Wem nützt ein medialer Pranger?
taz.de 7.11.2010
In der Sendung “Tatort Internet” werden mutmaßliche Pädophile verfolgt. Doch wie gefährlich ist das Internet wirklich für Kinder?
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taz.de 7.11.2010
In der Sendung “Tatort Internet” werden mutmaßliche Pädophile verfolgt. Doch wie gefährlich ist das Internet wirklich für Kinder?
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Warum sie weder Schuld noch Reue kennen
VON DORIS WEBER
Endhaltestelle München-Arabellapark. Es ist der 20. Dezember 2007. Die Überwachungskamera in der U-Bahn wird zum einzigen Zeugen, als zwei Jugendliche einen Mann niederschlagen und brutal zusammentreten.
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Der Tagesspiegel 15.10.2010
5000 Neuntklässler sollen für eine Studie einen 38-seitigen Fragebogen ausfüllen. Dabei geht es um sensible Daten. Eltern wehren sich, der Streit mit der Innenverwaltung wird schärfer.
SPIEGEL ONLINE 15.10.2010
Von Hannah Pilarczyk
Die neue RTL-2-Sendung ”Tatort Internet” führt potentielle Pädophile vor. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen werfen drei angesehene Kinderschutzvereine den Machern jetzt vor, bei der Recherche “manipulativ” vorzugehen und sich ”höchst fragwürdiger Methoden” zu bedienen.
SPIEGEL ONLINE 13.10.2010
Von Konrad Lischka, Hannah Pilarczyk, Christian Stöcker und Alexander Kühn
Die RTL-2-Sendung ”Tatort Internet” will gegen sexuellen Missbrauch an Kindern vorgehen. Doch jetzt wird das von Stephanie zu Guttenberg unterstützte Format zum Pranger: Ein Mann, der Kontakt zu Minderjährigen suchte, wurde unzureichend anonymisiert – und konnte enttarnt werden.
Frankfurter Allgemeine 13.10. 2010
Ältere Männer, die jüngere Mädchen begehren, machen sich gut im Fernsehen. RTL 2 versucht zur Zeit, sich als gesellschaftlich verantwortungsvoll handelnder Sender darzustellen, indem er sie bei Kontaktversuchen im Internet in eine Falle lockt und dann eindringlich fragt, was sie sich eigentlich dabei denken. Halbschwestersender RTL macht derweil Lust auf “Lolita-Sex” und wirbt für “Deutschlands erstes Teeny-Bordell” (sic!).
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SPIEGEL ONLINE 8.10.2010
Tatort Trash-TV
Von Hannah Pilarczyk
Stephanie zu Guttenberg hilft RTL 2 bei der Panikmache: In der Show “Tatort Internet” werden potentielle Kinderschänder in die Fernsehfalle gelockt. Doch statt Eltern und Kinder ernsthaft aufzuklären, setzt das skandalöse Format auf billige Schockeffekte.
taz.de 16.09.2010
Über laszive Pop-Outfits meckern und selbst in der “Bild” veröffentlichen? Für Ministergattin Stephanie zu Guttenberg kein Widerspruch.
VON Diana Aust
Ein Eintrag im Duden beginnt wie folgt: “Bi/got/te/rie, -die; -n; [franz. bigoterie]: 1. kleinliche, engherzige Frömmigkeit, übertriebener Glaubenseifer.” Ein Eintrag, der im Fall von Stephanie zu Guttenberg, Ehefrau von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, geborene Gräfin von Bismarck-Schönhausen und Ururenkelin von Reichskanzler Otto von Bismarck, besonders zutreffend ist.
WELT ONLINE 11.09.2010
Mit “Das Gift” will Yoko Ono auf die weltweite Gewalt aufmerksam machen. Auch ihr verstorbener Mann taucht in der Ausstellung auf.
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hr-online.de 8.09.2010
Ein Theaterstück, das sexuelle Gewalt auf dem Dorf thematisiert, sorgt für Wirbel im Raum Marburg. Die Empörung über den Regisseur ist so groß, dass ein kompletter Gesangsverein seine Teilnahme an dem Stück absagte.
Kölner Stadt-Anzeiger 27.08.10
Von Uli Kreikebaum
Ein elfjähriger Junge soll am vergangenen Donnerstag in Hürth seine dreijährige Schwester vergewaltigt haben. Den Eltern war schon einmal das Sorgerecht für den Jungen entzogen wordem, kürzlich erst war Junge der Mutter zur Probe zurückgegeben worden.
krone.at 24.08.2010
Jeder hat es gewusst, doch niemand hat etwas dagegen unternommen. Und die Opfer von sexueller Gewalt in Heimen leiden ihr ganzes Leben unter den Folgen. Wiens Bürgermeister Michael Häupl bat nun die Betroffenen um Verzeihung. Außerdem leistet die Stadt Entschädigungszahlungen und übernimmt Therapiekosten.
