuflen geschickt, bei dem Herr Wierum, wegen dem ich Herr Aßmann beauftragen musste, vermutlich gemeldet ist. Bernhard Wierum wurde wegen den meisten seiner Verbrechen nicht belangt, weil sich Herr Aßmann ohne mein Wissen geweigert hatte, für mich tätig zu werden. Ebenso hat er ohne mein Wissen die Assistenzstunden aus heiterem Himmel um die Hälfte gekürzt, weil ich mit seinen Fällen nicht klar kam. Diese hatte er auf mich angesetzt.
Ich würde gerne mit Ihnen einen Termin zur Beratung ausmachen, um zu sehen, was sich noch in dem Fall meines ehemaligen Betreuers Aßmann bzw. Wierum machen läßt. Es wäre wünschenswert, wenn Herr Aßmann seine Position in Zukunft bei anderen Menschen nicht mehr ausnutzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

(Manfred Keitel)

- Anlagen“

Dies ist die Antwort vom weissen Ring, die mich mit der Post erreichte:

„Sehr geehrter Herr Keitel,

über den Leiter unserer Außenstelle Mainz erreichte uns Ihr Hilfeersuchen vom 14.1.2010. Wir bedauern, dass Sie sich erheblichen Problemen ausgesetzt sehen, müssen Ihnen jedoch mitteilen, dass auch dem WEISSEN RING Grenzen gesetzt sind und wir keine Hilfsmöglichkeiten sehen.

Wir bitten um Verständniss und verbleiben

Mit freundlichen Grüßen

Edith Dykta“

VI
Während ich über meine Erfahrungen schreibe, bekomme ich Schweissausbrüche, Schlafstörungen, Herzrasen und Kopfschmerzen. Dabei ist es für mich wichtig, aus dem Bett zu kommen, schon deshalb, weil Bettlägerigkeit das Nachlassen der Muskelkraft zur Folge haben kann.
Dabei bin ich „nebenbei“ immer wieder mit anderen Diskriminierungen konfrontiert, solche wie sie auch hier formuliert sind:

Link: http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,10727/ticket,g_a_s_t

Link: http://kobinet-nachrichten.org/

Mein Fazit: Wer einmal in Schwierigkeiten ist, gerät in Gefahr, in immer neue Probleme hereingezogen zu werden. Weil ich aufgrund der Verwahrlosung mit einem schnellen Abbau meiner Körperkräfte leben muss, sitze ich im Rollstuhl.
Anderen Überlebenden empfehle ich, Geduld mit sich selbst zu haben und sich möglichst gut zu behandeln. Ihr hab besseres verdient!


Leute, erzählt Eure Lebensgeschichte


Hallo, Ihr alle!!!

Am vorletzten Sonntag hat uns unsere Tochter angerufen. Wir sollten doch bitte mal zu ihr kommen. Sie müsste mal mit uns reden. Wir fuhren hin, ca. 25 km, kein Problem. Während der Fahrt unterhielten wir uns, meine Frau und ich, was unsere Tochter uns wohl zu sagen hat. Wir dachten, dass ihre Beziehung auseinander geht oder ähnliches…. Bei ihr angekommen, erzählte uns ihr Lebensgefährte, weil sie selbst nicht in der Lage war – was zu verstehen ist – dass sie vor 17 Jahren missbraucht wurde. Es war wie ein Schlag ins Gesicht… Und das Schlimme ist, der Täter ist in der eigenen Verwandtschaft… Unsere Tochter ist 31, hat selbst 2 Kinder, Tochter 6, Sohn 5. Sie hat Angst, dass ihrer Tochter selbiges passiert. Wir sagten ihr, dass wir, egal, welcher Dreck jetzt von der anderen Seite geschmissen wird, zu ihr stehen. Wir glauben ihr und wollen sie in ihrer Situation unterstützen, egal, was kommt… Es wird ein schwerer, langer Weg, aber wir sind stolz, dass sie so viel Vertrauen zu uns hatte, dieses schwere Gespräch mit uns zu führen!!! Mittlerweile haben wir uns als Eltern eine Therapeutin gesucht. Mit so einem Schlag kann man nicht so einfach umgehen, man braucht jemanden zum reden. Egal ob Psychotherapeut oder Pfarrer. Ja, auch ein Pfarrer kann unterstützen, sogar sehr… Mittlerweile ist die Situation so, dass von der anderen Seite alles abgestritten wird. Wir sind die Bösen. Aber so wie ich das so sehe, geht es allen Opfern so. Aber wir werden dagegen kämpfen und zu unserer Tochter stehen… Wir haben ihr eine Adresse versorgt, wo sie zur Therapie gehen kann, sie nimmt diese Hilfe an, was wir sehr gut finden.

