Das Gedächtnis des Körpers


Im aktuellen Heft – DER SPIEGEL 32/2010 vom 09.08.2010

Das Gedächtnis des Körpers

Sind Gelassenheit, Übergewicht, Intelligenz und Langlebigkeit angeboren? Genfunde nähren den Glauben an die Allmacht der Biologie. Doch nun zeigt sich, wie sehr Umwelteinflüsse die Erbanlagen verändern: Die Gene steuern uns – aber auch wir steuern die Gene, durch unseren Lebensstil.

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•    Gene sind kein Schicksal – der persönliche Lebensstil prägt Gesundheit und Charaktereigenschaften stärker als gedacht


Sexuelle Gewalt im Gefängnis


Neue Zürcher Zeitung 14. August 2010

Ein gefährliches und hierzulande noch kaum erforschtes Phänomen.
Von Thomas Noll

Im Januar 2008 ermordete ein Verwahrter in der Strafanstalt Pöschwies aus sexuellen Motiven einen Mitgefangenen. Doch abgesehen von dieser schlimmen Tat weiss man in der Schweiz bis jetzt nur wenig über sexuelle Gewalt im Gefängnis.

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Traumatische Erfahrungen verändern das Gehirn


morgenweb 8.07.2010

Die Odenwaldschule in Ober-Hambach könnte, was den Umgang mit sexuellem Missbrauch angeht, zu einem Modell für Deutschland werden. Kaum eine andere Institution macht die Aufklärung der Missbrauchsfälle so zum Thema wie das Internat an der Bergstraße und intensiviert damit eine öffentliche Diskussion. Dies zeigt sich auch im Programm der Festwoche zum Bestehen der Schule seit 100 Jahren.

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Sechs Prozent der Jugendlichen leiden unter Borderline


aerzteblatt.de 1.07.2010

Aachen – In Deutschland leiden etwa sechs Prozent der Jugendlichen unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Darauf verwies die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) heute auf der Eröffnung des 1. Internationalen Kongresses zur Borderline-Persönlichkeitsstörung in Berlin. An dem Kongress nehmen mehr als 1.500 Teilnehmer aus 40 Ländern teil.

Borderline-Patienten leiden unter extremen Gefühlsschwankungen und Selbsthass. Viele fügen sich regelhaft Selbstverletzungen zu, quälen sich mit Selbstmordgedanken und nehmen Drogen, um sich zu beruhigen.

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Fremde Mächte im Gehirn und Genom


Frankfurter Allgemeine 23.06.2010

Im digitalen Code der Gene stecken nicht nur Erinnerungen, die Gene erinnern sich auch selbst: Wie das „Epigenom“ unser Lernen, Gedächtnis und die Psyche prägt.

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Wuppertaler Appell an den “Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch”


Das Dunkelfeld lichtet sich – und wer hilft jetzt?

Experten fordern qualifizierte Hilfen für männliche Opfer sexueller Gewalt!
„Männliche Opfer sexualisierter Gewalt erhalten nicht die Hilfe, die notwendig ist!“ Mit dieser dringenden Mahnung haben sich nun Experten aus Beratungsstellen, Kliniken und Wissenschaft in der aktuellen Diskussion um sexuellen Missbrauch und Kindesmisshandlung zu Wort gemeldet.

Vom 23. bis 25.4.2010 fand in Wuppertal das dritte Vernetzungstreffen von Experten statt, die männliche Opfer sexualisierter Gewalt begleiten, beraten und zu diesem Thema forschen.
An dem Fachforum nahmen Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich teil. Vertreten waren u.a. Mitarbeiter des Bremer Jungenbüros, von Anstoß in Hannover, Zartbitter Köln und dem Projekt berliner jungs. Die Therapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen und Geschlechterforscher waren nach Wuppertal gekommen, um über die bestmögliche Versorgung jener Menschen zu beraten, deren Schicksal nun endlich in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird: Jungen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind und Männer, die in ihrer Jugend missbraucht wurden. Die Experten weisen darauf hin, dass die Gefährdung von
Jungen in kirchlichen Institutionen – insbesondere in Internaten und Heimen – aber auch in Vereinen, Schulen und Ferieneinrichtungen schon seit langem bekannt ist. Das wurde in der Vergangenheit allerdings fast immer ignoriert oder zumindest bagatellisiert.

Durch die aktuellen Enthüllungen scheint das öffentliche Problembewusstsein zu wachsen, aber: „Aufdeckung und öffentliche Empörung allein reichen nicht aus“, sagt Peter Mosser, Psychologe in der Münchner Beratungsstelle kibs und Autor der Studie Wege aus dem Dunkelfeld. „Die Betroffenen benötigen jetzt spezialisierte Hilfsangebote, die ihrer Problematik gerecht werden.“ Dies bedeutet: Geschlechtsspezifische Konzepte, wie sie von den hier versammelten Fachkräften entwickelt wurden, müssen breitflächig umgesetzt werden. Dazu der Traumafachberater Thomas Schlingmann von Tauwetter Berlin: „Jungen reagieren auf sexuellen Missbrauch anders als Mädchen. Männer haben unter anderen Folgen zu leiden als Frauen. Wenn dies in der Ansprache der Betroffenen und der Unterstützung nicht berücksichtigt wird, läuft die Hilfe ins Leere“.

Bislang gibt es kaum Forschungsergebnisse zu der verborgenen Gewalt an Jungen und Männern. Zwar wurde im Jahre 2001 unter der damaligen Familienministerin und jetzigen Bundesbeautragten zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, eine Pilotstudie durchgeführt. “Jetzt muss die Chance genutzt werden, dass die in Aussicht gestellte repräsentative deutschlandweite Befragung von Männern über die ihnen angetane Gewalt auch wirklich durchgeführt wird“, so der Freiburger Geschlechterforscher Hans-Joachim Lenz.

Die Experten bemängeln, dass Hinweise von Jungen auf sexuelle Ausbeutung bis heute von der Umwelt kaum verstanden werden und auch eine krasse Unterversorgung an Selbsthilfe-, Beratungs- und Therapieangeboten für männliche Missbrauchsopfer besteht. Die Kommunen müssen ihrer Verantwortung für die Bereitstellung adäquater Angebote für männliche Opfer sexualisierter Gewalt nachkommen. Die Bundesregierung wird aufgefordert ein Bundesgesetz zu erlassen, das eine Verpflichtung der Kommunen festlegt, für ein entsprechendes Beratungsangebot für männliche Opfer sexualisierter Gewalt zu sorgen.

Die wenigen spezialisierten Angebote sind finanziell schlecht ausgestattet und können den nun sprunghaft gestiegenen Bedarf nicht annähernd decken. Die Suche nach Hilfe kann nur auf Resonanz stoßen, wenn entsprechende Versorgungsangebote verfügbar sind. “Wir fürchten, dass betroffene Jungen und Männer sich nicht trauen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, oder wieder mutlos werden und im Dunkelfeld verschwinden, wenn sie keine adäquaten Ansprechpartner für sich und ihre Vertrauenspersonen finden. Deshalb müssen vorhandene spezialisierte Angebote rasch ausgebaut werden”, so Matthias Nitsch von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI e.V.).

