Offener Brief – Brigitte Zypries – Der Wähler möge entscheiden

08.07.2008

Sehr geehrte Frau Zypries,

am 13.02.2008 haben Sie auf die Frage, „Ich würde gerne von Ihnen wissen, ob Sie sich bereits einmal mit den Themen Vergewaltigung und PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) näher auseinander gesetzt haben“ geantwortet:

„Mit dem Thema Vergewaltigung habe ich mich schon beschäftigt, mit

dem von Ihnen angesprochenen Thema PTBS persönlich bislang noch nicht.“

Sehr geehrte Frau Zypries,
meine Petition an den Deutschen Bundestag, „Verjährungsfrist für sexuellen
Missbrauch im Zivilrecht aufheben“, befindet sich in der Prüfung und dauert noch an. Unterschriften, Reaktionen und Kommentare zur Petition werden gesammelt unter:
http://norbert.denef.com/petition

Bisher haben Sie sich als Bundesjustizministerin gegen die Aufhebung der
Verjährungsfrist ausgesprochen, gleichwohl Sie sich noch nicht mit den Folgen sexueller Gewalt beschäftigt haben. Wie kann ich das verstehen, bitte klären Sie mich darüber auf.

Freundliche Grüße

Norbert Denef

_________________________

Guten Tag Norbert Denef,

vielen Dank für Ihre Nachricht an Frau Zypries über abgeordnetenwatch.de. Wir tun uns allerdings schwer Ihre Mail frei zu schalten, weil sie gegen den Moderations-Codex verstößt. Sie fällt in die Kategorie:

– mehrere Nachfragen, in der Regel mehr als eine.

Frau Zypries hatte Ihnen auf Ihre Nachfrage vom 31.01.2008 bereits
mitgeteilt, dass sie ihrer ursprünglichen Antwort zum Thema Verjährung nichts hinzufügen möchte. Damit ist ihre Haltung zum Thema deutlich geworden.

Der Wähler möge bei der nächsten Wahl entscheiden!

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir auf abgeordnetenwatch.de möglichst vielen Menschen, die Möglichkeit geben wollen, Fragen zu stellen. Das bedeutet, dass wir pro Fragesteller die Anzahl der Fragen bzw. Nachfragen begrenzen müssen. Wir werden Frau Zypries Ihre Nachricht aber zur Kenntnisnahme weiterleiten (aus Datenschutzgründen ohne Ihre e-Mail-Adresse).

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und darauf, dass Sie abgeordnetenwatch.de weiterhin nutzen. Wenn Sie Fragen zur Moderationsentscheidung haben, dann bitten wir um eine kurze Rückmeldung an moderation [at] abgeordnetenwatch.de
Den Moderations-Codex finden Sie unter: www.abgeordnetenwatch.de/codex .

Mit freundlichen Grüßen,
G. H.

(abgeordnetenwatch.de)


abgeordnetenwatch.de

c/o Parlamentwatch e.V.

Mittelweg 12

20148 Hamburg

Tel: 040 – 317 69 10 – 26

Fax: 040 – 317 69 10 – 28

email: info [at] abgeordnetenwatch.de

www.abgeordnetenwatch.de

30 Kommentare

  1. Rost Ulrike schreibt am :

    Hallo,

    ich möchte appellieren an die Aufhebungsfrist, damit alles einmal ans Tageslicht kommt.

    Gruß
    Ulrike Rost

  2. N. Szperalski schreibt am :

    Hallo!

    Ich bin im Alter von drei Jahren Opfer von Missbrauch in der eigenen Familie geworden. Ich bin dadurch schwer traumatisiert und habe erst mehr als 20 Jahre später Zugang zu meiner Erinnerung diesbezüglich bekommen.

    Wie soll nun „Gerechtigkeit“ (sofern es die überhaupt gibt) geschehen?

  3. Denise schreibt am :

    Hi,

    ich finde es eine bodenlose Frechheit, so eine Antwort darauf zu geben. Es geht hier nicht um eine neue Schwimmhalle die gebaut werden soll, sondern um sexualsierte Gewalt an Kindern! Aber das ist mal wieder typisch, sobald ein Thema unangenehm wird, wird mal wieder weggeschaut. Und so lange unsere „tolle“ Frau Zypries sich nicht mal mit PTBS und dessen Folgen beschäftigt hat, wie soll sie bitte sich für die Opfer, für die Aufklärung, für die Abschaffung der Fristen einsetzen. Man man man… also bleibt es wie immer dabei „wegschaun ist die Divise“. Und genau so lange, wie alle wegschaun, bleibt Opfer halt „nur“ Opfer und nicht OPFER.

