„Ich wurde sexuell missbraucht“

05.09.2008

Zum Video-LeseprobeMein Buch „Ich wurde sexuell missbraucht“ ist nicht mehr über den Buchhandel zu bestellen, da ich Rechte, so wie die restlichen Exemplare von meinem Verlag erworben habe. Leider sind diese alle vergriffen, da die Nachfrage stark angestiegen ist.

Ich habe mein Buch im Dezember 2014 überarbeitet und es als eBook fertiggestellt. Bei Interesse senden Sie bitte eine E-Mail an: norbert.denef [at] netzwerkb.org

Ich werde Ihnen dann kostenfrei in nächster Zeit das Buch als PDF zukommen lassen.

 

Klappentext:

Norbert Denef wurde als Kind über 8 Jahre lang von einem Pfarrer und einem Kirchenangestellten sexuell missbraucht. Dieser Seelenmord, wie er es selbst nennt, ließ ihn später in schwere Depressionen fallen. Nach 35 Jahren brach er sein Schweigen und erhielt von der katholischen Kirche als erstes bekanntes Missbrauchsopfer in Deutschland eine Abfindung in Höhe von 25.000 Euro, unter einer Bedingung:Er sollte sich verpflichten, über den Missbrauch weiter zu schweigen, so wie er jahrelang geschwiegen hatte, aus Angst, Scham und Schuldgefühl. Doch Norbert Denef hielt sich nicht daran und machte seinen Fall in den Medien bekannt. Sein Buch ist Zeugnis vom Leidensweg eines Menschen, der sexuell missbraucht wurde. Es zeigt, wie zerstörerisch sexueller Missbrauch auf das gesamte weitere Leben eines Opfers einwirkt. Wie Umwelt und Familie auf seine Offenbarung reagierten und wie die katholische Kirche mit seinem Problem umging. Mit großem Engagement sensibilisiert Norbert Denef die Gesellschaft zu diesem Thema und motiviert Betroffene, ihr Schweigen zu brechen.

Leseprobe…

47 Kommentare

  1. Anna Mahlers schreibt am :

    Lieber Norbert,
    zu Deinem Buch „Ich wurde sexuell missbraucht“ möchte ich Dir gratulieren und Dir danken für die Arbeit, die Du Dir damit gemacht hast. Dieses Buch ist spannend formuliert; ich habe es mit wachsendem Herzklopfen innerhalb von 24 Stunden lesen müssen, alles andere liegen lassen, da unwichtig. Nach einem solchen Buch habe ich lange gesucht, jetzt gefunden. Ich suchte nicht nach tabellarischer Aufzählung von Spätfolgen nach sexuellem Missbrauch und speziell durch Priester der katholischen Kirche, sondern genau das, wie Du Dich mit Deinen Gefühlen und Verletzungen einbringst. Dieses Buch schildert keinen anonymen Fall, sondern zeigt Dich als Mensch. Ich habe deutlich gespürt, wie sehr Du in der Vergangenheit gelitten hast, als Du nicht darüber sprechen konntest und auch jetzt noch leidest. Ich habe auch Deine Stärke gespürt, dass Du Dich trotz aller Widerstände immer wieder aufrappeln konntest, um Deinen Weg weiterzugehen. Ich habe Dich in Deinen Krämpfen erlebt und fühle mit Dir. In Gedanken halte ich Dich wortlos im Arm. Mehr könnte ich jetzt auch noch nicht, weil ich ebenfalls von einem Priester sexuell missbraucht wurde.

    Anna Mahlers

  2. Hallo, Herr Denef!
    Ihr Buch habe ich inzwischen mit großer Betroffenheit gelesen. Da ist so manches, was mir sehr bekannt vorkommt. Eigentlich hatte ich Ihnen eine ausführlichere Rückmeldung geben wollen, schaffe das aber im Moment nicht. Vielleicht nur ganz kurz: Wie Amtskirche auf Sie reagiert, ist eine Schande für die Kirche und eine Niederlage Gottes in seiner Kirche. Ich kann das nur so drastisch formulieren.

    Ich werde am Samstag auf dem Ev. Kirchentag einen Stand mit „GottesSuche“ haben und ein paar Bücher auslegen. Ihres wird dabeisein. Das wollte ich Ihnen jedenfalls geschwind mitteilen.
    Freundliche Grüße!
    Ihre
    Erika Kerstner

  3. Rom Harel schreibt am :

    I am a threapist from Israel Who developed a way out of early age rape misery. I have a introductery essay in hebrew and a self help book in english too. Yet the book is not specifically for rape victims but as a general ladder for all based on my 10 years experience. It can be downloaded for free in this address:
    http://norbert.denef.com/wp-content/uploads/2007/06/starting-over-again2004.pdf
    Thank you for your NACHCAFFE input…
    ROM HAREL

    Ich bin ein Theraput aus Israel, der einen Weg entwickelt hat aus der Miserie von Vergewaltigung in jungen Jahren. Ich habe einen einführenden Aufsatz auf Hebräisch und ein Buch zu Selbsthilfe auf Englisch. Das ist jedoch nicht spezifisch für Vergewaltungsopfer sondern allgemein für meine 10-järige Erfahrung. Man kann es runterladen unter:
    http://norbert.denef.com/wp-content/uploads/2007/06/starting-over-again2004.pdf
    Danke für den Input (Eingabe) aus dem Nachtcaffe.
    Rom Harel

  4. Werner Reif schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,
    zu Ihrem Mut an die Öffentlichkeit zu gehen, beglückwünsche ich Sie von ganzem Herzen. Ich habe mich sehr über Ihr offenes Auftreten bei Wieland Backes gefreut, mittlerweile auch Ihr Buch gelesen. Mit diesem Kommentar will ich Ihnen meine Sicht der Wahrheit geben und Ihnen zeigen, daß es noch viele Kämpfer an Ihrer Seite gibt. Auch meine Familie ist vom Machtmißbrauch durch Religionsverkünder der kath. Kirche mehrfach betroffen. Zum einem in Form sexueller Gewalt, als auch durch Irreführung der gesamten Familiensippe im geistig-seelischen Bereich. Zum ersten Punkt will ich im Moment keine näheren Angaben machen, da noch vieles in der Schwebe ist. Wichtig ist mir, zum geistige-seelischen Mißbrauch, wie ich und meine Familie ihn empfunden haben, Ihnen ein paar Gedanken zukommen lassen. Ich kam 1947 zur Welt, wie viele andere Kinder auch, brachte ich großes Wissen aus letzten Leben und seherische Fähigkeiten mit.Bei Ausglügen mit meinen Eltern waren mir Häuser,Plätze auch Menschen bestens bekannt. Ich wußte im Voraus, welche Bekannten uns besuchten, was sie dann sagten und viele andere Dinge mehr. Meine katholisch geprägten und kriegstraumatisierten Eltern konnten nicht damit
    umgehen und erzogen mir diese für sie unheimlichen Dinge „ab“. Den „Rest“ bekam ich dann während der Ministrantenzeit von den katholischen Geistlichen „ausgetrieben“. Gleich zweimal versuchte meine Seele während der sog. Heiligen Messe dieser Inquisitation per Wegtritt ins Koma zu entkommen.Viele Jahre im Dunkel der Eine-Leben-Lehre mit riesiger Angstbesetzung vor einem strafenden Gott mit Fegefeuer und Hölle folgten. Krankheiten, auch lebensbedrohende Dynamiken begleiteten meine Leben und auch das meiner Frau, die 12 Jahre den Vorsitz der kath. Frauengemeinschaft unserer Dorfes leitete. Eine Riesenöffnung hin zur Wahrheit über Gott und die Dinge, die hinter dem Leben stehen, erfolgte vor etwa zehn Jahren. Durch die Eröffnung eines Reformhauses kam meine Frau und ich auch mit alternativen Heilungsformen in Kontakt. Durch Familienaufstellungen, Abschluß einer Kinesiologieausbildung, Rückführungen in Kindheit, zu den abgetrennten Seelenanteilen und auch in letzte Leben bekam unsere Familie eine völlig andere Sicht über Gott und seine unendliche Liebe. Aber auch zur Sicht, Krankheit, Leid und Traumas nicht im außen, im Zufall oder bei anderen zu suchen.Sondern zu erkennen, wie unendlich groß die Weisheit Gottes mit seinen Gesetzen von „Ursache und Wirkung“ , von Karma und Wiedergeburt ist. Unglaubliche Einheitserfahrungen mit Gottes Liebe folgten, sämtliche Krankheiten sind verschwunden. Es gibt mittlerweile einen riesigen Frieden in unserer Familie, der sich mit den Kirchenaustritten noch verstärkte. So ist für mich das eigentliche Verbrechen, das hinter dem Mißbrauch steht, die Lüge der Eine-Leben-Lehre, die den Opfern einer Gewalttat, eines Verbrechens oder einer Krankheit jedwede Chance nimmt, denn Sinn ihrer Traumatisierung auch nur im Ansatz zu verstehen. Und wie kann es Heilung geben, wenn ich den Sinn einer Krankheit oder auch einer erlebten sexuellen Agression nicht erkenne? Anstatt die Menschen zu Gott zu führen, wurde ihnen der Weg zu seiner Liebe aus Gründen der Machterhaltung männlicher Religionsführer regelrecht versperrt. Welch grausamer Mißbrauch und welch große Sünde! Nur, es haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten riesige Wissenskanäle sowohl im alternativen Heilungsbereich als auch im religiösen-spirituellen Raum geöffnet. Festzemnentierte Glaubensdogmen werden durch das „neue“ Wissen förmlich pulverisiert. Viele Menschen erkennen weltweit die Lügen von Glaubensverkündern und ihre Machtabsichten. Langsam öffnet sich auch die Kiste sexueller Verfehlungen
    der katholischen Priesterkaste. Auch wenn es noch eine riesige täterfreundliche Lobby in Politik und Justiz gibt, die bestrebt ist, damit auch eigene Verfehlungen zu vertuschen. So werden auch die Nachrichten von den Priesterskandalen dieser Welt zurückgehalten und gekappt. Fast nicht bekannt ist z. B. hierzulande, daß in den USA mehr als 4400 Priester wegen Kinderschändung angeklagt wurden, 11000 (bekannte) Opfer, fünf insolvente Bistümer und schätzungsweise mehr als eine Milliarde Euro an Entschädigungszahlungen und Anwaltskosten zu Buche stehen. Diese perfide Wahrheit ist im Buch von Elinor Burkett und Frank Bruni „Das Buch der Schande“ eindrucksvoll beschrieben. Gläubige, die massenhaft die Kirche verlassen haben, nehmen ihr besonders übel, daß die Bischöfe Straftaten vertuschten, Akten in die Vatikanbotschaft (Stichwort Immunität) wegschafften und Pfarrern zur Flucht über die Grenze nach Mexiko verhalfen. Als besonders übel wurde von den Autoren die Praxis beschrieben, wie Bischöfe pädophile Priester immer wieder versetzten, obwohl sie um ihre Neigung wußten. So dürfte es noch sehr spannend werden, welche Rolle der jetzige Papst als Kardinal Ratzinger und ehemaliger Vorsitzender der Glaubenskongregation mit seinen Anweisungungen an die Bischöfe in dieser Verbrechensvertuschung gespielt hat. Riesenwirbel verursacht derzeit eine Dokumentation der BBC zu diesem Thema im Internet. Erstmals öffentliche Kritik brachte dem Vatikan dieser Report vor einer Woche im italienischen Fernsehen vor fünf Millionen Zuschauern. Nach meinen Erfahrungen der letzten sechzig Jahre bin ich überzeugt, daß Gott diese Religion längts verlassen hat. Gott ist reine Liebe, Jesus hat nichts anderes verkündet. Wo war diese Liebe, als Millionen Menschen bei Hexenverbrennungen grausam starben, den Kreuzrittern zum Opfer fielen, bei Zwangschristianisieren getötet und ganze Ethnien ausgerottet wurden? Wo ist diese Liebe, wenn zehntausende (angeblich von Gott berufene!) Priester Kinder schänden,sich an Kinderpornos delektieren, Kinder zeugen und sich dann als Vater verweigern, Frauen zur Kindstötung und Abtreibung veranlassen?
    Sehr geehrter Herr Denef, die Gottesgesetze von Ursache und Wirkung werden unerbittlich die Täter und ihre Taten ans Licht bringen! Deutschland und Europa sind noch ein weißer Fleck auf der Landkarte pädophiler Straftaten durch die Kirche. Es wird noch viele häßliche und schmutzige Flecken geben, wenn die verborgene Wahrheit, auch mit Hilfe der Internetdynamik in den nächsten Monaten, ans Licht kommt. Nur wenn die Kirche Einsicht und Reue zeigt, wie sie es von ihren Gläubigen verlangt, hat sie noch eine Chance zu überleben. Einsicht und Reue über ihre Seelenmorde an Kindern, Einsicht und Reue über ihr Morden an Andersdenkenden, Einsicht und Reue über das Verheimlichen der wahren
    Existenz von Gott und seinen Natur- und Karmagesetzen. Ich will Ihnen mit diesem Mail einfach nur Mut machen, daß sie Ihren Weg unbeirrt weitergehen. Nach dem Mißbrauch meines Enkels vor vier Jahren habe ich viele Daten und Fakten gesammelt, die in den nächsten Monaten an die Öffentlichkeit gehen. Ich weiß, es wird analog zur USA auch in Deutschland eine Riesenwelle geben, ich kenne weitere Opfer, die schon in den Startlöchern stehen.
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gottes Segen für Ihren Weg, sie werden bald viele Mitstreiter haben und auch die grausame Wahrheit Ihres Falles wird vollends ans Licht kommen. Dann wird sich Ihnen auch der Sinn eröffnen, den die vierzehn Jahre Kampf für Ihr geistiges Weiterkommen hatten und weshalb es erst jetzt zu einem Durchbruch kommen konnte.
    Denn auch Ihr Karma ist, genau wie das Karma unserer Familie, ein Mosaiksteinchen in Gottes Vorsehung für ein „größeres“ Ziel, für das erst jetzt die Zeit gekommen ist.