Und noch etwas betonen die Experten: Auch aktuell erleben Jungen tagtäglich sexualisierte Gewalt. Daher ist es besonders wichtig, Präventionsangebote geschlechtsspezifisch zu gestalten. Ein Modell dafür liefert Franz Gerd Ottemeier-Glücks, Pädagoge von mannigfaltig e.V. aus dem Kreis Minden-Lübbecke: „Seit Jahren sagen wir den Jungen: Auch ihr könnt Opfer werden. Und auch ihr habt das Recht auf Hilfe und Unterstützung!“

Unterzeichnende:
Kim Bärmann, Münchener Informationszentrum für Männer, München.
Ursula Enders, Zartbitter e.V., Köln.
Georg Fiedeler, Beratungsstelle Anstoß – gegen sexualisierte Gewalt an Jungen und männlichen Jugendlichen / Männerbüro Hannover e.V.
Diana Filzhäfer, kibs – Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt, München.
Heinrich Fischer, Kinderschutzambulanz NEUE WEGE, Bochum.
Hans-Joachim Lenz, Forsche Männer & Frauen – Büro für Beratung, Bildung und Forschung, Freiburg (i. Breisgau).
Torsten Kettritz, Fachstelle “Ausweg”, Magdeburg.
Antonio Merchan, Tauwetter – Anlaufstelle für Männer, die als Junge sexuell missbraucht wurden, Berlin.
Werner Meyer-Deters, Kinderschutzambulanz NEUE WEGE, Bochum.
Volker Möhrchen, Bremer JungenBüro.
Peter Mosser, kibs – Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt, München.
Matthias Nitsch, Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI e.V.).
Karsten Otte, Jugendwerk Rietberg.
Franz Gerd Ottemeier-Glücks, Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an und von Jungen, mannigfaltig Minden-Lübbecke.
Ursula Schele, PETZE – Institut für Gewaltprävention gGmbH, Kiel.
Thomas Schlingmann, Tauwetter – Anlaufstelle für Männer, die als Junge sexuell missbraucht wurden, Berlin.
Michael Schmalz, Gegenwind e.V., Bottrop.
Sigurd Sedelies, Opferhilfe-Hamburg.
Marek Spitczok von Brisinski, berliner jungs – Prävention von sexueller Gewalt an Jungen / HILFE-FÜR-JUNGS e.V., Berlin
Hubert Steger, Männerberatung und Informationsstelle für Männer, Wien.
Jimmy Weber, Beratungsstelle für Eltern und Jugendliche für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt.
Marcus Wojahn, Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an und von Jungen, mannigfaltig Minden-Lübbecke.


Der Mensch als Sklave seiner Synapsen


WELT ONLINE 22.05.2010

Von Matthias Kamann

Mediziner und Juristen streiten angesichts neuer Erkenntnisse der Hirnforschung, ob es noch strafrechtliche Schuld und Verantwortung geben kann

Berlin – Ein Mann aus Großbritannien war völlig normal und unbescholten, bis er im Alter von 40 Jahren pädophile Neigungen an sich entdeckte und mit Übergriffen auf Kinder begann. Alsbald bekam er heftige Kopfschmerzen und ging in eine Klinik, wo man einen Hirntumor feststellte. Der konnte entfernt werden – und der Hang zur Pädophilie verschwand. Ein Jahr später ging es wieder los. Der Tumor war nachgewachsen. Nun aber ließ er sich vollständig beseitigen. Seither haben der Mann und die Kinder in seiner Umgebung Ruhe.

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Psychiater: An Missbrauchsdiskussion dran bleiben


ZEIT ONLINE 13.03.2010

Darmstadt/Aachen (dpa) – Die Diskussion über sexuellen Missbrauch darf nach Ansicht des Aachener Psychiatrie-Professors Frank Schneider nicht nachlassen.

«Missbrauch muss in der Gesellschaft grundsätzlich zum Thema gemacht werden», forderte Schneider als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (Berlin) in einem dpa-Expertengespräch. Dies sei für die Vorbeugung wichtig. Schneider ist auch Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik Aachen.

Missbrauch werde nicht durch eine Konfession oder ein Schulkonzept begünstigt. «Ausschlaggebend sind geschlossene Einheiten, wenn der Kontakt zur Außenwelt fehlt», sagte der 52-Jährige. So sei es nicht überraschend, dass neben Einrichtungen der katholischen Kirche mit der Odenwaldschule in Südhessen auch ein Internat mit freiheitlichem Denken in den Schlagzeilen sei. Dort hatten sich zuletzt über 30 Betroffene gemeldet und über Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe berichtet. «Dass es bei den Katholiken angefangen hat, ist Zufall. Missbrauch wird durch Abhängigkeit gefördert.»

«Kinder und Jugendliche brauchen Informationen. Sie müssen wissen, wie und woher sie Hilfe bekommen können», umschrieb der Psychiater einen offenen Umgang mit dem Thema. Dann würden auch Betroffene darin bestärkt, sich zu melden. Eine offene Diskussion über Missbrauch sei auch für eine Therapie wichtig. «Entscheidend ist, dass das Opfer von sich aus sagt, was passiert ist.» Betroffene schämten sich, meinten, sie seien selbst schuld. «Ein Opfer hat dann wenig Neigung, nach außen zu gehen», beschrieb Schneider.

Bleibe Missbrauch als Thema aktuell, bremse dies auch mögliche Täter. «Dann wissen sie, dass sie unter Beobachtung stehen», sagte Schneider. «Das wirkt wie eine Radarfalle.»

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Missbrauch schwächt das Immunsystem


27.01.2009
Von Werner Bartens

Misshandlungen wirken sich nicht nur auf die Seele der Kinder aus. Nach einer schweren Kindheit ist auch das Immunsystem Jahre später noch geschwächt.

Manche Verwundungen bleiben ein Leben lang. Wer Opfer einer Misshandlung, eines Unglücks oder einer anderen Traumatisierung geworden ist, hat mit den seelischen Auswirkungen oft Jahrzehnte zu kämpfen – solche Erfahrungen verblassen nie ganz.

Von “Geistern aus der Kinderstube”, die immer wieder zurückkehren, sprechen Psychologen und meinen damit in erster Linie die langfristigen Folgen für das Gemüt. Schlimme Erfahrungen in der Kindheit hinterlassen jedoch nicht nur Narben in der Seele, sondern auch im Körper.

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Trauma-Opfer wollen verdrängen


Zitat Luise Reddemann 2006:

“Also es gibt Forschung die sagt, ungefähr 50 % der Trauma-Opfer wollen verdrängen und tun’s auch und fahr’n damit gut und die andere Hälfte will eben nicht verdrängen, will sich auseinandersetzen und dann ist es auch gut.”

Luise Reddemann – PITT
 (Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie)

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Trauma-Opfer verdrängen müssen, um zu überleben. Angst, Scham und Schuldgefühle bestimmen das “wollen”. Und sie “fahr’n” damit nicht gut, sondern verdammt schlecht!