    Grüße von einem „nur“ Opfer
    Denise

    ps. und dieser Wähler hat sich entschieden!

  4. Lieber Herr Norbert Denef

    habe Ihre Nachricht gelesen und muss sagen, es ist toll, dass Sie weiterhin so hartnäckig kämpfen.
    Gestern habe ich bei dem Bundesministerium für Gesundheit, mit denen ich in
    Kontakt stehe, telefoniert und mitgeteilt, dass es noch nicht einmal für eine Antragstellung zur Reha, einen Arzt, Psychiater u.a. gibt, die einen Termin vergeben.
    Bereits nach einem Jahr erfolgloser Suche nach einer geeigneten Traumatherapeutin und den nicht unermesslichen Folgen chronischer Folgeschäden, aufgrund der fehlenden medizinischen Versorgung, um die es ja auch bei meinem Aufruf geht, frage ich mich ernsthaft, warum es noch keinerlei Überprüfungen gibt, das zu kontrollieren. Es ist eine Pflicht denen zu helfen, die Hilfe benötigen!
    Es ist gut, das andere diese Nachfragen stellen!

    Mit freundlichem Gruß
    Christina Rößler

  5. Eichelberg schreibt am :

    Hallo,
    Ich bin im Alter von 6 – 12 Jahren von dem Freund und Verlobten meiner Mutter missbraucht worden. Nach über 40 Jahren überkommen mich plötzlich die Erinnerungen, die ich so lange verdrängt habe, weil ich einsam und schutzlos dem Tun ausgesetzt war. Seit 4 Jahren weiß ich nicht wohin mit meinem innerlichen Chaos. Im Nachhinein wird mir vieles klar, was ich damals nicht einordnen konnte. Das Leben ist oft unerträglich für mich.
    Meine Mutter hatte mit diesem berechnend großzügigen Mann ein tolles Leben – 27 Jahre lang – bis zu seinem Tod, geführt. Meine Mutter hat mich an diesen Kerl verkauft – so sehe ich das. Meine Mutter ist durch das Erbe dieses Mannes gut abgesichert. Gute Frau!
    Lustig nicht?!

  6. Astrid Mayer schreibt am :

    Das posttraumatische Belastungssyndrom ist eine schwere Krankheit, die ohne gezielte, fachkundige Behandlung nicht heilt. Sie ist sehr zerstörerisch, sowohl für den Betroffenen als auch für seine Familie / Nächsten.
    Zu diesem Syndrom gehört meist auch die Verdrängung der traumatischen Erlebnisse, die es ausgelöst haben, und Verdrängung ist nicht immer (oft, aber nicht immer) eine sinnvolle Schutzreaktion. Sie wird im Falle des sexuellen Missbrauchs und seiner Konsequenzen durch das herrschende gesellschaftliche Klima und durch die Rechtsprechung gefördert.
    Es wird also eine schwere, das soziale System ungemein belastende Krankheit gefördert. Konsequenzen des posttraumatischen Belastungssyndroms sind oft Arbeitsunfähigkeit, zerstörte Familien, misshandelte und gestörte Kinder. Frau Zypries täte wohl gut daran, sich dieses Syndrom und die damit verbundenen Schäden und dessen Ursachen etwas genauer anzusehen.

  7. Gail Raven schreibt am :

    Frau Zypries kann und muss sich nicht mit jedem Thema beschäftigt haben. Aber man kann sich nicht – auf Kosten anderer – gegen etwas aussprechen – ohne inhaltliche Grundlage, ohne Kenntnisse der Materie, ohne fachliche Kompetenz, ohne die Konsequenzen einer Entscheidung zu kennen.

    Es würde – auch in der Politik – Sinn machen, sich mit einer Sache zu beschäftigen, bevor man über sie entscheidet.

    P.S.
    Oder ist die Sache es nicht Wert, sich mit ihr zu beschäftigen? Dieses Zugeständnis wäre ggf. zumindest eine ehrliche Aussage, wäre aber unmoralisch. Aussitzen ist “politisch klüger”.