    Herzliche Grüße

    Werner Reif

  5. Rüdiger B. schreibt am :

    Hallo Norbert,

    Ich befinde mich derzeit in stationärer psychotherapeutischer Behandlung. Als ich durch einen Zufall auf Dein Buch aufmerksam wurde, habe ich es mir gekauft und gelesen. Es hat mich sehr beeindruckt und es hat mich sehr beschäftigt, so daß ich auch gegenüber meiner Therapeutin dies erwähnte. Die Folge war, dass ich vereinbaren musste, das Buch während der Dauer der Therapie nicht mehr zu lesen und auch mit niemanden darüber zu reden. Ich muss es bei meiner besten Freundin lassen, welche Dein Buch auch gelesen hat. Auch mit ihr darf ich nicht darüber reden – ich erhielt also sozusagen einen Maulkorb.

    Ich möchte Dir aber auch hier nochmals zu Deinem Buch gratulieren. Ich werde es trotzdem immer mal wieder zur Hand nehmen und lesen und auch meine Freundin mit dem Thema nicht alleine lassen.

    Einen lieben Gruß

    Rüdiger B.

  6. Dietmar S. schreibt am :

    Lieber Herr Denef,
    ich möchte Ihnen für Ihren Mut, dass Buch zu publizieren, gratulieren. Ich hoffe, die Veröffentlichung der Verbrechen befähigt Sie, ein halbwegs „normales“ Leben zu führen und die psychischen Tiefen und Krisen irgendwie zu bewältigen. Mein Schicksal ist etwas anders als das Ihrige, allerdings bin ich auch als 11 oder 12 jähriger von einem Onkel sexuell missbraucht worden. Ich kann ehrlicherweise nicht behaupten, dass mir das Gefühl unbedingt unangenehm war, allerdings weiß ich, dass es mir sehr fremd und ungewohnt war. Mein Onkel hat erst meinen Schwanz geblasen und dann in meinen Mund ejakuliert, ich spüre heute noch den herben Geschmack. Ich habe mich meiner Mutter erst als 22 jähriger offenbart, in meiner Erinnerung wusste ich nicht mehr, ob ich es ihr damals am nächsten Tag gesagt habe oder nicht. Ich habe sie bei ihrem letzten Besuch gefragt. Festzuhalten durch diesen sexuellen Missbrauch verstehe ich die Sache so, dass ich durch meinen Onkel zumindest geprägt worden bin. Ich habe in meiner Kindheit und auch als Jugendlicher immer wieder die Nähe von Männern, auf der Suche nach diesem Gefühl, dass ich damals gespürt habe, gesucht. Das ging soweit, dass ich mich einige male am Hauptbahnhof Hannover als Jugendlicher prostituiert habe, immer mit dem schadenfeinigen Argument des Geldes, in Wahrheit, weil ich dieses Gefühl wiedererleben wollte. Mein Vater kam, bedingt durch sein Studium, erst relativ spät zurück in die Familie. Alles lief immer auf Konfrontation heraus und ich habe mir immer Ersatzväter gesucht. Zum Teil am Bahnhof, zum Teil aber auch in einer sehr liebevollen Beziehung. Heute lebe ich seit über neun Jahre mit meinem Freund zusammen. Die Beziehung ist sehr liebevoll und positiv. Allerdings habe ich ein inneres Gefühl, dass ich um meine sexuelle Orientierung durch den Missbrauch meines Onkels betrogen worden bin. Sie sprechen in diesem Zusammenhang sehr richtig von „Seelenmord“. Diesen Seelenmord habe ich auch erlebt. Ich glaube, sehr schnell homosexuelle Männer zu erkennen. Und was die katholische Kirche betrifft, so ist es absolut zutreffend, dass die meisten Priester homosexuell sind. Ich verstehe zwar nicht, warum man sich so selbst verleugnen kann und den vermeintlichen Schutz in der Organisation sucht, aber die menschliche Psyche ist unergründbar. Ich sage Ihnen jedenfalls in den meisten Fällen auf den Kopf zu, ob ein Priester homosexuell ist oder nicht. Die sexuelle Präferenz muss jedem Menschen freigestellt sein, allerdings darf die nicht unter einem Deckmantel der Moralität und Pseudoscheinheiligkeit verborgen werden. Das hat einen sehr widerlichen Beigeschmack. Ihr Buch hat mich sehr berührt, und ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, die Krisen zu bewältigen und einen Weg zu finden. Herzliche Grüße und Danke für Ihren Mut (eigentlich eine Selbstverständlichkeit?),
    Ihr
    Dietmar S.

  7. Tine schreibt am :

    Gefallen hat mir, dass eine gewisse Spannung aufrecht erhalten wurde. Hier ist sicherlich anzumerken, dass diese Spannung vom Autor wohl nicht gewollt erzeugt wurde, sondern sozusagen aus seiner psychischen Notlage heraus entstanden ist. Ich möchte damit sagen, dass die „Getriebenheit“ die Herrn Denef wohl auch zu diesem Buch inspiriert hat, im Leser den Wunsch erzeugt, zu erfahren ob und wie er seinen einmal eingeschlagenen Weg weitergangen ist. Nicht nur der Leser, der sich immer wieder vor Augen hält, dass es sich hier um eine wahre Begebenheit handelt, deren Hintergrund ganz dunkle psychische Abgründe sind, wird immer wieder darauf zurückkommen, sondern auch derjenige der sich davon eigentlich lieber distanzieren würde, denn das lässt Herr Denef nicht zu!

    Dass Denef’s Leben jedoch quasi von Anfang an – nämlich noch im Mutterleib – auf Ablehnung getoßen ist, mag zwar der Wahrheit entsprechen, ist jedoch meiner Meinung nach kein zulässiger Erklärungsansatz für spätere Entwicklungen. (Wenn dem so wäre, bräuchte wahrscheinlich die halbe Welt pschologischen Beistand!) Rückschlüsse wie dieser, sind wohl typisch für Menschen, deren Seele, durch schwere Traumata geschädigt wurde. Sie neigen dazu, jede „Enttäuschung“ (ungewollte Schwangerschaft, die ausgetragen wird!)als größer zu empfinden, als sie eigentlich ist und sie zudem für negative Entwickungslinien ihres Lebens in die Verantwortung zu nehmen.

    Nicht gefallen hat mir zuweilen Denef’s Wortwahl, die meiner Ansicht nach zumeist konkreter hätte ausfallen können. Hier muss ich allerdings zugestehen, dass das vorliegende Werk ja ein autobiographisches ist und insofern die Wortwahl des Autors wohl auch seine persönlichen Eindrücke am authentischsten zu beschreiben vermag. Als Beispiel fällt mir da ein, wie er schildert, dass er (wieder einmal) die Absicht hegt, seinem Leben ein Ende zu machen und dann erkennt, dass er eigentlich nicht sein Leben beenden möchte, sondern die Umstände beseitigen will, die sein gegenwärtiges Dasein so schrecklich erscheinen lassen. Hätte er dafür andere Worte verwandt, wäre das vielleicht gar nicht so deutlich geworden. Möglicherweise ist genau diese Wortwahl auch die Richtige, für Leser, die sich in ähnlichen Lebensumständen befinden. Das kann ich jedoch nicht beurteilen.

    Lieben Gruß

    Tine

  8. Iris Z. schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,

    ich habe gestern den Fernsehauftritt bei Kerner gesehen und möchte mich von Herzen für Ihren Mut bedanken, in der Öffentlichkeit über Ihr Schicksal zu berichten.

