Missbrauch: Katholische Kirche hat neue Richtlinien erarbeitet


evangelisch.de 31.08.2010

…Missbrauchsopfer von PK ausgeschlosssen
An der Pressekonferenz, bei der die neuen Leitlinien vorgestellt wurden, wollte auch das Missbrauchsopfer Norbert Denef teilnehmen. Er wurde davon ausgeschlossen. Denef, Vorsitzender von “netzwerk B”, einem Zusammenschluss Betroffener, verließ vor der Pressekonferenz unter Protest den Raum. Die Leitlinien seien ein Papiertiger, sagte der 61-Jährige im Anschluss dem epd. Denef forderte “Einsicht in die geheimen Unterlagen des Vatikan”, eine Aufhebung der Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht sowie eine finanzielle Entschädigung der Opfer.

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Jugendarbeit nur noch mit Führungszeugnis


volksfreund.de 31.08.2010

Von unserem Redakteur Bernd Wientjes

“Null Toleranz” für Missbrauch in der Kirche hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann gestern angekündigt. Er stellte in einer Pressekonferenz die überarbeiteten Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch vor.

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Hilfe für Opfer sexualisierter ­Gewalt


der reporter, Timmendorfer Strand – 3. August 2010

Scharbeutz
Norbert Denef redet offen über ein Tabu: In den Jahren 1959 bis 1967 wurde der heute 61-Jährige Opfer sexualisierter Gewalt. 35 Jahre später bricht er sein Schweigen, erst nach zahlreichen Therapien fand er die Kraft, über das Verbrechen zu sprechen. Jetzt kämpft er mit dem „netzwerkB.org.“ bundesweit für die Rechte von Opfern sexualisierter Gewalt. Die Sparkasse Holstein unterstützte Norbert Denef bei der Vereinsgründung mit 250 Euro.

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NORBERT DENEF: “Lo único que tendría sentido es anular la prescripción”


elPeriódico.com 16.07.2010

Los colectivos de víctimas de Alemania y Austria mostraban ayer su decepción con el Vaticano. «No han cambiado básicamente nada», aseguraba Norbert Denef, portavoz de la plataforma alemana de víctimas de la violencia sexual y especializado en casos relacionados con la Iglesia: «Lo único que tendría sentido es anular la prescripción de estos delitos, abrir las actas del Vaticano e investigar los delitos antiguos».

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Nichts verschweigen, alles in Frage stellen!


ZEIT ONLINE 21.06.2010

Hilft gegen Wut

Nichts verschweigen, alles in Frage stellen!

Was heißt eigentlich heilig? Im Internet steht, dass das Wort etwas Besonderes bezeichnet und dass sich darin das »Heile«, Ganze, Intakte wiederfindet. Und jetzt fragen Sie ausgerechnet mich, der als Messdiener von einem Priester und danach als Jugendlicher von einem Kirchenmusiker missbraucht wurde, nach so etwas wie Unversehrtheit. Heilig, heilig, heilig: Wie oft habe ich das als Kind und Jugendlicher gesungen! Diese Kirchenmusik macht einem ja Gänsehaut, die vernebelt einem die Sinne und bringt einen in Ekstase. Bei mir mischte sich das Schöne mit dem Schlimmen zu einem Chaos. Irgendwann blieb nur noch der Rückzug ins Schweigen.

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DAS IST MIR HEILIG


DIE ZEIT 17.06.2010

Hilft gegen Wut

Nichts verschweigen, alles in Frage stellen!

von Norbert Denef

Was heißt eigentlich heilig? Im Internet steht, dass das Wort etwas Besonderes bezeichnet und dass sich darin das »Heile«, Ganze, Intakte wiederfindet. Und jetzt fragen Sie ausgerechnet mich, der als Messdiener von einem Priester und danach als Jugendlicher von einem Kirchenmusiker missbraucht wurde, nach so etwas wie Unversehrtheit. Heilig, heilig, heilig: Wie oft habe ich das als Kind und Jugendlicher gesungen! Diese Kirchenmusik macht einem ja Gänsehaut, die vernebelt einem die Sinne und bringt einen in Extase. Bei mir mischte sich dieses Schöne mit dem Schlimmen zu einem Chaos. Irgendwann blieb nur noch der Rückzug ins Schweigen.

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“Hart aber fair” entschuldigt sich


Bistum-Magdeburg.de

Redaktion unterlief grober Fehler

Magdeburg (pbm) – Der Produzent der ARD-Sendung „Hart aber fair” hat sich für einen schwerwiegenden Fehler in der Sendung am 24. Februar beim Bistum Magdeburg telefonisch entschuldigt. Zugleich kündigte er eine Richtigstellung auf der Webseite der Sendung an. Am Beginn der Sendung hatte Moderator Frank Plasberg behauptet, das Bistum Magdeburg wolle von Norbert Denef wissen, ob er „aus der Sache mit dem sexuellen Missbrauch” Profit ziehen wolle. Erst eine gute halbe Stunde später, nachdem diese Aussage ihre Wirkung in der Gesprächsrunde hinterlassen hatte, insbesondere bei Weihbischof Hans-Jochen Jaschke – und im Publikum, korrigierte der Moderator seinen Fehler: „Diese Frage kam nicht vom Bistum, sondern von einem Zuschauer …”

Im Wortlaut

Frank Plasberg am Beginn der Sendung, Herrn Denef zugewandt: „…Man habe aus dem Fehler gelernt, sagt das Bistum, das ist ja eine schöne Erklärung… In derselben Mail, ja, man habe aus dem Fehler gelernt, werden wir aufgefordert, werde ich aufgefordert, Sie zu fragen, ob es Ihnen um Aufklärung geht, oder ob Sie aus der Sache mit dem sexuellen Missbrauch Profit ziehen wollen oder die Kirche beschädigen wollen.”

Plasberg: „Aber ich muss grade noch was richtig stellen. Am Anfang der Sendung hab´ ich aus einer Mail zitiert, es ist nach wie vor richtig, dass das Bistum Magdeburg Ihnen, Herr Denef, Schweigegeld angeboten hat und auch heute einräumt, dass das ein Fehler war. Darüber haben wir am Anfang der Sendung gesprochen. Falsch ist aber, das haben wir jetzt noch mal recherchiert, dass das Bistum mich aufgefordert hat, Sie, Herr Denef, zu fragen, ob Sie Profit aus dem Missbrauch ziehen wollen. Diese Frage kam nicht vom Bistum, sondern von einem Zuschauer…”

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Kein Schweigegeld – trotzdem Fehler gemacht


Bistum-Magdeburg.de

Aus Fehler gelernt, Leitlinien konsequent umgesetzt

Angesichts der von Herrn Norbert Denef in der Vergangenheit und aktuell vorgetragenen Aussage, das Bistum Magdeburg habe ihm mit der finanziellen Entschädigung ein „Schweigegeld” zahlen wollen, möchte ich an dieser Stelle wie folgt Stellung nehmen:
Herr Norbert Denef zeigte 2003 beim Bistum Magdeburg an, dass er in den Jahren 1958 bis 1964 durch einen 1998 verstorbenen Priester dieses Gebietes sexuell missbraucht worden war. Er verband damit die Erwartung, dass eine Wiedergutmachung von 450 000 Euro gezahlt würde. Das Bistum betraute einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen.
Im ersten Entwurf einer gemeinsamen Vereinbarung über therapeutische Hilfeleistungen hat das Bistum von Herrn Denef erwartet, dass er den sexuellen Missbrauch nicht öffentlich machen würde. Wesentliches Motiv dafür war der Schutz seiner Herkunftsfamilie und des katholischen Gemeindelebens vor Ort. Die Familie hatte nachdrücklich um Verschwiegenheit gebeten. Zugleich wollte das Bistum pauschalen Vorwürfen zuvorkommen, die im Zusammenhang mit dem schweren Vergehen des Priesters zu befürchten waren. 

Aus späterer Sicht war diese Vorgehensweise des Bistums ein Fehler, der dem Opfer möglicherweise weiteren Schaden zugefügt hat. Deshalb wurde die in Aussicht genommene Regelung aus der endgültig in 2005 geschlossenen Vereinbarung gestrichen. Dort heißt es nun: „Ohne Rücksicht auf eine bereits eingetretene Verjährung schädigender Handlungen und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht zahlt das Bistum an Herrn Denef 25.000 Euro zur Durchführung einer Therapie. Über Art und Umfang der Therapie entscheidet Herr Denef selbst.”

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Sprache für Unsagbares


DA-im Netz.de 3.06.2010

von STEFAN MICHALZIK

Drei Menschen, die reden. Nach Jahrzehnten des Schweigens, der Sprachlosigkeit ist das ein Schritt nach vorn, wo wahre Befreiung nicht sein kann. Mit einem Monolog-Triptychon zum Missbrauchsmotiv greift das Frankfurter Autoren-Theater eine Thematik auf, die nach lange währender gesellschaftlicher Verdrängung hervorgebrochen ist.
Die gleichsam tagesaktuelle Schnelligkeit ist dem Theater, ist der dramatischen Produktion an sich wesensfremd. Einen heiklen Schnellschuss hat Wolfgang Spielvogel, der Regisseur und Begründer des FAT in der Hausener Brotfabrik, gleichwohl nicht gelandet.
Den Textvorlagen ist die Unmittelbarkeit der autobiografischen Äußerung eigen. Das Ringen um eine Sprache für das schier unaussprechliche stellt der Frankfurter Schriftsteller Bodo Kirchhoff in den Mittelpunkt seines im März im Magazin „Der Spiegel“ veröffentlichten Essays „Sprachloses Kind“. Der Täter, Kantor und Leiter eines evangelischen Internats am Bodensee, wird charakterisiert, das Geschehen präzise geschildert. Vor allem ist es das eigene Empfinden mitsamt der fatalen Prägung für das Leben, das Kirchhoff in diesem Schlüsseltext für sein Werk darstellt, mit schneidender Genauigkeit.
Ringen um die Sprache: Der Ich-Sprecher in Wolfgang Spielvogels auf einen Bericht des inzwischen medienbekannten Norbert Denef zurückgehenden Monodramas „Alles muss raus“ arbeitet an einer für eine Familienzusammenkunft – mit Beisein des Täters, eines katholischen Pfarrers und Freundes der Familie – bestimmten Bekenntnisrede. Ausgang offen: Es bleibt unklar, ob diese Rede je gehalten wird.
Impromptuhaft zwischen diesen Hervorbringungen männlicher Urheber steht der kurze Bericht einer Anonyma, die ob der Übergriffe des Vaters bei der Mutter, die das Bild vom guten Ehemann nicht angekratzt sehen mochte, kein Gehör fand.
Reduktion und Dichte sind die Charakteristika dieses gerade mal eine Stunde kurzen Abends. Es ist beachtlich, zu was für einer Differenziertheit die Schauspieler Sandra Baumeister-Roth, Ilja Kamphues und Victor Vössing gelangen an einem Motiv, das kein Pathos vertrüge. Dem wird entgegengewirkt mit Mitteln des Tanzes und der Musik, vor allem aber durch intensive, genaue Arbeit an der Form.

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Heilig, heilig ist der Herr


Frankfurter Rundschau 30.05.2010

Von Grete Götze

Ein Tisch und ein Stuhl stehen auf der Bühne. Mehr Requisiten braucht dieser Doppelabend im Frankfurter Autorentheater nicht. Denn es geht nur darum, dass die drei Protagonisten das eine loswerden: Sie wurden missbraucht. Alle erhoffen sich, durch dieses Geständnis wieder Herr ihrer selbst zu werden.

Basierend auf dem kürzlich im Spiegel veröffentlichten Bericht des Frankfurter Schriftstellers Bodo Kirchhoff und der Dramatisierung des autobiografischen Berichts von Norbert Denef versuchen die Schauspieler des Autorentheaters stellvertretend, sich von der Last freizustrampeln. Die Geständnisse passen gut auf die Off-Off-Bühne der Brotfabrik, weil der Zuschauer in diesem kleinen schwarzen Raum keine Möglichkeit hat, sich dieser intimen Situation zu entziehen.

“Sprachloses Kind” hat Kirchhoff seinen Text genannt. Und dem Autorentheater bei der Erstaufführung freie Hand gelassen. Das Ensemble wollte aber gar nichts anderes daraus machen. Der Text spricht für sich: Der Ich-Erzähler wurde als Zwölfjähriger auf einer evangelischen Internatsschule missbraucht – und fühlt sich seither als “sprachloses Kind mit Schwanz”. Missbrauch, so formuliert es der Text für all die anderen Opfer und ihre Familien, hinterlässt ein “Sprachloch”.

Ihm versucht die Schauspielerin Sandra Baumeister durch einen Befreiungstanz zu entgegnen. Sie krümmt sich zusammen, wiegt sich wie ein Kind hin und her, das sich selbst beruhigen will. Ihr Tanz ist die Zäsur zum zweiten Teil: In “Alles muss raus” bereitet sich ein Mann darauf vor, seiner Familie zu offenbaren, dass er missbraucht wurde. Auch er kämpft darum, nicht ins Sprachloch zu fallen.

Immer wieder versuchen die Schauspieler, mit diesen zwei Tatsachen umzugehen: Bodo Kirchhoff wurde als Internatsschüler von seinem Religionslehrer missbraucht. Norbert Denef wurde als Messdiener von einem Priester und einem Organisten missbraucht. Umso tragischer hört sich der fünfte Satz aus Schuberts Deutscher Messe an, den Viktor Vössing in der Mitte des Abends in seiner schlichten, eingängigen Melodie singt: “Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr. Heilig, heilig, heilig, heilig ist nur Er.”

Dass im Autorentheater nach jeder Vorstellung Brot und Wein gereicht wird, wirkt an diesem Abend(-Mahl) bedrückend. Ensemblemitglied Norbert Saßmannshausen schlägt vor, “die Fenster zu öffnen, damit ein bisschen Abendluft hereinkommt”. Gute Idee.

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Missbrauchsopfer klagt an: „Der Staat schützt die Täter“


Lübecker Nachrichten 23.05.2010
Von Curd Tönnemann

Sein Protest auf dem Ökumenischen Kirchentag ging durch die Medien. Missbrauchsopfer Norbert Denef aus Scharbeutz spricht jetzt von bewusster Inszenierung – und seinem Hauptziel.

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Ursula Enders, Leiterin der Opferorganisation “Zartbitter” in Köln, verteidigte den Protest Denefs


Evangelischer Pressedienst 14.05.2010

Eklat bei Missbrauchsdebatte auf Kirchentag

München/Berlin (epd). Beim Ökumenischen Kirchentag in München ist am Freitag eine Podiumsdiskussion zu Fällen sexuellen Missbrauchs massiv von einem Opfervertreter gestört worden. Norbert Denef, Sprecher des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt, scheiterte allerdings mit seinem Versuch, den Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, an seinem Vortrag zu hindern.

Unbeeindruckt von den Zwischenrufen setzte der Jesuitenpater seine Rede fort und erntete dafür großen Applaus von den mehr als 6.000 Besuchern der Veranstaltung. Mertes hatte Fälle sexuellen Missbrauchs an seiner Schule öffentlich gemacht und damit die bundesweite Missbrauchsdebatte ins Rollen gebracht.

In der anschließenden Podiumsdiskussion warnte der Trierer Bischof Stephan Ackermann: “Die Opfer geraten immer mehr aus dem Blick.” Im Mittelpunkt stehe derzeit vor allem die Kirchenpolitik. Das Publikum quittierte Ackermanns Aussage teils mit Buh-Rufen, aber auch mit Beifall. Ackermann ist Missbrauchsbeauftragter der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Der Bischof kündigte an, “im Kontakt mit den Opfern” sollen auch die neuen, überarbeiteten Leitlinien der Bischofskonferenz im Sommer veröffentlicht werden. “Wir wollen die Fortbildung verbessern und mehr Präventionsarbeit”, sagte Ackermann.

Die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) bekräftigte ihre Forderung nach längeren Verjährungsfristen. Auch müsse Missbrauch künftig als Verbrechen und nicht nur als Vergehen im Strafgesetzbuch behandelt werden. Ebenso sollten die finanziellen Hilfen aufgestockt werden. Merk mahnte ferner einen neuen Umgang mit Sexualität an. Das sei nicht nur Anstrengung der Kirche, sondern Aufgabe aller.

Opfervertreter Denef, der vor 50 Jahren im sächsischen Delitzsch als Kind unter anderem von einem katholischen Priester missbraucht wurde, war kurz nach Beginn der Veranstaltung an die Bühne gestürmt. dort forderte er Mertes auf abzutreten und die Veranstaltung abzubrechen. Denef warf dem Jesuitenpater vor, nicht dieser habe die Debatte ins Rollen gebracht, sondern allein die Opfer.