Norbert Denef


Sexueller Missbrauch – Auswirkungen auf das Kind


In dem Lehrbuch “Klinische Psychologie” (Davison-Neale-Hautzinger), 7. Auflage, S. 511, steht zum Thema “Sexueller Missbrauch – Auswirkungen auf das Kind” folgendes:

“Die unmittelbaren Auswirkungen von sexuellem Missbrauch auf ein Kind sind sehr unterschiedlich. Bei fast der Hälfte der Betroffenen scheint sich der Übergriff nicht negativ auszuwirken (Kuehnle, 1998).”

“Dieses Lehrbuch “Klinische Psychologie” erscheint nun bereits in der 7. deutschsprachigen Auflage. Ohne Zweifel gehört es zu den erfolgreichen Einführungswerken und hat viele Generationen von Psychologen geprägt.”

Die Aussage, “bei fast der Hälfte der Betroffenen scheint sich der Übergriff nicht negativ auszuwirken”, hat aus meiner Sicht eine fatale Auswirkung für die Opfer. Denn nach dem Abbruch der Schweigemauer, oft erst viele Jahrzehnt nach dem Verbrechen, muss sich das Opfer fragen lassen: Gehörst Du denn überhaupt zu denen die Schaden genommen haben? Und der Kampf um die Anerkennung der Schäden beginnt! – aus diesem Grund schweigen die Opfer lieber, leiden ein Leben lang, werden verrückt oder machen andere verrückt und die es gar nicht mehr aushalten können, versuchen sich das Leben zu nehmen.

In der Zeit als ich über meine erlebte sexualisierte Gewalt noch nicht sprechen konnte, war es für mich unmöglich, das Ausmaß der Folgeschäden wahrzunehmen. Aus Angst Scham und Schuldgefühlen habe ich verdrängt, verleugnet und geschwiegen. Viele Jahrzehnte lang habe ich daran geglaubt, dass der “Übergriff” sich nicht negativ ausgewirkt hat.

Wenn ich oft viele Nächte nacheinander nicht schlafen konnte
und dann erschöpft zusammenbrach
und keine Erklärung dafür hatte – -
das hab ich ja immer alles für normal gehalten, alles.
(er überlegt) Zweimal alles ist zuviel.
Das hab ich ja immer für normal gehalten. Alles.
Normal.
Die Konsonanten schwingen lassen.
Normmmmal- l – l – l – ll.
Jeder Verrückte denkt ja, er ist normal.
(Auszug aus “Alles muss raus”)

Erst nach 44 Jahren war ich dazu in der Lage meine Schäden des Verbrechens anzuschauen und sie zu akzeptieren. Ausführlich beschreibe ich das in meinem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht”.

Anstatt den Opfern einreden zu wollen, dass “bei fast der Hälfte der Betroffenen sich der Übergriff nicht negativ ausgewirkt hat”, wäre es aus meiner Sicht wichtiger, auf folgende Fragen Antworten zu finden:

Warum gibt es in Deutschland keine Studie zu den psychologischen und gesellschaftlichen “Kosten” von Gewalt?

Was bedeutet Gewalterleben/Traumatisierung denn wirklich: für die Opfer, für die gesamte Gesellschaft?

Die Studien anderer Länder zeigen ALLEIN für die sog. häusliche Gewalt Beträge in Milliardenhöhe! Und was wäre, wenn man sexualisierte Kindesmisshandlung noch in solche Studien aufnehmen würde? Beträge, die alle zahlen müssen…
Wie hoch wären die kurz-, mittel- und langfristigen Kosten?

Können und wollen wir uns das wirklich leisten?

Müsste eine Gesellschaft hier nicht werten und sagen: “Moment mal! Die Betroffenen von Gewalt sind uns wichtiger. Sie brauchen…”?

Hoffnungsvolle Grüße

Norbert Denef


Genetisches Gedächtnis – In der depressiven Falle


Von Peter Spork

Die Depression ist noch immer ein riesiges Rätsel”, sagt ein weltweit anerkannter Depressionsforscher: Florian Holsboer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München. “Bis heute ist es uns nicht gelungen, den Ursachen der Erkrankung auf den Grund zu gehen.” Dennoch ist Holsboer wie die meisten Psychiater überzeugt, dass die krankhafte Schwermut ein körperliches Leiden ist, vergleichbar mit einem Diabetes oder einer Schilddrüsenfehlfunktion.

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Stalking und sexuelle Gewalt


Pressemitteilung von Gabriele Remscheid

Gestern Nachmittag war ich auf einer Veranstaltung die über Stalking und sexuelle Gewalt aufklären sollte.
Es begann schon damit das dort nur Fachleute zugelassen waren. Also Therapeuten, Betreuer, Mitarbeiter von Beratungstellen etc. Das ich dort hinein durfte hing nur mit meinem Status als Fachbuchautorin (lach) zusammen. Betroffene hatten keine Zutritt.
Die Referentin eine junge Psychologin, beleuchtete dieses Thema sehr intensiv.Immer wieder wies sie eindringlich darauf hin, wie wichtig es sei das sämtlich Institutionen zusammen arbeiten, das professionelle Hilfe für die Betroffenen von äußerster Wichtigkeit ist.
Je länger diese Veranstaltung dauerte umso trauriger und wütender wurde ich. Denn es kristallisierte sich heraus das sich in den letzten 20Jahren nichts geändert hat. Es gar nicht möglich ist, Betroffenen adäquate Hilfe zu geben, weil keine Gelder da sind. Eine Dame die bei der Stadt arbeitet, sagte ganz deutlich es wird keine neuen Stellen geben.
Mir sind viele Gedanken durch den Kopf geschossen, Opferschutz bedeutet auch heute noch, das die Betroffenen ihr Leben total umgestalten müssen. Sie müssen den Kontakt zum Täter rigoros abbrechen, eventuell ihren Wohnort und Arbeitsplatz wechseln. Zwei anwesende Anwälte und eine Dame von der Polizei sagten ganz deutlich, das nur die wenigsten Täter verurteilt werden, sondern bestenfalls Bewährung bekommen, und dann lustig weiter machen.

