Ein Land hält den Atem an


Deutschlandfunk 2.09.2010

In Portugal geht spektakulärer Kinderschänderprozess zu Ende

Von Jochen Farget

Ein staatliches Kinderheim und Waisenhaus, in dem jahrelang Jugendliche sexuell missbraucht wurden. Ein Kinderschänderring, dem angeblich Spitzenpolitiker und Fernsehstars angehörten. Der Fall Casa Pia hat Portugal zutiefst erschüttert. Jetzt geht der Prozess zu Ende.

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Es geschah am hellichten Tag


BÜRGERSTIMME 01.09.2010

Heinz Rühmann und Gerd Fröbe, zwei phantastische Schauspieler, spielten im Jahr 1958 die Hauptrolle in dem gleichnamigen Film. Friedrich Dürrenmatt schrieb das Drehbuch.

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Der Ratzinger-Test


ZEIT ONLINE 1.09.2010

Im Umgang mit Missbrauchsopfern zählen Papiere wenig.

© Harald Tittel dpa

Um zu sehen, was die neuen Leitlinien der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch taugen, wendet man sie am besten auf den heikelsten derartigen Fall an: In die Causa Peter H. aus Essen war einst der spätere Papst Benedikt XVI. persönlich verwickelt.

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Die Opfer warten weiter


31.08.2010

Filed under: Religion & Kirchen — Britta Baas @ 21:27

Drei Durchgänge brauchte es, bis die Neufassung der Leitlinien stand: Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben endlich ihr aktuelles Papier zum Umgang mit sexueller Gewalt in der Kirche veröffentlicht. Viel gewonnen ist nicht: Weder sind alle Bischöfe verpflichtet, einheitlich zu handeln, noch fällt ein klares Wort über die Entschädigung der Opfer.

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Leid und Leitlinien


SPIEGEL ONLINE 31.08.2010

Ein Kommentar von Peter Wensierski

Die überarbeiteten Leitlinien der deutschen katholischen Bischöfe zum Umgang mit sexuellem Missbrauch bleiben weit hinter der erhofften Null-Toleranz-Linie zurück. Vor allem fehlt eine tabulose Auseinandersetzung mit der Sexualmoral der Kirche.

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Neue Leitlinien der Bischöfe


Bouleward Baden 31.08.2010

Trier (ddp). Die verschärften Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch sehen eine weitgehende Anzeigepflicht bei Verdachtsfällen vor. Sobald “tatsächliche Anhaltspunkte” für den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen vorlägen, werde die Information an die Strafverfolgungsbehörde weitergeleitet, heißt es in den neuen Leitlinien, die die Bischofskonferenz am Dienstag in Trier vorstellte.

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Genugtuung muss Täter schmerzen


SÜDWEST PRESSE 31.08.2010

Prävention bei Missbrauch greift nur mit strukturellen Änderungen- im Jesuitenorden und in der katholischen Kirche. Davon ist Klaus Mertes überzeugt. Er fordert auch symbolische Genugtuung für die Opfer.

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Die Schwester missbraucht?


Kölner Stadt-Anzeiger 27.08.10

Von Uli Kreikebaum

Ein elfjähriger Junge soll am vergangenen Donnerstag in Hürth seine dreijährige Schwester vergewaltigt haben. Den Eltern war schon einmal das Sorgerecht für den Jungen entzogen wordem, kürzlich erst war Junge der Mutter zur Probe zurückgegeben worden.

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Missbrauchsvorwürfe gegen Stollberger Pfarrer


MDR SACHSEN 27.08.2010

Der Skandal um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat jetzt auch die Region Stollberg erreicht. Wie das Bistum Dresden-Meißen bestätigte, laufen kirchliche Untersuchungen gegen den für Oelsnitz, Lugau und Stollberg zuständigen Pfarrer der Pfarrei St. Marien.

Pfarrer vorerst nicht mehr im Amt

“Der Gemeinde von Stollberg wurde seitens des Bistums mitgeteilt, dass Pfarrer Josef R. beschuldigt wird, vor etwa 25 Jahren die sexuelle Integrität einer Minderjährigen verletzt zu haben”, hieß es dazu in einer schriftlichen Stellungnahme des Bistums in Dresden.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung mittlerweile wieder eingestellt. Die Kirche ermittelt aber weiter. Am vergangenen Wochenende wurde der Pfarrer nach acht Jahren von seiner Gemeinde verabschiedet. “Bis zur Klärung der Vorwürfe kann Pfarrer R. nicht in einer Pfarrei tätig sein”, sagte Michael Baudisch vom Bistum Dresden der “Freien Presse”. Zugleich verwies Baudisch auf die Unschuldvermutung. Der Pfarrer wurde nach Medienberichten mittlerweile in eine Psychiatrie eingewiesen.

Kirche berät über Konsequenzen

Die in den vergangenen Monaten bekanntgewordenen Missbrauchsfälle haben die Katholische Kirche bis ins Mark erschüttert. Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees deutscher Katholiken, Karin Kortmann, rechnet damit, dass in diesem Jahr bis zu 400.000 Menschen der Kirche den Rücken kehren werden. Derzeit beraten Deutschlands Bischöfe über die Verabschiedung revidierter Leitlinien zum sexuellen Missbrauch. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagte bereits im Vorfeld einen “offensiven” Umgang mit dem Thema und eine engere Zusammenarbeit mit den Justizbehörden zu.

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In jedem Fall immer zuerst zum Staatsanwalt?


STUTTGARTER ZEITUNG 27.08.2010

Missbrauch Die Kirchen und Runde Tische dürfen ihre Verantwortung als helfende Institutionen nicht abwälzen.

Von Thomas Mörsberger

Dass es in manchen Heimen früher übel zuging, ist keine besonders überraschende Mitteilung. Man hat davon gewusst, zumindest andeutungsweise. Aber das Thema schien erledigt zu sein, galt als Thema von vorgestern. Es seien im Übrigen Ausnahmefälle gewesen und “so was” sei in ähnlicher Weise damals auch in ganz normalen Familien passiert: “So war das eben früher!” Mittlerweile dämmert dieser Gesellschaft, dass wir es uns nicht ganz so leicht machen können.

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Missbrauchsfälle verjährt: Bischof Ackermann hebt Beurlaubung eines Pfarrers auf


Saarbrücker Zeitung 23.08.2010

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat mit sofortiger Wirkung die Beurlaubung eines Pfarrers aus Neunkirchen aufgehoben. Der Pfarrer hatte sich im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in den 80er Jahren am Homburger Johanneum selbst angezeigt. Die Ermittlungen wurden wegen Verjährung eingestellt.

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Wenn Kinder im Namen des Satans gepeinigt werden


WELT ONLINE 24.08.2010

Kinder werden schwer misshandelt, die Täter wollen die absolute Macht. Eine Bielefelder Traumaklinik behandelt Opfer von satanischen Ritualen.

Von Holger Spierig

Wenn sich die 48-jährige Frau an ihre Kindheit erinnert, denkt sie an gespenstische Rituale, an Elektroschocks und erzwungenen Sex. „Ich bin in einen Satanskult hineingeboren worden“, erzählt die Frau, die sich Nicki nennt.
Sie sei nicht nur bei „Schwarzen Messen“ auf Friedhöfen oder in Kellern missbraucht worden. Ihre Mutter und ihr Stiefvater, die zu dem Satanskult gehörten, hätten sie auch an andere Kultmitglieder „vermietet“. Mit Folter und Drohungen sei sie zu Gehorsam und Schweigen gezwungen worden. „Man wurde auch lebendig begraben, um zu zeigen, was passiert, wenn man aussteigt“, erzählt sie.

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Stadt Wien zahlt Entschädigung für Missbrauchsopfer


krone.at 24.08.2010

Jeder hat es gewusst, doch niemand hat etwas dagegen unternommen. Und die Opfer von sexueller Gewalt in Heimen leiden ihr ganzes Leben unter den Folgen. Wiens Bürgermeister Michael Häupl bat nun die Betroffenen um Verzeihung. Außerdem leistet die Stadt Entschädigungszahlungen und übernimmt Therapiekosten.

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Im Jahr des heiligen Geizes


ZEIT ONLINE 24.08.2010

Kirche und Missbrauch: Erst rang sie um Worte, jetzt ringt sie ums Geld.

Besonderen Jahren gibt die katholische Kirche gerne besondere Namen. Da war das »Heilige Jahr« 2000, in dem Papst Johannes Paul II. unter anderem ein Bekenntnis für die Sünden seiner Kirche ablegte, oder zuletzt das »Jahr der Priester«, das Papst Benedikt ausgerufen hatte. Das Jahr 2010 ist nun für die Kirche ganz gegen ihre Absicht zu einem außergewöhnlichen geworden – zum Jahr des heiligen Geizes.

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„Es muss ein Miteinander sein“


humanistischer pressedienst 23.08.2010

TRIER. (hpd) Robert Nieporte ist der Anwalt, der nun die Interessen der ehemaligen Heimkinder vertritt. Der hpd sprach mit dem Juristen über seine Strategie, über das pragmatische Vorgehen von Regierung und Kirche in anderen Ländern, das beharrliche Schweigen der deutschen Kirche, institutionalisiertes Unrecht und welche Anerkennung den Opfern gerecht werden würde.

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Von der Pflicht zum Widerspruch


seuddeutsche.de 23.08.2010

Ein Kommentar von Matthias Drobinski

Von Skandalen getrieben macht die katholische Kirche endlich ihre Hausaufgaben: Die Bischöfe reagieren mit neuen Leitlinien auf Missbrauchsfälle und sexuelle Gewalt. Die Krise der Kirche wird das aber nicht beenden.
Diesen Montag werden die katholischen Diözesanbischöfe sich in Würzburg versammeln und etwas Gutes tun. Sie werden ihre Leitlinien zum Umgang mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verbessern, sie werden darüber beraten, was getan werden kann, damit diese Gewalt erst gar nicht geschieht.

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Keine Ermittlungen mehr gegen den “Seelenverderber”


General-Anzeiger 23.08.2010

Von Ebba Hagenberg-Miliu

Bonn. Der des vielfachen sexuellen Missbrauchs an Internatsschülern des ehemaligen Bonner St. Ludwig Kollegs beschuldigte Franziskaner-Minoriten-Pater Damian Mai wird strafrechtlich nicht mehr zu belangen sein.

Nach fünf Monaten ist das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Würzburg gegen den heute 76-jährigen Pater eingestellt worden. Wie der stellvertretende Chef der Würzburger Staatsanwaltschaft, Burkhard Pöpperl, der Main-Post mitteilte, seien acht Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und Nötigung sowie tätlicher Beleidigung untersucht worden.

Nach GA-Informationen handelte es sich bei den in den sechziger und siebziger Jahren in Bonn verübten Taten sehr wohl um strafrechtlich relevante, auf jeden Fall moralisch verwerfliche Handlungen an Kindern. Die meisten Vorwürfe seien verjährt, die neueren strafrechtlich nicht verfolgbar, so nun die Würzburger Justiz. Laut Pöpperl seien vier ehemalige Schüler des St. Ludwig Kollegs in Bonn befragt worden.

Die Ermittlungen über die zwischen 1963 und 1977 datierten Fälle hätten eingestellt werden müssen, weil der dem damaligen Kollegsleiter Pater Damian vorgeworfene sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen länger als 20 Jahre nach der Volljährigkeit der Schüler zurückliege und damit die Verjährungsfrist abgelaufen sei.

Verjährt seien aber auch die meisten Fälle aus der Tätigkeit des Paters als Diözesankaplan in der Katholischen Studentischen Jugend (KSJ) in Würzburg, sagte der Staatsanwalt der Main-Post. Wie berichtet, war im Februar 2010 die Ermittlungsarbeit wegen möglicher in den Jahren 2000 und 2001 in Würzburg stattgefundener Übergriffe aufgenommen worden. Pater Damian selbst streitet alle Vorwürfe vehement ab.

In Bonn hatten schon 1971 Eltern mit Nachdruck die Versetzung des damaligen Kollegsleiters wegen Missbrauchs gefordert. Die Justiz hatte den umtriebigen und dominanten Pater jedoch für sauber erklärt, so dass der von Opfern “Seelenverderber” genannte Pater bis 1977 leitend am Kolleg und danach in den Bistümern Würzburg und Bamberg ungehindert in der Jugendarbeit tätig sein konnte.

Wie berichtet, vermuten Opfer des Paters, dass die damaligen Ermittlungen wegen der exzellenten Kontakte des Geistlichen zur damaligen Justiz im Sande verliefen. Die Frau eines damaligen Bonner Oberstaatsanwalts war eine im Arbeitnehmerverhältnis zum Pater stehende Psychologin, die in St. Ludwig ein und ausging und fatalerweise gerade mit Opfern des Paters therapeutisch arbeitete.

Die Akten der Staatsanwaltschaft sind inzwischen fristgerecht vernichtet. “Es ist mehr als enttäuschend. Ich bin wütend, dass Pater Damian wieder davonkommt. Es bleibt die moralische Schuld”, klagt dem GA ein Mann, der in den siebziger Jahren am St. Ludwig Kolleg missbraucht wurde. Es sei ungeheuerlich, dass der Geistliche bis zum heutigen Tage lüge und damit die Persönlichkeitsrechte der von ihm zutiefst geschädigten Menschen erneut verletze.

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Missbrauchsopfer müssen nicht mehr vor Gericht


newsclick.de 17.08.2010

Richterliche Videovernehmung im Ermittlungsverfahren kann Kindern nach Sexualstraftaten die Teilnahme am Prozess ersparen

Von Bettina Thoenes

An den Wänden Janosch-Bilder, ein blauer Holzvogel baumelt von der Decke – in der Ecke daneben ist eine Kamera installiert, die auf einen runden Holztisch mit Mikrofon gerichtet ist.

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Von einer Kirchenkrise zur nächsten?


Die Presse 17.08.2010

GASTKOMMENTAR VON ANDREAS KIRCHMAIR (Die Presse)

Papst und Kirche haben die Chance, der Welt ein Beispiel zu geben, wie sie mit Missständen im Klerus umgehen.

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Das Gedächtnis des Körpers


Im aktuellen Heft – DER SPIEGEL 32/2010 vom 09.08.2010

Das Gedächtnis des Körpers

Sind Gelassenheit, Übergewicht, Intelligenz und Langlebigkeit angeboren? Genfunde nähren den Glauben an die Allmacht der Biologie. Doch nun zeigt sich, wie sehr Umwelteinflüsse die Erbanlagen verändern: Die Gene steuern uns – aber auch wir steuern die Gene, durch unseren Lebensstil.

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•    Gene sind kein Schicksal – der persönliche Lebensstil prägt Gesundheit und Charaktereigenschaften stärker als gedacht


Sexuelle Gewalt im Gefängnis


Neue Zürcher Zeitung 14. August 2010

Ein gefährliches und hierzulande noch kaum erforschtes Phänomen.
Von Thomas Noll

Im Januar 2008 ermordete ein Verwahrter in der Strafanstalt Pöschwies aus sexuellen Motiven einen Mitgefangenen. Doch abgesehen von dieser schlimmen Tat weiss man in der Schweiz bis jetzt nur wenig über sexuelle Gewalt im Gefängnis.

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Vier jugendliche Messdiener angeklagt


rp-online.de 13.08.2010

Kleve (RPO). Gegen vier 14-Jährige aus Xanten, die auf einer Messdienerfreizeit einen anderen Messdiener sexuell missbraucht haben sollen, ist Anklage beim Jugendgericht erhoben worden. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen seien abgeschlossen, alles weitere müsse nun das Gericht klären, sagte Heinz-Joachim Moser von der Staatsanwaltschaft Kleve am Freitag auf ddp-Anfrage.

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Verdacht auf sexuellen Missbrauch im Allgäu durch ehemaligen Pfarrer


RSA Radio Der Allgäusender

Wangen, 12.08.2010
Ein ehemaliger katholischer Pfarrer aus Wangen steht derzeit unter Verdacht Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Klasnic-Kommission: Schon 350 Missbrauchsopfer


Die Presse 10.08.2010

Neue Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft in Arbeit. Mehr als die Hälfte betreffen Vorfälle in Internaten und Schulen von Ordenseinrichtungen. Zwei Drittel der Meldungen stammen von Männern.

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Fünfeinhalb Jahre Haft für weinenden Kinderschänder


TT.com 10.08.2010

Unter Tränen gestand ein 28-jähriger Oberländer, seit Jahren Volksschüler sexuell missbraucht zu haben.

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Pastor Dieter K.: Wie ein Schatten über Ahrensburg


Hamburger Abendblatt 9.08.2010

Vorbei ist es mit der vermeintlichen Idylle. Pastor Dieter K., der Jugendliche missbraucht haben soll, lebt weiter mitten in der Stadt.

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Bergmann für Entschädigungsfonds für Missbrauchsopfer


seuddeutsche.de 9.08.2010

München (dpa) – Opfer sexuellen Missbrauchs könnten nach Aussage der Bundesbeauftragten Christine Bergmann künftig aus einem Fonds entschädigt werden. In den Fonds könnten die für Missbrauchsfälle verantwortlichen weltlichen und kirchlichen Institutionen, aber auch der Bund einzahlen. Sie sei mit ihren Überlegungen zwar noch nicht am Ende, doch über einen solchen Fonds könne man nachdenken, sagte die SPD-Politikerin der «Süddeutschen Zeitung». Summen wollte Bergmann nicht nennen.

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Missbrauch am CoJoBo-Internat: Pornos für den Pater


General-Anzeiger 7.08.2010

Von Rolf Kleinfeld

Bonn. Die Vorwürfe, dass zwei Redemptoristen-Pater des ehemaligen Collegium-Josephinum-Internats vor vielen Jahren Schüler sexuell und körperlich misshandelt haben, stimmen.

Nach Gesprächen mit Opfern stellt der vom Orden mit der externen Untersuchung beauftragte Direktor des Amtsgerichts Leverkusen, Hermann-Josef Merzbach, jetzt fest: Es gab auch einen dritten Fall, bei dem – wie schon bei einigen früheren Taten – “folterähnliche Mittel” angewandt wurden.

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Die Schuld der Opfer


taz.de 2.08.2010

KOMMENTAR VON INES KAPPERT

Stellt der Promifaktor einen Malus da, gerade wenn es um Vergewaltigung geht? Das war die zentrale Frage der sonntagabendlichen Diskussionsrunde von Anne Will in Sachen “Kachelmann”. Schon die Fragestellung ist Symptom einer fehlgeleiteten Debatte. Denn sie unterstellt, dass eine erkleckliche Anzahl von Opfern den Vorwurf der sexuellen Gewalt nur erhebt, um die bezichtigten Männer nachhaltig zu verletzen. Je prominenter, desto größer der Schaden.

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Ihr Runder Tisch ohne Opfer


Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Frau Dr. Kristina Schröder
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Fax: 030 18555 4400

Bundesministerin der Justiz
Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Fax: 030 227 76402

Bundesministerin für Bildung und Forschung
Frau Prof. Dr. Anette Schavan
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Fax: 030 227 76794

Ihr Runder Tisch ohne Opfer

Sehr geehrte Frau Dr. Kristina Schröder,
sehr geehrte Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger,
sehr geehrte Frau Prof. Dr. Annette Schavan,

Sie wurden von der Bundesregierung beauftragt, den “Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich” einzuberufen.

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Missbrauchsfälle – ML zieht Billanz


ZDF Mona Lisa 25.07.2010


Missbraucht und allein gelassen


Frontal21 27.07.2010

Das Trauma von Schülern und Eltern

von Kyo Mali Jung und Astrid Randerath

Die ehemaligen Grundschüler wollen unerkannt bleiben. Sie brauchen all ihren Mut, um zu erzählen, was ihnen vor Jahren der Lehrer angetan hat. Sie waren in der ersten Klasse, da wurden sie von ihm geschlagen und sexuell missbraucht. Trotzdem bleibt der Lehrer bis heute straffrei.

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Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Kachelmann


PRESSEMITTEILUNGEN 29.07.2010

Stuttgart (ots) – Die Entscheidung ist ein fatales Signal an alle Opfer sexueller Gewalt. Im Fall Kachelmann sprechen die objektiven Spuren, die am Tatort und Opfer zu finden waren, ziemlich klar gegen den charmanten Wettermoderator. Das Gericht hat diese objektiven Spuren einfach ignoriert. Man kann es keinem Vergewaltigungsopfer verdenken, wenn es sich nach dieser Entscheidung lieber nicht der Justiz anvertraut.

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Weitere Frau erhebt Vergewaltigungsvorwurf gegen Polanski


derStandard.at 28. Juli 2010

Ex-Modell soll vor mehr als 30 Jahren vom Regisseur unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden sein Los Angeles – Erneut werden Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski laut. Ein weiteres mutmaßliches Opfer bezichtigt den Regisseur, sie vor über 30 Jahren unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben.

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Jesuiten-Missbrauchsopfer wollen Geld als Genugtuung


Hannoversche Allgemeine 26.07.2010

Verletzung und Wut sitzen tief bei den Männern, die vor mehr als 20 Jahren an deutschen Jesuitenschulen sexuell missbraucht wurden. Als Genugtuung fordern sie vom Orden ein halbes Jahr nach der Aufdeckung der ersten Taten in Berlin nun tätige Reue – in barer Münze.

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Landespolitiker wollen Kirchen Millionenzuschüsse kürzen


SPIEGEL ONLINE 25.07.2010

Knapp 460 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten die katholische und die evangelische Kirche aus den Ländern – zu viel, sagen führende Landespolitiker und fordern im SPIEGEL eine Kürzung. Unterstützung bekommen sie vom Chef-Haushälter der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider.

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Kirchenrechtler: Zollitsch zuständig


SÜDWEST PRESSE 23.07.2010

Freiburg.  Der Freiburger Erzbischof Zollitsch steht nicht weiter unter dem Verdacht der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch. Trotzdem bleiben Fragen offen.

…Dem widersprechen nach Recherchen der “Badischen Zeitung” zwei Kirchenrechtler: Georg Bier, Professor an der Uni Freiburg, soll Belege haben, dass die Erzdiözese sehr wohl für das Kloster Birnau zuständig war. Dieser Meinung ist auch der US-Kirchenrechtler und Missbrauchsexperte Thomas P. Doyle.

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Missbrauchsinitiative: “Bis heute hat sich niemand um die Opfer gekümmert.”


NDR.de 21.07.2010

Jugendamt trennt Familie von beschuldigtem Pastor

Der Ahrensburger Missbrauchsskandal hat für den mutmaßlichen Haupttäter erste Konsequenzen: Das Jugendamt trennte die Ehefrau und den sechsjährigen Sohn vom ehemaligen Pastor, der in den 70er- und 80er-Jahren mindestens 20 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben soll. Das berichtete die NDR 1 Welle Nord am Mittwoch. Der Junge und seine Mutter seien bei einer befreundeten Familie untergebracht worden. Jetzt gehe es vor allem um das Wohlergehen und die Bedürfnisse des Sohnes, sagte Jugendamtsleiter Wilhelm Hegermann. In den vergangenen Jahren sollen mehrere Pflegekinder bei dem Ahrensburger Pastor gewohnt haben. Hinweise auf sexuellen Missbrauch des eigenen Sohnes oder der Pflegekinder gibt es nach Angaben des Jugendamtes bislang aber nicht.

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Ermittlungen gegen Bischof Zollitsch eingestellt


WELT ONLINE 21.07.2010

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den Chef der deutschen Bischofskonferenz nicht mehr, sexuellen Missbrauch gedeckt zu haben.

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Experten contra Zollitsch


Badische Zeitung 21.07.2010

Hat der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch im Missbrauchsfall Birnau gegen die Anti-Missbrauchsrichtlinien der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen? Die Ausführungen namhafter Kirchenrechtler legen diesen Vorwurf nahe. Und es ist nicht der einzige.

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Bischof missbraucht acht Jahre seinen Neffen


SÜDWEST PRESSE 21.07.2010

Brüssel.  Eine Razzia im Bischofspalais in Mechelen lässt die katholische Kirche in Belgien nicht mehr zur Ruhe kommen. Der Bischof von Brügge hat jahrelang seinen Neffen sexuell missbraucht – Rücktritt nach Geständnis.

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Dr. Jekyll und Mr. Hyde auf schwedisch


Tages Anzeiger 21.07.2010

Von Bruno Kaufmann, Stockholm. Aktualisiert um 04:00 Uhr

Nach Feierabend verwandelte er sich jeweils zum Sexualverbrecher: Der schwedische Ex-Polizeichef steht vor Gericht.
Tagsüber trat der heute 64 Jahre alte Familienvater Göran Lindberg als Vorzeigepolizist auf.

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Zweifel an Zollitsch


sueddeutsche.de 19.07.2010

Von Matthias Drobinski
Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz gerät in Bedrängnis: Er soll einen Missbrauchsfall in seinem Bistum falsch dargestellt haben. Der Fall erinnert an den von Maria Jepsen – kann Robert Zollitsch so weiter als Aufklärer gelten?

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Odenwaldschule will Archiv für Forschung öffnen


WELT ONLINE 18.07.2010

Heppenheim (dpa) – Für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule soll auch das Archiv der Schule herangezogen werden. Es müsse umfassend untersucht werden, was passiert und was schief gelaufen sei. sagte Schulvorstandssprecher Johannes von Dohnanyi der Nachrichtenagentur dpa.

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Vertuscht? “Report Mainz” greift Bischof Zollitsch an


seuddeutsche.de 18.07.2010

Bloß keinen Skandal – das scheint die Haltung des heutigen Freiburger Erzbischos Zollitsch in einem alten Missbrauchsfall gewesen zu sein.

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Missbrauch offenbar schon kurz nach Gründung


SPIEGEL ONLINE 17.07.2010

Der Skandal um Missbrauch an der Odenwaldschule reicht offenbar viel weiter zurück als bisher bekannt. Bereits in den Anfangsjahren sind nach SPIEGEL-Informationen mehrere Schüler sexuell missbraucht worden. Historische Briefe enthalten solche Hinweise.

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Opfer fordern Aufklärung


sueddeutsche.de 17.07.2010

Baden-Baden – Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann, sieht bei der Aufklärung im Kloster Ettal ‘kräftigen Nachholbedarf’. Die Hauptforderung der Opfer sexuellen Missbrauchs, die sich bei ihr gemeldet hätten, sei Aufklärung, sagte Bergmann am Freitag dem Südwestrundfunk (SWR). Eine weitere einheitliche Forderung sei auch die Abschaffung von Verjährungsfristen.

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“Keine Verjährung mehr bei Kindesmissbrauch”


Lübecker Nachrichten 16.07.2010

Sie fordert mehr Aufklärung: Christine Bergmann ist Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung.

LN: Sollte due relativ kurze Verjährungsfrist für Fälle sexueller Gewalt verlängert werden?

Bergmann: Die eindeutige Botschaft der Betroffenen lautet: Weg mit den Verjährungsfristen. Und die nehme ich sehr ernst. Dabei wissen die Betroffenen, dass nach langer Zeit die Taten kaum noch nachweisbar sind. Aber sie wollen selbst entscheiden, ob sie den Rechtsweg gehen möchten oder nicht. Sie halten es für unerträglich, dass sie ein Leben lang leiden müssen, während die Täter ungestraft davon kommen….

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Hamburger Bischöfin Jepsen tritt zurück


SPIEGEL ONLINE 16.07.2010

Tagelang wehrte sich Maria Jepsen gegen Vorwürfe, einen Missbrauchsfall in der evangelischen Kirche heruntergespielt zu haben – jetzt steht die Hamburger Bischöfin nach Informationen mehrerer Nachrichtenagenturen kurz vor dem Rücktritt. Sie will den Berichten zufolge Schaden von der Kirche abwenden.

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“Verbrechen gegen die Sitten”


sueddeutsche.de 15.07.2010

Mit den “Normae de gravioribus delictis” hat Papst Benedikt XVI. die Gesetze zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche verschärft. Darin wird unter anderem die kirchenrechtliche Verjährungsfrist auf 20 Jahre angehoben.

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Dichtmachen!


ZEIT ONLINE 15.07.2010

Die Odenwaldschule muss die Missbrauchsopfer entschädigen

…Die Würde der Opfer muss endlich an erster Stelle stehen. Verkauft die Schule, und gebt den Opfern das Geld! Wer das Geld nicht will, möge es weitergeben an Hilfsorganisationen und die vielen anderen Opfer sexueller Gewalt. Die Schule könnte so ihre Schuld auf achtenswerte Weise eingestehen und versuchen, Wiedergutmachung zu leisten.

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Verjährungsfrist vor Verlängerung


n-tv.de 14.07.2010

Der Runde Tisch der Bundesregierung zum sexuellen Missbrauch schlägt vor, die Verjährungsfrist für zivilrechtliche Ansprüche auf 30 Jahre zu verlängern. Bisher liegt sie bei drei Jahren. Damit können Opfer länger auf Schadensersatzansprüche hoffen.

Opfer sexuellen Missbrauchs sollen künftig bis zu 30 Jahre nach der Tat Schadenersatz vor Gericht geltend machen können. Das hat die Justiz-Arbeitsgruppe des von der Bundesregierung eingesetzten Runden Tisches gegen Kindesmissbrauch in Berlin vorgeschlagen. Die Opfer hätten bei einer so langen Verjährungsfrist viel Zeit, ihre zivilrechtlichen Ansprüche durchzusetzen.

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Fall Polanski noch lange nicht abgeschlossen


Schweizer Fernsehen 14. Juli 2010

Nach Roman Polanskis Freilassung in der Schweiz, überschlagen sich die Reaktionen. Und sogar das Opfer meldet sich zu Wort: Man solle den Starregisseur endlich in Ruhe lassen.

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Weitere Meldungen:

www.tagesschau.sf.tv

www.promicabana.de

www.zeit.de

www.star-nachrichten.de


Unterstützung im Kampf für die Rechte von Opfern sexualisierter Gewalt


Pressemitteilung

Unterstützung im Kampf für die Rechte von Opfern sexualisierter Gewalt

Eutin, im Juli 2010

Norbert Denef redet offen über ein Tabu: In den Jahren 1959 bis 1967 wurde der heute 61-Jährige Opfer sexualisierter Gewalt. 35 Jahre später bricht er sein Schweigen, erst nach zahlreichen Therapien fand er die Kraft, über das Verbrechen zu sprechen. Jetzt kämpft er mit dem „netzwerkB.org“ für die Rechte von Opfern sexualisierter Gewalt.

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Streit um Arzt zieht weitere Kreise


Südkurier 14.07.2010

Der rechtliche Streit um einen Arzt aus Singen, der im Verdacht stand, Auszubildende sexuell missbraucht zu haben, zieht weitere Kreise.

Das Landgericht Konstanz untersagt jetzt einem Singener Wirtschaftsprüfer, Details des Falles und Behauptungen über den Arzt in großem Stil weiter zu verbreiten. Dem Mann droht bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro oder gar eine mehrmonatige Haftstrafe.

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Schröder will Jugendeinrichtungen zu Missbrauchs-Schutz verpflichten


stern.de

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will Jugendeinrichtungen dazu verpflichten, selbst vorbeugende Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch zu treffen.

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Eine Bedürfnisbefriedigungsanstalt


taz.de 11.07.2010

Die Odenwaldschule, das Vorzeigeinternat der Reformpädagogik, ins Mark getroffen durch systematische sexuelle Missbräuche, wagt den Versuch einer Wahrheitskommission. VON Christian Füller

HEPPENHEIM taz | Oben im Wald stehen Menschen. Sie sind nah beieinander. Immer wieder tritt ein Gruppe vor, Arm in Arm. Sie werfen Zettel ins Feuer. Um ihre Sorgen zu verbrennnen. Es lodert auf, kurz fällt der Schein auf ein Skulpturen-Tryptichon. Ein Mann umarmt eine Frau. “Entschuldige, ich habe nicht hingeschaut,” sagt er. Viele weinen.

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Bohrloch im Sarg – Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche Belgiens zieht immer weitere Kreise


OTZ.de 11.07.2010

Razzia bei der Prälaten-Konferenz, Suche nach Dokumenten im Sarg eines Kardinals, hochnotpeinliche Befragung des ehemaligen Katholiken-Primas im Polizeiprä- sidium – auch Belgien erlebt dieser Tage seinen Skandal um Kindesmissbrauch in der Kirche, und er fällt mindestens so dramatisch aus wie an anderen Tatorten.

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Zollitsch entschuldigt sich


n-tv.de 9.07.2010

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hat persönliche Fehler im Missbrauchskandal der Kirche eingeräumt und die Opfer um Verzeihung gebeten. Zollitsch, der Vorsitzender der katholischen deutschen Bischofskonferenz ist, räumte ein, dass das Erzbistum früher als bisher bekannt von Missbrauchsfällen im badischen Oberharmersbach erfahren habe. Als damaliger Personalreferent hätte er den Hinweisen schon 1992 mit größerem Nachdruck nachgehen sollen. Er hätte auch intensiver nach weiteren Opfern und das Gespräch mit Zeugen suchen sollen.

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Traumatische Erfahrungen verändern das Gehirn


morgenweb 8.07.2010

Die Odenwaldschule in Ober-Hambach könnte, was den Umgang mit sexuellem Missbrauch angeht, zu einem Modell für Deutschland werden. Kaum eine andere Institution macht die Aufklärung der Missbrauchsfälle so zum Thema wie das Internat an der Bergstraße und intensiviert damit eine öffentliche Diskussion. Dies zeigt sich auch im Programm der Festwoche zum Bestehen der Schule seit 100 Jahren.

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Schutz vor Missbrauch: Forderungen an den Runden Tisch beschlossen


Der Merkur 7.07.2010

SPD-Bundestagsfraktion

Zur Verabschiedung des Positionspapiers der SPD-Bundestagsfraktion “Hinsehen, handeln, helfen! Konsequenzen aus den Missbrauchsfaellen in Institutionen” erklaert die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Ziegler:

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Opfer wurden systematisch unterdrückt


RP ONLINE 8.07.2010

Heppenheim (RPO). Die von der südhessischen Odenwaldschule beauftragten Opferanwältinnen Claudia Burgsmüller und Brigitte Tilmann ziehen eine bestürzende Zwischenbilanz ihrer Aufklärungsarbeit. “Die Gegenwehr von Opfern sexuellen Missbrauchs wurde in dem Internat systematisch gebrochen”, sagte die Wiesbadener Strafrechtlerin Burgsmüller am Donnerstag in Heppenheim.

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Verteilsystem für hübsche Knaben


taz.de 7.07.2010

Bereits unter den Gründungsvätern der Odenwaldschule – Paul Geheeb und Gustav Wyneken – herrschte sexuelle Gier, organisatorisches Chaos und Kameradschaft als Falle.

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Bundesministerium der Justiz lehnt Betroffene am Runden Tisch ab


Zitat aus dem Antwortschreiben des Bundesministerium der Justiz:

Berlin, 5. Juli 2010

Sehr geehrter Herr Denef,

ich danke Ihnen für Ihr Schreiben an Frau Bundesministerin Leutheusser-Schnarrenberger vom 9. Juni 2010. Ich bin erneut gebeten worden, Ihnen zu antworten.

Ihrem Anliegen nach einer Teilnahme am Runden Tisch kann ich leider nach wie vor nicht entsprechen.

Zitatende

Ich vertrete nach wie vor als Sprecher von netzwerkB die Meinung, dass Opfer an den Runden Tisch gehören.