Leute, erzählt Eure Lebensgeschichte. Ich glaube, wenn das erst mal raus ist, dann findet sich immer jemand, der einem zuhört und hilft und Euch auch glaubt!!!! Und Euch wird das Reden gut tun.

Und: Bitte unterschreibt die Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof. Ihr helft Euch selbst und den vielen, vielen anderen, die noch unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit schlummern!!! Euch wurde ein Schmerz zugefügt, der ein Leben lang, ein Leben lang in Euch rumort und Euch nicht zur Ruhe kommen lässt.

Solche Taten dürfen nicht verjähren!!! Es ist doch nicht einfach ein Auffahrunfall im öffentlichen Straßenverkehr… So einfach geht das nicht!!! Bleibt stark und redet, redet, redet, damit die anderen erfahren, was in dieser Gesellschaft krank ist…

Alles Gute Euch allen!!!

Steffen


schwarze Masken und so…


Guten Tag Herr Denef,

wir haben vor langer Zeit mal miteinander geschrieben. Da habe ich Ihnen erzählt, dass auch ich missbraucht wurde.

Über ca. sieben Jahre… Mit Programm. Punkte setzen und so.

Ich mache eine ambulante Traumatherapie, die sehr hart ist… Aber langsam hilft sie.

Es ist 30 Jahre her, der ganze Mist und ich leide immer noch wie ein Tier. Bin jetzt auf Rente für zwei Jahre und mein Leben ist ein Chaos.

Da ich auch multiple bin, ist es sehr schwer… Ich kann es einfach nicht vergessen, das Ganze.

Besonders jetzt ist es wieder so schlimm, wo die Dinge mit der Katholischen Kirche wieder so nahe sind.

Ich finde es gut, dass es raus kommt!

Aber was kann man machen, das alles ans Licht kommt?

Würde so gerne helfen, aber wie??

Also bei mir lief der Missbrauch in der Familie. Drei Männer, deren Gesicht ich nie gesehen habe – schwarze Masken und so…

So ich kann nicht mehr.

Ich wünsche ihnen ganz viel Kraft für ihre tolle und so wichtige Arbeit.
Wenn ich nur was machen könnte, dass das endlich aufhört, der Missbrauch und das Verschweigen.

Alle austreten aus der Kirche oder so?

Ich bin schon lange nicht mehr in der Kirche.

Oder eine Demo?

Lg Jürgen Scherr
(Damals noch Frerichs, habe den Namen von meiner Frau angenommen. Ich will so nicht mehr heißen, Frerichs, ich hasse diesen Namen)


Wenn Sex zum Schmerzmittel wird


Von Simone Matthieu.

Immer wieder hören wir von sexsüchtigen Prominenten. Zurzeit lässt sich etwa Tiger Woods gegen diese Abhängigkeit therapieren. Was steckt hinter diesem Phänomen?

In der berühmten Pine Groove Klinik im Süden von Mississippi lässt Tiger Woods zurzeit seine Sexsucht therapieren. Er hat sich damit in die wohl fähigsten Hände auf diesem Gebiet begeben: Der dort tätige Psychologe Patrick J. Carnes ist Pionier und Koryphäe auf dem Gebiet der Hypersexualiät. Carnes definiert Sexsucht so: «Nur ein ausser Kontrolle geratenes Verhalten, das einhergeht mit den klassischen Anzeichen für Sucht – Besessenheit, Machtlosigkeit und die Benutzung von Sex als Schmerzmittel – weisen auf sexuelle Sucht hin.»