    Es werden in solchen Situationen leider immer wieder Fragen gestellt, die dem Missbrauchten eine Teil-Verantwortung zuschustern. Warum ein Kind z. B. sich nicht einfach einem Erwachsenen oder einem Elternteil anvertraut hat, wenn es missbraucht wurde. Oder warum Sie, Herr Denef, z. B. den Missbrauch im Alter von 16 – 18 Jahren wiederholt zuliessen. Mit diesen Aussagen wird den Kindern immer wieder eine Verantwortung für den Missbrauch übertragen, der extrem verletztend ist und die Betroffenen im nachhinein noch weiter traumatisiert. Es ist daher kein Wunder, dass viele Missbrauchte sich niemals wieder jemand anvertrauen, der sich nicht mit dem Thema auskennt.

    Ich möchte zu dem gesamten Thema folgendes anmerken:

    – Ein traumatisiertes Kind ist kein nicht-traumatisierter Erwachsener. Es ist seinen Eltern psychisch hilflos ausgeliefert und bleibt ihnen treu, auch wenn sie es nahezu totschlagen oder auf das Schlimmste missbrauchen. Es ist abhängig und wird loyal bleiben, bis es soweit erwachsen ist, dass es die Familie verlassen kann. Ein Kind ist intellektuell nicht in der Lage, den Missbrauch einzuordnen und hat ein stark eingeschränktes Bewusstsein. Es weiss, dass es gequält wird und kann aber nicht genau benennen, was eigentlich nicht in Ordnung ist. Es stellt sich im Gegenteil noch selbst die Frage, ob es eventuell ein böses Kind ist, denn warum würde der Vater es sonst damit bestrafen. Würde ein Kind sich jemand Aussenstehendem anvertrauen, wäre dies ein Hochverrat an den Eltern. Jedes Kind hat aber das grosse Bedürfnis, von den Eltern geliebt zu werden und möchte ihnen nicht schaden. Das klingt absurd, aber nur so ist ein Kind in der Lage, zu überleben. Es kann nicht einfach weggehen. Es wird daher schweigen und den Missbrauch erdulden, bis das Bewusstsein irgendwann im Erwachsenenalter einsetzt und ihm das Ausmass und die Bedeutung des Missbrauchs klar werden.

    – Ein Kind ist oft bereits in frühem Kindesalter entwertet worden, wenn später ein weiterer Missbrauch von aussen stattfindet. Kindesmissbraucher sind an „gesunden“ Kindern nicht interessiert (mit „gesund“ meine ich Kinder, die in einem liebevollen und verantwortungsvollen Elternhaus aufwachsen, in dem keine Entwertungen und Grenzüberschreitungen stattfinden). Pädophile stehen auf entwertete Kinder, die z. B. durch Adoption und sonstige Traumatisierungen in ihren Wurzeln geschädigt sind. Ein missbrauchtes Kind verliert seine Identität und hat gegenüber Kinderschändern keinerlei Schutzmechanismen. Bei einem erneuten Missbrauch verfallen sie in eine Art psychische Starre und sind nicht in der Lage, sich aus der Situation zu befreien.
    Es wundert mich daher überhaupt nicht, dass Sie den Missbrauch im Alter von 16 Jahren noch einmal zugelassen haben. Sie sind nicht der Einzige, dem das passiert ist, und es ist vielleicht nicht für die Aussenwelt verständlich, aber eine völlig normale Situation für derart traumatisierte Menschen. Die Starre der Hilflosigkeit hört erst auf, wenn der Missbrauch ins Bewusstsein dringt und evtl. traumatherapeutisch bearbeitet wird.

    – Ich kann mir gut vorstellen, warum Sie sich im übrigen nicht an Ihre Mutter gewandt haben. Ich habe Ihr Buch nicht gelesen, aber ich gehe davon aus, dass Ihre Mutter den Geistlichen als eine Art Heiligen in ihrem Leben angesehen hat und diesen Menschen von vornerein niemals in Frage gestellt hätte. Hätten Sie sich ihr anvertraut, hätte sie Ihnen nicht geglaubt, und Ihre seelischen Schmerzen wären noch grösser geworden. Ich möchte Ihnen nicht zu nahetreten. Es ist immer möglich, dass ich falschliege. Aber das sind Erfahrungswerte, die ich mit diesem Thema habe. Den Müttern ist oft der Mann wichtiger als das Kind, weshalb sie es geschehen lassen und hernach behaupten, nichts geahnt zu haben.

    – Ich teile in vollem Umfang Ihre Entrüstung über die Fernsehsendung, die im Vorfeld von Kerner lief. Es ist auch einfach GRUNDFALSCH, dass einem Missbrauch eine sexuelle Präferenz zugrunde liegt. Das mag für Nicht-Experten und Nicht-Betroffene nicht einleuchtend wirken, aber ein sexueller Missbrauch hat am allerwenigsten mit Sexualität zu tun! Die sexuelle Wirkung eines Kindes auf den Missbraucher ist ein Werkzeug, aber nicht die Befriedigung an sich! Der Täter empfindet eine tiefe Genugtuung, Macht auszuüben an einem hilflos ausgelieferten Schwächeren. Das ist der Kick, nicht die sexuelle Handlung! Deshalb verachte ich nahezu diesen Professor für seine lamentable Unkenntnis, die er in diesem Modellversuch an den Tag legt. Noch einmal: Ein Pädophiler ist nicht mit der schiefliegenden sexuellen Neigung auf die Welt gekommen, dass er sich sexuell nunmal für Kinder interessiert und nicht für Erwachsene. Was ihn antreibt, ist die Geilheit an der MACHT! Er lernt im Laufe seines Lebens, dass er mit sexuellen Handlungen die schlimmste Waffe zur Demütigung und lebenslangen Schmerzen in der Hand hält, die er einem Unterlegenen zufügen kann. Das ist es, was ein Kindesmissbraucher geniesst, nicht den sexuellen Akt an sich!

    Wenn man ein Kind halbtot schlägt, ist dies nicht so destruktiv für die Identität als wenn man es sexuell missbraucht. Ich bin entsetzt darüber, dass Täter der Raum gegeben wird im Fernsehen, sich als quasi sexuell falschgepolte Opfer darzustellen. Da wird den Menschen eine ganz falsche Motivation dieser Täter aufgetischt. Es ist nicht so harmlos und ein quasi genetisch ererbtes Schicksal, sondern das bewusst ausgeführte sadistische Demütigen! Hinter sexuellem Missbrauch steht immer nur Macht und Destruktion, sonst überhaupt gar nichts. Im übrigen gelingt es einer erwachsenen Frau, die bereits eine gesunde Identität besitzt, sehr viel besser, die Folgen einer Vergewaltigung zu überstehen als einem Kind. Ein sexueller Missbrauch im Kindesalter hat die Spaltung und teilweise Zerstörung der Persönlichkeit zur Folge, die extrem schwer therapeutisch zu behandeln sind. Meist taumeln diese Menschen kreuzunglücklich jahrzehntelang im Leben herum und wissen nicht, woher ihre seelischen Schmerzen kommen. Oder sie werden selbst zu Tätern und tuen ihren Kindern das an, was ihnen angetan wurde und noch viel Schlimmeres.

    – Es ist im übrigen erwiesen, dass die Kindesmissbraucher sich gerne zu Geistlichen ausbilden lassen, um in aller Ruhe ihrem Trieb nach Machtmissbrauch nachgehen zu können. Und nicht nur dort, sondern überall, wo Kinder den Erwachsenen anvertraut werden: Lehrer, Sporttrainer, Therapeuten, Erzieher, Kindergärtner etc. etc.

    – Das Verleugnen ist auch immer typisch bei Kindesmissbrauch. Da schweigt nicht nur die Familie, sondern die Nachbarn, der Arzt, das Jugendamt, das gesamte Dorf! Den Menschen ist es lieber, wenn sie mit solchen Ungeheuerlichkeiten erst gar nicht konfrontiert werden. Passiert so etwas in einem Dorf, fühlen sich die Einwohner persönlich angegriffen. „Das kann bei uns doch gar nicht passieren!“ Da wird das Opfer lieber als unglaubwürdig dargestellt und aus dem Dorf geprügelt, als dass ein schwarzer Fleck in der Nachbarschaft geduldet wird.

    Lieber Herr Denef, ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihren Weg.

    Herzliche Grüsse

    Iris

  9. Brigitte Hauschild schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,

    mit viel Anteilnahme habe ich Ihr Buch „Ich wurde sexuell missbraucht“ gelesen. Auch ich habe den sexuellen Missbrauch, den ich erlitten habe, erst Jahrzehnte später aufarbeiten können, aber aus anderen Gründen als Sie: er war dermaßen verschüttet, dass er sich erst durch einen „Auslöser“ in mein Bewusstsein arbeiten musste.
    Ich wende mich heute an Sie, weil ich Sie etwas fragen möchte: in vieler Hinsicht ist Ihr Buch hilfreich für andere Missbrauchsüberlebende, insbesondere für solche, die von Kirchenmännern missbraucht wurden.
    Da ich 13 Jahre in Nicaragua gelebt und gearbeitet habe, war ich in diesem Jahr wieder 6 Monate dort, um betroffene Frauen einzuladen, Selbsthilfegruppen zu gründen, um ihre Missbrauchsgeschichte gemeinsam mit anderen betroffenen Frauen aufzuarbeiten.
    Bei meinem jetzigen Aufenthalt habe ich mehrere junge Männer kennen gelernt, die jahrelang von dem italienischen Priester Marco Dessi sexuell missbraucht wurden. Der Priester ist im Mai dieses Jahres zu 12 Jahren Haft und Entschädigungszahlungen verurteilt worden, was aber leider die Situation der jungen Männer nicht wirklich verbessert hat; denn sie werden nach wie vor von der Bevölkerung in Chinandega mit Verachtung gestraft, weil sie einen so „wohltätigen, gütigen“ Priester, dessen „Wohltaten“ auch ihnen zugute kamen, angezeigt haben …
    Ich würde es begrüßen, wenn Ihr Buch ins Spanische übersetzt werden könnte; denn ich halte es insbesondere in einem Land wie Nicaragua, wo das Thema des sexuellen Missbrauchs noch um ein Vielfaches mehr tabuisiert ist, mutmachend, die erfolgreiche Geschichte der Aufarbeitung eines anderen Missbrauchsüberlebenden zu lesen.
    Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Stiftung dafür offen sein könnte und das in Angriff nehmen? Das Buch könnte dann nach dem Übersetzen gut in Nicaragua gedruckt werden, dadurch würde man sich die Transportkosten sparen, oder eine Teilauflage dort drucken lassen und einen weiteren Teil hier.
    Ihre Meinung zu dieser Idee interessiert mich sehr.