Ein “Hearing mit Betroffenen” durch die “unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs”
Dr. Christine Bergmann, als Ersatz für diese Teilnahme, vergrößert die Kluft und verstärkt den Missstand, dass über die Opfer und ihre gravierenden Probleme gesprochen wird an statt mit ihnen, während die Täter, bzw. ihre Arbeitgeber und Berufsverbände, mit Sitz und Stimme mannigfaltig am Runden Tisch residieren.

Hoffnungsvoll

Norbert Denef


Belgien: Fotos von Dutroux-Opfern bei Bischöfen


RP ONLINE 7.07.2010

VON ANJA INGENRIETH

Er war beliebt, galt als Repräsentant einer modernen Kirche: Jetzt holt den belgischen Kardinal Godfried Danneels (77) die Vergangenheit ein. Der ehemalige Erzbischof von Mechelen-Brüssel steht im Verdacht, Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche vertuscht zu haben.

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Missbrauchsprozess gegen Bistum Würzburg Klägerin erhält kein Schmerzensgeld


Bayerischer Rundfunk 6.07.2010

Eine angeblich als Kind in einem Würzburger Kinderheim sexuell missbrauchte Frau bekommt kein Schmerzensgeld. Die Zivilkammer des Landgerichts Würzburg entschied, dass die Ansprüche der Klägerin verjährt sind. Die Frau hatte vom Bistum Würzburg 250.000 Euro Schmerzensgeld gefordert.

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Ich hoffe, dass trotzdem nichts „einschläft“…..


Als Überlebender einer sexuellen Gewalttat durch katholische Priester in den 60ern möchte ich zuerst allen hier Engagierten meine Hochachtung aussprechen – dass hier und in den vielen anderen Foren von Opfern sexueller Gewalttaten geleistete „Brechen der Schweigemauer“ ist überwältigend und ich möchte Ihnen allen weiterhin Mut, Kraft und Ausdauer wünschen.

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Zur Entscheidungsverkündung im Würzburger Missbrauchsprozess am 6.07.2010


Pressemitteilung: Zur Entscheidungsverkündung im Würzburger Missbrauchsprozess am 6.07.2010

Die heute 49-jährige Frau Cornelia W. verlangt von der Diözese Würzburg Schadensersatz in Höhe von 250.000 Euro, weil sie als Kind im katholischen Marienheim in Würzburg über mehrere Jahre hinweg von einem katholischen Priester sexuell missbraucht und vergewaltigt wurde und von einer Nonne des Franziskanerordens Maria Stern brutal geschlagen wurde.

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Wo Missbrauch beginnt


derStandart.at 02.072010

Machtstrukturen in Kirche, Schulsystemen und in der Familie ermöglichen Missbrauch – Die traumatisierten Opfer brechen oft erst nach Jahrzehnten ihr Schweigen.

Früher habe ich es selbst nicht geglaubt: Wieso kommen da erwachsene Menschen von 40 oder 50 Jahren daher und behaupten auf einmal, vor 30 Jahren oder vor noch längerer Zeit missbraucht worden zu sein? Können die das nicht gleich sagen?

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Belgien kämpft mit seinen Bischöfen


DER TAGESSPIEGEL 2.07.2010

Hausdurchsuchungen, Drohbriefe: Der Streit um vertuschte Missbrauchsfälle spaltet das Land – und die Katholiken selbst
Die katholische Kirche Belgiens steht Kopf. Schon seit Monaten schwelt in der belgischen Gesellschaft der Verdacht, dass die Kirche Missbrauchsfällen in der Vergangenheit nicht ordnungsgemäß nachgegangen ist und versucht hat, sie unter den Teppich zu kehren. Bisher waren aber nur verhaltene Stimmen zu hören, und die Kirche hat immer wieder bestritten, Straftaten vertuschen zu wollen.

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20 Millionen Dollar für Entführungsopfer Dugard


Focus 2.07.2010

Die Kalifornierin Jaycee Lee Dugard, die 18 Jahre lang von einem Ehepaar gefangen gehalten und sexuell missbraucht wurde, soll mit 20 Millionen Dollar (16 Millionen Euro) entschädigt werden. Diese Summe wurde am Donnerstag vom kalifornischen Parlament bewilligt.

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Mauern ohne Ende


Süddeutsche Zeitung Magazin Heft 25/2010

Im Kloster Ettal wurden über Jahrzehnte Schüler misshandelt, missbraucht, gequält. Vor vier Monaten kündigten die Mönche an, alle Fälle aufzuklären, doch die Wahrheit sieht anders aus.

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Leiterin der Odenwaldschule “Wir stehen vor einem Abgrund”


SPIEGEL ONLINE 2.07.2010

Von Matthias Bartsch und Markus Verbeet

Die Odenwaldschule blickt zurück auf ihre 100-jährige Geschichte – große Pädagogik und jahrzehntelanger Missbrauch eingeschlossen. In einer Jubiläumsschrift offenbart die Schulleiterin: Sie selbst hat die Vorfälle zunächst unterschätzt.

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Ex-Ministrant: Missbrauch hinter Altar


SÜDKURIER 2.07.2010

Weiteres mutmaßliches Opfer meldet sich zu Wort – Pater G. soll Tat auch in Nußdorf begangen haben – Bistumssprecher: Kapelle wurde „nicht entweiht“

Hintergrund: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zollitsch

Der Missbrauch an einem ehemaligen Ministranten im Umfeld der Klosterkirche Birnau war möglicherweise kein Einzelfall. Beim SÜDKURIER meldete sich nun ein 51-jähriger Mann zu Wort, der mitteilt, in der zur Birnau gehörenden Kapelle in Überlingen-Nußdorf Ende der 60er Jahre missbraucht worden zu sein.Täter sei auch hier Pater G. gewesen, der seit mehreren Wochen in den Schlagzeilen steht.

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Sechs Prozent der Jugendlichen leiden unter Borderline


aerzteblatt.de 1.07.2010

Aachen – In Deutschland leiden etwa sechs Prozent der Jugendlichen unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Darauf verwies die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) heute auf der Eröffnung des 1. Internationalen Kongresses zur Borderline-Persönlichkeitsstörung in Berlin. An dem Kongress nehmen mehr als 1.500 Teilnehmer aus 40 Ländern teil.

Borderline-Patienten leiden unter extremen Gefühlsschwankungen und Selbsthass. Viele fügen sich regelhaft Selbstverletzungen zu, quälen sich mit Selbstmordgedanken und nehmen Drogen, um sich zu beruhigen.

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Fremde Mächte im Gehirn und Genom


Frankfurter Allgemeine 23.06.2010

Im digitalen Code der Gene stecken nicht nur Erinnerungen, die Gene erinnern sich auch selbst: Wie das „Epigenom“ unser Lernen, Gedächtnis und die Psyche prägt.

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Missbrauch am Ako: Eine Mahnwache für die Opfer


General-Anzeiger 30.06.2010

Von Ebba Hagenberg-Miliu

Bad Godesberg. Engelbert Decker ist die Anspannung anzumerken. Zum ersten Mal tritt der bekannte Mediziner namentlich als Betroffener des Missbrauchsskandals am Aloisiuskolleg (Ako) auf. Mit zwei Vertreterinnen der US-amerikanischen Snap-Gruppe, der vor 22 Jahren gebildeten Organisation für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester, vertritt Decker am Mittwochmorgen vor der Ako-Haupttreppe die Bonner Betroffenengruppe “Eckiger Tisch” bei einer Mahnwache.

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NetzwerkB fordert, dass auch Betroffene an den Runden Tisch gehören


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von netzwerkB,

nach wie vor spricht man über die Betroffenen von sexualisierter Gewalt -
anstatt mit ihnen. NetzwerkB hat dies beim Ökumenischen Kirchentag in
München deutlich gemacht:
http://netzwerkb.org/2010/05/16/ard-tagesschau-14-05-2010

NetzwerkB fordert, dass auch Betroffene an den Runden Tisch gehören. Denn
während die Täter, bzw. ihre Arbeitgeber und Berufsverbände, mit Sitz und
Stimme mannigfaltig am Runden Tisch residieren, werden Betroffene
ausgegrenzt.

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Vatikan kann in den USA juristisch belangt werden


NZZ Online 28.06.2010

Oberstes Gericht weist Berufung im Missbrauchsskandal ab

Als souveräner Staat kann der Vatikan in den USA normalerweise nicht vor Gericht gezogen werden. Doch im Missbrauchsskandal um katholische Priester gilt dies nicht. Das Oberste Gericht bestätigte jetzt die Entscheidung eines Bundesgerichts.

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“WIEDERHOLUNGSTÄTER”: Immer wieder das selbe?


Anfang der 1860-ger Jahre gab es auch schon eine “Missbrauchsdebatte”, im preußischen Abgeordnetenhaus.

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Hamburger Pröpstin: Keine Verjährung bei Missbrauch


Hamburger Abendblatt 28.06.2010

Margit Baumgarten unterstützt das Bestreben der Evangelischen Kirche nach einer Justizreform, denn die Opfer “leiden ein Leben lang”…

…Pröpstin Baumgarten: „Unsere Rechtsprechung geht mit dieser Geschichte falsch um. Es geht nicht an, dass es überhaupt Verjährungsfristen gibt – und dann auch noch so kurze. Für die Opfer verjähren die Taten auch nicht. Sie leiden ein Leben lang.“

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Missbrauchs-Ermittler geben auf “Weitermachen ist sinnlos”


Frankfurter Rundschau 28.06.2010

Brüssel. Nach der Beschlagnahme von fast 500 Opferakten durch die Justizbehörde haben die Mitglieder einer Kommission für Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Belgiens die Arbeit eingestellt. “Weitermachen ist sinnlos”, sagte der Vorsitzende der Kommission, Kinderpsychiater Peter Adriaenssens, am Montag in Brüssel. Offensichtlich halte sich die belgische Staatsanwaltschaft nicht an Absprachen mit der Kommission.

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Aufhebung der Verjährung von Ansprüchen wegen sexuellen Missbrauchs – Jetzt unterschreiben


Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gegen die Ablehnung der Petition ‘Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben’ durch den Deutschen Bundestag

Ja, ich fordere die Aufhebung der Verjährung von Ansprüchen wegen sexuellen Missbrauchs und erkläre meine Unterstützung für die Beschwerde von Norbert Denef:

Jetzt unterschreiben…


Nach 30 Jahren: 65.000 Euro Schmerzensgeld


krone.ad

Vor 30 Jahren wurde ein Mädchen sexuell missbraucht, jetzt wurden dem Opfer 65.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Das Oberlandesgericht in Wien hat ein erstinstanzliches Urteil bestätigt. Bei der Summe berücksichtigte das Gericht auch die seelischen Qualen, die die Frau durch die sexuelle Belästigung in ihrer Kindheit erlitten hatte.

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Opfer gründen den Verein “Missbrauch in Ahrensburg”


Hamburger Abendblatt 28.06.2010

Anwältin unterstützt die Initiative bei rechtlichen Fragen

Ahrensburg/Hamburg. Eine Gruppe von Opfern sexueller Übergriffe durch Ahrensburger Pastoren hat jetzt in Hamburg einen Verein gegründet. Dieser trägt den Namen “Missbrauch in Ahrensburg” und hat seinen Sitz in Barmbek-Nord. Bislang zählt der Verein neun Mitglieder. “Zweck ist die Aufklärung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Kirchengemeinde Ahrensburg-Hagen”, sagt Sebastian Isert, zweiter Vorsitzender und Opfer eines Geistlichen.

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www.missbrauch-in-ahrensburg.de


Eugen Drewermann wird 70


WDR 3/ WDR 5 Lebenszeichen von Schumacher, Manfred: Sendung vom 20.06.2010 20.06.10 07:00 Uhr

Ein Priester ohne Kirche /Eugen Drewermann wird 70 /Von Manfred Schumacher /”Wer den geraden Weg sucht, bewegt sich quer zu allem Krummen”. Der Paderborner Theologe weiß, wovon er spricht. Seit mehr als zwei Jahrzehnten betätigt sich Drewermann als katholischer Querdenker. Zentrale Glaubensinhalte wie die Jungfrauengeburt und die Wiederauferstehung hat er neu gedeutet und ist damit zu einem der profiliertesten Kirchenkritiker Deutschlands geworden. 1991 entzog ihm deshalb der Paderb…

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“Die Wahrheit wird euch frei machen”


Rahmenordnung für die katholische Kirche in Österreich

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Marginalie: Jetzt geht es um das Geld der Kirche


Die Presse 24.06.2010

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Heute sollen Regeln für die Auszahlung erarbeitet werden.

Aus dem Archiv:
Nach der Einrichtung von Kommissionen, von Ombudsstellen, der Erarbeitung eines umfangreichen Kodex für den Umgang mit sexueller Gewalt in der katholischen Kirche und deren Verhinderung, nach Vergebungsbitten, einem Buß- und Klagegottesdienst im Stephansdom geht es ab jetzt ums Geld. Heute Vormittag tritt in Wien jene Opferschutzkommission zusammen, die künftig über „Entschädigungen“, über Gesten der Wiedergutmachung für Opfer durch Priester und/oder Ordensleute entscheiden wird. So der ausdrückliche Wille der Bischöfe.

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Sexualtäter wird erneut rückfällig


NORDSEE-ZEITUNG 24.06.2010

Osnabrück. Ein Sexualstraftäter, der 2007 für Schlagzeilen gesorgt hatte, weil er für Sozialstunden in eine Kita geschickt worden war, ist erneut rückfällig geworden. Der heute 44 Jahre alte Mann habe gestanden, sich auch während seiner Bewährungszeit an Kindern sexuell vergangen zu haben, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Osnabrück gestern. Von Franz-Josef Raders

Schon im November 2007 hatte der Mann vor dem Amtsgericht Osnabrück ebenfalls ein Geständnis abgelegt und unter Tränen den sexuellen Missbrauch von Kindern in einem Meller Kindergarten gestanden. Der damals 41-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt und musste 500 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen. Der Mann hatte eingeräumt, sich in zwei Fällen Kindern unsittlich genähert zu haben.

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Es geht ja doch: Wien setzt Rom unter Druck


DIE PRESSE 24.06.2010

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Österreichs Bischöfe beschließen einen Codex gegen sexuelle Gewalt. Wann folgt Rom, wann der Staat?

In Krisen zeigt sich üblicherweise relativ bald, wo es Leadership oder nur aufgesetztes Macher-Gehabe gibt. Nur Eremiten oder Menschen mit massiven Wahrnehmungsproblemen vermögen nicht zu sehen, dass sich die katholische Kirche Österreichs in einer Krise befindet. In einer tiefen Vertrauenskrise, die durch eine unappetitliche Welle hunderter Fälle sexueller Gewalt, meist vor Jahrzehnten begangen, ausgelöst wurde, die über Österreich schwappte. Kardinal Christoph Schönborn hat – es fällt gar nicht so schwer, das anzuerkennen – vom ersten Bekanntwerden an mehr oder weniger alles richtig gemacht.

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Bewährungsstrafe für Missbrauch von Psychiatriepatienten


AD HOC NEWS 2.06.2010

Wegen sexuellen Missbrauchs von Patienten ist am Mittwoch ein Berliner Krankenpfleger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 34-jährige Mann wurde schuldig gesprochen, sich Anfang 2006 in einer psychiatrischen Klinik in Westend an zwei Frauen mit Borderline-Erkrankung sexuell vergangen zu haben.

Strafverschärfend sah das Gericht, dass sich der Angeklagte «unter Ausnutzung eines Betreuungsverhältnisses» an Frauen verging, die wegen selbst erlittenen Missbrauchs in der Kindheit zur Therapie waren. Durch den erneuten Missbrauch habe der Krankenpfleger einen «Schaden angerichtet, der über das hinausgeht, was sie schon erlitten haben».

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Eine Panne der Justiz


SÜDWEST PRESSE 23.06.2010

Der Besitz und die Weiterverbreitung von Kinderpornografie ist eines der widerwärtigsten Verbrechen. Eine schnelle Ahndung ist notwendig, damit die Täter nicht nach der Hausdurchsuchung und Konfiszierung ihrer Festplatten weiter machen wie bisher.

Denn ein neuer Computer ist schnell besorgt. Sich auf eine einschüchternde Wirkung einer Hausdurchsuchung zu verlassen, ist bei einer krankhaften Pädophilie, die auch Suchtcharakter hat, fahrlässig. Und dass ein geständiger Pädophiler, wie in der gestrigen Gerichtsverhandlung mit einem geringeren Strafmaß davonkam, weil die Justiz in Zeitverzug war, ist ein Skandal. Der Horber Amtsrichter Heuer sagte: „Das ist ein Verfahrensfehler, der von der Justiz zu verantworten ist.“ Begründet ist der Verfahrensfehler in einer personellen Unterbesetzung der Polizeidirektion Freudenstadt.

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Wegen Missbrauchs verurteilter Lehrer unterrichtet weiter


Hamburger Abendblatt 23.06.2010

Hannover. Ein Gymnasiallehrer in Niedersachsen ist wegen sexuellen Missbrauchs einer 15-jährigen Schülerin rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt worden, darf aber weiter unterrichten. Das Kultusministerium in Hannover bestätigte dies gestern.

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Das Ende des Vertuschens


Die Presse 23.06.2010

Bischofskonferenz: Geldleistungen an Missbrauchsopfer werden von einer “Stiftung Opferschutz” abgewickelt – strikt nach einer Empfehlung der Klasnic-Kommission. Österreichweit soll es einheitliche Regeln geben.

Wien/mariazell (red.). Am Mittwoch war es so weit: Kardinal Christoph Schönborn hat die angekündigten neuen Regeln im Kampf der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch präsentiert. Zentraler Punkt des Beschlusses der Sommertagung der Bischofskonferenz in Mariazell: Entschädigungszahlungen für Opfer sollen künftig aus einer eigens eingerichteten „Stiftung Opferschutz“ kommen.

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Großer Rückschlag beim Schutz vor gefährlichen Wiederholungstätern


23.06.2010 16:08, Deutsche Kinderhilfe e.V.

Der heute bekannt gewordene Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der eine Abschaffung der nachträglichen Sicherungsverwahrung vorsieht, stößt auf deutliche Kritik und Unverständnis bei der Deutschen Kinderhilfe. Populäre Fälle wie der des einschlägig vorbestraften Karl D. in Heinsberg oder der des erst gestern aufgrund einer Entscheidung des LG Münster freizulassenden gefährlichen Sexualstraftäters haben die Lücken der Regelung über die Sicherungsverwahrung deutlich gezeigt.

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Missbrauch im Hafturlaub


RP ONLINE 23.06.2010

VON ULRICH SCHWENK

Dinslaken (RP) Ein 46 Jahre alter Dinslakener hat 2005 Hafturlaub – verurteilt war er wegen Missbrauchs – genutzt, um erneut ein Mädchen zu missbrauchen. Vor dem Landgericht Kleve wurde der Mann dafür zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Info
Therapie-Angebot
Ob für den Verurteilten, weil er den Missbrauch 2005 im Hafturlaub beging, diesmal schärfere Haftbedingungen gelten werden, konnte Landgerichts-Sprecher Jürgen Ruby gestern nicht sagen. Das sei Sache der Justizvollzugsanstalt (JVA).
Sicher ist sich Ruby allerdings, dass der Dinslakener in der JVA angeboten bekommt, sich wegen seiner sexuellen Missbrauchsdelikte in Behandlung zu begeben.

Das Opfer, zur Tatzeit ein Mädchen von zwölf Jahren, verbarg die grauenvollen Geschehnisse zwei Jahre lang in sich. Dann fasste sie wieder Vertrauen zu einem Menschen, offenbarte sich ihrem Boxtrainer, und der verständigte mit ihrem Einverständnis die Polizei. Der Täter, ein 46 Jahre alter Dinslakener, ist gestern vor dem Landgericht Kleve schuldig gesprochen worden. Weil er das Mädchen im Jahr 2005 sieben Mal missbrauchte und zwei Mal sexuell nötigte, schickte der Vorsitzende Richter Christian Henckel den geständigen Angeklagten für vier Jahre hinter Gitter.

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Ansprüche von bis zu 130.000 Euro pro Person


derStandart.at 22.06.2010

Aufforderungsschreiben an Diözesen ergangen – Kirche wird Unterlassung zur Last gelegt

Wien – Die Rechtsvertretung Betroffener von sexuellem Missbrauch in der Kirche hat nun Aufforderungsschreiben an die Diözesen verschickt. Darin werden für die 131 Kläger Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 130.000 Euro pro Person verlangt. Den jeweiligen Diözesen sowie Erzdiözesen wird Unterlassung zur Last gelegt. Weiters wirft Rechtsanwalt Werner Schostal der Kirche vor, als Erfüllungsgehilfe bei den verschiedenen Fällen von Missbrauch mitgewirkt und Geistliche bewusst weiter eingesetzt zu haben.

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Einsitzender Sexualstraftäter soll Zehnjährige missbraucht haben


AD HOC NEWS 22.06.2010

Nach dem versuchten sexuellen Missbrauch eines zehnjährigen Mädchens Mitte Juni in Hameln hat die Polizei einen 22 Jahre alten Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich bei ihm um einen derzeit in der Jugendanstalt Hameln wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern einsitzenden Mann, der die Tat während eines Ausgangs beging, wie die Polizei am Montag mitteilte.

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Österreichs Kirche zahlt


DIE PRESSE 21.06.2010

DIETMAR NEUWIRTH

Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic hat gestern den Bischöfen Bericht erstattet. Jetzt müssen Regeln für Entschädigungen gefunden werden.

WIEN. Österreichweit haben sich bisher ungefähr 400 Opfer sexueller Gewalt durch einen Mitarbeiter der katholischen Kirche gemeldet. Derzeit werden bei der Sommersitzung der Bischofskonferenz in Mariazell alle Fälle der neun Ombudsstellen und der Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic zusammengetragen und miteinander abgeglichen. Gestern, Montagnachmittag, hat Klasnic den Bischöfen erstmals seit ihrer Berufung durch Kardinal Christoph Schönborn Bericht erstattet.

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Schweigen in allen Sprachen


Missbrauchsopfer haben geredet. Nun stoßen sie auf neues Schweigen. Das ist die Erfahrung von Katharina B., die seit acht Jahren ein Notruf-Telefon für Opfer sexueller Gewalt von Kirchenmitarbeitern betreibt.

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Ein Kopf wird rollen


Frankfurter Allgemeine 19.06.2010

Die Täter, die an der Odenwaldschule Schüler sexuell missbrauchten, sollten sich nicht in Sicherheit wiegen. Bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt sind noch vier Verfahren offen – darunter mindestens ein Fall, der nicht verjährt ist.

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Haftentschädigung für gefangene Seelen


Für die meisten Opfer beginnt nach der Tat erst der eigentliche Leidenweg! Massiv beschädigt an Körper, Geist und Seele gelingt es vielen nicht mehr, die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. Manche schaffen nicht einmal mehr einen Schul- oder Ausbildungsabschluss oder scheitern spätestens im Berufsleben. Zu sehr sorgt die schwere Traumatisierung dafür, dass selbst banale Alltagskonflikte gleich auf die Seele gehen, bei manchen bleibt deswegen sogar die Partnerschaft oder Familie auf der Strecke.

Der wirtschaftliche Schaden ist immens! Vertane Berufschancen, Kündigungen, Arbeitslosigkeit – ein Leben in ständiger Krankheit und am Rande des Lebensmutes, all das geht im Vergleich gegenüber Gesunden in die hunderttausende. Angerichtet durch die abscheulichen Verbrechen, geradezu potenziert durch die lebenslangen Folgen dieser Tat. Und es wirkt immer weiter…

Danach befragt, beschreiben viele der Betroffenen das als “Gefangensein der Seele”. Ein treffender Vergleich, ermöglicht er doch einen Rückgriff auf eine staatliche Regelung zur Bemessung einer Entschädigungshöhe. Das “Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen” (StrEG) beziffert in Paragraf §7 den Tagessatz für die gesetzliche Haftentschädigung mit 25 Euro für jeden angefangenen Tag der Freiheitsentziehung. Warum also nicht auch bei einer Seelengefangenschaft?

Ein Rückgriff auf eine gesetzliche Regelung hat den Vorteil, dass hier bereits ein annehmbarer Konsens gefunden wurde. Bei der Frage nämlich, wie hoch man vernünftigerweise eine Entschädigung für Missbrauchsopfer ansetzen sollte, fehlt es allerorten an geeigneten Bemessungsmaßstäben. Hierüber sich neu zu verständigen, dürfte eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Ein solcher Anschluss an eine bereits bestehende gesetzliche Regelung könnte daher die Entscheidungsfindung beim Runden Tisch sehr beschleunigen. Auf diese warten nämlich nicht nur wir Missbrauchsopfer, sondern auch die Bistümer und andere Leistungsträger. Vorher gibt es kein Geld.

Deshalb: Schließen Sie sich als Betroffene/r einer gemeinsamen Forderung nach Entschädigungszahlung in Höhe der gesetzlich geregelten Haftentschädigung in Höhe von 25 Euro pro Tag an, beginnend ab dem ersten Tag der Verletzungshandlung. Nur mit einer solchen gemeinsamen Forderung können wir dem Runden Tisch helfen, den Entschädigungswillen der betroffenen Missbrauchsopfer zu vertreten und zu beziffern.

(Traumatisiert@wolke7.net)


Geheime Parallelwelt


DER SPIEGEL Nr. 24/14.6.10

Prunksucht, Diebstahl, undurchsichtige Kassen: Die katholische Kirche wird von Finanzaffären erschütter. Während an der Basis gespart werden muss, bleibt manchen Bischöfen kaum ein Wunsch unerfüllt.

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Walter Mixa – “Der Druck war wie ein Fegefeuer”


Berliner Morgenpost 16.06.2010

Walter Mixa spricht mit Morgenpost Online über die Missbrauchs-Vorwürfe, das Verhalten der Kollegen und eigene Fehler.

Papst Benedikt XVI. will sich im Juli mit dem früheren Augsburger Bischof Walter Mixa treffen. Dieser kämpft um seine Rehabilitierung. Recherchen der „Welt am Sonntag“ hatten ergeben, dass seine Kollegen ihn beim Papst auf der Basis von Gerüchten über sexuellen Missbrauch in Misskredit gebracht und den Verdacht gestreut haben. Zuvor hatte Mixa aber eingestanden, dass er Heimkinder geohrfeigt haben könnte. Die Betroffenen selbst sprechen von schweren Züchtigungen.

Morgenpost Online: Herr Bischof, wie geht es Ihnen?

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Missbrauch an Minderjährigen: Mehr als 1.000 Fälle


Süddeutsche Zeitung 15.06.2010

Die Missbrauchs-Beauftragte Christine Bergmann nennt das Ausmaß der sexuellen Gewalt “erschütternd” – in nur elf Wochen wurden ihr mehr als 1.000 Fälle gemeldet. Ein Drittel wurde in kirchlichen Institutionen missbraucht.

Das Ausmaß und die Massivität der sexuellen Gewalt in Deutschland ist erschütternd. Dieses Fazit zieht die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann, knapp elf Wochen nach ihrem Amtsantritt.
Mehr als 1000 Anrufe und Briefe von Betroffenen habe sie bisher erhalten. Bergmann forderte am Dienstag ein gesellschaftliches Umdenken und die Ächtung dieses Verbrechens: “Tätertoleranz darf nicht länger vor Opferschutz gehen.”

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Wuppertaler Appell an den “Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch”


Das Dunkelfeld lichtet sich – und wer hilft jetzt?

Experten fordern qualifizierte Hilfen für männliche Opfer sexueller Gewalt!
„Männliche Opfer sexualisierter Gewalt erhalten nicht die Hilfe, die notwendig ist!“ Mit dieser dringenden Mahnung haben sich nun Experten aus Beratungsstellen, Kliniken und Wissenschaft in der aktuellen Diskussion um sexuellen Missbrauch und Kindesmisshandlung zu Wort gemeldet.

Vom 23. bis 25.4.2010 fand in Wuppertal das dritte Vernetzungstreffen von Experten statt, die männliche Opfer sexualisierter Gewalt begleiten, beraten und zu diesem Thema forschen.
An dem Fachforum nahmen Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich teil. Vertreten waren u.a. Mitarbeiter des Bremer Jungenbüros, von Anstoß in Hannover, Zartbitter Köln und dem Projekt berliner jungs. Die Therapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen und Geschlechterforscher waren nach Wuppertal gekommen, um über die bestmögliche Versorgung jener Menschen zu beraten, deren Schicksal nun endlich in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird: Jungen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind und Männer, die in ihrer Jugend missbraucht wurden. Die Experten weisen darauf hin, dass die Gefährdung von
Jungen in kirchlichen Institutionen – insbesondere in Internaten und Heimen – aber auch in Vereinen, Schulen und Ferieneinrichtungen schon seit langem bekannt ist. Das wurde in der Vergangenheit allerdings fast immer ignoriert oder zumindest bagatellisiert.

Durch die aktuellen Enthüllungen scheint das öffentliche Problembewusstsein zu wachsen, aber: „Aufdeckung und öffentliche Empörung allein reichen nicht aus“, sagt Peter Mosser, Psychologe in der Münchner Beratungsstelle kibs und Autor der Studie Wege aus dem Dunkelfeld. „Die Betroffenen benötigen jetzt spezialisierte Hilfsangebote, die ihrer Problematik gerecht werden.“ Dies bedeutet: Geschlechtsspezifische Konzepte, wie sie von den hier versammelten Fachkräften entwickelt wurden, müssen breitflächig umgesetzt werden. Dazu der Traumafachberater Thomas Schlingmann von Tauwetter Berlin: „Jungen reagieren auf sexuellen Missbrauch anders als Mädchen. Männer haben unter anderen Folgen zu leiden als Frauen. Wenn dies in der Ansprache der Betroffenen und der Unterstützung nicht berücksichtigt wird, läuft die Hilfe ins Leere“.

Bislang gibt es kaum Forschungsergebnisse zu der verborgenen Gewalt an Jungen und Männern. Zwar wurde im Jahre 2001 unter der damaligen Familienministerin und jetzigen Bundesbeautragten zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, eine Pilotstudie durchgeführt. “Jetzt muss die Chance genutzt werden, dass die in Aussicht gestellte repräsentative deutschlandweite Befragung von Männern über die ihnen angetane Gewalt auch wirklich durchgeführt wird“, so der Freiburger Geschlechterforscher Hans-Joachim Lenz.

Die Experten bemängeln, dass Hinweise von Jungen auf sexuelle Ausbeutung bis heute von der Umwelt kaum verstanden werden und auch eine krasse Unterversorgung an Selbsthilfe-, Beratungs- und Therapieangeboten für männliche Missbrauchsopfer besteht. Die Kommunen müssen ihrer Verantwortung für die Bereitstellung adäquater Angebote für männliche Opfer sexualisierter Gewalt nachkommen. Die Bundesregierung wird aufgefordert ein Bundesgesetz zu erlassen, das eine Verpflichtung der Kommunen festlegt, für ein entsprechendes Beratungsangebot für männliche Opfer sexualisierter Gewalt zu sorgen.

Die wenigen spezialisierten Angebote sind finanziell schlecht ausgestattet und können den nun sprunghaft gestiegenen Bedarf nicht annähernd decken. Die Suche nach Hilfe kann nur auf Resonanz stoßen, wenn entsprechende Versorgungsangebote verfügbar sind. “Wir fürchten, dass betroffene Jungen und Männer sich nicht trauen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, oder wieder mutlos werden und im Dunkelfeld verschwinden, wenn sie keine adäquaten Ansprechpartner für sich und ihre Vertrauenspersonen finden. Deshalb müssen vorhandene spezialisierte Angebote rasch ausgebaut werden”, so Matthias Nitsch von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI e.V.).

Und noch etwas betonen die Experten: Auch aktuell erleben Jungen tagtäglich sexualisierte Gewalt. Daher ist es besonders wichtig, Präventionsangebote geschlechtsspezifisch zu gestalten. Ein Modell dafür liefert Franz Gerd Ottemeier-Glücks, Pädagoge von mannigfaltig e.V. aus dem Kreis Minden-Lübbecke: „Seit Jahren sagen wir den Jungen: Auch ihr könnt Opfer werden. Und auch ihr habt das Recht auf Hilfe und Unterstützung!“

Unterzeichnende:
Kim Bärmann, Münchener Informationszentrum für Männer, München.
Ursula Enders, Zartbitter e.V., Köln.
Georg Fiedeler, Beratungsstelle Anstoß – gegen sexualisierte Gewalt an Jungen und männlichen Jugendlichen / Männerbüro Hannover e.V.
Diana Filzhäfer, kibs – Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt, München.
Heinrich Fischer, Kinderschutzambulanz NEUE WEGE, Bochum.
Hans-Joachim Lenz, Forsche Männer & Frauen – Büro für Beratung, Bildung und Forschung, Freiburg (i. Breisgau).
Torsten Kettritz, Fachstelle “Ausweg”, Magdeburg.
Antonio Merchan, Tauwetter – Anlaufstelle für Männer, die als Junge sexuell missbraucht wurden, Berlin.
Werner Meyer-Deters, Kinderschutzambulanz NEUE WEGE, Bochum.
Volker Möhrchen, Bremer JungenBüro.
Peter Mosser, kibs – Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt, München.
Matthias Nitsch, Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI e.V.).
Karsten Otte, Jugendwerk Rietberg.
Franz Gerd Ottemeier-Glücks, Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an und von Jungen, mannigfaltig Minden-Lübbecke.
Ursula Schele, PETZE – Institut für Gewaltprävention gGmbH, Kiel.
Thomas Schlingmann, Tauwetter – Anlaufstelle für Männer, die als Junge sexuell missbraucht wurden, Berlin.
Michael Schmalz, Gegenwind e.V., Bottrop.
Sigurd Sedelies, Opferhilfe-Hamburg.
Marek Spitczok von Brisinski, berliner jungs – Prävention von sexueller Gewalt an Jungen / HILFE-FÜR-JUNGS e.V., Berlin
Hubert Steger, Männerberatung und Informationsstelle für Männer, Wien.
Jimmy Weber, Beratungsstelle für Eltern und Jugendliche für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt.
Marcus Wojahn, Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an und von Jungen, mannigfaltig Minden-Lübbecke.


Opfer wollen keine Entschädigung?


Gestern ging in Münster in Westfalen eine große Bistumsveranstaltung zum Thema “Missbrauch” zuende. Eingeladen hatte Bischof Felix Genn rund 500 Priester, Diakone und Pastoralreferenten. Über eine Flut eingegangener Meldungen berichtete Pfarrer Dr. Hans Döink aus Coesfeld, Leiter der Missbrauchskommission des Bistums Münster.

“Es geht den Opfern zumeist nicht um Entschädigungszahlungen”, zitierten heute morgen alle großen Tageszeitungen im gesamten Bistumsgebiet den Kommissionssprecher. Sondern vielmehr um darüber reden zu können, Anerkennung durch die Täter und Prävention für die Zukunft. Deshalb seien strukturelle Veränderungen in der Kirche unumgänglich, so das Resumee.

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Finanzaffären in der katholischen Kirche


SPIEGEL ONLINE 12.06.2010

Immobilien, Aktienbesitz, geheime Konten: Die katholische Kirche jongliert mit ihrem gigantischen Vermögen. Manche Geschäfte sind hoch fragwürdig oder sogar kriminell, wie die Verurteilung eines leitenden Kirchenfunktionärs zeigt.