  8. Gabi Müller-Reus schreibt am :

    Hallo Norbert, mein lieber,

    ich habe an Pfingsten eine Ausstellung gemacht, mit gemalten Bildern zum Thema missbrauch (zu sehen, bei wer-kennt-wen, gabi müller-reus, album lebenslinien). Ich hatte kleine Zettelchen zum mitnehmen dabei für die Gäste auf denen die Petitionsadresse drauf war. Ich habe ca. 300 Menschen angesprochen, für die Petition ihre Unterschrift abzugeben. Sie waren alle dabei und sie haben mir versprochen, die Adresse anschließend an Freunde weiter zugeben.

    Meine Freundin wurde vor meinen Augen missbraucht als wir 9 Jahre alt waren. Ihr Täter hat uns jahrelang gedroht uns umzubringen. Dadurch waren wir schwer traumatisiert.
    Sie hat sich vor ein paar Jahren umgebracht … die Bilder habe ich für sie gemalt und ihr eine Woche vor ihrem Suizid versprochen, diese Bilder und die Geschichte öffentlich zu machen … das tue ich auch hiermit.

    Rüttelt endlich die Politiker wach, appelliert an die Väter, die Mütter unter ihnen.
    Ich fordere hiermit härtere Strafen für die Täter … lasst nicht zu, dass Opfer ihr leben lang leiden und die Täter so viel Raum bekommen … wir wollen ein leben lang unsere Täter anklagen können.

    Lieben Gruß Gabi

  9. Andreas Görlich schreibt am :

    Hallo,

    Frau Brigitte Zypries und Ihre Partei ist für mich keinen Kreutz wert. Wer ohne Sinn und Verstand und ohne Informationen entscheidet, gehört nicht Ministerin zu sein.

    Andreas

  10. Jürgensen Brigitte schreibt am :

    Es ist erstaunlich, wie leicht es den vermeintlich Starken in dieser unserer Demokratie gemacht wird!
    Ist es wirklich so schwer, dem Hässlichen ins Gesicht zu blicken, geradezustehen für begangene folgenschwere Fehler?
    Solange Vergewaltigungstäter unter dem Schutz von Zypries und Co stehen, bleibt uns Opfern die alleinige Bewältigung der Missetaten anderer.
    All das Schöngerede kotzt mich an!!! Es ist so unglaublich leicht zu durchschauen.

    Vielen Dank für Ihr Engagement, lieber Norbert!

  11. kubu schreibt am :

    Manfred Karremann, Journalist, hat ein Sachbuch zum sexuellen Missbrauch geschrieben, das sicher auch für Frau Zypries interessant sein könnte: „Es geschieht am helllichten Tag“. Bei Zeit online gibt es eine Rezension dazu, die nicht betroffenen Menschen durchaus einen ersten Einblick in die Seelenqualen der betroffenen Kinder geben kann. Da aus den Opfern oft wieder Täter werden, weil sie das ja als „normal“ kennen gelernt haben, wird es höchste Zeit, das wir diesen Teufelskreis endlich durchbrechen. Auch ich werde an Frau Zypris schreiben, denn wenn sie die Anfrage von vielen bekommt, wird ihr die Tragweite der Thematik doch bewusst, so kurz vor dem Wahlkampf…

    (www.zeit.de/2008/04/SM-Missbrauch)

    kubu

    P.S. Dass ich den Namen von Frau Zypries gerade falsch geschrieben habe, ist auch Ausdruck meiner posttraumatischen Belastungsstörung, die mit zeitweiser Wahrnehmungsstörung einhergeht. Ich bitte deshalb um Entschuldigung.

  12. Nadine schreibt am :

    na ich hoffe, dass die Wähler richtig entscheiden! einfach wegsehen und weghören, das kennen wir ja schon und brauchen wir nicht mehr!

  13. Lizzy42 schreibt am :

    Und wieder wird weggeschaut oder weggehört. Mit der schrecklichen Wahrheit will keiner was zu tun haben. Es werden große Töne gesagt, aber nichts passiert. Ich weiß nicht ob sie das Gefühl jemals gespürt haben, diese Angst, diesen Geruch, diesen Schmerz, diese Worte die wir uns anhören mussten…ich denke nicht, sonst würden Sie anders urteilen anders Denken…Frau Zypries setzen sie sich mal mit Betroffenen in einen Raum und hören sie zu, spüren sie was in uns vor geht, was in uns vorgeht…
    Ich habe Kinder und die laufen vor mir weg, weil sie es nicht ertragen was geschehen ist…bin ich Mensch oder Monster – weil ich nicht mehr reden kann, weil keiner mehr da ist der es hören will, nicht mehr hören kann weil er es nicht mehr aushält. Ich kann kein Gefühl mehr zulassen. Hey ich bin Oma von zwei ganz süßen Mäusen – aber ich kann nicht mehr. Zuviel ist geschehen und wie immer war keiner da…