Auf wen diese Beschreibung zutrifft, der sollte sich Hilfe holen. Viele Prominente haben das getan: Michael Douglas, David Duchovny, Ron Wood oder Liza Minelli. Obwohl Frauen nur 10 Prozent der Sexsüchtigen ausmachen, können sie genauso darunter leiden. Schätzungen zufolge sind 4 bis 5 Prozent der Bevölkerung sexsüchtig.
In den USA gibt es Fachkliniken, die sich auf die Behandlung dieser Störung spezialisiert haben. In der Schweiz stehen Betroffenen Einzeltherapien bei Psychologen oder Psychiatern zur Verfügung sowie Selbsthilfegruppen, die meist als sehr hilfreich empfunden werden. Eine davon betreibt das Mannebüro Zürich. Ähnliche Angebote gibt es in allen Schweizer Städten.

Mit dem Problem nicht allein sein

Werner Huwiler, Gruppenleiter beim Mannebüro zürich, betont gegenüber bazonline.ch/Newsnetz den Vorteil der Gruppentherapie: «Viele Männer, die bei uns Hilfe suchen, haben bereits verschiedenste Sachen ausprobiert und fast schon resigniert. Umso grösser ist die Erleichterung, wenn sie bei uns feststellen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind.» Der Leidensweg sei bei den meisten Betroffenen lang. Beziehungen gingen an ihrer Sucht kaputt und einige landeten dadurch in der sozialen Isolation. Sexsucht kostet auch viel, je nachdem, wie häufig die Süchtigen zu Prostituierten oder ins Bordell gehen müssen.

Auf Gruppentherapien setzt auch Dr. Carnes. Mindestens sechs Wochen dauert ein Aufenthalt in der Pine Groove Klinik, soll er erfolgreich sein. Neben Gruppensitzungen erhält der Patient Einzeltherapien, bei denen speziell auf vergangene Traumata und familiäre Probleme fokussiert wird. Laut Dr. Carnes ist es emminent wichtig, den Partner des Patienten ebenfalls in die Therapie miteinzubeziehen. Auch bei Tiger Woods gehört das zum Weg der Besserung: Seine Frau Elin Nordegren ist immer wieder bei ihm in der Klinik und offenbar bereit, ihrem Mann eine zweite Chance zu geben.

Sex als Genuss, nicht als selbstauferlegter Zwang

Das Ziel von Huwiler und seinem Mannebüro ist, die Betroffnen zu lehren, Sex zu geniessen und nicht einfach nur zu konsumieren. Mit Körperarbeit – Übungen im Bereich der Atemtechnik, Bewegungs- und Entspannungstechniken – soll das erreicht werden. Die Techniken lernen die Männer in der Gruppentherapie, zu Hause können sie sie im Selbststudium üben.
Huwiler nennt das «eine Art Weiterbildung, bei der die Methoden der Selbstbefriedigung erweitert werden». Der Mann solle nicht nur vor dem Computer sitzen und onanieren, sondern seine Sexualität ganzheitlich geniessen. «Sexsüchtige sind oft nur auf pornografische Bilder fokussiert. Es geht darum, die körperlichen Empfindungen auch zuzulassen und alles wahrzunehmen. Sobald man mehr geniessen kann, werden die Bilder weniger wichtig», so Huwiler.

Quelle:

(bazonline.ch/Newsnetz) Erstellt: 29.01.2010, 12:41 Uhr  http://bazonline.ch/panorama/leute/Wenn-Sex-zum-Schmerzmittel-wird/story/27583639


jetzt 78 – als 16-Jähriger von einem katholischen Priester missbraucht


Sehr geehrter Herr  Denef,

da auch ich – jetzt 78 – als 16-Jähriger von einem katholischen Priester missbraucht wurde, ist es auch mir ein Anliegen, alles zu tun, um diese Missstände zu beseitigen. Die Missstände sind ja nicht die Schuld einzelner, sondern sie sind Folgen einer völlig verfehlten Einstellung der katholischen Kirche zur Sexualität. Leider sind die meisten dafür Verantwortlichen nicht imstande, die “Zeichen der Zeit” zu erkennen.

Die Geschichte meines Missbrauchs ist weit weniger dramatisch als die Ihre und hat bei mir, soweit ich es jetzt beurteilen kann, keine bleibenden Schäden hinterlassen, außer einer starken Abneigung gegen Zigarrenraucher. Die Entscheidung, ob Sie meine Geschichte veröffentlichen wollen, überlasse ich Ihnen.

Im Sommer 1946 durfte ich als 14-Jähriger mit einem Kindertransport auf zwei Monate in die Schweiz fahren. Ein Teil dieses Aufenthalts fand in einem Pfadfinderlager statt, das von einem Theologiestudenten geleitet wurde.
Dieser Theologiestudent wurde im Jahre 1948 zum katholischen Priester geweiht und lud mich zu seiner Primiz ein. Ich wurde dort in Pratteln in der Nähe von Basel im Pfarrhaus untergebracht, wo ich mit dem Pfarrer allein wohnte.
Dieser Pfarrer, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann, ein sehr großer und kräftiger Mann, befahl mir, mich auf eine Couch zu legen. Dann legte er sich auf mich, presste seinem Mund auf meinen Mund und sagte: „Gib mir was!“ Offenbar erwartete er sich Zungenküsse, die ich ihm aber verweigerte. Er war ein starker Zigarrenraucher und mich widerte dieser Gestank an.
Am nächsten Tag fragte mich  mein Freund, der Neupriester: „Hat er dich geliebt?“ Ich war erschüttert darüber, dass mein Freund von der Veranlagung des Pfarrers gewusst und mich nicht gewarnt hatte. Er hätte ja auch veranlassen können, dass ich anderswo untergebracht würde. Aber wir besprachen den Vorfall damals nicht weiter.
Da bekanntlich mit zunehmendem Alter Kindheitserinnerungen wieder stärker bewusst werden, ist mir auch dieser Vorfall in letzter Zeit wieder mehr bewusst geworden, vermutlich aber auch veranlasst durch die inzwischen darüber entfachte Diskussion.

Noch einige Bemerkungen zu diesem Thema:

Ich bin empört über die Reaktion von Papst Benedikt auf den Murphy Report – zumindest wie sie von den katholischen Medien dargestellt wird: der Papst sei „bestürzt“ gewesen, als er „jetzt“ davon erfuhr. Hatte er nicht 2001 als Kardinal die 1962 von Kardinal Ottaviani erlassene Anordnung bekräftigt, jedes Mitglied eines Kirchentribunals, das Berichte über solche Missbräuche an die Öffentlichkeit bringe, werde mit Exkommunikation bestraft?
Die vier jetzt zurückgetretenen irischen Bischöfe haben nichts anderes getan, als diese Anordnung befolgt.
In einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Furche“ vom12. Februar 2004 hatte der damals neu ernannte Erzbischof Diarmuid Martin von Dublin offen über diese Missbräuche gesprochen und dabei erwähnt, dass etwa 3% der pädophilen Täter Priester seien. Wenn aber nur etwa 0,1% der erwachsenen männlichen Bevölkerung Priester sind, dann bedeutet das, dass Priester etwa dreißigmal eher zu Tätern werden als durchschnittliche Männer. Man könnte sagen: ein Glück für unsere Kinder und Jugendlichen, dass es immer weniger Priester gibt. Allerdings verleitet der Priestermangel dazu, trotz aller gebotenen Vorsicht doch immer wieder ungeeignete Kandidaten aufzunehmen.
Wie neuere Fälle zeigen, werden strengere Strafen das Problem nicht beheben. Eine grundlegende Reform des Systems „Katholische Kirche“ ist nötig, wie sie zum Beispiel Bischof Geoffrey Robinson in seinem Buch „Confronting Power and Sex in the Catholic Church – Reclaiming the Spirit of Jesus“ skizziert hat.

Friedrich Griess
Doppelngasse 117
3412 Kierling
Österreich
Tel.: +43 664 49 250 49
http://griess.st1.at


Stress-Hormon und Alkoholismus hängen zusammen


Einen Zusammenhang zwischen dem Stress-Hormon “Corticotropin Releasing Factor” (CRF) und der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit haben Wissenschafter um Marisa Roberto vom The Scripps Research Institute in La Jolla in Kalifornien aufgedeckt. Bei Ratten gelang es experimentell sogar, die Symptome einer Alkohol-Abhängigkeit durch die Blockierung von CRF zu unterbinden.

Die Arbeiten wurden in der Wissenschaftszeitschrift “Biological Psychiatry” veröffentlicht. Die Studie sei ein wichtiger Schritt zu verstehen, wie sich das Gehirn beim Übergang zur Alkoholsucht verändert, so die Wissenschafterin. Dabei habe man sich auf “die dunkle Seite” der Krankheit konzentriert: also den Drang zu trinken, nicht weil es Vergnügen bereitet, sondern Ängste vor dem Entzug unterdrückt.

CRF ist Teil der Antwort des Körpers auf Stress. Ursprünglich wurde es in der Gehirnregion des Hypothalamus entdeckt. Nun konnte es aber auch in anderen Bereichen nachgewiesen werden, etwa in der Amygdala. Dieser auch Mandelkern genannte Abschnitt des Gehirns wird mit verstärkten Ängsten und auch exzessivem Trinken im Falle einer Alkoholsucht in Zusammenhang gebracht.

In Tierversuchen haben die amerikanischen Forscher den Stressfaktor CRF durch sogenannte Antagonisten chemisch blockiert. Bei Ratten zeigten sich durchschlagende Erfolge. So wurden alkoholabhängige Tiere durch längere Gabe des Antagonisten wieder zu moderaten Trinkern, ganz ähnlich wie gesunde Artgenossen. Mit anderen Worten, die Blockierung von CRF könnte exzessiven Alkoholkonsum verhindern, ist Roberto überzeugt.
apa.at

Quelle:

http://www.springermedizin.at/apa-artikel/?full=15048


Umgang mit dem Trauma


Diagnose, Neurobiologie und Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, engl.: posttraumatic stress disorder, PTSD) wird klinisch charakterisiert durch die Symptomtrias „Wiedererinnern“ (so genannte intrusive Symptomatik, engl.: re-experiencing), „Vermeidung und Betäubung“ (engl.: avoidance and numbing) und „vegetative Übererregbarkeit“ (engl.: increased arousal). Diese Störung stellt insofern eine Ausnahme des phänomenologisch-beschreibenden, diagnostischen Ansatzes der modernen psychiatrischen Diagnosesysteme dar, als sie einen eindeutigen ätiologischen Bezug nimmt – nämlich auf ein erlebtes Trauma. Im Folgenden sollen spezielle Aspekte der PTBS zur geschichtlichen Entwicklung der Erfassung des Störungsbildes sowie betreffend Diagnose, Risiko- und Resilienzfaktoren, Neurobiologie und Therapie dargestellt werden.

Dass ein erlebtes Trauma zu bleibenden Veränderungen in den psychophysiologischen Funktionen eines Menschen führen kann, wurde schon früh erkannt. Schon Herodot beschrieb 490 v. Chr. den Fall eines Soldaten, der erblindete, nachdem er den Tod eines Mitsoldaten am Schlachtfeld gesehen hatte. Bemerkenswerterweise sollten die hinzugezogenen Ärzte keine körperliche Ursache für diese Erblindung gefunden haben.

Weiter lesen:
http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/p-z/psychiatrie-und-psychotherapie/?full=14613


“Ich habe mich zu ihr hingezogen gefühlt.”


75-Jähriger missbraucht Mädchen

Lichtenfels – Er galt als lieber Opa, der einem neunjährigen Mädchen unentgeltlich bei den Hausaufgaben half. Doch der angeblich so freundliche Nachbar, ein 75-jähriger Mann aus dem Landkreis Lichtenfels, missbrauchte die Unbekümmertheit seines Schützlings und griff dem Mädchen im vergangenen Jahr mehrmals in den Schlüpfer.
Verurteilt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und elf Monaten wurde der 75-Jährige am Montag wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Kindern sowie wegen sexueller Nötigung. Zusätzlich muss der Mann 15 000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer und 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. In seinem Urteil kritisierte Richter Armin Wagner: “Sie haben einst Ihre Existenz damit bestritten, Kinder zu lebenstauglichen Menschen zu erziehen und kriegen jetzt ihre Rente dafür. Was sie getan haben ist nicht nur unmoralisch, sondern eine Straftat.” Wäre der Angeklagte noch im aktiven Dienst, hätte dieser eine Gefängnisstrafe bekommen.