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Einladung zu Vortrag und Diskussion “Sexueller Missbrauch durch katholische Geistliche – kein Thema für die weltliche Justiz?”


Referentin: Prof. Dr. theol. Uta Ranke-Heinemann *

Dienstag, 15. Juni 2010, 19:30 Uhr 
zakk (Studio), Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf

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Nicht Türen zuschlagen!


Als Missbrauchsopfer sind wir verletzlich. Klar, wir wurden ja auch verletzt – schwer an Körper, Geist und Seele. Verständlich, dass bei manchem der Betroffenen sich jahrzehntelang Angestautes nun mit Druck seinen Weg an die Oberfläche bahnt. Oftmals sehr zurecht, wie ich finde.

Aber das hat seine Grenzen dort, wo das eigentliche Anliegen der Opfer in den Hintergrund tritt. Undifferenziert Wut abzulassen gegen die Kirche, Politik und unsere Gesellschaft ist zwar angesichts schwerer Traumatisierung vieler Opfer durchaus verständlich. Aber generalisiertes um sich Schlagen hilft nichts – im Gegenteil, es schadet nur. Denn es gibt durchaus und in Vielzahl Menschen in den genannten Bereichen, die sehr betroffen sind, von dem was uns widerfahren ist. Und die uns mit aller Kraft helfen wollen und auch alles dransetzen, dass sich in Zukunft solche Straftaten nicht mehr wiederholen.

Diese Menschen müssen allerdings auch ihrerseits kämpfen gegen verkrustete Strukturen in ihren Bereichen, haben es daher ganz sicher nicht leicht. Was nützt es uns also, wenn wir mit pauschalierten Rundumschlägen auch diese Menschen treffen, statt sie anzufüttern mit Argumenten, Beispielen und Munition für ihren Feldzug in den eigenen Reihen? Was nützt es uns, wenn wir den verkrusteten Strukturen in der Kirche, Politik und Gesellschaft geradezu in die Hand spielen, indem wir Ihnen mit Beleidigungen, Angriffen und nichts mit der eigentlichen Sache zu tun habenden Pauschalvorwürfen ständig Gelegenheit geben, sich mehr mit ihrer Verteidigung zu befassen, statt mit der Hilfe für uns?

Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde! Ich meine sehr wohl, dass wir überall, wo immer wir stehen und gehen, den Verantwortlichen unsere blutenden Wunden vorhalten und damit ihre Kleidung benetzen sollten. Aber wir müssen nicht auch noch zuschlagen damit. Denn dann wird zurückgeschlagen, dann ziehen sich unserer Unterstützer zurück – und das halten wir nicht aus! Es reicht, was wir vorzeigen können, denn schlimmer geht´s nimmer. Alles, was wir dabei unnötig übertreiben, lenkt nur ab und verschafft unseren Gegenübern Munition gegen uns. Das muss nicht sein.

Deshalb meine Bitte – vor allem an alle Kommentatoren hier in den Foren: Die Sympathie in der Öffentlichkeit ist momentan für uns – so breit und aufmerksam, wie nie zuvor. Verspielen wir sie nicht, indem wir die Sympathisanten gegen uns aufbringen, durch wild um sich Schlagen und Beißen. Beschränken wir uns lieber darauf, sie zu unterstützen – mit unseren wahren Argumenten! Denn die sind stichhaltig genug.

Wenn das netzwerkB wirklich zum Ansprechpartner für die Öffentlichkeit werden und einen Großteil der Betroffenen vertreten will, dass muss es  ernstgenommen werden können. Deshalb – unterstützen wir dieses Bemühen, indem wir bei der Sache bleiben und nicht unnötig Türen zuschlagen.

traumatisiert@wolke7.net


Vom Täterschutz zur Opferhilfe


WELT ONLINE 12.06.2010

Christine Bergmann, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, über erste Ergebnisse ihrer Arbeit

Von Ulrich Clauß

DIE WELT: Was zeichnet sich als Schwerpunkt Ihrer Arbeit ab?

Christine Bergmann: Es geht mir um einen Perspektivwechsel – vom Erschrecken über die Täter zur Unterstützung der Opfer. Unsere telefonische Anlaufstelle, die Kommunikationsangebote unseres Internetauftritts, die Gespräche mit Verbänden am Runden Tisch stehen für mich vor allem unter einem Schwerpunkt: den Opfern Gehör zu verschaffen und ihnen praktisch zu helfen.

DIE WELT: Was erzählen Opfer am Telefon?

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Papst bittet Missbrauchs-Opfer um Vergebung


SPIEGEL ONLINE 11.06.2010

Lange wurde auf ein klares Wort von ihm gewartet – jetzt ist es da: Papst Benedikt XVI. hat die Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche um Vergebung gebeten. Er will alles nur Mögliche tun, um Kinder in Zukunft zu schützen.

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“Endlich wird das auch in der Gesellschaft als Unrecht anerkannt”


Deutschlandfunk 11.06.2010

Missbrauchsbeauftragte über die ersten Ergebnisse des Runden Tisches

Christine Bergmann im Gespräch mit Friedbert Meurer

Der Missbrauch und das anschließende Wegschauen ist in den Augen der Beauftragten der Bundesregierung zur Aufklärung des sexuellen Missbrauchs, Christine Bergmann, doppeltes Unrecht. Nach zahlreichen Mails und Anrufen wisse sie, dass viele Betroffenen zum ersten Mal im Leben offen über die Übergriffe gesprochen hätten.

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“Beitrag zu einer oft eingeforderten ,Kultur des Verzeihens’”


KLEINE ZEITUNG 10.06.2010

Suspendierung von zwei Pfarrern wieder aufgehoben

Expertenkommission der Diözese gab Gutachten in Auftrag. Gerichtsgutachter: “Rückfall nicht zu erwarten.” Beide Fälle hatten nicht mit Pädophilie zu tun. Die Pfarrgemeinderäte wurden benachrichtigt.

Donnerstagabend wurden die Pfarrgemeinderäte von Deutschlandsberg und Gußwerk offiziell von der Rückkehr ihrer Pfarrer in Kenntnis gesetzt. Beide waren im Zug der Enthüllungen über Missbrauch Jugendlicher durch Priester suspendiert worden. Generalvikar Helmut Burkard betont in seinem Schreiben an die Pfarrgemeinderäte, dass es sich “in beiden Fällen nicht um pädophile Neigung” gehandelt habe.

Gutachten

Eine Expertenkommission der Diözese hat “ein forensisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, das von einem für Gerichte tätigen Sachverständigen erstellt wurde”, schreibt Burkart. Die Fälle liegen zehn bzw. 20 Jahren zurück. Die Aufhebung der Suspendierung eines dritten Priesters wird noch geprüft.

“Die beiden Seelsorger kehren mit 13. Juni in ihre bisherige Pfarren zurück”, schreibt der Generalvikar den Pfarrgemeinderäten, “werden aber bei ihrer Tätigkeit durch den Diözesanvisitator gemeinsam mit dem zuständigen Dechant begleitet”. Nach einem Jahr “besonders achtsamer Erprobung” wird entschieden, ob “eine neue Regelung” getroffen werden muss oder nicht.

Die Suspendierung war in beiden Pfarren zum Teil heftig kritisiert worden, da die Priester bereits vor Jahren gerichtlich verurteilt worden waren und das der Gemeinde bekannt war. Dennoch rechnet Burkard damit, dass “der offenkundigen Zustimmung von Pfarrangehörigen die Ablehnung anderer gegenüberstehen wird”.

Die Diözese betont, dass die Entscheidung zur Wiedereinsetzung der beiden Priester “auf strengen Regeln für den Schutz von Menschen vor Übergriffen seitens kirchlicher Verantwortlicher” beruhe. Zugleich sei sie auch ein “Beitrag zu einer oft eingeforderten ,Kultur des Verzeihens’”.

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“Kastrationsgesetz” tritt in Kraft


taz.de 9.06.2010

Wegen Pädophilie Verurteilte müssen sich in Polen künftig nach Verbüßung einer bis zu 15-jährigen Haftstrafe einer hormonellen Zwangstherapie unterziehen.

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Kinderschützer will Pädophile kastrieren, Lobby stört


Russland-Aktuell 9.06.2010

Moskau. Eine Pädophilie-Lobby sei möglicherweise in der Duma und dem Föderationsrat tätig, argwöhnt der Kinderschutz-Bevollmächtigte des russischen Präsidenten, Pawel Astachow. Sie verhindere Strafverschärfung – wie Kastration von Kinderschändern.

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Pressemitteilung: Betroffene von sexualisierter Gewalt am “Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch” von der Beteiligung ausgeschlossen


Das Problem, dass Betroffene von sexualisierter Gewalt am “Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch” von der Beteiligung ausgeschlossen sind, ist nach wie vor ungelöst (s. Protokoll erste Sitzung am 23. April 2010: http://www.rundertisch-kindesmissbrauch.de/downloads/100423_RTKM_Protokoll.pdf).

NetzwerkB ist im Gespräch mit drei Ministerien, diesen Missstand abzuhelfen. Zur ausführlichen Information stellen wir unser Schreiben vom 9. Juni 2010 an die Bundesjustizministerin der Öffentlichkeit zur Verfügung, s. Anlage.

Freundliche Grüße

Norbert Denef


Staat zahlt 442 Millionen Euro für Kirchengehälter


SPIEGEL TV 8.06.2010

Die Bundesregierung spart und streicht, doch kirchliche Gehälter verschont sie. Die Bezüge werden seit 200 Jahren vom Staat getragen, und niemand scheint daran etwas ändern zu wollen – obwohl 2009 fast eine halbe Milliarde Euro gezahlt wurde.

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Suche weitere Betroffene im Raum Friedrichssegen Lahnstein


Suche weitere Betroffene, die sexuelle und handgreifliche Übergriffe seitens eines Grundschul-Hausmeisters und Küsters im Raum Friedrichssegen bzw. Lahnstein erleiden mussten.

Ich selbst habe in den 60er Jahren Gewalt von diesem Mann erfahren und weiß, dass es sehr vielen Kindern so ergangen ist.

Wer ist noch betroffen? Bitte meldet Euch!

” Sagt es LAUT”

Pia Suvivor


Pressemitteilung: Täter werden kostenfrei in Regensburg therapiert – Missbrauchs-Opfer stehen im Regen: Betroffene von sexualisierter Gewalt klagen an


Statement von SNAP, dem internationalen Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (www.snapnetwork.org) und netzwerkB, dem Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt zu den Berichten über eine neues kostenfreies Angebot zur Therapie von pädophilen Tätern:

„Wie viel Geld hat die bayerische Staatsregierung in den letzten Jahren für die für ihr Leben gezeichneten und geschädigten Überlebenden sexualisierter Gewalt ausgegeben?“, fragt SNAP.

„In was für einem Staat und Gesellschaft leben wir, die mehr Geld für Täter ausgibt und zwielichtige Programme betreibt, während die Opfer auf sich alleine gestellt sind?“

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Schmitt: “Es wird Zeit aufzuräumen”


morgenweb 5.06.2010

Von Michaela Roßner

Als Regisseur Jan Schmitt vor drei Jahren damit begann, seine schwierige Familiengeschichte zu verarbeiten, war das Thema sexueller Missbrauch noch kaum in der Öffentlichkeit präsent. Nun liefert die feinsinnige Produktion, die Heidelberg-Bezüge hat, einen Diskussionsbeitrag, der aktueller nicht sein könnte. Der sensible Dokumentarfilm “Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris” eröffnet eine Reihe zum Thema “Missbrauch im Film”, in der bis Anfang Juli im “Gloria”-Kino drei ganz unterschiedliche Beiträge zu sehen sein werden. Das Besondere: In Kooperation mit der Citypastoral Jesuitenkirche und dem Verein Frauennotruf gibt es nach jeder Vorführung eine Diskussion mit Regisseur oder Kirchenvertretern.

Suizid der Mutter

“Jede Familie hat ein Geheimnis, in meiner ist es der rätselhafte Tod unserer Mutter”, erzählt Schmitt. Elf Jahre nach dem Suizid seiner Mama werde es “Zeit, aufzuräumen”, begründet der TV-Journalist, der in Wiesbaden und Berlin lebt, seinen Film. “Die Vergangenheit ist nicht vergangen, solange wir schweigen”, ergänzt der 40-Jährige. Anhand von Tagebüchern hat er das Leben seiner Mutter rekonstruiert und ist dabei auf schreckliche Kindheitserinnerungen gestoßen. Ohne über großen Etat zu verfügen, gewann Schmitt die Schauspieler Suzanne von Borsody und August Diehl als Sprecherin. Meret Becker singt Lieder der Popgruppe Element of Crime. Der Missbrauch geht bei Schmitt von einem Jesuitenpater aus, der durch Deutschland gezogen sein soll und dem Schmitts Mutter in Heidelberg begegnete. Musste die katholische Altstadtgemeinde der Jesuitenkirche lange überlegen, ob sie – dennoch oder gerade deswegen – als Mitveranstalter der Filmreihe auftritt? “Das Thema ist da, wir müssen uns ihm stellen”, berichtet Pastoralreferent Hermann Bunse. Im nächsten Atemzug verstärkt er diese Aussage noch: “Jedes Verstecken wäre die falsche Strategie.”

Seit die Veröffentlichungen über Fälle sexualisierter Gewalt Schlagzeilen machten, gebe es “kaum eine Veranstaltung, bei der das Thema nicht präsent ist”, berichtet Bunse von Gesprächen mit großer Emotionalität unter Kollegen, in Männergruppe oder Pfarrgemeinderat – auch vor dem Hintergrund, dass nach und nach Vorwürfe auch gegen Seelsorger in der Region formuliert werden.

“Wir möchten Gelegenheit geben, ins Gespräch zu kommen”, begründet Renate Kraus vom Verein Frauennotruf die Beteiligung. Mitglied Angelika Treibel wird die sich anschließenden Diskussionen moderieren. Statt des Begriffs “Missbrauch” verwenden Opfer-Vertreter lieber “sexualisierte Gewalt”. Denn: “Sexualität wird bei solchen Straftaten als Waffe benutzt”, erklärt Kraus. Kinder seien zudem keine “Sache”, die man ge- oder missbrauchen könne – wie Alkohol oder Drogen.

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Potsdamer Seelsorger soll Jungen vergewaltigt haben / Landeskirche schwieg bisher


Märkische Allgemeine 6.06.2010

POTSDAM – Gegen den langjährigen Pfarrer der Potsdamer Heiligkreuzgemeinde, Uwe D., sind schwere Missbrauchsvorwürfe erhoben worden. Superintendent Joachim Zehner hat im Mai Strafanzeige gegen den pensionierten Geistlichen gestellt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte gestern gegenüber der MAZ den Tatvorwurf der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung.

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Anlaufstelle – wofür?


Am 28.05.2010 wurde der Öffentlichkeit die telefonische Anlaufstelle 0800-22 55 530 der Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten Dr. Christine Bergmann in der ZDF HEUTE-SENDUNG um 19.00 Uhr bekannt gegeben. Ich bin Opfer und rief dort an. Mein Bericht.

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Gegen die Verjährung


SÜDWEST PRESSE 29.05.2010
Berlin.  Die Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch, die frühere Familienministerin Christine Bergmann (SPD), hat sich gegen die Verjährung dieser Straftaten ausgesprochen….

…Aus den Schilderungen geht nach Worten von Ex-Ministerin Bergmann hervor, dass die Betroffenen meist erst nach vielen Jahren den Mut finden, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Daher sei sie dafür, dass die Verjährung von sexuellem Kindesmissbrauch im Strafgesetzbuch aufgehoben werde, erklärte Bergmann.

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Prügel aus sexuellen Motiven


FOCUS ONLINE 27.05.2010

Die Jesuiten haben über Jahrzehnte sexuelle und körperliche Gewalt gegen Kinder an den Schulen des Ordens gedeckt. Inzwischen sind 205 Fälle von Missbrauch an Jesuitenschulen bekannt.

Die Täter wurden in mehreren Fällen von ihren Oberen aus der Schusslinie gebracht und an andere Orte versetzt, wie Ursula Raue, die Missbrauchs-Beauftragte der Jesuiten, am Donnerstag bei ihrem Abschlussbericht zu dem Skandal in München sagte. „Man hat dafür gesorgt, dass die verschoben wurden.“ Insgesamt gingen bei Raue seit dem Bekanntwerden des Skandals Ende Januar 205 „Opfermeldungen“ ehemaliger Schüler des Berliner Canisius-Kollegs und mehrerer anderer Jesuitenschulen ein. Die meisten Fälle ereigneten sich größtenteils in den 70er- und frühen 80er-Jahren.

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Kein Platz am Runden Tisch


DER TAGESSPIEGEL 27.05.2010

Die Opfer sexuellen Missbrauchs in DDR-Heimen fühlen sich noch immer von der Politik und deren Aufarbeitungsgremien ignoriert. Den Runden Tisch halten viele schon im Ansatz für verfehlt.

Berlin – Es war ein bemerkenswerter Kursschwenk, den Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) kürzlich vollzog: Am Runden Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch müssten auch die Opfer selbst gehört werden, forderte sie im Tagesspiegel. Am 23. April hatte der Runde Tisch zum ersten Mal getagt, jetzt konstituierten sich drei Arbeitsgruppen, im September will man sich erneut in großer Runde zusammenfinden.

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„Ermittler in Priesterrobe“ ersetzen nicht die Polizei


Gewerkschaft der Polizei 17.03.2010

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die katholische Kirche aufgefordert, die Ermittlungen bei Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen nicht auf eigene Faust durchzuführen, sondern den staatlichen Verfolgungsbehörden zu überlassen. GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: „Die Aufklärung von Straftaten ist Sache derer, die gesetzlich legitimiert sind, dafür ausgebildet wurden und über große Fachkenntnis durch Hunderttausende von Ermittlungs- und Gerichtsverfahren verfügen: Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte. Bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester oder kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen muss unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstattet werden.“

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Duschverbot für Pädagogen


taz.de 25.05.2010

Der Runde Tisch fordert Mindeststandards gegen Missbrauch und bessere Aufklärung in den Schulen. Lehrer und Opfervereine fordern einen lokaleren Blick.

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Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt beschlossen


op-online.de 25.05.2010

Berlin - Erster Beschluss des Runden Tischs gegen Kindesmissbrauch: Kinder- und Jugendeinrichtungen sollen künftig nur dann Fördermittel erhalten, wenn sie Vorkehrungen gegen Gewalt treffen.

Kinder- und Jugendeinrichtungen sollen künftig nur dann staatliche Fördermittel erhalten, wenn sie einheitliche und konkrete Vorkehrungen gegen sexuelle Gewalt treffen. Das ist das Ziel der Präventions-Arbeitsgruppe des Runden Tischs gegen Kindesmissbrauch, die am Dienstag in Berlin erstmals tagte.

Verbindliche Regeln gibt es noch nicht; sie sollen bei der nächsten Sitzung im Juni formuliert werden. Dies berichtete Familienministerin Kristina Schröder (CDU) nach dem Treffen. Schröder regte an, ein bestimmtes Verhältnis von Nähe und Distanz in konkreten Situationen festzulegen, und zwar zwischen Kindern und Jugendlichen einerseits und Erwachsenen andererseits.

Als Beispiele nannte sie ein “Sechs-Augen-Prinzip“. In bestimmten Lagen oder Fällen hätten Erwachsene grundsätzlich nichts zu suchen – “zum Beispiel, wenn Jugendliche duschen“. Andererseits sollten auch Situationen festgelegt werden, in denen Erwachsene immer anwesend sein sollten.

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Externe Berater sollen der Odenwaldschule helfen


morgenweb.de 22.05.2010

Bergstraße. Nach mehreren Wochen intensiver Arbeit mit verschiedenen möglichen Partnern sieht sich die Odenwaldschule Ober-Hambach (OSO) nun der Lage, sich für einen Neuanfang aufzustellen. Wie durch die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Schule deutlich geworden sei, bedürfe es einer externen Begleitung, “um die strukturellen und interpersonellen Dynamiken im Zusammenhang mit Missbrauch innerhalb einer Institution aufzuarbeiten und Transparenz über deren Zustandekommen herzustellen”. Dies könne von der Institution selbst nicht geleistet werden, da sie Teil des betroffenen Systems sei, heißt es in einer Pressemitteilung der OSO.

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Der Mensch als Sklave seiner Synapsen


WELT ONLINE 22.05.2010

Von Matthias Kamann

Mediziner und Juristen streiten angesichts neuer Erkenntnisse der Hirnforschung, ob es noch strafrechtliche Schuld und Verantwortung geben kann

Berlin – Ein Mann aus Großbritannien war völlig normal und unbescholten, bis er im Alter von 40 Jahren pädophile Neigungen an sich entdeckte und mit Übergriffen auf Kinder begann. Alsbald bekam er heftige Kopfschmerzen und ging in eine Klinik, wo man einen Hirntumor feststellte. Der konnte entfernt werden – und der Hang zur Pädophilie verschwand. Ein Jahr später ging es wieder los. Der Tumor war nachgewachsen. Nun aber ließ er sich vollständig beseitigen. Seither haben der Mann und die Kinder in seiner Umgebung Ruhe.

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Anzeigepflicht für Dritte bei Seelenmord


§ 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten

(1) Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung

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»Wir sind enttäuscht«


DIE ZEIT 20.05.2010

Unter den Missbrauchsopfern der Jesuitenschulen wächst der Unmut über die Art der Aufklärung

Drei, die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch an Jesuitenschulen wurden: Gernot Lucas (72) besuchte von 1950 bis 1958 das Aloisius-Kolleg in Bad Godesberg. Er ist emeritierter Professor für Architektur. Matthias Katsch (47) ging von 1973 bis 1981 ins Berliner Canisius-Kolleg. Er arbeitet heute als Projektmanager. Robert Schulle (43) war von 1976 bis 1984 ebenfalls auf dem Canisius-Kolleg und ist im öffentlichen Dienst beschäftigt.

DIE ZEIT: Ende Januar wurde öffentlich, dass Schüler an deutschen Jesuitenschulen über Jahrzehnte sexuell missbraucht und geschlagen wurden. Was ist aus Ihrer Sicht seitdem geschehen?

Gernot Lucas: Ich hatte das Geschehene über 50 Jahre tief in mir vergraben. Deshalb war es für mich wie für andere Betroffene eine Erlösung, endlich über den Missbrauch reden zu können. Ich hatte die Hoffnung, dass man die Opfer ernst nimmt, dass der Orden die Archive öffnet und alles aufarbeitet. Mittlerweile jedoch bin ich tief enttäuscht. Denn bislang ist nichts davon passiert. Ich glaube, wir Opfer sollen hingehalten werden. Ich fühle mich in gewisser Weise erneut missbraucht.

Robert Schulle: Ich habe meinen Fall unter großen seelischen Mühen mehrmals geschildert, unter anderem dem Provinzial der Jesuiten. Die einzige Antwort, die ich bislang erhielt, war ein Schreiben mit dem Satz: Danke für Ihren Beitrag zur Aufklärung.

Matthias Katsch: Ich hatte große Hoffnung, dass der Skandal in Deutschland anders verläuft als in den USA oder Irland, wo sich die Aufarbeitung über Jahre hinzog. Hier signalisierten die Jesuiten, vor allem der jetzige Rektor des Canisius-Kollegs, Pater Mertes, den Opfern: Wir glauben euch. Doch seitdem herrscht Schweigen. Kritisch sehe ich den runden Tisch in Berlin. Da wird über Missbrauch an sich und überhaupt diskutiert. Die direkte Verantwortung der Jesuiten geht unter.

ZEIT: Für die Aufarbeitung der Missbrauchstaten hat der Orden die Rechtsanwältin Ursula Raue beauftragt. In der Öffentlichkeit wurde dies sehr positiv aufgenommen.

Schulle: Die meisten von uns haben das Vertrauen in Frau Raue verloren. Mitte April gab es ein Treffen zwischen ihr und Betroffenen, zu dem ich nicht eingeladen wurde, obwohl man meine Daten hatte. Es endete nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Teilnehmer mit einem Scherbengericht. Ich selbst habe einmal ein Telefongespräch mit Frau Raue geführt. Ihre erste Aussage war, dass die Taten verjährt seien und ich mit keiner Entschädigung rechnen könne.

Katsch: Frau Raue scheint uns völlig überfordert. Die Taten sind doch längst klar, die Täter und die Institutionen bekannt. Dennoch sind wir, was die Aufklärung angeht, heute so schlau wie vor fünf Monaten. Ich habe den Eindruck, dass der Orden sich hinter seiner Missbrauchsbeauftragten versteckt.

ZEIT: Was sollten die Jesuiten tun?

Katsch: Erst einmal hätte der Orden die Opfer und ihre Familien fragen können, ob sie aktuelle Hilfe benötigen, etwa Therapien oder die Vermittlung von Selbsthilfeeinrichtungen. Das wird erst jetzt in Aussicht gestellt. Es wäre zudem sinnvoll gewesen, die Kommunikation der Betroffenen untereinander zu ermöglichen. Bisher dachten viele ja, sie seien das einzige Missbrauchsopfer. Auch das ist nicht geschehen.

Lucas: Wenn man wirklich aufklären wollte, müsste man die Archive in Rom einbeziehen, die Akten öffnen und uns Einblick gewähren.

ZEIT: Und der Datenschutz? Nicht alle Opfer wollen identifiziert werden.

Schulle: Dann muss man deren Namen anonymisieren, das funktioniert bei der Aufarbeitung anderer Verbrechen auch. Gewiss, das ist mit Aufwand verbunden. Aber auch der Missbrauch wurde über Jahre äußerst aufwendig betrieben.

ZEIT: Immerhin hat man Frau Raue doch jetzt weitere Mitarbeiter zur Seite gestellt.

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Keine Anzeigepflicht für Dritte bei sexuellem Missbrauch


Focus Online 20.05.2010

Auch weiterhin ist man in Deutschland nicht verpflichtet, Anzeige zu erstatten, wenn man von einem sexuellen Missbrauch erfährt. Dies scheint Konsens unter den 70 Mitgliedern des Runden Tisches gegen Kindesmissbrauch zu sein, wie FDP-Politikerin und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger mitteilte. Dies soll Opfer von sexuellem Missbrauch vor der Konfrontation durch eine Anzeige schützen.

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Unsere Gesetze reichen aus


DER MERKUR 19.05.2010

Brandenburgs Justizminister fördert Opferschutz für Kinder: Sozial-Therapeutisches Institut Berlin-Brandenburg erhält knapp 41.000 Euro

Brandenburgs Justizminister fördert Opferschutz für Kinder: Sozial-Therapeutisches Institut Berlin-Brandenburg erhält knapp 41.000 Euro

Kinder und Jugendliche, die Zeugen sexueller Gewalt und dadurch traumatisiert und selbst zu Opfern geworden sind, verdienen nach Überzeugung von Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg besondere Unterstützung. Dem 1991 gegründeten Sozial-Therapeutischen Institut Berlin-Brandenburg STIBB e.V. überreicht Dr. Schöneburg deshalb heute 40.924,11 Euro aus Lottomitteln für das Vereinsprojekt “Sozialpädagogische Hilfen für kindliche Opferzeugen und ihre Familien im Strafverfahren bei Sexualdelikten”.

Schöneburg: “Mit ihren Ängsten und Nöten dürfen Opfer von Gewalttaten nicht alleingelassen werden. Richter und Staatsanwälte lassen Opfern Gerechtigkeit widerfahren, indem sie Täter angemessen bestrafen. Aber nicht immer ist der verletzten Seele des Opfers damit hinreichend geholfen. Auch nach der Verurteilung des Täters lebt das Opfer oft weiterhin in Angst. Darum ist es so wichtig, dass es Vereine wie das Sozial-Therapeutische Institut Berlin-Brandenburg gibt. Das STIBB ist mit aller Kraft ausschließlich für die Opfer da und tut alles, damit sie trotz der Gewalt, die sie erlitten haben, im Leben wieder Tritt fassen können. Das STIBB hilft nicht nur Opfern und ihren Familien, es kann auch verhindern, dass Opfer einst zu Tätern werden, die wiederum neue Opfer erzeugen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Opfer nach einer Traumatisierung, die nicht psychologisch behandelt wird, oft nicht mehr sie selbst sind und Schwächeren Gewalt antun, die sie selbst erlitten haben. Die Spirale der Gewalt muss durchbrochen werden. Das ist auch ein Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Wer früh straffällig wird, hat später oft schlechtere Chancen im Leben.”

Das Justizministerium des Landes Brandenburg unterstützt die Arbeit des in Kleinmachnow ansässigen Sozial-Therapeutischen Instituts Berlin-Brandenburg und auch anderer Vereine, die sich der Opferhilfe verschrieben haben, seit Jahren finanziell.

So bedeutsam die psychologische Betreuung von Gewaltopfern ist, so gefährlich ist es nach Auffassung von Justizminister Schöneburg, der Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit zu vermitteln.

Schöneburg: “Spektakuläre Einzelfälle von sexueller Kindesmisshandlung und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche werden leider allzu oft politisch – und zwar auf Stammtischniveau – missbraucht, um nach Strafrechtsverschärfungen zu rufen. Unsere Gesetze reichen aus. Wer den Eindruck erweckt, als nähme die Gewalt gegen Kinder und Jugendliche seit Jahren kontinuierlich zu, handelt wie ein Scharlatan und argumentiert, wie man es sonst nur von rechtsextremistischen Volksverführern gewöhnt ist. Die Zahlen der Strafverfolgungsstatistiken sind eindeutig: Es gibt keine Zunahme von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.”

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Über Satanisch rituellen Missbrauch ist leider viel zu wenig bekannt


Jaschaaaaa — 22. Dezember 2007 — Über Satanisch rituellen Missbrauch ist leider viel zu wenig bekannt, weder über dessen Existenz, noch über weitere damit verbundene Straftaten und Verbrechen wie: Kinderpornographie, Zwangsprostitution (auch von Kindern!), Snuff-Filme und überhaupt Morde in diesem Zusammenhang…


Missbrauch: Ministerin dringt auf Entschädigung


WELT ONLINE 19. Mai 2010

Berlin – Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dringt weiter auf die Anzeige jeden Verdachts auf sexuellen Missbrauch bei der Staatsanwaltschaft. “Keine Institution hat das Recht, sich an die Stelle der Judikative zu setzen”, sagte sie am Dienstag in Berlin. Zugleich mahnte sie Institutionen, bei denen auch lange zurückliegende Missbrauchsfälle jetzt bekannt werden, auch konkret finanziell “etwas zu leisten”.
Ende April startete der Runde Tisch der Bundesregierung gegen Kindesmissbrauch. An diesem Donnerstag tritt erstmals dessen für Rechtsfragen zuständige Arbeitsgruppe zusammen, die beim Justizministerium angesiedelt ist. Leutheusser-Schnarrenberger bekräftigte, auch Entschädigungen seien Thema des Runden Tisches. Dabei gehe es um jene Opfer, die sich nach vielen Jahren offenbaren. “Am Ende muss auch die Frage einer gewissen finanziellen Anerkennung stehen”, so die Ministerin. Diese müsse zuallererst von den beteiligten Institutionen kommen, dann aber auch vom Staat. KNA

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AKO-Gruppe 15.05.2010



Diözese zahlt Rekordentschädigung für Missbrauchsopfer


ZEIT ONLINE 17.05.2010

Die Diözese von Vermont hat Missbrauchsopfer mit mehr als 20 Millionen Dollar entschädigt. Die Kirche muss Liegenschaften verkaufen, um die Summe aufzubringen.

Die 26 Betroffenen sollen 17,65 Millionen Dollar erhalten, teilte der Bischof von Burlington im Bundesstaat Vermont, Salvatore Matano, mit. Zudem habe sich die Kirche mit den Klägern in drei Berufungsprozessen auf nicht genannte Entschädigungssummen geeinigt. Der Rechtsvertreter vieler Missbrauchsopfer, Jerry O’Neill, sagte, die Gesamtsumme belaufe sich auf mehr als 20 Millionen Dollar.

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Vom Papstliebling zum Paria


SPIEGEL ONLINE 8.05.2010

Ein Kommentar von Peter Wensierski

Als Augsburger Bischof vertrat Walter Mixa eine Kirche, wie sie sich Papst Benedikt XVI. wünscht: fundamentalistisch, Rom ergeben, rückwärtsgewandt. Der Staat muss sich fragen, wie lange er eine katholische Parallelwelt dieses Zuschnitts noch alimentieren will.

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Vatikan entfernt Mixa aus Augsburger Bischofsamt


SPIEGEL ONLINE 8.05.2010

Die Zeit von Walter Mixa als Bischof von Augsburg ist zu Ende: Der Vatikan hat am Samstag sein Rücktrittsgesuch angenommen. Damit hat Rom auf neue Vorwürfe reagiert, bei denen es auch um sexuellen Missbrauch ging. Zudem wurden am Wochenende neue belastende Details über Mixa bekannt.

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Walter Mixa – Verdacht auf sexuellen Missbrauch


sueddeutsche.de 7.05 2010

Vorermittlungen gegen Augsburger Bischof

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Vorermittlungen gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa eingeleitet. Es geht nicht um die bekannten Prügel-Vorwürfe – es geht um den Verdacht auf sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen. Der Bischof selbst soll in einer Schweizer Klinik sein.

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Quer gedacht


Hamburger Abendblatt 7.05.2010

mit Propst Johann Hinrich Claussen. Das Ungeheuerliche richtig beschreiben

Dieses Thema wird uns noch lange begleiten. Deshalb ist es gut, sich darüber zu verständigen, wie wir darüber reden. Die Medien berichten sehr verantwortungsvoll über diesen Dauerskandal, aber es hat sich in der Gesellschaft ein problematischer Sprachgebrauch eingeschliffen. Alle reden von “Kindesmissbrauch”. Das legt die Vermutung nahe, als gäbe es auch einen sinnvollen “Gebrauch” von Kindern. Aber Kinder sind keine Gebrauchsgegenstände. Sie haben eine Würde, und das heißt, dass niemand sie benutzen oder gebrauchen darf. Deshalb sollten wir nicht von “Missbrauch” reden, sondern sagen, was Sache ist. Es geht um “sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche”. Ich weiß, Journalisten, Politiker und Kirchenführer sind eilige Menschen. Aber so viel Zeit sollte sein. Wer es kürzer möchte, kann auf ein altertümlich klingendes, aber sehr angemessenes Wort zurückgreifen: “Schändung”.

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Missbrauchsopfer des Aloisiuskollegs fordert Entschädigung


General-Anzeiger 5.05.2010

Von Ebba Hagenberg-Miliu

Bad Godesberg. 60 Jahre hat Gernot Lucas gebraucht, um öffentlich zu bekennen: “Ja ich bin eines der Ako-Opfer. Ja, ich bin drei Jahre lang von einem dortigen Jesuitenpater missbraucht worden.”

