Alles muss raus

05.09.2008

Ein Theaterstück von Wolfgang Spielvogel mit Viktor Vössing.

Der Text basiert auf Denefs autobiografischem Bericht: “Ich wurde sexuell missbraucht”. Wolfgang Spielvogel schrieb “Alles muss raus” für das Frankfurter Autoren Theater. Die Uraufführung war im September 2008.

Das Theaterstück dauert 30 Minuten und wird mit anschließender Gesprächsrunde (Publikum, Regisseur, Schauspieler und Norbert Denef) für Schulen, Hochschulen und sonstigen Einrichtungen als Projekt angeboten. Es wird finanziell unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Anfragen für Gastspiele in Ihrer Einrichtung richten Sie bitte an:
E-Mail: info [at] netzwerkb.org
oder Telefon: 04503 892782

 

11 Kommentare

  1. Marc schreibt am :

    Ich bin Betroffener von sexuellen Übergriffen!!! und kann nur sagen, sehr realistisch und Respekt vor Herrn Denef!!!

  2. Ich habe mir das Theaterstück angehört. Die Tränen kamen mir. Sehr realistisch. Ich habe heute noch große Angst, darüber zu sprechen. Weil ich mich schuldig fühle.

  3. Hubert schreibt am :

    Ich finde es schon unglaublich und auch
    unverständlich, daß erst ein Betroffener
    die Kraft aufbringen muß, um soetwas hier
    in die Wege zu leiten. Eine Kraft, welche ein Betroffener eigentlich kaum noch hat.
    Dieser Miss-Stand der Verjährung ist bereits seit
    Jahren bekannt, wenn nicht sogar seit Jahrzenten.
    Schlafen unsere Gesetzesgeber?
    Alle Achtung vor Norbert Denef, für seinen Mut
    und die Energie, welche er dazu aufbringt.

    Hubert

  4. Peggy Jansen schreibt am :

    Endlich habe ich nun Ihr Buch zu ende gelesen. Bin in tiefstem Mitleid mit Ihnen, sehr bewegend…
    Viele, wie auch ich, haben ihre eignen Geschichten, Erlebnisse. Viele können noch nicht darüber sprechen, viele wie ich fangen an es auszusprechen, diese Qualen von sich zu weisen…
    Ich bewundere Sie mit vollster Ehre, Sie sind nicht nur Betroffener, Sie sind Vorbild für uns alle Opfer, Sie geben uns Kraft, Mut und Sie sehen in uns noch Mensch, was ja leider in unserer Gesellschaft meist unterworfen wird…
    Meine engsten Freunde meinen ich sei schon weit mit meiner Offenheit. Ich selber sehe mich erst am Anfang, Vielleicht weil ich zu viel erleben musste.
    Ich habe gute Freunde, Berater und 2 wunderbare Kinder, die ja selbst Opfer waren. Aber sie stärken mich, wir stärken uns, denn dies ist meist das einzigste was uns selber bleibt, ein Selbstwertgefühl zu erlangen, keine Opfer mehr zu sein, bzw. bleiben…
    Euch allen eine besinnliche Osterzeit.
    Peggy

  5. Sarah M. schreibt am :

    Lieber Norbert,
    endlich habe ich es gewagt, mir dein Theaterstück anzusehen. (du weißt ja, dass ich nicht in der Lage bin, Schilderungen von Betroffenen zu lesen oder zu hören)…
    Und nun sitze ich vor dem Bildschirm, und weine in unsäglicher Betroffenheit.
    Welche innere, einsame Qualen musst du ausgestanden haben, welche selbstzerfressende Zweifel, ob der Reaktion Deiner Frau und Deiner Kinder…ob sie zu Dir stehen würden, wenn der Satz endlich ausgesprochen ist, den Du mühsam ein Jahr lang üben musstest, ohne in Atemnot zu geraten. Ich kann das so gut nachvollziehen, wie man sich fühlt, wenn man das 1. Mal den Horror formulieren und in Worte fassen will: „Ich bin missbraucht worden“. Er geht einfach nicht über die Lippen. Man erstickt fast an diesen einen Satz!

    schmerz, wut, ohnmacht

    stummer schrei
    droht meinen kopf zu sprengen

    das herz dröhnt durch die schädeldecke
    der schock findet keinen ausgang…

    gedemütigt, besudelt, missbraucht,
    ich ersticke an diesem seelenschmerz…
    und finde keine Worte mehr…

    Sarah M.