Mertes reagierte mit Verständnis für den Mann und räumte ein, als Kirchenmann versagt zu haben. Er ließ sich aber nicht das Wort verbieten. “Nein, ich trete nicht ab. Auch als jemand, der versagt hat, darf ich sprechen”, sagte er und setzte seinen Vortrag nach Minuten des Tumults fort, nach denen sich Denef von der Bühne abwandte. Mertes sagte, man könne die Veranstaltung nicht auflösen, denn über das Thema müsse gesprochen werden, um Missbrauchsfälle zu verhindern und aufzuklären.

Ursula Enders, Leiterin der Opferorganisation “Zartbitter” in Köln, verteidigte den Protest Denefs. Die Zusammensetzung des Podiums sei eine “Provokation für die Opfer” gewesen, sagte sie dem Internetportal “evangelisch.de”. So habe es “nicht einen einzigen Vertreter der Betroffenen” gegeben. Stattdessen habe die Kirche “mit sich selbst” diskutiert und damit erneut ihre fehlende Sensibilität im Umgang mit den Opfern und fehlenden Willen zur Dialogbereitschaft bewiesen. Denef nun als “Störer” darzustellen, sei falsch.

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Victims upset at Berlin roundtable on sexual abuse in school Special


DIGITAL JOURNAL 23.04.2010

By Riccardo Valsecchi.

Berlin – On April 23, a roundtable against child abuse has begun its work. The Berlin committee was set up by the Federal German Government in order to discuss assistance to victims and develop approaches to prevention.

The committee was presided by the Minister for Family, Elderly, Women and Youth Dr. Kristina Schroeder, the Justice Minister Sabine Leutheusser-Schnarrenberger and the Minister for Education and Research Prof. Dr. Annette Schavan.

The approximately 60 participants were divided in three working groups: the first will be dealing with issues of prevention and intervention; the second with legal and political consequences; the third with preparing German’s teachers and doctors in order to understand where the children are suffering sexual abuse.

The ministers said that they were satisfied by the proposals of the groups and they are making all the best to improve the situation for the future. They also said that the problem doesn’t involved only the Catholic Institution, but also other schools in Germany.

A group of victims, who studied at the infamous Catholic Canisius College, attended the conference and were pretty disappointed: “The proposals for the future are good,” said Marcello, “but who takes care about our right? We had the courage of coming out, we talked frankly, we have also the right to be listen.”

Marcello is now living in Portugal:”I can’t live in this land where my youth was spoiled by the perversion of a priest.”

Norbert Denef, a former victim and chairman of a group called NetzwerkB, criticized the Round Table meeting:

“We don’t see ourselves represented, we want to represent ourselves,” he said during a face to face with the Minister of Family Schroeder.

There are no victims or representatives of the victims among the 60 individuals on the committee.

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Das unverschämte Opfer


sueddeutsche.de 14.05.2010

Von Sarina Pfauth

Dürfen Missbrauchsopfer stören? Beim Kirchentagsforum zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche wird das Schweigen gegeißelt – und es kommt zum Eklat.

“Sie haben versagt, treten Sie ab!”: Opfervertreter Norbert Denef, im Hintergrund Pater Klaus Mertes, Rektor des Canisius-Kollegs in Berlin, der Missbrauchsfälle an seiner Schule öffentlich gemacht hat.

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Missbrauchsopfer stürmt Podium


Hamburger Abendblatt 15.05.2010

Erhitzte Debatte auf dem Ökumenischen Kirchentag. “Nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt”

Von Volker ter Haseborg

München. Der Mann schreit, er ist außer sich. “Lügentheater!”, brüllt er. “Wir werden zum Schweigen gebracht!” Und: “Wir wollen uns selbst vertreten!” Norbert Denef steht vor der Bühne, auf der eine Diskussion stattfinden soll. Der Titel: “Nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt – Missbrauch in der katholischen Kirche”.

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Kritik an Geistlichen gilt noch immer als Majestätsbeleidigung


WELT ONLINE 15.05.2010

Von Matthias Kamann

Interesse an Veranstaltungen zum Thema Missbrauch ist auf dem Ökumenischen Kirchentag in München besonders groß
München – Kaum stand Pater Klaus Mertes vom Berliner Canisius-Kolleg am Mikrofon, schon ging ein älterer Herr nach vorn und rief Mertes zu, er solle aufhören. Diese ganze Veranstaltung zum Thema Missbrauch müsse abgebrochen werden. “Hören Sie auf, Sie haben versagt”, rief der Mann.

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Sonderermittler: Prügelvorwürfe gegen Mixa glaubwürdig


pnp.de 15.05.2010

…Das Thema sexueller Missbrauch stand gestern auch auf dem Ökumenischen Kirchentag in München im Mittelpunkt. Dort verlief eine Podiumsveranstaltung zum Thema turbulent. Stellenweise gab es Pfiffe und Buh-Rufe für Bischof Stephan Ackermann, den Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz. Der Jesuit Klaus Mertes, der als Leiter des Berliner Canisiuskollegs das Thema öffentlich gemacht hatte, beklagte Machtmissbrauch in der Kirche. Die Gleichsetzung von Amt und Person bereite ihm Sorge, sagte er. Jedes offene Wort sei dann schon Majestätsbeleidigung.

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Heftiger Streit um Missbrauch


RP ONLINE 15.05.2010

Eine hochemotionale Debatte um die Missbrauchskrise erlebte der Kirchentag gestern. Bei der Veranstaltung “Nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt? Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche” gab es sogar Pfiffe gegen den Trierer Bischof Stephan Ackermann, den Beauftragten der Bischofskonferenz für die Aufarbeitung des Skandals. Ackermann sagte, zwei Beiträge zu Beginn der Diskussion hätten ihn “erschrocken”. Die Missbrauchsopfer seien “aus dem Blick geraten” zugunsten einer Debatte um kirchenpolitische Reformen. Das quittierte ein Teil der rund 5500 Zuhörer mit Pfiffen, “Buh”- und “Pfui”-Rufen.

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Missbrauch ist ungewollt das Thema Nummer 1


WELT ONLINE 14.05.2010

Von Matthias Kamann

Die Missbrauchfälle sind zum zentralen Thema des Ökumenischen Kirchentags geworden. Bei einer Podiumsdiskussion, zu der sie nicht geladen waren, verschafften sich Opfer lautstark Gehör. Während scharfe Kritik an den Kirchenoberen geübt wird, tun sich diese in der Debatte immer noch schwer.

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Eine Opfer-Initiative hat die zentrale Veranstaltung über Missbrauch in der katholischen Kirche auf dem Ökumenischen Kirchentag gestört.


Mittelbayerische 14.05.2010

Eklat bei Missbrauchsdebatte

Eine Opfer-Initiative hat die zentrale Veranstaltung über Missbrauch in der katholischen Kirche auf dem Ökumenischen Kirchentag gestört.

Der Sprecher des netzwerks B , Norbert Denef, hält während einer Podiums-Veranstaltung zum Thema Missbrauch in der Kirche das Bild eines Betroffenen in Händen.
München. Buhrufe für einen Bischof, Flugblätter mit Opfer- Fotos, dazu ein „Störenfried“ und knallharte Systemkritik an der katholischen Kirche – die Debatte um sexuellen Missbrauch hat am Freitag auf dem Ökumenischen Kirchentag in München große Emotionen freigesetzt. In der überfüllten Messehalle C 1 begleiteten am Freitag rund 6000 Menschen die Diskussion auf dem Podium immer wieder mit Applaus, aber auch mit für einen Kirchentag ungewöhnlichen Unmutsäußerungen.

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Missbrauchsopfer provoziert Eklat auf Kirchentag


SPIEGEL ONLINE 14.05.2010

Ein-Mann-Demo bei Diskussionsrunde

Missbrauchsopfer provoziert Eklat auf Kirchentag

Von Barbara Hans

Es war ein kalkulierter Skandal: Eine Opfer-Initiative hat die zentrale Diskussion über Missbrauch auf dem Ökumenischen Kirchentag in München gestört. Lautstark forderte ein Betroffener den Abbruch der Veranstaltung – Gehör fand er nicht.

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“Wir wollen endlich gehört werden”


SPIEGEL ONLINE 14.05.2005

Missbrauchsopfer zum Kirchentag

Von Barbara Hans

Katholiken und Protestanten diskutieren auf dem Kirchentag über sexuellen Missbrauch – aber nicht mit den Opfern. Sprecher der Betroffenen prangern an, dass sie nicht zur Debatte eingeladen wurden. Die Organisatoren weisen die Vorwürfe zurück: Man wolle die Menschen bloß schützen.

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«Das ist, also ob die Mafia ihre eigenen Verbrechen aufklären will.»


AD HOC NEWS 23.04.2010

Runder Tisch gegen Missbrauch will im Herbst Ergebnisse vorlegen – Opfer fühlen sich ausgeschlossen

Norbert Denef ist richtig sauer. Im dunklen Anzug steht der 61-Jährige Sachse am Freitag vor dem Bundesfamilienministerium in Berlin. Dort wird gleich der Runde Tisch der Bundesregierung über die Konsequenzen aus den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen an Schulen und in kirchlichen Einrichtungen beraten. «Doch wir sind ausgegrenzt», klagt Denef, der Sprecher des «netzwerkB – Betroffener von sexueller Gewalt» ist und nach eigener Aussage selbst als Jugendlicher acht Jahre lang von einem Pfarrer und einem Organisten sexuell missbraucht wurde.

Dass er keine Einladung zu dem Treffen der 61 Vertreter von Politik, Kirche, Opferorganisationen und Schulträgern erhalten hat, empört Denef. «Man spricht über uns, nicht mit uns», ruft er einem Geistlichen hinterher, der schweigend durch die Tür ins Ministerium verschwindet: «Das ist, also ob die Mafia ihre eigenen Verbrechen aufklären will.»

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German government inaugurates round-table forum on child abuse


DEUTSCHE WELLE 23.04.2010

A round-table forum aimed at preventing child abuse convened for the first time on Friday in Berlin, chaired by government commissioner Christine Bergmann. The forum intends to break the silence on the issue, she said.

The German government convened its new round-table forum on child abuse on Friday, under the supervision of the recently appointed commissioner for child abuse, Christine Bergmann.

After Friday’s three-hour initial conference, Justice Minister Sabine Leutheusser-Schnarrenberger spoke of an encouraging meeting with an open atmosphere. All involved had stressed the importance of finding practical proposals, the minister said.

The forum consists of 61 participants, including politicians, lawyers, doctors, psychologists and representatives of teachers’ organizations, sports clubs and churches, who intend to develop new concepts designed to help victims and prevent the kind of systematic abuse in German schools and church institutions revealed in the past months.

Speaking to the Deutschlandfunk public radio station before the meeting, Bergmann emphasized the importance of using the forum to break the social taboos around child abuse. “Whether it occurs in church institutions, schools, or in family circles, there are conspiracies of silence everywhere,” she said.

Bergmann also said she believed one of her main roles was to be a contact point for abuse victims, and that she herself would be contactable by telephone.

Three groups

Because of the size of the forum, it is to be divided into three working groups, directed by Leutheusser-Schnarrenberger, Family Minister Kristina Schroeder and Education Minister Annette Schavan.

Originally, only two working groups had been planned – one dealing with helping abuse victims, and another dealing with prevention. But now a third is to be introduced, to be headed by Schavan, which will research and propose reforms into the way doctors and nurses are trained to recognize and treat sexual abuse victims.

Bergmann’s role as commissioner is to document the number and extent of child abuse cases, to create a hotline for victims, and to come up with suggestions for compensation and psychological support. “Christine Bergmann is our representative for all victims,” Schroeder said.

There has been strong criticism from victim support groups that no abuse victims are present on the panel. Norbert Denef, a former abuse victim and chairman of NetzwerkB, a support network for victims of sexual violence, said, “The authorities have never actually talked to the victims. They’ve always talked about them, as so-called experts. In the last twelve weeks more and more victims have come out and spoken publicly. We have to use and recognize that.”

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Victims upset at Berlin roundtable on sexual abuse in school Special


DIGITAL JOURNAL 23.04.2010

Berlin – On April 23, a roundtable against child abuse has begun its work. The Berlin committee was set up by the Federal German Government in order to discuss assistance to victims and develop approaches to prevention.

The committee was presided by the Minister for Family, Elderly, Women and Youth Dr. Kristina Schroeder, the Justice Minister Sabine Leutheusser-Schnarrenberger and the Minister for Education and Research Prof. Dr. Annette Schavan.

The committee was presided by the Minister for Family, Elderly, Women and Youth Dr. Kristina Schroeder, the Justice Minister Sabine Leutheusser-Schnarrenberger and the Minister for Education and Research Prof. Dr. Annette Schavan.

The approximately 60 participants were divided in three working groups: the first will be dealing with issues of prevention and intervention; the second with legal and political consequences; the third with preparing German’s teachers and doctors in order to understand where the children are suffering sexual abuse.

The ministers said that they were satisfied by the proposals of the groups and they are making all the best to improve the situation for the future. They also said that the problem doesn’t involved only the Catholic Institution, but also other schools in Germany.

A group of victims, who studied at the infamous Catholic Canisius College, attended the conference and were pretty disappointed: “The proposals for the future are good,” said Marcello, “but who takes care about our right? We had the courage of coming out, we talked frankly, we have also the right to be listen.”

Marcello is now living in Portugal:”I can’t live in this land where my youth was spoiled by the perversion of a priest.”

Norbert Denef, a former victim and chairman of a group called NetzwerkB, criticized the Round Table meeting:

“We don’t see ourselves represented, we want to represent ourselves,” he said during a face to face with the Minister of Family Schroeder.

There are no victims or representatives of the victims among the 60 individuals on the committee.

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Schröder will schnelle Ergebnisse


n-tv 23.04.2010

Der Runde Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch absolviert seine erste Sitzung. “Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Opfern”, sagt Familienministerin Schröder (CDU) zum Auftakt mit Blick auf die hunderten Fälle sexuellen Missbrauchs in Schulen und anderen Institutionen.

Zitat vom Sprecher von netzwerkb, Norbert Denef:

“Wir sind ausgegrenzt. Das heißt, jetzt beraten die, die bisher verantwortlich sind für die Katastrophe die wir uns jetzt anschauen – die beraten jetzt wie es weiter gehen soll.”

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“Die Opfer sind unterrepräsentiert”


ZEIT ONLINE 23.04.2010

Opferberater Peter Mosser hat wenig Hoffnung, dass der Runde Tisch gegen Missbrauch Konkretes bewirkt. Das erste Treffen sei enttäuschend verlaufen, sagt er im Interview.

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Runder Tisch von Skepsis begleitet


Main Post 23.04.2010

Kirche denkt über einen Opfer-Fonds nach

…Auf die Frage, was er vom runden Tisch gegen sexuellen Missbrauch erwartet, hat Norbert Denef eine deutliche Antwort: „Gar nichts“. Vom zehnten Lebensjahr an wurde Denef von einem Pfarrer sexuell missbraucht. Als Denef nach 35 Jahren sein Schweigen brach, bot ihm die katholische Kirche rund 25 000 Euro, unter der Voraussetzung, dass er seinen Fall nicht öffentlich macht.

Denef erwartet von der katholischen Kirche schon lange nichts Gutes mehr. Der runde Tisch, der am Freitag seine Arbeit aufnahm und an dem auch die Kirche sitzt, hat in seinen Augen eine Alibifunktion: „Da wird wochenlang geredet, und nichts kommt dabei raus….

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Missbrauchsopfer fühlen sich ausgeschlossen


Berliner Zeitung 24.04.2010

Missbrauchsopfer fühlen sich ausgeschlossen

Der Runde Tisch der Bundesregierung gibt sich ein Arbeitsprogramm

…”Wir Opfer wollen nicht mehr von anderen vetreten werden. Wir wollen uns selbst vertreten.”…

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Missbrauchs-Opfer will Kaplan treffen


Hamburger Abendblatt 13.04.2010

Der Lübecker Rudolf Kastelik, der dem damaligen Kaplan des Oldesloer Kinderhauses St. Josef den Vorwurf macht, Ende der 50er-Jahre sexuell missbraucht worden zu sein (wir berichteten), möchte sich mit dem Geistlichen zu einem Gespräch treffen.

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German Archbishop Says Church Failed Abuse Victims


npr 10.04.2010

The head of Germany’s Roman Catholic bishops issued a strongly worded Good Friday statement denouncing what he called “the appalling crimes of sexual abuse” and the “great injustice” done to victims. Archbishop Robert Zollitsch called on the church to confront its past failures in handling abuse cases and called on Catholics to pray this Easter weekend for those abused by priests.

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Church abuse victims’ groups rise in Europe


(CNN) 6.04.2010

As allegations of sexual abuse by Catholic priests started piling up in the Netherlands earlier this year, Bert Smeets, a 58-year-old Dutch musician, decided to launch an organization to bring victims of church abuse together.

Two months later, Smeets’ group — called Mea Culpa — has received 700 calls and e-mails from people across the Netherlands who, like him, say they were abused by priests as children.