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Die Hölle von St. Philomena


Frankfurter Rundschau 3.05.2010

…Die Berichte über den deutschen Missbrauchsskandal, die Milla und andere Mitglieder des Vereins „Survivors Network of those Abused by Priests“ (SNAP) seit Wochen verfolgen, haben in Amerika nicht nur Erinnerungen aufleben lassen, sondern auch Kritik am Umgang mit den Tätern provoziert. Besonders den in Deutschland vielgelobten „runden Tisch“, an dem sich Regierungsvertreter und Opferverbände mit Kirchenvertretern treffen, halten die Mitglieder des SNAP für überflüssig. „Die deutsche Kanzlerin sollte vielmehr der irischen Regierung folgen und eine unabhängige Untersuchung der Vertuschung von Sexualstraftaten durch Geistliche veranlassen“, rät der Verein. Nur so würden sich weitere Opfer melden und eine echte Aufklärung ermöglichen…

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Offener Brief an Runder Tisch gegen Kindesmissbrauch – “Verantwortung verjährt nicht”


Sehr geehrte Frau Schröder, sehr geehrte Frau Leutheusser-Schnarrenberger,  sehr geehrte Frau Prof. Dr. Schavan, sehr geehrte Frau Dr. Bergmann,

ich bin weder ein kirchliches Opfer, noch ein institutionelles! Ich wuchs in einem Heim auf und wurde von Kleinkindalter an von meiner eigenen Mutter an den Wochenenden jahrelang verkauft an sadistische Täter, die mich bestialisch sexistisch misshandelten.

Durch die schockierenden unzählig nun endlich an die Öffentlichkeit geratenen sexuellen Missbräuche dank der mutigen Betroffenen kam mir kürzlich auch mein bisher letztes und grauenvollstes abgespaltenes Trauma ins Bewusstsein!

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Unsere Freundin Hanna


Liebe netzwerkB – Leser,

unsere Freundin Hanna ist in ihrer frühen Kindheit Opfer eines schrecklichen chronischen sexuellen Missbrauchs geworden, der Vergewaltigung, Folter und Todesbedrohung beinhaltete.
Das Erlebte war so traumatisch, dass Hanna es komplett abspaltete und sich erst 12 Jahre später, also im Alter von 19 Jahren, daran erinnern konnte.
In den Jahren nach dem Missbrauch hatte Hanna keine bewussten Erinnerungen mehr an das Verdrängte, aber sie entwickelte starke Symptome.
Hanna verletzte sich selber, indem sie sich beispielsweise die Arme aufschnitt, und dachte sogar darüber nach sich umzubringen. Hanna zerstörte ihre Spielsachen und verdunkelte ihr Zimmer.
Hanna litt unter unerträglichen Bauch- und Kopfschmerzen.
Alpträume, Panik-Zustände und Angst-Attacken quälten sie. Essstörungen und tiefe Traurigkeit bestimmten ihren Alltag.

Mit 11 Jahren kam Hanna in ein Krankenhaus und die Ärzte waren so schockiert von ihrem Gesamtzustand, ihres körperlichen Befindens und der offensichtlichen Symptome, dass sie sie gründlich untersuchten. Dabei stellten sie den chronischen Missbrauch anhand schwerer
Vernarbungen fest. Trotz des weiteren Leidens mit körperlichen und seelischen Schmerzen, schaffte es Hanna aufs
Gymnasium zu gehen und das Abitur zu machen.
Nach dem Abitur jedoch kam der nicht anders als
zu erwartende große Zusammenbruch Hannas.
Hannas gesamte Kindheit und Jugend spielten sich noch einmal vor ihrem Innersten ab und dabei
erinnerte sie erstmals wieder an die Vergewaltigungen.
Seither leidet Hanna stärker als schon zuvor
an einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
Diese beinhaltet, dass Hanna ihr Trauma ständig körperlich und seelisch wiederbelebt – in Träumen, aber auch wenn sie wach ist.
Ihre Erkrankung ist so stark, dass sie Panik-Zustände, Angst-Attacken,
Ohnmachtsanfälle, Herz-Rhythmus-Störungen, Lähmungserscheinungen, starke
Unterleibsschmerzen und damit verbundene Blutungen hat.

Hanna begab sich daraufhin in Therapie, wie schon oft zuvor in ihrem Leben, diesmal jedoch mit der Fähigkeit ihre Verwundungen richtig anzugehen, da sie sich ja nun des Vergangenen wieder bewusst war.
Hanna entschloss sich das Verbrechen anzuzeigen. Es ist jedoch schwer den Täter nach so langer Zeit zu ermitteln und hinreichende Beweise für eine Verurteilung zu finden.

Hanna ist willensstark, intelligent, und hat ihre Hoffnung und ihren Glauben niemals verloren.
Hanna ist,wie bereits erwähnt, in Therapie und die Ärzte befürworten ihren Wunsch Medizin zu studieren und Ärztin werden zu wollen. Sie sagen, dass sei die beste Maßnahme zur Stabilisierung und ihre beste Lebensperspektive. Aufgrund der Belastung, die Hanna hatte, ist ihr Abitur trotz ihrer hohen Intelligenz zwar gut, aber nicht gut genug, um sofort zum Studium zugelassen zu werden.
Deswegen will Hanna einen Härtefallantrag fürs Studium abgelehnt
werden kann. Unsere Befürchtung und auch die Befürchtung der Ärzte ist, dass Patienten mit rein körperlichen Erkrankungen, Menschen mit psychogenen Erkrankungen vorgezogen werden
könnten. So könnte der Antrag einfach abgelehnt werden.
Das würde Hannas Hoffnung zerstören und auch ihre Therapie stark beeinträchtigen. Damit Hanna aber die Möglichkeit hat, juristisch gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen, braucht sie Geld um
ihren Anwalt und auch medizinische Gutachten zu bezahlen.
Die Familie kann diese finanzielle Leistung jedoch nicht aufbringen, da Hannas Mutter schwer krank und in einem Pflegeheim
untergebracht ist. Die Familie muss diese Pflege selbst finanzieren und da die Kosten schon so hoch sind und sie die Mittel nicht alleine aufbringen können, werden sie dabei schon vom Sozialamt unterstützt.

Wir sind Hannas engste Freundinnen und möchten ihr so gerne helfen.
Daher wollten wir Sie alle fragen, ob Sie Ideen und Ratschläge haben, wo man Hilfe für Hanna und vor allem finanzielle Unterstützung bekommen kann?

Es ist wichtig, dass den Betroffenen auch im weiteren Leben nach der Tat geholfen wird, damit sie neuen Lebensmut fassen können.
Wir möchten Hanna so gerne unterstützen, ihr schweres Schicksal zu bearbeiten und wünschen uns, ihr erfolgreich helfen zu können, damit sie nicht weiter entmutigt und stigmatisiert wird.

Deswegen wenden wir uns vertrauensvoll an Sie alle und hoffen, dass Sie uns weiterhelfen können.
Bitte alle Anregungen und Tipps am besten an jessica.tiada@web.de schicken. Das wäre sehr lieb!
Danke und viel Glück für Sie alle!
Sexueller Missbrauch ist ein grausames Verbrechen und muss gestoppt werden!!!
Viele Grüße,
Jessica und Elisabeth


Kinderpornos an der Odenwaldschule


Frankfurter Allgemeine 2.05.2010

Von Volker Zastrow und Philip Eppelsheim (Mitarbeit)

In den siebziger und achtziger Jahren machte ein Musiklehrer an der Odenwaldschule pornographische Aufnahmen von Kindern. Er hatte Helfer. Niemand griff ein, niemand unternahm irgendetwas.

Es gibt zwei Arten von Pädokriminellen. Die einen werden erwischt. Die anderen nicht. Doch die Sexualität ist eine Großmacht, sie verlangt nach Betätigung, was auch immer ihre Objekte sein mögen. Wer einmal damit angefangen hat, Kinder sexuell zu benutzen, hört gewöhnlich nicht damit auf. In den Vereinigten Staaten haben Auswertungen unter verurteilten Päderasten als durchschnittliche Zahl der Opfer ergeben: knapp 170. Die gut 400 untersuchten Täter hatten zusammen 67 000 Kinder missbraucht. Und das waren Männer, die erwischt wurden. Es gibt auch solche, die niemand daran gehindert hat, weiterzumachen.

Wie den Musiklehrer Wolfgang Held, der von 1966 bis 1989 an der Odenwaldschule unterrichtete. Held war “Familienhaupt”, wie es an der Oso heißt, er lebte mit den Schülern zusammen. Meist waren es sechs, an vielen verging er sich; wer nicht mitmachte oder gefiel, verließ die “Familie” bald wieder. Held allein hat in diesen Jahren an der Schule, niedrig geschätzt, dreißig Jungen missbraucht, gewohnheitsmäßig. Seine Homosexualität war dort jedem bekannt, er hatte nur Jungen in seiner “Familie”, war ständig von einer Traube von ihnen umgeben, darunter auch kleinen, abhängigen Kindern, die eigentlich im Pestalozzi-Haus betreut werden sollten. Aber manche hübsche, weiche Jungs kamen eben zu Held ins Herder-Haus, unter das Dach. Die Vorhänge in seiner Wohnung waren immer zugezogen.

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Holy Watergate


Da geht es lang, auch in Deutschland! In den USA ging das nur, weil sich die Betroffenen herauswagten und solidarisierten:

In Deutschland sind wir erst am Anfang, in den USA hat es zehn Jahre gedauert, bis Gewaltopfer von Klerikern endlich entschädigt wurden. Dieser Film zeigt die Etappen auf dem Weg dorthin:

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Zeigt Eure Täter an bei der Kripo, auch wenn es verjährt ist!


Ich habe vor einigen Tagen bei der Kripo Anzeige erstattet gegen den Pfarrer, der mich vor 38 Jahren folterte (man nennt es “Missbrauch”) und vergewaltigte.

Sie wurde weitergeleitet an die Kripo des Tatorts und die Kripo des Wohnorts des Täters.

Zeigt Eure Täter an bei der Kripo, auch wenn es verjährt ist!

Das ist ein Weg zu zeigen, dass es keine Verjährung gibt.

Wenn alle Betroffenen das täten, würden die Polizeireviere zusammenbrechen unter der Arbeitsbelastung, das würde Zeichen setzen!

Ich habe es schriftlich in einem kurzen Bericht getan – eine Vernehmung gibt es nicht, wenn die Verjährungsfrist abgelaufen oder der Täter tot ist.

Astrid


Offener Brief an Frau Dr. Christine Bergmann – Ein in Deutschland einzigartiges Netzwerk


Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
11018 Berlin
E-Mail: kontakt@ubskm.bund.de
Fax: 03018/555 4 1555

- Ein in Deutschland einzigartiges Netzwerk -

Sehr geehrte Frau Dr. Bergmann,

in einem Interview am 17.04.2010 mit Herrn Martin Lutz bei Welt Online ist Ihre folgende Aussage zu lesen: „ Das Thema sexuelle Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch bewegt mich schon lange.“

Sie wurden zur „unabhängigen Bundesbeauftragten zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmiss-brauchs“ ernannt. Ein „Runder Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch“ wurde eröffnet.

Als Betroffene von sexualisierter Gewalt möchte ich zur Begriffswahl „sexueller Missbrauch“ Stellung nehmen:

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Unterschrift wegen Drogen bzw Alkoholverzicht?


Es geht um folgendes:
ich habe einen Therapieplatz bei einem *Institut* in Mainz (PIA) in Aussicht. Vermutlich unter der Vorraussetzung, daß ich ein Formular unterschreibe, in dem ich erkläre, daß ich während der Therapie keine Drogen etc. zu mir nehme. Ansonsten würde sie beendet.
Meine Frage dazu ist, ob diese Unterschrift, wie mir zugesichert wurde, sich tatsächlich im Rahmen des Üblichen bewegt oder eine Besonderheit darstellt, wie sie zB die Krankenkasse missbrauchen könnte.
Hat jemand hier Erfahrungen zu dem Thema?

Die Vorgeschichte:
in einer Notlage musste ich mir Ende 1999 einen rechtlichen Betreuer nehmen. Wegen einer fortschreitenden Beeinträchtigung benötige ich einen elektrischen Rollstuhl. Diese Betreuung wurde 2002 von meiner Seite aus aufgelöst.
Der rechtliche Betreuer und Anwalt selbst hatte damals wiederum meine Notlage ausgenutzt. Wer einen solchen Fall lesen mag oder kann (VORSICHT TRIGGER) findet das Beispiel hinter diesem Link:
http://netzwerkb.org

Das Problem:
über meinen damaligen Hausarzt bekam ich etwa 2003 den Versuch der AOK mit, mir einen neu beantragten Rollstuhl zu verweigern, indem sie hinter meinem Rücken Erkundigungen bei meinem Hausarzt einholen wollten.

Anders gesagt: Die KK erkundigte sich danach, ob ich überhaupt einen Rollstuhl nutzen darf, weil ich eine Betreuung hätte. Dass diese beendet war, bekam die KK offensichtlich nicht mit.

Ich selbst wurde in keiner Weise angeschrieben, nur der Hausarzt hat ratlos bei mir selbst nachgefragt. Ähnlich dem rechtlichten Betreuer oder Täter, wegen dem ich diese Betreuung benötigte, versuchte die Kasse meine Notlage auszunutzen.

Um nicht zu sehr ins Detail zu gehen, hier der nächste Link, der dazu dient darauf hinzuweisen, was es bedeutet wenn die notwendige Grundversorgung fehlt:

www.kobinet-nachrichten.org
————–
Zusammengefasst: Das Sanitätshaus hat nicht nur den Dienst verweigert, mit der Begründung, “es könnte sein, daß die Krankenkasse nicht zahlt”, es hat auch den bei ihrer Firma eingelagerten Ersatzrollstuhl sonstwohin verschwinden lassen. Deswegen war ich knapp eine Woche ans Bett gefesselt.
Daraufhin habe ich die AOK, Ministerien, etc. angeschrieben, von denen ich auch nach mehrmaligem Anschreiben in den Reaktionen keine Antworten auf meine Fragen bekam bekam. Beispielsweise wurde der Verlust vom Ersatz trotz mehrfachem deutlichen Nachfragen mit keinem Wort kommentiert. Die Staatsanwaltschaft, bei der ich Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung stellte, antwortete sogar, daß das Sanitätshaus nicht zu mir gekommen sei und den Rollstuhl beschädigt (!) habe, es läge keine (!) Straftat vor.
Was nach billiger Polemik klingt, spielte sich im echten Leben ab. Bekannt ist den Zuständigen auch, daß meine Muskelschwäche unumkehrbar fortschreitet, wenn ich zu lange zum Liegen gezwungen bin.
————–

Der springende Punkt bei meiner Frage ist das Missbrauchspotential, was meiner Krankenkasse geliefert würde, wenn sie diese Unterschrift als “Beweis” von Drogenmissbrauch verdrehen könnte.

LG
Manfred


Täter im engsten Familienkreis


Ich suche Betroffene: wer hat ähnliche Erfahrungen?

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Suche Mitschüler des Klosterseminars der Augustiner in Würzburg


Ich suche Mitschüler des Klosterseminars der Augustiner in Würzburg, die wie ich, misshandelt und eventuell missbraucht wurden.
Meine Erfahrungen beziehen sich auf die Jahre 1962 bis 1964.
Die Leitung des Ordens will auf der Webseite der Augustiner ebenfalls eine Suchanzeige starten.
Bitte meldet euch!


Pfadfinderorganisation zu Rekordstrafe verurteilt


SPIEGEL ONLINE 24.04.2010

Rund 14 Millionen Euro Schmerzensgeld bekommt ein ehemaliger Pfadfinder, weil er als Kind von seinem damaligen Betreuer mehrfach missbraucht wurde. Das Gericht entschied auf eine hohe Summe, um die Pfadfinderorganisation für ihr “Wegschauen und Vertuschen” zu strafen.

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Alice Miller gestorben


WELT ONLINE 23.04.2010

Die Schweizer Kindheitsforscherin und Autorin Alice Miller ist tot. Ihr Buch “Das Drama des begabten Kindes” erlangte weltweite Bekanntheit.

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Was sagen die Opfer zum Runden Tisch? Täter dabei, Betroffene ausgegrenzt


DAtum: 23. April 2010

PRESSEINFORMATION

Berlin, den 23. April 2010

Zur konstituierende Sitzung des Runden Tisches gegen Kindesmissbrauch erklärt Miguel Abrantes Ostrowski, ein Sprecher von SNAP-Deutschland:
≥Der Runde Tisch ist eine total verwässerte Veranstaltung. Er greift niemanden an, noch hilft er irgendjemand.„

≥Geschickte und mächtige Vertreter der katholischen Kirche haben dafür gesorgt, dass andere Gruppen einbezogen werden, obwohl diese nicht sexuelle Gewalt und Verbrechen gegen Kinder verschwiegen, vertuscht und verheimlicht haben.„

≥Welche Kompetenz sitzt am Runden Tisch? Der Heimkinderbund, der Weiße Ring, Anwälte, der Kinderschutzbund, Psychologen, das Olympische Komitee … alles Verbände die sich sehr wichtig nehmen! Dazu kommen 17 Bundes-, Landesminister und MdBs, so dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass es sich um einen unendliche tagenden Debattenklub handelt, der dafür sorgt, dass alles im Sande verläuft. Diese Leute werden keine Universallösung für jegliche Form von sexuell motivierten gewaltsamen Übergriffen und Verbrechen finden, sondern einfach nur reden, reden, reden …„

≥Tatsache ist jedoch, dass kein/e Vertreter/in der Opfer am Tisch sitzt, obwohl gerade das Bewusstsein für die Perspektive und das Leid der Opfer gestärkt werden muss!„

≥Doch es sitzen gleich drei Vertreter der katholischen Bischöfe und Orden am Runden Tisch, darunter der Chef-Lobbyist der deutschen Bischöfe und der Chef der deutschen Jesuitenordens.„

≥Die Regierung sollte die Vertuschungen der katholischen Kirche untersuchen, und vorher nicht mit der katholischen Kirche über Prävention und Aufklärung sprechen„

Die Opfer von sexualisierter Gewalt fordern:
a) Ein Recht auf Hilfe bei der Bewältigung von Gewalt wie darauf folgendem Trauma (bisher nur freiwillige Leistungen der Jugendhilfe per Gesetz).

b) Keine billigen ˆ da kostenneutralen ˆ Entschuldigungen, sondern angemessene Entschädigungen der Opfer.

c) Die Täter sowie der Mitwisser und Vertuscher müssen bestraft werden! Der Gerichtsbarkeit darf sich keiner entziehen. Das juristische Recht des Staates muss ˆ auch von der katholischen Kirche akzeptiert werden, denn das Staatsrecht steht in unserem Rechtsstaat über dem Kirchenrecht.

Miguel Abrantes Ostrowski, ein Sprecher von SNAP Deutschland, ist betroffener Absolvent des Aloisiuskollegs in Bonn und Autor des Buches “Sacro Pop – Ein Schuljungen-Report”.
__________________________

Mitglieder des Runden Tisches:

http://de.wikipedia.org/wiki/Runder_Tisch_gegen_Kindesmissbrauch

Interview mit Miguel Abrantes Ostrowski, Sprecher von SNAP Deutschland:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1169112/


87% für die Abschaffung der Verjährungsfristen


Pressemitteilung

Überwiegende Mehrheit der Bevölkerung unterstützt Forderung der Deutschen Kinderhilfe nach Gesetzesänderungen: Sexueller Missbrauch zukünftig Verbrechen statt Vergehen und Abschaffung der Verjährungsfristen

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Mixaland ist überall


n-tv.de 22.04.2010

von Manfred Bleskin

Der Rücktritt von Bischof Mixa war überfällig. Bei einem Verbleib im Amt hätte die römisch-katholische Kirche weiteren Schaden genommen. Die Krise ist damit nicht beendet, aber der Schritt lässt hoffen, dass auch in anderen Fällen radikale Konsequenzen gezogen werden. Sonst werden sich, um mit dem Trierer Bischof Ackermann zu sprechen, weitere giftige, stinkende Wolken entladen. Mixa war zugleich Militärbischof für die Bundeswehr. Nun hat er an Soldaten zweifellos keine “Watschen” verteilt, doch er hat ihnen eine geistige Haltung vermittelt, die Gewalt rechtfertigt. Die Bundeswehr wäre gut beraten, bei Mixas Nachfolger in dieser Funktion genauer hinzuschauen.

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Übernimmt die Krankenkasse die Fahrtkosten?


Endlich habe ich mich durchgerungen, nach einer Therapeutin zu suchen mit folgendem Ergebnis:

Die nächste  – für mich erreichbare – Therapeutin ist ca. 2 Std. von mir entfernt lt. EMDRIA-Liste.

Haben Sie eine Idee, wie ich fündig werden kann?

Übernimmt die Krankenkasse die Fahrtkosten?


“Sexuelle Identität” darf kein Feigenblatt für Pädophile sein


WELT ONLINE 22.04.2010

Von Miriam Hollstein

Berlin – Um eine heikle Angelegenheit ging es gestern bei einer Anhörung des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag. Bündnis 90/Die Grünen, SPD und die Linke haben unabhängig voneinander einen Antrag zur Änderung von Artikel 3 des Grundgesetzes gestellt. Dort soll aufgenommen werden, dass niemand wegen “seiner sexuellen Identität” benachteiligt werden darf. Um wen es dabei geht, ist in den Anträgen formuliert: “Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen”.

Doch während Homosexuellenverbände erwartungsgemäß den Verstoß begrüßten, warnen Juristen und Kinderschutzverbände vor der Änderung. “Vage” nennt Klaus Gärditz, Professor für öffentliches Recht an der Bonner Friedrich-Wilhelms-Universität, den Begriff der “sexuellen Identität” und verweist darauf, dass auch Pädophile diesen für sich in Anspruch nehmen. Grundsätzlich sei die individuelle sexuelle Veranlagung bereits ausreichend verfassungsrechtlich geschützt. “Es ist kein gutes Signal, wenn die Verfassung mit einer Formulierung geändert wird, die es Pädokriminellen ermöglichen könnte, eigene Rechte einzufordern”, sagte auch Georg Ehrmann von der Deutschen Kinderhilfe der WELT. “Hier sollte auch im Interesse der Homosexuellenverbände jeder falsche Eindruck vermieden werden.”

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Oberster deutscher Bischof legt Mixa Auszeit nahe


SPIEGEL ONLINE 21.04.2010

Er erhob die Hand gegen Kinder, steht wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten in seinem Bistum unter Druck: Der Augsburger Bischof Mixa wird für die Kirche zunehmend zum Problem. Bischofskonferenz-Chef Robert Zollitsch empfiehlt ihm jetzt eine “Zeit der Einkehr” – es wäre ein einmaliger Schritt.

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Offener Brief an Frau Dr. Bergmann – “in brennender Sorge”


Sehr geehrte Frau Dr. Bergmann,

als Alt-Betroffene sexualisierter Gewalt in der Familie – ich bin Jg. ‘44 – und als Telefonberaterin bei der “Nummer gegen Kummer” liegt es mir sehr am Herzen, dass jetzt ALLES getan wird, diesen ewigen Teufelskreis zu durchbrechen.

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Suche weitere Betroffene im Raum Monschau bzw. Simmerath


Suche weitere Betroffene, die sexuelle und handgreifliche Übergriffe seitens eines Grundschul- und Klavierlehrers im Raum Monschau bzw. Simmerath erleiden mussten.

Ich selbst habe in den 80er und 90er Jahren Gewalt von diesem Mann erfahren und weiß, dass es sehr vielen Kindern so ergangen ist.

Wer ist noch betroffen? Bitte meldet Euch!


Bruder bittet Mo’Nique um Vergebung für sexuellen Missbrauch


SPIEGEL ONLINE 20.04.10

Er fügte seiner Schwester in der Kindheit unvorstellbares Leid zu: Jahrelang missbrauchte Gerald Imes seine jüngere Schwester, die Schauspielerin Mo’Nique. Nun entschuldigte er sich bei der Oscar-Preisträgerin – im Rahmen eines Fernsehinterviews.

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“Besseren Schutz gibt es nicht zum Nulltarif”


WELT ONLINE 17.04.2010

Von Das Gespräch führte Martin Lutz

Die Regierungsbeauftragte zum sexuellen Kindesmissbrauch, Christine Bergmann, fordert mehr Hilfen für die Opfer

DIE WELT: Frau Bergmann, Sie waren Bundesfamilienministerin unter Gerhard Schröder. Jetzt wurden Sie von der schwarz-gelben Bundesregierung als Beauftragte für sexuellen Missbrauch ernannt. Was prädestiniert Sie für dieses Amt?

Christine Bergmann: Das Thema sexuelle Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch bewegt mich schon lange. Als Ministerin hatte ich hier auch einen Schwerpunkt gesetzt. Meine Nach-Nachfolgerin Kristina Schröder fragte mich, ob ich die Beauftragte werden will. Ich habe mich kurz mit meiner Familie beraten und dann sofort zugesagt.

DIE WELT: Um welche Missbrauchsfälle wollen Sie sich kümmern, und wie wird Opfern geholfen?

Bergmann: Wir sind Ansprechstelle für Betroffene. Zunächst per Post, Fax und E-Mail. Demnächst wird eine telefonische Hotline freigeschaltet. Hierfür wird ein kompetentes Team aus geschulten Fachkräften der Sozialpädagogik, der Psychologie und aus dem Rechtsbereich zur Verfügung stehen. Wir wollen zum einen zurückliegende Fälle aufarbeiten. Aber Missbrauch an Kindern und Jugendlichen findet auch heute und jetzt statt. Betroffene, Angehörige und Menschen, denen im beruflichen oder privaten Umfeld Missbrauch auffällt, können sich an uns wenden.

DIE WELT: Es gibt bereits einige sehr engagierte Beratungseinrichtungen für Opfer sexueller Gewalt. Warum ist zusätzlich eine unabhängige Regierungsbeauftragte erforderlich?

Bergmann: Wir sind eine zentrale unabhängige Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs. Häufig leiden Betroffene noch Jahrzehnte nach der Tat unter körperlichen und psychischen Symptomen. Einigen fällt es immer noch schwer, das Wort “sexueller Missbrauch” überhaupt auszusprechen. Andere haben Vorbehalte, sich gegenüber kirchlichen oder öffentlichen Einrichtungen zu offenbaren.

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“Lieber ins Gefängnis gehen als Priester anzeigen”


SPIEGEL ONLINE 16.04.2010

Vertuschung von Missbrauchstaten

“Lieber ins Gefängnis gehen als Priester anzeigen”

Erneuter Skandal in der katholischen Kirche: Weil er darauf verzichtete, einen pädophilen Priester anzuzeigen, wurde ein französischer Bischof mit einem Dankesbrief eines Kardinals aus dem Vatikan belohnt. Der Mann habe vorbildlich gehandelt, lobte der Präfekt der Kongregation für den Klerus.

Paris – Das kritische katholische Laienmagazin “Golias” veröffentlichte das brisante Schreiben vom 8. September 2001 bereits vor zwei Wochen auf seiner Internetseite. Darin beglückwünscht der damalige Präfekt der Kongregation für den Klerus, Darío Castrillón Hoyos, den französischen Bischof Pierre Pican dazu, einen pädophilen Priester nicht angezeigt zu haben.

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NetzwerkB erklärt sich mit den Opfern in Connecticut solidarisch


Pressemitteilung:

Der Arzt George Reardon in Connecticut missbrauchte seit den 1960er Jahren mindestens 500 Kinder in einem Krankenhaus kirchlicher Trägerschaft. Der Staat Connecticut reagiert mit einer Gesetzesinitiative, die von der römisch-katholischen Kirche massiv bekämpft wird.

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Profiteure des Missbrauchs


Frankfurter Rundschau 16.04.2010

Von Christian Schlüter

Es hat schon etwas Rührendes, wenn angesichts der schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche allerorten und mit großem Eifer an Selbstverständlichkeiten erinnert wird.
Selbstverständlich sind wir ein säkularer Rechtsstaat,
selbstverständlich ist die Kirche kein Staat im Staate,
selbstverständlich haben sich auch die Kirchen den staatlichen Organen zu unterwerfen,
selbstverständlich sind bei Straftaten welcher Art auch immer umgehend Polizei und Staatsanwaltschaft zu informieren, und selbstverständlich muss die Kirche nicht nur für die in ihrem Namen oder unter ihrem Dach begangenen Straftaten, sondern auch für alle Formen der Strafvereitelung und Behinderung polizeilicher oder staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen voll zur Rechenschaft gezogen werden.

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Die Chronik eines Skandals


Frankfurter Rundschau 15.04.2010

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) trifft am heutigen Donnerstag mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zusammen. Kritik der Ministerin am Umgang der Kirche mit Missbrauchsvorwürfen hatte zu Verstimmungen zwischen Ministerium und Bischofskonferenz geführt. An den Gesprächen im Ministerium nimmt auch der Beauftragte der Bischofskonferenz für Missbrauchsfragen, Stephan Ackermann, teil. Wir dokumentieren anlässlich des Treffens in den vergangenen Wochen bekanntgewordene Missbrauchs- und Gewaltfälle in katholischen Einrichtungen und die Reaktion der Kirchenoberen darauf.

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Warum wir ein Odenwald-Tribunal brauchen


SPIEGEL ONLINE 14.04.2010

Der sexuelle Missbrauch an der Odenwaldschule hatte System: Die einstige Vorzeigeinstitution hat ihren Ruf völlig verspielt. Weil die Taten verjährt sind, muss es jetzt ein öffentliches Tribunal geben – und eine schonungslose Abrechnung mit den Ahnen der Reformpädagogik.

Es läuft auf eine gespenstische Szenerie hinaus: Am kommenden Samstag wird der Bildungshistoriker Ulrich Herrmann im Kurmainzer Amtshof zu Heppenheim zu einer Festrede auf die Odenwaldschule anheben. Die Schule wird dieser Tage 100 Jahre alt. Sie ist so etwas wie das reformpädagogische Gedächtnis Deutschlands, fast alle deutschen Reformschulen beziehen sich irgendwie auf die Einrichtung im Odenwald. Aber man mag sich kaum vorstellen, wie der Festredner das Besondere der Reformpädagogik im Festsaal unfallfrei herausheben könnte: dass sich der Lehrer den Kindern mit besonderer Nähe zuwendet.

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Betroffene fehlen am „Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch“ – netzwerkB kritisiert


Pressemitteilung

„Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, lädt bereits im April unter Beteiligung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan zur ersten Sitzung des Runden Tisches gegen Kindesmissbrauch ein. Das Gremium soll Antworten auf drei Kernfragen finden:

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Missbrauch: Raus aus der Anonymität


NÜRNBERGER Nachrichten 14.04.2010

Selbsthilfegruppen schließen sich im Arbeitskreis »Lela« zusammen  Missbrauch: Raus aus der Anonymität

NÜRNBERG – Sie wollen raus aus der Anonymität und offen für die Interessen der Opfer sexuellen Missbrauchs eintreten: Mehrere Selbsthilfegruppen aus der Region haben sich zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen, um künftig mit einer Stimme zu sprechen. Der Name der Initiative ist Programm: »Lela«, lebenslang damit leben.

Wenn Renate K. einen Vortrag über ihre Erlebnisse hält, dann zeigt sie zunächst nicht ihr wahres Gesicht. Stattdessen tritt sie hinter einem Foto versteckt vor ihre Zuhörer. Auf dem Bild ist ein elfjähriges Mädchen zu sehen: Renate K., wie sie aussah, als sie vom eigenen Vater missbraucht wurde.

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Die Missbrauchs-Prozession


suedeutsche.de 13.04.2010

Ein Kommentar von Heribert Prantl

Erst sorgt die Kirche für mehr Transparenz, dann macht ein Kurienkardinal Homosexualität für Pädophilie verantwortlich. Der Vatikan springt im Missbrauchsskandal vor, zurück und seitwärts.

Einem Bekenntnis folgen zwei Beschwichtigungen und drei Ausreden: Kurienkardinal Tarcisio Bertone und Papst Benedikt XVI.
Das Verhalten des Vatikan im Missbrauchsskandal erinnert an die Echternacher Springprozession. Dort sprangen einst die Gläubigen drei Schritte vor und zwei zurück und kamen dann irgendwann doch beim Grab des Heiligen Willibrod an, der zur Hilfe bei Krämpfen und Nervenkrankheiten angerufen wird. Im Missbrauchsskandal ist es so, dass die römische Kurie nicht nur vor und zurück, sondern auch noch seitlich springt: Einem Bekenntnis folgen zwei Beschwichtigungen und drei Ausreden.

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Die Verliese des Vatikan


DER TAGESSPIEGEL 13.04.2010

Wie der Papst die Aufklärung von Missbrauch verhindert hat. Ein Gastbeitrag von Paolo Flores d’Arcais.

Ausreden helfen nicht mehr. Jahrzehntelang wurden Tausende pädophiler Priester gedeckt, nicht den Strafverfolgungsbehörden gemeldet, es wurde ihnen damit eine Straffreiheit verschafft, die es ihnen möglich machte, den Missbrauch von zigtausenden (manchmal behinderten) Kindern und Jugendlichen fortzusetzen. Dafür sind Joseph Ratzinger und Karol Wojtyla unmittelbar verantwortlich. Ob ihre Verantwortung moralischer oder juristischer Natur ist, werden in Kürze amerikanische Gerichte klären. Die moralische Verantwortung ergibt sich jedenfalls aus Dokumenten, die der „Osservatore Romano“, das amtliche Organ des Heiligen Stuhls, vor einigen Tagen erneut veröffentlicht hat.

Dabei geht es keineswegs um einzelne Fälle von Vertuschung auch im Umfeld der Kirchen-„Justiz“, die inzwischen erwiesen sind und über die vor allem die amerikanischen und deutschen Medien berichtet haben. Es geht um die Verantwortung beider Päpste für sämtliche Fälle von Missbrauch innerhalb der Kirche, die nicht der staatlichen Justiz angezeigt wurden. Entscheidend ist folgender Punkt: Der Pontifex und der Kardinalpräfekt der Glaubenskongregation verpflichteten bindend alle Bischöfe, Priester und ihr Hilfspersonal, im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche nichts an die Behörden durchsickern zu lassen.

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Blinde Flecken in der Missbrauchs-Debatte


Frankfurter Rundschau 6.04.2010

Von Lutz van Dijk

Eine Grundschule in einem “Problem-Stadtteil” im Süden West-Berlins Anfang der 1960er Jahre: Über 40 Mädchen und Jungen, die meisten aus einer nahen Flüchtlingssiedlung. Viele meiner Mitschüler kamen ohne Schuhe auch an kalten Tagen und trugen, vor allem an Montagen, Spuren von familiärer Gewalt und wenig Schlaf im Gesicht.

Unsere Klassenlehrerin war jung und engagiert. Sie tröstete und brachte gebrauchte Kleider mit für die, die auch im Winter in Sommersachen kamen. Ganz anders unser Werk- und Religionslehrer. Verhasst sein Hang zu Quälereien, seelischen wie körperlichen. Er streichelte vor allem Mädchen gern am Hals, manchmal rutschte die Hand tief in den Rücken. Die Mädchen erstarrten, manche kicherten hinterher.

Anders bei den Jungen: Berühmt waren seine Ohrfeigen. Er zog einen am Ohr hoch bis man auf Zehenspitzen stand, dann ließ er los, um dem zusammensackenden Jungen eine schallende Ohrfeige zu geben. Wir empfanden das als gemein, aber nicht als etwas Verbotenes, denn es geschah jede Woche aufs Neue. Das Streicheln der Mädchen, die Ohrfeigen bei den Jungen. Um die Angst und auch die Wut gegenüber Herrn P. zu verbergen, machten wir Witze über ihn. Manchmal erzählten wir uns, schreiend vor Lachen, wie auf seiner Hose ein Fleck war oder wie er einen roten Kopf bekommen hatte, beim Streicheln oder Prügeln.