  14. Sabine schreibt am :

    Ich bin entsetzt über Frau Zypries‘ Verhalten. Man kann sich nicht mit dem Thema Missbrauch beschäftigen ohne die verheerenden Auswirkungen zu berücksichtigen. Also kann man mit Fug und Recht sagen, sie hat sich noch nicht ernsthaft mit dem Thema Missbrauch auseinandergesetzt.
    Dann auch noch, zum Schaden der Missbrauchten zu entscheiden und jeder erneuten Anfrage feige auszuweichen, disqualifiziert sie in meinen Augen. Das ist die totale Verdrängung und Verleugnung – und nicht hinnehmbarer Täterschutz.

    Auch ich leide unter PTBS und komme erst nach 50 Jahren (!) mühsam an alle Erinnerungen an frühkindlichen und fortgeführten sexuellen Missbrauch durch den Vater. Mein ganzes Leben ist schmerzlich geprägt von den Folgen dieses Missbrauchs.
    Der Täter, den ich wegen der Verjährungsfrist nun nicht mehr verklagen kann, geht unbehelligt einher, genießt öffentliches Ansehen und hat sein zerstörerisches Verhalten (in allen Bereichen) natürlich nie geändert. „Vielen Dank“, Frau Zypries!

    Missbrauch ist nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu. Dabei geschieht er täglich, in allen Schichten. Auch unter Politikern sind Opfer, die verdrängen und schweigen, es oftmals auch abgespaltet haben und sich nicht erinnern, aber eben doch unter seinem Einfluss handeln.

    Missbrauch wirkt verheerend fort, Frau Zypries! Höchste Zeit, dass Sie Ihre Ignoranz beenden und sich auch mit PTBS eingehend beschäftigen oder Ihr öffentliches Amt einer Person überlassen, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und im Sinne der Opfer, auch endlich zu handeln.

    Sabine, eine Wählerin

  15. Maria schreibt am :

    Hallo,

    meine Tochter ist Opfer einer sexuellen Gewalttat 2002 in einer geschützten Einrichtung geworden. Da sie zwangsbetreut wird und die gesetzlichen Betreuer kein Interesse an Aufklärung haben, hab ich als Mutter weitergearbeitet und erreicht, dass die Angelegenheit durch das Opferentschädigungsgesetz weiterbearbeitet wird. Leider kam im Oktober 2006 der ablehnende Bescheid. Für den Betreuer war die Angelegenheit damit erledigt. Ich habe einen Anwalt eingeschaltet und war erstaunt, dass der weiße Ring die Kosten trägt.
    Der Aufgabenkreis des Betreuers war erweitert worden, um behilflich zu sein, die strafrechtliche Angelegenheit aufzuklären. Ich habe bis heute keine Hilfe erfahren. Die Spätfolgen sind grauenvoll. Meine Tochter ist ein Pflegefall. Erschwerend kommt hinzu, dass sie seit 3 Jahren nicht mehr spricht.
    Der Betreuer versucht immer wieder meine Tochter in die Verwahrpsychatrie unterzubringen, damit diese Strafrechtliche Angelegenheit ja nicht aufgeklärt wird – der Ruf der Einrichtung muss geschützt werden.
    Der Täter soll wohl jetzt untergebracht sein. Die sexuelle Gewalt gegen meine Tochter wurde bei der Polizei als ;BRANDSTIFTUNG; gemeldet, wir wurden mundtot gemacht.
    Das Leben und die Jugend ziehen an meiner Tochter vorüber. Ihr LEBEN ist seit dieser TAT zu ende, ehe es überhaupt begann. Der Betreuer nimmt ihr zusätzlich die Würde, das Recht auf ein selbst bestimmtes Leben.

    Soviel für heute…

    Maria

  16. Wie lange noch wollen Politiker Blindheit propagieren, anstatt sich den langfristigen Konsequenzen von Kindheitstrauma zu stellen?

    Es wird immer wieder von Soldaten gesprochen die aus einem Krieg mit PTSD (post traumaic stress disorder) Schäden nach Hause kommen.
    Erwachsene misshandelt als Kinder leben mit dem Effekt von PTSD seid frühster Kindheit, waren wehrlos mehreren menschenverachtenden Gewalttaten ausgeliefert und hatten keine Chance sich zu verteidigen. Wenn sich einige dieser Kindheitsopfer doch wehrten, kamen sie in ein Heim.