    Hallo Frau Hauschild,

    herzlichen Dank für Ihren Kommentar.
    Ihre Idee, mein Buch ins Spanische zu übersetzen, um es dann in Nicaragua zu veröffentlichen, finde ich sehr gut. Die Stiftung ist ein Ziel von mir, jedoch noch nicht gegründet. Sollte mein Buch ein Bestseller werden und eine Million Mal verkauft werden, wäre das der finanzielle Rahmen der Stiftung. So lange das nicht so ist, hoffe ich darauf einen Spender zu finden. Das soll nicht heißen, dass Ihre Idee so lange warten soll. Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit, um ein
    solches Projekt zu starten. Ich werde versuchen die Medien daraufhin
    anzusprechen und sie um Unterstützung bitten – vielleicht gelingt es, einen Sponsor für Ihre Idee zu finden.
    Freundliche Grüße

    Norbert Denef

  10. Sabine K. schreibt am :

    Lieber Norbert,

    nun habe ich Dein Buch gelesen, zwischen vielen anderen Arbeiten, die warten mussten. Es las sich schnell und spannend und emotional sehr ansprechend. Ich danke Dir, dass Du so Vieles aufgeschrieben hast.

    Besonders im ersten Drittel musste ich manchmal bei gleichzeitigem Schmerz lachen. Ich fand sehr schlimm, was Dir geschehen war, es aber manchmal drollig, wie Du das Unglück beschrieben hast oder welchen Schluss Du daraus gezogen hast. Vieles konnte ich sehr gut nachfühlen und erkennen, eigene Erfahrungen kamen ins Gedächtnis, als Gefühl, gefühlter Mechanismus in mir oder als Erinnerung. Manches Mal liefen die Tränen. Dein Buch zu lesen, hat mir geholfen, für einiges eine Erklärung oder ein Verstehen oder (oft traurige) Bestätigung zu finden. Nochmals Danke. Die Stiftung würde ich gern unterstützen!

    Sabine

  11. admin schreibt am :

    Ich habe durch Zufall von diesem Buch erfahren. Es hat mich sehr bewegt. Es ist ein Buch, dass ich allen Betroffenen, deren Angehörigen und auch Interessierten sehr empfehlen kann. Es ist offen und klar geschrieben. Es zeigt aber auch, wie sehr dieses Thema noch tabuisiert wird.

    Quelle:
    http://www.sozialprojekte.de/info/acacnltua-x

  12. admin schreibt am :

    Die Tatsache, dass sich solche ungeheuer wichtigen Bücher so schlecht verkaufen, spricht für sich. Genauer gesagt: Es spricht für die Verlogenheit in dieser Gesellschaft. Nur, wenn in den Medien ab und zu ein „Skandal“ hochgekocht wird, wird geschrieen; doch langfristig nichts getan. Die Menschen wollen es nicht wirklich wissen… Genau deshalb lesen sie Bücher, wie das von Norbert Denef nicht. Viel zu anstrengend. Man könnte ja aufgeklärt werden!
    Aus diesem Grund wird sich nichts ändern. Es bedürfte schon breiter Teile der Gesellschaft, die mit offenen Augen und dem Mut zu solcher Lektüre fähig und willens wäre.
    Insofern ist dieses Buch ein Angebot. Ein Überlebender schwerer Gewalt fand die Kraft, real stattfindende Verbrechen an Kindern zu beschreiben. Nehmen wir dieses Angebot endlich an. Machen wir aus solchen Büchern doch ein Mal Bestseller!

    Quelle:
    http://www.sozialprojekte.de/info/acacnltua-x

  13. ZU IHREM BUCH ÜBER IHREN SEXUELLEN MISSBRAUCH
    VONSEITEN KATHOLISCHER PRIESTER / DER KATHOLISCHEN KIRCHE

    Sehr geehrter Herr Denef,

    von einer meiner (Missbrauchs-) Patientinnen erhielt ich Ihre Mail-Adresse.
    Als Hypnose- und vor allem EMDR Traumatherapeutin habe ich sehr häufig mit der Therapie von früheren Missbrauchsopfern zu tun, denen die Erinnerung an den – oft schamhaft/ schmerzhaft verdrängten Missbrauch – häufig erst viele Jahre später „hochkommt“/ erinnerbar wird, oft auch erst im Zusammenhang mit einem erneuten Traumaerleben/ erfolgender Traumatherapie (typisch für sexuellen Missbrauch bzw. entsprechend schwere Traumatisierungen!).

    Aus meiner langjährigen Erfahrung bzw. therapeutischen Arbeit mit Schwertraumatisierten muss auch ich in diesem Zusammenhang berichten, dass sexueller Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche doch verhältnismäßig häufig ist, dann meist vollzogen an Messdienern vonseiten des zuständigen Priesters. Aber nur wenige Missbrauchsopfer können darüber sprechen, zu hoch ist die Scham, vor allem aber die Angst vor Negativkonsequenzen, vor der Macht der Katholischen Kirche.
    Diese sexuell missbrauchten Menschen sind für ihr Leben gezeichnet, seelisch zerstört („Seelenmord“); leiden meist an traumatischen, immer wiederkehrenden Erinnerungen (PTBS)… an Panik, Ängsten, an schwerer Depression.
    Besonders schlecht geht es dabei den Missbrauchsopfern, die streng katholisch/=eng erzogen – im Zusammenhang mit dieser ersten sexuellen Prägung auch noch homosexuell („sündig“) geworden – sich aufgrund des althergebrachten (unchristlichen/ =ungöttlichen) katholischen Gottesverständnisses (dass Homosexualität sündig sei), auch noch ein Leben lang schuldig fühlen mussten und diese dann erst im Rahmen der Therapie – neben der nachträglichen Verarbeitung der traumatischen Erfahrungen – erkennen können, dass diese Haltung der Katholischen Kirche (Zulassen/Vertuschen von sexuellem Missbrauch…) leider herzlich wenig mit Menschenachtung/ Liebe/ Weisheit…mit Gott zu tun hat.
    Ich bewundere Ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen und wünsche Ihnen dabei alles Gute;
    Entsprechend dem heutigen Wissen der oft jahrelangen Verdrängung schwerer Traumata ist Ihr Ansatz der lebenslangen Möglichkeit zur Anzeige sehr wichtig, absolut notwendig.

    Grüße und alles Gute

    Gerta Kröner

  14. Jetzt wird es für die kath. Kirche in Österreich ernst

    Hallo Norbert!

    Unsere Sammel- oder Gruppenklage gegen die kath. Kirche ist im Wachsen! Vermutlich wird sich unsere Sammelklage auch über den ganzen deutschsprachigen Raum erstrecken, wir haben einen Top-Anwalt gefunden.

    Näheres:

    http://michaeltfirst.blogspot.com/

    Jedem sexuellen Missbrauchsopfer der kath. Kirche steht eine Opferentschädigung seitens der kath. Kirche zu (nicht vom einzelnen der kirchlichen Täter, die sich oftmals darauf ausreden, kein Geld für eine Opferentschädigung zu haben).

    Für die Opferentschädigung an alle sexuellen Missbrauchsopfer von Kirchenleuten haftet nur die kath. Kirche und sie hat ein grenzenloses Vermögen. Die kath. Kirche in Österreich wird zahlen müssen, so wie kürzlich in Irland (siehe meine Homepage)!

    Denn bei gesamt 4 MIO Iren, gab es in Irland 17.000 sexuelle Missbrauchsopfer von kath. Kirchenleuten: Die Schadensersatzforderungen gegen die katholische Kirche sollen nach Regierungsschätzungen mittlerweile bei 1,16 Milliarden Euro liegen.

    http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=162485

    Kardinal Schönborn wird in mehreren Fällen auch der Vertuschung überführt werden (siehe meine Homepage) und das kann für Schönborn im Strafgericht enden!

    Ein nur ganz kleiner (im Vergleich zu den anderen Fällen) Vertuschungsvorgeschmack des Herrn Kardinals:

    http://www.gegensexuellegewalt.at/2008/08/offener-brief-an-barbara-stockl/

    Siehe auch u. a. auf meiner Homepage die Sache über den Geistlichen von Bad Goisern, wo Schweigeschmerzensgeld bezahlt und dann der Priester in eine Pfarre der Erzdiözese Wien versetzt wurde.

    Etliches von nachweislichen Vertuschungen habe ich auch nicht veröffentlicht, das kommt in die Gerichtsakten. Es geht auch immerhin um die Vertuschung von Morden (siehe meine Homepage).

    Wir Opfer ziehen das mit allen Konsequenzen bei Gericht durch (auch etliche Opfer aus dem gesamt deutschsprachigen Raum schließen sich dieser Sammelklage / Gruppenklage an).

    Und die kath. Kirche wird auch auf all den Kosten der teuren Rechtsysteme von Österreich, Deutschland und der Schweiz sitzen bleiben, unabhängig von den Schmerzensgeldzahlungen.

    Es werden bei dieser Klage auch sex. Missbrauchsopfer von Kirchenleuten in ihrer Kinderzeit mitmachen, die ehemalige Mönche oder Priester waren. Bei der Sammelklage sind auch aus mehreren Orden Kläger dabei. Es sind sogar ehemalige Jesuiten dabei, bei Gericht wird tiefstes Insiderwissen öffentlich gemacht.

    Es werden bei Gericht Namen von z. Z. sehr honorigen (scheinenden) Kirchenleuten aktenkundig werden……

    Während unsere Sammelklage gegen die kath. Kirche läuft, werde ich zeitgleich ein Volksbegehren gegen das Konkordat in Österreich initiieren.

