Saarbrücker Zeitung 12.01.2012
Lübeck/Trier. Das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt (netzwerkB) hat den Rücktritt von Bischof Stephan Ackermann gefordert. Grund seien Fehler Ackermanns im Umgang mit einem Missbrauchsfall, der im vergangenen Dezember öffentlich wurde. Ein mittlerweile pensionierter Saarbrücker Pfarrer hatte sich in den 1980er-Jahren an zwei minderjährigen Messdienerinnen vergangen. Der Fall war im Bistum seit Anfang 2011 bekannt, die Beurlaubung des Pfarrers erfolgte jedoch erst nach kritischen Medienberichten Ende des Jahres.
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Leipziger Volkszeitung 14.01.2012
Rückkehr an den Ort der Angst – für eineinhalb Stunden
Ex-Delitzscher Norbert Denef spricht vor Fernsehkamera über Missbrauchsfälle und kämpft für Aufhebung der Verjährungsfristen
von Kay Würker
Delitzsch. Mehr als vier Jahre nach seinem letzten Besuch ist Norbert Denef am Donnerstag erneut nach Delitzsch gekommen. Doch es war eine kurze Begegnung mit der Stadt, mit der ihn so viel und doch so wenig verbindet: keine Übernachtung, kein Gassenbummel, nur eineinhalb Stunden Drehtermin vor der Kulisse der katholischen Kirche. Die Macher des SAT1-Wissenschaftsmagazins Planetopia hatten ihn darum gebeten. Denn für die Sendung, die am Montag um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird, ist der 62-Jährige ein wichtiger Gesprächspartner. Sie beschäftigt sich mit einem der dringendsten Anliegen Norbert Denefs: der Aufhebung der Verjährungsfristen bei Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung.
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DEUTSCHE WELLE 15.12.2011
Der neue Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat sich viel vorgenommen: In den nächsten zwei Jahren soll sich die Lage von Opfern sexualisierter Gewalt in Deutschland konkret verbessern….
…Andere Betroffenen-Organisationen wie das netzwerkB (Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt) setzen wenig Hoffnung auf Johannes-Wilhelm Rörig. Schon der Runde Tisch sei von den Täterorganisationen wie den Kirchen dominiert worden, sagt der Sprecher von netzwerkB, Norbert Denef. Denef setzt sich vor allem für eine rückwirkende Aufhebung der Verjährungsfristen sexualisierter Gewalt ein: “Wir brauchen Symbole, dass man dem Täter sagt, ‘ein Leben lang musst Du damit rechnen, zur Verantwortung gezogen zu werden’. Das ist das Umdenken, das wir brauchen, in der Gesellschaft”. Anfang Dezember erreichte Norbert Denef auf dem Bundesparteitag der SPD die einstimmige Unterstützung der Genossen für dieses Ziel….
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Mehr auf netzwerkB:
Aufhebung der Verjährungsfristen einstimmig angenommen
netzwerkb Gesetzentwurf Verjährungsfristen
Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland
Sammelklage gegen den deutschen Staat
münchens hit-radio 30.11.2011
Bundesregierung will Betroffene stärker unterstützen – Opferverband kritisiert Beschlüsse
Berlin (dapd). Ein mit 100 Millionen Euro ausgestatteter Fonds soll Opfer sexuellen Missbrauchs in Deutschland unterstützen. Bund und Länder stellen jeweils die Hälfte dieser Summe für Hilfe und Therapien zur Verfügung, wie Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Abschlussberichts des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch sagte. Eine zentrale Clearingstelle soll die Ansprüche prüfen. Die Verjährungsfristen für Schadenersatzansprüche werden auf 30 Jahre angehoben, die Stellung von Opfern im Strafprozess soll weiter gestärkt werden.
Der Opferverband NetzwerkB kritisierte indessen die Beschlüsse.
Der Runde Tisch Kindesmissbrauch wurde im März 2010 von der Bundesregierung beschlossen. Anlass waren die vielen bekannt gewordenen Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit in staatlichen, privaten und kirchlichen Einrichtungen.