Meine Gedanken gehen jetzt dahin das diese Informationen auch den Betroffenen zugänglich gemacht werden müssen, sie dürfen von solchen Veranstaltungen nicht ausgeschlossen werden. Gerade für sie sollten diese Veranstaltungen auch durch geführt werden.
Alle Beratungs und Hilfsangebote,werden von sogenannten Fachleuten angeboten. Auch dort gibt es keine Betroffenen die ihre Erfahrungen einbringen können, sie wären die einzigen die sagen könnten, welche Hilfen nötig sind, was einen Betroffenen weiter bringt um sich aus dieser Situation zu befreien.
Mein Wunsch ist seit gestern wirklich stark, ich möchte es erreichen zweimal im Jahr solche Veranstaltungen zu organisieren, wo jeder Zutritt hat den es interessiert. Ich habe auch schon eine Einrichtung im Auge, wo ich mir vorstellen könnte diese ins Boot zu bekommen. Sobald ich dazu näheres weiß werde ich es hier mitteilen.
Interessierte können sich aber schon jetzt gerne bei mir melden, ich werde sie dann mit einem Newsletter auf dem laufenden halten.
Einen Traum werde ich wohl nur schwer realisieren können, obwohl ich auch dies aufgrund meiner Kontakte zum Radio versuchen werde. Eine Benefizveranstaltung, zugunsten von Betroffenen. Ein hoch gesteckter Traum doch vielleicht gelingt es mir ja.
Dies war es jetzt erst einmal. Ich werde über meine Schritte hier regelmäßig informieren.
Gabriele Remscheid

• Kontakt
Gabriele Remscheid
Postfach 1226
41838 Wegberg
02436/382377
gabrieleremscheid@ymail.com
www.gabriele-remscheid.net

Quelle:

http://www.fair-news.de/news/Stalking+und+sexuelle+Gewalt/37888.html


Kindheitstraumen fordern lebenslang Tribut


Kindheitstraumen fordern lebenslang Tribut

Genaktivität lässt Stresshormone außer Kontrolle geraten

Nie ist die Seele so empfindlich wie als kleines Kind

München (pte/10.11.2009/06:10) – Wer als Kleinkind extremen Stress oder Traumen erlebt hat, ist später eher von Depressionen oder Angststörungen betroffen. Warum das so ist, berichten Forscher vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie http://www.mpipsykl.mpg.de in der Fachzeitschrift “Nature Neuroscience”. “Ein Teil derjenigen, die an psychischen Störungen leiden, erlebte Schlimmes in der Kindheit. Auch wenn sich nicht aus jedem frühen Trauma später eine Krankheit entwickelt, steigt die Wahrscheinlichkeit dafür”, so Studienleiter Dietmar Spengler im pressetext-Interview. Im Mausversuch konnte der Mechanismus nun geklärt werden, wie psychische Belastungen die Genaktivität und Stressbereitschaft dauerhaft verändern können.

Dazu trennten die Forscher neugeborene Mäuse für drei Stunden von ihrer Mutter, und zwar an zehn Folgetagen. “Das löste einen rein psychischen Stress aus, während die Nahrungsaufnahme durch die relativ kurzen Abwesenheiten nicht beeinträchtigt wurde”, berichtet Spengler. Ein DNA-Test zeigte später, dass den Mäusen chemische Markierungen, sogenannte Methylgruppen, in einem regulatorischen Abschnitt des Vasopressin-Gens fehlten, die gewöhnlich die Produktion des Eiweißmoleküls Vasopressin im Gehirn hemmen. In Folge wurde dieses Stresshormon ständig weiterproduziert, was sowohl Emotionen, Gedächtnis als auch den Antrieb der Tierchen störte. Die Mäuse kamen ihr ganzes Leben lang kaum mit Stresssituationen zurecht.

Zeitfenster nach Geburt entscheidet

In der Zeit nach der Geburt sind Tier und Mensch für extreme Veränderungen der Umwelt und soziale Belastungen besonders empfindlich, erklärt der Neurowissenschaftler. “Beim Embryo ist die Empfänglichkeit am höchsten, da sich die Gehirnzellen noch teilen. Ab der Geburt ist dieser Vorgang in vielen Gehirngebieten bereits abgeschlossen. Allerdings sind diese Zellen noch außerordentlich plastisch und reifen weiter.” Je jünger Menschen sind, desto eher kann sich das Gehirn an drastische Änderungen der Umwelt anpassen und hierdurch lang anhaltend geprägt werden, während alte Menschen viel mehr Mühe haben, neue Anforderungen in den Alltag zu integrieren.

Erklärbar sei diese frühkindliche Prägung durch die Anpassung des Gehirns. “Die Abwesenheit der Mäusemutter kann man in der Natur mit schwierigen Umweltbedingungen vergleichen, wenn es etwa viele Katzen oder wenig Futter in der Nähe gibt. Die Mäuse werden so schon früh auf diese Bedingungen sensibilisiert und reagieren später ängstlicher, was ihre Überlebenschance vermutlich steigert”, so Spengler.

Traumabehandlung möglichst früh ansetzen

Entscheidend ist die Frage, ob nach einem frühkindlichen Trauma langfristige Folgen noch abgewandt werden können. “Das ist bei Mäusen am ehesten in der Frühphase der Fall, wenn sich Veränderungen auf die durch den Stress ausgelösten Nervenaktivitäten beschränken. Eingreifen kann man etwa durch vermehrte Fürsorge oder eine besonders weiche Ausstattung des Käfigs”, so Spengler. Dauere das Traumaerlebnis aber über Wochen an, würden die veränderten Nervenaktivitäten in langanhaltende Veränderungen von DNA-Abschnitten umgesetzt. Hierdurch werden traumatischen Erfahrungen gewissermaßen eingraviert und bilden ein äußerst stabiles zelluläres Gedächtnis. Dabei verschwinden Methylgruppen und langfristige Erinnerungsspuren bleiben in der DNA eingezeichnet.

Für die klinische Praxis beim Menschen bedeute das, dass Kinder bei Traumen wie etwa Missbrauch oder Vernachlässigung möglichst bald psychotherapeutische Hilfe erhalten sollten, in besonders schlimmen Fällen auch medikamentöse Behandlung. “Wenn man abwartet, bis in der Schule Lern- und Verhaltensstörungen auftreten, oder psychische Krankheiten im Erwachsenenalter, wird die Behandlung weit schwieriger”, betont der Münchner Neurowissenschaftler gegenüber pressetext.

Abstract und Originalartikel unter:
http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/abs/nn.2436.html

Aussender: pressetext.deutschland

http://www.pressetext.de/news/091110004/kindheitstraumen-fordern-lebenslang-tribut/


Fibromyalgie – Chronisch generalisiertes Schmerzsyndrom


Fibromyalgie

Universität Trier FB I Psychobiologie
Forschungsorientierte Vertiefung:
Psychoneuroendokrinologie und Psychosomatik
Dozenten: Dr. Kudielka-Wüst/ Dr. Wüst
Referentin: Magdalena Kohler

Definition: Fibromyalgie
• „Fibro“-von lat. fibra= Faser
• „My-“bzw. „Myo-“von griech.myos= Muskel
• „algie“,  von griech. algos= Schmerz.
Chronisch generalisiertes Schmerzsyndrom im Bereich der Muskeln und des Sehnenapparates, ohne erkennbare Entzündungsparameter. Meist begleitet von funktionellen und vegetativen Beschwerden.

Hier können Sie das gesamte PDF herunterladen:

http://www.uni-trier.de/uploads/media/Fibromyalgie.pdf



Alle Formen von Kindesmisshandlung können chronische Schmerzen verursachen


Bei chronischen Schmerzen müssen behandelnde Ärzte immer auch an eine körperliche, sexuelle und seelische Misshandlung in der Kindheit denken, appellieren Mediziner auf dem Deutschen Schmerztag in Frankfurt an ihre Kollegen.