    Hier (siehe folgender Link) ist noch eine ganz neue und sehr hohe Opferzahl aus Deutschland: Am 15. 9. 2008 stand in „Zoomer“ folgender Artikel, der bereits über den sexuellen Missbrauch von bis zu einer halben Million Fällen in deutschen Kinderheimen, die von der Kirche geführt wurden, berichtet:

    http://www.zoomer.de/news/news-zoom/mixed/kirchen/studie-belegt-missbrauch-in-kinderheimen

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Tfirst

  15. Werner Reif schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,

    Zu der im Vorkommentar beabsichtigten Sammelklage von Herrn Tfirst will ich ein paar Gedanken anfügen, die sich auf das dort angeführte „grenzenlose“ Vermögen der katholischen Kirche beziehen. Meine über 40jährigen Bankerfahrungen führen mich nämlich zum Schluss, dass nach den Finanzcrashs der letzten Wochen diese „Grenzenlosigkeit“ längst nicht mehr gegeben ist. Um zu dieser Meinung zu kommen muss man sich neben dem Bankinsiderwissen auch sehr intensiv mit dem Finanzgebaren des Vatikans der letzten Jahrhunderte auseinandersetzen. Die Fakten über das recht- oder unrechtmäßige Zustandekommen der immensen kirchlichen Besitztümer (Stichworte: Ablasshandel, Eroberungskriege/Christianisierung mit Vernichtung und Ausraubung ganzer Ethnien, Kreuzzüge, Inquisitation mit Vermögenseinzug, Dubiose Erbnächlässe und Stiftungen, Besitzabgabe bei Klosereintritt usw.) sollen hier nicht behandelt werden. Sie sind vielfach anderweitig, 0ausführlich beschrieben. Da diese kirchliche Institution keinerlei Bilanzen über ihre Vermögensverhältnisse veröffentlicht, sind nachfolgende Ausführungen rein hypothetisch. Sie beruhen auf den logischen Schlussfolgerungen langjähriger Bankpraxis zum Geldanlageverhalten aufgebaut auf den spärlichen aber aufschlussreichen Infos, die durch die dicken Vatikanmauern dringen.
    Die Weichen für die jetzige Finanzsituation wurden vor allem in den 70igern und 80igern Jahre des letzten Jahrhunderts gestellt. In dieser Zeit gab es riesige Skandale um die Banktätigkeiten des Vatikans, in vielen Publikationen ist von Verbindungen zur Mafia die Rede. Auch diese Vorgänge um den Finanzkünstler Sidona, den Vatikanbankvorstand Erzbischof Marzinkus sowie den Bankdirektor der Mailänder Banco Ambrosiano sind Gegenstand vieler Veröffentlichungen. Diese Zeitdekade ist auch geprägt von mehreren Morden, Selbstmorden und mysteriösen Todesfällen. Calvi wurde erhängt aufgefunden, Sindona im Gefängnis vergiftet. Im Jahre 1978 starb auch der damalige Papst Johannes I nach nur 33 Tagen Amtszeit (Hintergründe siehe Buch: Im Namen Gottes). Der Nachfolgepapst Johannes Paul II „ordnete“ die Vatikanbank neu. Viele katholische Einrichtungen, Diözesen, Orden und Stiftungen unterhalten Einlagen bei diesem Institut, das als eine Art Zentralbank bzw. Girozentrale fungiert. Es ist davon auszugehen, dass bei der Restrukturierung in den 80iger Jahren das Vatikanvermögen aus der damaligen Schwachwährung des Lira in die „Starkwährung“ des Dollar transferiert wurde. Auch um dem Zugriff des italienischen Fiskus zu umgehen, der Steuer aus den kirchlichen Vermögenserträgen forderte. Zementiert wird diese Annahme durch die Aussagen des Aufsichtsratsvorsitzenden der IOR, Professor Angelo Caiola über „Haupteinnahmezuflüsse“ aus dem Dollarraum (Quelle IOR/Wikipedia). Ebenso nannte er als „wichtigstes Vermögen“ Anteile an 5 Bankhäusern! Die Identität dieser Institute wurde verschwiegen. Es bedarf aber wirklich keiner großen Fantasie, sich vorzustellen, dass diese Vermögensverwalter der vatikanischen Milliarden keine kleine Sand- und Kiesbanken waren sondern genau jene „First-Class-Häuser“ der Wallstreet sind, die jetzt zusammenbrechen oder bereits insolvent sind.
    Laut Angaben der päpstlichen Präfektur bestanden die Goldreserven des Vatikans im Jahre 1992 aus 235.765 Feinunzen Gold mit einem damaligen Marktwert von 83 Millionen US-Dollar, Ende 1993 hatte der IOR nur noch 47.772 Unzen in seinen Büchern. Wo ist das Vatikangold geblieben? Kaum anzunehmen, dass es zur Hungerbekämpfung nach Afrika geschickt wurde. Viel eher ist zu vermuten, dass die damals renditeschwachen und zinslosen Edelmetallpositionen von den geldbewussten „Bänkern Gottes“ aufgelöst und in die boomenden und „hochprofitablen“ Investmentpapiere der Wallstreetgrößen Lehmann Brothers, Freddie und Fanny, JP Morgan, Goldman Sachs und anderen „Geldvermehrungsbrüdern“ umgetauscht wurden.
    Übrigens ist der Marktwert von 235.765 Feinunzen Gold von ursprünglich 83000 US-Dollar auf 2,1 Milliarden Dollar gestiegen, während die Investmentzertifikate der Wallstreetgrößen nur noch als Kloopapier taugen. Welche Panik hinter den Mauern des Vatikans offenbar herrschen muss, zeigt gerade die heute gestreute Meldung des britischen Wochenmagazins „The Tablet”. Es berichtet dass der Vatikan durch „verstärkte“ Investitionen in Rohstoffe, vor allem durch den Kauf einer Tonne Gold, die Einbußen infolge der Finanzkrise offenbar in Grenzen halten konnte. Wie notwendig muss es doch die Kirche haben, ihre Schäflein auf diese Weise zu beruhigen! Was man von den Beteuerungen der Bankvorstände allerdings halten kann, zeigen die letzten Lügefestivalwochen.
    Für wie dumm und einfältig hält der Urheber dieser Meldung eigentlich das Kirchenvolk? Denn der Gegenwert einer Tonne Gold beträgt derzeit ca. 20 Millionen Euro, es ist also wohl nur ein sehr kleiner Bruchteil des auf viele Milliarden taxierten Kirchenvermögens. Allein die Entschädigungszahlungen für Opfer sexueller Gewalt durch Priester in den USA und Irland werden auf über 3 Milliarden Euro geschätzt. Die Behauptung, mit dieser Kleinaktion das Vermögen als Ganzes geschützt zu haben, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Der Vorgang ist im Übrigen völlig unglaubhaft. Denn während Millionen Bankprofis und Börsenhändler weltweit die Gefahr nicht erkannt haben, wollen die Vatikanbänker als einzigste frühzeitig reagiert haben. Dafür gäbe es nur zwei Möglichkeiten: Entweder war es Insiderwissen aus den Führungsetagen der Crashbanken oder die oft zitierte Hilfe von oben. Und beides halte ich für unwahrscheinlich.
    So ist anzunehmen, dass die Wahrheit eine ganz andere ist. Nämlich die, dass auch die katholische Kirche Milliarden ihrer von den (Gut)Gläubigen eingesammelten Gelder im Billiardengrab der Wallstreet versenkt hat. Denn alle Zeichen deuten darauf hin, dass sich zum einen die Vatikanbank IOR mit dem ihren anvertrauten Einlagegeldern direkt in den Finanzzentren der USA an diesem so „profitablen“ Billiardenspiel beteiligt hat. Weiter anzunehmen ist, dass sich aber auch zum andern renditebewusste Kirchenkämmerer regionaler Diözesen, Klöster und Orden bei ihren Hausbanken dieser Investmentanlagen zur Geldvermehrung bedient haben. Erste dahingehende Hilferufe tauchen bereits auf (siehe Evangelisch Lutherische Kirche, Oldenburg mit einem Schadensfall von 4 Millionen Euro). Äußerst verwunderlich ist das Verhalten der Presse und der Medien, die sich dahingehend noch keine Gedanken macht oder machen darf.

    Nur, die Fragen werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Fragen von Milliarden gutgläubiger Menschen, was mit ihren Spenden an die „Dritte Welt“ passiert ist.
    Fragen der Kirchensteuerzahler, welcher Weg ihr Steurobulus zur Unterstützung sozialer und mildtätiger Zwecke gegangen ist.
    Fragen vieler Stifter, was aus ihren Vermächtnissen geworden ist.
    Fragen vieler Peterpfennigzahler (ca. 50 Millionen EUR jährlich) ob ihr „Apostel-Petrus-Gedächtnis-Spende“ auch dem bestimmungsgemäßen Zweck zugeführt wurde.
    Fragen vieler ehrenamtlich tätiger Kirchenmitarbeiter, wofür ihr Amt missbraucht wurde.
    Fragen zahlreicher, vielleicht weltweit millionfacher Opfer sexueller und sonstiger Gewalt durch kirchliche Straftäter, die oft mit Almosen (Beispiele Herr Denef, Herr Tfirst) und sittenwidrigen Schweigegelderklärungen abgefunden wurden. Hierzu zählen auch abertausende Betroffene in den kirchlichen Kinderheimen, die Aufarbeitung steht noch an.
    Zuletzt und vor allem aber Fragen von Milliarden hungernder Kinder /Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika warum ihr Religionsführer, der sich doch als Stellvertreter Gottes sieht, sie elend verkommen und verhungern ließ. Währenddessen das ihnen zugedachte Geld im Luxuskasino der Wallstreet in Freß, Sauf- und Sexorgien verzockt wurde
    Was würde wohl Jesus zu so einem Verhalten sagen?
    Diese Vorgänge, sollten sie sich bewahrheiten, sind aber nur ein weiters Glied ind der Kette, der durch Christenführer verübten Verbrechen in den letzten zwei Jahrtausenden.
    Viele Zeichen deuten darauf hin, dass das Ende dieser Kette erreicht ist, der Paradigmenwechsel ist deutlich zu spüren. Was man sät wird man ernten und die Ernte wird für Papst Benedikt fürchterlich sein. Denn durch seine Tätigkeit als ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation und seiner Bischofsanweisung ist er nicht nur Hauptverantwortlicher für die Vertuschung pädophiler Straftaten seiner Glaubensverkünder. Als Vorsitzender der Vatikanbank trägt der zudem die alleinige Verantwortung für die Verwaltung des Vermögens. Sollten sich die Anzeichen für eine Milliardenvernichtung und damit die Veruntreuung der ihm im guten Glauben anvertrauten Gelder als die Wahrheit herausstellen, wird dies die Institution Kirche nicht überleben.
    Und sich damit auch die Weissagungen Richtung 2012 erfüllen.
    Schon Jesus hatte Pharisäer und Geldhändler aus der Kirche geworfen.

    An Sie, Herr Denef, ganz herzliche Grüße

    Werner Reif

  16. Tina M. schreibt am :

    Lieber Norbert,

    ich habe Dein Buch noch nicht gelesen, werde es aber bald tun. Wie ähnlich doch die Lebensgeschichten mi**brauchter Kinder/Jugendlicher sind…

    Als Kind einer sogenannten „Mischehe“, evangelische Mutter, katholischer Vater, wurde ich im katholischen Glauben, nun ja, nicht erzogen, aber ihm zumindest zugeführt.
    Ich hatte den blanken Horror vor der Kommunion, noch mehr vor der Firmung. Ich mochte die Kleidung der Priester und Nonnen nicht, auch nicht deren Geruch.
    Sie waren… unangenehm.

    Meine Erinnerungen an katholische Priester und Nonnen sind durchweg negativ-Ohrfeigen (als Mädchen) bis in die 70er Jahre hinein, als körperliche Züchtigung längst verboten war.
    Ich wehrte mich dagegen, mit Erfolg.

    Wie infam ich doch war, dass sich „eine Sache“, nämlich ich, ein „Weib“, gegen „gottgewollte“ männliche Täter wehrte und sogar Recht erhielt- das ging nicht an!