Dies geschah an einer normalen staatlichen Grundschule. Keiner Eliteschule, weder katholisch noch reformpädagogisch. Eines Tages war Herr P. weg. Seine Nachfolgerin war alt und freundlich, so freundlich, dass ihr keine Disziplin in der Klasse gelang. Wir gingen über Tische und Bänke. Sie hatte auszubaden, was er in uns an Zorn und Verzweiflung aufgebaut hatte.

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Systematisch verdroschen


DER WESTEN 6.4.2010

Hattingen. Ehemaliger Klosterschüler aus Hattingen plädiert für die Abkehr der Kirche von der Unfehlbarkeit.

Ob er sexuell missbraucht worden ist, dazu sagt der Hattinger nichts. Nur so viel: „Kinder – unter anderem ich – wurden misshandelt, gedemütigt und gequält.” Vor fast 50 Jahren hat er im Alter von zehn Jahren eine Klosterschule im Sauerland besucht – für ein Schuljahr nur. Einen kirchlichen Berufsweg sollte er einschlagen. Was vorgefallen ist, darüber hat er nie mit seinen Eltern gesprochen.

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Eine unabhängige Autorität?


Frankfurter Allgemeine FAZ.NET 05. April 2010

Antje Vollmer erfuhr 2002 von dem Missbrauch an der Odenwaldschule

Von Volker Zastrow

Antje Vollmer, Vorsitzende des Runden Tisches Heimerziehung, wurde bereits im November 2002 von einem Lehrer der Odenwaldschule ausdrücklich über die Missbrauchsvorwürfe gegen deren vormaligen Schulleiter Gerold Becker in einem Brief informiert. Der Lehrer, Dr. Salman Ansari, schrieb wörtlich: „Der ehemalige Schulleiter dieser Schule hat während seiner Amtszeit Kinder sexuell missbraucht.“
Vollmer, Grünen-Politikerin und damals Bundestagsvizepräsidentin, ließ den Brief von einer Mitarbeiterin beantworten: „In Ihrem und auch dem mitgesandten Brief Ihres Sohnes werden Vorwürfe gegen eine Person, die Frau Vollmer nicht kennt, und in einer Angelegenheit, die sie in keiner Weise beurteilen kann, erhoben.“ Eine „wie auch immer geartete Stellungnahme aus der Ferne“ von ihr erscheine daher „weder angebracht noch hilfreich“.

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(Mit)Fahrgemeinschaften für die Gründungsversammlung von NetzwerkB


Da Scharbeutz ja doch etwas abseits liegt, gibt es hier die Möglichkeit Mitfahrer, bzw. Mitfahrgelegenheit zu finden.

Ihre Anzeige können Sie hier als Kommentar einfügen.


Dokumente des Vertuschens


ZEIT ONLINE 2.04.2010

Tarcisio Bertone, der Mann hinter Joseph Ratzinger, versuchte seinem Chef vor über zehn Jahren einen Skandal vom Halse zu schaffen. Nun bringt er ihn damit in Bedrängnis.
Verliert der Papst wenige Wochen vor seinem fünften Amtsjubiläum seinen engsten Mitarbeiter? Am 19. April ist der Deutsche Joseph Ratzinger fünf Jahre Papst. Tarcisio Bertone ist im Vatikan der mächtigste Mann hinter Benedikt, doch beliebt ist er nicht. Auch seine Kompetenz als Kardinalstaatssekretär, also als Ministerpräsident des Vatikan, ziehen inzwischen viele in der Kurie in Zweifel. Nun gerät er zum zweiten Mal in kurzer Zeit unter Druck.

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Diskretes Netzwerk


Die »Humanistische Union« hat Einfluss – und viel Verständnis für Pädophile

Noch vor Wochen kannten nur wenige die „Humanistische Union e.V.“ (HU). Und wer diese Organisation kannte, hielt sie meist für eine wenig einflussreiche Gruppe, die für humanitäre Zwecke kämpft. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus.

Unter dem schönen Etikett des Humanismus hat sich mit der HU 1961 eine Plattform gebildet, die effektiv für die Veränderung der Bundesrepublik im Sinne linker Ziele kämpft. Besonders mit den Kirchen und der bürgerlichen Sexualmoral lagen und liegen die Aktivisten der HU über Kreuz.
Als „unabhängige Bürgerrechts-organisation“ bezeichnet sich die Humanistische Union bis heute und nimmt in Anspruch, für den „Schutz der Bürger- und Menschenrechte“ einzutreten. Geradezu begrüßenswert klingt es, wenn die Mitglieder sich für die „Achtung der Menschenwürde“ und das „Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit“ einsetzen wollen. Jahrzehntelang gehörte dazu allerdings nach Ansicht vieler in der HU auch das „Recht“ von Pädophilen, ihre Neigung auszuleben.

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WARNUNG vor Kirchen-Hotline


Datum: 31.März 2010
WARNUNG vor Kirchen-Hotline ˆ Opfer von sexuellem Missbrauch sollten der deutschen Kirche nicht trauen

Statement von Barbara Blaine, Präsidentin von SNAP – Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (www.snapnetwork.org):

≥Wir fordern die Opfer auf diese Telefon-Hotline NICHT zu nutzen, zum eigenen Wohlbefinden und dem anderer.

Unserer Erfahrung nach versucht die Kirche mit diesem Mechanismus die Verbrechen intern zu handhaben und geheim zu halten, anstatt wirklich Kinder zu schützen und die Missbrauchten zu heilen.

Die Opfer sollten ihren Angehörigen, Therapeuten, Polizisten, Staatsanwälten und Selbsthilfegruppen von ihren Leiden zuerst erzählen, und sich nur an die kirchliche Hierarchie oder ihre Stellvertreter als letzten Ausweg wenden.

Oft, auch in diesen Tagen, wenn Amtsträger der Kirche von Sexualverbrechen durch Geistliche und der Vertuschung erfahren, fangen sie an, Beweise zu vernichten, drohen oder schüchtern Zeugen ein, erfinden Ausreden erfinden und versetzen Missbrauchs-Täter. Missbrauch sollte bei unabhängigen Fachleute in der Strafverfolgung angezeigt werden, nicht bei voreingenommen, ihren eigenen Interessen dienenden Kirchen-Mitarbeitern.

Ehrlich gesagt, es ist albern zu glauben, dass die gleichen geheimnisvollen, gefühllosen und rücksichtslosen Menschen (Bischöfe, Erzbischöfe, Kardinäle und der Papst), die schreckliche Verbrechen jahrzehntelang verheimlicht und ignoriert haben, wie magisch eine komplette Kehrtwende machen und sich nun aufrichtig interessieren für die Veröffentlichung dieser Verbrechen und den Opfern helfen wollen.

Warum wir uns da so sicher sind?
<www.bishop-accountability.org/news3/2002_07_09_Korber_HotlineSuit_Edward_Boyle_1.htm>

Wir appellieren an die Opfer zu reden, die Täter zu entlarven, Kinder zu schützen, die Übeltäter anzuzeigen und mit der eigenen Heilung zu beginnen …  aber wir appellieren an sie, vorsichtig zu sein und sich unabhängige Hilfe zu suchen, KEINE Amtsträger der Kirche.„

SNAP  ist seit 1988 die Stimme der Opfer von sexualisierter Gewalt und Missbrauch
SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests) ist das Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (www.snapnetwork.org) und hat 9000 + Mitgliedern in den USA und der ganzen Welt.
SNAP ist die größte und aktivste Unterstützungsgruppe von Menschen, die von religiösen Autoritätsfiguren (Priestern, Bischöfen, Diakonen, Nonnen und anderen) verletzt wurden. SNAP ist unabhängig und ist nicht mit der Kirche oder Kirchenautoritäten verbunden. SNAP ist für die Opfer eine Selbsthilfegruppe um einander zu heilen und zu helfen.

SNAP sitzt in Chicago. Bei SNAP vertreten die Opfer von sexuellem Missbrauch die Interessen der Opfer. Barbara Blaine, eine Sozialarbeiterin, ist SNAP-Gründerin und Präsidentin der Organisation.


Das Ende des Schweigens


taz.de 30.03.2010

Was wir heute als Missbrauch ansehen, war fester Teil höherer Pädagogik – unter Ausschluss der Frau. Siebzehn Gedanken zur Missbrauchsdebatte.

VON MEIKE SOPHIA BAADER

1. Die öffentliche Diskussion um den Missbrauch an Schulen und Internaten ist wichtig. Es ist gut, dass sie endlich öffentlich geführt wird, denn vieles ist bereits länger bekannt. Erste Diskussionen um die Odenwaldschule gab es bereits 1999, der betroffene ehemalige Schulleiter, Gerold Becker, hat damals alle seine Ämter niedergelegt. Allerdings kehrte er nach zwei Jahren in den Vorstand der Lietz-Schulen zurück. Die meisten jetzt öffentlich diskutierten Fälle stammen aus der Zeit bis 1985, sie liegen also 25 bis 40 Jahre zurück.

2. Interessant ist, warum diese Diskussion jetzt erst als breite Debatte öffentlich geführt wird. Das Schweigen hat Gründe, die bei den Opfern und in der Vergangenheit zu suchen sind.

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Neulich bei der Psychiatrie-Hotline


Neulich bei der Psychiatrie-Hotline:

Tuut – tuut – tuut – klick!

- Wenn Sie zwanghaft sind,
wählen Sie immer die 1.
- Wenn Sie co-abhängig sind, fragen Sie bitte jemanden,
der die 2 für Sie wählt…
- Wenn Sie multiple Persönlichkeiten haben,
wählen Sie bitte die 3, 4, 5 und 6.
- Wenn Sie unter paranoidem Wahn leiden,
dann wissen wir,
wer Sie sind und was Sie wollen.
Bleiben Sie so lange in der Leitung,
bis wir den Anruf zurückverfolgt haben.
- Wenn Sie schizophren sind,
dann hören Sie genau hin,
leise Stimmen werden Ihnen sagen,
welche Nummer Sie wählen müssen!
- Wenn Sie unter Vergesslichkeit leiden,
wählen Sie bitte die 8.
- Wenn Sie unter Vergesslichkeit leiden,
wählen Sie bitte die 8.
- Wenn Sie unter Vergesslichkeit leiden,
wählen Sie bitte die 8.
- Wenn Sie depressiv sind, wählen Sie doch
was Sie wollen.
Niemand wird Ihnen zuhören!


Um den Betroffenen ein Gesicht zu geben


Liebe(r) Betroffene(r),

ich selbst hatte in meiner Kindheit unter Gewalt in zwei Kinderheimen zu leiden.

Dieses Thema beschäftigt mich heute auch noch und die aktuellen Ereignisse bewegen mich sehr.

Deshalb arbeite ich seit einiger Zeit auf künstlerisch-fotografischer Ebene zur Dokumentation, und um den Betroffenen ein Gesicht zu geben, an einer Werkgruppe. Mit diesem Projekt möchte ich eine weitere aktive Möglichkeit der Auseinandersetzung und Beschäftigung zu erreichen.

Hierzu suche ich Betroffene sexueller oder sonstiger Gewalt in Institutionen wie Kirchen, Heimen, Vereinen, … um diesem Leid einen konkreten Ausdruck mit den Stilmitteln der künstlerischen Fotografie zu geben.

Ich mache bei Dir – oder an einem von Dir bestimmten Ort – einige Aufnahmen, die Dich aus heutiger Zeit zeigen und kombiniere diese mit Deinen (alten) Fotografien aus der Zeit der Missbrauchserfahrung.

Hierdurch will ich aufzeigen, dass die Erfahrung sexuellen Missbrauchs die Betroffenen ein Leben lang belastet. Durch die Kombination dieser Fotografien wird auch ein gewisser schützender Raum für eine etwaige Erkennung gewährleistet.

Also meldet Euch bei mir, wenn Ihr Interesse an diesem Projekt habe – am besten schreibt Ihr mir erst mal eine Mail an: juergen@redelius.de

(Absolute Diskretion ist selbstverständlich)

Ich freue mich auf die Begegnung mit Dir!

Jürgen Redelius


Kindesmissbrauch soll in Holland nicht mehr verjähren


WELT ONLINE 28.03.2010

Amsterdam (dpa) – Für Kindesmissbrauch soll es in den Niederlanden künftig keine Verjährungsfrist mehr geben. Damit könnten Täter bis ans Lebensende strafrechtlich verfolgt werden, so Justizminister Ernst Hirsch Ballin. Für das Gesetz gebe es eine klare Mehrheit im Parlament. In Deutschland könnte die Verjährungsdebatte durch die Pläne in den Niederlanden neue Impulse bekommen. In der Bundesrepublik verjährt sexueller Missbrauch zehn Jahre nach dem 18. Geburtstag der Opfer – in besonders schweren Fällen 20 Jahre danach.

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Der heutige Papst Ratzinger schützte Sexualtäter, nicht die Opfer


WELT ONLINE 25.03.2010

Von Uwe Schmitt

Die Skandale rücken näher, auch der um Priester Murphy verdichtet sich. Er missbrauchte 200 gehörlose Jungen. Trotz Beschwerden von Opfern wurde er zum Schulleiter befördert. Als der Papst noch Präfekt der Glaubenskongregation war, soll sein Büro einen Missbrauchsfall in den USA unter den Teppich gekehrt haben.

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Bagatellsierung: “dass den Kindern kein schwerer Schaden zugefügt worden sei”


FR-online.de

Landgericht Fulda

Milde Strafe für Missbrauch an Stieftöchtern

Fulda.­ Wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in 70 Fällen ist ein 29-jähriger Mann aus dem osthessischen Künzell vom Landgericht Fulda zu zwei Jahren Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft habe daraufhin Revision eingelegt, sagte Richterin Michaela Kilian-Bock am Freitag. Die Staatsanwältin hatte wegen der Vielzahl der Fälle auf drei Jahre Haft plädiert. Der Angeklagte hatte seine neun und zwölf Jahre alten Stieftöchter im Jahr 2002 über mehrere Monate sexuell missbraucht.

Ihr mildes Urteil vom Donnerstagabend begründete die Richterin mit ihrer Einschätzung, dass den Kindern kein schwerer Schaden zugefügt worden sei. Statt den Mann sofort rauszuwerfen, habe die Mutter der Kinder den Angeklagten geheiratet, obwohl sie von dem Missbrauch wusste. Das Familienleben sei ganz normal weitergegangen.

In den Augen eines Arztes und eines psychiatrischen Gutachters war der Angeklagte noch sehr unreif. Ihn habe die Beziehung zu der elf Jahre älteren, erfahrenen Frau fasziniert. Für die Frau aber sei er wie ein drittes Kind gewesen. Der Mann hatte seine erste feste Beziehung überhaupt mit der Frau. Für sie ist es bereits die dritte Ehe gewesen.

Vor Gericht hatte der Angeklagte die Taten weitgehend gestanden. Als Motiv für seine Taten nannte der Mann Rache an der Mutter der Kinder. Wird das Urteil rechtskräftig, muss er 3000 Euro an die Opfer zahlen und seine Psychotherapie fortsetzen. (dpa)

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Weisser Ring stellt Maßnahmenkatalog vor


ECHO online 26.03.2010

Forderung: Missbrauch an Kindern soll nicht mehr verjähren – Vorsitzender spricht von ,,Mord an Kinderseelen

Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch fordert der Landesvorsitzende des Weissen Ringes, Horst Cerny, hier bei einer Pressekonferenz vor drei Wochen in der Odenwaldschule. Foto: Hans Dieter Erlenbach
In einer Veranstaltung mit Ministerpräsident Roland Koch stellte der Landesvorsitzende der Opferschutzorganisation ,,Weisser Ring”, Horst Cerny, einen Maßnahmenkatalog gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Er betonte, zwar werde derzeit viel von Missbrauch an Institutionen geredet, rund achtzig Prozent der Fälle würden sich aber in der Familie oder im familiären Umfeld abspielen.

Das wahre Ausmaß von sexuellem Missbrauch in verschiedenen Einrichtungen werde sich wohl erst in den kommenden Monaten zeigen. Bisher sei nur die Spitze des Eisbergs bekannt. Alle gesellschaftlich relevanten Institutionen seien jetzt aufgefordert, die Aufdeckung der Wahrheit zu forcieren, aber auch konkrete Maßnahmen umzusetzen, um sexuellen Missbrauch zu bekämpfen und zu verhindern.

So fordert der Weisse Ring eine besser Bewerberanalyse bei der Personalauswahl, vor allem wenn sich jemand auf eine Stelle bewirbt, auf der er mit Kindern und Jugendlichen umgeht.

Durch Schulungs- und Strukturmaßnahmen soll eine täterfeindliche Atmosphäre geschaffen werden.Sollte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen jemanden ermitteln, müsse dies umgehend an den Arbeitgeber gemeldet werden.

Das sei umso wichtiger, als viele Verfahren aus Beweisnot eingestellt würden. Der Arbeitgeber müsse aber die Möglichkeit haben, einen Beschuldigten so einzusetzen, dass er nicht mehr mit Kindern in Berührung komme.

Bei Kindern, die Opfer sexuellen Missbrauchs seien und sich offenbarten, müsse unbedingt das Jugendamt eingeschaltet werden. Unabhängige Ombudspersonen außerhalb von Einrichtungen sollten als Ansprechpartner für Betroffene zur Verfügung stehen.

Institutionen, die vorgeschriebene Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch nicht umsetzen, sollten sanktioniert werden.

Durch ein besonderes Kursangebot sollten Eltern gestärkt werden, ihre Kinder besser zu schützen.

In Ausbildungsordnungen für Kinderärzte, Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen müsse sexueller Missbrauch als Pflichtlehrstoff aufgenommen werden.

Der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch müsse als bindende Verpflichtung des Staates in das hessische Schulgesetz aufgenommen werden. Weiter fordert der Weisse Ring, die Verantwortungsgemeinschaft von Jugendämtern und Familiengerichten zu stärken.

Im Mittelpunkt steht jedoch die Forderung, die strafrechtliche Verfolgungsverjährung komplett aufzuheben und die zivilrechtlichen Verjährungsfristen auf 30 Jahre zu verlängern.

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Initiative fordert unabhängiges Amt für Opferschutz


Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V., gemeinnützig anerkannt und bundesweit aktiv!

Poststr. 18, D-56427 Siershahn * Tel./Fax: 02623 / 6839 oder 0171 / 186 922 0
E-Mail: info@initiative-gegen-gewalt.de * www.initiative-gegen-gewalt.de

Medieninfo

Initiative fordert unabhängiges Amt für Opferschutz,
Aufklärung und Prävention
„Runder Tisch“ und Opferentschädigungsgesetz (OEG) reichen nicht aus

Die Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V. will eine inhaltliche Diskussion zur Thematik Kindesmissbrauch und Opferschutz anregen und fordert die Politik zudem auf, endlich eine Opferschutzbehörde einzurichten, damit der Staat auch selbst eine angemessene Verantwortung in Bezug auf den Opferschutz übernimmt. Es ist nicht damit getan, dass es ein Opferentschädigungsgesetz (OEG) gibt und sich nun, anlässlich der aktuellen Debatte, drei Ministerien zu einem „Runden Tisch“ zusammenschließen. Dies zeigt vielmehr, dass einiges im Argen liegt und es vielleicht sogar sinnvoll erscheint, ein eigenes Ministerium für Opferschutz einzurichten. Es ist armselig für einen Staat, wenn dieser das Kümmern um Opfer praktisch dem Zufall bzw. privaten Initiativen und Organisationen überlässt. Weder die Jugendämter noch die Justiz verspüren einen Auftrag, intensiv Opferschutz, Aufklärung und Prävention zu betreiben. Dabei ist es für Betroffene zunächst sehr wichtig, menschliche und professionelle Unterstützung zu bekommen, aufgefangen zu werden, ohne den Druck zu verspüren, umgehend Strafanzeige erstatten zu müssen. Hilfe und Aufklärung der Geschehnisse müssten zunächst im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen. Blinder Aktionismus und die Gefahr, dass unüberlegt und vorschnell Sachverhalte angezeigt werden, die nicht justiziabel erscheinen, hilft den Opfern nicht wirklich weiter. Wir benötigen professionelle, erfahrene und engagierte Helfer für Betroffene auf allen Ebenen, die gut miteinander vernetzt sind und sich umfassend auskennen.

Tatsache ist, dass für die Strafjustiz ein Opfer nur Mittel zu Zweck ist. Das heißt, dass das Opfer lediglich dazu dient festzustellen, ob ein Beschuldigter eine Straftat verübt hat und deswegen zu verurteilen, zu bestrafen ist. Dazu kommt, dass Opfer in Strafverfahren häufig immer noch zu unsensibel und ungleich behandelt werden. Zum Beispiel ist ein Opfer zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet und wird sogar, wenn es strafmündig ist, bei einer Falschaussage mit Strafe bedroht. Dagegen steht es dem Beschuldigten frei, sich zum Tatvorwurf zu äußern. Falls er sich dennoch zu einer Aussage entschließt, ist er nicht zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet, darf sogar ungestraft lügen. An diesem Beispiel sieht man, wie es um den Opferschutz in Strafverfahren bestellt ist. Eine gründliche Reform des Strafrechts ist dringend erforderlich.

Was das Jugendamt angeht, so ist dieses Amt noch nicht einmal verpflichtet, bei Verdacht von Kindeswohlgefährdung, zum Beispiel Misshandlung oder sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Strafanzeige zu erstatten. Insofern erübrigen sich einseitige Schuldzuweisungen an Kirchen oder andere Einrichtungen der Jugendhilfe. Vertuschung ist aus Erfahrungen der Initiative gegen Gewalt … e.V. leider immer noch ein weit verbreitetes Thema und macht auch vor staatlichen Einrichtungen und Behörden, wie zum Beispiel Schulen, und sogar vor der Justiz nicht halt.

In der Vision der Initiative müssten bundesweit unabhängige Beraterteams eingerichtet werden, die sich aus Juristen/Juristinnen, Psychologen/Psychologinnen, Sozialarbeitern/Sozialarbeiterinnen und eventuell noch anderen Fachleuten zusammensetzen. Diese sollten den Auftrag erhalten, Opfer unabhängig von der Justiz und anderen Behörden zu unterstützen, sie zu begleiten und Verdachtsmomente aufzuklären.

Auch Forschung und Wissenschaft müssten noch stärker als bisher gefordert und mit eingebunden werden.

Der Sicherheit unserer Kinder muss absolute Priorität eingeräumt werden. Klare Ansagen sind erforderlich und keine Endlosdebatten.

Siershahn, den 26.3.2010

Johannes Heibel, Dipl.-Sozialpädagoge (FH)
Vorsitzender


Demo der ehemaligen Heimkinder in Berlin am 15. April 2010


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Mit Samthandschuhen gegen die Trutzburg


stern.de 25.03.2010

Unabhängige Aufklärung? Von wegen. Die Besetzung des Runden Tischs der Bundesregierung ist zwar hochkarätig, sendet aber eine klare Botschaft an die katholische Kirche: Fürchtet euch nicht! Ein Kommentar von Hans Peter Schütz

Der symbolische Name ist kennzeichnend – und verräterisch. Als Reaktion auf die zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen an Schulen und in Kirchen hat die Bundesregierung einen “Runden Tisch” beschlossen. Er soll die Misere aufarbeiten, soll weitere Skandale in Zukunft vermeiden. Gleich drei Bundesministerinnen sitzen in der Runde. Kein Mann! Was bemerkenswert ist, geht der Missbrauch doch fast ausschließlich vom männlichen Geschlecht aus.

Vorsitzende ist CDU-Familienministerin Kristina Schröder, assistiert von FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und CDU-Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Zuarbeit liefern zwei Arbeitsgruppen, die eine kümmert sich um bessere Vorbeugung, die zweite um die juristische Aufarbeitung. Hinzu kommt eine Missbrauchsbeauftragte in Person der ehemaligen SPD-Familienministerin Christine Bergmann. Eine in der Tat verdienstvolle SPD-Ostfrau, die vielfach durch bemerkenswerte familienpolitische Initiativen und im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder, ihre sexuelle Ausbeutung und Kinderpornografie im Kabinett Schröder geglänzt hatte, aber heute immerhin schon 70 Jahre alt ist.

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Benedikt und der Missbrauchskandal – Herr, vergib ihm seine Geduld


SPIEGEL ONLINE 25.03.2010

Ein Kommentar von Peter Wensierski

Der Papst gerät wegen des Umgangs mit Missbrauchfällen weiter ins Zwielicht: Die im Jahr 1996 von ihm geführte Glaubenskongregation hat damals auf Strafen gegen einen pädophilen Priester verzichtet. Benedikts Autorität als Kirchenführer schwindet – warum ist er eigentlich noch im Amt?

Derzeit schwindet sie nahezu täglich, mit jeder neuen Erkenntnis über seine eigene Rolle, die den Umgang seiner Kirche mit sexuellem Missbrauch geprägt hat. So einfach aber tritt ein Papst nicht zurück. Er ist kein Vorstandschef eines Konzerns, kein Parteivorsitzender – er ist der direkte Nachfolger des Apostel Petrus.

Immerhin, das Kirchenrecht macht es prinzipiell möglich: Kanon 332, Absatz 2 regelt den Rücktritt des Papstes. Danach kann ein Papst, wann immer er will, ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten, zurücktreten. Ebenso bei geistiger Umnachtung, falls der Pontifex vorher daran gedacht hat, ein Demissionsschreiben zu hinterlegen. In der langen Geschichte der Kirche kamen Rücktritte allerdings äußerst selten vor, zuletzt vor 700 Jahren, bei Papst Cölestin V.

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Gesetzgeberischer Handlungsauftrag schon jetzt gegeben


Zur Einberufung des Runden Tisches und Vorstellung der Missbrauchsbeauftragten Frau Bundesministerin a.D. Bergmann: Gesetzgeberischer Handlungsauftrag schon jetzt gegeben

Deutsche Kinderhilfe e.V.
(Verbandspresse, 25.03.2010 09:34)

(Berlin) – Die Deutsche Kinderhilfe begrüßt die Einberufung eines Runden Tisches sowie die Einsetzung von Frau Bundesministerin a.D. Bergmann als Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Gerade gegenüber den Opfern von Sexualstraftätern ist dies ein wichtiges Signal. Jede Form der öffentlichen Debatte, die Schaffung eines Ansprechpartners und die Aufarbeitung insbesondere in der Vergangenheit liegender Missbrauchsfälle sind wichtige Schritte nach vorne.

Unabhängig von der Einberufung eines Runden Tisches liegen die Defizite im Umgang mit Sexualstraftaten auf der Hand und gesetzgeberisches Handeln ist bereits jetzt geboten. Kinder, die sexualisierte Gewalt erfahren mussten, sind aktuell Opfer zweiter Klasse:

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Antrag “Verjährungsfristen bei sex. Missbrauch” des Abgeordneten Jan Timke (Bürger in Wut).


Der Antrag wurde mit der Stimmenmehrheit der Regierungskoalition abgelehnt.


Frankfurter Rundschau – Abstimmen Verjährung bei sexuellem Missbrauch


Sollte die Verjährung für sexuellen Missbrauch an Kindern aufgehoben werden?

Abstimmen: Verjährung bei sexuellem Missbrauch?


Spenden-Abzocke: Big Blender warten auf Spender


stern.de 19.03.2010

Rund 4,5 Milliarden Euro sammeln deutsche Wohltätigkeitsorganisationen jährlich ein. Das meiste Geld kommt bei den Hilfsbedürftigen an. Ein Teil aber versickert in dunklen Kanälen, weil sich einige Spendensammler skrupellos bereichern – und der Staat fast immer wegschaut. Von Jens Brambusch

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‘Die kleinen Freuden des Daniel Cohn-Bendit’


www.pi-news.net

Der deutsch-französische Europagrüne 68-er Daniel Cohn-Bendit (Foto) hat viel Freude am Naturbelassenen, besonders an kleinen Mädchen. Dass er zu ihnen etwas unnatürliche Nähe verspürt, ist schon länger bekannt, was er in nachfolgendem Fundstück vom 23. April 1982 auch offen zugibt. Nur ein kleines Beispiel dafür, welche “Vorbilder der Gesellschaft” Europa regieren und wohl auch in Zukunft regieren werden.

Aus der Diskussion von 1982 nur ein paar wenige Aussagen:

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Sexuellen Missbrauch auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe bekämpfen


kobint-nachrichten 15.03.2010

Berlin (kobinet) Nicht nur Klöster und Internate, sondern auch die Einrichtungen der Behindertenhilfe müssen sich verstärkt dem Thema “sexueller Missbrauch” stellen, verlangt die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). ”Wir fordern alle Institutionen der Behindertenhilfe auf, die Tradition des Wegschauens und Vertuschens zu beenden und stattdessen sexuellen Missbrauch in ihren Einrichtungen ohne Tabus aufzudecken und zu bekämpfen”, sagte Geschäftsführerin Sigrid Arnade heute gegenüber kobinet.

Es sei hinlänglich bekannt, dass behinderte Menschen noch häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden als nicht behinderte Frauen und Männer: In einer Entschließung des Europäischen Parlaments vom April 2007 heißt es laut Arnade, dass das Risiko von Frauen mit Behinderungen, Opfer sexueller Gewalt zu werden, dreimal so hoch ist wie von Frauen ohne Behinderungen. Strukturelle Bedingungen in Institutionen begünstigen oftmals die Gewalt. So berichteten zwei österreichische Studien zur sexuellen Gewalt in Einrichtungen, dass 64 Prozent der befragten Frauen mit Behinderungen und 50 Prozent der befragten Männer mit Behinderungen bereits sexuelle Gewalt erlebt haben. Deshalb seien auch behinderte Menschen über ihre Organisationen in die geplanten runden Tische zu diesem Themenkomplex einzubeziehen.

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Adolf Muschg: Nähe ist ein Lebensmittel, kein Missbrauch


DER TAGESSPIEGEL 15.03.2010

Die Reformpädagogik hat keine Doppelmoral zu rechtfertigen – ganz anders als der Klerus. Der Schriftsteller Adolf Muschg über den Leiter der Odenwaldschule und die Missbrauchsdebatte in Deutschland.

Angesichts der Kampagne gegen Gerold Becker, den Leiter der Odenwaldschule von 1971 bis 1995, kommt mir die Bemerkung eines chinesischen Freundes in den Sinn: er begreife nicht mehr, wie die Kulturrevolution – an der er mitgewirkt hatte – menschenmöglich war. In den 60er Jahren gab es in Deutschland viele, welche diese Frage in Bezug auf das Dritte Reich stellten, und eine Pädagogik, die sie nicht nur mit moralischer Selbstzensur, sondern mit einer freien Praxis der Erziehung zu beantworten suchten. Auch die Odenwaldschule, damals schon 50 Jahre alt, wurde unter der Leitung Gerold Beckers Teil dieser praktischen Reform. Damals brauchte er seine Neigungen, die jetzt am Pranger stehen, nicht zu verleugnen. Die Grundlegung des „pädagogischen Eros“ findet sich in den Schriften Platons, die vom Körperlichen der Lehrer-Schüler-Beziehung durchaus nicht absehen.

War Sokrates ein Päderast? Eine solche Frage ist wie ein roher Griff, der jeden delikaten Stoff unkenntlich macht. Jedenfalls war Sokrates’ Eros der „Missbrauch“ nicht, für den er den Schierlingsbecher trinken musste. In den Augen der Politik verführte er junge Menschen zu gottlosen Fragen – und eröffnete damit einen zweitausendjährigen Diskurs der Aufklärung, der mit allem, was am Eros peinlicher Erdenrest bleibt, nicht aufgeräumt hat, und es, wenn er klug war, auch gar nicht versuchte. Das hat seine Gründe, die nicht im Missbrauch eines Einzelnen liegen, sondern im zwangsläufig Normwidrigen, das mit Sexualität verbunden ist. Erotik ist immer Grenzüberschreitung – es ist nur die Frage, ob sie uns willkommen ist oder nicht.

Dass die Reformpädagogik sie nicht tabuisierte, hat man ihr lange als Leistung gutgeschrieben. Sie hat versucht – ganz anders als die klerikalen Fälle von Missbrauch – keine doppelte Moral zu rechtfertigen, weil sie diese als Hindernis zu einer offenen Gesellschaft betrachtet, die mit ungelösten Fragen umgehen kann. Der Eros ist eine, die Menschen nicht theoretisch, sondern immer leibhaft begegnet, und restlos lässt er sich nicht zum „pädagogischen Eros“ sublimieren. Das gilt wahrlich nicht nur für Beckers Odenwaldschule, aber da er zu den Pädagogen gehört, die das Thema nicht verleugnet haben, ist er zum Boten geworden, den man heute für seine Botschaft hinrichtet, nachdem sie jahrzehntelang als befreiend gefeiert wurde. Das ist, angesichts der Realitäten, eine monumentale Heuchelei. Jugendschutz ist so etwas wie das Kerngeschäft der Korrektheit geworden in einer Gesellschaft, die darüber erschrocken ist, dass sie Sex ohne Grenzen zur Vermarktung freigegeben hat. Inzwischen werden überall wieder moralische Barrikaden aufgerichtet, auf die sich in sittenrichterlicher Heiligkeit steigen lässt. Leider haben sie mit der Sache, um die es geht, etwa so viel zu tun, wie die kolonialen Grenzen mit denjenigen indigener Kulturen oder mit dem Verlauf realer Topografie.

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Solidaritäts-Mahnwachen für Missbrauchs-Opfer in 30 US-Städten – SNAP


Mit Plakaten, Fotos aus ihrer Kinderzeit und Kerzen standen viele Mitglieder des amerikanische Netzwerk der Opfer von Missbrauch durch Priester (SNAP) am Wochenende 13./14. März vor Kirchen sowie dem deutschen Konsulat in Chicago und der deutschen Botschaft in Washington DC.

Die Opfer-Organisation macht damit darauf aufmerksam, dass in europäischen Ländern wie Deutschland gerade Hunderte von Missbrauchs-Opfern ihr Schweigen brechen. Die amerikanischen Opfer zeigen bei diesen Mahnwachen ihre Solidarität mit den Opfern in Deutschland und möchte diese unterstützen: “Das ist eine globale Krise, die eine säkulare Lösung fordert“, so SNAP-Präsidentin Barbara Blaine.  Vor dem deutschen Konsulat in Chicago forderte sie von der Bundesregierung eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle. „Unser Ziel ist eine Reform der archaischen, willkürlichen, Verbrecher-freundlichen Gesetze, welche die Pädophilen und ihre Vorgesetzten, die sie beschäftigen, verstecken und transferieren, schützen.“

Die Solidaritäts-Mahnwache wollen die Organisatoren verstanden wissen, als Zeichen der Trauer für die Schmerzen der Opfer in Deutschland, Österreich und anderen Ländern, als Ermutigung für die große Zahl von Opfer, die sich nun endlich trauen zu sprechen. Gleichzeitig fordert SNAP alle die sexualisierte Gewalt und Missbrauch durch Priester, Ordensleute oder Kirchenmitarbeiter sahen, vermuten oder erlitten auf dies bei der Polizei (nicht bei den Bischöfen) anzuzeigen.

SNAP ist die größte und aktivste Unterstützungsgruppe von Menschen, die von religiösen Autoritätsfiguren (Priestern, Bischöfen, Diakonen, Nonnen und anderen) verletzt und missbraucht wurden. SNAP ist unabhängig und ist nicht mit der Kirche oder Kirchenautoritäten verbunden. SNAP ist für die Opfer eine Selbsthilfegruppe um einander zu heilen und zu helfen.

SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests) ist das Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester.
www.snapnetwork.org


Promis berichten von sexuellen Übergriffen in der Schulzeit


KLEINE ZEITUNG 14.03.2010

Im Zuge der Aufdeckung sexuellen Missbrauchs an deutschen Schulen berichten nun auch zunehmend Prominente von Übergriffen während ihrer Internatszeit. Auch Bodo Kirchhoff wurde in der Schulzeit missbraucht.
Nach der Schriftstellerin und ehemaligen Schülerin der Odenwaldschule, Amelie Fried, beschreibt nun auch der Schriftsteller Bodo Kirchhoff im “Spiegel” Missbrauch durch einen Lehrer in einem Internat.

Kirchhoff beschreibt, wie er als Zwölfjähriger 1960 im evangelischen Internat Gaienhofen am Bodensee von einem Lehrer wiederholt missbraucht wurde. Der Heimleiter und Religionslehrer, sei “ein großartiger Kantor und verdammter Päderast” gewesen, schreibt der 61-Jährige. Der Mann habe ihn “unter immer neuen Vorwänden auf sein Zimmer” geholt und missbraucht.

Über Jahre habe er versucht, den Missbrauch in Worte zu fassen, schreibt Kirchhoff: “Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden.” Trotz der sexuellen Liberalisierung der nachfolgenden Jahrzehnte sei ihm dies bis heute nicht wirklich gelungen. “Der ganze Sex-Sprachmüll hat die Sprachnot der Betroffenen nicht gelindert, im Gegenteil: Für die schlichte Wahrheit gab es jetzt gar keine Worte mehr.” Der Lehrer dagegen sei “mit Billigung der evangelischen Landeskirche davongekommen”.

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Missbrauch: Der Papst als Mitwisser


provil online 14.03.2010

Warum den Papst Mitverantwortung trifft

Der Skandal um sexuellen ­Missbrauch durch katholische Geistliche ­erreicht den Papst: warum Benedikt XVI. persönliche Mitverantwortung an der ­versuchten Vertuschung von Vergewaltigung, Nötigung und Belästigung trifft.

Von Martin Staudinger

Doch, Joseph Alois Ratzinger, der Mann mit der sanften Stimme, dem leicht entrückten Blick und der sparsamen Gestik, kann auch anders. Er kann abweisend sein, herrisch und unhöflich. Er kann sogar zuschlagen. Brian Ross erlebte es am eigenen Leib, als er Ratzinger eine unbotmäßige Frage stellen wollte. Der Reporter des amerikanischen TV-Senders ABC hatte den Kleriker in Rom abgepasst und auf ein sensibles Thema angesprochen: den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester und Ordensleute in den USA.

„I’m not so informed to speak in this moment“, murmelte Ratzinger zunächst sichtlich verblüfft, fasste sich dann aber und wurde zusehends grantig – um dem Journalisten schließlich erbost mit der flachen Hand auf die Finger zu hauen. Das geschah im Jahr 2002, als Ratzinger noch Kardinal und Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation war. Heute würde Ross auf offener Straße keine zehn Meter mehr an Ratzinger herankommen. Letzterer ist inzwischen Papst, nennt sich Benedikt XVI. und gewährt Interviews nur handverlesenen Vatikan-Berichterstattern. Allerdings: Um das Thema Kindesmissbrauch kommt Benedikt XVI. noch weniger herum als Joseph Kardinal Ratzinger vor acht Jahren.

Konnte die Kirche den Mitte der neunziger Jahre von profil enthüllten Fall Groer (siehe Gastkommentar von Josef Votzi auf Seite 26) noch als bedauerlichen Einzelfall abtun, muss sie nun eingestehen, dass sexuelle Übergriffe durch Geistliche ein massenhaft auftretendes Phänomen sind.
Allein seit Jahresbeginn sind in Europa hunderte neue Verdachtsfälle bekannt geworden, in denen sich Kleriker an Minderjährigen vergangen haben sollen. In den Niederlanden meldeten sich binnen ­weniger Tage rund 200 mutmaßliche Opfer, in Deutschland mehr als 150, in Österreich ist die Rede von mindestens 30.

Die Vorwürfe, die hierzulande zuletzt sehr konkret im Ö1-„Morgenjournal“, dem „Falter“ und den „Oberösterreichischen Nachrichten“ erhoben wurden, betreffen alle denkbaren Bereiche des kirchlichen Lebens: Pfarren, Klöster, Heime, Internate und Schulen. Ehemalige Zöglinge berichten ­dabei sowohl von sexueller als auch von körperlicher Gewaltanwendung. Vergangene Woche musste sogar Georg Ratzinger, ­Bruder des Papstes und selbst Kleriker, zugeben, als Leiter der „Regensburger Domspatzen“ Schüler geschlagen zu haben.

Im Nervenzentrum. Nicht nur in Europa scheint nun der Damm gebrochen zu sein. In den USA musste die katholische Kirche inzwischen mehr als 10.000 Missbrauchsopfer entschädigen. Und in Lateinamerika ist der Vatikan mit einem geradezu monströsen Fall konfrontiert, der in das direkte Umfeld von Papst Benedikt XVI. weist – jenem von Marcial Maciel Degollado, Gründer der Kongregation der Legionäre Christi, des wichtigsten Laienordens der Region. Obwohl es ein offenes Geheimnis war, dass „Père“ Maciel dutzende Kinder geschändet hatte, musste er sich niemals einem Verfahren stellen. Das wurde unter anderem mithilfe von Benedikt XVI. verhindert.

Nicht nur in diesem Fall trifft den Papst Mitverantwortung für die unterbliebene Aufklärung und Ahndung von Missbrauchsfällen durch Kleriker. Unzählige weitere Vergewaltigungen und Übergriffe wurden im Geheimen von jener vatikanischen Behörde abgehandelt, der Joseph Kardinal Ratzinger in den Jahren 1981 bis 2005 als Präfekt vorstand – also fast ein Vierteljahrhundert lang: der Kongregation für die Glaubenslehre im Palazzo del Sant’Uffizio, die sich hinter den Kolonnaden des Petersplatzes versteckt.

Hervorgegangen aus der Inquisitionsbehörde, ist sie so etwas wie das Nervenzentrum der Kirche. Sie besteht aus drei Sektionen, die sich mit Doktrin-, Ehe- und Disziplinarfragen beschäftigen. Hier laufen alle sensiblen Informationen aus den 2131 katholischen Diözesen in aller Welt zusammen. Man darf etwa annehmen, dass Joseph Ratzinger im Palazzo del Sant’Uffizio als ­einer der Ersten von den Vorwürfen in Kenntnis gesetzt wurde, die 1995 gegen den Wiener Kardinal Hans-Hermann Groer auftauchten.

Es ist nicht bekannt, ob Ratzinger damals schon ahnte, was mit den Aussagen des früheren Groer-Zöglings Josef Hartmann in Gang kommen sollte. Noch glaubte der Vatikan offenbar, die leidige Debatte über Kindesmissbrauch durch Kleriker mit ein wenig Mauern und Täuschen rasch aus der Welt schaffen zu können. Das schien auch zu gelingen: Die Zahl der Opfer, die sich infolge der Affäre Groer an die Öffentlichkeit wagten, blieb vorerst gering. Das Tabu war zwar gebrochen, das Ausmaß der Übergriffe aber noch längst nicht abzusehen.

Sechs Jahre später unterzeichnete Joseph Kardinal Ratzinger im Palazzo del Sant’Uffizio ein Papier, das sich nunmehr liest wie ein Leitfaden zur Vertuschung von Missbrauchsfällen – auch wenn die Kirche das Gegenteil behauptet. Es trägt den lateinischen Titel „De delictis gravioribus“ („Über schwere Verbrechen“) und wurde vom damaligen Papst Johannes Paul II. approbiert. Darin wird der Umgang der Kirche mit Straftaten gegen die „Heiligkeit des hochheiligen eucharistischen Opfers und Sakramente“, gegen die „Heiligkeit des Bußsakramentes“ und gegen die „Sittlichkeit“ geregelt.

Das Dokument legt eines nahe: Dass Joseph Kardinal Ratzinger als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre „not so informed“ über Missbrauchsvorwürfe war, wie er es 2002 barsch behauptete, ist wenig glaubwürdig. „De delictis gravioribus“ fordert nämlich Folgendes: „Wenn ein Bischof oder Hierarch auch nur vage Kenntnis von einer derartigen Straftat hat, muss er sie nach abgeschlossener Voruntersuchung an die Glaubenskongregation weitermelden.

“

Diese entscheidet anschließend über das weitere Vorgehen. Ordnet sie einen Gerichtsprozess nach dem Kirchenrecht an, dann läuft dieser jedenfalls ähnlich ab wie die Militärtribunale von Guantanamo: ohne einen einzigen unabhängigen Beteiligten. „An den bei den Bischöfen eingerichteten Gerichtshöfen dürfen für diese Strafverfahren nur Priester die Ämter des Richters, des Kirchenanwalts, des Notars und des Strafverteidigers gültig wahrnehmen“, ordnet das Papier unmissverständlich an. Und weiter: „Prozesse dieser Art unterliegen der päpstlichen Geheimhaltung.

“

Wie viele derartige Meldungen bei der Kongregation und damit bei Ratzinger eingegangen sind, zu welchen Verfahren sie geführt haben und welche Konsequenzen sie hatten: Darüber schweigt der Vatikan.
Vertuschung? Da sei Papst-Sprecher Frederico Lombardi vor: „Wer ,De delictis gravioribus‘ kennt und versteht, worum es sich dreht, weiß, dass es ein entschiedenes Signal war, um den Bischöfen die Schwere des Problems ins Bewusstsein zu rufen und konkrete Impulse zu Leitlinien für den Umgang damit zu geben.

“

Alles halb so wild, versichert auch Matthias Knopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz: „Die kirchliche Unterstützung der staatlichen Strafverfolgungsbehörden bleibt davon unberührt.“ Dass kirchliche Behörden von sich aus Anzeige bei den Behörden erstatten, ist bislang noch nie vorgekommen. „Das ist in unserer Rechtsordnung nicht vorgesehen“, sagt Erich Leitenberger, Sprecher der Österreichischen Bischofskonferenz. „Das können nur Mitarbeiter der Kirche als Privatpersonen tun.“ Er wolle auch nicht ausschließen, dass das auch schon geschehen sei.

Selbstanzeige. In der Regel bleibt es aber beim Appell, sich zu stellen. „Wir empfehlen ganz konsequent, dass man sich selbst anzeigen soll“, erklärte Maximilian Fürnsinn, Vorsitzender der Superiorenkonferenz und Propst von Stift Herzogenburg, vergangenen Mittwoch in der „ZiB 2“. Die Institution mit dem höchsten moralischen Anspruch an Gläubige stellt es ihren Mitarbeitern mehr oder minder frei, Verantwortung für Verbrechen zu übernehmen oder nicht.

Auch sonst hatten die klerikalen Täter bislang keine besonders schwer wiegenden Konsequenzen zu befürchten. Sie wurden stillschweigend versetzt, nur besonders schwere Fälle mussten aus dem Priester- und Ordensdienst ausscheiden. Opfer bekamen in manchen Fällen finanzielle Angebote dafür, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen – man kann darin „Schmerzensgeld“ sehen, wie es die Kirche tut. „Schweigegeld“ trifft es aber wohl doch besser.

Und wenn ein Täter seine Verbrechen gegenüber einem anderen Geistlichen bei der Beichte gesteht, passiert überhaupt nichts: Das Beichtgeheimnis steht für den Klerus über jeglichem Strafverfolgungsinteresse, selbst jenem des Kirchenrechts. Im toten Winkel zwischen von ganz oben angeordneter Diskretion, staatlicher und religiöser Jurisdiktion und dem Sakrament der Beichte konnten es sich Sextäter in der Vergangenheit kommod einrichten – nicht zuletzt auch dank „De delictis gravioribus“.

Mehr noch: Sie konnten mit geradezu teuflischer Perfidie Macht über ihre Opfer ausüben. Wie zum Beispiel über jenen Zwölfjährigen, der in den sechziger Jahren in Salzburg von zwei Patres missbraucht wurde. Als er sich einem anderen Geistlichen anvertrauen wollte, vergewaltigte ihn auch noch dieser. Und anschließend musste er seine eigene Schändung einem der Peiniger als Sünde beichten.

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Grüne fordern unabhängige Untersuchungskommission zu Missbrauch


REUTERS DEUTSCHLAND 13.03.2010

Die Grünen fordern eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Missbrauchsfälle und haben Sanktionen gegen die katholische Kirche ins Gespräch gebracht.

Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der “Bild am Sonntag”, die Bundesregierung dürfe die Aufklärung nicht allein der Kirche oder anderen Institutionen überlassen. Stattdessen müsse sie nach dem Vorbild Irlands eine nationale unabhängige Kommission einsetzen und mit den nötigen Geldern ausstatten.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast verlangte, der Staat müsse die Kirche politisch zwingen, überall aufzuklären. Sie erwarte von der katholischen Kirche, dass sie sich “am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht und am Ende Vorbild ist”, sagte sie der “Leipziger Volkszeitung” vom Samstag. Sollte dies nicht der Fall sein, müsse über Sanktionen nachgedacht werden. Die Verweigerung bei der Abführung der Kirchensteuer komme aus verfassungsrechtlichen Gründen zwar nicht infrage. Sie denke vielmehr an die staatlichen Hilfsgelder für kirchliche Schulen.

Quelle:

http://de.reuters.com


Psychiater: An Missbrauchsdiskussion dran bleiben


ZEIT ONLINE 13.03.2010

Darmstadt/Aachen (dpa) – Die Diskussion über sexuellen Missbrauch darf nach Ansicht des Aachener Psychiatrie-Professors Frank Schneider nicht nachlassen.

«Missbrauch muss in der Gesellschaft grundsätzlich zum Thema gemacht werden», forderte Schneider als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (Berlin) in einem dpa-Expertengespräch. Dies sei für die Vorbeugung wichtig. Schneider ist auch Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik Aachen.

Missbrauch werde nicht durch eine Konfession oder ein Schulkonzept begünstigt. «Ausschlaggebend sind geschlossene Einheiten, wenn der Kontakt zur Außenwelt fehlt», sagte der 52-Jährige. So sei es nicht überraschend, dass neben Einrichtungen der katholischen Kirche mit der Odenwaldschule in Südhessen auch ein Internat mit freiheitlichem Denken in den Schlagzeilen sei. Dort hatten sich zuletzt über 30 Betroffene gemeldet und über Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe berichtet. «Dass es bei den Katholiken angefangen hat, ist Zufall. Missbrauch wird durch Abhängigkeit gefördert.»

«Kinder und Jugendliche brauchen Informationen. Sie müssen wissen, wie und woher sie Hilfe bekommen können», umschrieb der Psychiater einen offenen Umgang mit dem Thema. Dann würden auch Betroffene darin bestärkt, sich zu melden. Eine offene Diskussion über Missbrauch sei auch für eine Therapie wichtig. «Entscheidend ist, dass das Opfer von sich aus sagt, was passiert ist.» Betroffene schämten sich, meinten, sie seien selbst schuld. «Ein Opfer hat dann wenig Neigung, nach außen zu gehen», beschrieb Schneider.

Bleibe Missbrauch als Thema aktuell, bremse dies auch mögliche Täter. «Dann wissen sie, dass sie unter Beobachtung stehen», sagte Schneider. «Das wirkt wie eine Radarfalle.»

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Suche nach weiteren Opfern – in einer Kleinstadt im Schwarzwal


Ich war in den Siebziger Jahren Missbrauchsopfer eines evangelischen Pfarrers.

Wer noch?

Ich habe ihn bei der badischen Landeskirche angezeigt. Nachdem er die Verbrechen geleugnet hat, ließ mich die Kirche eiskalt abblitzen.

Vielleicht kann das Verfahren wieder aufgenommen werden, wenn sich noch mehrere Opfer melden.

Danke für eure Mithilfe


Soll die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch fallen?


Die Presse.com 10.03.2010

Eine Serie von Missbrauchsfällen erschüttert die heimische Kirche. Die meisten der Fälle sind bereits verjährt. Derzeit gilt bei schwerem Missbrauch eine Frist bis zum 38. Lebensjahr des Opfers. Soll die Verjährungfrist für sexuellen Missbrauch fallen?

Hier klicken und abstimmen


Irische Sängerin und Missbrauchsopfer: „Christus würde den Vatikan niederbrennen“


Sinead O’Connor: “Christus würde den Vatikan niederbrennen”

Die irische Sängerin Sinéad O’Connor, die sich selten ein Blatt vor den Mund nimmt und selbst Missbrauchsopfer ist, geißelte den Kirchenspendenaufruf für Missbrauchsopfer.

Als “böse” hat die irische Sängerin Sinead O’Connor den Spendenaufruf eines irischen Bischofs bezeichnet, der die Gläubigen für die Entschädigung von Missbrauchsopfern zur Kasse bitten will. In einem Brief an mehrere irische Zeitungen nannte der Popstar die Initiative einen “unglaublichen und dummen” Versuch, “gute Katholiken” zu manipulieren. “Wenn Christus hier wäre, würde er den Vatikan niederbrennen und ich würde ihm dabei helfen”, schrieb O’Connor.

Bischof Denis Brennan aus Ferns im Südosten des Landes hatte im Zusammenhang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Klerus geschrieben, es werde jede Hilfe benötigt. Die Entschädigungen für die 48 Missbrauchsopfer in Ferns hätten bisher 10,2 Millionen Euro gekostet. Zudem seien 13 weitere Verfahren im Gang. Die Diözese Ferns war die erste in Irland, in der die Justiz gegen Priester wegen Missbrauchs großangelegte Ermittlungen einleitete.

Vor allem in der Erzdiözese Dublin soll die Kirche über Jahrzehnte hinweg Vergewaltigungen und Misshandlungen von Hunderten Kindern durch Geistliche verschwiegen und vertuscht haben, wie ein im November veröffentlichter Untersuchungsbericht zutage brachte. Ein irischer Priester hatte gestanden, mehr als einhundert Kinder sexuell missbraucht zu haben, ein weiterer räumte regelmäßigen Missbrauch Minderjähriger über einen Zeitraum von 25 Jahren ein.

[ Die deutschen Medien scheinen nicht gerne DARÜBER berichten zu wollen ! ]

Quellen:

@ http://www.vol.at ( Österreichische Internet-Plattform: mit vielen schon vorhandenen Leserkommentaren zu diesem Nachrichtenbericht )

@ http://www.kleinezeitung.at ( Österreichische Internet-Plattform; keine Kommentarmöglichkeit )

»Sinead O’Connor: Christus würde den Vatikan niederbrennen – Die Sängerin geißelte den Kirchenspendenaufruf für die Missbrauchsopfer.« @ http://www.tt.com ( Österreichische Internet-Plattform, mit Möglichkeit Leserkommentare abzugeben )

@ http://tschagguns.vol.at( Österreichische Internet-Plattform: mit vielen schon vorhandenen Leserkommentaren zu diesem Nachrichtenbericht )

@ http://diepresse.com ( Österreichische Internet-Plattform, mit Möglichkeit Leserkommentare abzugeben )


Recht der Opfer


morgenweb 10.03.2010
Ursula Barth über die derzeitigen Verjährungsfristen nach sexuellem Kindesmissbrauch, die vor allem dem Täter nützen

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Missbrauchsskandal in den Niederlanden – auch Nonnen beschuldigt


swisscom 9.03.2010

Auch in den Niederlanden weitet sich ein Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern in Einrichtungen der katholischen Kirche weiter aus. Neben etlichen Priestern werden jetzt erstmals auch Nonnen beschuldigt, sich an kleinen Jungen vergangen zu haben.

Erstmals werden nun auch Nonnen mit dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs konfrontiert (Symbolbild).
Unter anderem schildert ein heute 63-Jähriger in dem Bericht der Zeitung “De Telegraaf”, wie er als knapp Elfähriger von Ordensschwestern in der katholischen Internatsschule “De Munt” in Tegelen unweit der Grenze zu Deutschland sexuell missbraucht wurde.

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Quelle:

http://www.bluewin.ch


Nun auch ein Fall in Salzburger Kloster


oe1.ORF.at 9.03.2010

Ö1 Morgenjournal

Ein 53-Jähriger gebürtiger Salzburger beschuldigt im Ö1- Interview zwei frühere Benediktiner, ihn in seiner Jugend über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Und er erhebt außerdem Missbrauchsvorwürfe gegen den amtierenden Erz-Abt von Salzburg St. Peter. Alle drei Beschuldigten haben Missbrauchshandlungen eingestanden. Der Abt hat am Abend seinen Rücktritt angeboten.

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Abwehr und Anteilnahme


tagesspiegel.de 9.3.2010

Sexuelle Gewalt an Kindern ist ein schweres Verbrechen. Schmerz, Scham und Schande empfindet jedes Opfer. Institutionen und Erwachsene müssen dafür sorgen oder gezwungen werden, dass Macht und Abhängigkeiten wirksam durchbrochen werden können. Für Wehrpflichtige gibt es dafür eine Instanz. Warum nicht für Kinder?

Von Tissy Bruns

Einen Runden Tisch zum katholischen Kontext hat die liberale Bundesjustizministerin vorgeschlagen. Den will die christdemokratische Bildungsministerin thematisch ausweiten, denn auch andere Schulen seien vom sexuellen Missbrauch tangiert. Eine Wahrheit von der Art, die weder der Aufklärung noch der Prävention nützt. Die Vorschläge aus der Politik taugen als Zunder im öffentlichen Aufregungsfeuer und sind auf traurige Weise verlogen.

Die Stimmen der Ministerinnen hören wir im Gefolge des bekannt gewordenen Missbrauchs in Bildungseinrichtungen, die als Eliteschulen gelten. Dabei ist schon aktenkundig, dass hunderte, vielleicht tausende Kinder in katholischen, evangelischen und staatlichen Erziehungsheimen der frühen Bundesrepublik unter Missbrauch und Demütigungen schwer gelitten haben. Einen „Runden Tisch Heimerziehung“ gibt es; er ist Ende 2009 vom Bundestag nach mehr als einjährigen Anhörungen der Betroffenen eingerichtet worden, die sich nur mit größter Mühe Gehör verschaffen konnten.

Keine Bundesministerin hat sich geäußert, solange es um diese rechtlosen Kinder ging, an deren Leiden die öffentliche Anteilnahme sehr begrenzt war. Allerdings kann weder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger noch Annette Schavan das Schicksal der Heimkinder (und der katholische Anteil daran) verborgen geblieben sein. Kaum glaubhaft also, dass ihre Einlassungen frei sind von Affekten und Nebenabsichten, die öffentliche Diskussionen über Kindesmissbrauch regelmäßig in die Sackgasse von Abwehr und neuer Verdrängung führen.
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Quelle:

http://www.tagesspiegel.de


Weiterer Missbrauch an Vorzeigeschule


ksta.de 6.03.2010

Von Jörg Schindler

An der Odenwaldschule in Südhessen soll in den 70er Jahren schier Ungeheuerliches passiert sein. Ex-Schülern zufolge gab es regelmäßigen Zwang zum Oralverkehr, Wochenend-Sexschichten – und einen äußerst speziellen persönlichen „Service“ für Internatsgäste.

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Missbrauch darf nicht verjähren


menschenzeitung.de 7.03.2010

Wer momentan Nachrichten hört oder liest, der kommt an einem Thema nicht vorbei, dem Thema Missbrauch. Missbrauch von Minderjährigen an Schulen, an kirchlichen, ptivaten aber auch in Heimen. Wer sich aber einmal zusätzlich anschaut, wieviele Kinder an diesen EInrichtungen unterrichtet wurden, und welch hoher Prozentsatz sich inzwischen gemeldet hat, der weiss auch, es ist nur die Spitze des Eisberges, die Dunkelziffer, sie liegt bei weitem wesentlich höher.

Fragen stellen sich, wieso stoppte das so plötzlich, ist das nicht merkwürdig? Alles ist verjährt, also darf man jetzt darüber sprechen. Das glaubt jemand, im Ernst?

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Missbrauch: Wenn alte Wunden wieder aufreißen


Mittelbayerische 5.03.2010

Nicht nur der Regensburger Schauspieler Miko Greza hat als Kind Schreckliches erlebt – in allen Teilen Deutschlands berichten Betroffene von sexuellen Übergriffen in Kirchen-Einrichtungen.

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Gefährlich nahe


4. März 2010 von Redaktion DER SONNTAG

Es sind Einzelfälle – doch sexuelle Gewalt gibt es auch in der sächsischen Landeskirche. Sie könnte mehr für vorbeugenden Schutz tun.

In den letzten sechs Jahren hat es unter den mehr als 700 Pfarrern der sächsischen Landeskirche zwei Fälle sexueller Straftaten gegeben – zumindest nach offiziellen Angaben. Für das Dresdner Landeskirchenamt ist das Verfahren klar: Wird ein rechtswidriges Fehlverhalten bekannt, folgt ein kirchliches Disziplinarverfahren und eine Anzeige bei der Justiz. Doch die Realität ist keineswegs so eindeutig.

Als ein Pfarrer in Penig vor vier Jahren wegen Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt wurde, suspendierte ihn die Kirche sofort und entließ den beliebten Theologen später. Denn die Staatsanwaltschaft ermittelte bereits. Anders lag der Fall in einer Kirchgemeinde einer anderen sächsischen Region (alle Namen und Orte sind der Redaktion bekannt). Dort wurde vor drei Jahren bekannt, dass der Ortspfarrer eine Minderjährige aus der Jungen Gemeinde sexuell belästigt habe.

Das Strafgesetzbuch verbietet eindeutig den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen. Die Landeskirche eröffnete ein Disziplinarverfahren, der Pfarrer räumte sein Vergehen ein, er wurde nicht entlassen sondern in den Wartestand versetzt. Eine Anzeige bei der Justiz durch die Kirche blieb aus. Das Opfer und seine Eltern wollten die Strapazen eines öffentlichen Prozesses vermeiden, hieß es. Die Folgen der Übergriffe habe das Mädchen bis heute nicht verwunden, sagen Menschen, die mit ihr in Kontakt stehen.

Einen typischen Loyalitätskonflikt zeigt ein Fall aus dem Jahr 2003. In zwei Instanzen befanden damals Gerichte, dass ein Diakon aus Westsachsen ein 12-jähriges Mädchen auf den Mund geküsst und unsittlich berührt haben soll und verurteilten ihn wegen viermaligem sexuellen Missbrauch in einem weniger schweren Fall zu einer hohen Geldstrafe. Doch Kollegen und Vorgesetzte halten ihren geschätzten Kollegen für unschuldig und bezweifeln – anders als die Gerichte – die Aussage des Kindes. Der Diakon blieb im Dienst und arbeitet bis heute mit Kindern und Jugendlichen. Als er die Gemeinde und den Kirchenbezirk wechselte, erfuhren seine neuen Vorgesetzten nichts von der Vorstrafe. Erst als er Religionsunterricht in einer staatlichen Schule geben wollte, wurde sie zum Problem.

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Quelle:

http://www.sonntag-sachsen.de/2010/03/04/gefahrlich-nahe/


Sacramentum sanctitatis tutela


Sacramentum sanctitatis tutela ist der Titel eines Dokuments, das der Heilige Stuhl am 30. April 2001 veröffentlichte. Es gilt als Anweisung an die Bischöfe, die weitergehende Klärung von Fällen Sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche dem Vatikan zu überlassen.

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Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sacramentum_sanctitatis_tutela


Colm O’Gorman


O’Gorman wurde 1966 im County Wexford geboren, wo er seine Kindheit verbrachte. Sein Vater war der Landwirt Seán O’Gorman. Er zog mit seiner Familie vom Lande in die Stadt Wexford. O’Gormans Vater war Mitglied der irischen Partei Fianna Fáil und trat bei den Wahlen 1969 und 1973 an.

Als Jugendlicher wurde O’Gorman im Alter zwischen 15 und 18 Jahren von dem römisch-katholischen Geistlichen Seán Fortune sexuell missbraucht. Die Missbrauchsfälle lagen zwischen den Jahren 1981 bis 1983.[1] Nach seiner Schulzeit begann er sich politisch zu betätigen. Er wurde Mitglied in der Partei Progressive Democrats und engagierte sich in der Organisation Amnesty International in Irland, in deren Vorstand er später als Direktor aufstieg.[2][3]

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Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Colm_O%E2%80%99Gorman


Kardinal Lehmann weist Vertuschungsvorwurf zurück


SPIEGEL ONLINE 2.03. 2010

…Seit Bekanntwerden des Missbrauchsskandals an Jesuitenschulen Ende Januar meldeten sich jeden Tag zahlreiche Opfer bei Tschapek-Güntner. “Leute rufen an und sagen: ‘Mir ist das auch passiert’”, sagte sie. “Die Menschen halten es nicht mehr aus und müssen reden.” Tschapek-Güntner warf der katholischen Kirche “Falschheit” vor. Zwar wolle die Kirche den Eindruck erwecken, die Missbrauchsfälle aufklären zu wollen, jahrelang habe sie Opfer aber unter Druck gesetzt oder mit Geld zum Schweigen gebracht. “Da wird die Decke der Verschwiegenheit ausgebreitet. Das ist grausam, und das halten wir kaum aus.”

Der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, wies den Vorwurf der systematischen Vertuschung scharf zurück. “Dies ist eine ganz und gar unberechtigte Unterstellung”, schrieb der Bischof von Mainz in seiner Veröffentlichung “Auf ein Wort” für März 2010 und sprach von Verleumdung. Früher habe es vielleicht “eine Verharmlosung oder gar Verniedlichung in einzelnen Fällen gegeben”. Seit Jahren bemühe sich die Kirche aber nun schon um Aufklärung, betonte Lehmann. “Es ist also barer Unsinn zu behaupten, die katholische Kirche habe keinen überzeugenden Willen zur Aufklärung.”…

Den gesamten Artikel lesen…

Quelle:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,681369,00.html


Ist die Gesellschaft wahrheitsunfähig?


www.kath.net 2.03.2010

Die sexuelle Revolution frisst ihre Kinder. Ein Kath.net-Kommentar zur WDR-Sendung „Hart aber Fair, Die Priester und der Sex – Ist die Kirche noch wahrheitsfähig?“ – Von Gabriele Kuby

München (kath.net)
Wer Herrn Norbert Denef in der Sendung hart aber fair über „Die Priester und den Sex“ gesehen hat, der zweifelt nicht mehr, dass der vom Papst für die Opfer gebrauchte Begriff „Überlebender“ zutreffend ist. Norbert Denef ist ein Gezeichneter. Dass er nicht nur angeklagt, sondern sogar die Fortzeugung erlittener Schuld durch eigene Schuld bekennt, nötigt größten Respekt ab. Es ist durch sein Zeugnis und die Stellungnahme des Psychotherapeuten Wolfgang Bergmann verständlich geworden, warum die Opfer so lange schweigen. Deswegen sollte die Forderung der Opfer, die Verjährungsfrist aufzuheben, von der Kirche übernommen und von der Regierung dringend umgesetzt werden.

Wenn es zutrifft, dass die Katholische Kirche Herrn Denef mit Wissen des zuständigen Bischofs, Schweigegeld angeboten hat, dann genügt es nicht, dass dies als Fehler eingestanden wird, dann sollte dieser Bischof dem Beispiel des Abtes von Ettal und der EKD-Ratsvorsitzenden folgen. Er hat dann seine Autorität und die der Kirche beschädigt.

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Quelle:

http://www.kath.net/detail.php?id=25829


Zollitsch will nicht jeden Fall sofort anzeigen


Quelle: SPIEGEL Online, 25.02.2010

Erzbischof Robert Zollitsch hat sich dagegen ausgesprochen, bei jedem Missbrauchsfall in der Kirche sofort und automatisch die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Eine Anzeige sei eine “Frage des Abwägens” – schließlich gebe es viele ungerechtfertigte Anschuldigungen.

(…)

Zugleich lehnte Zollitsch vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche einen “Runden Tisch” mit kirchlichen und staatlichen Vertretern ab, wie es ihn in Irland gibt. “Wir werden von uns aus aktiv auf Gruppen und Kreise zugehen, die sich um Prävention bemühen, die sich um die Aufarbeitung bemühen, und werden das von uns aus aktiv anpacken. Ich sehe in einem staatlich verordneten Runden Tisch wenig Sinn”, sagte er.

Artikel auf SPIEGEL Online lesen …


Maas gegen Verjährung von Missbrauch


sr-online.de 25.02.2010

Saarbrücken: Maas gegen Verjährung von Missbrauch

SPD-Saar-Chef Maas hat eine Abschaffung der Verjährungsfrist bei Sexualstraftaten gefordert. Er sagte der Saarbrücker Zeitung, die Verjährungsfrist schütze die Täter vor Verfolgung.

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“Die Opfer wollen Taten sehen”


SPIEGEL ONLINE 23.02.2010

Sinéad O’Connor zu Missbrauchsskandal

Von Peter Wensierski

Verletzen, beten, schweigen: Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat auch in Irland für Empörung und Entsetzen gesorgt. Jetzt erhebt die Sängerin Sinéad O’Connor schwere Vorwürfe gegen die kriminellen Geistlichen und ihre vielen Helfer.

Nachdem die irische Sängerin Sinéad O’Connor den SPIEGEL-Titel über “Die Scheinheiligen – Die katholische Kirche und der Sex” (7/2000) in der englischen Übersetzung auf SPIEGEL ONLINE gelesen hatte, nahm sie Kontakt zu SPIEGEL-Redakteur Peter Wensierski auf.

Die Pop-Sängerin (“Nothing compares 2 you”) wurde als Kind von ihrer Mutter misshandelt. Ihr Song “Fire on Babylon” handelt von den Folgen. O’Connor engagiert sich seit Jahren für die Opfer sexuellen Missbrauchs in Irland und hat dabei mit ihrer Kritik an der katholischen Kirche wiederholt für Kontroversen gesorgt.

So zeriss die Sängerin 1992 in einer TV-Sendung im amerikanischen Fernsehen ein Bild von Papst Johannes Paul II. Bei diesem Auftritt sang sie das Bob-Marley-Lied “War”. Dabei ersetzte sie das Wort ‘racism’ durch ‘child abuse’. Jetzt hofft sie, dass in Deutschland die Opfer sexuellen Missbrauchs sich nicht so lange von der Kirche hinhalten lassen müssen wie in Irland.

Sinéad O’Connor redet nicht lange drum herum: “Wenn die Bischöfe in Deutschland – so wie die irischen Bischöfe – den Missbrauch in ihren Reihen vertuscht und verschwiegen haben, wenn sie die betroffenen Priester einfach in andere Gemeinden versetzt haben, dann sollte dies jetzt konsequent verfolgt und aufgedeckt werden.”
Man dürfe sich nicht darauf verlassen, nur der Kirche die Aufklärungsarbeit zu überlassen. Die Opfer in Irland hätten zu viele Versprechungen von den Geistlichen gehört, die am Ende doch nicht eingehalten worden seien, sagt die Sängerin. Auch schnelle Rücktritte seien letzten Endes immer wieder nur “eine Flucht aus der Verantwortung gewesen”.

“Wenn Menschen von einem Verbrechen erfahren und es nicht anzeigen, dann wird man dies strafrechtlich verfolgen. Warum sollen der Vatikan und die Bischöfe da anders behandelt werden?”, fragt O’Connor.