Frontal21 27.07.2010
Das Trauma von Schülern und Eltern
von Kyo Mali Jung und Astrid Randerath
Die ehemaligen Grundschüler wollen unerkannt bleiben. Sie brauchen all ihren Mut, um zu erzählen, was ihnen vor Jahren der Lehrer angetan hat. Sie waren in der ersten Klasse, da wurden sie von ihm geschlagen und sexuell missbraucht. Trotzdem bleibt der Lehrer bis heute straffrei.
PRESSEMITTEILUNGEN 29.07.2010
Stuttgart (ots) – Die Entscheidung ist ein fatales Signal an alle Opfer sexueller Gewalt. Im Fall Kachelmann sprechen die objektiven Spuren, die am Tatort und Opfer zu finden waren, ziemlich klar gegen den charmanten Wettermoderator. Das Gericht hat diese objektiven Spuren einfach ignoriert. Man kann es keinem Vergewaltigungsopfer verdenken, wenn es sich nach dieser Entscheidung lieber nicht der Justiz anvertraut.
derStandard.at 28. Juli 2010
Ex-Modell soll vor mehr als 30 Jahren vom Regisseur unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden sein Los Angeles – Erneut werden Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski laut. Ein weiteres mutmaßliches Opfer bezichtigt den Regisseur, sie vor über 30 Jahren unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben.
Als Überlebender einer sexuellen Gewalttat durch katholische Priester in den 60ern möchte ich zuerst allen hier Engagierten meine Hochachtung aussprechen – dass hier und in den vielen anderen Foren von Opfern sexueller Gewalttaten geleistete „Brechen der Schweigemauer“ ist überwältigend und ich möchte Ihnen allen weiterhin Mut, Kraft und Ausdauer wünschen.
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derStandart.at 02.072010
Machtstrukturen in Kirche, Schulsystemen und in der Familie ermöglichen Missbrauch – Die traumatisierten Opfer brechen oft erst nach Jahrzehnten ihr Schweigen.
Früher habe ich es selbst nicht geglaubt: Wieso kommen da erwachsene Menschen von 40 oder 50 Jahren daher und behaupten auf einmal, vor 30 Jahren oder vor noch längerer Zeit missbraucht worden zu sein? Können die das nicht gleich sagen?
Für die meisten Opfer beginnt nach der Tat erst der eigentliche Leidenweg! Massiv beschädigt an Körper, Geist und Seele gelingt es vielen nicht mehr, die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. Manche schaffen nicht einmal mehr einen Schul- oder Ausbildungsabschluss oder scheitern spätestens im Berufsleben. Zu sehr sorgt die schwere Traumatisierung dafür, dass selbst banale Alltagskonflikte gleich auf die Seele gehen, bei manchen bleibt deswegen sogar die Partnerschaft oder Familie auf der Strecke.
Der wirtschaftliche Schaden ist immens! Vertane Berufschancen, Kündigungen, Arbeitslosigkeit – ein Leben in ständiger Krankheit und am Rande des Lebensmutes, all das geht im Vergleich gegenüber Gesunden in die hunderttausende. Angerichtet durch die abscheulichen Verbrechen, geradezu potenziert durch die lebenslangen Folgen dieser Tat. Und es wirkt immer weiter…
Danach befragt, beschreiben viele der Betroffenen das als “Gefangensein der Seele”. Ein treffender Vergleich, ermöglicht er doch einen Rückgriff auf eine staatliche Regelung zur Bemessung einer Entschädigungshöhe. Das “Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen” (StrEG) beziffert in Paragraf §7 den Tagessatz für die gesetzliche Haftentschädigung mit 25 Euro für jeden angefangenen Tag der Freiheitsentziehung. Warum also nicht auch bei einer Seelengefangenschaft?
Ein Rückgriff auf eine gesetzliche Regelung hat den Vorteil, dass hier bereits ein annehmbarer Konsens gefunden wurde. Bei der Frage nämlich, wie hoch man vernünftigerweise eine Entschädigung für Missbrauchsopfer ansetzen sollte, fehlt es allerorten an geeigneten Bemessungsmaßstäben. Hierüber sich neu zu verständigen, dürfte eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Ein solcher Anschluss an eine bereits bestehende gesetzliche Regelung könnte daher die Entscheidungsfindung beim Runden Tisch sehr beschleunigen. Auf diese warten nämlich nicht nur wir Missbrauchsopfer, sondern auch die Bistümer und andere Leistungsträger. Vorher gibt es kein Geld.
Deshalb: Schließen Sie sich als Betroffene/r einer gemeinsamen Forderung nach Entschädigungszahlung in Höhe der gesetzlich geregelten Haftentschädigung in Höhe von 25 Euro pro Tag an, beginnend ab dem ersten Tag der Verletzungshandlung. Nur mit einer solchen gemeinsamen Forderung können wir dem Runden Tisch helfen, den Entschädigungswillen der betroffenen Missbrauchsopfer zu vertreten und zu beziffern.
(Traumatisiert@wolke7.net)
Als Missbrauchsopfer sind wir verletzlich. Klar, wir wurden ja auch verletzt – schwer an Körper, Geist und Seele. Verständlich, dass bei manchem der Betroffenen sich jahrzehntelang Angestautes nun mit Druck seinen Weg an die Oberfläche bahnt. Oftmals sehr zurecht, wie ich finde.