    Wie lange noch will die Regierung die Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern angreifen ohne die zahllosen Menschenrechtsverletzungen an Erwachsenen, misshandelt als Kinder im eigenen Land zu sehen?

    Wie lange noch will die Regierung eine Täter schützende Verjährungsfrist aufrechterhalten?

    Sieglinde Alexander

  17. Tanja schreibt am :

    Ich kann einfach nur den Kopf schütteln. Es ist wirklich eine Frechheit!
    Anscheinend interressiert sie es nicht oder es ist ihr zu ein heikles Thema oder sonstwas. Aber alle Opfer, bei denen es verjährt ist, haben keine Chance auf Gerechtigkeit. Ich persönlich hatte Glück, ein Jahr später und es hätte auch bei mir geheissen, dass ich rein gar nichts gegen den/die Täter/in machen kann.

    Ich hoffe wirklich, dass sich das bald ändert!
    Ministerin zu sein ist anscheinend nicht ihr „richtiger“ Beruf.

    Liebe Grüße,
    Tanja

  18. s. m. schreibt am :

    Drohungen und Beschimpfungen helfen nie weiter. Ich verstehe die Wut gegen Frau Zypries Ignoranz. Doch Hand in Hand erreichen wir (Opfer) letztendlich Schritt für Schritt die Befreiung. Daran glaube ich wirklich, der Wind dreht sich… liebe Segensgrüße

  19. Stephanie Glöer schreibt am :

    Ich fass es nicht. Wie kann eine Politikerin sich nicht mit PTBS beschäftigen, aber sagen, dass sie sich schon mal dagegen ausspricht. Das darf es nun wirklich nicht mehr geben.
    Danke Norbert, dass Sie sich dafür stark machen, dieses ändern zu wollen.

  20. Chris schreibt am :

    Bin selber Opfer geworden in einem Heim als ich 8-10 Jahre war.
    Wurde sogar betäubt, vergewaltigt und sexuell missbraucht.
    Als ich wieder zuhause war, ging es dann weiter, grad nochmals von 10-17 Jahren durch einen Erwachsenen…. Ich denke mir heute, durch das was im Heim lief, war es wohl leicht für den zweiten Täter, mich zu kriegen. Weiß auch nicht, ich bin jetzt 35 Jahre und stecke voll in der Verarbeitung mit Psychis und Theras und was weiß ich….
    Angefangen mit hochkommen hat es vor 2 Jahren….
    Hm, habe nun vor wenigen Tagen alles angezeigt. Ist mir scheiß egal ob verjährt oder nicht, denn die Behörden wussten vom ersten Fall. Haben aber, obwohl es ein Offizialdelikt ist, selber keine Anzeige gemacht…. Deshalb gibt es für mich keine Verjährung. Ist mir schnuppe. Werde auch zu den Medien gehen wenn nötig…..
    Nur schon, was ich die letzten 2 Jahre, aber besonders die letzten 6 Monate durchgemacht habe, kaum zu glauben. Echt. Kann man sich vermutlich kaum vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt.
    Alles ändert sich in einem.
    Bei mir kam es sogar zu switches der Persönlichkeit….. Hoffe, das stabilisiert sich irgendwann wieder. Bin nun ohnehin arbeitsunfähig und musste mich nun sogar beim Sozialamt melden. Es hat sich nämlich bis jetzt niemand groß dafür interessiert. Hab sicher an die 100 Briefe versendet an Behörden.
    Interessiert niemanden.
    Deshalb habe ich nun alles angezeigt. Ist nun bei der Oberstaatsanwaltschaft. Also mal abwarten. Ist für mich auch irgendwie ein Schritt in Richtung Heilung. Mehr kann ich ja auch nicht machen, außer natürlich Selbstjustiz. Aber ich hoffe mal der Staat ist so intelligent und drängt seine Bürger nicht durch nichts tun, zu diesem Schritt, denn sonst ist er in meinen Augen selber Schuld, wenn Bürger dann diese Option wählen…

    Liebe Grüße

    Chris

  21. mo schreibt am :

    Ihr, die Ihr Euch traut zu kämpfen und in die Öffentlichkeit zu gehen, Ihr verdient meine Bewunderung.
    Ihr seid so, so wichtig. Die armen Kinder und Erwachsenen, die nicht in der Lage sind sich zu artikulieren brauchen Euch so dringend!