    Die deutsche bigotte Gesellschaft freute sich später, als ich Opfer se**ellen Mi**brauchs durch Männer wurde, mich als Hure stigmatisieren zu dürfen.

    Eine junge Frau, die in eine Gaststätte geht, um sich ein Taxi zu bestellen ist sicherlich eine solche.

    Vor Gericht und auch durch mein schulisches Umfeld wurde ich erniedrigt, entwürdigt, der Lächerlichkeit preisgegeben, als ich die Wahrheit erzählte.
    In der Jugendpsychiatrie versuchte man mir die Schuld für das Vergehen der Täter an mir einzutrichtern.

    (Natürlich ging es nicht nur um das Taxi, sondern auch um das Geld, was meine Mutter zuhause hätte bezahlen müssen; natürlich ließ ich mich von einem nett aussehenden Mann nach Hause bringen, weils mir den imensen Streit mit der Mutter erspart hätte; natürlich ging diese Geschichte für mich gewalttätig negativ aus. Aber niemand fragte, warum mir der Streit mit meiner Mutter mehr Angst einflößte als zu einem Fremden ins Auto zu steigen…)

    Drei der Täter taten es danach noch so oft, bis eines Tages ein junges Mädchen dabei starb- der Haupttäter bekam lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung.
    Aber diese erst nach dem 2. gelungenen Totschlag, diesmal an einem… Priester.

    Warum erst dann?
    Weil der Priester ein Mann und Angehöriger der mächtigsten Institution der Welt war?

    Die Lektion der Jugendpsychiatrie nahm ich nicht mehr an, wie ich seither nur noch Lektionen lernte, die mich das Leben im Allgemeinen lehrte.

    Mein Leben hätte nicht in die Frühverrentung führen müssen, wie das so vieler anderer mi**brauchter Frauen und Männer, gleich welchen Alters heute.

    Ich freue mich, dass ich zu den Überlebenden zähle.
    Die Anderen, deren Lichter in meinem Herzen brennen, haben es nicht geschafft.
    Sie zogen die Unsichtbarkeit der Sichtbarkeit auf der Welt vor, da sie den Schmerz nicht mehr ertragen konnten.

    Ich klage an:
    – Mütter, die missbrauchen oder „nur“ zusehen;
    – Väter, die missbrauchen oder „nur“ zusehen;
    – LehrerInnen, die missbrauchen oder „nur“ wegsehen;
    – Hausmeister, die missbrauchen oder „nur“ wegsehen;
    – Priester, die missbrauchen oder „nur“ wegsehen;
    – NachbarInnen, die missbrauchen oder „nur“ wegsehen;
    – Sportlehrer, die missbrauchen oder „nur“ wegsehen;
    – Pfleger, die missbrauchen oder „nur“ wegsehen;
    – Großeltern, die missbrauchen oder „nur“ zusehen;
    – Sozialarbeiter, die zu früh eingreifen und daher missbrauchen oder es nie tun und daher wegsehen;
    – KlassenkameradInnen, die sehen, aber nicht handeln;
    – Lebenspartner, die die jeweilige Situation schmählichst ausnutzen und damit in die Täterrolle schlüpfen, vielleicht, ohne es zu wissen; und auch

    – Therapeuten, die den Opfern vorwerfen, zu dramatisieren, während sie selbst die Ereignisse im Leben der Betroffenen bagatellisieren;

    – Ich klage die bigotte deutsche Gesellschaft an, die Täter schützt;
    – Die ihnen vorwirft, erwischt zu werden- jedoch nicht, diese grauenhafte Tat begangen zu haben!

    Ich klage an.
    Ja, das tue ich.

    Mißbrauch ist keine Bagatelle und kein Kavaliersdelikt, sondern Persönlichkeitsmord.

    Herzliche Grüße von Tina, einer Überlebenden

  17. Lisa schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef
    Ich finde es unglaublich mutig, dass sie Ihr Schweigen gebrochen haben. Es ist so wichtig, aus der Hilflosigkeit auszubrechen und den/die Täter öffentlich zur Rechentschaft zu ziehen. Es freut mich, dass Sie den Mut dazu gefunden haben, darüber zu sprechen und Ihr Problem öffentlich zu machen.
    Ich habe selbst Missbrauch am eigenen Leib erfahren müssen und habe bis jetzt nicht den Mut gefunden, mich irgendjemandem mitzuteilen, deswegen kann ich sehr gut nachempfinden, wie schwer es gewesen sein muss, über Ihre Erfahrungen zu sprechen. Besonders schwer ist es natürlich, wie in Ihrem Fall, wenn der Täter eine Person ist, die öffentlich gut angesehen und über Vorwürfe erhaben ist. Ich habe diesen Albtraum Gott sei Dank nur ein viertel Jahr über mich ergehen lassen, bin dann aufgrund eines Selbstmordversuches in die Psychiatrie eingeliefert worden, habe mich aber auch dort nicht mitteilen können, weil ich einfach nicht geglaubt habe, dass mir jemand Glauben schenkt. In meinem Fall war der Täter eine Person, die meine Verwandten, Bekannten gut kannten, keiner hätte mir geglaubt. Ich bin dann aus meinem ehemaligen Wohnort weggezogen, um alles einfach besser verarbeiten zu können. Bei meinen seltenen Besuchen in meinem ehemaligen Wohnort bekomme ich natürlich auch Dinge über meinen Täter zu hören, mir schmerzt jedesmal das Herz, wenn ich höre, wie gut es ihm geht und wie unbekümmert er weiterhin lebt. Mein Leben hat er unwiderbringlich zerstört und selbst erfreut er sich seines Lebens. Besonders leide ich unter dem Gedanken, dass er seine Taten an einer anderen Person wiederholen könnte. Ich fühle mich dann sehr schuldig, weil ich ihn nicht angeklagt habe. Ich finde es deshalb sehr wichtig, anderen Betroffenen zu zeigen, dass man sich wehren kann, dass man die Schuldigen anklagen kann, wie Sie es mit Ihrem Buch tun. Ich hoffe, ich werde irgendwann ebenfalls den Mut aufbringen, endlich mein Schweigen zu brechen und den Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich danke Ihnen, für Ihr Buch, dass Menschen wie mir Hoffnung macht, irgendwann selbst den Mut zum Sprechen aufzubringen.

  18. Pia Survivor schreibt am :

    Hallo Norbert,

    ich finde sehr gut, dass du dieses Thema anpackst. Du bist sehr MUTIG BRAVO weiter so.

    SEELENMÖRDER

    Auch ich wurde von einem Kirchendiener (Küster) Jahre lang sexuell belästigt, missbraucht und gefoltert. Erst vor 16 Jahren begann ich mich zuerst nur in Bruchstücken dann ganz an die ganzen Traumata zu erinnern ab meinem 4 Lebensjahr bis zu meinem 9 Lebensjahr wurde ich immer wieder malträtiert von diesem Menschen der noch heute ein geachteter Bürger ist. Viele meiner Mitschüler und andere Kommunionkinder meines Jahrganges
    haben möglicherweise ähnliches mit diesem Monster erlebt. Nur eine andere Frau zwei Jahre jünger als ich hat bisher zu diesem Missbrauch etwas zu sagen gehabt zu ihrem sexuellen Missbrauch. Der Täter ist weiterhin auf freiem Fuß und wird trotz meiner Anzeige, leider erst im letzten Jahr, nicht verfolgt werden, es ist alles verjährt. Er ist frei und ich habe lebenslänglich, lebenslänglich die Traumata und deren Folgen zu tragen und ertragen. Meine Familie wurde durch sein Tun zerstört. Der Küster und Hausmeister in der Grundschule unseres Dorfes war, nein ist noch immer der Täter. Er der Täter der eine Person ist, die öffentlich gut angesehen und über Vorwürfe erhaben.

    Meine Sorge er kann möglicherweise weiterhin schänden, quälen, brechen, zerbrechen, traumatisieren, Seelen- TÖTEN als Wolf im Schafspelz unerkannt, ein Wolf unter Lämmern. Seelenmord als LUSTGEWINN.

    Mir bleibt die Kunst als Möglichkeit nicht an der Wahrheit zu sterben und die Hoffnung, dass die Petition Gehör finden wird. Damit der Freitod meines kleinen Bruders 2007 der ebenfalls Opfer war nicht ungesühnt bleiben muss.

    Überlebende von Missbrauch bringt selbst den Mut zum Sprechen auf. Der Weg ist das Ziel.

    Pia Survivor

    PS: Lisa ich glaube dir. Anzeige als Schutz für mögliche neue Opfer.

  19. „Ich wurde sexuell missbraucht“ von Norbert Denef
    gelesen von Sabine Marya

    Das Buch „Ich wurde sexuell missbraucht“ von Norbert Denef ist der Schicksalsbericht eines Betroffenen über den Weg, das Schweigen zu brechen und über die Folgen von sexueller Gewalt an Kindern.

    Eingeführt in die Thematik wird der Leser mit dem Artikel „Verirrte Hirten“ von Peter Wensierski aus der Spiegelausgabe 49 von 2005.
    Es folgt der schwere Weg des Autors von einer traumatischen Kindheit in einem kranken Familiensystem, der Missbrauch und der Weg der Aufarbeitung bis dahin, dass Leben trotz und mit den Folgen von Trauma durch Aufarbeitung und Heilung der tiefen Wunden auch Gutes schenken kann.
    Norbert Denef wurde als Kind von Angestellten der katholischen Kirche sexuell missbraucht. Nach 35 Jahren brach er sein Schweigen und erhielt von der katholischen Kirche als erstes bekanntes Missbrauchopfer in Deutschland eine Abfindung in Höhe von 25.000€ unter einer Bedingung: Er sollte sich verpflichten, über seine schrecklichen Erlebnisse weiter zu schweigen, so, wie er es bereits über Jahre getan hat, aus Scham, Schuldgefühlen und Angst. Was danach folgt, macht einen als Leser erst einmal nur betroffen und fassungslos: es ist ein Kampf, der jeden Menschen in seinen Grundfesten erschüttern würde. Ein Kampf gegen Amtsmühlen, gegen den Widerstand von Kirche und Therapeuten und Menschen aus dem eigenen Umfeld. Empörung macht sich beim Lesen breit, wenn man miterlebt, wie die Täter geschützt und Opfer dabei massiv bei der Aufarbeitung ihres Traumas behindert werden.
    Norbert Denef hatte das Glück, Menschen an seiner Seite zu haben, die ihn begleitet und unterstützt haben und mit ihrer Liebe getragen haben. Es wird deutlich: Ein Leben nach Trauma ist möglich, wenn man aufarbeiten und das Schweigen brechen kann und Menschen an der Seite hat, die einen lieben. Wie gut, dass es für den Autor diese Säulen gab!