Aber das hat seine Grenzen dort, wo das eigentliche Anliegen der Opfer in den Hintergrund tritt. Undifferenziert Wut abzulassen gegen die Kirche, Politik und unsere Gesellschaft ist zwar angesichts schwerer Traumatisierung vieler Opfer durchaus verständlich. Aber generalisiertes um sich Schlagen hilft nichts – im Gegenteil, es schadet nur. Denn es gibt durchaus und in Vielzahl Menschen in den genannten Bereichen, die sehr betroffen sind, von dem was uns widerfahren ist. Und die uns mit aller Kraft helfen wollen und auch alles dransetzen, dass sich in Zukunft solche Straftaten nicht mehr wiederholen.
Diese Menschen müssen allerdings auch ihrerseits kämpfen gegen verkrustete Strukturen in ihren Bereichen, haben es daher ganz sicher nicht leicht. Was nützt es uns also, wenn wir mit pauschalierten Rundumschlägen auch diese Menschen treffen, statt sie anzufüttern mit Argumenten, Beispielen und Munition für ihren Feldzug in den eigenen Reihen? Was nützt es uns, wenn wir den verkrusteten Strukturen in der Kirche, Politik und Gesellschaft geradezu in die Hand spielen, indem wir Ihnen mit Beleidigungen, Angriffen und nichts mit der eigentlichen Sache zu tun habenden Pauschalvorwürfen ständig Gelegenheit geben, sich mehr mit ihrer Verteidigung zu befassen, statt mit der Hilfe für uns?
Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde! Ich meine sehr wohl, dass wir überall, wo immer wir stehen und gehen, den Verantwortlichen unsere blutenden Wunden vorhalten und damit ihre Kleidung benetzen sollten. Aber wir müssen nicht auch noch zuschlagen damit. Denn dann wird zurückgeschlagen, dann ziehen sich unserer Unterstützer zurück – und das halten wir nicht aus! Es reicht, was wir vorzeigen können, denn schlimmer geht´s nimmer. Alles, was wir dabei unnötig übertreiben, lenkt nur ab und verschafft unseren Gegenübern Munition gegen uns. Das muss nicht sein.
Deshalb meine Bitte – vor allem an alle Kommentatoren hier in den Foren: Die Sympathie in der Öffentlichkeit ist momentan für uns – so breit und aufmerksam, wie nie zuvor. Verspielen wir sie nicht, indem wir die Sympathisanten gegen uns aufbringen, durch wild um sich Schlagen und Beißen. Beschränken wir uns lieber darauf, sie zu unterstützen – mit unseren wahren Argumenten! Denn die sind stichhaltig genug.
Wenn das netzwerkB wirklich zum Ansprechpartner für die Öffentlichkeit werden und einen Großteil der Betroffenen vertreten will, dass muss es ernstgenommen werden können. Deshalb – unterstützen wir dieses Bemühen, indem wir bei der Sache bleiben und nicht unnötig Türen zuschlagen.
traumatisiert@wolke7.net
Russland-Aktuell 9.06.2010
Moskau. Eine Pädophilie-Lobby sei möglicherweise in der Duma und dem Föderationsrat tätig, argwöhnt der Kinderschutz-Bevollmächtigte des russischen Präsidenten, Pawel Astachow. Sie verhindere Strafverschärfung – wie Kastration von Kinderschändern.
morgenweb 5.06.2010
Von Michaela Roßner
Als Regisseur Jan Schmitt vor drei Jahren damit begann, seine schwierige Familiengeschichte zu verarbeiten, war das Thema sexueller Missbrauch noch kaum in der Öffentlichkeit präsent. Nun liefert die feinsinnige Produktion, die Heidelberg-Bezüge hat, einen Diskussionsbeitrag, der aktueller nicht sein könnte. Der sensible Dokumentarfilm “Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris” eröffnet eine Reihe zum Thema “Missbrauch im Film”, in der bis Anfang Juli im “Gloria”-Kino drei ganz unterschiedliche Beiträge zu sehen sein werden. Das Besondere: In Kooperation mit der Citypastoral Jesuitenkirche und dem Verein Frauennotruf gibt es nach jeder Vorführung eine Diskussion mit Regisseur oder Kirchenvertretern.
Suizid der Mutter
“Jede Familie hat ein Geheimnis, in meiner ist es der rätselhafte Tod unserer Mutter”, erzählt Schmitt. Elf Jahre nach dem Suizid seiner Mama werde es “Zeit, aufzuräumen”, begründet der TV-Journalist, der in Wiesbaden und Berlin lebt, seinen Film. “Die Vergangenheit ist nicht vergangen, solange wir schweigen”, ergänzt der 40-Jährige. Anhand von Tagebüchern hat er das Leben seiner Mutter rekonstruiert und ist dabei auf schreckliche Kindheitserinnerungen gestoßen. Ohne über großen Etat zu verfügen, gewann Schmitt die Schauspieler Suzanne von Borsody und August Diehl als Sprecherin. Meret Becker singt Lieder der Popgruppe Element of Crime. Der Missbrauch geht bei Schmitt von einem Jesuitenpater aus, der durch Deutschland gezogen sein soll und dem Schmitts Mutter in Heidelberg begegnete. Musste die katholische Altstadtgemeinde der Jesuitenkirche lange überlegen, ob sie – dennoch oder gerade deswegen – als Mitveranstalter der Filmreihe auftritt? “Das Thema ist da, wir müssen uns ihm stellen”, berichtet Pastoralreferent Hermann Bunse. Im nächsten Atemzug verstärkt er diese Aussage noch: “Jedes Verstecken wäre die falsche Strategie.”