    Ihr könnt stolz sein auf Euch und solltet niemals aufgeben!

    mo

  22. P. Dröbicke schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,

    mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass Fr. Zypries sich überhaupt noch nicht oder nur sehr wenig mit dem Thema sexuelle Gewalt auseinander gesetzt hat. Ich frage mich was sie den ganzen Tag da in ihrem Büro macht. Dass der Wähler entscheiden soll, was nun mir der Verjährungsfrist passiert, ist eine Frechheit ohne gleichen.
    Es ist ganz klar zu Erkennen, hier werden mal wieder die Täter geschützt und die Opfer fallen durch den Rost. Sexueller Missbrauch und alles was dazu gehört muss wie Mord behandelt werden, denn es ist Mord an den Seelen der Kinder und Frauen, die dieses zu erleiden hatten und haben. Es darf keine Verjährungsfrist für solch abscheuliche Taten geben. Umsonst gibt es nicht so viele Foren wo sich missbrauchte Kinder und Jugendliche hinwenden, weil sie kein Gehör in der Gesellschaft finden.

    lg Peter Dröbicke

  23. Martina schreibt am :

    ohne Worte…

    Ich habe zwar so etwas, Gott sei Dank, nie erfahren müssen…
    Aber ich fühle so mit bei den betroffen Menschen, da krampft sich bei mir alles zu…zumal ich selbst zwei Kinder im Alter von 15 Jahren, und 19 Monate habe.

    Mein erster Gedanke ist, wenn meinen Kindern so etwas auch passieren würde, egal ob leiblicher Vater oder sonst wer, ich würde an demjenigen Selbstjustiz verüben. Er soll so lange leidend wie die Kinder.
    Da ja nichts gemacht wird…

    Deswegen Hochachtung Herr Denef für den Kampf, dass endlich was dagegen unternommen wird (Verjährungsfrist)

    Frau Zypriese, hier muss was passieren. Haben Sie keine Gefühle, wie sich diese Kinder und Frauen fühlen und ihre Seelen leiden. Hier muss endlich was geschehen, ganz schnell.
    Aber auch die Weckgucker müssen mit bestraft werden.
    Und es ist ganz klar, dass durch das heutige Internetzeitalter die Kinder, Jugendliche und Frauen wieder an solche Tiere, so kann man diese Menschen nur bezeichnen, geraden können:
    Nur weil sie jemanden suchen der ihnen zuhört.

    Also machen Sie endliche was, es ist höchste Zeit.
    Und die Täter müssen hoch bestraft werden, oder ihr Leben lang in Gewahrsam genommen werden, dass sich so etwas nicht wiederholen kann.

    Liebe Grüße
    Martina

  24. SCHADE, dass man sich lieber jahrelang Gedanken macht, ob man „daß/dass“ mit ß oder ss schreibt … SCHADE auch: dass Missbrauch nach 20 Jahren „verjährt“ – vielleicht sollte man unseren Politikern mal sagen, dass sich VIELE Betroffene erst Jahre später daran erinnern … BERÜCKSICHTIGEN könnte man auch: es gibt (zu) viele, die leider nicht DARÜBER sprechen können …

    … es VERJÄHRT … und WIR haben LEBENSLÄNGLICH !!!

    Hätte ich pädophile Neigungen: ich denke nicht, dass mich UNSERE Rechtsprechung ABSCHRECKEN würde … könnte man dies nicht eher als „Freibrief“ bezeichnen? Denn auch wenn unser eigener sexueller Missbrauch verjährt … wir werden oft nicht die EINZIGEN Opfer unserer Täter bleiben !!! Nicht selten wird uns „Rache“ unterstellt … ziemlich traurig muss ich sagen … es geht nicht um „Rache“ – es geht vielen darum, dass dieses Kind in uns die Gerechtigkeit spürt – UND: dass andere Kinder vor unserem Täter geschützt werden!!!

    Politker sagen immer: „Wir brauchen mehr Kinder!“ ICH frage mich WARUM? Denn die, die schon auf der Welt sind, wenn auch heute schon viele davon erwachsen sind, interessieren anscheinend nicht wirklich … man „erinnert“ sich an Kinder, wenn man einen finanziellen Nutzen sieht – dann macht man Werbung mit ihnen in EIGENER SACHE … für MEHR WÄHLERSTIMMEN!

    Ich finde: es gibt viele Möglichkeiten, einen Menschen zu MISSBRAUCHEN!