(Frankfurt) “In Deutschland werden die psychosomatischen und psychiatrischen Folgen aller Formen von Kindesmisshandlungen noch deutlich unterbewertet und unterdiagnostiziert”, meint Professor Tilman Fürniss, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Münster. Körperliche, seelische und sexuelle Misshandlungen können die Ursache für schwere akute und chronische Schmerzerkrankungen sein. Trotzdem stellen viele Ärzte ihren Schmerzpatienten die sensible Frage nach erlittenen körperlichen, sexuellen und seelischen Misshandlungen in der Kindheit nicht.

Kindesmisshandlung macht körperlich und seelisch krank

Dass viele Mediziner körperliche, sexuelle und seelische Misshandlungen in der Kindheit als Ursache für ein chronisches Schmerzleiden nicht in Betracht ziehen, kann oft auch daran liegen, dass sich die Schmerzen in späteren Jahren häufig ganz anders äußern als sie bei der Misshandlung ursprünglich erfahren wurden. So berichten zwar Frauen, die als Kind sexuell misshandelt wurden, häufig über gynäkologische Schmerzen. Doch die Beschwerden können sich auch auf andere Teile des Körpers verlagern: Manche der Opfer entwickeln zum Beispiel chronische Kopf- oder Bauchschmerzen, Brust- oder Unterleibsschmerzen und behandlungsresistente Rückenschmerzen etc.

Zweierlei Erfahrungen sind es nach Ansicht von Professor Fürniss, die nach Kindesmisshandlung zu chronischen Schmerzen führen können. Jene “primären” Schmerzen, welche die Opfer während einer körperlichen oder sexuellen Misshandlung ertragen mussten, können im Körper unmittelbar Spuren hinterlassen und sich tief in das “Schmerzgedächtnis” einbrennen. Die Schmerzen bleiben dann – als sekundäre Schmerzen – in der ehemals verletzten Körperregion bestehen – oft noch Jahre später.

Seelenschmerz wird zum Körperschmerz

Das zentrale Trauma bei allen Formen von Kindesmisshandlung ist der “Seelenschmerz”, die “verletzte und blutende Seele”. Schmerzsymptomatik, schweres Somatisieren, Angstsymptomatik, vermehrte Depressionen und andere psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen können als Folge aller Formen von Kindesmisshandlung auftreten. Fürniss: “Wenn Seelenschmerz nach Kindesmisshandlung zu körperlichen Schmerzen wird, muss auch primär die Seele diagnostiziert und behandelt werden.” Auch ohne körperlichen Schmerz kann die Seelenqual bei sexueller und emotionaler Misshandlung die Schmerzempfindung nachhaltig schädigen: “Allein die Angst und die Traumatisierung können schwere chronische Schmerzerkrankungen verursachen”, betont Professor Fürniss. Menschen, die “nur” psychisch misshandelt wurden, werden so ebenfalls zu potenziellen Schmerzpatienten.

Selbstbetäubung gegen Schmerz als Überlebensstrategie

Dass die Schmerzwahrnehmung bei Missbrauchsopfern schwerstens beeinträchtigt sein kann, sehen Kinder- und Jugendpsychiater in der Praxis auch daran, dass in ihrer Kindheit misshandelte Patienten nicht nur eine erniedrigte, sondern auch eine ungewöhnlich hohe Schmerzschwelle haben können. “Manche misshandelte Kinder und Jugendliche fügen sich immer wieder selbst stark blutende Verletzungen zu, ohne dabei Schmerzen zu empfinden”, berichtet Professor Fürniss. Die Kinder betäuben sich praktisch selbst. Ursprünglich hilft diese “Selbstanästhesie” oder “Selbsthypnose” dabei, Schmerz und Angst während der Misshandlung nicht zu spüren.

Körperlich und seelisch verletzte Kinder werden schmerz- und seelenkrank

Selbstverletzungen werden häufig von Depressionen und anderen psychiatrischen Erkrankungen begleitet. Nach Erfahrungen von Fürniss kann die Schmerzwahrnehmung dieser Patienten durch eine psychotherapeutische Behandlung der seelischen Traumatisierung, Depression und anderer psychosomatischer und kinderpsychiatrischer Erkrankungen oft wieder normalisiert werden. Um chronischen Schmerzen als Folge von körperlicher, sexueller und seelischer Kindesmisshandlung vorzubeugen, rät er deshalb zu einer frühzeitigen gründlichen Diagnostik und einer spezifischen Traumatherapie durch einen Kinder- und Jugendpsychiater.

Zahlenmäßig ein massives Problem – hohe Gesundheits- und Sozialkosten

In angloamerikanischen Studien kamen Ärzte zu dem Ergebnis, dass bis zu 60 Prozent der von ihnen untersuchten chronischen Schmerzpatienten in ihrer Kindheit körperlich, sexuell oder seelisch misshandelt worden waren. Im Jahr 1997 wurden bei einer immer noch bestehenden enormen Dunkelziffer in den USA nachweislich 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche körperlich, sexuell oder seelisch misshandelt oder vernachlässigt. In Deutschland gibt es jedoch keine vergleichbaren Statistiken. Auf die Bundesrepublik übertragen, wären dies 350.00o nachweislich misshandelte Kinder pro Jahr – ein massives Potenzial für Schmerzerkrankungen und andere kinderpsychiatrische und psychosomatische Erkrankungen.

Durch lang andauernde und komplizierte Diagnostiken und Therapien sowie durch häufige Arztbesuche bei verschiedenen Ärzten und einer deutlich erhöhten Operationsrate von Schmerzerkrankungen, die durch Misshandlungen in der Kindheit bedingt sind, entstehen durch unterdiagnostizierte und fehlbehandelte Patienten enorme Kosten, die das Gesundheitssystem belasten. US-Untersuchungen zeigen, dass gesundheits- und sozialökonomische Folgen durch Erkrankungen und Schädigung der seelischen und sozialen Funktionen nach schwerer Kindesmisshandlung zwischen 450.000 und 600.000 Euro betragen können.

Darum sollten Ärzte, die erwachsene Patienten mit chronischen Schmerzen unklarer Ursache untersuchen, auf sensible und einfühlsame Art Fragen nach möglichen Traumatisierungen durch Misshandlung in der Kindheit stellen. Kinder mit unklaren schweren chronischen Schmerzen sollten von einem Kinder- und Jugendpsychiater zur diagnostischen Evaluation überwiesen werden.

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Quelle:

http://www.schmerzliga.de/presse/2002/pressemeldung_10.htm


Sexueller Missbrauch – Unter die Haut gebrannt


Von Johann Caspar Rüegg
Angeboren oder erworben – Gene oder Umwelt? Ohne Frage spielen bei der Entstehung psychosomatischer Störungen biologische Faktoren – vor allem veränderte Gene – eine gewichtige Rolle . Doch ebenso bedeutsam sind erlittener Stress und traumatische frühkindliche Erfahrungen.

“Eine belastete Kindheit kann nicht nur das seelische Wohl eines Menschen lebenslang schädigen, sondern auch die körperliche Gesundheit”, sagt Seth Pollak, Professor für Psychologie an der Universität Wiskonsin in Madison.

Er hatte in einer unlängst in den Proceedings of the National Academy of Science veröffentlichten Studie mitgeteilt, dass Jugendliche, die in ihrer Kindheit misshandelt wurden, ein beeinträchtigtes Immunsystem hatten. Und dies war auch bei denjenigen der Fall, die ihre frühe Kindheit – vernachlässigt und ohne adäquate Betreuung – in rumänischen oder russischen Waisenhäusern verbracht hatten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die traumatischen Erfahrungen, die misshandelte oder vernachlässigte Kinder machen, “gehen unter die Haut”, sie hinterlassen psychobiologische Narben. Diese können sogar im Erbgut “eingebrannt” sein, sie verändern bestimmte Gene – “epigenetisch”, meint der Biopsychologe Michael Meaney.

Blick ins Gehirn

Er hatte zusammen mit seinen Kollegen von der McGill Universität in Montreal nachgewiesen, dass traumatische frühkindliche Erfahrungen tief greifende Spuren im Erbgut hinterlassen (Nature Neuroscience, Band 12, S. 342-348). Seine Versuchspersonen lebten allerdings nicht mehr. Es handelte sich nämlich um zwölf Suizidopfer, alle etwa Mitte 30, die als Kind sexuell missbraucht, immer wieder geschlagen oder auf eine andere Weise traumatisiert wurden.

Die Forscher hatten aus dem Gehirn der Verstorbenen bei der Autopsie den Hippocampus herausgeschnitten, jene Hirnregion, die für das Speichern von Erinnerungen zuständig ist. Dann isolierten sie aus dem Hirngewebe ein NR3C1 genanntes Gen, von dem man vermutet, es schütze vor Stress und Depressionen. Die Überraschung: An Teile seiner DNA waren häufig Methylgruppen angelagert, jedenfalls das Vielfache dessen, was im entsprechenden Gen der nicht traumatisierten Verstorbenen gefunden wurde.

Durch diese chemische Veränderung – die Methylierung – wurde die Aktivität des Anti-Stress-Gens beträchtlich eingeschränkt. Jedenfalls konnte die im Antistress-Gen kodierte genetische Information weniger gut abgelesen werden als in den Kontrollen. Darin sahen die Forscher einen Hinweis, dass die neuronale “Stressbremse” gewissermaßen lahmgelegt war.

War das vielleicht eine (Mit-) Ursache dafür, dass sich die Suizidopfer das Leben genommen hatten? Offenbar nicht. Denn zwölf weitere, etwa gleich alte Suizidopfer wiesen im Methylierungsmuster des entsprechenden Gens keine Veränderungen auf – vermutlich, weil sie in ihrer Kindheit niemals misshandelt oder in anderer Weise traumatisiert wurden.

Eine Frage der Epigenetik

Die Schlussfolgerung: Es ist nicht etwa der mit dem Suizid verbundene Stress, sondern die frühkindliche Traumatisierung die “unter die Haut geht” und im Genom der Betroffenen die verhängnisvollen chemischen Spuren hinterlässt – lebenslang.

Durch die neuen Erkenntnisse ist deutlich geworden, dass die Frage “Gen oder Umwelt” nicht einfach mit einem “entweder oder” beantwortet werden kann. Vielmehr geht es darum, wie Umweltfaktoren auf Gene einwirken, sie chemisch verändern und dabei ein- oder abschalten – eine Frage der Epigenetik.

Damit bewahrheiten sich Erkenntnisse, die Michael Meaney und seine Kollegen schon vor Jahren gewonnen hatten, allerdings durch Untersuchungen an Ratten. Die kanadischen Forscher konnten bereits 2004 nachweisen, dass bei den Jungen von Ratten, die von ihren Müttern vernachlässigt wurden, das besagte Anti-Stress-Gen viel stärker mit Methylgruppen beladen war als bei den Rattenbabys aus dem gleichen Stamm, die nach der Geburt häufig geleckt und damit gut gepflegt und gehegt wurden.

Die Aktivität des Gens war somit stark reduziert, das Gen quasi abgeschaltet. Und dem entsprechend hatten die betroffenen Jungen nur eine geringe Resistenz gegen Stress, und dazu waren sie auch noch überaus furchtsam.

Bei guter mütterlicher Pflege verloren Rattenbabys die – bei der Geburt noch vorhandene – Methylhülle um das Anti-Stress-Gen bereits in der ersten Lebenswoche. Dies war aber auch bei den vernachlässigten Jungen der Fall, wenn sie spätestens zwölf Stunden nach der Geburt ihren Müttern weggenommen, von einer fürsorglichen Ratte adoptiert und dann mindestens acht Tage lang gut bemuttert wurden.

Solche Adoptionsexperimente ließen zwei Schlüsse zu. Erstens: Nicht Vererbung, sondern die Qualität der Beziehung zwischen dem Kind und seiner Mutter (oder Ersatzmutter) beeinflusst die DNA-Methylierung und damit die Wirksamkeit des Gens. Zweitens: Die chemische Veränderung am Gen ist im Prinzip reversibel – zumindest im Tierversuch.

Und noch eins.

Sogar bei ausgewachsenen Ratten konnten die Methylgruppen wieder von der DNA abgehängt werden. Dazu war allerdings eine Art von Gen-Therapie mit einem Wirkstoff namens Trichostatin erforderlich. Die in die Hirnkammern injizierte Substanz bewirkte, dass das Anti-Stress-Gen einen Teil seiner Methylhülle verlor. Dadurch wurde es aktiviert, und die von ihm programmierten Proteine konnten im Hirn gebildet werden.

Warum die vom Anti-Stress-Gen programmierten Proteine die Stress-Resistenz erhöhen ist unschwer zu verstehen. Es handelt sich nämlich um Eiweißkörper auf der Oberfläche gewisser Nervenzellen des Gehirns, die Stresshormone wie Cortisol binden. Wenn nun bei Stress zu reichlich Cortisol in die Blutbahn ausgeschüttet wird, so reagiert das Hormon mit den besagten Proteinen, seinen “Rezeptoren” im Gehirn, vor allem im Hippocampus. Letzterer hemmt daraufhin die Stressreaktion.

Umgekehrt erhöht ein Mangel an Stresshormon-Rezeptoren die Anfälligkeit für Stress. Die betroffenen Tiere werden geradezu ängstlich, ja sogar depressiv.

Nun möchte man aber gerne wissen, ob die an Ratten gewonnenen Erkenntnisse auch für uns Menschen relevant sind. Insbesondere: Hängt die Resistenz gegen Stress von der Zuwendung ab, die das Neugeborene von seiner Mutter oder einer anderen Beziehungsperson erhält?

Vernachlässigung und Traumatisierung

Bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts beobachtete der amerikanische Psychologe René Spitz, dass sich alleingelassene und vernachlässigte Säuglinge schlecht entwickelten, sofern sie keine zuverlässige Bezugsperson hatten. Sie wurden ängstlich und depressiv und blieben in ihrer Entwicklung weit zurück.

Unlängst untersuchten Amie Hane und Nathan Fox von der Universität Maryland 185 Paare von Müttern und Kindern und teilten sie in zwei Gruppen ein. In der ersten Gruppe waren Kinder und deren Mütter, die sich um ihre Kleinen nach der Geburt intensiv kümmerten.

Die Mütter in der zweiten Gruppe schenkten hingegen ihren Nachwuchs nur wenig Aufmerksamkeit. Die schon im ersten Lebensjahr vernachlässigten Kleinkinder dieser Gruppe reagierten viel stärker auf Stress, sie waren weniger belastbar als jene der anderen.

Insbesondere dank Seth Pollaks und Michael Meaneys Studien wissen wir nun aber auch, dass Vernachlässigung und Traumatisierung im frühen Kindesalter nicht nur seelische, sondern auch nachhaltige Spuren im Immunsystem und in den Genen hinterlassen können.

Quelle:

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/?em_cnt=1983706&em_cnt_page=1


Sexueller Missbrauch unter Jugendlichen häufig


Sexueller Missbrauch unter Jugendlichen häufig
Sozialpsychologin: “Pornografie lehrt sexuelle Verhaltensdrehbücher”

Fehlende Abgrenzung bringt jugendliche Paare oft in ernste Probleme

London/Potsdam (pte/07.09.2009/13:35) – Liebesbeziehungen unter Jugendlichen laufen nicht immer romantisch ab, sondern beinhalten oft erzwungene sexuelle Handlungen oder Aggressionen gegen den Partner. Das haben Wissenschaftler der Universität Bristol http://www.bris.ac.uk und der britischen Gesellschaft für die Prävention von Gewalt gegen Kinder (NSPCC) http://www.nspcc.org.uk erhoben. Sie untersuchten Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, von denen 90 Prozent bereits sexuelle Erfahrungen hatten. Die Ergebnisse schockierten selbst die Studienautoren. Jedes sechste Mädchen gab an, bereits ein- oder mehrmals zum Sex gezwungen worden zu sein, eines von 16 Mädchen berichtete über eine Vergewaltigung vom Freund oder Ex-Freund. Jedes vierte ist körperlicher Gewalt ausgeliefert und wurde bereits vom Freund geohrfeigt, geschlagen oder regelrecht verprügelt. Jedes dritte Mädchen leidet an sexuellen Handlungen in der Beziehung.

Besonders betroffen waren junge Mädchen mit einem deutlich älteren Freund, sowie wenn sie bereits zuvor durch Eltern oder ältere Brüder Gewalt erlitten hatten. Bei den Burschen war der Anteil derer, die durch Druck oder Zwang zu sexuellen Handlungen gedrängt wurden, deutlich geringer. Nur jeder Fünfte berichtete von körperlicher Gewaltanwendung in der Beziehung. Mädchen gaben häufig an, aus Schuldgefühl oder Angst um den Verlust des Freundes wenig Alternativen zur Duldung der Gewalt zu haben. “Schockierend ist, dass so viele Jugendliche Gewalt oder Missbrauch in der Beziehung normal finden. Viele berichten ihren Eltern gar nicht, was wirklich passiert”, berichtet NSPCC-Sprecherin Diana Sutton. Die Studienautoren sehen die Ergebnisse als alarmierendes Signal, dass die Prävention von Gewalt in Beziehungen stärker im Schulunterricht einfließen soll.

Das Problem ist nicht auf Großbritannien beschränkt. “Auch unsere Erhebungen zeigen, dass sexuelle Aggressionen häufig vorkommen. Fast zwei Drittel der von uns untersuchten Frauen zwischen 18 und 20 Jahren hatte bereits unfreiwillige sexuelle Kontakte hinter sich”, berichtet Barbara Krahé, Sozialpsychologin an der Universität Potsdam http://www.psych.uni-potsdam.de im pressetext-Interview. Mädchen scheinen häufiger als Opfer auf als Burschen, wobei sich die Befragung zu Opfererfahrungen bei männlichen Jugendlichen schwierig gestaltet. “Auch Burschen berichten von unfreiwilligen Kontakten. Fragt man sie, wie schlimm sie diese empfunden haben, spielen sie es eher runter.” Durch klinische Diagnostik könne man jedoch auch bei missbrauchten Jungen später Symptome wie vermehrte Depressionen oder Angstzustände feststellen. “Für Männer ist es schwieriger, diese Probleme auch wahrzunehmen oder zu kommunizieren”, so die Psychologin. Langfristige Folgen habe Missbrauch in der Partnerschaft für Mädchen wie auch für Burschen. “Wer einmal zum Opfer wird, hat erhöhtes Risiko, dass sich diese Erfahrung auch später wiederholt.”

Als wichtigsten Grund für diese Gewalt sieht Krahé ein sexuelles Verhaltensdrehbuch, das in den Köpfen vieler junger Menschen eingeschrieben sei. “Männer sollen fordern und Initiative zeigen, während Frauen Kontrolle suchen. Diese Normen werden auch aus pornografischen Darstellungen erlernt, die häufig Gewalt beinhalten. Frauen zieren sich dabei zuerst vor der Gewaltanwendung, willigen schlussendlich jedoch ein, da sie diese anscheinend doch toll finden. Pornografie ist heute für Jugendliche leichter zugänglich denn je und Burschen wie auch Mädchen übernehmen die hier gezeigten Rollen.” Durch den Gruppenzwang unter Peers werden die sexuellen Drehbücher schließlich weitergegeben und gefestigt. “Burschen wollen bei Freunden dadurch punkten, dass sie möglichst viele Mädchen an Land ziehen”, so die Sozialpsychologin.

Als Ausweg aus sexueller Gewalt rät die Expertin den Opfern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. “Eine Vielzahl von Notrufstellen nimmt sich speziell der Probleme jugendlicher Hilfesuchenden an. In einigen Großstädten gibt es darüber hinaus Einrichtungen für junge Männer, die einen besseren Umgang mit ihrer Neigung zu aggressivem Verhalten erlernen möchten”, so Krahé. Die wichtigste Maßnahme der Prävention sei es, die Verhaltensdrehbücher in Frage zu stellen und das Recht auf Selbstbestimmung als Norm zu erlernen. “Viele glauben, dass sexuelle Interessen mit Nachdruck durchgesetzt werden dürfen, besonders wenn man sich für den Partner finanziell verausgabt hat oder wenn es schon früher zu Annäherungen kam. Die Freiwilligkeit des Körperkontaktes hat jedoch für das Funktionieren einer Beziehung hohe Bedeutung.” Das solle auch im schulischen Sexualunterricht stärker betont werden, schlägt die Potsdamer Psychologin vor. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
http://pressetext.de/news/090907032/sexueller-missbrauch-unter-jugendlichen-haeufig/


Die Wurzeln der Gewalt sind NICHT unbekannt


von Alice Miller
Die Wurzeln der Gewalt sind NICHT unbekannt

Das irregeleitete Gehirn und die verbannten Emotionen

Die Fakten:

1. Die Entwicklung unseres Gehirns hängt von dem ab, was wir erfahren haben. Das Gehirn bildet sich in den ersten 4 Lebensjahren aus, je nachdem welche Erfahrungen die Umwelt dem Kind bietet. So entwickelt sich das Gehirn eines Kindes, das vor allem Liebe erlebt hat, anders als das eines Kindes, das grausam behandelt wird.