Seit die Veröffentlichungen über Fälle sexualisierter Gewalt Schlagzeilen machten, gebe es “kaum eine Veranstaltung, bei der das Thema nicht präsent ist”, berichtet Bunse von Gesprächen mit großer Emotionalität unter Kollegen, in Männergruppe oder Pfarrgemeinderat – auch vor dem Hintergrund, dass nach und nach Vorwürfe auch gegen Seelsorger in der Region formuliert werden.
“Wir möchten Gelegenheit geben, ins Gespräch zu kommen”, begründet Renate Kraus vom Verein Frauennotruf die Beteiligung. Mitglied Angelika Treibel wird die sich anschließenden Diskussionen moderieren. Statt des Begriffs “Missbrauch” verwenden Opfer-Vertreter lieber “sexualisierte Gewalt”. Denn: “Sexualität wird bei solchen Straftaten als Waffe benutzt”, erklärt Kraus. Kinder seien zudem keine “Sache”, die man ge- oder missbrauchen könne – wie Alkohol oder Drogen.
Ich habe vor einigen Tagen bei der Kripo Anzeige erstattet gegen den Pfarrer, der mich vor 38 Jahren folterte (man nennt es “Missbrauch”) und vergewaltigte.
Sie wurde weitergeleitet an die Kripo des Tatorts und die Kripo des Wohnorts des Täters.
Zeigt Eure Täter an bei der Kripo, auch wenn es verjährt ist!
Das ist ein Weg zu zeigen, dass es keine Verjährung gibt.
Wenn alle Betroffenen das täten, würden die Polizeireviere zusammenbrechen unter der Arbeitsbelastung, das würde Zeichen setzen!
Ich habe es schriftlich in einem kurzen Bericht getan – eine Vernehmung gibt es nicht, wenn die Verjährungsfrist abgelaufen oder der Täter tot ist.
Astrid
Es geht um folgendes:
ich habe einen Therapieplatz bei einem *Institut* in Mainz (PIA) in Aussicht. Vermutlich unter der Vorraussetzung, daß ich ein Formular unterschreibe, in dem ich erkläre, daß ich während der Therapie keine Drogen etc. zu mir nehme. Ansonsten würde sie beendet.
Meine Frage dazu ist, ob diese Unterschrift, wie mir zugesichert wurde, sich tatsächlich im Rahmen des Üblichen bewegt oder eine Besonderheit darstellt, wie sie zB die Krankenkasse missbrauchen könnte.
Hat jemand hier Erfahrungen zu dem Thema?
Die Vorgeschichte:
in einer Notlage musste ich mir Ende 1999 einen rechtlichen Betreuer nehmen. Wegen einer fortschreitenden Beeinträchtigung benötige ich einen elektrischen Rollstuhl. Diese Betreuung wurde 2002 von meiner Seite aus aufgelöst.
Der rechtliche Betreuer und Anwalt selbst hatte damals wiederum meine Notlage ausgenutzt. Wer einen solchen Fall lesen mag oder kann (VORSICHT TRIGGER) findet das Beispiel hinter diesem Link:
http://netzwerkb.org
Das Problem:
über meinen damaligen Hausarzt bekam ich etwa 2003 den Versuch der AOK mit, mir einen neu beantragten Rollstuhl zu verweigern, indem sie hinter meinem Rücken Erkundigungen bei meinem Hausarzt einholen wollten.
Anders gesagt: Die KK erkundigte sich danach, ob ich überhaupt einen Rollstuhl nutzen darf, weil ich eine Betreuung hätte. Dass diese beendet war, bekam die KK offensichtlich nicht mit.
Ich selbst wurde in keiner Weise angeschrieben, nur der Hausarzt hat ratlos bei mir selbst nachgefragt. Ähnlich dem rechtlichten Betreuer oder Täter, wegen dem ich diese Betreuung benötigte, versuchte die Kasse meine Notlage auszunutzen.
Um nicht zu sehr ins Detail zu gehen, hier der nächste Link, der dazu dient darauf hinzuweisen, was es bedeutet wenn die notwendige Grundversorgung fehlt:
www.kobinet-nachrichten.org
————–
Zusammengefasst: Das Sanitätshaus hat nicht nur den Dienst verweigert, mit der Begründung, “es könnte sein, daß die Krankenkasse nicht zahlt”, es hat auch den bei ihrer Firma eingelagerten Ersatzrollstuhl sonstwohin verschwinden lassen. Deswegen war ich knapp eine Woche ans Bett gefesselt.
