Deutsche Verjährungsvorschriften stammen aus römischen Recht
Der britische Kronanwalt Geoffrey Robertson ist Gründer und Leiter der größten britischen Kanzlei für Menschenrechte. Er war in zahlreichen Ländern als Anwalt in bedeutenden verfassungs-, straf- und völkerrechtlichen Fällen tätig. Er leitete Missionen für Amnesty International und vertrat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Robertson ist Mitglied der angesehenen Anwaltsvereinigung Middle Temple. 2008 wurde er als herausragender Jurist zum Mitglied des Internal Justice Council der UNO ernannt.
In seinem Buch „Angeklagt: Der Papst“ (2011) nennt Robertson die deutschen Verjährungsfristen bei sexuellem Kindesmissbrauch „einen schwerwiegenden Makel des deutschen Rechts“.
Auszug aus ‘Unten rum …’
Das ist der Waschlappen für oben – und der ist für unten rum!“ Aha, für ‚unten rum’. Ohne, dass ich meine Mutter fragen muss, weiß ich bereits mit vier Jahren: ‚Unten rum’ ist eine besondere Zone. Aber ab wo fängt das ‚Unten rum’ an? Ab dem Bauchnabel? Oder noch tiefer? Ich habe keine Ahnung, und fragen mag ich nicht. Normalerweise fängt bei mir ‚unten rum’ ab den Knien an, die sind immer dreckig und haben meist eine dicke Kruste zum Knibbeln. Auf jeden Fall ist ‚unten rum’ so schmutzig, dass es für oben rum gefährlich ist. Ich darf also die Waschlappen auf keinen Fall verwechseln. Das ist mir klar, auch ohne dass meine Mutter es sagt. Die Erwachsenen beschäftigt das Thema schwer: „Hast du dich auch ‚unten rum’ gewaschen?“ „Jaa-aa!“
“Wenn Du mal groß bist, Kleiner, denk daran: Leg dich abends niemals schlafen, wenn du es tagsüber unterlassen hast, dich gegen eine Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen.” (Harry Belafonte – My Song)
Am 3. Dezember 2011 schrieb mir Andreas Altmann, dass er mein Interview in DIE ZEIT vom 24. November 2011 gelesen hatte und kommentierte mit “bravo”. Er teilte mir mit, dass vor zwei Monaten DIE ZEIT an der gleichen Stelle ein Bericht über sein Buch gebracht hatte und bot mir an, ein Exemplar zu schicken. Ja, bitte schicken Sie mir Ihr Buch, schrieb ich zurück. Als ich es bekam, legte ich es zu den vielen anderen Büchern die noch immer darauf warten, von mir gelesen zu werden.
Vor wenigen Tagen ist mir sein Buch wieder in die Hände gefallen und ich fing an darin zu lesen. Ich konnte es nicht mehr weglegen. Es hat mich sehr bewegt. Danke!
Habe ich es richtig verstanden, dass eine Verjährung nach z.B. 30 Jahren auch im Interesse eines ehemaligen Opfers für Rechtsfrieden sorgt und dass eine mögliche nachträgliche Verfolgung auf Antrag des Betroffenen wünschenswert wäre?
Einer unserer Spender hat uns einen Gutschein für eine Ferienwohnung für 4 Personen in Petersdorf auf der Insel Fehmarn im Zeitraum vom 15.04. bis 22.04.2012 zur Verfügung gestellt.
Die Gefängnispsychologin Susanne Preusker wollte helfen. Doch dann wurde sie von einem Häftling als Geisel genommen und vergewaltigt. Seitdem kämpft sie dagegen, Opfer zu sein.
Es gibt Wörter, die gehören einfach zusammen, das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Täter und Opfer zum Beispiel. In Susanne Preuskers Leben, dem alten wie dem neuen, geht es viel um diese beiden Wörter. Und darum, dass sich das eine so viel leichter als das andere aussprechen lässt.
Wenn der Papst heute öffentlich sagen würde: ‚Schlagt keine Kinder mehr, tut ihnen keine Gewalt mehr an!‘, dann würde eine Kraft entstehen, nicht nur in der katholischen Kirche, sondern vielleicht in der ganzen Welt, dass ein Umdenken stattfinden könnte, Kindern keine Gewalt mehr anzutun. Und wenn der Papst öffentlich sagen würde, dass eine Schweigeklausel für ein Opfer ein Verbrechen sei, dann würde es sie zukünftig nicht mehr geben. Warum sagt er das nicht?
Die Forschung verkündet sexueller Missbrauch geht zurück und die Politik lässt sich feiern. Betroffenenverbände üben scharfe Kritik und werden mit Schulbuchplagiaten abgespeist.
Trailer zu dem Hörbuch von Alice Millers “Dein gerettetes Leben – Wege zur Befreiung” (Suhrkamp 2007).
Die Bilder stammen von der Autorin Alice Miller.
Rückkehr an den Ort der Angst – für eineinhalb Stunden
Ex-Delitzscher Norbert Denef spricht vor Fernsehkamera über Missbrauchsfälle und kämpft für Aufhebung der Verjährungsfristen
von Kay Würker
Delitzsch. Mehr als vier Jahre nach seinem letzten Besuch ist Norbert Denef am Donnerstag erneut nach Delitzsch gekommen. Doch es war eine kurze Begegnung mit der Stadt, mit der ihn so viel und doch so wenig verbindet: keine Übernachtung, kein Gassenbummel, nur eineinhalb Stunden Drehtermin vor der Kulisse der katholischen Kirche. Die Macher des SAT1-Wissenschaftsmagazins Planetopia hatten ihn darum gebeten. Denn für die Sendung, die am Montag um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird, ist der 62-Jährige ein wichtiger Gesprächspartner. Sie beschäftigt sich mit einem der dringendsten Anliegen Norbert Denefs: der Aufhebung der Verjährungsfristen bei Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung.
Nachdem ich den Film „I’m not a f**cking princess“ der Regisseurin und Betroffenen Eva Ionesco gesehen habe, frage ich mich, WAS um alles in der Welt diese Frau sich dabei gedacht hat?????? Hat sie etwas gedacht?? Oder setzt sie – emotional noch immer abgespalten von ihrem eigenen Leid – lediglich den Missbrauch fort. Ich habe den Eindruck Letzteres.
Wenn der Papst heute öffentlich sagen würde: ‚Schlagt keine Kinder mehr, tut ihnen keine Gewalt mehr an!‘, dann würde eine Kraft entstehen, nicht nur in der katholischen Kirche, sondern vielleicht in der ganzen Welt, dass ein Umdenken stattfinden könnte, Kindern keine Gewalt mehr anzutun. Und wenn der Papst öffentlich sagen würde, dass eine Schweigeklausel für ein Opfer ein Verbrechen sei, dann würde es sie zukünftig nicht mehr geben.
26 Künstlerinnen und Künstler sagten im Freiburger Vorderhaus dem Papst “Bye-Bye”.
Was des einen Freud, ist des anderen Leid. Und so feierten rund 240 Papstkritiker am Sonntagabend im Freiburger Vorderhaus unter dem Titel “Bye-Bye, Pope!” eine ausgelassene Abschiedsparty, während in der Stadt nach dem Mega-Event-Wochenende gerade die Polizeikolonnen abziehen und letzte Absperrgitter und Dixie-Klos verladen werden. Das Programm dieser Benefiz-Veranstaltung: Eine Art kabarettistischer Kehraus mit Satire und Musik, zu dem sich 26 Künstlerinnen und Künstler zusammenfanden und dessen Erlös dem netzwerkB für Betroffene sexualisierter Gewalt zugute kommt.
Pressestimmen
»Manche Erscheinungen in der Katholischen Kirche sind heute nur noch mit Humor zu ertragen. Man lese und lache!« Prof. Dr. Hans Küng, Theologe und Kirchenkritiker
Kurz vor seiner Reise nach Deutschland spricht Papst Benedikt zum ersten Mal das “Wort zum Sonntag”. Wie wirkt sein Auftritt auf eine Frau, die ihn besser kennt als viele andere, mit ihm studierte, seinen Werdegang begleitete – und doch kritischer kaum sein könnte? Ein TV-Abend mit Uta Ranke-Heinemann. Von Barbara Hans
…Im Fernsehen läuft der Abspann des “Wort zum Sonntag”.
Rollentausch. Hätte sie nicht Päpstin werden können? Vatikan statt Wohnzimmer, weißes Gewand statt türkisfarbener Lederjacke, Kreuz um den Hals statt Lesebrille, Heiliger Stuhl statt Fernsehsessel? “Ich lauf doch nicht mit so einer Tüte auf dem Kopf rum und erzähl Einschläferndes und Märchen!”
VERGEWALTIGUNG, VERDRÄNGEN, ÜBERLEBEN Jürgen Dehmers kämpfte 25 Jahre um sich und seine Integrität. Nun hat er ein Buch über seine Erlebnisse an der Odenwaldschule geschrieben – und gewonnen. Gegen den edlen Reformpädagogen, der ein Kinderschänder war
3sat Sonntag, den 4.09.2011, um 21.45 Uhr als Erstausstrahlung:
“Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris”
Der Autor rekonstruiert anhand von Briefen und Tagebüchern sowie Gesprächen mit Verwandten und Freunden die Gründe für den Selbstmord seiner Mutter. Er entdeckt, dass sie in ihrer Kindheit und Jugend unter Duldung ihrer Mutter wiederholt missbraucht wurde und daran zerbrach. Eindrucksvoller Film, der den vergeblichen Kampf einer Frau nachzeichnet, die ihr angetane Gewalt zu überwinden …
Film von Michael Heuer
Seit mehr als zehn Jahren kämpft Kriminaloberkommissar Dieter Scholz im Fachkommissariat für Sexualdelikte bei der Polizeidirektion Hannover gegen die wachsende Bedrohung durch kinderpornografische Bilder und Videos im Internet. Sein Arbeitsalltag ist oft zermürbend und …
“…Die Psychiatrie hat sich nicht gerade dadurch ausgezeichnet, dass sie an vorderster Front für soziale Gerechtigkeit gegen menschliche Unterdrückung kämpft. Es wird Zeit, dass dies erkannt wird und dass Konsequenzen gezogen werden….”
Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gegen die Ablehnung der Petition ‘Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben’ durch den Deutschen Bundestag. Unser Ziel ist es, mit der Klage von Norbert Denef die Fristen in Deutschland zu durchbrechen.