2. So gut wie alle Kinder unseres Planeten werden in ihren ersten Lebensjahren geschlagen. Von Anfang an lernen sie Gewalt, und diese Lektion ist in ihrem Gehirn gespeichert. Kein Kind wird gewalttätig geboren. Gewalt ist NICHT genetisch bedingt. Sie existiert, weil geschlagene Kinder in ihrem Erwachsenenleben von der Lektion Gebrauch machen, die im Gehirn gespeichert ist.

3. Da geschlagene Kinder sich nicht verteidigen dürfen, müssen sie ihren Ärger verdrängen und ihre Wut auf die Eltern, die sie gedemütigt, ihre angeborene Empathie getötet und ihre Würde beleidigt haben. Später als Erwachsene richten sie diese Wut gegen Sündenböcke und vor allem gegen ihre eigenen Kinder. Da sie keine Empathie empfinden können, richten einige ihre Wut gegen sich selbst (in Form von Essstörungen, Drogenabhängigkeit, Depressionen usw.) oder gegen andere Erwachsene (in Form von Kriegen, Terrorismus, Kriminalität usw.).

Fragen / Antworten:

F.: Eltern schlagen ihre Kinder, damit diese gehorchen, ohne dies zu hinterfragen. Abgesehen von einer kleinen Minderheit protestiert niemand gegen diese gefährliche Gewohnheit. Warum wird dieser so deutliche Zusammenhang (zwischen betrogenem Opfer und misshandelndem Täter) von der ganzen Welt ignoriert? Warum haben nicht einmal die Päpste, die für das moralische Verhalten vieler Millionen Gläubiger verantwortlich sind, letztere bis heute nie darüber informiert, dass es ein Verbrechen ist, Kinder zu schlagen?

A.: Weil fast ALLE von uns geschlagen wurden und wir alle sehr früh lernen mussten, dass Grausamkeiten normal, harmlos und sogar gut für uns seien. Niemand hat uns jemals gesagt, dass es sich dabei um Verbrechen gegen die Menschheit handelt. Unser sich entwickelndes Gehirn speichert diese falsche, unmoralische und absurde Lektion. Dies erklärt die emotionale Blindheit, die auf der Welt herrscht.

F.: Können wir uns von der emotionalen Blindheit befreien, die wir in der Kindheit entwickelt haben?

A.: Wir können uns, zumindest bis zu einem gewissen Grad, von dieser Blindheit befreien, indem wir es wagen, unsere verdrängten Emotionen zu fühlen, auch unsere Angst vor und unsere verbotene Wut auf unsere Eltern, die uns oft terrorisiert haben in diesen langen Jahren, die die schönsten unseres Lebens hätten sein sollen. Wir können diese Jahre nicht nachholen. Aber indem wir uns der Wahrheit stellen, können wir unser inneres Kind, das voller Angst und Ablehnung ist, in einen Erwachsenen verwandeln, der seine Wahrheit kennt und daher verantwortungsvoll ist, der schließlich seine Empathie wiedergewonnen hat, derer man ihn so früh beraubt hat. Wenn wir Menschen werden, die ihre Geschichte gut kennen, können wir nicht mehr bestreiten, dass Kinder zu schlagen ein Verbrechen ist, das auf der ganzen Welt verboten werden sollte.

Schlussfolgerung:

Sich um die emotionalen Bedürfnisse unserer Kinder zu kümmern bedeutet weitaus mehr als ihnen eine glückliche Kindheit zu bieten. Es bedeutet, es dem Gehirn der zukünftigen Erwachsenen zu ermöglichen, gesund und rational zu funktionieren, ohne Perversion und Wahnsinn. Ein Kind dazu zwingen zu lernen, dass Schläge ohne Zweifel gut für es seien, ist die absurdeste und abwegigste Lektion, die gefährlichste Konsequenzen hat. Diese Lektion, gepaart mit der Tatsache, von seinen wahren Gefühlen getrennt zu sein, bildet die Wurzeln der Gewalt.

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© 2008 Alice Miller

by Alice Miller

The Roots of Violence are NOT Unknown

The misled brain and the banned emotions

The Facts:

1. The development of the human brain is use-dependent. The brain develops its structure in the first four years of life, depending on the experiences the environment offers the child. The brain of a child who has mostly loving experiences will develop differently from the brain of a child who has been treated cruelly.

2. Almost all children on our planet are beaten in the first years of their lives. They learn from the start violence, and this lesson is wired into their developing brains. No child is ever born violent. Violence is NOT genetic, it exists because beaten children use, in their adult lives, the lesson that their brains have learned.

3. As beaten children are not allowed to defend themselves, they must suppress their anger and rage against their parents who have humiliated them, killed their inborn empathy, and insulted their dignity. They will take out this rage later, as adults, on scapegoats, mostly on their own children. Deprived of empathy, some of them will direct their anger against themselves (in eating disorders, drug addiction, depression etc.), or against other adults (in wars, terrorism, delinquency etc.)

Questions and Answers:

Q: Parents beat their children without a second thought, to make them obedient. Nobody, except a very small minority, protests against this dangerous habit. Why is the logical sequence (from being a misled victim to becoming a misleading perpetrator) totally ignored world-wide? Why have even the Popes, responsible for the moral behaviour of many millions of believers, until now never informed them that beating children is a crime?

A: Because almost ALL of us were beaten, and we had to learn very early that these cruel acts were normal, harmless, and even good for us. Nobody ever told us that they were crimes against humanity. The wrong, immoral, and absurd lesson was wired into our developing brains, and this explains the emotional blindness governing our world.

Q: Can we free ourselves from the emotional blindness we developed in childhood?

A: We can – at least to some degree – liberate ourselves from this blindness by daring to feel our repressed emotions, including our fear and forbidden rage against our parents who had often scared us to death for periods of many years, which should have been the most beautiful years of our lives. We can’t retrieve those years. But thanks to facing our truth we can transform ourselves from the children who still live in us full of fear and denial into responsible, well informed adults who regained their empathy, so early stolen from them. By becoming feeling persons we can no longer deny that beating children is a criminal act that should be forbidden on the whole planet.

Conclusion:

Caring for the emotional needs of our children means more than giving them a happy childhood. It means to enable the brains of the future adults to function in a healthy, rational way, free from perversion and madness. Being forced to learn in childhood that hitting children is a blessing for them is a most absurd, confusing lesson, one with the most dangerous consequences: This lesson as such, together with being cut off from the true emotions, creates the roots of violence.

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