Daraufhin habe ich die AOK, Ministerien, etc. angeschrieben, von denen ich auch nach mehrmaligem Anschreiben in den Reaktionen keine Antworten auf meine Fragen bekam bekam. Beispielsweise wurde der Verlust vom Ersatz trotz mehrfachem deutlichen Nachfragen mit keinem Wort kommentiert. Die Staatsanwaltschaft, bei der ich Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung stellte, antwortete sogar, daß das Sanitätshaus nicht zu mir gekommen sei und den Rollstuhl beschädigt (!) habe, es läge keine (!) Straftat vor.
Was nach billiger Polemik klingt, spielte sich im echten Leben ab. Bekannt ist den Zuständigen auch, daß meine Muskelschwäche unumkehrbar fortschreitet, wenn ich zu lange zum Liegen gezwungen bin.
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Der springende Punkt bei meiner Frage ist das Missbrauchspotential, was meiner Krankenkasse geliefert würde, wenn sie diese Unterschrift als “Beweis” von Drogenmissbrauch verdrehen könnte.
LG
Manfred
WELT ONLINE 23.04.2010
Die Schweizer Kindheitsforscherin und Autorin Alice Miller ist tot. Ihr Buch “Das Drama des begabten Kindes” erlangte weltweite Bekanntheit.
n-tv.de 22.04.2010
von Manfred Bleskin
Der Rücktritt von Bischof Mixa war überfällig. Bei einem Verbleib im Amt hätte die römisch-katholische Kirche weiteren Schaden genommen. Die Krise ist damit nicht beendet, aber der Schritt lässt hoffen, dass auch in anderen Fällen radikale Konsequenzen gezogen werden. Sonst werden sich, um mit dem Trierer Bischof Ackermann zu sprechen, weitere giftige, stinkende Wolken entladen. Mixa war zugleich Militärbischof für die Bundeswehr. Nun hat er an Soldaten zweifellos keine “Watschen” verteilt, doch er hat ihnen eine geistige Haltung vermittelt, die Gewalt rechtfertigt. Die Bundeswehr wäre gut beraten, bei Mixas Nachfolger in dieser Funktion genauer hinzuschauen.
Endlich habe ich mich durchgerungen, nach einer Therapeutin zu suchen mit folgendem Ergebnis:
Die nächste – für mich erreichbare – Therapeutin ist ca. 2 Std. von mir entfernt lt. EMDRIA-Liste.
Haben Sie eine Idee, wie ich fündig werden kann?
Übernimmt die Krankenkasse die Fahrtkosten?
NÜRNBERGER Nachrichten 14.04.2010
Selbsthilfegruppen schließen sich im Arbeitskreis »Lela« zusammen Missbrauch: Raus aus der Anonymität
NÜRNBERG – Sie wollen raus aus der Anonymität und offen für die Interessen der Opfer sexuellen Missbrauchs eintreten: Mehrere Selbsthilfegruppen aus der Region haben sich zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen, um künftig mit einer Stimme zu sprechen. Der Name der Initiative ist Programm: »Lela«, lebenslang damit leben.
Wenn Renate K. einen Vortrag über ihre Erlebnisse hält, dann zeigt sie zunächst nicht ihr wahres Gesicht. Stattdessen tritt sie hinter einem Foto versteckt vor ihre Zuhörer. Auf dem Bild ist ein elfjähriges Mädchen zu sehen: Renate K., wie sie aussah, als sie vom eigenen Vater missbraucht wurde.
Frankfurter Rundschau 6.04.2010
Von Lutz van Dijk
Eine Grundschule in einem “Problem-Stadtteil” im Süden West-Berlins Anfang der 1960er Jahre: Über 40 Mädchen und Jungen, die meisten aus einer nahen Flüchtlingssiedlung. Viele meiner Mitschüler kamen ohne Schuhe auch an kalten Tagen und trugen, vor allem an Montagen, Spuren von familiärer Gewalt und wenig Schlaf im Gesicht.
Unsere Klassenlehrerin war jung und engagiert. Sie tröstete und brachte gebrauchte Kleider mit für die, die auch im Winter in Sommersachen kamen. Ganz anders unser Werk- und Religionslehrer. Verhasst sein Hang zu Quälereien, seelischen wie körperlichen. Er streichelte vor allem Mädchen gern am Hals, manchmal rutschte die Hand tief in den Rücken. Die Mädchen erstarrten, manche kicherten hinterher.
Anders bei den Jungen: Berühmt waren seine Ohrfeigen. Er zog einen am Ohr hoch bis man auf Zehenspitzen stand, dann ließ er los, um dem zusammensackenden Jungen eine schallende Ohrfeige zu geben. Wir empfanden das als gemein, aber nicht als etwas Verbotenes, denn es geschah jede Woche aufs Neue. Das Streicheln der Mädchen, die Ohrfeigen bei den Jungen. Um die Angst und auch die Wut gegenüber Herrn P. zu verbergen, machten wir Witze über ihn. Manchmal erzählten wir uns, schreiend vor Lachen, wie auf seiner Hose ein Fleck war oder wie er einen roten Kopf bekommen hatte, beim Streicheln oder Prügeln.