  6. Lieber Norbert,

    „DU BIST NICHT SCHULD!“

    Das ist m.E. einer der wichtigsten Sätze, die einem mißbrauchten Kind oder auch Erwachsenen, dem dies erst nach mühevoller Seelenbeschau klar wird, nicht oft genug gesagt werden kann. (Er begegnete mir vor sehr langer Zeit im Film „Herr der Gezeiten“). Ich bin selbst kein Mißbrauchsopfer. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber ich habe einige Menschen kennengelernt die missbraucht wurden und fast alle geben sich Mitschuld. Sie glauben sie hätten etwas falsch gemacht, etwas provoziert oder hätten sich ja wehren können…
    Das ist Unfug. Gerade die Tatsache, daß sie sich nicht wehren konnten machte sie zu Opfern – so wurden sie von den Tätern ausgesucht.

    DANKE ! für Dein outing und Engagement. Du gibst vielen Opfern Mut sich ihrer Geschichte zu stellen und dafür zu sorgen, daß die Täter bestraft und an zukünftigen Taten gehindert werden können.

    Herzliche Grüsse
    Petra V.

  7. Sophie schreibt am :

    Lieber Norbert,
    durch diverse Medienberichte bin ich auf Dein Schicksal aufmerksam geworden und jetzt auf Deiner Seite gelandet.
    Ich bin tief erschüttert und wünsche bei der weiteren Aufarbeitung von Herzen alles Liebe und Gute. Nur ein intensives sich öffnen macht wirklich frei und auch dann wieder glücklich, Deine Familie wird Dir hoffentlich dabei helfen können.

    Du hast durch Dein Reden eine Schallmauer durchbrochen, endlich ist es kein Tabu-Thema mehr, was alle ahnten und doch niemand aussprach! Die halbherzige Entschuldigung der Kirche, immer mit einem göttlichen Lächeln im Gesicht, kann nicht heilen, was damals geschah. Du bist auf dem richtigen Wege, Du wirst es schaffen wieder frei zu sein.

    Sexueller Missbrauch lässt sich nicht in Zahlen fassen, die Dunkelziffer wird immer im Dunkel verweilen, gerade auch, weil dieses oft in Familien geschieht.

    Ich bin nicht direkt sexuell missbraucht worden, es war versuchter Missbrauch durch meinen Vater, und meine Mutter ist dabei gewesen. Ich sollte mich nackt ausziehen und seinen Penis anfassen.Als ich nur noch aus dem Zimmer rannte, hörte ich die Stimmen: „Das darfst du niemandem erzählen!“ Damals war ich Studentin und lebte nicht mehr bei meinen Eltern, sofort habe ich dann das Weite gesucht und meine Eltern nur noch einmal im Jahr mit meinem Freund und meinem jetzigen Mann besucht. Sie haben sich dann so verhalten, als wäre nie etwas geschehen, immer nett und freundlich. Ihm habe ich mich anvertraut, die Verliebtheit, die vielen Hundert Kilometer, die zwischen meinen Eltern und mir lagen, haben mir geholfen das Geschehene zu verdrängen. Niemals kam irgend eine Entschuldigung, kein Wort von meiner Mutter, nichts. Entschuldigen lässt sich ja dieser Vorfall auch nicht, dafür gibt es keine Worte, geschehen ist geschehen – ohne Verjährung – die Erinnerung bleibt, und sie kommt erst oft nach sehr vielen Jahren zurück, wenn man über sein Leben nachdenkt.