Leutheusser-Schnarrenberger betonte, die Beschlüsse des Runden Tisches seien einstimmig gefallen. Der Abschlussbericht enthalte eine Reihe von Empfehlungen an den Gesetzgeber und die Institutionen. Deutlich geworden sei, dass ein “Lernprozess für die gesamte Gesellschaft notwendig” sei.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) kündigte eine Präventionskampagne an, mit deren Hilfe für das Thema Sexueller Missbrauch sensibilisiert werden soll.
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) will 30 Millionen Euro für Forschungsprojekte, beispielsweise über die Traumatisierung von Opfern oder die Gewaltvorbeugung, zur Verfügung stellen.
Der Opferverband NetzwerkB kritisierte die Beschlüsse. Der Vorsitzende Norbert Denef sagte dapd: “Der Runde Tisch ist gescheitert: Dies war vorauszusehen und überrascht uns nicht.” Der Bericht enthalte vor allem Empfehlungen und keine konkreten Ergebnisse. Denef kündigte an, Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen der Verjährungsfristen für Schadenersatzansprüche zu erheben. Dass diese nun auf 30 Jahre erhöht worden seien, sei “nicht ausreichend – die Verjährungsfristen müssen weg”.
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SÜDWEST PRESSE 30.11.2011
Berlin. Die Arbeit beginnt jetzt erst, sagen die Verantwortlichen des Runden Tisches zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauch. Sie legten gestern ihren Abschlussbericht vor. Es gab deutliche Kritik.
Norbert Denef lässt kaum ein gutes Haar an dem Runden Tisch zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. “Ich sehe wenig Positives”, wettert der Vorsitzende des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt. Seine Vermutung: Mit dem Runden Tisch, der gestern seinen Abschlussbericht vorlegte, habe die Politik nur Zeit schinden wollen nach dem Bekanntwerden vieler Missbrauchsfälle in der Kirche und anderen Institutionen Anfang 2010. Nun ist das Thema aus den Schlagzeilen verschwunden – und auf der Politik laste weniger Druck, Ergebnisse präsentieren zu müssen.
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Deutsche Welle 30.11.2011
Der Runde Tisch “Sexueller Kindesmissbrauch” hat seinen Abschlussbericht vorgestellt. Er empfiehlt längere Verjährungsfristen und Therapiehilfen….
…Enttäuschung bei den Opfern
Die Missbrauchsbeauftragten der beiden großen Kirchen und Fachpolitiker der verschiedenen Parteien haben die Ergebnisse des Runden Tisches begrüßt. “Jetzt muss sich bewähren, was auf den Weg gebracht wurde”, sagte der evangelische Bevollmächtigte Bernhard Felmberg. Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, sagte, die Arbeit in dem Gremium sei stets sehr konstruktiv gewesen. Die Vertreter der katholischen Kirche seien respektvoll behandelt worden.
“Mager” nannte dagegen die Leiterin der Kölner Beratungsstelle “Zartbitter” die Ergebnisse. Sie vermisst eine Aufstockung der Mittel für die Prävention. Auch Opferverbände zeigten sich enttäuscht. “Ich sehe wenig Positives”, sagte Norbert Denef, der Vorsitzende des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt. Und Christian Bahls von der Initiative MOGiS kritisierte insbesondere, dass die zusätzlichen Hilfen für Betroffene aus dem Fonds auf 10.000 Euro pro Person begrenzt sind. “Das Leid der Betroffenen ist ungedeckelt”, erklärte er.
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WELT ONLINE 30.11.2011
Der Runde Tisch Kindesmissbrauch tagte über ein Jahr, jetzt gibt es Ergebnisse. Den Opfern sexuellen Missbrauchs geht die Hilfestellung nicht weit genug.
Ein mit 100 Millionen Euro ausgestatteter Fonds soll Opfer sexuellen Missbrauchs in Deutschland unterstützen. Bund und Länder stellen jeweils die Hälfte dieser Summe für Hilfe und Therapien zur Verfügung, wie Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in Berlin bei der Vorstellung des Abschlussberichts des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch sagte.