    Claudia Engelhardt

  25. Simone Nummerich schreibt am :

    Lieber Norbert Denef, auf der Website wer kennt wen gibt es eine Gruppe „Achtung Kinderschänder“ Ich habe dort den Link instaliert und hoffe nun das sehr viele aus der Gruppe ihre Pedition unterschreiben!!

    Lieben Gruß Simone

  26. Cilia Sommer schreibt am :

    Ich stoße nun erst auf diesen Artikel bzw. diese Seite. Hat denn noch niemand darüber nachgedacht, dass Frau Zypries sich damit nicht beschäftigen möchte, weil sie vielleicht selbst ein Opfer und sich dessen vielleicht gar nicht bewußt ist, dieses aber in sich spürt?
    Dann würde die Beschäftigung mit diesem Thema sie zerreißen. Wie uns selbst auch.
    Alles Gute.

  27. Hallo zusammen!

    Ich stelle mir seit Monaten, als ich hier unterschrieb, immer wieder die Frage: reicht es aus, wenn ICH „NUR“ unterschreibe oder kann ich diese Petition MEHR unterstützen?

    Ich konnte mir 5 Antworten geben:

    1. auf diese Seite in meiner Homepage mehrfach hinweisen, auch Links direkt zur Unterschriften-Seite usw. setzen

    2. schreibe ich regelmäßig in meinem online-Tagebuch (Blog) darüber

    3. hatte ich allen Freunden und Bekannten von dieser Petition erzählt bzw.

    4. eine Rund-e-mail gesandt = ebenfalls mit Link zur Petition und

    5. kann man die Handschriften-Zettel auch beim Nachbarn um die Ecke in den Briefkasten werfen oder an seinem z.B. Stamm-Kios hinterlegen …

    WIR können MEHR als wir von uns selber GLAUBEN!!!

    Ich wünsche uns allen KRAFT, MUT und immer das Bedürfnis, „NIEMALS AUFGEBEN ZU WOLLEN“

    Gefangener-Engel
    Claudia

  28. Isabel schreibt am :

    Meine Stimme…. nein UNSERE StimmeN…. den ich/wir sind durch erlebte Gewalt multipel geworden um überleben zu können. (Nicht zu verwechseln mit Schizophrenie)… also UNSERE StimmeN gegen die Verjährungsfrist!!!

  29. S. M. schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,
    liebe Betroffene und andere,

    ich suchte heute in meiner Angelegenheit und kam auf Ihre Seite.
    Mich holen zur Zeit stark Erinnerungen an Ereignisse aus der späten Kindheit ein.
    Ich bin nicht das einzige Kind meiner Eltern; es gibt weitere drei Geschwister.
    Annährung bis hin zu näher geht’s nicht, erfuhr ich bewusst im Alter zwischen 10 und 13 Jahren durch meinen Adoptivvater. Ich sprach nie, verbuchte einen Selbstmordversuch, der psychologisch mit meiner Mutter ohne Ergebnis erörtert wurde.
    Im Alter von 18 Jahren verließ ich mein Zuhause. Im Alter von 48 Jahren kam ich nach Scheitern einer Ehe wieder in meine Geburtsstadt und WiederNähe meiner Eltern.
    Anderseits half mir mein Vater, wenn ich Probleme in der Schule und anderen Bereichen hatte. Meiner Mutter war ich nie gut genug und jetzt, heute ist das wieder so. Ich halte die Wucht vieler Erinnerungen schwer aus.
    Mein Vater ist heute an Demenz erkrankt.
    Ich versuchte mit meiner Mutter über das was geschehen war und wie sie zu mir ist, zu sprechen. Sie negiert und tut, als wenn solches Gespräch nicht stattfand.

    Ich unterschreibe Ihre Petition.

    Weshalb sind Kinder allein, wenn sexueller Missbrauch vorliegt?

  30. Angelika Oetken schreibt am :

    Liebe Frau M,

    Sie haben von sich erzählt und ich kann mich gut in Sie hineinversetzen, vielen anderen wird es genauso gehen.
    Die „Drehbücher“ ähneln sich auf erschreckende Weise.

    Sie fragen am Schluss „Weshalb sind Kinder allein, wenn sexueller Missbrauch vorliegt“

    Aus Ihrer Schilderung lese ich heraus, dass Sie zwei Dinge besonders belasten und beschäftigen – die Ignoranz und das Leugnen Ihrer „Mutter“ und das zweischneidige Verhalten Ihres „Vaters“ (ich setze Mutter und Vater bewusst in Anführungsstriche, s.u.).