    Mein Mann weiß davon, meine Schwester auch, mein Vater ist verstorben, meine Mutter ist schon sehr alt, ich möchte mit ihr darüber nicht mehr sprechen, vergessen kann ich es aber nicht!
    Lieber Norbert, man wird niemals vergessen und doch versuchen damit zu leben, Deine Frau, Deine Kinder brauchen Dich, gib nicht auf und verrenne Dich nicht in Deinem Schmerz,
    liebe Grüße, Sophie.

  8. Elvira schreibt am :

    Liebe Sophie,
    bitte gib du nicht auf und verrenne du dich nicht in deinem Schmerz und bleib nicht darin stecken. Sprich mit deiner Mutter! Sprich mit ihr solange sie noch lebt. Deine Mutter hat diese Chance verdient! Hast du auch Kinder? Rede! Warte nicht mehr so lange! Wir Opfer sind selber Schuld, wenn sexueller Missbrauch im Dunkeln bleibt. Alles was im Dunkeln bleibt kann nicht heilen und bleibt in der Familie und in der Gesellschaft. Es wird auch in deiner Familie einen oder mehrere „Symtomträger“ geben. Es gibt eine Zeit des Schweigens und es gibt eine Zeit des Redens. Die Zeit des Schweigens ist vorbei, dank Norbert. Vor allem braucht dein inneres traumatsieres Kind (Trauma-Ich) eine Mutter die es hört, ansieht und wahrnimmt. Wenn deine Mutter dazu nicht in der Lage sein sollte, dann musst du das für dich selber machen und dazu müsst ihr (Du und dein „inneres-Kind) euch Hilfe holen. Nur so kann der Opfer-Täter-Täter-Opfer-Kreislauf durchbrochen werden.
    Viel Kraft scheinst du schon zu haben, ich wünsche dir den dazugehörigen MUT.
    Von Herzen ELVIRA

  9. Sophie schreibt am :

    Liebe Elvira,
    ich bin nicht sexuell missbraucht worden, bitte lies genau, was ich geschrieben habe! Dann hättest du auch gelesen, dass ich mich sofort getraut habe zu erzählen: Nämlich meinem Mann und meiner Schwester! Ich habe nichts in mich hinein gefressen, sondern das Erlebte intensiv mit meinem Mann und meiner Schwester verarbeitet. Ich bin auch damals kein Kind mehr gewesen, sondern eine junge Frau.
    Das Erlebte ist verarbeitet, dank der vielen Gespräche. Ich fühle mich frei und glücklich. Vergessen kann man natürlich nie, deshalb bin ich auch gegen die 10 – jährige Verjährungsfrist!
    Liebe Grüße, Sophie.

  10. khadija schreibt am :

    Liebe Norbert,

    Ich bin, wie Sophie, auch tief erschüttet von deine geschichte… Ich danke dir für deine offenheit…Es ist bestimmt nicht einfach gewesen es auszusprechen. Du hast es gewagt…Ic denke an dich und alle betroffener…
    Ich bin die glücklische Mama einer 10 jährigher sonnenschein und mein Herz „bricht“ jesdes mal wenn ich so was höre…
    Ic wünsche Dir Lieber Norbert viel kraft und viel, viel, Liebe…
    Liebe, Sophie die liebe hast du schon gefunden, wie ich lese… Also wünsche ich Dir weiter viele schöne momenten mit deiner ehemann und deine schwester.
    Liebe, Peggy „Alles Gute, und kopf hoch! Du bist einer wertvoller mensch…und bestimmt eine wunderbare mama zu deiner 2 kinder !

    Ihr seid ALLE wertwoller menschen!

    PS: Ich bin französin, also ich bitte um verzeihung für meiner „Schreibfehler“…:)

  11. Jana schreibt am :

    ich würde mich gerne für Missbrauchopfer Engagieren, ist dies bei Ihnen möglich ?

    Wo gäbe es da Möglichkeiten ?

    Bin selber Betroffene.

    Viele Grüße

    Jana

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