In Germany, where hundreds of church sexual abuse allegations have surfaced since January — church-abuse victim Norbert Denef started his own victims’ group late last month. Called Network B, the organization has been contacted by hundreds of alleged victims of priest abuse in its first few weeks of existence.

In a half dozen countries across Europe, new victims’ groups are springing up in response to an unprecedented wave of sex abuse allegations aimed at the Catholic Church. Though such groups have been active in the United States for more than a decade, they are just now forming in Germany, the Netherlands, Austria, Italy and elsewhere in Europe.

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German Catholics Set Up Abuse Hotline


The New York Times, 01.04.2010

BERLIN (Reuters) – The Roman Catholic Church in Germany said on Tuesday it had opened a hotline for victims of child abuse, and a new poll suggested the abuse scandal could cost the Church members.

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“Die Presse” 21.03.2010


“Ich wurde sexuell missbraucht”

Das Schweigen zu brechen sei unvorstellbar, sagt Norbert Denef. Er “outete” sich schon Anfang der 90er und wurde als erstes Opfer in Deutschland entschädigt.

von Eva Male

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Norbert Denef: “Ich wurde sexuell missbraucht”


Die Presse.com / › Panorama › Österreich 20.03.2010

von Eva Male (Die Presse)

Das Schweigen zu brechen sei unvorstellbar schwer, sagt Norbert Denef. Er “outete” sich schon Anfang der 90er und wurde als erstes Opfer in Deutschland entschädigt.

Ich wurde sexuell missbraucht.“ Jahrelang musste Norbert Denef vor dem Spiegel üben, bis er diesen Satz über die Lippen brachte. Vorangegangen waren 35Jahre Schweigen: „Ich fühlte mich wie in Einzelhaft, glaubte, der Einzige auf der Welt zu sein, dem es so geht. Was man da durchmacht, ist eine innere Folter.“ Es liege an der „Genialität dieses Verbrechens“, dass man so unendlich schwer darüber sprechen könne. Da sind Scham, Schuldgefühle, die Angst vor den Konsequenzen und der Ausgrenzung, die Denef bis heute erlebt, im Beruf, in der Nachbarschaft.

Seit Kurzem lebt der nunmehr 61-Jährige mit seiner Frau in einem kleinen Ort nahe Lübeck. Im Moment ist Denef – wie schon so oft – aus psychischen Gründen krankgeschrieben. Immer noch begleitet ihn der Missbrauch – trotz „meiner geliebten Ostsee“, trotz der aufgeräumten Atmosphäre in dem Reihenhaus, das mit hellen Holzmöbeln und farbenfrohen Bildern eingerichtet ist. „Oft genügt ein bestimmter Geruch, ein Geräusch oder eine Person, und die Erinnerung an den sexuellen Missbrauch ist da, Tag für Tag und Nacht für Nacht.“

25.000Euro Entschädigung.Denef ist das wohl bekannteste Missbrauchsopfer Deutschlands: Er hat sein Schweigen schon relativ früh gebrochen, bereits 1993. Und er war der erste, der von der katholischen Kirche– trotz Verjährung – eine Entschädigungszahlung erhielt. Allerdings mit der Auflage, nicht darüber zu sprechen. Erst nach langem juristischen Kampf erreichte er die Aufhebung dieser „Schweigeklausel“. Über den erlittenen „Seelenmord“ zu reden ist für ihn zu einer Lebensaufgabe, zu einer Mission, geworden.

Von seinem zehnten bis zum 16.Lebensjahr wurde der Messdiener in der ostdeutschen Gemeinde Delitzsch vom Vikar sexuell missbraucht, nach dessen Versetzung zwei weitere Jahre von einem Kirchenangestellten, dem Organisten. Beide waren Freunde der Familie. Mit 40, als Denef in einer schweren Krise war, geplagt von Depressionen, Schlafstörungen, Schwindel, Herzklopfen, Aggressivität und Schwitzen, entschloss er sich zum Outing in der eigenen Familie. Inzwischen war er verheiratet, hatte zwei Kinder. Er, der damals schon jahrelang als Techniker am Theater arbeitete, „inszenierte das wie ein Stück. Ich musste die Rolle einstudieren, die geeignete Bühne wählen“. Zum alljährlichen Treffen mit den vier Geschwistern und deren Partnern am Todestag der Mutter lud er auch die beiden Täter. Er habe etwas Wichtiges zu sagen, kündigte er an. „Die dachten wohl, dass ich Krebs habe.“

Outing am Kaffeetisch. Was dann passiert, erinnert an den dänischen Film „Das Fest“ – „nur ist meine Geschichte noch besser“: Als Denef am Kaffeetisch den Missbrauch offen ausspricht, ist die Hölle los. „Wenn du so lange geschwiegen hast, hättest du den Rest deines Lebens auch noch dein Maul halten können“, wirft ihm die Schwägerin an den Kopf. Der Vikar schweigt, und der Organist wirft ein, es sei immer noch die Frage, „wer angefangen hat“. Bald wird Denef mit Frau und Kindern aus der Wohnung gedrängt – sie werden ihm in den kommenden Jahren eine wichtige Stütze sein. Von seiner Herkunftsfamilie jedoch wird Denef seither ausgegrenzt – „lebendig begraben, bis heute“.

Es dauerte lange, bis Denef seine „Sexualität und die damit verbundenen Gefühle zu ordnen“ begann. Im frühen Erwachsenenleben war da zunächst nur zwanghafter Sex, wie eine Sucht, deren Befriedigung erst recht Leere hinterlässt. Der Missbrauch hatte die Gefühle abgetötet: „Man kann das als Kind nicht verstehen und benennen. Es wird etwas zerstört, was noch gar nicht da ist.“ Zugleich erfolgt eine Abspaltung des Geschehenen, ähnlich wie beim Täter: „Ich zog mich danach wieder an, ging ministrieren und zu derselben Person beichten.“ Selbst trauen hat sich Denef später vom Vikar lassen. Trotz des Missbrauchs idealisierte er die Täter auf paradoxe Art noch eine lange Zeit, fühlte sich ihnen in besonderer Weise verbunden.

„Wir müssen lernen, uns mit den Opfern zu befassen“, sagt Denef heute. Debatten über den Zölibat („Der gehört sowieso weg“), mögliche Ursachen der Pädophilie, die Denef „Pädokriminalität“ nennt („Das hat mit Liebe nichts zu tun, ist auch keine Krankheit, sondern ein Verbrechen“), besseren Schutz der Kinder, strengere Eignungstests für Erzieher – all das seien nur Nebenschauplätze. Vielmehr pocht er auf die Beteiligung von Opfern an den runden Tischen, die Abschaffung der Verjährungsfrist, Änderungen im Strafrecht und neue Wege im Umgang mit Opfern, die keine Beweise haben. Finanzielle Kompensationen dürften keine Almosen sein: „Wenn Sie mir ein Bein abfahren, müssen Sie auch zahlen.“

„Jetzt eitert alles heraus.“ Im derzeitigen „Tsunami“ sieht Denef eine Riesenchance, immer mehr Opfer fühlten sich ermutigt, Missbrauch zu melden: „Der Druck wird so groß, dass die Gesellschaft nicht mehr wegschauen kann. Es ist bloß eine Frage der Zeit, bis alles herauseitert.“ Was derzeit ans Licht komme, ist laut Denef aber nur die Minispitze des Eisbergs. „Der geringste Teil findet in der Kirche, in diversen Gruppen, Sportvereinen etc. statt. Rund 90Prozent der Fälle passieren in der Familie.“ Auch heute noch müsse ein Kind, statistisch gesehen, zu acht Personen gehen, bis ihm jemand den Missbrauch glaubt.

(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 21.03.2010)

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Missbrauchsopfer wollen gehört werden


euronews 20.03.2010

Berlin (ddp). Angesichts immer neuer Enthüllungen über sexuellen Missbrauch von Kindern an Schulen und in Internaten melden sich verstärkt Vertreter der Opfer zu Wort. Sie beklagten am Samstag eine mangelnde Einbindung in die laufende Debatte und forderten, am Runden Tisch der Bundesregierung beteiligt zu werden. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) drang indessen darauf, Opfer sexuellen Missbrauchs finanziell zu entschädigen.

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„Er hat sich bedient, ich habe geschwiegen“


focus.de 9.03.2010

Norbert Denef erstritt von der katholischen Kirche 25 000 Euro als Entschädigung für sexuellen Missbrauch. Im Interview erklärt er, warum Opfer oft jahrzehntelang schweigen.

Von FOCUS-Online-Redakteurin Nina Baumann

FOCUS Online: Herr Denef, jeden Tag werden neue Fälle von Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche oder anderen Schulen bekannt. Als erstes Missbrauchsopfer in Deutschland erreichten Sie 2005, dass die katholische Kirche eine Entschädigung zahlte. Was war Ihnen zugestoßen?

Norbert Denef: Ich wuchs in einer katholischen Familie in Delitzsch bei Leipzig auf. Als ich 1959 mit zehn Jahren Messdiener wurde, freute ich mich: Der Vikar war sehr beliebt. Doch eines Tages nahm er mich nach dem Gottesdienst mit in seine Wohnung.
Er schloss von innen ab, zog mich auf seinen Schoß und knöpfte mir die Hose auf.

FOCUS Online: Was haben Sie getan?

Denef: Nichts. Ich habe nicht verstanden, was mit mir geschieht. Ich habe mich geschämt und gehofft, dass es vorbeigeht. Das eine Mal ging vorbei, doch es passierte immer wieder: sechs Jahre lang, mehrmals die Woche. Bis heute habe ich das Bild im Kopf, wie ich unter ihm liege und er mein Glied in seinem Mund hat.

FOCUS Online: Hat der Geistliche Sie bedroht, damit Sie schweigen?

Denef: Nein. Er hat nie ein einziges Wort gesagt. Er hat sich bedient, und ich habe geschwiegen. Viele wussten davon, aber niemand hat etwas gesagt. Der Mann ist 1998 gestorben, aber wenn man sich heute in Delitzsch nach ihm erkundigt, lieben ihn immer noch alle. Dabei gehe ich davon aus, dass er im Laufe seines Berufslebens an seinen verschiedenen Stationen insgesamt 100 bis 150 Kinder missbraucht hat.

FOCUS Online: Wie endete sein Missbrauch an Ihnen?

Denef: Als ich 16 war, kam ein Organist in unsere Gemeinde, der sorgte schließlich für die Versetzung …

FOCUS Online: … und beendete so Ihr Martyrium?

Denef: Für ein Vierteljahr. Plötzlich hatte ich gute Noten in der Schule, vorher war ich ein schlechter Schüler. Doch eines Abends wurde es spät, der Organist bot mir an, bei ihm zu übernachten – und kroch zu mir unter die Bettdecke. Der Missbrauch fing wieder an. Meine Schulnoten wurden wieder schlecht.

FOCUS Online: Sie waren mittlerweile fast 18. Konnten Sie bei diesem zweiten Fall mit jemandem reden?

Denef: Nein. Das glaubt Ihnen niemand. Ich habe 35 Jahre gebraucht, um das Schweigen zu brechen.

„Wer sich outet, wird in die Ecke gestellt“

FOCUS Online: Wie haben Sie es überhaupt geschafft?

Denef: Bis ich 40 war, habe ich ein Vorzeigeleben geführt: Ich habe geheiratet, zwei Kinder kamen, und ich habe gearbeitet.
Doch ich hatte immer wieder Phasen, in denen ich meine Familie tagelang angeschwiegen habe oder Wut und Hass auf sie empfunden habe. Einmal bin ich wie ein Irrer mit 240 Stundenkilometern aus dem Spanienurlaub nach Hause gefahren. Irgendwann war ich mit den Kräften am Ende und meine Frau zwang mich, etwas zu unternehmen. Da fing ich an, psychologische Bücher zu lesen und stellte fest: Es geht vielen so. Viele haben ein Problem damit, Kontakt und Nähe zuzulassen. Dass es um den Missbrauch ging, habe ich aber immer noch von mir weggeschoben.

FOCUS Online: Aber schließlich haben Sie auch das ausgesprochen.

Denef: Die Erkenntnis kam eines Nachts: „Das muss raus.“ Sofort habe ich den Gedanken verbannt. „Das geht nicht“, habe ich mir gleich wieder gesagt. Dann habe ich ein Jahr vor dem Spiegel geübt: „Ich wurde sexuell missbraucht.“ Ich konnte es zuerst nicht aussprechen. Irgendwann ging es. Es war der wichtigste Satz meines Lebens.

FOCUS Online: Wann haben Sie ihn zum ersten Mal vor anderen Leuten gesagt?

Denef: Das war 1993 bei einem Familienfest, zu dem ich auch die beiden Täter eingeladen hatte. Die Folge war: Die Täter werden weiterhin eingeladen, meine Frau, ich und die Kinder nicht mehr.

FOCUS Online: Haben Sie die Täter auch bei der Kirche angezeigt?

Denef: Das war ein langer Kampf. Die Kirche bot mir 2003 schließlich 25 000 Euro Entschädigung an – mit einer Klausel, die mich zum Schweigen verpflichtete. Ich werde aber nie wieder schweigen. Zwei Jahre kämpfte ich noch gegen die Schweigeklausel, dann erhielt ich die 25 000 Euro.

FOCUS Online: Zwölf Jahre, nachdem Sie den Missbrauch erstmals bei der Kirche bekannt gemacht hatten.

Denef: Mein Fall ist beispielhaft für viele. Wer sich outet, wird in die Ecke gestellt. Ich hatte noch Glück, weil ich gute Beweise hatte. Aber der Missbrauch ist ein Seelenmord; ich befinde mich immer noch in einem ständigen Überlebenskampf. Meine Geschichte zeigt, wie lange man braucht, bis man über Missbrauch reden kann. Deswegen muss die zivilrechtliche Verjährungsfrist für Missbrauch aufgehoben werden.

Quelle:

http://www.focus.de


“Schweigegeld” – das war ein Fehler


Aus Fehler gelernt, Leitlinien konsequent umgesetzt

Angesichts der von Herrn Norbert Denef in der Vergangenheit und aktuell vorgetragenen Aussage, das Bistum Magdeburg habe ihm mit der finanziellen Entschädigung ein „Schweigegeld” zahlen wollen, möchte ich an dieser Stelle wie folgt Stellung nehmen:
Herr Norbert Denef zeigte 2003 beim Bistum Magdeburg an, dass er in den Jahren 1958 bis 1964 durch einen 1998 verstorbenen Priester dieses Gebietes sexuell missbraucht worden war. Er verband damit die Erwartung, dass eine Wiedergutmachung von 450 000 Euro gezahlt würde. Das Bistum betraute einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen.

Im ersten Entwurf einer gemeinsamen Vereinbarung über therapeutische Hilfeleistungen hat das Bistum von Herrn Denef erwartet, dass er den sexuellen Missbrauch nicht öffentlich machen würde. Wesentliches Motiv dafür war der Schutz seiner Herkunftsfamilie und des katholischen Gemeindelebens vor Ort. Die Familie hatte nachdrücklich um Verschwiegenheit gebeten. Zugleich wollte das Bistum pauschalen Vorwürfen zuvorkommen, die im Zusammenhang mit dem schweren Vergehen des Priesters zu befürchten waren.

Aus späterer Sicht war diese Vorgehensweise des Bistums ein Fehler, der dem Opfer möglicherweise weiteren Schaden zugefügt hat.

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Quelle:

http://www.bistum-magdeburg.de/front_content.php?idcat=1374&idart=14034

__________________________________

“Die Familie hatte nachdrücklich um Verschwiegenheit gebeten.”

Der Bischof von Magdeburg hat mich schriftlich zum Schweigen gezwungen. Das beschreibe ich ausfürlich in meinem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht”.

Norbert Denef


Hier endet der demokratische Sektor


FR-online.de 25.02.2010

TV-kritik “Hart aber fair”

Von Arno Widmann

Die oben brauchen den Sozialstaat nicht. Die oben bilden sich auch ein, sie kämen ohne den Rechtsstaat aus. Das war gestern abend bei “Hart aber fair” wieder einmal zu erleben. Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, Jahrgang 1941, wurde 1974 von Professor Ratzinger promoviert, seit 1994 ist er Weihbischof in Hamburg. In der Deutschen Bischofskonferenz arbeitet er vor allem an Fragen der Ökumene und im interreligiösen Dialog. Als geborener Oberschlesier ist er auch tätig im Stiftungsrat Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Ein Mann also, der den Umgang mit Problemen gewohnt ist. Vielleicht hat er sich dabei angewöhnt, wann immer er etwas sagt, dazu zu lächeln. Ein einnehmendes Lächeln für die einen. Andere finden es aufgesetzt, unglaubwürdig. Bei Plasberg durfte man auch auf die Idee kommen, es für ein verlegenes Grinsen zu halten. Jedenfalls war es auffallend.