Große Verbitterung bestehe in Irland darüber, so die Sängerin, dass weder der Papst noch andere Vertreter des Vatikans die Opfer bislang aufgesucht hätten. “Die könnten doch mal ihren Hintern bewegen, die Missbrauchten besuchen, sie wegen des Vertuschens um Verzeihung bitten und ihnen dafür danken, dass sie ihr Schweigen gebrochen haben.”

“Nicht zugehört oder nicht geglaubt”

Das Wichtigste bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Irland war nach Ansicht O’Connors der sogenannte Murphy-Report, der nach drei Jahren Recherche im vergangenen November veröffentlicht wurde. Unter Vorsitz der Richterin Yvonne Murphy richtete das Justizministerium 2006 eine Untersuchungskommission ein. Sie hatte den Auftrag, eine repräsentative Auswahl von Missbrauchsfällen zwischen 1975 und 2004 zu untersuchen. Es ging dabei vor allem um die Frage, wie kirchliche und staatliche Stellen mit der Aufklärung der Fälle umgingen.

“Den Opfern wurde jahrelang nicht zugehört oder ihnen wurde nicht geglaubt”, sagt O’Connor. “Doch mehr und mehr von ihnen haben sich hervorgewagt. Manche von ihnen waren sehr kompetente Leute, die sich gut artikulieren konnten. Ihre Geschichten begannen in Zeitungen, im Radio oder Fernsehen zu kursieren und haben andere dazu ermutigt, ebenfalls an die Öffentlichkeit zu treten. Bald kam es zu einer wahren Sintflut.”

Die staatliche Kommission hörte Zeugen und sichtete Dokumente. Kirchen und Orden, aber auch die Gesundheitsbehörden mussten Akten zur Verfügung stellen. Zusammenfassend hielt der Report fest: “Die Kommission hat keinen Zweifel daran, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern (…) verheimlicht wurde. Die Strukturen und Regeln der katholischen Kirche haben die Verheimlichung erleichtert. Die staatlichen Autoritäten sind nicht ihrer Verantwortung nachgekommen, dafür zu sorgen, dass das Gesetz auf alle Menschen gleichermaßen angewandt wird und haben den kirchlichen Einrichtungen gestattet, außerhalb der Rechtsprozesse zu stehen. Dadurch leisteten sie der Verheimlichung Vorschub. Das Wohlergehen der Kinder, das absolute Priorität hätte haben müssen, wurde in der ersten Zeit nicht einmal als Faktor in Erwägung gezogen.”

Reger Austausch

Sinéad O’Connor steht persönlich im regen Austausch mit zahlreichen Opfern des Missbrauchs in Irland, Sprechern wie Paddy Doyle oder mit engagierten Personen wie dem Journalisten Patsy McGarry von der “Irish Times”, der kürzlich die irischen Bischöfe zu ihrem Besuch in Rom begleitet hat.

Auf die Frage, wer jetzt in Deutschland mit der Aufklärung der Vertuschung der Missbrauchsfälle beauftragt werden solle, gibt McGarry eine klare Antwort: “Der Staat! Die Kirche hat doch eine fürchterliche Geschichte. Wo immer Probleme mit dem Missbrauch aufgetreten sind, hat sie bewiesen, dass ihr alleine nicht zu trauen ist. Ihr Instinkt ist zuerst die Institution zu schützen.”

Die katholische Kirche in Irland sei nie freiwillig bereit gewesen, ihren Affären auf den Grund zu gehen. “Sie haben sich gesträubt und gesträubt, durch Leugnen, Halbwahrheiten, Blockieren. Erst nach drei staatlichen Untersuchungen, die vernichtende Urteile über die Kirche und ihre Behandlung von Missbrauch gefällt hatten, kam alles heraus”, so McGarry.

Als die Opfer aus dem Schatten der Kirche heraus an die Öffentlichkeit traten, fühlten sich auch die irischen Behörden verpflichtet, sich endlich einzuschalten. Bald gaben auch Diözesen und Ordensgemeinschaften ihre Unterlagen frei. “Wir wissen jedoch inzwischen, dass sie nur Teile ihres Archivmaterials preisgegeben haben”, sagt McGarry.

Die Opfer wollen Taten sehen

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Quelle:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,679751,00.html


Die verkehrte Scham


ZEIT ONLINE 22.02.2010

Wie sexueller Missbrauch wirkt: Er lähmt nicht nur die Opfer, sondern auch die Politik. Plädoyer für eine Verlängerung der Verjährungsfrist

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“Die Kirche will vor allem gut dastehen”


WDR.de 22.02.2010

Die Deutsche Bischofskonferenz trifft ab Montag (22.02.10) in Freiburg zusammen. Ganz oben auf der Tagesordnung: Sexueller Missbrauch durch Geistliche. Psychologin Helga Peteler aus Neuss betreut seit Jahren geistliche Täter und deren Opfer.

WDR.de: Frau Peteler, Sie beschäftigen sich als freie Therapeutin seit Jahren mit diesem Thema. Oft wird ja angeführt, der Grund für sexuellen Missbrauch durch Geistliche sei der Zölibat. Sehen Sie das auch so?
Helga Peteler: Das wäre ja wunderbar, wenn das so wäre. Ich glaube, es liegt an der Ungeheuerlichkeit des Themas der sexuellen Misshandlung. Keiner möchte damit etwas zu tun haben, und wir sind immer sehr erschrocken, wenn so etwas in unserer Umgebung auftaucht – und in dem Moment, wo ich die Kirche als einen klar definierten Raum habe, in dem sexuelle Misshandlung geschieht, ist das natürlich erleichternd. Es gibt dann einen eingegrenzten Raum des Bösen, des Ungeheuerlichen.
Hinzu kommt die Vorstellung, es reiche aus, den Zölibat abzuschaffen und Geistlichen zu ermöglichen, zu heiraten, und das Problem sei gelöst. Das aber ist eine Illusion. Dann hätte ich unter den Menschen, die ich behandele, nie verheiratete Menschen sitzen. Der größte Anteil ist aber verheiratet und hat durchaus ein Sexualleben mit dem jeweiligen Partner.

WDR.de: Der Augsburger Bischof Mixa dagegen meint, das Problem sei die sexuelle Revolution.
Peteler: Dann müsste ich ja davon ausgehen, dass es das früher gar nicht gab. Aber sexuellen Missbrauch gab es früher genauso wie heute. Es war wohl eher so, dass die Frauen in Folge der sexuellen Revolution den Mut hatten, sexuellen Missbrauch an die Öffentlichkeit zu bringen. Deshalb werfen wir jetzt vermehrt einen Blick darauf. Und in Folge dessen fangen wir an, etwas davon zu verstehen.

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Quelle:

http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/bonn_jesuitenkolleg/100220.jhtml?rubrikenstyle=panorama


Schutzmaßnahme – Jesuitenorden beantragt Insolvenz in den USA


focus.de 21.02.2010

Der Jesuitenorden hat nach FOCUS-Informationen in den USA Insolvenz beantragt. Damit beugt er einer möglichen Sammelklage von Missbrauchsopfern auf finanzielle Entschädigung vor.

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Ein offener Schlag ins Gesicht aller Opfer


rhein:raum – Bonner Magazin 19.02,2010

Sexueller Missbrauch am Aloisiuskolleg

von Petra Forberger

Anlässlich der aktuellen öffentlichen Diskussion um Vorwürfe sexuellen Missbrauchs am Aloisiuskolleg in Bonn wendeten sich mehr als 500 ehemalige Schüler und Schülereltern in einem offenen Brief an die Leitung, das Kollegium und die Schülerschaft des Aloisiuskollegs sowie an den Provinzial des Jesuitenordens.

Die Adressaten dieses Schreibens sind also die Leitung, das Kollegium und die Schülerschaft des Bonner Aloisiuskollegs sowie der Provinzial des Jesuitenordens. Nicht die ehemals von sexualisierten Übergriffen betroffenen Schüler.

Wie schön. Die „Anständigen“ bestätigen den „Anständigen“ „anständig“ zu sein.

Ich als Überlebende von sexualisierter Kindesmisshandlung möchte einmal erleben, dass sich 500 Leute hinter mich stellen und mir ihre Verbundenheit ausdrücken!

Dieser Brief ist ein offener Schlag ins Gesicht aller Opfer. 500 Menschen distanzieren sich von den Opfern, die teilweise schlimmstes Leid mit lebenslangen Folgen erfahren haben, und solidarisieren sich mit denjenigen, in deren Umfeld die Taten offensichtlich geschehen konnten. Und noch schlimmer: sie machen die Opfer zu „Tätern“, indem sie sie auf subtile aber dennoch eindeutige Weise als „Nestbeschmutzer“ brandmarken.

Sie tun das auf die gleiche versteckte und unterschwellige Art, die wir Betroffenen schon so viele Jahre kennen: Man blicke, so erfährt man von den Unterzeichnern, „auf eine unbeschwerte, prägende und motivierende Schulzeit zurück, für die sie dem Aloisiuskolleg, dem Jesuitenorden und den dort tätigen Lehrern und Erziehern besonders dankbar sind.“

Mit scheinbar schönen Worten wird hier eine unsichtbare Grenze gezogen zu denjenigen, deren Schulzeit am Aloisiuskolleg weniger „unbeschwert“ war und die daher keine „Dankbarkeit“ (sondern wohl eher Wut) empfinden können. Es schließen sich die „Dankbaren“ zusammen und grenzen die „Undankbaren“ aus.

Sie signalisieren den Opfern damit, nicht „richtig“ zu liegen, die Erlebnisse „falsch“ zu interpretieren – denn wie sonst könnten sie angesichts dieser „tollen“ Schule keine „Dankbarkeit“ empfinden und sich nicht an eine „unbeschwerte“ Schulzeit erinnern?! Ja, wird sich unterschwellig empört, wie können sie es überhaupt wagen, eine so „tolle“ Schule mit ihren Anschuldigungen so in den Dreck zu ziehen?

Und noch viel schlimmer: Mit ihrem Schreiben, gerichtet an Leitung, Kollegium und Schülerschaft des Bonner Aloisiuskollegs sowie den Provinzial des Jesuitenordens, signalisieren sie den Opfern, nicht wert zu sein, sich mit ihnen zu solidarisieren.

Sie signalisieren den Opfern, dass sie schuld seien, dass der „nachhaltig an das Gute glaubende“ „Jesuit, Seelsorger, Mentor und Erzieher Pater Theo Schneider SJ“ sein Amt niedergelegt hat.

Der Zweck dahinter ist klar: Bei den „Nestbeschmutzern“ sollen erneut Schamgefühle und negative Selbstbezichtigungen geschürt werden, die den Opfern schon so viele Jahre die Münder verschlossen haben. Nach Willen der „Anständigen“ sollen sie die auch weiterhin geschlossen halten.

Dieser Brief bezichtigt darüber hinaus (wenn auch versteckt) die Opfer der Lüge, bzw. stellt ihre Glaubwürdigkeit in Frage: schließlich hat am Aloisius-Kolleg, so erfährt man, „stets eine Atmosphäre der Offenheit“ geherrscht. Es kann also gar nicht sein, dass irgendetwas unbemerkt geblieben ist, genauso wenig wie es sein kann – bei so viel „Offenheit“ und hochgehaltenen „Werten“ -, dass irgendwelche Taten hätten vertuscht werden sollten.

Wie immer werden nicht diejenigen gebrandmarkt, die durch ihr schändliches Verhalten die (scheinbare) Ordnung unterlaufen und diskreditiert haben, sondern diejenigen, die diese Verletzungen der (scheinbaren) Ordnung öffentlich machen. So machen die Unterzeichner mit ihrem Schreiben auch klar, wen sie für die eigentlichen Schuldigen halten:

Am Aloisius-Kolleg, so erfährt man, wurde zu „selbstverantwortlichem und verantwortungsbewusstem Handeln“ angeleitet. Davon ausgehend, dass hier die Schüler gemeint sind (die Lehrer werden wohl keine „Anleitung“ erfahren haben), heißt das, dass die Unterzeichner des Schreibens ein Umfeld konstruieren, in dem die Schüler „selbstverantwortlich“ handeln konnten.

Von den mehr als 500 ehemaligen Schülern und Schülereltern wird also unterstellt, dass der Schüler, der in „sexuelle Handlungen“ (wie ja sexualisierte Gewalt von vielen gesehen wird) verstrickt war, in irgendeiner Weise auch damit einverstanden war. Schließlich konnte er ja „selbstverantwortlich“ zustimmen oder ablehnen.

Ähnliches geschieht durch die Behauptung, die Schüler seien zu „verantwortungsbewusstem Handeln“ angeleitet worden: Auch hier wird wieder eine Welt konstruiert, in der Schülern (Kindern) scheinbar dieselbe Verantwortung in einer Lehrer-Schüler-Beziehung zugeschrieben wird wie einem Lehrer (Erwachsenen). Damit wird der Erwachsene, der aufgrund der klaren Machtverhältnisse die alleinige Verantwortung für sein Handeln gegenüber einem Kind trägt, entlastet und dem Kind eine Mitverantwortung zugeschoben.

Das ist die in unserer Gesellschaft übliche Art, wie diejenigen, die – bewusst oder unbewusst – wegsehen, nichts wissen wollen oder wenn sie etwas wissen, nichts tun wollen, damit umgehen. Sie müssen die Wahrheit abwehren indem sie die Verhältnisse auf den Kopf stellen. Sie tun das, um SICH SELBST zu schützen, ihre eigene selbstgebastelte „Heile Welt“. Und das ist auch der Grund, warum sich so, so viele – trotz ihrer sicherlich empfundenen Abscheu gegenüber den Taten – lieber mit den Tätern solidarisieren, lieber die Taten verharmlosen und den Opfern Mitschuld und Mitverantwortung zuzuschreiben versuchen. Weil sie sich ihre eigene Vorstellung von der „Heilen Welt“ nicht kaputt machen lassen wollen.

Da werden die „hohen Werte“ an der Schule und die Person des Rektors im Besonderen über den Klee gelobt, um nur ja den schönen hellen Schein aufrecht zu erhalten. Doch besonders da, wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten: Am Bonner Aloisiuskolleg hingen laut den Schilderungen eines Betroffenen „in den Gängen der Mensa und des Schlosses massenweise und jahrelang „künstlerische“ Schwarz-weiß-Fotos mit nackten Jünglingen im Sonnenuntergang, selbst fotografiert.“

Heute will keiner etwas bemerkt haben, und selbstverständlich hat das bei keinem etwas „mit weggucken oder bagatellisieren zu tun“. Nacktfotos von Jünglingen – ist doch völlig „normal“ an einer „offenen“, von katholischen Patres geleiteten Einrichtung.

Wie war das nochmal? Ah ja: „Werte und Erziehungsideale des Aloisiuskollegs als katholische Schule“. Welche „Werte“, welches „Erziehungsideal“ stand wohl hinter den „massenweise künstlerischen Schwarz-weiß-Fotos mit nackten Jünglingen“ in den Gängen der Mensa und des Schlosses?

Der Zeuge schildert auch Szenen, in denen Schüler des Öfteren nackt mit einem Wasserschlauch von einem bestimmten Pater „abgespritzt“ wurden, im Sommer auch nackt im Park hinter dem Schloss. Auch der jetzt zurückgetretene Rektor des Aloisiuskollegs, Pater Theo Schneider, sei dabei gewesen – „als junger Frater schon die rechte Hand von Pater S.“, so der Zeuge.

Ich will hier nichts unterstellen und nicht vorverurteilen: ich war nicht dabei. Aber ich habe selbst nicht nur einmal erlebt, wie Dinge, die mir als Kind als „komisch“ aufgefallen sind, von Erwachsenen als „normal“ und „offen“ (im Sinne von liberal) beschwichtigt wurden. Durch Aussagen, viel mehr aber noch durch ihr Verhalten (wie z.B. als Erwachsene UND als Patres Nacktfotos an den Wänden einer KATHOLISCHEN SCHULE als etwas nicht Bemerkenswertes zu übergehen).

Wieso ist es eigentlich für Außenstehende (und als das bezeichnen sich die Nichtbemerker ja schließlich) so schwierig, nachzuvollziehen, dass GERADE diese das Kind umgebende Widersprüchlichkeit der gepredigten Normen der Erwachsenen zu den tatsächlichen Handlungen der Erwachsenen (Beispiel: die Kirche predigt strenge sexuelle Normen und in den Gängen hängen Nacktfotos) die innere Welt des Kindes aufs Tiefste beschädigen und verwirren?

Wieso fällt auch heute den 500 Unterzeichnern nicht auf, welche Grundhaltung bei ALLEN Patres und Lehrern des Aloisiuskollegs geherrscht haben muss, um diese Nacktfotos an den Wänden und das Abspritzen nackter Schüler im Park „normal“ zu finden?? Allein diese beiden Beispiele zeigen doch, dass die Regeln und Normen am Aloisiuskolleg bereits weitab von dem waren, was sich Außenstehende unter einem katholischen Internatsbetrieb vorstellen.

Dass innerhalb eines so dysfunktionalen, entgleisten Systems keiner mehr bemerkt, wenn Menschenrechte verletzt, Grenzen massiv überschritten werden, kann doch niemanden wirklich wundern. Diesen BETEILIGTEN und MITKONSTRUKTEUREN dieses entgleisten Systems jetzt deshalb die Absolution zu erteilen, und stattdessen die Kinder in die Mitverantwortung zu zerren, ist einfach nur schäbig und menschlich niedrig.

Natürlich haben sie „nichts bemerkt“. Man kann nicht etwas bemerken, das innerhalb des eigenen Weltkonstrukts „normal“ und „in Ordnung“ ist!

Deshalb muss es auch niemanden verwundern, dass die Unterzeichner es am Ende des Schreibens nicht versäumen, „ausdrücklich“ (!) darauf hinzuweisen, dass sie „während und nach ihrer Zeit als Schüler weder sexuelle Gewalt noch Missbrauch am Aloisiuskolleg erlebt haben“. Zumal viele „sexuelle Gewalt“ und „Missbrauch“ einzig und allein mit ausgeführtem Geschlechtsverkehr assoziieren. Bilder von nackten Jünglingen an den Wänden als eine in einer Knabenschule von den Patres „abgesegnete“ Handlung werden als „normal“ abgespeichert. Dass es die Botschaft eines dysfunktionalen, gestörten Systems ist, können die Kinder nicht erkennen, da ihnen dazu noch die nötigen Relationen fehlen.

So wird sich am Ende mit der Aussage, selbst keine sexuelle Gewalt am Aloisiuskolleg erlebt zu haben, nochmals von den Opfern distanziert, und ihr Zeugnis nochmals herabgewürdigt: 500 die „ausdrücklich keine sexuelle Gewalt erlebt haben“ gegen 2 (oder 5 oder 10 am Aloisius-Kolleg), die – weil nicht „selbstverantwortlich“ und „verantwortungsbewusst“ genug – in „sowas“ verwickelt waren.

Und offenbar sind die Unterzeichner entschlossen, ihre Blindheit gegenüber den dysfunktionalen Strukturen weiter beizubehalten: „Viele von den Unterzeichnern geben dem dadurch nachhaltig Ausdruck, dass sie ihre eigenen Kinder in die Obhut des Kollegs gegeben haben und geben.“

Um die Reputation der Schule, des (Ex)Rektors, der Lehrer/innen und Schulangehörigen, sich selbst als „sauberes Nicht-Missbrauchsopfer“ zu retten und zu bewahren, werden die eigenen Kinder weiterhin einem gestörten System ausgeliefert.

Es wird nicht überlegt, wie man Kinder zukünftig schützen kann, wie man Täter und Taten früher entdecken und verhindern kann, wie es überhaupt zu solchen jahrelangen Übergriffen kommen kann, ohne dass etwas bemerkt wird – nein, es wird weiterhin weggesehen, sich selbst belogen, sich weiter beim „Heile-Welt-Demonstrieren“ geholfen.

Und es werden weiterhin diejenigen ins Aus gedrängt und mit Schmutz beworfen, die sowieso schon genug Leid zu tragen haben.

Quelle:

http://rheinraum-online.de/2010/02/19/sexueller-missbrauch-am-aloisiuskolleg/


Wissenschaftler werfen Papst Schwäche vor


Focus 19.02.2010

Ein schwacher Papst, mangelnde Koordination und Strukturen, die Intrigen Vorschub leisten: Wissenschaftler stellen dem Vatikan ein verheerendes Zeugnis aus.

Die Kurie sei bis heute wie eine Monarchie strukturiert, die Intrigen Vorschub leiste, berichtete die Forschungsgruppe „Religion und Politik“ der Universität Münster am Freitag. Die Mitteilung bezieht sich auf die Vortragsveranstaltung „Fünf Jahre Benedikt XVI. -­ nichts als Pannen?“ am Donnerstagabend unter anderen mit dem Berliner Politologen Otto Kallscheuer und dem Münsteraner Sozialethiker Karl Gabriel. „In fünf Jahren hat Benedikt XVI. nie ein Machtwort gesprochen oder eine klare Entscheidung getroffen“, wurde Kallscheuer zitiert. Den Vatikan-Behörden warfen die Wissenschaftler einen „katastrophalen Mangel an Koordination“ vor.

Als Beispiele für Pannen nannte der Wissenschaftler den Umgang mit dem Holocaust-Leugner Richard Williamson von der Piusbruderschaft und Äußerungen des Papstes, Kondome seien keine Lösung für das Aids-Problem. Kallscheuer verwies zudem auf eine missverständliche Rede des Papstes in Auschwitz und die Islam-Vorlesung in Regensburg. All das führte zu vorhersehbaren Konflikten, an deren Ende der Papst stets die Medien beschuldigte, ihn missverstehen zu wollen.

Weltpolitische Chance vertan

Gabriel kritisierte die zentralistische Autoritätsstruktur des Vatikans. Eine solche Institution lasse sich nicht mehr von einer Person allein regieren. Er warf dem Papst außerdem vor, er ignoriere das Säkulare der modernen Welt. Er komme nicht damit zurecht, dass die katholische Kirche nur noch eine von vielen Religionen im globalen Weltanschauungsmarkt darstellt.

Beide Experten bedauerten, dass Benedikt XVI. durch die Pannen eine weltpolitische Chance vergebe. Die Kirche könne wie kaum eine andere Institution die Rolle eines moralischen Global Player übernehmen. Seit Beginn des Pontifikats scheine jedoch das Gegenteil der Fall zu sein.

„Wir sind Kirche“ fordert Sexualdebatte

Auch die Laienbewegung „Wir sind Kirche“ hat die Kirchenoberen zum Handeln aufgefordert. „Die Bischöfe und der Vatikan stehen in vorderster Verantwortung. Es liegt an ihnen, endlich die richtigen Lehren und Konsequenzen zu ziehen“, sagte der Sprecher der Reformbewegung, Christian Weisner mit Blick auf zuvor bekanntgewordene neue Missbrauchsfälle. Die katholische Kirche müsse ihre Sexuallehre und ihr Priesterbild überdenken. Zudem müssten die Sanktionen für die Täter verschärft, etwa die Verjährung abgeschafft werden.

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Quelle:

http://www.focus.de/politik/ausland/papst/katholische-kirche-wissenschaftler-werfen-papst-schwaeche-vor_aid_482171.html


eine unendlich traurige Nachricht erreichte mich…


Am frühen Nachmittag des 18.02.2010 erreichte mich die Nachricht, dass unsere Freundin und Mitstreiterin,

Monika Gerstendörfer

in der Nacht vom 17.02.2010 auf den 18.02.2010 nach einem längeren Krankenhausaufenthalt verstorben ist.

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„Der Papst weint Krokodilstränen“


focus.de 18.02.2010

Uta Ranke-Heinemann

„Der Papst weint Krokodilstränen“

Die Theologin Uta Ranke-Heinemann erklärt im Interview mit FOCUS-Redakteur Matthias Kietzmann, wie die katholische Kirche die Justiz bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals behindert.

Von FOCUS-Korrespondent Matthias Kietzmann

Der jahrelange Missbrauch von Kindern durch katholische Priester hat eine hitzige Moraldebatte ausgelöst. Papst Benedikt verurteilte den tausendfachen Missbrauch in irischen Kindereinrichtungen in dieser Woche als abscheuliches Verbrechen und schwere Sünde gegen Gott. Zu den Missbrauchsfällen an katholischen Jesuiten-Kollegs in Deutschland äußerte er sich nicht. Der Augsburger Bischof Walter Mixa löste Empörung mit seiner These aus, die sexuellen Revolution mit Schuld an dem Missbrauch.

FOCUS Online: Frau Professor Ranke-Heinemann, was ärgert Sie so an der Debatte über die Pädophilie-Fälle an kirchlichen Schulen und in Irland?

Uta Ranke-Heinemann: Die Komödie, die die Kirchenoberen uns vorspielen. Nehmen Sie die irischen Bischöfe, die sich in Rom beim Papst „entschuldigen“ für ihre jahrzehntelange Vertuschung der Pädophiliefälle und die jetzt „reuig“ Rat suchen beim Heiligen Vater. Das Ganze halte ich für eine einzige Irreführung der Menschheit. Die Szene sieht nicht so aus, als würden bußfertige Sünder um Vergebung vorsprechen. Richtig, der Papst betonte die besondere Verabscheuungswürdigkeit der Pädophilie und bedauerte die vielen Fälle in Irland. Er will in Kürze einen Brief an die Iren schreiben und Hilfe für die Betroffenen anregen. Die „reuigen“ Bischöfe stimmen in allem zu. Der Fernsehzuschauer hat den Eindruck eines gemütlichen Kaffeetrinkens unter Freunden, auf dem Tisch fehlt nur der Kuchen.

FOCUS Online: Ihrer Ansicht nach trägt Papst Benedikt eine Mitschuld an diesen Skandalen. Warum das denn?

Ranke-Heinemann: Nun, er hat eines von zwei Geheimschreiben verfasst, die jeder Bischof in seinem Tresor liegen hat. Das erste stammt von Kardinal Ottaviani von 1962 und heißt: „Crimen Sollicitationis“ (Verführung zu sexuellen Handlungen). Das zweite stammt von Kardinal Ratzinger aus dem Jahr 2001 und heißt: „De delictis gravioribus“ (Von den schwersten Verbrechen). Beide Geheimschreiben betonen die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“ in Pädophiliefällen. Gleichzeitig werden alle Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Missbrauchsfälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden, was zu einer totalen Justizbehinderung für die staatlichen Gerichte führt.

FOCUS Online: Was bedeutet dies in der Praxis?

Ranke-Heinemann: Dies führt zu einer ständigen Versetzung der pädophilen Priester. Über Jahrzehnte lang werden sie von ihrem Bischof hin- und herdelegiert und können ihr Unwesen weitertreiben. Und genau diese Geheimschreiben hatten die irischen Bischöfe ja auch befolgt.

FOCUS Online: Woher wissen Sie so genau, was in dem Geheimschreiben steht, das Kardinal Ratzinger verfasst hat?

Ranke-Heinemann: Glauben Sie mir, ich beschäftige mich damit seit 2002. Die Augen geöffnet hat mir ein BBC-Film von Colm O´Gorman, der als 14-Jähriger in Irland von einem Priester vergewaltigt wurde. Er heißt „Sex Crimes and Vatican“, stammt aus dem Oktober 2006 und zeigt, welches Täuschungsmanöver hier im Gang ist, um das Ansehen der katholischen Kirche und des Papstes nicht zu beschädigen. Die erschütterndste Szene des Films spielte sich 2002 in Mittelbrasilien ab. Dona Elza da Silva, Großmutter des damals fünfjährigen Warly aus einem der ärmsten Winkel der Welt, erzählt dem Reporter, dass ihr Enkel sich das Leben nehmen will, weil alle Kinder ihm nachrufen: „des Priesters kleine Frau“. Dass er von Priester Tarcisio, der kürzlich in der Nachbarschaft einzog, vergewaltigt wurde. Dass sie das dem Bischof gemeldet habe. „Aber der Bischof und alle sind böse mit mir, keiner glaubt mir, die Leute gehen auf die andere Straßenseite, wenn sie mich sehen. Ich fühle mich exkommuniziert.“ Aber dann wird alles aufgedeckt, nicht durch die Kirche, sondern durch die Polizei, die zufällig das Tagebuch des Priesters findet und ihn für 15 Jahre ins Gefängnis steckt.

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Quelle:

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-17295/uta-ranke-heinemann-bitter-enttaeuscht-von-benedikt-xvi-_aid_481514.html


Erinnerungen an sexuellen Missbrauch


FR-online.de 18.02.2010

Opernregisseur Calixto Bieitos

Erinnerungen an sexuellen Missbrauch

Von Calixto Bieito

Das Jesuiten-Kolleg von Miranda de Ebro (Burgos) in den siebziger Jahren. Ich war 10 oder 11 Jahre alt. Unser Seelsorger war wegen seiner Güte und der Zuneigung, die er uns entgegenbrachte, sehr beliebt unter uns Jungs. Er benahm sich sehr gut uns gegenüber, verglichen mit der Härte und eisernen Disziplin, die die anderen Geistlichen des Kollegs einforderten. Er trug auch keine Soutane und keinerlei kirchliche Abzeichen. Weder schlug er uns noch erniedrigte er uns in irgendeiner Weise: ein moderner Priester, der uns nahe war und dem wir Vertrauen entgegenbrachten.

In regelmäßigen Abständen rief er seine Zöglinge in sein Amtszimmer, um mit uns über eventuelle Probleme oder andere Vorfälle zu sprechen. Er interessierte sich auch für unsere Bekenntnisse, wenn wir sie ihm anvertrauen wollten. Es gefiel uns, wenn er uns in sein Büro zitierte, und wir vertrauten ihm manches an. Immer hatte er freundliche Worte, setzte sich für uns ein, und manchmal machte er uns kleine Geschenke. Er war der Seelsorger des Kollegs, der von allen bevorzugt wurde.

Eines Tages ließ er mich rufen. Gerade war die Pause zuende, und ich rannte zu seinem Zimmer. Auf dem Pausenhof war ich ebenfalls schon gerannt, und jetzt schwitzte ich. Überhaupt machte es mir damals große Freude zu rennen. So trat ich in seine Stube, und er schloss die Tür. Im Unterschied zu den anderen Besuchen, die ich bei ihm gemacht hatte, verriegelte er aber jetzt die Tür. Es war ein kleiner Riegel, am oberen Teil angebracht. Er betrachtete mich und fragte, was ich im Hof getan hätte. Ich erinnere mich nicht, ob ich ihm etwas antwortete. Er sagte, dass ich ja das Hemd außerhalb der Hose trüge und dass er jetzt zu mir kommen würde, um mir es mir wieder richtig anzuziehen. Er näherte sich mir. Er begann seine Hände in meine Hose zu schieben und wollte dabei mein Geschlecht berühren. Ich verstand nicht, was vor sich ging. Und es war wirklich so, als ob ich mich innerlich absonderte oder neben mich trat. Er sagte dann, dass ich mir die Kleidung selbst ordentlich richten solle, wie ich es immer gemacht hätte.

Mit Mund und Zunge

Das tat ich. Dann verlangte er, dass ich mich auf seine Knie setze. Ich tat auch das. Ich konnte nicht sprechen. Ich wusste einfach nicht, was ich sagen sollte. Er begann mir das Gesicht zu küssen. Erst mit seinem Mund und dann auch mit seiner Zunge. Er bedeckte mit seinen feuchten Lippen das Gesicht, den Hals und die Ohren. Er berührte meine Beine. Und er drückte mich sehr, sehr fest mit seinen Armen. Er war rot und verschwitzt und sagte, dass er für mich das Beste wolle. Ich weiß nicht wann und wie, aber mit einem Satz stand ich auf, öffnete den Riegel der Türe und begann zu laufen. Ich lief bis zu einem Waschbecken. Ich trank viel Wasser aus dem Wasserhahn. Es war sehr frisch. Einen kleinen Augenblick zögerte ich. Dann ging ich zurück in meine Klasse.

Nach einiger Zeit, ich erinnere mich nicht genau wann, erzählte uns Javier, ein Klassenkamerad, sein größtes Geheimnis: Unser Seelsorger hatte ihm 25 Peseten geschenkt. Er musste ihm dafür mit den Händen den Schwanz reiben, bis die weiße Flüssigkeit hervorkam. Javier hatte die Hände voller “Lefa”, aber unser Seelsorgerer reinigte sie sich immer mit einem Taschentuch. Danach gab er ihm das Geld. Wir mussten sehr lachen.Es gab sehr viel mehr Geschichten dieser Art an meinem Kolleg, aber sie vermischen sich in meiner Erinnerung.

Ich glaube nicht, dass diese Dinge vor allem in Jesuiten-Kollegs geschehen. Und ich glaube, dass der Missbrauch in meinem Kolleg im Zusammenhang gesehen werden muss mit einem Verhalten, das entsteht, wenn Männer einsam sind und dieser eisernen Disziplin unterworfen werden. Solche Umstände erzeugen krank machende und zerstörerische Sexualität. Es ist das Keuschheitsgebot (die Verneinung von etwas elementar Menschlichem wie der Sexualität) für die Geistlichen, das an meinem Kolleg Frustration, Traumen, Gewalt und Missbrauch erzeugt hat. Darüber hinaus muss man hinzufügen, dass die Jesuiten ein ausgeprägten Sinn haben für Gemeinschaft, Drill, Familie und Auserwähltheit haben. Das führt manchmal zu sehr unklaren Abhängigkeiten. Für mich ist sexueller Missbrauch und Erniedrigung in katholischen Kollegs ein gemeinsamer Nenner der Erziehung, wie sie in Spanien gewesen ist. Bedauerlicherweise habe ich den Verdacht, dass es sehr, sehr viele Fälle gegeben hat.

Selbstverständlich habe auch ich damals nichts gesagt

Der fragliche Seelsorger wurde niemals angeklagt oder auch nur gerügt. Ich denke, dass das gesamte Lehrerkollegium und die Geistlichen davon wussten, aber niemand reagierte. Alle Knaben an unserem Kolleg sprachen darüber, dass er sie berührte. Aber weder hat eine der Autoritäten des Kollegs uns geschützt noch den Seelsorger angezeigt. Aufgrund des starken Verbundenheitsgefühls schützen sich die Jesuiten untereinander. Heute, da ich daran denke, erscheint es mir als eine extreme Form von Grausamkeit, das mit Kindern geschehen zu lassen. Selbstverständlich habe auch ich damals nichts gesagt. Das erste Mal darüber gesprochen habe ich vielleicht zehn oder 15 Jahre später – es fällt mir schwer, mich daran zu erinnern.

Glücklicherweise haben diese Erfahrungen bei mir keinen Hass oder Ähnliches hinterlassen. Meine Söhne besuchen keine religiöse Schule. Und zur Frage, ob ich diese Erfahrungen in meinen Aufführungen verarbeite: Ich war immer der Ansicht, dass die Kindheit voller Erinnerungen ist, die uns ein Leben lang begleiten und ein grundlegender Bestandteil der Persönlichkeit bleiben. So ist es auch mit der Erinnerung an diesen Seelsorger: Aber das gibt mir keine besonderen Anregungen für meine Aufführungen.

(Aus dem Spanischen von Peter Michalzik)

Quelle:

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/themen/2322901_Erinnerungen-an-sexuellen-Missbrauch.html


Altschüler und Eltern drücken Verbundenheit zum Aloisiuskolleg aus


Diskussion um Vorwürfe sexuellen Missbrauchs am Aloisiuskolleg: Altschüler und Eltern befürworten offene Auseinandersetzung und drücken Verbundenheit zum Aloisiuskolleg aus

Bonn (ots) – Anlässlich der aktuellen öffentlichen Diskussion um Vorwürfe sexuellen Missbrauchs am Aloisiuskolleg in Bonn wenden sich mehr als 500 ehemalige Schüler und Schülereltern in einem offenen Brief an die Leitung, das Kollegium und die Schülerschaft des Aloisiuskollegs sowie an den Provinzial des Jesuitenordens.