Fast ein Jahr lang soll der 75-Jährige die damals Neunjährige – laut Anklage – in seiner Wohnung bei den Hausaufgaben betreut haben. Regelmäßig soll er dem Kind dabei nicht nur den Rücken und die Brust gestreichelt, sondern auch in unzähligen Fällen in die Hose und an das nackte Geschlechtsteil gegriffen haben. Zusätzlich soll er im August die Schülerin in seiner Gartenhütte mit seinen Armen umklammert haben und sie wissen lassen, dass er sie nur loslassen werde, wenn er ihre Brust küssen dürfe. Erst nachdem die Kleine eingewilligt hatte, konnte diese sich aus dem Griff des Angeklagten befreien und flüchten. Zu Tage kamen die Übergriffe des Seniors, weil sich das Kind seinen Eltern anvertraute.

Obwohl der Angeklagte im Vorfeld ein Geständnis angekündigt hatte, kam ihm im Gerichtssaal dieses nur zäh über die Lippen. Er gestand, er habe das kleine Mädchen sehr gemocht, deshalb habe er ihr hin und wieder über den Rücken gestrichen und sie dabei gelobt. Der 75-Jährige: “Ich habe mich zu ihr hingezogen gefühlt.” Richter Wagner: “Es ist aber keine pädagogische Handlung, einem Kind in die Unterhose zu greifen, mir ist das unvorstellbar.” Mit Gedächtnislücken glänzte der Senior, als es um das Erzählen von Details ging und er schimpfte: “Sie stellen Fragen, da kann ich mich doch nicht mehr erinnern.” Wagner: “Es ist doch wohl was anderes als wenn man irgendwo mal einen Kuchen isst.”

Vorgehalten wurde dem Senior von der Staatsanwältin Ulrike Barausch außerhalb der Anklage, dass der Senior auch einmal die Neunjährige und deren Freundin mit dem Fernrohr beim Nacktbaden im Garten beobachtet haben soll. Der Angeklagte verteidigte sich: “Ich habe das Fernglas geholt, weil ich die Fernbrille nicht finden konnte.” Er bestritt, dass die Kinder damals nichts an hatten. Nach nahezu einer Stunde Vernehmung, gab der Senior die Vorwürfe aus der Anklage mit “Es tut mir leid, ich habe sie angefasst” zu.

Eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren wollte die Staatsanwältin und eine Geldbuße von 2000 Euro. Sie erklärte, dass das Kind noch heute unter den Folgen der Übergriffe leide und sich deshalb in therapeutische Behandlung begeben musste. Der Angeklagte habe nicht nur das Vertrauen des Kindes, sondern auch das der Eltern missbraucht. Nebenklägerin Kristina von Imhoff begrüßte die Forderungen der Staatsanwältin und kritisierte: “Wenn ich mir vorstelle, dass der Angeklagte mal Lehrer war.” Der 75-Jährige habe wohl “ein Problem”, welches er in Angriff nehmen sollte.

“Er dachte nicht, welche Folgen das nach sich zieht”, sagte Verteidiger Rainer Taubert. Er glaubte, dass die Zeit alle “Wunden heilen werde”. Der Anwalt wollte eine Bewährungsstrafe von unter einem Jahr, auch damit der Angeklagte seine Pensionsansprüche nicht verliert. Taubert glaubte, dass das Urteil nur ein kleiner Teil der Härte sei, die seinen Mandanten nun treffe. “Es ist nur ein Stein in einem Mosaik”, so Taubert. dd

Quelle:

http://www.np-coburg.de/nachrichten/lokal/lichtenfels/art2395,1078413


Gedankliche Hingezogenheit zu Kindern


Für mich war immer klar, wenn ich von “Pädophilie” spreche, dann meine ich die gedankliche Hingezogenheit zu Kindern.
Sobald es die gedankliche Ebene verlässt, wenn also Kinder real missbraucht werden, sollte man nicht mehr von “Pädophilie” sprechen, sondern von “sexuellem Missbrauch” bzw. von “sexueller Gewalt.” Ich habe diese Unterscheidung für mich immer klar durchgezogen.
Ich bin mir auch keineswegs sicher, ob die Pädophilie (als sexuelle Präferenzstörung) wirklich die Ursache ist, wenn jemand Kinder missbraucht. Ich beweise ja durch mein eigenes Beispiel, dass ich die gedankliche Neigung unter Kontrolle halten kann, wenn man den Willen dazu hat.
Die eigentliche Ursache für sexuelle Gewalt sehe nicht so sehr in der fehlgeleiteten Sexualpräferenz, sondern im Fehlen von Mitgefühl und Respekt gegenüber dem Kind; also in dem, was man in der Fachwelt “fehlende Opferempathie” nennt.
Diese fehlende Opferempathie hat mit der sexuellen Präferenz wenig zu tun, sie ist ein Produkt von Erziehung und Sozialisation. Das heißt: Wer selbst nie Liebe, Mitgefühl oder Respekt erfahren hat, kann diese Werte später auch Anderen nicht entgegenbringen. Der sexuelle Trieb ist dann vielleicht Auslöser, aber nicht die eigentliche Ursache einer sexuellen Gewalttat.
Auch den Ausdruck “Triebtäter” finde ich irreführend, denn die Ursache eines sexuellen Übergriffs ist nicht der Trieb (auch wenn der Täter das für sich vielleicht so empfindet), sondern die gestörte Persönlichkeit. Man muss an er gestörten Persönlichkeit arbeiteten, dann ergibt sich das mit der Triebkontrolle ganz von selbst, denn ein Mensch mit einer reifen und gefestigten Persönlichkeit hat seinen Trieb unter Kontrolle, egal ob er pädophil ist oder nicht.

Marco


Es gibt Kinder in die ich mich verliebt habe


Ausschnitt aus TV.B Stadtgespräch Porträt mit Prof. Klaus Beier – Teil 2 (12.06.2007)

Zitat:

“…Die Betroffenen wissen genau, welche Medikamente kann ich einsetzen, wie wirken die und die wirken zum Teil sehr stark, dass heißt man kann zusätzlich die sexuellen Impulse herunter regulieren. Die sind dann nicht mehr so stark im Körper, im Gehirn, nicht mehr so präsent und damit haben sie eine weitere gute Schutzmöglichkeit, um eben Kinder zu schützen.

Aber mit starken Nebenwirkungen oder? Das ist doch ein Faktor oder kann ich auch die Medikamente bei jedem Betroffenen einsetzen?

Es ist ja vor allem Mal entscheidend, dass der Betroffene selber das möchte. Man würde es ja nie über seinen Kopf hinweg verschreiben, aber wenn jemand diese Verantwortung ernst nimmt, problembewusst ist und erkennt die Impulse sind stark, es gibt Gefahrensituationen, es gibt Kinder in die ich mich verliebt habe, ich würde diesen Kontakt gerne ausweiten, ich muss dafür Sorge tragen, dass das nicht geschieht und ich greife zusätzlich zurück auf ein Medikament, dann ist das ein sinnvoller Schritt…”

Zitatende

Quelle: http://www.kewego.de/video/iLyROoaftbe9.html

Wie aus dem Zitat oben von Prof. Klaus Beier zu entnehmen ist, vergleicht die Charité nicht nur in ihrem Werbespot “Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist?” Liebe mit sexualisierter Gewalt.

Die so genanten Psychoexperten sollten wissen, wie sehr Worte verletzen können und wie schnell sie zur Waffe werden, zur Waffe gegen die Opfer, um das Verbrechen der sexualisierten Gewalt herunter zu spielen.

Es ist die Sprache der Täter, Liebe mit sexualisierter Gewalt gleichzusetzen und aus meiner Sicht ein Verbrechen.

“Lieben Sie Juden mehr als Ihnen lieb ist?”

Würde man diesen Spot bewusst verwenden, um Nazis anzusprechen, damit sie eine Therapie machen?

Ich glaube nicht!

Würde unsere Gesellschaft einen solchen Vergleich zulassen, das Verbrechen an den Juden mit Liebe zu vergleichen?

Ich glaube nicht!

Herrn Prof. Klaus Beier von der Charité und all denen die es nicht lassen können/wollen, Liebe mit sexualisierter Gewalt zu vergleichen, empfehle ich dringend das Buch von Monika Gerstendörfer:

“Der verlorene Kampf um die Wörter”

Opferfeindliche Sprache bei sexualisierter Gewalt – Ein Plädoyer für eine angemessenere Sprachführung

http://www.gerstendoerfer.de

Tätersprache ist unerträglich für die Opfer – damit muss endlich Schluss sein.

Deshalb bitte ich darum, dass auf dieser Webseite darauf geachtet wird, sich nicht der Tätersprache zu bedienen. Sollten versehendlich Kommentare freigeschaltet werden wo das nicht der Fall ist, dann informieren Sie mich bitte. Diese werde ich umgehend löschen.

Hoffnungsvoll

Norbert Denef


Auswirkungen – Wissenschaft/Forschung


Zum Thema “Sexueller Missbrauch – Auswirkungen auf das Kind” werden demnächst hier Artikel eingefügt.

Gern können Sie daran mitarbeiten. Nachfragen per e-mail an: norbert@denef.com


Trauma-Opfer wollen verdrängen


Zitat Luise Reddemann (SWR Nachtcafé 17.02.2006):

“Also es gibt Forschung die sagt, ungefähr 50 % der TraumaOpfer wollen verdrängen und tun’s auch und fahr’n damit gut und die andere Hälfte will eben nicht verdrängen, will sich auseinandersetzen und dann ist es auch gut.”

zum Video


“Ich wurde sexuell missbraucht”


Zum Video-LeseprobeMein Buch “Ich wurde sexuell missbraucht” ist nicht mehr über den Buchhandel zu bestellen, da ich die restlichen Exemplare von meinem Verlag erworben habe.
Ich habe wieder das Recht über mein Buch, meine Geschichte, selbst zu bestimmen – ich wollte frei sein.

Den Erlös meines Buches verwende ich für die Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof. Für den Betrag von 10,- Euro, zuzüglich 3,- Euro Versandgebühr können Sie Exemplare bestellen unter:

norbert@denef.com

Sobald Sie mir Ihre Lieferadresse senden, schicke ich Ihnen die gewünschte Menge. Die Bankverbindung stelle ich Ihnen auf Nachfrage zu.

Klappentext:

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Die Schweigeklausel


Leseprobe aus dem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht” von Norbert Denef

Die Schweigeklausel

Ein Verantwortlicher des Bistums Limburg teilte mir in einem Telefongespräch mit, dass jedes Bistum über zwei unterschiedliche Aktenarchivlager verfügt. Eines davon ist streng geheim, zu dem nur der Bischof oder ein von ihm Beauftragter Zugang hat. Er konnte sich nicht vorstellen, dass es keine Unterlagen über die Gründe der Versetzungen mehr geben sollte.

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Alles muss raus


Ein Theaterstück von
Wolfgang Spielvogel
mit Viktor Vössing

Der Text basiert auf Denefs autobiografischem Bericht: “Ich wurde sexuell missbraucht”. Wolfgang Spielvogel schrieb “Alles muss raus” für das Frankfurter Autoren Theater.

Das Theaterstück dauert 30 Minuten und wird mit anschließender Gesprächsrunde (Publikum, Regisseur, Schauspieler und Norbert Denef) für Schulen, Hochschulen und sonstigen Einrichtungen als Projekt angeboten. Es wird finanziell unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Anfragen für Gastspiele in Ihrer Einrichtung richten Sie bitte an:
E-Mail: norbert.denef at netzwerkb.org
oder Telefon: 04503 892782

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ich sag’s mal etwas banal…


NDR Fernsehen – Kulturjournal – Sendungsinformation

westart Lehmann 15.11.07 Zitat Karl Kardinal Lehmann (15.11.2007):

“Es gibt ja von der medizinischen, – psychiatrischen Seite her auch die Situation, dass es, eh, eh, Täter gibt die, ich sag’s mal etwas banal, einmal ausrutschen. Die man aber nicht auf ein Leben lang einfach, eh, jetzt aus der beruflichen Aktivität ausschließen kann.”

Zum Video