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Druck wegen Kindesmissbrauchsfällen wächst


Focus.de 22.02.2010

Wegen der zahlreichen Fälle von Kindesmissbrauch wächst der Druck auf die katholische Kirche. Kritiker forderten eine Aufklärung der Fälle von außen, da die Kirche bislang versagt habe. Der Kirchenkritiker Eugen Drewermann warf der katholischen Kirche vor, die Kirche gehe einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Missbrauchs-Vorwürfen aus dem Weg.

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‘Kirche hat im Missbrauchs-Skandal versagt’


DNEWS.de 22.02.2010

BERLIN – Der Kirchenkritiker Eugen Drewermann hat der katholischen Kirche vorgeworfen, einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Missbrauchs-Vorwürfen aus dem Weg zu gehen.

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Selbstmord als letzter Ausweg


Selbstmord als letzter Ausweg
tagesspiegel.de 20.02.2010

Im Canisius-Fall gibt es neue Hinweise auf Suizide von Schülern. Experten fordern Schulstandards gegen Missbrauch.

Von Hadija Haruna

12 Täter, 120 offizielle Opfer – so lautet die bisherige Bilanz zu den Missbrauchsfällen im Jesuitenorden. Die Dunkelziffer ist unbekannt, und einige derer, die das Martyrium erlebten, sind nicht mehr am Leben. Der Mitschüler Johnny Haeuslers beispielsweise, der nach seiner Schulzeit erst einen Anschlag auf Täter-Pater Peter R. verübte und sich anschließend das Leben nahm, sei nicht der Einzige gewesen, der Selbstmord begangen habe, schreibt ein ehemaliger Canisius-Schüler in seinem Blog „Spreeblick“. Dabei beruft er sich auf Aussagen anderer Mitschüler.

Auch Ordensanwältin Ursula Raue habe von mehreren mutmaßlichen Opfern gehört, die offenbar ihr Leben durch Suizid beendet haben oder die der Gedanke daran täglich begleite. Von vier Opfern und Familienangehörigen kenne sie die Details. „Es sind Geschichten von Kindern, die missbraucht wurden und im Leben nie richtig Fuß fassen konnten.“

Selbstmord sei das Mittel, an das man denke, wenn man die Schmerzen nicht mehr aushalte, sagt Norbert Denef. Der Suizidgedanke sei für viele Opfer ein ständiger Begleiter. Acht Jahre lang wurde er von einem Pfarrer und einem Kirchenangestellten missbraucht. „Bei denjenigen, die ihre Geschichte verdrängt haben, kann die Erinnerung unvorstellbare Schmerzen auslösen.“

Bei der Offenlegung ihres Zwischenberichts sprach sich Anwältin Raue für die Entwicklung institutionalisierter Modelle aus, mit denen Missbrauch in Zukunft verhindert werden solle. „Jetzt muss endlich im Bewusstsein ankommen, dass Kinder Zeichen senden, wenn ihnen Gewalt passiert und es braucht Menschen, die sie erkennen und zu werten wissen.“ Zudem bedürfe es einer Supervision für Lehrer, die unter Anleitung ihre Einzelerfahrung zusammentragen sollten, um auf Fälle aufmerksam zu werden. „Es wird viel zu viel über die Täter diskutiert und die Opfer werden zu oft außer Acht gelassen“, sagt Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer des ökumenischen Netzwerks „Initiative Kirche von unten“. In einem Zehn-Punkte-Plan fordert das Netzwerk einen standardisierten Umgang mit dem Thema Missbrauch in der Kirche, der auch für die Schulen gilt – beispielsweise den Einsatz einer unabhängigen Ombudsperson. „Diese aber darf nicht Teil des Lehrkörpers sein oder von der Kirche bezahlt werden, muss aber trotzdem in den Schullalltag eingebunden sein.“ An dieser Stelle müsse das Schulamt eintreten, an das diese Instanz gekoppelt sein könnte.

Insbesondere an den kirchlichen Schulen bedürfe es eines neuen Konzeptes, weil dort das Beichtgeheimnis die geistlichen Lehrer von der Meldung eines Vorfalls entbinde. „Die Frage, die sich stellt ist, ob die Kirche noch in der Lage ist das Problem alleine zu lösen“, sagt Göhrig. Auch die Kieler Strafrechtlerin Monika Fromm fordert kontrollierte Standards. „Wenn eine Einrichtung die betroffenen Personen nur versetzt, dann sollte das Opfer im Anschluss nicht noch nachweisen müssen, dass es geschädigt wurde.“ Die bei einem Verdachtsfall einzuleitenden Schritte müssten öffentlich nachvollziehbar sein.

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Canisius-Kolleg-Missbrauch;art270,3035917


Opfer: Missbrauch darf nicht verjähren


Rhein – Zeitung 19.02.2010

Berlin Die Empörung über die Fälle sexuellen Missbrauchs an Jesuiten-Schulen richtet sich besonders gegen die Täter aus dem Umfeld der katholischen Kirche. “Der eigentliche Skandal aber sind die Verjährungsfristen im Straf- und im Zivilrecht”, sagen ehemalige Missbrauchsopfer wie Norbert Denef (60).

Während in Berlin Katho­liken für die Miss­brauch­sop­fer beten, fordern Betrof­fene Genug­tuung. Sie fordern vehe­ment, dass sexu­eller Miss­brauch nicht ver­jähren darf.

Sie garantierten auch den jetzt bekannt gewordenen Tätern vermutlich wieder Straffreiheit und bewahrten sie vor Entschädigungszahlungen. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) plädiert daher für eine Verlängerung der Verjährungsfristen.

Der Priester, der 1958 den neunjährigen Denef missbrauchte, war ein Freund der Familie, ebenso wie der Chorleiter, der sich 1965 dem jungen Norbert unsittlich genähert hat. 450 000 Euro fordert er von seinen Peinigern. Aber die Taten waren längst verjährt, als sie ihm überhaupt erst wieder ins Bewusstsein kamen. “Das Geld kann nicht heilen, was ich erlitten habe und noch erleide”, sagt Denef. Auch die Last, die seine Familie durch ihn zu tragen hatte, lasse sich mit Geld nicht wiedergutmachen. Aber: “Eine Verurteilung der Täter und das Schmerzensgeld hätten zumindest die Anerkennung meines Leids durch die Gesellschaft ausgedrückt.”

Missbrauchsopfer tun sich nicht nur aus Scham schwer, das an ihnen begangene Verbrechen öffentlich zu machen, sagt Denef. Warum sollten sie, wenn sie endlich in der Lage sind, über den Missbrauch zu sprechen, an die Öffentlichkeit gehen? Hilfe durch die Justiz hätten sie kaum zu erwarten, weil die Tat meistens verjährt ist.

Das Bistum Limburg hatte Denef 25 000 Euro “Schweigegeld” – wie er es nennt – für den Missbrauch gezahlt, was nur einen Teil der Kosten für Therapien und Klinikaufenthalte gedeckt habe. Papst Johannes Paul II. “ermutigte” ihn in einem Schreiben, “den allmächtigen Gott um seinen starken Beistand für innere Heilung und um die Kraft der Vergebung zu bitten”.

Denef hat nicht vergeben. Er kämpft für die Abschaffung der Verjährungsfristen bei sexuellen Straftaten im Zivilrecht. Schadenersatzansprüche verjähren nach drei bis maximal zehn Jahren. 2006 reichte Denef beim Bundestag eine Petition ein. 14 752 Befürworter hatten sie mitunterzeichnet. Die Eingabe wurde aber 2008 abgelehnt. “Paragraf 78 Strafgesetzbuch sieht für sämtliche Straftaten – mit Ausnahme von Mord – die Verfolgungsverjährung vor, welche die Ahndung der Straftaten ausschließt”, heißt es in der Ablehnung. Ausnahmen seien “nur aus besonders schwerwiegenden kriminalpolitischen Gründen” zulässig. Vor fast genau einem Jahr, am 24. Februar 2009, reichte Denef deshalb beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Beschwerde gegen die Bundesrepublik ein.

Monika Frommel, Direktorin des Instituts für Sanktionsrecht und Kriminologie an der Kieler Christian-Albrechts-Universität, hält die Verjährungsfrist bei Missbrauch indes für angemessen. Sie plädiert dafür, Schadenersatzklagen gegen Institutionen zu erleichtern, wenn diese sich fahrlässig verhalten, etwa Missbrauch decken und Verdächtige lediglich versetzen. Derartige Verstöße gegen Aufsichtspflichten beträfen nicht nur die katholische Kirche, sondern grundsätzlich alle Träger und Einrichtungen, in denen Kinder, Jugendliche und Behinderte betreut werden.

Ingrid Jennert

Quelle:

http://rhein-zeitung.de/on/10/02/19/rztt/t/rzo675696.html


Abusos en el internado


ELPAIS.com 18.02.2010

Curas católicos han abusado de decenas de niños en Alemania. La Iglesia calló muchos años. Ahora, un colegio de jesuitas ha intentado esclarecer sus propios casos y el silencio se ha roto

El pasado 27 de enero, el padre Klaus Mertes, rector del colegio jesuita Canisius de Berlín, una institución célebre donde se forma la élite de Alemania, envió cientos de cartas a los antiguos alumnos que habían estado en el centro entre los años setenta y ochenta. En ellas les pedía su colaboración para desentrañar los casos de abusos sexuales que habían podido cometer tres profesores del centro, luego trasladados a otras escuelas. Al día siguiente, la noticia la publicó el diario conservador Berliner Morgenpost, desatando un escándalo sin precedentes en la Iglesia católica alemana.

“Maltraté a jóvenes y niños con excusas pseudopedagógicas”, reconoce uno de los religiosos, de 65 años

Casi un centenar de curas y laicos habían sido investigados en silencio desde 1995. Alemania se siente herida

El efecto dominó hizo que la prensa se volcara en las pesquisas realizadas en los últimos años por asuntos similares. Desde 1995, casi un centenar de curas y de laicos (educadores, directores de coros, etcétera) han sido investigados en 27 diócesis de Alemania. “El muro de silencio se vino abajo”, afirma el semanario Der Spiegel, que ha detallado los casos en su último número. Muchos observadores piensan que, después de Estados Unidos e Irlanda, ha llegado la hora de Alemania para saldar cuentas con los abusos de la Iglesia.

“En enero de 2010 supe de un informe acerca de víctimas que habían denunciado abusos en el colegio en las décadas de los setenta y ochenta”, explica a EL PAÍS el rector de la escuela berlinesa, Klaus Mertes. “Entonces fue cuando decidí ponerme en contacto con todos los potenciales afectados. Enviamos 600 cartas, cuyo fin fue el de ofrecer apoyo a las víctimas de aquellos años”. Entre los destinatarios figuraban también periodistas del Berliner Morgenpost. “Había imaginado los riesgos e implicaciones de la publicación del tema, pero más que la imagen de la escuela o de la orden de los jesuitas es importante la responsabilidad frente a las víctimas”, añadió el rector del colegio Canisius.

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Quelle:

http://www.elpais.com/articulo/reportajes/Abusos/internado/elpepusoc/20100214elpdmgrep_5/Tes


El Papa califica de infames los abusos sexuales en Irlanda


ELPAIS.com

El obispado irlandés se compromete a cooperar con las autoridades para hacer justicia por los supuestos abusos sexuales cometidos por religiosos entre 1975 y 2004

MILENA FERNÁNDEZ – Venecia – 17/02/2010

Los obispos irlandeses se han comprometido a cooperar con las autoridades civiles de su país y a “actuar con eficacia” para hacer justicia por los supuestos abusos sexuales a niños cometidos por religiosos entre 1975 y 2004. Así lo dice una comunicación oficial del Vaticano tras la reunión que los prelados irlandeses mantuvieron entre el lunes y martes con el Papa y otros cargos del Vaticano. En ella, tuvieron que oír de Benedicto XVI que lo que habían hecho o permitido era un “crimen infame”.

“Los errores y omisiones” cometidos por la iglesia irlandesa no deberán volver a repetirse, dice el texto, que reconoce “el fracaso de las autoridades de la iglesia irlandesa”, que durante muchos años no supo actuar con eficacia.

Quelle:

http://www.elpais.com/articulo/sociedad/Papa/califica/infames/abusos/sexuales/Irlanda/elpepisoc/20100217elpepisoc_4/Tes


Schulverwaltung fühlt sich nicht zuständig für Canisius-Fälle


tagesspiegel.de 17.02.2010

Missbrauchs-Opfer fordern klare Standards für Vorgehen bei Missbrauchsverdacht an Institutionen.

Von Hadija Haruna

„Ich weiß, was Schweigen heißt. Es schaltet dein Gehirn ab, damit Du das Gefühl in Dir unterdrücken kannst“, sagt Norbert Denef. Seitdem die Missbrauchsfälle an Schulen des Jesuitenordens bekannt wurden, wollen viele seine Geschichte hören. Denef wurde acht Jahre lang von einem Pfarrer und einem Kirchenangestellten missbraucht. Als erstes bekannt gewordenes Missbrauchsopfer in Deutschland erhielt er von der katholischen Kirche eine Abfindung in Höhe von 25 000 Euro, unter einer Bedingung: Er sollte sich verpflichten, fortan über das Geschehene zu schweigen. Doch Denef kämpfte gegen die Klausel und machte seinen Fall Jahr 2000 bekannt. Heute setzt er sich für andere Missbrauchsopfer ein.

Die Folgen eines Missbrauchs seien komplex, sagt Denef. Viele Opfer könnten, wenn überhaupt, erst nach sehr langer Zeit über das Erlebte sprechen. Andere verleugneten den Vorfall ein Leben lang. „Viele schweigen aus Angst, ins Abseits gedrängt zu werden, denn in unserer Gesellschaft sind Missbrauchsopfer meist die Verlierer und die Täter stehen im Vordergrund.“ So wie im Fall des Jesuitenordens. „Die haben die Bombe selbst gezündet und versuchen jetzt als Aufklärer mit einer unabhängigen Mittlerin für die Betroffenen ihr Ansehen zu retten. Doch das einzige was zählt ist, wie offen sie ihre Karten auf den Tisch legen und was sie den Opfern anbieten.“

Darum geht es auch der Berliner Rechtsanwältin Manuela Groll. Sie vertritt neun der betroffenen ehemaligen Schüler, die sich unabhängig voneinander bei ihr gemeldet haben. „Das ist erst der Anfang. Die Lawine ist losgetreten, doch die Verhandlungen werden sicherlich noch länger andauern.“ Zu ihrem strategischen Vorgehen könne sie aus Gründen der Schweigepflicht nichts sagen. Die weiteren Schritte hingen jedoch vom Zwischenbericht des Kollegs ab. der am Mittwoch erschien. Eine Sammelklage wie bei einem Flugzeugabsturz könne aber nicht angestrebt, jeder Mandant mit seiner individuellen Geschichte vertreten werden. Doch sie alle fordern Aufklärung und Entschädigung: „Wenn die Taten strafrechtlich nicht verjährt wären, hätten wir keine Schwierigkeiten bei der Akteneinsicht und sie könnten einfach als Nebenkläger auftreten.“

Nicht nur zahlenmäßig wächst die Dimension der Missbrauchsopfer, klar ist auch, dass der Jesuitenorden viel früher als zugegeben von den Taten gewusst hat. Ein erster Verdacht soll bereits 1975 an die Schule gerichtet worden sein, bevor 1981 einige Schüler einen Brief an den Orden und die Schulleitung richteten und darauf nie eine Antwort bekamen. Die letzten Übergriffe des geständigen Täters Wolfgang S. werden in Deutschland auf das Jahr 1989 datiert. Damit sind sie spätestens seit Anfang 2010 verjährt. Pater Klaus Mertes, Leiter des Canisius-Kollegs hat von vielen Vergehen bereits vor zehn Jahren gewusst. Rechtlich sei er aber nicht verpflichtet gewesen sie zu melden. Geschwiegen habe er damals wegen der Scham der Betroffenen. Die übergeordneten Ordensstellen habe er jedoch informiert und sie aufgefordert, genau hinzuschauen, „damit die Täter nichts mehr anrichten können“.

Die Schulaufsicht werde immer aktiv, wenn sie entsprechende Hinweise von einer Schulleitung, Eltern oder Schüler erhalte und die bezichtigten Akteure im Schuldienst tätig seien, sagt Jens Stiller, Sprecher der Berliner Bildungsverwaltung. Die Senatsverwaltung sei über die Vorfälle aus der Vergangenheit informiert worden, es sei aber kein Fall gemeldet worden, bei dem eine Tat an der Schule in die Gegenwart reiche.