    Mit seinem Buch „Ich wurde sexuell missbraucht“ legt Norbert Denef Zeugnis ab über den steinigen und dornigen Weg vom Erkennen und Benennen des sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Pfarrer und einem Kirchenangestellten bis hin zum Brechen des Schweigens. Mutig benennt der Autor dabei die zerstörerischen Folgen des Missbrauches, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt.

    Die Einnahmen für dieses Buch fließen in die Arbeit des Autors, Opfern von sexueller Gewalt zu helfen, ihre Schweigemauer zu durchbrechen.

    Von Herzen weiterhin viel Kraft und Mut für den Autor und seine Frau und seine Kinder!

    Sabine Marya

  20. Nora schreibt am :

    Hallo Herr Denef,

    durch Zufall habe ich sie damals bei Herrn Kerner gesehen. Es hat mich sehr traurig gemacht, als sie sagten, dass viele Menschen einfach nicht zuhören-dass es ihnen egal ist. Diese Menschen sind schrecklich! Und dass ihre Familie sie bestraft ist unglaublich. Sie werden nicht als Opfer, sondern als Täter behandelt- als ob sie nicht schon genug durchgemacht haben! es tut mir leid, dass sie auch diese Erfahrung machen müssen. Jedoch war es das einzig richtige, das Schweigen zu brechen. Es ist schier unvorstellbar, wie schlimm es sein muss, wenn man sein Schweigen bricht und die Menschen, die einem eigentlich am nächsten stehen sollten, mit Abweisung reagieren. Es macht einen traurig und unglaublich wütend. Diese Ungerechtigkeit-man versteht die Welt nicht mehr! Was ist das für eine Welt? Ich freue mich jedoch, dass sie eine Frau und Kinder haben, und dass sie es wertschätzen, dass sie neue Dinge lernen. Für mich ist es wichtig, dass sie wissen: Auch wenn es viele sehr ignorante Menschen da draußen gibt: Ich bewundere sie und werde nie weghören! Denken sie immer daran, dass es auch diese Sorte Menschen gibt!

    nora aus Österreich

  21. kann deinen Weg nur bestättigen ….mit der ÖFFENTLICHKEITSARBEIT …..er der Pilger

    DON GIOVANNI

    VOM ENDE DER WELT FINISTERRE 11 July 09

    Muchas GRACIAS

  22. Marion schreibt am :

    Wir unterstützen sehr gerne die Beschwerde. Es kann nicht sein, dass der Staat solche Straftäter schützt. Wer sich mit der Psychiatrie aus kennt, weiß was man machen muss, um dort wieder raus zu kommen, seine Ansicht/Neigungen behalten und weiter Kinder missbrauchen.

  23. Manfred Keitel schreibt am :

    Hallo Herr Denef,

    Ihr Buch habe ich erhalten und gelesen. Für mich ist klar, dass es nur einen kleinen Teil von dem transportieren kann, was mit Ihnen passierte, als sie den Missbrauch überlebten. Wie alt ich war, als ich selbst sexualisierte Gewalt erlebte, weiß ich nicht. Vielleicht war ich zu jung um mich zu erinnern. Einige Erlebnisse habe ich zum Teil wieder „hervorkramen“ können.

    Die strukturelle Gewalt ließ nicht lange auf sich warten, weil bei mir eine „Krankheit“ diagnostiziert wurde, das heiß, ich habe eine körperliche Beeinträchtigung. Etwa mit dem 10. Lebensjahr kam ich erstmal in eine Einrichtung „für“ Behinderte, das „Behindertenzentrum Hildesheim“, wo ich in einer Halbtagesstätte bei so genannten „geistig Behinderten“ untergebracht wurde. Die lange tägliche Hinfahrt und die Verschleppung in diese Anstalt waren für mich als Kind das blanke Elend.
    Überlebt habe ich nur, weil ich früh lernte, meine Gefühle und Bedürfnisse abzuspalten. Bereits vor meinem 7. Lebensjahr war ich stark untergewichtig, was später in Übergewicht umschlug.

    Die Spätfolgen die ich davon getragen habe, werden nicht verschwinden. Damit meine ich am wenigsten die körperlichen Folgen, wegen denen ich – mit einer eigentlich nur langsam fortschreitenden Muskelschwäche – für den Rest des Lebens im Rollstuhl sitze. Ein nützliches Hilfsmittel, das, von Angehörigen als Stigma betrachtet, unbedingt zu meiden statt als Möglichkeit des Erhalts der Beweglichkeit zu nutzen war. Die Verweigerungen hatten eine Dauerüberanstrengung und Dauererschöpfung zur Folge, die Muskeln zerstörte.
    Dennoch habe ich den Eindruck, dass mit dem Aufarbeiten meiner Erlebnisse meine Anfälligkeit für Krankheiten etwas zurückgegangen ist.

    Ihre Schilderungen vor der Geburt haben mich zuerst erstaunt. Inzwischen gibt es ja die Forschung zur „Epigenetik“, die darauf hinweist, dass es möglich ist vor der Geburt traumatisiert zu werden. Welchen Einfluss die Lebensumstände vor der eigenen Geburt auf das Leben danach haben, wird sicher noch lange erforscht werden müssen.

    Bisher habe ich „nur“ von Erfahrungen in einer der Behinderten „Einrichtungen“ öffentlich geschrieben. Wenn Sie mögen: http://forsea.de/projekte/2004_marsch/marsch_g_keitel.shtml
    Der Sozialdienst und Öffentlichkeitsarbeiter auf den ich dort verwies, Helmut Hauf, verursachte mir Kosten und Unannehmlichkeiten, u.a. weil er mich abwimmelte als ich nach den Antrag auf Sozialhilfe frage. Er selbst ist außer im Antoniushaus noch im Vorstand der Evangelischen Kirche und betreibt einen Fahrdienst.
    Immer wieder wurde ich mit den Folgen von Geklüngel und Verdrehungen konfrontiert, die zum Teil auch durch erlernte Überlebensverhaltensmuster zustanden kamen.

    Meine Gefühle hatte ich so lange abgespalten und durch Verdrehungen missverstanden, dass ich mich bis Mitte 20 für heterosexuell hielt und erst da mein Coming Out in Angriff nehmen konnte.

    Viele liebe Grüße
    Manfred

  24. Elke schreibt am :

    Lieber Norbert,

    jeder Besuch deiner Website erschüttert mich aufs Neue. Jedes Mal überkommt mich beim Lesen der Beiträge entweder eine Welle des Mitgefühls, ja auch des Mitleids – oder eben eine riesige Wut. Dazwischen genieße ich aber auch die wohltuenden Beiträge, die besonnenen, hilfreichen Worte. Das Betreten deiner Homepage ist für mich wie das Öffnen einer Wundertüte. Dies aber nur am Rande.

    Ich gehöre zu der Generation, die im jugendlichen Alter für ihre Belange auf die Straße ging, sich vor den Bundestag stellte, forderte und teilweise auch bekam. Friedlich natürlich und auch eher im kleinen Rahmen. Nach nun langjähriger Therapie spüre ich ein paar dieser Kräfte, die ich längst verschwunden glaubte, zurückkommen, und ich überlege mir, ob ich sie irgendwann und mit Unterstützung anderer wieder einsetzen könnte.

    Was, wenn wir auf die Straße gehen? Wenn wir nach Berlin fahren? Btw: Ich hatte unserer Bundeskanzlerin vor drei Wochen eine Mail geschickt und bis heute nichtmal eine Empfangsbestätigung bekommen! Was, wenn wir „unbequem“ werden würden? Wenn wir Gesicht zeigen?

    Nur so eine Idee, sicher auch etwas blauäugig…

    Viele Grüße,
    Elke

  25. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Elke,
    für „blauäugig“ halte ich Deine Idee überhaupt nicht.

    „Gesicht zeigen“ kann man ja in vielfältiger Form. U.a. indem man sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort versammelt.
    Wenn man sich „spontan“ verabredet und die Aktion blitzartig durchführt, heißt so was wohl neudeutsch „smart mob“. Aber teilgenommen habe ich noch nicht daran.

    Grundsätzlich eine gute Idee – allerdings aufwändig, das ganze zu organisieren.

    Eigentlich macht es schon viel aus, dass sich offenbar immer mehr Betroffene trauen, sich zu „outen“. Denke, das sorgt für die nachhaltigste Wirkung, auch wenn es länger dauert, bis es sich in der öffentlichen Stimmung, Berichterstattung und Justiz zeigt.

    Ansonsten geht es mir wie Dir – ich besuche diese Website sehr gern und fühle mich beim Lesen der Beiträge wohl – auch wenn sie mich ebenfalls häufig sehr berühren und das, was an Unrecht und Bosheit geschildert wird, auch sehr empören.

    Das ist nicht auf allen Seiten zu diesem Thema so.

    Auch wenn mir durch die Artikel und die Hinweise, die Norbert Denef einstellt, immer wieder aufs Neue klar wird, welche grausliche Doppelmoral, Unreife und Oberflächlichkeit im Umgang mit sexueller Gewalt gerade gegenüber Kindern noch immer herrscht.

    Gerade die vielen persönlichen, ehrlichen Beiträge hier machen mir Mut. Ich lerne ständig dazu und erweitere meine Sicht.

    Dass sich nun offenbar auch immer wieder Prominente „outen“ gibt Anlass zur Hoffnung.

    Ich denke, diese Seite, Norbert Denefs Aktionen und die Ausdauer, die Hartnäckigkeit, der Mut und die Leidenschaft vieler Menschen haben dazu beigetragen, dass es sozial akzeptierter geworden ist, sich dazu zu bekennen, einmal ein „Opfer“ gewesen zu sein. Es verliert so den Anschein eines Makels oder „Fluchs“, sondern wird das, was es ist. Eine weit verbreitete Erfahrung, die eine Anzeige dafür ist, was wir alle in unserem Zusammenleben ändern sollten.

    Ich habe den Eindruck, dass wir nicht mehr weit davon entfernt sind, dass sich die gesellschaftliche Mentalität schnell ändert. Das wirkt dann evtl. wie eine „Denkrevolution“, ist aber in Wahrheit das Ergebnis einer unterschwelligen, lang andauernden Veränderung.
    Vielleicht so, wie es mal bei der „Anti-Atomkraft-Bewegung war, die letztendlich dazu führte, dass „Öko“ jetzt Konsens und weit verbreitet ist.

    Wenn ich mich jeweils in 10 Jahresblöcken zurückerinnere an Situationen, in denen ich über meine Geschichte sprechen musste oder wollte oder mit anderen Betroffenen in Kontakt kam, dann hat sich schon sehr viel getan.

    Wäre in meinem Heimatort vor etwas mehr als 40 Jahren herausgekommen, dass ich sexuell missbraucht wurde, wären meine Familie und ich ausgegrenzt worden und mein Leben hätte nicht den Verlauf genommen, den es genommen hat.