Dies geschah an einer normalen staatlichen Grundschule. Keiner Eliteschule, weder katholisch noch reformpädagogisch. Eines Tages war Herr P. weg. Seine Nachfolgerin war alt und freundlich, so freundlich, dass ihr keine Disziplin in der Klasse gelang. Wir gingen über Tische und Bänke. Sie hatte auszubaden, was er in uns an Zorn und Verzweiflung aufgebaut hatte.
Da Scharbeutz ja doch etwas abseits liegt, gibt es hier die Möglichkeit Mitfahrer, bzw. Mitfahrgelegenheit zu finden.
Ihre Anzeige können Sie hier als Kommentar einfügen.
Neulich bei der Psychiatrie-Hotline:
Tuut – tuut – tuut – klick!
- Wenn Sie zwanghaft sind,
wählen Sie immer die 1.
- Wenn Sie co-abhängig sind, fragen Sie bitte jemanden,
der die 2 für Sie wählt…
- Wenn Sie multiple Persönlichkeiten haben,
wählen Sie bitte die 3, 4, 5 und 6.
- Wenn Sie unter paranoidem Wahn leiden,
dann wissen wir,
wer Sie sind und was Sie wollen.
Bleiben Sie so lange in der Leitung,
bis wir den Anruf zurückverfolgt haben.
- Wenn Sie schizophren sind,
dann hören Sie genau hin,
leise Stimmen werden Ihnen sagen,
welche Nummer Sie wählen müssen!
- Wenn Sie unter Vergesslichkeit leiden,
wählen Sie bitte die 8.
- Wenn Sie unter Vergesslichkeit leiden,
wählen Sie bitte die 8.
- Wenn Sie unter Vergesslichkeit leiden,
wählen Sie bitte die 8.
- Wenn Sie depressiv sind, wählen Sie doch
was Sie wollen.
Niemand wird Ihnen zuhören!
Liebe(r) Betroffene(r),
ich selbst hatte in meiner Kindheit unter Gewalt in zwei Kinderheimen zu leiden.
Dieses Thema beschäftigt mich heute auch noch und die aktuellen Ereignisse bewegen mich sehr.
Deshalb arbeite ich seit einiger Zeit auf künstlerisch-fotografischer Ebene zur Dokumentation, und um den Betroffenen ein Gesicht zu geben, an einer Werkgruppe. Mit diesem Projekt möchte ich eine weitere aktive Möglichkeit der Auseinandersetzung und Beschäftigung zu erreichen.
Hierzu suche ich Betroffene sexueller oder sonstiger Gewalt in Institutionen wie Kirchen, Heimen, Vereinen, … um diesem Leid einen konkreten Ausdruck mit den Stilmitteln der künstlerischen Fotografie zu geben.
Ich mache bei Dir – oder an einem von Dir bestimmten Ort – einige Aufnahmen, die Dich aus heutiger Zeit zeigen und kombiniere diese mit Deinen (alten) Fotografien aus der Zeit der Missbrauchserfahrung.
Hierdurch will ich aufzeigen, dass die Erfahrung sexuellen Missbrauchs die Betroffenen ein Leben lang belastet. Durch die Kombination dieser Fotografien wird auch ein gewisser schützender Raum für eine etwaige Erkennung gewährleistet.
Also meldet Euch bei mir, wenn Ihr Interesse an diesem Projekt habe – am besten schreibt Ihr mir erst mal eine Mail an: juergen@redelius.de
(Absolute Diskretion ist selbstverständlich)
Ich freue mich auf die Begegnung mit Dir!
Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V., gemeinnützig anerkannt und bundesweit aktiv!
Poststr. 18, D-56427 Siershahn * Tel./Fax: 02623 / 6839 oder 0171 / 186 922 0
E-Mail: info@initiative-gegen-gewalt.de * www.initiative-gegen-gewalt.de
Medieninfo
Initiative fordert unabhängiges Amt für Opferschutz,
Aufklärung und Prävention
„Runder Tisch“ und Opferentschädigungsgesetz (OEG) reichen nicht aus
Die Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V. will eine inhaltliche Diskussion zur Thematik Kindesmissbrauch und Opferschutz anregen und fordert die Politik zudem auf, endlich eine Opferschutzbehörde einzurichten, damit der Staat auch selbst eine angemessene Verantwortung in Bezug auf den Opferschutz übernimmt. Es ist nicht damit getan, dass es ein Opferentschädigungsgesetz (OEG) gibt und sich nun, anlässlich der aktuellen Debatte, drei Ministerien zu einem „Runden Tisch“ zusammenschließen. Dies zeigt vielmehr, dass einiges im Argen liegt und es vielleicht sogar sinnvoll erscheint, ein eigenes Ministerium für Opferschutz einzurichten. Es ist armselig für einen Staat, wenn dieser das Kümmern um Opfer praktisch dem Zufall bzw. privaten Initiativen und Organisationen überlässt. Weder die Jugendämter noch die Justiz verspüren einen Auftrag, intensiv Opferschutz, Aufklärung und Prävention zu betreiben. Dabei ist es für Betroffene zunächst sehr wichtig, menschliche und professionelle Unterstützung zu bekommen, aufgefangen zu werden, ohne den Druck zu verspüren, umgehend Strafanzeige erstatten zu müssen. Hilfe und Aufklärung der Geschehnisse müssten zunächst im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen. Blinder Aktionismus und die Gefahr, dass unüberlegt und vorschnell Sachverhalte angezeigt werden, die nicht justiziabel erscheinen, hilft den Opfern nicht wirklich weiter. Wir benötigen professionelle, erfahrene und engagierte Helfer für Betroffene auf allen Ebenen, die gut miteinander vernetzt sind und sich umfassend auskennen.
Tatsache ist, dass für die Strafjustiz ein Opfer nur Mittel zu Zweck ist. Das heißt, dass das Opfer lediglich dazu dient festzustellen, ob ein Beschuldigter eine Straftat verübt hat und deswegen zu verurteilen, zu bestrafen ist. Dazu kommt, dass Opfer in Strafverfahren häufig immer noch zu unsensibel und ungleich behandelt werden. Zum Beispiel ist ein Opfer zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet und wird sogar, wenn es strafmündig ist, bei einer Falschaussage mit Strafe bedroht. Dagegen steht es dem Beschuldigten frei, sich zum Tatvorwurf zu äußern. Falls er sich dennoch zu einer Aussage entschließt, ist er nicht zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet, darf sogar ungestraft lügen. An diesem Beispiel sieht man, wie es um den Opferschutz in Strafverfahren bestellt ist. Eine gründliche Reform des Strafrechts ist dringend erforderlich.
Was das Jugendamt angeht, so ist dieses Amt noch nicht einmal verpflichtet, bei Verdacht von Kindeswohlgefährdung, zum Beispiel Misshandlung oder sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Strafanzeige zu erstatten. Insofern erübrigen sich einseitige Schuldzuweisungen an Kirchen oder andere Einrichtungen der Jugendhilfe. Vertuschung ist aus Erfahrungen der Initiative gegen Gewalt … e.V. leider immer noch ein weit verbreitetes Thema und macht auch vor staatlichen Einrichtungen und Behörden, wie zum Beispiel Schulen, und sogar vor der Justiz nicht halt.
In der Vision der Initiative müssten bundesweit unabhängige Beraterteams eingerichtet werden, die sich aus Juristen/Juristinnen, Psychologen/Psychologinnen, Sozialarbeitern/Sozialarbeiterinnen und eventuell noch anderen Fachleuten zusammensetzen. Diese sollten den Auftrag erhalten, Opfer unabhängig von der Justiz und anderen Behörden zu unterstützen, sie zu begleiten und Verdachtsmomente aufzuklären.
Auch Forschung und Wissenschaft müssten noch stärker als bisher gefordert und mit eingebunden werden.
Der Sicherheit unserer Kinder muss absolute Priorität eingeräumt werden. Klare Ansagen sind erforderlich und keine Endlosdebatten.
Siershahn, den 26.3.2010
Johannes Heibel, Dipl.-Sozialpädagoge (FH)
Vorsitzender
stern.de 19.03.2010
Rund 4,5 Milliarden Euro sammeln deutsche Wohltätigkeitsorganisationen jährlich ein. Das meiste Geld kommt bei den Hilfsbedürftigen an. Ein Teil aber versickert in dunklen Kanälen, weil sich einige Spendensammler skrupellos bereichern – und der Staat fast immer wegschaut. Von Jens Brambusch
kobint-nachrichten 15.03.2010
Berlin (kobinet) Nicht nur Klöster und Internate, sondern auch die Einrichtungen der Behindertenhilfe müssen sich verstärkt dem Thema “sexueller Missbrauch” stellen, verlangt die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). ”Wir fordern alle Institutionen der Behindertenhilfe auf, die Tradition des Wegschauens und Vertuschens zu beenden und stattdessen sexuellen Missbrauch in ihren Einrichtungen ohne Tabus aufzudecken und zu bekämpfen”, sagte Geschäftsführerin Sigrid Arnade heute gegenüber kobinet.
Es sei hinlänglich bekannt, dass behinderte Menschen noch häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden als nicht behinderte Frauen und Männer: In einer Entschließung des Europäischen Parlaments vom April 2007 heißt es laut Arnade, dass das Risiko von Frauen mit Behinderungen, Opfer sexueller Gewalt zu werden, dreimal so hoch ist wie von Frauen ohne Behinderungen. Strukturelle Bedingungen in Institutionen begünstigen oftmals die Gewalt. So berichteten zwei österreichische Studien zur sexuellen Gewalt in Einrichtungen, dass 64 Prozent der befragten Frauen mit Behinderungen und 50 Prozent der befragten Männer mit Behinderungen bereits sexuelle Gewalt erlebt haben. Deshalb seien auch behinderte Menschen über ihre Organisationen in die geplanten runden Tische zu diesem Themenkomplex einzubeziehen.
Mit Plakaten, Fotos aus ihrer Kinderzeit und Kerzen standen viele Mitglieder des amerikanische Netzwerk der Opfer von Missbrauch durch Priester (SNAP) am Wochenende 13./14. März vor Kirchen sowie dem deutschen Konsulat in Chicago und der deutschen Botschaft in Washington DC.
Die Opfer-Organisation macht damit darauf aufmerksam, dass in europäischen Ländern wie Deutschland gerade Hunderte von Missbrauchs-Opfern ihr Schweigen brechen. Die amerikanischen Opfer zeigen bei diesen Mahnwachen ihre Solidarität mit den Opfern in Deutschland und möchte diese unterstützen: “Das ist eine globale Krise, die eine säkulare Lösung fordert“, so SNAP-Präsidentin Barbara Blaine. Vor dem deutschen Konsulat in Chicago forderte sie von der Bundesregierung eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle. „Unser Ziel ist eine Reform der archaischen, willkürlichen, Verbrecher-freundlichen Gesetze, welche die Pädophilen und ihre Vorgesetzten, die sie beschäftigen, verstecken und transferieren, schützen.“
Die Solidaritäts-Mahnwache wollen die Organisatoren verstanden wissen, als Zeichen der Trauer für die Schmerzen der Opfer in Deutschland, Österreich und anderen Ländern, als Ermutigung für die große Zahl von Opfer, die sich nun endlich trauen zu sprechen. Gleichzeitig fordert SNAP alle die sexualisierte Gewalt und Missbrauch durch Priester, Ordensleute oder Kirchenmitarbeiter sahen, vermuten oder erlitten auf dies bei der Polizei (nicht bei den Bischöfen) anzuzeigen.
SNAP ist die größte und aktivste Unterstützungsgruppe von Menschen, die von religiösen Autoritätsfiguren (Priestern, Bischöfen, Diakonen, Nonnen und anderen) verletzt und missbraucht wurden. SNAP ist unabhängig und ist nicht mit der Kirche oder Kirchenautoritäten verbunden. SNAP ist für die Opfer eine Selbsthilfegruppe um einander zu heilen und zu helfen.
SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests) ist das Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester.
www.snapnetwork.org
Quelle: SPIEGEL Online, 25.02.2010
Erzbischof Robert Zollitsch hat sich dagegen ausgesprochen, bei jedem Missbrauchsfall in der Kirche sofort und automatisch die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Eine Anzeige sei eine “Frage des Abwägens” – schließlich gebe es viele ungerechtfertigte Anschuldigungen.
(…)
Zugleich lehnte Zollitsch vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche einen “Runden Tisch” mit kirchlichen und staatlichen Vertretern ab, wie es ihn in Irland gibt. “Wir werden von uns aus aktiv auf Gruppen und Kreise zugehen, die sich um Prävention bemühen, die sich um die Aufarbeitung bemühen, und werden das von uns aus aktiv anpacken. Ich sehe in einem staatlich verordneten Runden Tisch wenig Sinn”, sagte er.
Am frühen Nachmittag des 18.02.2010 erreichte mich die Nachricht, dass unsere Freundin und Mitstreiterin,
in der Nacht vom 17.02.2010 auf den 18.02.2010 nach einem längeren Krankenhausaufenthalt verstorben ist.
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Der Schweizer Presserat hat eine Beschwerde gegen den Bericht der «Liberté» über den sexuellen Missbrauch eines Onkels an zwei Neffen zurückgewiesen. Die beiden Beschwerdeführer hatten geltend gemacht, die Angaben über den Täter – «ein in Fribourg wohnhafter 80-Jähriger Patriarch aus guter Gesellschaft» – ermöglichten es, Täter und Opfer zu identifizieren. Zudem hatten sie sich daran gestört, dass der Bericht Einzelheiten des sexuellen Missbrauchs beschrieb.
In einer Stellungnahme wies der Chefredaktor der «Liberté» darauf hin, es gebe rund 3500 80-Jährige in Fribourg; ausserdem sei die «gute Gesellschaft» ein sehr weit gefasster Begriff. Der Presserat hat sich in seiner am Dienstag veröffentlichten Mitteilung dieser Auffassung angeschlossen: Der Hinweis auf den sozialen Status des Täters weise darauf hin, dass sexueller Missbrauch in allen Gesellschaftsschichten vorkomme. Die im Zeitungsartikel enthaltenen Informationen hätten es Dritten ausserhalb des näheren Umfelds der Betroffenen kaum ermöglicht, den Täter und/oder die Opfer zu identifizieren.
Im Übrigen ist der Presserat der Ansicht, dass in entsprechenden Berichten genauere Angaben über den sexuellen Missbrauch notwendig sind, um der Leserschaft zu vermitteln, was der Täter seinen Opfern angetan hat. Bei Fällen von sexuellem Missbrauch komme dem Opferschutz zwar ein hoher Stellenwert zu. Wichtig sei aber auch, dessen Tragweite aufzuzeigen. Deshalb hätten auch unanständige, verletzende Beschreibungen ihren Platz in solchen Berichten.
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