Zu frühe Verjährung und fehlende Zuständigkeiten seien die Probleme bei Missbrauchsfällen, sagt Denef. Die Kieler Strafrechtlerin Monika Frommel fordert nun klare Standards, wie eine Institution – auch eine Schule – bei einem Missbrauchsverdacht vorzugehen habe. „Bei einem Verfehlen kann sie dann auch leichter als Mitverantwortlich belangt werden.“

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Canisius-Kolleg-Missbrauch;art270,3033797


Missbrauchsopfer: “Der Skandal sind die Verjährungsfristen”


evangelisch.de 17.02.2010

Recht – Die öffentliche Empörung über die Fälle sexuellen Missbrauchs an Jesuitenschulen richtet sich insbesondere gegen die Täter aus dem Umfeld der katholischen Kirche. “Der eigentliche Skandal aber sind die Verjährungsfristen im Straf- und im Zivilrecht”, sagen ehemalige Missbrauchsopfer wie Norbert Denef (60).

Von Ingrid Jennert

Die Verjährungsfristen garantierten auch den jetzt bekanntgewordenen Tätern vermutlich wieder Straffreiheit und bewahrten sie vor Entschädigungszahlungen. Auch die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) plädiert für eine Verlängerung der Verjährungsfristen.

Der Priester, der 1958 den neunjährigen Denef missbrauchte, war ein Freund der Familie, ebenso wie der Chorleiter, der sich 1965 dem jungen Norbert unsittlich genähert hat. 450.000 Euro fordere er von seinen Peinigern, sagte Denef dem Evangelischen Pressedienst (epd). Aber die Taten waren längst verjährt, als sie ihm überhaupt erst wieder ins Bewusstsein drangen. Das Geld könne nicht heilen, was er erlitten habe und noch erleidet, sagt Denef. Auch die Last, die seine Familie durch ihn zu tragen hatte, lasse sich mit Geld nicht wiedergutmachen. “Aber eine Verurteilung der Täter und das Schmerzensgeld hätten zumindest die Anerkennung meines Leids durch die Gesellschaft ausgedrückt”, sagt Denef.

Bistum bot 25.000 Euro “Schweigegeld”

Missbrauchsopfer tun sich nicht nur aus Scham schwer, das an ihnen begangene Verbrechen öffentlich zu machen, sagt Denef. Warum sollten sie, wenn sie endlich in der Lage sind, über den Missbrauch zu sprechen, an die Öffentlichkeit gehen? Hilfe durch die Justiz hätten sie kaum zu erwarten, weil die Tat meistens verjährt ist. Und im privaten Umfeld handelten sie sich damit häufig nur Unverständnis und Unwillen ein. Denefs Familie habe ihn beispielsweise als “Nestbeschmutzer” angesehen, als er auf einem Verwandtentreffen nach über 30 Jahren berichtete, was ihm als Junge widerfahren ist.

Das Bistum Limburg hatte Denef seinerzeit 25.000 Euro “Schweigegeld” – wie das Opfer selbst es nennt – für den Missbrauch durch den inzwischen verstorbenen Priester gezahlt, was nur einen Teil der Kosten für Therapien und Klinikaufenthalte gedeckt habe. Papst Johannes Paul II. “ermutigte” ihn in einem persönlichen Schreiben, “den allmächtigen Gott um seinen starken Beistand für innere Heilung und um die Kraft der Vergebung zu bitten”.

Expertin fordert härtere Sanktionen für Institutionen

Denef hat nicht vergeben. Er kämpft für die Abschaffung der Verjährungsfristen bei sexuellen Straftaten im Zivilrecht. Schadenersatzansprüche verjähren nach drei bis maximal zehn Jahren. 2006 reichte Denef beim Bundestag eine entsprechende Petition ein. 14.752 Befürworter hatten sie mit unterzeichnet. Die Eingabe wurde aber im Dezember 2008 abgelehnt. “Paragraf 78 Strafgesetzbuch sieht für sämtliche Straftaten – mit Ausnahme Mord – die Verfolgungsverjährung vor, welche die Ahndung der Straftaten ausschließt”, heißt es in der Ablehnung. Ausnahmen seien “nur aus besonders schwerwiegenden kriminalpolitischen Gründen” zulässig.

Die Fälle von Kindesmissbrauch, die aus Sicht der Opfer “die Seele zerstören”, fallen nach dieser Lesart nicht darunter. Vor fast genau einem Jahr, am 24. Februar 2009, reichte Denef deshalb beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Beschwerde gegen die Bundesrepublik ein.

Während jetzt die bayerische Justizministerin Merk fordert, die Verjährungsfristen im Straf- wie im Zivilrecht auf 30 Jahre anzuheben, hält Monika Frommel, Direktorin des Instituts für Sanktionsrecht und Kriminologie an der Kieler Christian-Albrechts-Universität, die Verjährungsfrist bei Missbrauch für angemessen. Sie plädiert dafür, Schadenersatzklagen gegen Institutionen zu erleichtern, wenn diese sich fahrlässig verhalten, etwa Missbrauch deckten und Verdächtige lediglich versetzten. Derartige Verstöße gegen Aufsichtspflichten beträfen nicht nur die katholische Kirche, sondern grundsätzlich alle Träger und Einrichtungen, in denen Kinder, Jugendliche und Behinderte betreut werden.

Quelle:

http://www.evangelisch.de/themen/religion/missbrauchsopfer-der-skandal-sind-die-verjaehrungsfristen12275


Das gläserne Opfer schweigt nicht


Hessische/Niedersächsische Allgemeine HNA.de 12.02.2010

Norbert Denef wurde von Geistlichen missbraucht – nun kämpft er gegen Verjährung von Sexualverbrechen

Das gläserne Opfer schweigt nicht

Ein Jahr lang hatte Norbert Denef geübt. Vor dem Spiegel hatte er immer wieder die Worte geformt, so wie er es bei den Schauspielern im Theater gesehen hatte. Nachts war er manchmal schweißgebadet aufgewacht. Aber irgendetwas in ihm hatte gewusst, dass er den Satz irgendwann sagen musste, diese vier unmöglichen Wörter, die sein ganzes Leben bestimmten: „Ich wurde sexuell missbraucht.“

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Scham fressen Seele auf


SPIEGEL ONLINE 12.02.2010

Von Barbara Hans

Er musste sich nackt auf ein Sofa legen, und was dann kam, hat seine Seele zerstört: Norbert Denef wurde als Kind jahrelang von einem katholischen Pfarrer missbraucht. Als erstes deutsches Opfer bekam er finanzielle Entschädigung – doch sein Kampf gegen die Kirche ist noch nicht zu Ende.

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Sesso, intrighi e Vaticano


AGORA VOX Italia 5.02.2010

Don Marco fu cconvinto d’adurterio,
e er Papa l’assorvé ccome innoscente.
Diede in culo a li fijji de Saverio,
e er Papa disse: «Nun è vvero ggnente».

Ha ffatto stocchi, furti, e un diavolèrio
de fede farze contro tante ggente,
e er Papa se n’è usscito serio serio:
«Nun ci vojjamo crede un accidente».

Arfine jjeri pe vvoler divino
una spia je soffiò ste du’ parole:
«Santo Padre, don Marco è ggiacubbino».

E er zanto Padre, in ner momento istesso,
sentennose3 toccà ddove je dole,
lo condannò da lui senza proscesso.

(Giuseppe Gioacchino Belli, sonetto n. 1276, Li dilitti d’oggiggiorno, 4 giugno 1834)

Pedofilia e Chiesa cattolica

Allo Aloisiuskolleg, e in altri istituti, un giovane negli anni sessanta fu violentato da un sacerdote. Altri furono costretti a masturbarsi davanti agli occhi dei presuli, o a carezzare i genitali dei sacerdoti mentre costoro si masturbavano guardando i giovani. Altri ancora furono brutalmente violentati.

Da prima il ginnasio cattolico Canisius di Berlino Ovest, diretto dai gesuiti, poi le scuole superiori cattoliche ad Amburgo, Hannover, Goettingen, a Hildesheim o nella Selva Nera, e lo Aloisiuskolleg di Bad Godesberg a Bonn. Tutte scuole d’eccellenza, le più prestigiose e serie del paese. Quelle che garantivano un’istruzione di qualità e speranze di accesso alle migliori università. Tutte frequentate dai figli dell’alta borghesia della Germania Ovest. Prima che il muro cadesse, tra il 1975 e il 1983. In Germania dalla prima rivelazione di dicembre scorso fatta dalla Berliner Morgenpost; il caso di pedofilia nei istituti privati cattolici si estende a macchia d’oglio. Ma tutto non è ancora venuto a galla.

Quanto sapevano allora i responsabili delle scuole e i loro superiori, cioè le autorità ecclesiastiche, e perché scelsero il silenzio? L’interrogativo è tremendo, pesa come un macigno sulla coscienza della Chiesa, dei fedeli, del paese. Abusare degli studenti, come ha rivelato oggi il quotidiano conservatore Die Welt, era tra l’altro abitudine anche nelle scuole religiose all’Est.

“Lo schema è tipico”, ha raccontato Norbert Denef, un ex studente, allora vittima di abusi al quotidiano tedesco. “Dapprima si cerca di coprire i casi col silenzio, se ne parla solo quando si è con le spalle al mure e ci si comporta come se ci si sforzasse di fare luce sui fatti”. Norbert Denef ha ricevuto un indennizzo di 25mila euro dalla diocesi di Magdeburgo, ma solo perché la diocesi sperava di garantirsi così il suo silenzio. I carnefici dell’allora giovane studente furono puniti solo con trasferimenti, ma mai denunciati alla giustizia.

(ref. Germania, stupri sugli studenti, L’orrore nelle scuole dei preti. Andrea Tarquini, La Repubblica, 05 febbraio 2010)

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Quelle:

http://www.agoravox.it/Sesso-intrighi-e-Vaticano


Die Scheinheiligen – Die katholische Kirche und der Sex


SPIEGEL Nr. 6 / 8.2.10

Scham und Angst

Die katholische Kirche wird von einer Reihe sexueller Missbrauchsfälle erschüttert. Betroffen sind nicht nur die Jesuitenschulen. Fast hundert Kirchenmänner gerieten in den letzten Jahren in Missbrauchsverdacht. Nach Jahrzehnten der Verdrängung bricht jetzt die Schweigemauer.

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http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,ausg-4661,00.html


Mir geht es nicht um Rache sondern um Gerechtigkeit


Leipziger Volkszeitung 6.02.2010

Der in Delitzsch sexuell missbrauchte Norbert Denef über das Leben seit der Offenbarung und dem Bieniek Interview

Delitzsch.
 Die aktuellen Nachrichten aus Berlin, Bonn und anderen Orten in Deutschland erinnern an das was vor rund 50 Jahren in Delitzsch geschah. Derzeit schockieren Jesuiten Patres die Öffentlichkeit, die an Gymnasien des katholischen Ordens junge Leute unterrichteten und dabei eindeutig zu weit gingen. Sie missbrauchten ihre Schüler und brachen deren Seelen und das Gesetz. In der Loberstadt vergriff sich einst der von vielen in der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien verehrte Alfons Kamphusmann an etlichen Schutzbefohlenen. Zu denen die unter der sexuellen Gewalt des Priesters litten und noch immer leiden gehört Norbert Denef. Aus seiner früheren Heimat erfuhr der heute 60 Jährige unlängst Rückendeckung aus prominentem Munde (wir berichteten). Über den Beistand von Delitzsch Exoberbürgermeister Heinz Bieniek und das weiterhin schwierige Unterfangen als Betroffener die Mauer des Schweigens zu durchbrechen, äußerte sich Denef im folgenden Interview der Woche.

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Germania, stupri sugli studenti L’orrore nelle scuole dei preti


Le prime denunce dal prestigioso ginnasio cattolico di Berlino Ovest
Poi i casi denunciati – avvenuti tra 1975 e il 1983 – si sono moltiplicati

Germania, stupri sugli studenti L’orrore nelle scuole dei preti

Sacerdoti, insegnanti e organisti nelle vesti di aguzzini. I racconti delle vittime
dal nostro corrispondente ANDREA TARQUINI

Berlino [...] Quanto sapevano allora i responsabili delle scuole e i loro superiori, cioè le autorirà ecclesiastiche, e perché scelsero il silenzio? L’interrogativo è tremendo, pesa come un macigno sulla coscienza della Chiesa, dei fedeli, del paese. Abusare degli studenti, come ha rivelato oggi il quotidiano conservatore Die Welt, era tra l’altro abitudine anche nelle scuole religiose all’Est. Die Welt ha pubblicato una lunga intervista con Norbert Denef, ex studente, allora vittima di abusi. “Lo schema è tipico”, ha detto. “Dapprima si cerca di coprire i casi col silenzio, se ne parla solo quando si è con le spalle al mure e ci si comporta come se ci si sforzasse di fare luce sui fatti”. Norbert Denef ha ricevuto un indennizzo di 25mila euro dalla diocesi di Magdeburgo, ma  -  scrive il giornale  -  solo perché la diocesi sperava di garantirsi così il suo silenzio. I carnefici dell’allora giovane Norbert Denef furono puniti solo con trasferimenti, ma mai denunciati alla giustizia. “Sono scioccato, voglio piena chiarezza”, dice a Berlino l’attuale rettore del Canisius, Klaus Mertes. [...]

Per leggere l’articolo:

http://www.repubblica.it/esteri/2010/02/05/news/germania_abusi_preti_studenti-2201355/


Wie die Kirche ihr Missbrauchsproblem verdrängt


WELT ONLINE 6.2.2010

Katholizismus

Wie die Kirche ihr Missbrauchsproblem verdrängt

Von Gernot Facius 6. Februar 2010

Kindesmissbrauch gibt es nicht nur in der Katholischen Kirche. Doch hier sind die Widerstände besonders groß, wenn es um Aufklärung und Opferhilfe geht. Nachdem nun immer neue Fälle bekannt werden, ist das Bestreben groß, das Problem endlich konsequent anzugehen. Doch die Kritiker bleiben skeptisch.

Der Richter war empört. Vor Karl Iglhaut saß im Regensburger Landgericht als Rückfalltäter der Priester Peter K., 40, der wegen sexuellen Missbrauchs eines Messdieners eine dreijährige Haftstrafe erhielt. Scharf kritisierte der Richter die Leitung der Diözese Regensburg: Sie habe den Pädophilen schon während seiner Bewährungszeit nach dem ersten Missbrauchsfall wieder in einer Gemeinde eingesetzt und ihn so in eine „Versuchungssituation“ gebracht. Der Jurist verglich das mit einer Bank, die jemanden anstelle, der „wegen Untreue oder Unterschlagung vorbestraft ist“.

Der Fall, 2008 verhandelt, steht exemplarisch für lasches kirchliches Handeln, wie es sich nun auch beim Skandal am Berliner Canisius-Kolleg der Jesuiten gezeigt hat. Dabei hätte es die Regensburger Affäre gar nicht geben können, wenn damals die bereits 2002 von der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedeten Leitlinien zum „Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger in der katholischen Kirche“ konsequent angewandt worden wären. Klipp und klar heißt es darin: „Heute steht fest, dass Pädophilie eine sexuelle Störung ist, die von der Neigung her strukturell nicht abänderbar ist.“

Doch im Fall Peter K. hatte sich der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller mit einem 2003 abgegebenen Gutachten verteidigt, wonach bei Peter K. ein Rückfall sehr unwahrscheinlich sei. Hinzu kam, dass das Bistum lediglich einen Dekan beauftragt hatte, er solle „ein Auge haben“ auf den Priester.

“Täterorientierte” Leitlinien?

Wegschauen oder wegversetzen war die Methode, mit auffällig gewordenen Geistlichen umzugehen. Bis 2002 die katholische Kirche in Deutschland erstmals seit langer Zeit mit einer Welle von Priester-Skandalen konfrontiert wurde.

So kam es nach zäher Debatte zu den Aufklärungsleitlinien. Doch rächte sich, dass sie den Diözesen viel Spielraum lassen. Erst jetzt, nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg und in mehreren Bistümern, will die Bischofskonferenz wieder über die Leitlinien reden und sie gegebenenfalls „nachbessern“.

Reicht es aus, fragen Kritiker seit Jahren, dass in jeder der 27 Diözesen nur ein Ansprechpartner, oft ein Personalreferent oder ein Domkapitular, den Opfern zur Verfügung steht? Muss es nicht endlich überall ein „niedrigschwelliges Angebot“ geben, mit unabhängigen Fachleuten?

„Wenn ich Schüler bin, werde ich doch nicht den Personalreferenten anrufen, der möglicherweise mit dem Täter im selben Jahr zum Priester geweiht worden ist“, begründet Christian Weisner von der Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ seine Zweifel.