Sie befürworten die rückhaltlose Aufklärung aller Vorwürfe und möchten mit der Veröffentlichung des Briefes, in dem sie gleichzeitig ihre Verbundenheit zum Kolleg ausdrücken, zu einer offenen Auseinandersetzung, aber auch zu einer ebenso differenzierten wie fairen Berichterstattung in den Medien beitragen.

Hinweis an Journalisten: Anfragen werden über den Pressekontakt an die Unterzeichner des offenen Briefes weitergeleitet.

Offener Brief von ehemaligen Schülern (“Altschüler”) sowie Schülereltern des Aloisiuskollegs Bonn-Bad Godesberg an:

den Provinzial der deutschen Provinz der Jesuiten, Pater Stefan Dartmann SJ die Kollegsleitung des Aloisiuskollegs Oberstudiendirektor Bernhard Wißmann Internatsleiter Dr. Christopher Haep die Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Aloisiuskollegs die Schülerinnen und Schüler des Aloisiuskollegs

Mit Fassungslosigkeit und Bestürzung verfolgen wir die Entwicklungen am Aloisiuskolleg in Bonn und die in den vergangenen Tagen vorgebrachten Vorwürfe sexuellen Missbrauchs.

Wir sind daher dankbar für die Initiative der Kollegsleitung und des Jesuiten-Ordens, hier eine rückhaltlose Aufarbeitung aller Vorwürfe zu betreiben und möglichen Opfern umfassende Hilfe zukommen zu lassen. Wir begrüßen es, dass eine offene Auseinandersetzung zu dem Thema sexueller Übergriffe am Aloisiuskolleg auf unterschiedlichsten Ebenen stattfindet und weitergeführt werden soll.

Mit großer Betroffenheit haben wir den Rücktritt des Rektors des Aloisiuskollegs, Pater Theo Schneider SJ, am 08. Februar 2010 zur Kenntnis genommen. Wir respektieren den Schritt von Pater Schneider und doch bedauern wir diesen Entschluss zutiefst. Sein als Jesuit, Seelsorger, Mentor und Erzieher unerschütterlicher Glaube an das Gute und an das ganz persönliche Potential eines jeden Menschen beeindruckt uns als ehemalige Schüler und als Eltern gleichermaßen und hat Generationen von Schülern nachhaltig geprägt. Wir alle verdanken Pater Schneider sehr viel.

Die Werte und Erziehungsideale des Aloisiuskollegs als katholische Schule und Internat, geführt durch den Jesuitenorden, sind und bleiben für uns durch die Ereignisse unberührt. Das Kolleg war stets geprägt von einer Atmosphäre der Offenheit, mit der Anleitung zu selbstverantwortlichem und verantwortungsbewusstem Handeln. Diejenigen der Unterzeichner dieses offenen Briefes, die selbst Schüler am Aloisiuskolleg waren, blicken auf eine unbeschwerte, prägende und motivierende Schulzeit zurück, für die sie dem Aloisiuskolleg, dem Jesuitenorden und den dort tätigen Lehrern und Erziehern besonders dankbar sind. Viele von ihnen geben dem dadurch nachhaltig Ausdruck, dass sie ihre eigenen Kinder in die Obhut des Kollegs gegeben haben und geben.

Gleichzeitig möchten die ehemaligen Schüler, die diesen Brief unterzeichnen, ausdrücklich mitteilen, dass sie während und nach ihrer Zeit als Schüler weder sexuelle Gewalt noch Missbrauch am Aloisiuskolleg erlebt haben.

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Quelle:

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-02/16161867-diskussion-um-vorwuerfe-sexuellen-missbrauchs-am-aloisiuskolleg-altschueler-und-eltern-befuerworten-offene-auseinandersetzung-und-druecken-verbundenh-007.htm


Israel erschüttert Missbrauchsvorwürfe gegen Rabbi


n-tv.de 16.02.2010

Ein Skandal um sexuellen Missbrauch junger Schutzbefohlener durch einen geistlichen Erzieher erschüttert Israels Öffentlichkeit. Der nationalreligiöse Rabbi Mordechai Elon soll sich nach israelischen Medienberichten mehrfach Jugendlichen und jungen Männern, die ihn um Rat in intimen Fragen baten, unsittlich genähert haben. Der Rabbiner selbst und seine Anhänger wiesen die Anschuldigungen allerdings vehement als Lügen zurück.

Der Fall löste in Israel eine heftige Debatte über die Kette des Schweigens aus, die oft eine Verfolgung von Missbrauchsfällen innerhalb der religiösen Gesellschaft verhindere. Im Fall von Rabbi Elon drangen die Vorwürfe durch eine Stellungnahme des “Forums Takana” an die Öffentlichkeit, einer 2003 gegründeten Vereinigung mehrerer reliöser Einrichtungen, die sich gegen sexuellen Missbrauch innerhalb des religiösen Sektors einsetzt. Dem Rabbiner würden “Taten vorgeworfen, die gegen die Werte von Heiligkeit und Moral verstoßen”, hieß es in darin unter anderem.

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Quelle:

http://www.n-tv.de/panorama/Missbrauchsvorwuerfe-gegen-Rabbi-article731492.html


Berliner Jesuiten laden zu Trauer-Gebet ein


ZEIT ONLINE 16.02.2010

Berlin (dpa) – Die Berliner Jesuiten laden für morgen aus Anlass der an Schulen des Ordens bekanntgewordenen Missbrauchsfälle zu einem Gebet ein. «Tief betroffen von den Zeugnissen der Überlebenden sexueller Gewalt» möchten sich die Jesuiten vor Gott im Gebet versammeln, teilte der Orden in Berlin mit. Gestern war bekanntgeworden, dass sich deutschlandweit über 100 Missbrauchsopfer gemeldet haben. Die Jesuiten freuten sich über jeden, der sich dem Gebet anschließe und seien für Gespräche bereit, hieß es.

Quelle:

http://www.zeit.de/newsticker/2010/2/16/iptc-hfk-20100216-51-23896382xml


Bundesjustizministerin gegen Verlängerung der Verjährung bei sexuellem Missbrauch


Kölner Stadt-Anzeiger 15.02.2010

Vorabmeldung Kölner Stadt-Anzeiger

Bundesjustizministerin gegen Verlängerung der Verjährung bei sexuellem Missbrauch

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Unionspolitiker regen verlängerte Verjährungsfristen bei sexuellen Straftaten an


Mitteldeutsche Zeitung 15.02.2010

Missbrauchsfälle und Kirche

Unionspolitiker regen verlängerte Verjährungsfristen bei sexuellen Straftaten an

Halle (ots) – Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings, hat sich dem Vorstoß der bayerischen Justizministerin Beate Merk (CSU) zur Verlängerung der Verjährungsfristen bei Fällen sexuellen Missbrauchs prinzipiell angeschlossen und eine Initiative noch für dieses Jahr angekündigt. “Ich kann mir vorstellen, dass wir den Schutz der Opfer mit Hilfe der Verjährungsfristen verbessern”, sagte er der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Dienstag-Ausgabe). “Ich bin dafür sehr offen.” Krings verwies auf eine Verabredung im Koalitionsvertrag zum generell effektiveren Schutz von Opfern sexuellen Missbrauchs. Auch das Thema Zwangsheiraten falle hier mit hinein. Man werde die “Verjährungsfristen” in diesem Zusammenhang “kritisch überprüfen”.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Jörg Biallas
Telefon: 0345 565 4300

Quelle:

http://www.presseportal.de/pm/47409/1561999/mitteldeutsche_zeitung


Kinderschänder: Merk für längere Verjährungsfristen


tvaktuell 15.02.2010

Reaktion auf Fälle an katholischen Schulen

Passau (ddp). Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) will die Rechte von Opfern von Missbrauch und sexueller Gewalt im Straf- und Zivilrecht deutlich ausbauen. Vor allem sollen lange zurückliegende Taten deutlich langsamer verjähren als bisher. «In vielen Fällen genügen die derzeitigen Fristen zwar, um eine strafrechtliche Verfolgung der Täter sicherzustellen. Wir erleben es aber immer wieder, dass Fälle des sexuellen Missbrauchs erst nach Jahren oder Jahrzehnten aufgedeckt werden», sagte Merk der «Passauer Neuen Presse» (Montagausgabe).

Auch die jetzt bekannt gewordenen Missbrauchsfälle an katholischen Schulen zeigten, dass Opfer jahrzehntelang geschwiegen hätten. Merk hält daher eine Verlängerung der strafrechtlichen Verjährung in Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs auf 30 Jahre für »unabdingbar«.

Zudem will Merk, dass der »einfache« sexuelle Missbrauch von Kindern zum Verbrechen mit einem Strafrahmen von 1 bis zu 15 Jahren mit der Folge einer Verjährungsfrist von 20 Jahren aufgestuft wird. »Jeder sexuelle Missbrauch von Kindern muss als Verbrechen gelten und mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet werden nichts ist widerwärtiger, als wenn ein Erwachsener seine sexuellen Triebe an einem Kind auslebt und damit dessen kindliches Urvertrauen zerstört«, sagte Merk.

(ddp)


Skandal um sexuellen Missbrauch am Canisius-Kolleg weitet sich aus


AD HOC NEWS 15.02.10

Der Skandal um sexuellen Missbrauch und Misshandlungen am Berliner Jesuitengymnasium Canisius-Kolleg nimmt immer größere Ausmaße an. Im Gespräch mit der «Berliner Zeitung» (Montagausgabe) sagte der Rektor der katholischen Schule, Pater Klaus Mertes, er halte es inzwischen für möglich, dass die Zahl der Opfer dreistellig sei. Mertes zeigte sich offen für Entschädigungszahlungen an die Opfer wie beim Missbrauchsskandal an kirchlichen Einrichtungen in den USA. «Es wird über alles zu reden sein», sagte Mertes.

Mertes hatte Berichte über sexuelle Übergriffe zweier Patres am Canisius-Kolleg in den 70er- und 80er-Jahren öffentlich gemacht, als er im Januar in einem Brief ehemalige Schüler der betroffenen Jahrgänge um Entschuldigung bat und dazu aufrief, «das Schweigen zu brechen».

Wie Mertes sieht auch die Berliner Anwältin Manuela Groll, die mehrere Opfer vertritt, die Dimension des Falles wachsen. «Jeden Tag melden sich bei mir weitere Betroffene», sagte sie der Zeitung. «Ich gehe längst von einer dreistelligen Opferzahl aus.»

ddp/arh

Quelle:

http://www.ad-hoc-news.de/skandal-skandal-um-sexuellen-missbrauch-am-canisius-kolleg–/de/Politik/21053921


Macht, Zwang und Moral


FR-online.de 11.02.2010

Pädophilie gibt es auch außerhalb der katholischen Kirche. Die aber ist eine moralische Instanz. Wenn die Fälle sexuellen Missbrauchs nicht aufgeklärt werden, gerät sie ins Wanken.

Von Christian Schlüter

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel” Die Kirche weiß um die Verführbarkeit von Menschen. Sie weiß um die Schwächen und Verfehlungen der Menschen; auf diesem Wissen ruht ein nicht geringer Teil ihrer Heilslehre. Doch all dieses Wissen bewahrt sie nicht davor, selber der Versuchung zu erliegen. Kirchengeschichte ist immer auch Kriminalgeschichte. Die jüngsten Missbrauchsfälle in jesuitischen Schulen scheinen das zu bestätigen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neuer Fall öffentlich wird, in dem katholische Männer sich an Kindern oder Jugendlichen sexuell vergangen haben; es melden sich immer mehr Opfer, zum Teil nach jahrzehntelangem Schweigen, nach einer für uns behütet Aufgewachsenen nur schwer vorstellbaren Zeit des Leidens.

Vor diesem Hintergrund liegt es mehr als nahe, nicht von bedauerlichen Einzelfällen, sondern von systematischem Missbrauch zu sprechen. Nahe liegt insofern auch die Frage, ob der Missbrauch nicht vor allem als eine Folge der in der römisch-katholischen Kirche vorherrschenden, zumal repressiven Sexualmoral anzusehen ist: Sie mag auf die Leibfeindlichkeit in den antiken Anfängen zurückgehen und sich über den Zölibat bis zu den gegenwärtigen, mitunter erratisch anmutenden Lehrmeinungen fortsetzen, was zum Beispiel die Themen Homosexualität oder Schwangerschaftsverhütung angeht. Die Frage lautet also, ob sich, was seit jeher unterdrückt wird, nicht in der Pädophilie jesuitischer Priester von heute nur wieder ein Ventil geschaffen hat.

Zur Beantwortung dieser entscheidenden Frage sollten wir festhalten, dass Pädophilie und Päderastie auch dort in beträchtlichem Maße verbreitet sind, wo die Kirche weit weg ist: in Familie, Schule, Sportverein Vollkommen legal verdienen Reisebüros und Fluggesellschaften an Sextouristen, die ihrer pädophilen Neigung in Thailand nachgehen. Wir haben es insofern nicht mit einem “katholischen” Thema zu tun. Das zu behaupten, würde von einem Problem ablenken, das nicht allein ein konfessionelles, sondern ein allgemein gesellschaftliches ist. Und genau das könnte uns ein Anlass sein, nach dem repressiven Charakter unserer ach so sexuell befreiten Gesellschaft zu fragen.

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Quelle:

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/2296597_Macht-Zwang-und-Moral.html


ein juristisches Dilemma, mit dem nun das angebliche Opfer leben muss


DERWESTEN

Freispruch nach Vorwurf des sexuellen Missbrauchs : Aussagen des angeblichen Opfers nicht ausreichend

Iserlohn, 09.02.2010, Jennifer Katz

Iserlohn. Mit einem Freispruch endete am Amtsgericht der Prozess gegen einen 29-Jährigen, dem vorgeworfen wurde, seine Cousine in den 90er-Jahren mehrfach brutal vergewaltigt zu haben. Die Aussagen der heute 26-Jährigen erschienen Staatsanwaltschaft und Gutachterin „wie auswendig gelernt”.

„Wir stehen hier vor einem Dilemma für die Justiz, mit dem vor allem die Opfer leben müssen”, erklärte Richter Heinz-Wilhelm Vaupel, nachdem er das Urteil gesprochen hatte. Freispruch lautete es für den Iserlohner, der bereits wegen anderer Delikte vor Gericht stand und sich nun wegen des sexuellen Missbrauchs seiner Cousine verantworten musste (wir berichteten).

Das angebliche Opfer war erst zehn Jahre alt, als die erste Vergewaltigung stattgefunden haben soll. Weitere Fälle wurden für die Zeit zwischen 1995 und ‘98 angegeben. Erst 2002 offenbarte sich die junge Frau. Sie hatte sich auf Anraten ihrer Lehrerin dann in eine Therapie begeben und ihre Missbrauchserfahrungen in einer Art Buch niedergeschrieben. Die Texte, die Aussagen bei der Polizei und bei einer Gutachterin glichen sich bis aufs Wort. „Wie auswendig gelernt. In meiner langen Karriere habe ich noch nie so eine konstante Aussage gehört”, so die Gutachterin in ihrer abschließenden Beurteilung.

Weil keinerlei Beweise – ärztliche Gutachten unmittelbar nach den angeblichen Vergewaltigungen oder Spuren an der Kleidung, die die Eltern des Mädchen hätten entdecken können – vorhanden gewesen sind, stand im Verfahren Aussage gegen Aussage. Der Bundesgerichtshof legt für derartige Fälle strenge Kriterien fest. Dazu zählt unter anderem die Konstanz in der Aussage – jedoch erschien diese den Beteiligten zu stringent, eben „wie auswendig gelernt”. Ein weiteres Kriterium ist das Detailwissen, worüber die Zeugin durchaus verfügt. Die Gutachterin sprach es ihr aber durch die lange Zeit zwischen Taten und Anklage sowie ihres geringen Lebensalters zum Tatzeitpunkt ab. „Sie weiß genau, worauf es ankommt, hat Bücher zum Thema gelesen. Sie manipuliert und sie taktiert”, so die Gutachterin.

Dass die 26-Jährige unter posttraumatischen Belastungsstörungen leidet, stand für Gutachterin, Staatsanwaltschaft und Richter außer Frage. Neben den angeblich sieben Fällen von Vergewaltigungen brutalster Art durch ihren Cousin, der in seiner Jugend als entwicklungsverzögert und aggressiv galt, gab sie an, bereits im Alter von fünf Jahren über mehrere Monate von einem Nachbarn missbraucht worden zu sein. Dieser Täter wurde in der Vergangenheit rechtskräftig verurteilt. Ihre Mutter habe damals eine Ausbildung absolviert, der Vater habe entweder vor dem PC gesessen oder getrunken. Ihren Cousin will sie gemocht haben, bis zu jenem Tag, als er mit seiner Mutter zu Besuch gekommen war.

In der Vernehmung am Dienstag schilderte die Studentin der sozialen Arbeit die einzelnen Missbrauchsfälle, die sie vor ihrer Familie verheimlicht haben will, weil sie sich „geschämt und schuldig gefühlt habe”. Viele Jahre, so die Zeugin, hätte sie die Übergriffe aus ihrem Gedächtnis verbannt. „Ich wusste nur: Da war was.” Dagegen sei der Missbrauch durch den Nachbarn immer präsent gewesen. Erst eine Art De´jà-vu-Erlebnis habe sie auf ihren Cousin als Täter gebracht. Zur Anzeige kamen die Fälle erst vor drei Jahren, als sich die junge Frau das Leben nehmen wollte. „Hätte meine Mutter sich bei der Polizei nicht verplappert, wäre es bis heute nicht so weit gekommen”, erklärte sie.

Im Rahmen ihrer Therapie beschäftigte sich die Zeugin intensiv mit der Missbrauchs-Thematik, sodass ihr die Gutachterin eine „Fülle deliktspezifischen Wissens” attestierte. Das, die Konstanz der Aussage sowie der lange Zeitraum veranlassten Staatsanwaltschaft und Richter dazu, den Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten” gelten zu lassen. Ob der Freigesprochene unschuldig ist oder nicht – ein juristisches Dilemma, mit dem nun das angebliche Opfer leben muss.

Quelle:

http://www.derwesten.de/staedte/iserlohn/Aussagen-des-angeblichen-Opfers-nicht-ausreichend-id2525821.html


Erziehung ist strafbar


sueddeutsche.de 8.02.2010

Italienisches Gericht verurteilt Eltern minderjähriger Vergewaltiger

Von Andrea Bachstein

Rom – Zu insgesamt 450 000 Euro Schadenersatz hat in Mailand ein Gericht die Eltern mehrerer minderjähriger Vergewaltiger verurteilt. Die Jugendlichen hatten über zwei Jahre hinweg ein Mädchen missbraucht, das zu Beginn der Misshandlungen zwölf war. Die Jungen waren zwei bis drei Jahre älter. Die Zivilkammer begründete das Urteil der Tageszeitung Corriere della Sera zufolge mit Erziehungsversäumnissen. Die Eltern hätten nicht dafür gesorgt, dass ihre Söhne Achtung vor den Gefühlen, den Wünschen und dem Körper anderer Menschen entwickeln.

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Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/P5E38w/3212412/Erziehung-ist-strafbar.html


Wie die Kirche ihr Missbrauchsproblem verdrängt


WELT ONLINE 6.2.2010

Katholizismus

Wie die Kirche ihr Missbrauchsproblem verdrängt

Von Gernot Facius 6. Februar 2010

Kindesmissbrauch gibt es nicht nur in der Katholischen Kirche. Doch hier sind die Widerstände besonders groß, wenn es um Aufklärung und Opferhilfe geht. Nachdem nun immer neue Fälle bekannt werden, ist das Bestreben groß, das Problem endlich konsequent anzugehen. Doch die Kritiker bleiben skeptisch.

Der Richter war empört. Vor Karl Iglhaut saß im Regensburger Landgericht als Rückfalltäter der Priester Peter K., 40, der wegen sexuellen Missbrauchs eines Messdieners eine dreijährige Haftstrafe erhielt. Scharf kritisierte der Richter die Leitung der Diözese Regensburg: Sie habe den Pädophilen schon während seiner Bewährungszeit nach dem ersten Missbrauchsfall wieder in einer Gemeinde eingesetzt und ihn so in eine „Versuchungssituation“ gebracht. Der Jurist verglich das mit einer Bank, die jemanden anstelle, der „wegen Untreue oder Unterschlagung vorbestraft ist“.

Der Fall, 2008 verhandelt, steht exemplarisch für lasches kirchliches Handeln, wie es sich nun auch beim Skandal am Berliner Canisius-Kolleg der Jesuiten gezeigt hat. Dabei hätte es die Regensburger Affäre gar nicht geben können, wenn damals die bereits 2002 von der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedeten Leitlinien zum „Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger in der katholischen Kirche“ konsequent angewandt worden wären. Klipp und klar heißt es darin: „Heute steht fest, dass Pädophilie eine sexuelle Störung ist, die von der Neigung her strukturell nicht abänderbar ist.“

Doch im Fall Peter K. hatte sich der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller mit einem 2003 abgegebenen Gutachten verteidigt, wonach bei Peter K. ein Rückfall sehr unwahrscheinlich sei. Hinzu kam, dass das Bistum lediglich einen Dekan beauftragt hatte, er solle „ein Auge haben“ auf den Priester.

“Täterorientierte” Leitlinien?

Wegschauen oder wegversetzen war die Methode, mit auffällig gewordenen Geistlichen umzugehen. Bis 2002 die katholische Kirche in Deutschland erstmals seit langer Zeit mit einer Welle von Priester-Skandalen konfrontiert wurde.

So kam es nach zäher Debatte zu den Aufklärungsleitlinien. Doch rächte sich, dass sie den Diözesen viel Spielraum lassen. Erst jetzt, nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg und in mehreren Bistümern, will die Bischofskonferenz wieder über die Leitlinien reden und sie gegebenenfalls „nachbessern“.

Reicht es aus, fragen Kritiker seit Jahren, dass in jeder der 27 Diözesen nur ein Ansprechpartner, oft ein Personalreferent oder ein Domkapitular, den Opfern zur Verfügung steht? Muss es nicht endlich überall ein „niedrigschwelliges Angebot“ geben, mit unabhängigen Fachleuten?

„Wenn ich Schüler bin, werde ich doch nicht den Personalreferenten anrufen, der möglicherweise mit dem Täter im selben Jahr zum Priester geweiht worden ist“, begründet Christian Weisner von der Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ seine Zweifel.

„Das geht so nicht“, sagt auch der Leipziger Jesuit und Pastoraltheologe Hermann Kügler der „Welt am Sonntag“. „Da müssen Leute von außerhalb ran.“ Nach Erkenntnissen des Augsburger Pastoraltheologen Hanspeter Heinz sind in fast der Hälfte aller deutschen Diözesen kirchliche Amtspersonen als Ansprechpartner benannt worden: „Die aber sind nicht unabhängig genug, um den Opfern die Angst zu nehmen.“

„Täterorientiert“ seien die Leitlinien, meint man bei „Kirche von unten“, sie ermöglichten noch immer Strafvereitelung nach dem Motto: Verfehlungen in unseren Reihen regeln wir selber, ohne sie an die große Glocke zu hängen. Dabei sollte Opferschutz vor Täterschutz gehen.

“Mit dem Willen Gottes geht das irgendwie”

Die Vorgänge am Canisius-Kolleg, sie liegen 30 Jahre zurück, sind eine vergrabene Zeitbombe. Der Jesuiten-Orden wusste von den Fällen, hat aber geschwiegen. Ihm war offenbar der eigene Ruf wichtiger als das Schicksal der Opfer.

Indes war damals die heute geforderte „Kultur des Hinschauens“ in der gesamten Gesellschaft unterentwickelt, erst allmählich ist die Sensibilität gegenüber Gewalt und Missbrauch in Schule, Familie und eben Kirche gewachsen. Und die kirchliche Abschottung hatte ihren Grund auch darin, dass die Nazis einzelne Missstände in Klöstern und Pfarreien herausgegriffen hatten, um die Kirche zu diskreditieren.

Dennoch spricht der Jesuit Bernd Hagenkord, neuer Chef des deutschen Programms von Radio Vatikan, von einem „Kartell des Wegduckens, des Sich-nicht-darum-Kümmerns“. In der Hoffnung, „Mit dem Willen Gottes geht das irgendwie“, habe man sich nicht gefragt, ob es bei einem Mitbruder ein Problem gibt.

Ein solches Kartell könnte gebrochen werden, meint Pater Kügler, wenn man den „Systemfehler“ korrigiere, die Beauftragten für die Aufklärung aus den eigenen Reihen zu nehmen. Die Kirche, eine „hermetische Institution ohne Transparenz“, geübt im Aufbau von Schweigemauern, sei immer bemüht gewesen, die Fälle intern zu regeln und den Staatsanwalt draußen zu halten. „Da stecken die Probleme.“

“Nicht gelernt, intime Beziehungen aufzubauen”

Diese Probleme sind nicht so sehr allein beim Zölibat zu finden, denn Missbrauch gibt es auch bei Amtsträgern der reformatorischen Kirchen und zumal in Familien, in denen sich 90 Prozent aller solcher Fälle ereignen. Eine Partnerschaft allein kann Missbrauch nicht verhindern. Bei Priestern, da sind sich Fachleute einig, seien Missbrauchsneigungen primär Folge sexueller Unreife.

Wunibald Müller im unterfränkischen Münsterschwarzach, der sich seit Jahren in kirchlichem Auftrag mit dem Problem auffällig gewordener Geistlicher befasst, sagt: „Viele Priester, die zu Sexualstraftätern werden, haben nie gelernt, innige und intime Beziehungen aufzubauen.“ Sonst wüssten sie Grenzen zu respektieren.

Nach Pater Küglers Ansicht war das katholische Priesteramt stets attraktiv für Menschen, die in ihrer sexuellen Entwicklung auf einer kindlichen oder pubertären Stufe stehen geblieben sind. Viele seien dem Irrtum erlegen, dass sie sich mit ihrer psychosexuellen Entwicklung nicht auseinandersetzen müssten, da sie ja ein zölibatäres Amt anstrebten.

Dass in der Priesterausbildung mehr Wert auf die Förderung der emotionalen Reife der Kandidaten gelegt werden muss, auf ihre Emanzipation, hat die Bischofskonferenz erkannt und erstmals 1978, dann wieder 1988 in ihren Richtlinien festgelegt. In der Persönlichkeitsbildung sei inzwischen manches besser geworden, bestätigen Pater Kügler und der Pastoraltheologe Heinz.

Indes bescheinigt Kügler seiner Kirche eine jahrtausendealte Erfahrung in der Trennung eines äußeren Bereichs der Disziplin, der Prüfung und Überprüfung, und eines inneren Bereichs des Gewissens. Das spiegele sich in den Priesterseminaren wider, in den getrennten Ämtern des Rektors und des Spirituals, „vergleichbar Indianerstämmen, bei denen es einen Häuptling und einen Schamanen gibt“.

“Beten und Vorlesungen, das allein bringt es nicht”

Der geistliche Begleiter im Priesterseminar darf keinen Bericht an den Bischof geben. Doch spirituelle Begleitung, gibt Hanspeter Heinz zu bedenken, reiche nicht aus. Es müssten mehr Psychologen und Therapeuten in die Seminare. Mit den Kandidaten müsse auch über ihre Bedürfnisse gesprochen werden, fordert Kügler: „Beten und Vorlesungen, das allein bringt es nicht.“

Drücken Bischöfe angesichts des Priestermangels ein Auge zu bei der Auswahl der Kandidaten? Wer den Münchner Regens und Vorsitzenden der Regentenkonferenz der deutschen Priesterseminare, Franz Joseph Baur, befragt, hört ein deutliches Nein: „Die Bischöfe halten sogar eher dazu an, keine faulen Kompromisse zu schließen.“

Risikozonen gibt es dennoch. Ein Problem liegt in der streng hierarchischen römischen Kirchenstruktur und dem überhöhten Priesterbild. Dies verleiht dem geweihten Mann Macht über andere. „Hochwürden“ ist, da er nach katholischem Verständnis Christus repräsentiert, herausgehoben aus der Masse der Gläubigen, gilt als etwas Besonderes. Der Mann in der Soutane erfährt das täglich, ein labiler Mensch kann leicht in Versuchung geraten, Sexualität kann ein Mittel zur Durchsetzung von Macht sein. Aus dem Seelsorger wird dann ein Seelenzerstörer.

Der ehemalige Ministrant Norbert Denef sammelt im Internet Unterschriften mit dem Ziel, beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Aufhebung der deutschen Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch zu erreichen. Dann könnten Opfer auf eine Entschädigung hoffen. Denef war selbst ein Opfer. Jahrelang hat er mit dem Bistum Magdeburg um angemessenes Scherzensgeld gekämpft. Über sein Leben nach dem Missbrauch durch einen Geistlichen sagt er: „Man idealisiert die Täter. Nur so kann man überleben. Als ich plante, mein Schweigen zu brechen, habe ich mich wie ein Selbstmordattentäter gefühlt, der sich unter die Menschen wirft und die Bombe zündet.“

Quelle:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article6281037/Wie-die-Kirche-ihr-Missbrauchsproblem-verdraengt.html


Möglichkeit einer Sammelklage


Geschrieben von »pethens«

Freitag, 5. Februar 2010

Berlin: Mit Bezug auf die jüngst bekannt gewordenen Fälle von sexuellem Missbrauch in Einrichtungen des Jesuitenordens drohte vor wenigen Tagen ein Berliner Rechtsanwalt mit einer Sammelklage vor einem US-Gericht. Angesichts des Ausmaßes der Fälle von Kindesmissbrauch in der Vergangenheit scheint diese eine notwendige Konsequenz zu sein, die Einsichtige schon längst gezogen haben. Denn es zeigt sich, dass der deutsche Staat die Kinder nicht schützen kann, manchmal, so der Eindruck, auch nicht schützen will. Täter und Mitwisser verstecken sich hinter der Verjährung. Sie ist in Deutschland aber nur ein verfahrenstechnisches Instrument.

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Bayern fordert längere Verjährungsfristen


WELT ONLINE 6. Februar 2010

Missbrauch: Bayern fordert längere Verjährungsfristen

Von Peter Issig

München – Es ist ein Dammbruch. Nachdem in der vergangenen Woche zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch an der katholischen Eliteschule Canisius-Kolleg in Berlin aus den 70er- und 80er-Jahren bekannt wurden, melden sich täglich neue Opfer aus anderen Schulen und Internaten. Anwälte sind eingeschaltet, erste Zivilklagen werden bereits geprüft. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) erwartet hier aber Probleme. “Es ist zu befürchten, dass das deutsche Recht den Opfern keine Hilfe ist.” Oft würden Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs erst nach vielen Jahren aufgedeckt.

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Ursula Raue: “Da hat sich meine Meinung etwas geändert.”


Berliner Morgenpost 5.02.2010

Canisius-Kolleg

Ermittlerin Raue spricht von einer “Lawine”

Die Rechtsanwältin und Mediatorin Ursula Raue war lange Vorsitzende der Hilfsorganisation “Innocence in Danger” und ist seit 2007 Ansprechpartnerin des Jesuitenordens für Opfer sexuellen Missbrauchs. Sie soll zwischen Opfern und Tätern im Fall Canisius vermitteln. Was sie bislang herausgefunden hat.

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Die Herde der schwarzen Schafe


stern.de 5.02.2010

Experten schätzen, dass es unter deutschen Priestern Hunderte Triebtäter gibt. Warum kommt es in der katholischen Kirche so oft zum Kindesmissbrauch? Der Zölibat ist eines von vielen Problemen. Von Sönke Wiese

Tausende Missbrauchsopfer in Irland, über 100 rechtskräftig verurteilte Priester in Australien und mehr als 10.000 Klagen in den USA: Weltweit stürzen Kinderschänder die katholische Kirche in eine immer schwerere Krise. Erst im Dezember 2009 sind in Irland über 300 weitere Fälle von Kindesmissbrauch bekannt geworden. In Deutschland konnten die Gemeinden sexuelle Übergriffe, wenn sie überhaupt bekannt geworden waren, meist als Einzeltaten herunterspielen.

Seit dem Skandal am Berliner Canisius-Kolleg funktioniert das nicht mehr. Jahrelang missbrauchten die bisher drei bekannten Täter ihre Schüler; nicht nur in Berlin, sondern auch in Hamburg, St. Blasien, Hannover, Göttingen und im Ausland. 30 Opfer haben sich schon gemeldet. “Das ist erst die Spitze des Eisbergs”, fürchtet Klaus Mertes, Rektor des Jesuiten-Kollegs.
“Wie ein Selbstmordattentäter”
Denn die meisten Taten werden aus Scham und Angst niemals angezeigt. “Man idealisiert die Täter”, sagte Norbert Denef im Interview mit stern.de. In seiner Kindheit war er jahrelang von einem Priester vergewaltigt worden. Viele Opfer sexuellen Missbrauchs fühlen sich lebenslang mitschuldig. Als Denef 30 Jahre später plante, das Schweigen zu brechen, kam er sich vor “wie ein Selbstmordattentäter”. Die meisten Opfer versuchen, das traumatische Geschehen zu verdrängen. Experten gehen von einer enorm hohen Dunkelziffer aus, auch in Deutschland dürften schon tausende Kinder in der Obhut von Geistlichen vergewaltigt worden sein.

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Quelle:

http://www.stern.de/panorama/missbrauch-in-der-kirche-die-herde-der-schwarzen-schafe-1541307.html


Jesuit zieht NS-Vergleich im Missbrauchsskandal


derStandard.at 05. Februar 2010,

Pater von Gemmingen

Er verglich die Situation des Ordens mit der von Juden zur NS-Zeit – Jesuiten-Chef reagiert mit scharfe Kritik: “Vollkommen inakzeptabel”

Im Skandal um sexuellen Missbrauch an katholischen Jesuiten-Schulen in Deutschland hat Pater Eberhard von Gemmingen nun mit einem Verweis auf die Judenverfolgung vor einem Generalverdacht gegen seinen Orden gewarnt. Der frühere Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan sagte in einem Interview: “Es ist fatal, nun den ganzen Orden schlecht zu machen. Ich muss einen Vergleich ziehen: Mit den Juden ist es so losgegangen, dass vielleicht der ein oder andere Jude Unrecht getan hat. Dann aber hat man schlimmerweise alle angeklagt und ausrotten wollen. Man darf nicht von einzelnen Missetaten ausgehen und eine ganze Gruppe verurteilen. Und die Gefahr, dass das passiert, ist groß.”

Der 73 Jahre alte von Gemmingen nahm zugleich einen der Patres in Schutz, die sexuellen Missbrauch begangen haben sollen. “Ich stehe zu ihm. Der hat gesündigt, wenn ich das so sagen darf. Leider laufen in Deutschland noch viele andere Sünder rum, auf die niemand mit dem Finger zeigt”, sagte von Gemmingen. Es sei aber gut, dass die Fälle aufgedeckt werden. Von Gemmingen war selbst Schüler und Präfekt am Jesuiten-Kolleg in Sankt Blasien im Schwarzwald, in dem es auch Opfer gab.

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