Eine zentrale Clearingstelle soll die Ansprüche prüfen. Die Verjährungsfristen für Schadenersatzansprüche werden auf 30 Jahre angehoben, die Stellung von Opfern im Strafprozess soll weiter gestärkt werden. Der Opferverband NetzwerkB kritisierte indessen die Beschlüsse.
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BOULEVARD Baden 30.11.2011
Berlin (dapd). Ein mit 100 Millionen Euro ausgestatteter Fonds soll Opfer sexuellen Missbrauchs in Deutschland unterstützen. Bund und Länder stellen jeweils die Hälfte dieser Summe für Hilfe und Therapien zur Verfügung, wie Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Abschlussberichts des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch sagte. Eine zentrale Clearingstelle soll die Ansprüche prüfen. Die Verjährungsfristen für Schadenersatzansprüche werden auf 30 Jahre angehoben, die Stellung von Opfern im Strafprozess soll weiter gestärkt werden.
Der Opferverband netzwerkB kritisierte indessen die Beschlüsse.
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NIBELUNGEN KURIER 30.11.2011
Bundesregierung will Betroffene stärker unterstützen / Opferverband kritisiert Beschlüsse
Berlin (dapd) Mit einer Hilfe in Millionenhöhe will die Bundesregierung Opfer sexuellen Missbrauchs unterstützen. Der Bund stelle 50 Millionen Euro für einen Fonds für Hilfe und Therapien zur Verfügung, sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Abschlussberichts des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch.
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netzwerkB 26.11.2011

Am 26. November 2011 wurde Bischöfin Kirsten Fehrs im Dom zu Lübeck in ihr Amt als Bischöfin eingeführt. Ihre Vorgängerin Maria Jepsen war wegen der Missbrauchsfälle im Juli 2010 zurückgetreten. Vor dem Dom demonstrieren der Verein Missbrauch in Ahrensburg und netzwerkB. Sie erinnerten daran, dass nach wie vor Verbrechen von sexualisierter Gewalt verschwiegen, verleugnet und vertuscht werden, auch in der evangelischen Kirche.
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Lübecker Nachrichten 26.11.2011
Lübeck – Kirsten Fehrs wurde gestern im Dom in ihr Amt eingeführt. Lübeck hat wieder eine Bischöfin.
…Ihr besonderes Augenmerk, kündigt Fehrs an, wolle sie auf die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Ahrensburg (Kreis Stormarn) legen. Ihre Vorgängerin Maria Jepsen war im Zuge der Missbrauchsfälle im Juli 2010 zurückgetreten. Draußen vorm Dom demonstrieren der Verein „Missbrauch in Ahrensburg“ und das „Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt“. Sie bitten Fehrs um einen Termin….
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NDR.de 26.11.2011
von Daniel Kaiser
So feierlich kann Protestantismus sein. Dutzende Pastoren und Bischöfe in schwarzen Talaren, weißen Gewändern, mit traditionellen Halskrausen oder weißen Stolen ziehen in den Lübecker Dom ein. Die schweren Glocken der alten Kathedrale läuten. Sogar der Zimbelstern klingelt. Es ist ein Festtag für die evangelische Kirche. Man spürt in diesem Gottesdienst: Die Menschen freuen sich auf die neue Bischöfin. Kirsten Fehrs ist Seelsorgerin durch und durch.
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Frankfurter Rundschau 25.11.2011
Hartmut von Hentig nennt Missbrauch an der Odenwaldschule erstmals Verbrechen – und löst trotzdem Empörung aus.
Die Opfer klagen an
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Humanistischer Pressedienst hpd 25.11.2011
SCHARBEUTZ. (hpd) Weil er die staatliche Justiz und Regierung bei der Aufklärung des Missbrauchs von Kindern außer Stande sieht, will Norbert Denef nun den deutschen Staat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) an den Pranger stellen.
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