„Das geht so nicht“, sagt auch der Leipziger Jesuit und Pastoraltheologe Hermann Kügler der „Welt am Sonntag“. „Da müssen Leute von außerhalb ran.“ Nach Erkenntnissen des Augsburger Pastoraltheologen Hanspeter Heinz sind in fast der Hälfte aller deutschen Diözesen kirchliche Amtspersonen als Ansprechpartner benannt worden: „Die aber sind nicht unabhängig genug, um den Opfern die Angst zu nehmen.“

„Täterorientiert“ seien die Leitlinien, meint man bei „Kirche von unten“, sie ermöglichten noch immer Strafvereitelung nach dem Motto: Verfehlungen in unseren Reihen regeln wir selber, ohne sie an die große Glocke zu hängen. Dabei sollte Opferschutz vor Täterschutz gehen.

“Mit dem Willen Gottes geht das irgendwie”

Die Vorgänge am Canisius-Kolleg, sie liegen 30 Jahre zurück, sind eine vergrabene Zeitbombe. Der Jesuiten-Orden wusste von den Fällen, hat aber geschwiegen. Ihm war offenbar der eigene Ruf wichtiger als das Schicksal der Opfer.

Indes war damals die heute geforderte „Kultur des Hinschauens“ in der gesamten Gesellschaft unterentwickelt, erst allmählich ist die Sensibilität gegenüber Gewalt und Missbrauch in Schule, Familie und eben Kirche gewachsen. Und die kirchliche Abschottung hatte ihren Grund auch darin, dass die Nazis einzelne Missstände in Klöstern und Pfarreien herausgegriffen hatten, um die Kirche zu diskreditieren.

Dennoch spricht der Jesuit Bernd Hagenkord, neuer Chef des deutschen Programms von Radio Vatikan, von einem „Kartell des Wegduckens, des Sich-nicht-darum-Kümmerns“. In der Hoffnung, „Mit dem Willen Gottes geht das irgendwie“, habe man sich nicht gefragt, ob es bei einem Mitbruder ein Problem gibt.

Ein solches Kartell könnte gebrochen werden, meint Pater Kügler, wenn man den „Systemfehler“ korrigiere, die Beauftragten für die Aufklärung aus den eigenen Reihen zu nehmen. Die Kirche, eine „hermetische Institution ohne Transparenz“, geübt im Aufbau von Schweigemauern, sei immer bemüht gewesen, die Fälle intern zu regeln und den Staatsanwalt draußen zu halten. „Da stecken die Probleme.“

“Nicht gelernt, intime Beziehungen aufzubauen”

Diese Probleme sind nicht so sehr allein beim Zölibat zu finden, denn Missbrauch gibt es auch bei Amtsträgern der reformatorischen Kirchen und zumal in Familien, in denen sich 90 Prozent aller solcher Fälle ereignen. Eine Partnerschaft allein kann Missbrauch nicht verhindern. Bei Priestern, da sind sich Fachleute einig, seien Missbrauchsneigungen primär Folge sexueller Unreife.

Wunibald Müller im unterfränkischen Münsterschwarzach, der sich seit Jahren in kirchlichem Auftrag mit dem Problem auffällig gewordener Geistlicher befasst, sagt: „Viele Priester, die zu Sexualstraftätern werden, haben nie gelernt, innige und intime Beziehungen aufzubauen.“ Sonst wüssten sie Grenzen zu respektieren.

Nach Pater Küglers Ansicht war das katholische Priesteramt stets attraktiv für Menschen, die in ihrer sexuellen Entwicklung auf einer kindlichen oder pubertären Stufe stehen geblieben sind. Viele seien dem Irrtum erlegen, dass sie sich mit ihrer psychosexuellen Entwicklung nicht auseinandersetzen müssten, da sie ja ein zölibatäres Amt anstrebten.

Dass in der Priesterausbildung mehr Wert auf die Förderung der emotionalen Reife der Kandidaten gelegt werden muss, auf ihre Emanzipation, hat die Bischofskonferenz erkannt und erstmals 1978, dann wieder 1988 in ihren Richtlinien festgelegt. In der Persönlichkeitsbildung sei inzwischen manches besser geworden, bestätigen Pater Kügler und der Pastoraltheologe Heinz.

Indes bescheinigt Kügler seiner Kirche eine jahrtausendealte Erfahrung in der Trennung eines äußeren Bereichs der Disziplin, der Prüfung und Überprüfung, und eines inneren Bereichs des Gewissens. Das spiegele sich in den Priesterseminaren wider, in den getrennten Ämtern des Rektors und des Spirituals, „vergleichbar Indianerstämmen, bei denen es einen Häuptling und einen Schamanen gibt“.

“Beten und Vorlesungen, das allein bringt es nicht”

Der geistliche Begleiter im Priesterseminar darf keinen Bericht an den Bischof geben. Doch spirituelle Begleitung, gibt Hanspeter Heinz zu bedenken, reiche nicht aus. Es müssten mehr Psychologen und Therapeuten in die Seminare. Mit den Kandidaten müsse auch über ihre Bedürfnisse gesprochen werden, fordert Kügler: „Beten und Vorlesungen, das allein bringt es nicht.“

Drücken Bischöfe angesichts des Priestermangels ein Auge zu bei der Auswahl der Kandidaten? Wer den Münchner Regens und Vorsitzenden der Regentenkonferenz der deutschen Priesterseminare, Franz Joseph Baur, befragt, hört ein deutliches Nein: „Die Bischöfe halten sogar eher dazu an, keine faulen Kompromisse zu schließen.“

Risikozonen gibt es dennoch. Ein Problem liegt in der streng hierarchischen römischen Kirchenstruktur und dem überhöhten Priesterbild. Dies verleiht dem geweihten Mann Macht über andere. „Hochwürden“ ist, da er nach katholischem Verständnis Christus repräsentiert, herausgehoben aus der Masse der Gläubigen, gilt als etwas Besonderes. Der Mann in der Soutane erfährt das täglich, ein labiler Mensch kann leicht in Versuchung geraten, Sexualität kann ein Mittel zur Durchsetzung von Macht sein. Aus dem Seelsorger wird dann ein Seelenzerstörer.

Der ehemalige Ministrant Norbert Denef sammelt im Internet Unterschriften mit dem Ziel, beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Aufhebung der deutschen Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch zu erreichen. Dann könnten Opfer auf eine Entschädigung hoffen. Denef war selbst ein Opfer. Jahrelang hat er mit dem Bistum Magdeburg um angemessenes Scherzensgeld gekämpft. Über sein Leben nach dem Missbrauch durch einen Geistlichen sagt er: „Man idealisiert die Täter. Nur so kann man überleben. Als ich plante, mein Schweigen zu brechen, habe ich mich wie ein Selbstmordattentäter gefühlt, der sich unter die Menschen wirft und die Bombe zündet.“

Quelle:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article6281037/Wie-die-Kirche-ihr-Missbrauchsproblem-verdraengt.html


Die Herde der schwarzen Schafe


stern.de 5.02.2010

Experten schätzen, dass es unter deutschen Priestern Hunderte Triebtäter gibt. Warum kommt es in der katholischen Kirche so oft zum Kindesmissbrauch? Der Zölibat ist eines von vielen Problemen. Von Sönke Wiese

Tausende Missbrauchsopfer in Irland, über 100 rechtskräftig verurteilte Priester in Australien und mehr als 10.000 Klagen in den USA: Weltweit stürzen Kinderschänder die katholische Kirche in eine immer schwerere Krise. Erst im Dezember 2009 sind in Irland über 300 weitere Fälle von Kindesmissbrauch bekannt geworden. In Deutschland konnten die Gemeinden sexuelle Übergriffe, wenn sie überhaupt bekannt geworden waren, meist als Einzeltaten herunterspielen.

Seit dem Skandal am Berliner Canisius-Kolleg funktioniert das nicht mehr. Jahrelang missbrauchten die bisher drei bekannten Täter ihre Schüler; nicht nur in Berlin, sondern auch in Hamburg, St. Blasien, Hannover, Göttingen und im Ausland. 30 Opfer haben sich schon gemeldet. “Das ist erst die Spitze des Eisbergs”, fürchtet Klaus Mertes, Rektor des Jesuiten-Kollegs.
“Wie ein Selbstmordattentäter”
Denn die meisten Taten werden aus Scham und Angst niemals angezeigt. “Man idealisiert die Täter”, sagte Norbert Denef im Interview mit stern.de. In seiner Kindheit war er jahrelang von einem Priester vergewaltigt worden. Viele Opfer sexuellen Missbrauchs fühlen sich lebenslang mitschuldig. Als Denef 30 Jahre später plante, das Schweigen zu brechen, kam er sich vor “wie ein Selbstmordattentäter”. Die meisten Opfer versuchen, das traumatische Geschehen zu verdrängen. Experten gehen von einer enorm hohen Dunkelziffer aus, auch in Deutschland dürften schon tausende Kinder in der Obhut von Geistlichen vergewaltigt worden sein.

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Quelle:

http://www.stern.de/panorama/missbrauch-in-der-kirche-die-herde-der-schwarzen-schafe-1541307.html


“Der Pfarrer war sich keiner Schuld bewusst”


WELT ONLINE 5. Februar 2010

Von Antje Hildebrand

Norbert Denef wurde als Kind von einem Geistlichen sexuell missbraucht. Ein Gespräch über Schweigen, Verjährung und Entschädigung

Berlin – Als Kind wurde Nobert Denef (60) jahrelang von einem katholischen Pfarrer und einem Organisten im sächsischen Delitzsch missbraucht. Im Gegensatz zu den meisten Opfern hatte er Beweise. Damit konnte er die katholische Kirche drängen, ihn finanziell für seinen Leidensweg zu entschädigen – hierzulande wohl ein einmaliger Fall. Denef kämpft nun für die Abschaffung der Verjährungsfrist im Zivilrecht, damit die Opfer auch Jahre später Ersatzansprüche geltend machen können. Von der Diskussion über Konsequenzen aus dem Skandal am Berliner Canisius-Kolleg, die jetzt auch die deutsche Bischofskonferenz auf ihre Tagesordnung gesetzt hat, verspricht er sich Auftrieb.

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MISSBRAUCH: „Er hat meine Seele getötet“


Märkische Allgemeine 5.02.2010

Ein Pfarrer vergriff sich über Jahre hinweg an Norbert Denef / Das Opfer leidet noch heute

Norbert Denef kann verstehen, warum die Opfer am Berliner Canisius-Kolleg so lange geschwiegen haben. Was der Missbrauch anrichtet und warum er die Aufklärung der Kirche für „Theater“ hält, erklärt Denef im Gespräch mit Antje Hildebrandt.

MAZ: Wundert es Sie, dass der Rektor des Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, erst jetzt über Missbrauchsfälle aus den siebziger Jahren informiert hat?

Norbert Denef: Nein, dieses Schema ist typisch. Erst versucht man, diese Fälle zu verschweigen, zu vertuschen. Man geht erst nach draußen, wenn man schon mit dem Rücken zur Wand steht. Dann tut man so, als wäre man um Aufklärung bemüht.

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“Er hat meine Seele getötet”


Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 04.02.2010

Interview Norbert Denef leidet heute noch unter den Spätfolgen des sexuellen Missbrauchs durch einen Priester.

Als Kind wurde Norbert Denef (60) jahrelang von einem Priester und einem Organisten im sächsischen Delitzsch missbraucht. Unter den Spätfolgen leidet er noch heute. Im Gegensatz zu den meisten anderen Opfern hatte er Beweise. Damit konnte er die katholische Kirche drängen, ihn finanziell für seinen Leidensweg zu entschädigen – hierzulande wohl ein einmaliger Fall. Doch dem Familienvater reicht das nicht. Er kämpft weiter – dafür, dass der Gesetzgeber das Strafrecht insofern ändert, als die Opfer auch Jahre später noch Ersatzansprüche geltend machen können. Von der Diskussion über mögliche Konsequenzen aus dem Skandal am Berliner Canisius-Kolleg verspricht sich Norbert Denef Auftrieb.

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Kindesmissbrauch in der Kirche: “Papst wollte mir Schuldgefühle einreden”


stern.de-Interview

Norbert Denef wurde als Kind jahrelang von einem Pfarrer missbraucht. Im stern.de-Interview erzählt er, wie die Kirche versuchte, ihn zum Schweigen zu bringen.

Norbert Denef Norbert Denef wurde in den 50er und 60er Jahren von einem katholischen Pfarrer und einem weiteren Kirchenangestellten missbraucht. Jahrelang musste er für die Anerkennung seines Leids durch die Kirche kämpfen. Über sein Schicksal hat Denef ein Buch geschrieben. Weitere Infos auf seiner Homepage: http://norbert.denef.com/.

Herr Denef, hat das Vertuschen von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Methode?

Zumindest herrscht in der Kirche ein System des Schweigens. Über sexualisierte Gewalt spricht man nicht, und die Opfer werden nicht anerkannt. Die Kirche handelt erst, wenn sie gar nicht mehr anders kann.

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Das Schweigen der Hirten


Frankfurter Rundschau, 2. Februar 2010

Missbrauch in der katholischen Kirche
Das Schweigen der Hirten
Von Jörg Schindler

Berlin. Im Herbst 2002 mochten auch die deutschen Bischöfe nicht länger wegsehen. Nach einer Serie von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche sahen sich die Hirten gezwungen, hierzulande zu reagieren. Gerade erst war im Vatikan, ausgelöst durch beschämende Skandale in den USA, ein Krisengipfel zuende gegangen. Weil auch deutsche Priester immer wieder in die Schlagzeilen geraten waren, beschloss die Bischofskonferenz, zu handeln. Sieben Jahre nach ihren Amtskollegen aus den Niederlanden, sechs Jahre nach Österreichs Bischöfen und eineinhalb Jahre nach ihren südafrikanischen Glaubensbrüdern veröffentlichten sie Leitlinien zum “Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger in der katholischen Kirche”.

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Bieniek-Äußerungen zum Fall Denef – Reaktionen


Delitzsch (red). Zum Interview der Woche vom 16./17. Januar. In dem der Frühere Oberbürgermeister Heinz Bieniek zum Fall Norbert Denef Stellung nahm, erreichten die Redaktion folgende Leser-Reaktionen. Wie berichtet, bemüht sich der Ex-Delitzscher Denef (60), der als Minderjähriger von einem Priester und dem Organisten der katholischen Gemeinde St. Marien sexuell missbraucht worden war, um öffentliche Aufarbeitung seines und des Schicksals anderer Opfer.

“Er versucht gar nicht erst, seine damalige Reaktion zu beschönigen”

Auf einer Website habe ich diesen Artikel gefunden und er beschreibt die typische Reaktion von erwachsenen Menschen auf die sexuelle Misshandlung von Minderjährigen in ihrem Umfeld so anschaulich, dass ich dazu noch etwas anmerken möchte.

Zuerst einmal möchte ich Herrn Bienieks Offenheit in diesem Interview anerkennen. Er versucht gar nicht erst, seine damalige Reaktion und sein Verhalten zu beschönigen.  Damit unterscheidet er sich von vielen anderen Verantwortlichen.
Das, was Herr Denef in Delitzsch als jugendliches „Opfer“ von sexueller Gewalt und dann später als Erwachsener nach seinem „Geständnis“ erlebt hat, spielt sich so oder so ähnlich überall ab. Es liegt nicht speziell an dieser Gemeinde, wie Herr Bieniek annimmt, sondern daran, dass weite Teile unserer Gesellschaft immer noch leugnen, dass sexueller Machtmissbrauch von Erwachsenen gegenüber Kindern alltäglich und fast schon „normal“ ist. Bei einer Verbreitungsrate von 5 bis 30 Prozent (je nachdem wie weit oder eng man sexuelle Übergriffe definiert), sind in einer Gruppe von 100 Kindern immerhin 5 von schwerstem sexuellen Missbrauch betroffen. Das ist in jeder Schulklasse durchschnittlich mindestens ein Kind. Jeder „Fall“, der ans Tageslicht kommt, stört den Prozess des öffentlichen Leugnens und Verdrängens dieser Tatsache. So etwas ist für den überwiegenden Teil unserer Bevölkerung offenbar sehr beängstigend und unbequem. Dem „Normalbürger“ stehen zwei Wege offen, mit dieser Erkenntnis umzugehen:

- Weiter leugnen, abwehren, das „Opfer“ der Lüge bezichtigen, es ausgrenzen
oder
- sich mit der Wahrheit auseinandersetzen, Handeln, etwas an der eigenen Einstellung und am Verhalten verändern.

Das Letztere nennt man Zivilcourage, nach einer Definition von Helmut Jaskolski (Buchautor und Friedenspädagoge) ist es
„Der Mut, in der Öffentlichkeit dem Unrecht an einem Menschen trotz eigener Gefährdung  entgegenzutreten“
Wie man das Erstere nennen muss, soll jeder, der bewusst wegguckt, selbst entscheiden.