    Wegen Ihrer Mutter :
    Aus Gesprächen mit anderen Betroffenen, Literatur und eigener Erfahrung weiß ich, dass sexuelle Übergriffigkeiten und andere Grenzüberschreitungen wie Abwertungen, Demütigungen, Schläge, Misshandlungen in einer Familie meist eine lange Tradition haben. Insofern müssen Sie damit rechnen, dass auch Ihre Mutter so behandelt wurde, wie Sie behandelt wurden. Und deren Vorfahren auch …
    Wer sich später als Erwachsener bewusst anders verhält, leistet etwas Besonderes und Großes.
    Die negativen Gefühle bleiben trotzdem. Und der Wunsch nach einer „richtigen“ Mutter, einer die einem zuhört, einen beschützt und einen ernst nimmt.
    Ob es Ihnen jemals gelingen wird, mit Ihrer möglicherweise psychisch schwer gestörten, evtl. auch charakterlich abwegigen Mutter ein „gutes“ Gespräch zu führen, kann niemand wissen.

    Zu Ihrem Vater: Menschen, die jemanden anderen sexuell benutzen und ausbeuten wollen, gehen meistens so vor, dass sie jemanden suchen, der schwächer (jünger, abhängig) ist und ihn unter Druck setzen. Ob jemand nach Cheb fährt und auf dem Kinderstrich ein Kind aussucht oder sich ein Kind in die eigene Familie holt, um einen abhängigen Sexualpartner zu haben, ist letztendlich nur vom Zufall abhängig. Das Bedürfnis bleibt gleich: Macht ausüben, demütigen, beschämen, beschmutzen – über Sexualität. Gleichzeitig wird aber auch „Wohltäter“ gespielt, die Sexualität mit dem Kind total abgespalten.
    Für die Betroffenen ist gerade das ja schwer auszuhalten – der „gute“ Mensch hat ein zweites, „böses“ Gesicht.
    Was beim „Opfer“ bleibt ist meist grundlegendes Misstrauen gegenüber anderen Menschen, v.a. bei körperlichen Kontakten und Nähe.
    Dass dann z.B. eine Ehe scheitert, liegt auf der Hand.

    Mein Eindruck ist, dass diese übergriffigen Menschen nur deshalb Sex mit Kindern haben, weil es schwer ist, einen Erwachsenen zu finden, der so was mitmacht.
    Auch diese Erwachsenen sind häufig psychisch deformiert. Anstatt sich Hilfe zu holen und sich dieser Tatsache zu stellen, „infizieren“ sie lieber einen anderen Menschen. Ganz bewusst.

    Das Ganze ist eine in unserer Gesellschaft fest etablierte, wenn auch offiziell sanktionierte Art, seine Sexualität auszuleben.

    Diese beiden Menschen, Ihre „Mutter“ und Ihr „Vater“ haben im Leben versagt. Als Menschen und als Eltern.
    Sie haben einen anderen Menschen, nämlich Sie, für etwas büßen lassen, wofür Sie nichts können. Sie können nichts für die Vergangenheit Ihrer „Eltern“. Und Sie sind Ihnen auch überhaupt nichts schuldig.

    Vielleicht haben Sie sich ja schon einmal therapeutische Hilfe geholt – falls nicht, wäre das jetzt ein guter Anlass.

    Meine eigene Prognose war einmal, ganz am Anfang meines Lebens, total schlecht. Durch sexuelle, emotionale und körperliche Misshandlung im Kleinkindalter psychisch deformiert, in Folge schwer mehrfach erkrankt, eine ebenfalls psychisch kranke, schwache Mutter und ein ebenso hilfloser Vater.
    Aber ich hatte immer wieder Menschen gefunden, die zu mir gehalten und mich unterstützt haben.
    Und ich habe durch Therapie, durch das Bearbeiten vieler unbequemer Wahrheiten und Ambivalenzen, Willensstärke, Konsequenz und Klarheit ein zumindest nach außen hin einigermaßen erfolgreiches Leben hinbekommen.
    Ich habe für mich entschieden, das Negative nicht weiterzureichen und damit mit der Familientradition gebrochen.

    Macht mir nichts – darauf bin ich sogar heute stolz.

    Solche Traditionen sind derart eklig und destruktiv, dass ich lieber auf familiäre Kontakte verzichte, als dieses „Spiel“ mitzuspielen.
    Meine Freunde sind mir heute die wichtigsten Bezugspersonen.

    Ihnen alles Gute und dass Sie einen Weg finden, der zu Ihnen passt.

    Angelika Oetken, Berlin

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE