Missbrauch auf der Bühne geht Zuschauern nahe


Gießener Anzeiger 27.04.2012

(kjf). „Die Taten verjähren, die Folgen des Verbrechens an den Kindern bleiben ein Leben lang und darin liegt die große Ungerechtigkeit“, sagte der Marburger Rechtsanwalt Dr. Thorsten Kahl in der Diskussion über Missbrauch im Gießener Polizeipräsidium. Der Jurist, der viele Missbrauchsopfer vertritt, diskutierte mit dem Publikum nach der Vorführung des Theaterstücks „Missbraucht“ durch das Frankfurter Autorentheater….

… den ganzen Beitrag lesen »


Seelenmord – Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche


ngo-online.de Internet-Zeitung für Deutschland 31.01.2011

Dies ist das Kapitel “Seelenmord” aus dem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht”. Norbert Denef wurde 1949 in Delitzsch bei Leipzig geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder. Mit seiner Frau lebt er an der Ostsee in Scharbeutz. Viele Jahre war er als Technischer Leiter im Theater tätig. Seit 22 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt und mit dem Abbruch der Schweigemauer.

Seelenmord
Eine Mischung aus Wut, Einsamkeit und Depressionen waren sechs Wochen lang meine Begleiter beim Schreiben des folgenden Briefes an den Bischof von Magdeburg. Ich habe Bilder beschrieben, die in mir immer wieder hochkommen – oft genügt ein bestimmter Geruch, ein Geräusch oder eine bestimmte Person und die Erinnerung an den sexuellen Missbrauch ist da, Tag für Tag und Nacht für Nacht. Ich beschrieb in dem Brief meinen ‚Seelenmord‘, ‚Die gleiche Scheiße ging weiter‘ und die ‚Gründe des Schweigens‘. Die Verantwortlichen sollten erfahren, welchen Schaden sie angerichtet hatten, indem sie Pfarrer K. immer wieder schweigend in andere Gemeinden versetzten, obwohl sie wussten, dass er Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchte. Am 12. März 2003 schickte ich ihn ab.

… den ganzen Beitrag lesen »


Pope & Cardinals to talk about abuse; Sex abuse victims respond


For immediate release: Monday, Nov. 8, 2010

Statement by Barbara Blaine of Chicago, president of SNAP, the Survivors Network of those Abused by Priests (312-399-4747, SNAPblaine@gmail.com)

It’s easy and tempting to assume this is a positive sign. But that’s irresponsible. We’ll only know if this is a good development when we see action resulting from this meeting. To be swayed by mere talk is to betray vulnerable children and wounded adults.

Weiter lesen…


Peter Isely von SNAP am 17.06.2010 in Berlin


Gerade aus Rom und im Anschluss aus Wien kommend, war Peter Isely von SNAP (www.snapnetwork.org) am 17.06. in Berlin, wo Eva Becker von NetzwerkB Gelegenheit hatte, mit ihm zu sprechen.

Peter Isely ist Betroffener und gleichzeitig Psychotherapeut Betroffener.
In der aktiven Auseinandersetzung mit der Kirche – zuletzt jetzt gerade mit dem Erzbischof von Wien, Kardinal Schönborn – begegnet Isely seinen Ansprechpartnern auf theologischer Augenhöhe.
Gleichzeitig versucht Isely, als Therapeut den Menschen im Kirchenmann zu erreichen – denn es geht um die für die psychische Gesundheit notwendige tägliche, ständige innere Entscheidung für das Gute – eine Entscheidung, die sich genau so auch jedem Kirchenmann stellt, und das muss wieder in sein Bewußtsein  gebracht werden.
Im Missbrauch untergräbt ein Priester die Idee und den Sinn der Kirche.

Ich bat Isely, mir für die Betroffenen von NetzwerkB die Frage zu beantworten, ob seiner Erfahrung nach Heilung der Folgen sexuellen Missbrauchs möglich ist? “Ja”, meint Isely. Ob er selbst frei sei von quälenden Erinnerungsträumen? “Ja.” Ist es notwendig, dem Täter zu vergeben, um zu heilen? Isely verneint das ganz entschieden und wendet sich explizit gegen die therapeutische Strömung, die das Gegenteil behauptet.
Isely sagt auch: “Missbrauch beginnt, wo das “Nein” nicht respektiert wird.” Das gilt für jedes “Nein”, betont er.

Die sieben Stunden intensiven Gesprächs mit Isely, der Witz, Bildung, Herzenswärme und große Intelligenz in sich vereinigt, sind nicht in einem kurzen Bericht zu komprimieren; aber auf jeden Fall lassen sie mich wünschen, dass SNAP bald auch in Berlin einen blühenden Ableger haben möge.
Was die aktuellen interessanten Aktivitäten von SNAP in Rom und in Wien vor dem Stefansdom betrifft, können englischsprachige Leser sie hier detailliert verfolgen: http://www.snapnetwork.org/snap_press_releases/releases_index.htm.

Ansonsten grüßt Peter Isely Norbert Denef und NetzwerkB herzlich. Isley sagte, er bewundere Norberts Arbeit und verfolge sie mit größtem Interesse. Er lerne viel daraus und freue sich, mit NetzwerkB in der gemeinsamen Arbeit für Aufklärung und Prävention sexuellen Missbrauchs über Kontinente hinweg verbunden zu sein.

Peter Isely ist Gründungsmitglied von SNAP, war erster
Vorstandsvorsitzender und lange Zeit SNAP-Direktor für den Mittleren
Westen.
Er ist Absolvent der Harvard Divinity School und
Psychotherapeut mit eigener Praxis.
Isely gründete und leitete mehrere Jahre das weltweit einzige
stationäre psychiatrische Programm für erwachsene Überlebende von
sexuellem Missbrauch durch Kleriker im Rogers Memorial Hospital,
Oconomowoc, Wisconsin, USA.

SNAP ist die größte und aktivste internationale Organisation von Menschen, die
von religiösen Autoritätsfiguren (Priestern, Bischöfen, Diakonen, Nonnen
und anderen) missbraucht wurden. SNAP ist unabhängig und nicht mit der
Kirche oder Kirchenautoritäten verbunden. SNAP ist eine Selbsthilfegruppe Betroffener, mit dem Ziel, einander zu helfen und zu heilen.


ALLES MUSS RAUS!


Hallo,
ihr Lieben, Freunde, Kollegen und Sympathisanten!

ALLES MUSS RAUS!

Oder was denkt ihr?

Wir spielen mein Stück ALLES MUSS RAUS
–  basierend auf Norbert Denefs Buch “Ich wurde sexuell missbraucht”
zusammen mit Bodo Kirchhoffs SPRACHLOSES KIND
am 28. und 29. Mai, jeweils um 20 Uhr,
im FRANKFURTER AUTOREN THEATER
Brotfabrik | Bachmannstraße 2-4
Tel.: 069 – 76 75 24 59

Mit Sandra Baumeister, Ilja Kamphues und Viktor Vössing
Regie: Wolfgang Spielvogel (Fotos: Christof M. Fleischer)

Anschließend gibt es, wenn ihr wollt, wie immer Brot und Wein und anregende Gespräche

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Spielvogel

Weiter lesen…