Ob und wieweit sich Delitzscher Einwohner vor 40 Jahren selbst gefährdet hätten, wenn sie Herrn Denef und anderen Betroffenen damals geholfen hätten, können nur Menschen beurteilen, die zu der Zeit dort gelebt haben.
Ich hoffe, dass die Betreffenden für die Zukunft aus diesem Fall gelernt haben. Vielleicht haben einige Delitzscher aber auch nur darum so abwehrend und aggressiv auf Herrn Denef reagiert, weil er ihnen mit seinem Mut und seiner Offenheit bewiesen hat, was ihnen an menschlichen und bürgerlichen Tugenden fehlt.
Sei es drum. Delitzsch ist überall.

Angelika Oetken, 12555 Berlin

Nicht wissen wollen und Wegsehen schützt nur die Täter”

Unglaublich, unfassbar, haarsträubend, ernüchternd. Das ging mir spontan durch den Kopf, als ich das Interview mit dem ehemaligen Oberbürgermeister von Delitzsch, Herrn Heinz Bieniek, in Ihrer Zeitung las.

Als ebenfalls Überlebende von jahrelanger sexueller Gewalt, ausgeübt von zwei männlichen Familienangehörigen während meiner Schulzeit, weiß ich um die lebenslangen Folgen. Man spricht nicht umsonst von Traumatisierungen. Wer als Kind (meist über viele Jahre hinweg) der sexuellen Gewalt eines Erwachsenen ausgeliefert ist, erlebt einen so genannten traumatischen Stress. Nicht nur das Kind als Person ist mit der Situation völlig überfordert, sondern sein ganzes neuronales, genetisches, hormonelles und psychisches System ist es ebenfalls. Neueste Forschungsergebnisse belegen beispielsweise, dass solcherart Erlebnisse die Aktivität von Genen, die bei der Verarbeitung von Stress eine Rolle spielen, dauerhaft verändern. Auch wurde herausgefunden, dass Stress in der frühen Kindheit dauerhaft das Immunsystem schwächen kann.

Wer als Kleinkind extremen Stress oder Traumen erlebt hat, ist später eher von Depressionen oder Angststörungen betroffen, haben jüngst Forscher des Münchner Max-Planck-Instituts für Psychiatrie herausgefunden. Die Fachliteratur berichtet, dass kindliche Opfer von sexueller Gewalt als Erwachsene signifikant häufiger unter Schlaflosigkeit, sexuellen Störungen, Autoaggressivität und Reizbarkeit leiden, stärker selbstmordgefährdet und häufiger drogen- und alkoholabhängig sind. Leider hat sich bisher noch niemand die Mühe gemacht, herauszufinden, welche enormen Kosten beispielsweise im Gesundheitswesen, im Strafvollzug, bei Rentenversicherungsträgern (Stichwort Frühberentung), Kommunen, Arbeitgebern usw. durch die (versteckten) langfristigen Folgen von sexueller Gewalt von Erwachsenen an Kindern jährlich entstehen. Würden wir uns als Gesellschaft dies alles klar machen, könnten wir keinen Moment länger zögern, diese Machenschaften endlich wirksam zu unterbinden und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Egal, ob sie beliebte Pfarrer, angesehene Väter oder tolle Judotrainer sind.

Offenbar haben in Delitzsch damals viele zumindest geahnt, dass ihr beliebter Pfarrer Alfons Kamphusmann „gewisse Neigungen“ hatte. Dennoch haben sie geschwiegen. Wie so viele, die solcherart Ahnungen bei ihrem Nachbarn, Bruder oder Fußballkumpel haben. Und damit die Kinder einfach ihrem Schicksal überlassen. Wenn wir Überlebenden uns dann – meist erst nach vielen, vielen Jahren der Scham und Selbstbeschuldigung – endlich an die Öffentlichkeit wagen und unsere Wahrheit aussprechen, dann treten wir natürlich denjenigen, die Ahnungen hatten, aber nichts unternommen haben, gehörig auf den Schlips. Das mögen die nicht. Deshalb müssen sich viele Überlebende auch dann wieder beschimpfen, der Übertreibung oder gar der Lüge bezichtigen lassen. Wie wäre es, endlich einmal die wahren Täter an den Pranger zu stellen und den Überlebenden so viel Unterstützung und Rückhalt anzubieten, wie nur möglich? Und zwar nicht aus einem diffusen Schuldgefühl heraus, nicht früher etwas unternommen zu haben. Sondern in dem Wissen darum, dass es schon heute auch meine Tochter, meinen Neffen, meine Enkelin betreffen kann, deren Leben durch Wegsehen und Schweigen unwiderruflich zerstört würde. Wegsehen und Nichtwissenwollen schützt nur die Täter, den Kindern hilft es nicht.

Petra Forberger, 89077 Ulm

Quelle:

Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Delitzsch/Eilenburg 22.01.2010


„Ich hatte noch ein paar Dinge zu verarbeiten“


(Auszug aus einem Interview mit dem ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Delitzsch, Heinz Bieniek)

„Ich hatte noch ein paar Dinge zu verarbeiten“

Sie sind römisch-katholisch. Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem Leben?

Der Glaube ist doch etwas sehr intimes. Atheisten glauben bekanntlich auch an was. Ich bezeichne mich als praktizierenden Katholiken. Damit will ich ausdrücken, dass ich mich der katholischen Kirche zugehörig fühle und mich zur christlichen Botschaft bekenne. Das heißt aber nicht, dass ich Dogmatismus gut finde. Ich war ja mal auf dem Weg zum Priestertum. Ich habe diesen Weg aus zweierlei Gründen verlassen. Zum einen wegen des Zölibats, zum anderen wegen der Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubens- und Sittenfragen. Ich habe damit nach wie vor meine Schwierigkeiten.

Vor genau vier Jahren machte der ehemalige Delitzscher Norbert Denef mit seinem Geständnis deutschlandweit betroffen, er sei als Jugendlicher von einem früheren Vikar der Mariengemeinde sexuell missbraucht worden. Sie gehörten schon damals dieser Gemeinde an. Wussten Sie um die Neigungen von Alfons Kamphusmann?

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Norbert Denef will vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagen


(openPR) – Norbert Denef, bundesweit in den Medien bekannt gewordener Autor des Buches ” Ich wurde sexuell missbraucht* “, hatte 2006 eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. In dieser wollte er erzielen, dass im Zivilrecht die Verjährungsfristen bei “Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung” abgeschafft werden.

Denefs Petition fand unter den Volksvertretern keine Zustimmung. Sein Antrag wurde am 04.12.2008 vom Ausschuss (BT-Drucksache 16/11092) abgelehnt.

Norbert Denef will die Ablehnung nicht akzeptieren und beabsichtigt eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einzureichen.

Den ganzen Beitrag lesen:

http://www.openpr.de/news/274011/Norbert-Denef-will-vor-dem-Europaeischen-Gerichtshof-fuer-Menschenrechte-klagen.html


Frankfurter Allgemeine Zeitung “Schuld, Sühne, Rechtfertigung”


Schuld, Sühne, Rechtfertigung

Dialektik der Superlative: Das Frankfurter Autoren-Theater präsentiert in der Brotfabrik einen sieben Stunden währenden Monodramen-Marathon.

Von Roman Weigand

…”Alles muss raus” ist dagegen der Leitsatz in Wolfgang Spielvogels gleichnahmigen Monodrama. Angelehnt an den autobiographischen Bericht Norbert Denefs, versucht sich darin ein Mann (Viktor Vössing) darauf vorzubereiten, seiner Familie über die sexuellen Missbrauchserlebnisse in seiner Kindheit zu berichten. Doch weder Spickzettel noch der Vorsatz, zu üben und nochmals zu üben, helfen, das Unaussprechliche verbalisierbar zu machen… mehr

Frankfurter Allgemeine Zeitung


epd (Evangelischer Pressedienst) “Missbrauchsopfer wollen Verjährung kippen”


Missbrauchsopfer wollen Verjährung kippen

Kritik: Bestehende Regelung im Zivilrecht schützt Täter vor Regress

Dreieich (epd). Opfer von sexueller Gewalt tragen lebenslang an ihren seelischen Verletzungen. Aber Missbrauchsdelikte verjähren nach Ansicht von Experten zu schnell, während die meisten Opfer jahrzehntelang nicht über ihre Erlebnisse sprechen können. “Missbrauch ist Seelenmord”, sagen die Betroffenen, und dürfe, wie Mord, überhaupt nicht verjähren. Norbert Denef (59), als Ministrant selbst jahrelang missbraucht, fordert in einer Petition an den Bundestag, die Verjährung von Sexualdelikten im Zivilrecht aufzuheben… mehr

epd sozial (Evangelischer Pressedienst)


Leipziger Volkszeitung “In den Arm genommen hat mich niemand”


In den Arm genommen hat mich niemand

Halle/Delitzsch (Lutz Schmidt)
Norbert Denef liest in Hallescher Gedenkstätte Roter Ochse aus einem neuen Kapitel seines Buches “Ich wurde sexuell missbraucht”mehr

Leipziger Volkszeitung


www.halleforum.de “Norbert Denef über die Übergriffe”


Norbert Denef über die Übergriffe eines katholischen Pfarrers und seine Zeit im Stasi-Kanst Roter Ochse

(ens) „Ich wurde sexuell missbraucht“ – 35 Jahre hat es gedauert, bis Norbert Denef diese Worte über die Lippen kamen. Ein Jahr lang hat er vor dem Spiegel geübt, bis er sich 1993 offenbarte. Zunächst seinen engsten Verwandten, doch die reagierten mit Abneigung. Der Kontakt zur Familie ist seit dem abgebrochen. „Ich existiere seit dem für meine Familie nicht mehr.“… mehr

www.halleforum.de


Mitteldeutsche Zeitung “Leben mit einer gemarterten Seele”


Leben mit einer gemarterten Seele

35 Jahre har Norbert Denef geschwiegen. Allein ein ganzes Jahr hat er vor dem Spiegel geübt, um im Kreis der Famlie den bis dahin unsagbaren – Satz aussprechen zu können “Ich wurde als Kind sexuell missbraucht”… “Wenn Opfer über ihr Leid nicht sprechen können, zerbrechen sie.”… mehr

Mitteldeutsche Zeitung


Mitteldeutsche Zeitung “Lesung in Gedenkstätte”


Lesung in Gedenkstätte

Kapitel über Stasi-Haft

Hall/MZ/msp. Aus seinem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht” liest Norbert Denef heute un 17 Uhr in der Gedenkstätte ROTER OCHSE am Kirchtor… mehr

Mitteldeutsche Zeitung


Leipziger Volkszeitung “Denef sammelt Unterschriften zu Petition”


Denef sammelt Unterschriften zu Petition

Delitzsch/Halle (dom) Wenn der frühere Delitzscher Norbert Denef heute ab 17 Uhr in der Gedenkstätte ROTER OCHSE in Halle, Am Kirchtor 20b erstmals aus dem Ergänzungskapitel “Einzelhaft” zu seinem im Vorjahr erschienenen Buch “Ich wurde sexuell missbraucht” liest, wird er auch für ein aktuelles Projekt Werbung machen… mehr

Leipziger Volkszeitung


www.halleforum.de “Norbert Denef in der Gedenkstätte ´Roter Ochse´ in Halle”


Am Freitag, dem 5. September 2008 liest Norbert Denef um 17 Uhr in der Gedenkstätte “Roter Ochse” in Halle (Saale) aus seinem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht”. Der Eintritt ist frei. Im Juli 1966 verbrachte Norbert Denef mehrere Wochen in Einzelhaft in der Haftanstalt „Roter Ochse“ in Halle (Saale). In Aufarbeitung der Stasi-Akten schrieb er darüber ein weiteres Kapitel seiner Lebensgeschichte, welches bisher noch nicht veröffentlicht wurde. In der Gedenkstätte wird er dieses Kapitel zum ersten Mal lesen… mehr

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Leipziger Volkszeitung “Denef – im Roten Ochsen in Stasi-Haft”


Denef – im Roten Ochsen in Stasi-Haft

Missbrauchsopfer ergänzt sein Buch und liest am Freitag in Halle vor

Von Dominic Welters

Delitzsch. Vor etwas mehr als einem Jahr hat er in der früheren Heimatstadt gelesen, in dieser Woche ist Norbert Denef wieder ganz in der Nähe. Diesmal trägt er in Halle aus seinem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht” vor. Er tut dies am Freitag ab 17 Uhr in der Gedenkstätte des einstigen Stasi-Gefängnisses Roter Ochse. Dort verbrachte der Ex-Delitzscher im Sommer 1966 mehrere Wochen in Einzelhaft… mehr

Leipziger Volkszeitung


Südthüringer Zeitung “Das ist unser Geheimnis”


(STZ – Südthüringer Zeitung) – “Das ist unser Geheimnis” Eine Frau erzählt, wie es dazu kam, dass sie als 13-Jährige Sex mit ihrem Lehrer hatte, der damit noch prahlte…

Verjährung
Beischlaf mit unter 14-Jährigen wird laut Strafgesetzbuch mit 6 Monaten bis 10 Jahren Gefängnis bestraft. Die Verjährungsfrist beträgt 10 Jahre. Sie beginnt, wenn das Opfer volljährig ist. In diesem Zusammenhang macht Silke auf die im Internet gestartete Petition einer Mannes aufmerksam, der ebenfalls missbraucht wurde und dafür kämpft, dass die Verjährungsfristen abgeschafft werden. Sie bittet alle darum, dieses Anliegen zu unterstützen: www.norbert.denef.com. mehr

Südthüringer Zeitung – “Das ist unser Geheimnis”


www.openpr.de


(openPR) – Norbert Denef, Verfasser des Buches “Ich wurde sexuell missbraucht” und Urheber der Petition „Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben” hat sich in einem offenen Brief an Bundesjustizministerin Brigitte Zypries gewandt… mehr

www.openpr.de


www.dcrs.online.com “ich würde es lieber beim Namen nennen”


…Um auf den Missbrauch – ich würde es lieber beim Namen nennen: Pädokriminalität – zurückzukommen:
Norbert Denef kämpft seit Jahren um eine Anerkennung der an ihm begangenen Verbrechen von Seiten der Kirche und um eine Aufhebung der Verjährung dessen im Zivilrecht. Es gibt auch eine Petition in diesem Sinne.
In einem Bericht auf Denefs Homepage ist nachzulesen, dass Herr Ratzinger persönlich beim Thema Pädokriminalität in den 90igern in Texas Vertuschung betrieben haben soll….

www.dcrs-online.com


www.katholikentag.de “Auch Bischof Jaschke wünscht sich das weitere mögliche Opfer an die Öffentlichkeit treten”


…Auch Bischof Jaschke wünscht sich das weitere mögliche Opfer an die Öffentlichkeit treten und ihr Schweigen zu brechen. “Nur durch Druck von außen werden Veränderungen beschleunigt – die Opfer müssen den Befreiungsschlag tun!…

www.katholikentag.de


Kieler Nachrichten “Die Kirche muss sich schämen”


Kieler Nachrichten – “Die Kirche muss sich schämen”


Stuttgarter Nachrichten “35000 Christen und ein Fluss Namens Hase”


…Erstmals in der Geschichte des Katholikentags wird offiziell über sexuelle Gewalt in der Kirche gesprochen. Als Norbert Denef, der vor Jahrzehnten von Theologen missbraucht wurde, berichtet, ist es muksmäuschenstill. Eine Mischung aus Betroffenheit und Fassungslosigkeit zeichnet sich in die Gesichter, zuerst wegen des persönlichen Leids, dann aber, weil Denefs Kampf um Gerechtigkeit in der Kirche wie ein Kampf mit Windmühlen erscheint. Der Mann klagt an, leidenschaftlich und erbittert. Er berichtet von dem Angebot eines Bistums, ihm Schweigegeld zu zahlen, pocht auf ein hohes Schmerzensgeld und meint, die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zu diesem Thema stünden bloß auf dem Papier….

Stuttgarter Zeitung – “35000 Christen und ein Fluss Namens Hase”


www.derwesten.de “Die Kritik macht nicht vor der Kirche selbst Halt”


Die Kritik macht nicht vor der Kirche selbst Halt: Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke ruft dazu auf, das Thema sexuelle Gewalt in der Kirche rückhaltlos zu behandeln. Pädophile Priester sollten ihres Dienstes enthoben werden. Erstmals in der Geschichte des Katholikentages gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema – und erstmals sitzt ein Missbrauchsopfer zusammen mit einem Bischof auf dem Podium. “Sie sind mir etwas schuldig, mein Leben ist kaputt”, sagte Norbert Denef, der jahrelang von einem Priester missbraucht worden war.

www.derwesten.de


www.katholisch.de “Wir haben das Tabu sexueller Gewalt zu spät gebrochen”


…”Wir haben das Tabu sexueller Gewalt zu spät gebrochen. Und wir müssen jetzt entschieden gegen das Verschweigen kämpfen, Opfern helfen und alles tun, damit es keinen sexuellen Missbrauch in unseren Reihen gibt”, fasst Jaschke seine Überzeugung zusammen….

www.katholisch.de


Schwäbische Zeitung “Kirche gesteht Versäumniss bei Missbrauch ein”


Bis auf Frau und Kinder habe seine Umwelt ihn ausgegrenzt und bei der Kirche sei er auf der Suche nach Entschädigung abgeblitzt, schilderte Denef am Freitag auf dem Katholikentag in Osnabrück. Sexueller Missbrauch in der Kirche war dort erstmals ein Thema für das große Kirchentreffen. Der Priester sei immer strafversetzt worden, meinte Denef. “Der hat nach meinen Recherchen 100 bis 150 Kinder missbraucht, das wird geleugnet von der Kirche.” Für die katholische Kirche räumte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke Versäumnisse bei der Missbrauchsproblematik ein: “Wir müssen uns schämen.”…

Schwäbische Zeitung – “Kirche gesteht Versäumniss bei Missbrauch”


Domradio “Klare Worte zum Tabuthema”


Norbert Denef, als Kind Opfer eines Kantors und eines Priesters, beklagte, durch die bischöflichen Leitlinien habe sich der Umgang der Kirche mit dem Thema nicht geändert…

domradio.de – “Klare Worte zum Tabuthema”


Courage “Damit die Stimmen der Opfer lauter werden”


Zeitschrift des Frauenverbandes Courage e.V.
www.fvcourage.de
Das Interview führte Linda Weißelberger.
Herr Denef, Sie haben sich mit einer Petition “Verjährungsfrist für sexuellen Misbrauch im Zivilrecht” an den Deutschen Bundestag gewandt. Was beinhaltet diese Petition und was ist Ihr Beweggrund dazu? … mehr

“Damit die Stimmen der Opfer lauter werden…”


Blick aktuell – Andenacher/Pellenz “Das fest Eingebrannte von der Seele reden”


Andernacher Bürgerin sammelt Unterschriften für eine Petition an den deutschen Bundestag, die die Aufhebung der zivilrechtlichen “Verfolgungsverjährung bei Sexualdelikten” erzwingen will … mehr

Blick aktuell – Andernach/Pellenz- “Das fest Eingebrannte von der Seele reden”


DIE ZEIT “Ich steh auf Sechsjährige”


… Justizministerin Brigitte Zypries hat sich schließlich persönlich für eine staatliche Kofinanzierung des Dunkelfeld-Projekts eingesetzt und breite Unterstützung im Bundestag gefunden. Zur Fortsetzung von Diagnostik und Therapie im Rahmen des Dunkelfeld-Projektes werden jetzt für die kommenden drei Jahre 250.000 Euro jährlich zur Verfügung gestellt – ein großer Teil der benötigten Mittel.

Das Projekt ist nicht unumstritten. Norbert Denef aus Dreieich (Hessen) etwa, Autor des autobiografischen Buches Ich wurde missbraucht, hat einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin ins Internet gestellt, der exemplarisch ist für die Stimmen der Kritiker. Schon der Slogan: »lieben sie kinder mehr als ihnen lieb ist?« sei »eine Verhöhnung der Opfer«. Der Staat wolle »insgesamt 750.000 Euro für Täter zur Verfügung stellen«, so Denef weiter. »Warum werden diese Steuergelder nicht dafür verwendet, Opfern zu helfen?« … mehr

DIE ZEIT – “Ich steh auf Sechsjährige”


DENK MIT “Sexualverbrechen von Priestern und der Vatikan”


Unter dem Titel »Sex crimes and the Vatican« (Sexualverbrechen und der Vatikan) untersucht der irische Filmemacher Colm O’Gorman, der selbst als 14-Jähriger von einem Priester missbraucht wurde, ein weltweit praktiziertes Verhaltensmuster der Vatikankirche: Verdrängen, verschweigen, vertuschen. Geschützt werden nicht die Opfer, sondern die Täter – und damit das Ansehen der Kirche.

… Ratzinger für Vertuschungsstrategie verantwortlich

O’Gorman nimmt dabei Bezug auf ein Dokument aus dem Jahre 1962, seinerzeit verfasst von Kardinal Ottiaviani. Darin werden unter der kirchenrechtlichen Überschrift »crimen sollicitationis« (Verbrechen der Verführung) Vergehen von Geistlichen im Zusammenhang mit der Beichte behandelt, unter anderem der sexuelle Missbrauch von Beichtbefohlenen. Diese Vergehen sollten geheim bleiben und lediglich dem Bischof gemeldet werden. Es ist von einem Eid die Rede, mit dem alle Beteiligten Verschwiegenheit geloben müssen, unter Androhung der
Exkommunikation … mehr

DENK MIT “Sexualverbrechen von Priestern und der Vatikan”


Main-Spitze “Springe ich, oder springe ich nicht?”


Rüsselsheim (von Nina Fingernagel). “Schweigen bedeutet für mich den Tod. Ich will leben.” Weitreichende Folgen – Tochter Kristin Denef, die die Lesung mit Werken auf der Querflöte begleitete, sagt über die Auswirkungen des Missbrauchs an ihrem Vater auf die ganze Familie: ” Ich würde mich auch als Opfer bezeichnen. Ich trage großen Schaden mit davon und müsste eigentlich auch Forderungen an die Institution Kirche stellen.” … mehr

Main-Spitze “Springe ich, oder springe ich nicht?”


Rüsselsheimer Echo “Missbraucht von engsten Vertrauten”


Rüsselsheim (von Andrea Volb). Das, was er sagen will, sagt Norbert Denef ohne Umschweife: “Ich wurde sexuell missbraucht”. So lautet der Titel seines Buches, das vor wenigen Wochen erschienen ist … mehr

Rüsselsheimer Echo “Missbraucht von engsten Vertrauten”


Main-Spitze “Vom Pfarrer missbraucht”


Rüsselsheim (von Ralf Schuster). Vom Pfarrer sexuell missbraucht
“Seelenmord” im Buch geschildert / Entschädigung von der Kirche
Acht Jahre lang ist Norbert Denef von einem Priester und einem Kirchenangestellten sexuell missbraucht … mehr

Main-Spitze “Vom Pfarrer missbraucht”


Leipziger Volkszeitung “Der große Traum”


Delitzsch (von Dominic Welters). Norbert Denef liest aus seinem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht”, wirbt um Verständnis – und vermisst seine Brüder … mehr

Leipziger Volkszeitung “Der große Traum”


Bild Leipzig “Vom Pfarrer missbraucht”


Vom Pfarrer missbraucht! Delitzscher spricht über seine Leiden.
Sein schönster Tag im Leben. Und sein schlimmster … mehr

Bild Leipzig “Vom Pfarrer missbraucht!”


Leipziger Volkszeitung “Denef – Buch da”


Delitzsch (dom). Seit wenigen Tagen ist Norbert Denefs Buch “Ich wurde sexuell missbraucht” auf dem Markt. Nach Angaben seines Verlages ist das Interesse an der Aufarbeitung des mehrfachen sexuellen Missbrauchs an dem heute 58-jährigen “bundesweit groß” …
Auch im Internet erzählt Denef Teile seiner Geschichte. In diesem Zusammenhang hat der Anwalt des vor kurzem nach Köthen gewechselten langjährigen Delitzscher Pfarrers Armin Kensbock Denef mit einer Klage gedroht … mehr

Leipziger Volkszeitung “Denef – Buch da”


Leipziger Volkszeitung “Ein Opfer kehrt”


Ein Opfer kehrt an den Ort des Geschehens zurück..

Leipziger Volkszeitung


Leipziger Volkszeitung “Opfer mit Kamerateam unterwegs”


Kirchentür groß

Das MDR-Fernsehteam mit Kerstin Aldenhoff drehte eine Reportage über meine Geschichte, am Ort des Geschehens. Dreimal klopfte ich an das Tor der Marienkirche in Delitzsch – doch dieses blieb verschlossen. Ich heftete einen offenen Brief an die Kirchentür, mit der Forderung an die Gemeinde, ihr Schweigen zu brechen.

Foto: Leipziger Volkszeitung (M. Lüttich)

Leipziger Volkszeitung “Opfer mit Kamerateam unterwegs”


Leipziger Volkszeitung “Filmen bisher nicht erlaubt”


In der Vorarbeit zur Reportage vom MDR, versuchte ich einen Drehtermin in meiner ehemaligen Schule zu bekommen und sprach mit dem Schuldirektor darüber. Er stimmte sofort zu. Als ich ihm jedoch sagte, dass ich der Bruder des Bürgermeisters sei und es sich um das Thema sexueller Missbrauch handele, teilte er mir mit, dass er diesbezüglich den Landrat um Genehmigung bitten müsse. Einen Tag später hatte der Landrat die Presse davon in Kenntnis gesetzt und ließ mir durch den Schulleiter mitteilen, dass ich allein die Schule betreten dürfe, aber nicht mit dem Filmteam.

Leipziger Volkszeitung “Filmen bisher nicht erlaubt”


Offenbach Post “Menschen bei Maischberger”


Am 10. Oktober 2006 war ich in Menschen bei Maischberger in einer Gesprächsrunde zum Thema: “Sexueller Missbrauch: Müssen wir den Tätern helfen?” Da ich im Kreis Offenbach wohne, berichtete die Offenbach-Post darüber.
Meine Erfahrungen der Vergangenheit bestätigten sich auch hier wieder; zum Thema sexueller Missbrauch wird geschwiegen. Auch nach der Sendung sprach die unmittelbare Nachbarschaft kein Wort mit mir darüber.

Offenbach-Post “Menschen bei Maischberger”


Leipziger Volkszeitung “Warum haben Sie sich darauf eingelassen”


Um aus der untereinander bestehenden Sprachlosigkeit heraus zu finden, schrieb ich dem Kirchenvorstand in Delitzsch einen Brief und bat ihn um Unterstützung. Als Antwort erhielt ich lediglich nur den einen Satz:
“Ihr Schreiben vom 26. Juni 2006 haben wir zur Kenntnis genommen.”
Öffentlich antwortetet Pfarrer Kensbock auf die Frage: “Warum haben sie sich nicht darauf eingelassen?” folgendes:

Leipziger Volkszeitung “Warum haben Sie sich darauf nicht eingelassen”


Süddeutsche Zeitung “Das Schweigen der Hirten”


Kurz nach dem Erscheinen des Spiegelartikels “Verirrte Hirten”, setzte die Süddeutsche Zeitung sich mit mir in Verbindung und beschäftigte sich mit meinem Fall. Sie befragte alle 27 Bistümer zum Thema sexueller Missbrauch. Das Ergebnis wurde im folgendem Artikel veröffentlicht:

Süddeutsche Zeitung “Das Schweigen der Hirten”


Leipziger Volkszeitung “Humorvoller Pfarrer”


Nachdem ich 1993 im Familienkreis mein Schweigen brach, wendete ich mich unmittelbar danach vertrauensvoll an Pfarrer Kensbock in Delitzsch und bat ihn um Hilfe und Unterstützung. Der lehnte ab. Wegen unterlassener Hilfeleistung setzte ich später das Bistum Magdeburg und den Papst davon in Kenntnis. Statt aufzuarbeiten, wurde Pfarrer Kensbock versetzt und feierlich verabschiedet.

Leipziger Volkszeitung “Humorvoller Pfarrer”


Leipziger Volkszeitung “Missbrauch durch den eigenen Vater”


Durch meinen Abbruch der Schweigemauer habe ich Anderen Mut gemacht Gleiches zu tun. Einer davon ging ebenfalls mit seiner Geschichte an die Presse und brach sein Schweigen:

Leipziger Volkszeitung “Missbrauch durch den eigenen Vater”

Leipziger Volkszeitung “Er hat gesagt, dass ist ganz normal”


Leipziger Volkszeitung “Denef Auftritt im Fernsehen”


Das Fernsehen hatte sich für mich interessiert und wollte, dass ich über meine Geschichte öffentlich rede, im SWR “Nachtcafe” und im MDR “Unter uns”. Beide Sendungen wurden am 17. Februar 2006 um 22:00 gesendet. “Unter uns” live und “Nachtcafe” wurde am 16. Februar 2006 aufgezeichnet. Vor Millionen Menschen das zu sagen, worüber ich 35 Jahre lang geschwiegen hatte – dafür bereitete ich mich 18 Jahre lang vor, um es über meine Lippen zu bringen.

Leipziger Volkszeitung “Denef Auftritt im Fernsehen”


Leipziger Volkszeitung “Das meinen Leser”


Leserbriefe aus dem Kreis Delitzsch verletzten mich teilweise und andere wiederum stärkten mir den Rücken:

Leipziger Volkszeitung „Das meinen Leser“


Leipziger Volkszeitung “Das ist ein unerträgliches Leben”


Auf unterschiedliche Fragen, die zu meiner Person an die Leipziger Volkszeitung gestellt wurden, nahm ich Stellung und versuchte Antworten zu finden:

Leipziger Volkszeitung “Das ist ein unerträgliches Leben”


Leipziger Volkszeitung “MDR Team stößt auf Ablehnung”


Kurz nach dem Erscheinen des Spiegelartikels “Verirrte Hirten”
am 5. Dezember 2005
, interessierte sich das Fernsehen für meine Geschichte. Ein Filmteam vom MDR interviewte u.a. Gemeindemitglieder vor der Kirche in Delitzsch. Darüber berichtete die Leipziger Volkszeitung:

Leipziger Volkszeitung “MDR Team stößt auf Ablehnung


Reaktionen auf den Spiegelartikel vom 5.12.2005


Merkur Online – München


IKvu (Initiative Kirche von unten) – Pressemeldung


IKvu “Pressemitteilung”


Leipziger Volkszeitung “Man hat uns nicht geglaubt”


Leipziger Volkszeitung “Man hat uns nicht geglaubt”


DER SPIEGEL Rückspiegel


Der Spiegel “Verirrte Hirten” Rückspiegel


Wir sind Kirche – Pressemeldung


Wir-sind-Kirche “Pressemitteilung”


Leipziger Volkszeitung “Zweiter Fall in Delitzsch”


Leipziger Volkszeitung “Zweiter Fall in Delitzsch”


Leipziger Volkszeitung “An die Zunge”


Leipziger Volkszeitung “An die Zunge”


Reaktionen auf den Spiegelartikel vom 5.12.2008


Volksstimme Magdeburg


Leipziger Volkszeitung “Bistum will helfen”


Leipziger Volkszeitung “Bistum will helfen”


Reaktionen auf den Spiegelartikel vom 5.12.2005


Lausitzer Rundschau


Leipziger Volkszeitung “Neue Missbrauchsvorwürfe”


Leipziger Volkszeitung “Neue Missbrauchsvorwürfe”


Leipziger Volkszeitung “Leser sprechen von weiteren Opfern”


Leipziger Volkszeitung “Leser sprechen von weiteren Opfern”


Leipziger Volkszeitung “Familie Denef ist erschüttert”


Delitzsch bei Leipzig ist der Ort des Geschehens, wo ich vom 10. bis zum 18. Lebensjahr sexuell missbraucht wurde. Meine beiden Brüder leben noch in dieser Stadt. Der eine ist der amtierende Bürgermeister und der andere ehemaliger Bergbaudezernet. Aus diesem Grund war der Name “Denef” bekannt und entsprechend reagierte die regionale Presse:

Leipziger Volkszeitung “Familie Denef ist erschüttert”


Reaktionen auf den Spiegelartikel vom 5.12.2005


El Sentinel

Iglesia confirma

Expaticas German

Landkreis Rosenheim

Hamburger Abendblat


DER SPIEGEL “Verirrte Hirten”


DER SPIEGEL hat meine Geschichte über den sexuellen Missbrauch durch einen katholischen Pfarrer und einen weiteren Kirchenangestellten veröffentlicht. Das hat dazu geführt, dass weitere Opfer ihr Schweigen gebrochen haben.

Der Spiegel “Verirrte Hirten”


Mitteldeutsche Zeitung “Katholische Kirche entschädigt Missbrauchsopfer”


Das Bistum Magdeburg hat dem ehemaligen Ministranten 25.000 Euro überwiesen…

Mitteldeutsche Zeitung


SPIEGEL ONLINE – Reaktionen


SPIEGEL ONLINE berichtete bereits am 3. Dezember 2005 über den Artikel “Verirrte Hirten” und entsprechend haben andere Zeitungen darauf reagiert:

destraitalia.it NEWS

fairelejour.org

Le Bouclier

Radio Vatikan


Frankfurter Rundschau “Endlich reden zu dürfen”


Frankfurter Rundschau “Endlich reden zu dürfen…”


Offenbach Post “Gruppe rettet vor Fall in den Abgrund”


Offenbach Post “Gruppe rettet vor Fall in den Abgrund”


Offenbach Post “Mauer des Schweigens”


Offenbach Post “Mauer des Schweigens durchbrechen”


Frankfurter Rundschau “Erfahrung beider Geschlechter”


Frankfurter Rundschau “Erfahrung beider Geschlechter”