    Davon bin ich überzeugt. Ich kann mich noch gut erinnern, was mit anderen „Opfern“ passiert ist.

    In Nachhinein betrachtet, war es eine gruselige Zeit, geprägt von der Verlogenheit und Brutalität der Kaiserzeit und des Faschismus und ich bin froh, dass ich jetzt im Jahr 2010 hier auf dieser Website mit euch ganz offen „sprechen“ kann.

    Wie war noch der Spruch von Albert Einstein „Es gibt nur eins, was unendlich ist und das ist die menschliche Dummheit?!“ – trotzdem freue ich mich über jeden „Schlauen“, den ich hier oder in der „echten“ Welt treffe.

    Wir sollten zusammenhalten.

    Herzliche Grüße von
    Angelika Oetken, Berlin

  26. Liebe Elke,

    ich habe in den letzten zwanzig Jahren auch einige Briefe an Politiker geschrieben. Ich bekam entweder gar keine oder nur nichtssagende Antworten, die das Papier nicht wert waren, auf dem sie standen.

    Ich denke auch gerade darüber nach, ob es möglich wäre, die Öffentlichkeit durch Demonstrationen oder Mahnwachen darüber zu informieren, wie sehr Menschen, die in der Kindheit Opfer von Gewalt wurden, ein ganzes Leben lang leiden. In den Medien wird darüber meiner Meinung nach viel zu selten berichtet.

    Leider habe ich keine Ahnung, wie ich so eine Demonstration organisieren könnte. Ich wohne in der Nähe von Konstanz und kenne hier in der Gegend niemanden, der zu dieser Demonstration mitgehen würde. Wenn ich ganz allein mit einem Plakat durch die Straßen laufen würde, hätte das ja nicht so viel Sinn.

    Vielleicht werde ich es mal mit einer Mahnwache versuchen, so wie 1991 während des Golfkrieges. Erst standen wir nur zu Zweit auf dem Marktplatz einer Kleinstadt in Hessen. Doch dann kamen von Woche zu Woche mehr Leute dazu. Wir hatten immer Laternen und Plakate dabei, um auf uns aufmerksam zu machen. Wir ließen Stofftaschen mit der Aufschrift „Die größte Macht in der Hand des Menschen ist die Gewaltlosigkeit“ (Ghandi) bedrucken. Diese Stofftaschen verkauften wir und spendeten den Erlös an „medico international“.

    Statt dieser Stofftaschen könnte man viellecht auch T – Shirts bedrucken lassen.

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, mich in einem T – Shirt mit der Aufschrift „Ich bin ein Gewaltopfer und bekomme keine Hilfe vom Staat“ auf einen Marktplatz zu stellen und Flugblätter zu verteilen. Auf diesen Flugblättern würde dann z.B. stehen, dass ich vor zwölf Jahren (!) eine Opferentschädigung beantragt habe und dass dieses Verfahren immer weiter in die Länge gezogen wird. Für mich geht es dabei um Leben und Tod, denn von dem Ausgang dieses Verfahrens hängt es u.a. ab, ob ich meine ambulante Traumatherapie weitermachen kann. Wenn ich den Prozess beim Sozialgericht verliere, werde ich die Traumatherapie nach 180 Stunden abbrechen müssen. Dann ist die Therapie jedoch noch lange nicht beendet. Falls ich die Therapie abbrechen muss, besteht die Gefahr, dass ich wieder monatelang auf die Depressionsstation einer psychiatrischen Klinik muss. Im Jahr 2007 – bevor ich die ambulante Traumatherapie angefangen habe – war ich insgesamt fünf Monate in der Psychiatrie. Das ist für den Staat wesentlich teurer als eine ambulante Therapie! Trotzdem muss ich ständig um meine Traumatherapie kämpfen und bangen. Ich habe jeden Tag Angst davor, diese Therapie abbrechen zu müssen.

    Schwere Depressionen und eine „komplexe posttraumatische Belastungsstörung“ sind meiner Meinung nach lebensbedrohliche Erkrankungen, und trotzdem bekomme ich keine Hilfe vom Staat.

    Ich habe eine riesengroße Wut und möchte unbedingt, dass so viele Menschen wie möglich erfahren, dass ich in der Kindheit gequält wurde und dadurch sehr krank geworden bin. Ich möchte, dass die Leute erfahren, dass ich in der Kindheit keine Hilfe bekommen habe, weil Nachbarn und Lehrer weggesehen haben und keine Zivilcourage hatten und dass ich auch heute keine Hilfe bekomme, weil das Versorgungsamt und das Sozialgericht die Beweise, die ich habe, einfach ignorieren.

    Ich finde es schlimm, dass die meisten Menschen, die in der Kindheit Opfer von Gewalt wurden, gar nicht wissen, dass sie das Recht haben, beim Versorgungsamt einen Antrag auf Opferentschädigung zu stellen. Ich wünschte, dass Millionen von Menschen, die in der Kindheit sexuelle Gewalt erlebt haben oder misshandelt worden sind, diesen Antrag stellen würden, denn dann könnten die Menschenrechtsverletzungen, die ständig an Kindern und auch an erwachsenen Gewaltopfern begangen werden, von Politikern nicht mehr länger ignoriert werden.

    Ich würde gerne einen Verein gründen, der sich für die Rechte von Menschen, die in der Kindheit Opfer von Gewalt wurden, einsetzt, doch ich habe noch nicht genug Leute gefunden, die mir dabei helfen wollen. Weitere Infos darüber auf meiner Homepage:

    http://www.misshandlungsopfer.de/verein.php

    Ich bin kein Opfer von sexueller Gewalt, sondern wurde in der Kindheit von meiner Erzeugerin schwer misshandelt. Ich habe jedoch ganz ähnliche Probleme wie die Opfer von sexueller Gewalt, denn ich leide auch unter einer „komplexen posttraumatischen Belastungsstörung“. Und ich habe genau wie viele Opfer von sexueller Gewalt das große Problem, dass ich eigentlich eine Langzeittherapie bräuchte. Die deutschen Krankenkassen zahlen jedoch nur maximal 180 Stunden Traumatherapie.

    Ich finde, dass es ein Skandal ist, wie Versorgungsämter, Sozialgerichte, Gutachter, Krankenkassen, Psychiater und Psychotherapeuten mit Gewaltopfern umgehen. Dagegen würde ich gerne protestieren und demonstrieren. Ich weiß bloß nicht so genau, wie man das am besten machen könnte. Hat jemand in diesem Forum eine Idee?

    Liebe Grüße an Petra, über deren Beiträge ich mich in den letzten Wochen oft sehr gefreut habe!

    Sylvie

  27. Petra schreibt am :

    Liebe Sylvie,

    danke für den berührenden persönlichen Schlusssatz!! Freue mich gerade sehr darüber!! Und ich will mal euch allen sagen (auch denen, über die ich mich manchmal kurzfristig ärgern muss!): DANKE zurück!!! Auch ich lerne, setze mich neu auseinader, formuliere auch für mich „Weitergedachtes“ – und lasse mich wieder von euch neu anstecken. Genau deshalb ist ja Norberts Seite so wertvoll!!

    Und ich bin grade total euphorisiert von den vielen „Wir sollten was machen!“ und „Ich will mitmachen“!! Ich sehe es auch so wie Angelika: Ich spüre gerade, dass sich wohl langsam was bewegt; möglicherweise auch dank der Hirnforschung, die uns in den letzten fünf bis sieben Jahren endlich Fakten für unsere schweren Folgen liefert!

    Also ICH würde so ein T-Shirt “Ich bin ein Gewaltopfer und bekomme keine Hilfe vom Staat” auch tragen (TOLLE IDEE!!) – und ich freue mich auf weitere Aktionen mit euch allen!!

    Wir lassen uns den Mund nicht mehr verbieten – schützen aber in unserem Kreis alle diejenigen, die ihr Schweigen nur Schrittchen für Schrittchen auflösen können! Gemeinsam machen wir auf uns aufmerksam.

  28. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Manfred,
    habe Deinen Beitrag gerade noch mal gelesen – auch den Beitrag über den Link.
    Meine Hochachtung für das, was Du Dir erkämpft hast.
    Ich bin Ergotherapeutin, habe in Einrichtungen, wie Du sie beschreibst gearbeitet und weiß wie schwer es für einen beeinträchtigten Menschen, der der „Fürsorge“ anderer ausgesetzt ist (sarkastisch „Hilfeopfer“ ist) sein kann, ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben zu führen.
    Bemerkenswert, dass Du trotz des ganzen Unrechts und der ständigen Entmündigung noch Mitgefühl für Mitarbeiter hegst, die sich dort ins Leere engagiert haben.

    Etwas ist mir aufgefallen:
    Du erwähnst in Deinem Beitrag das „Antoniushaus“. Hat es evtl. etwas mit dem „Antoniushaus“ zu tun, das die Angehörigen von Daniel Bongardt in ihrer Anfrage von heute erwähnen?

    Herzliche Grüße von
    Angelika Oetken

  29. Liebe Petra,

    wie wäre es mit einer Demonstration am „Tag des Kindes“ (20. September) vor dem Deutschen Bundestag?

    Wir könnten demonstrieren für eine bessere Prävention von sexueller Gewalt, Kindesmisshandlung und Vernachlässigung, für die Unverjährbarkeit von sexueller Gewalt und Kindesmisshandlung, für Langzeittherapien für Menschen, die in der Kindheit Opfer von Gewalt wurden und dafür, dass Gewaltopfer, die ja oft in Armut leben müssen, leichter eine Opferentschädigung bekommen. Es ist nicht in Ordnung, dass ein kranker Mensch, der sowieso schon nicht viel Kraft hat, 12 oder 15 Jahre lang um eine Opferentschädigung kämpfen muss.

    Vor kurzem schrieb mir meine Opferanwältin folgendes:

    „Ihr rechtliches Problem und das vieler anderer Opfer ist, dass die Taten sehr lange zurückliegen und es keine (objektiven) Beweise (mehr) gibt. Ich habe gerade einen Prozess verloren. Das Sozialgericht sah es als nicht erwiesen an, dass meine Mandantin in ihrer Kindheit über Jahre hinweg sexuell missbraucht wurde. Es gab zwei Gutachten. Im ersten Gutachten argumentierte die Sachverständige, dass die festgestellten psychischen und physischen Beeinträchtigungen meiner Mandantin eindeutig auf in der Kindheit stattgefundenen sexuellen Missbrauch zurückzuführen sei.

    Die Sachverständige schloss damit ‚von den Folgen auf die Tat(en)‘, was nicht erlaubt ist!

    Deshalb gab das Sozialgericht ein zweites Gutachten in Auftrag. Der zweite Sachverständige war meiner Mandantin durchaus wohl gesonnen. Er sah jedoch in der Tatsache, dass die Übergriffe vor knapp vierzig Jahren stattgefunden hätten und meine Mandantin über Jahre hinweg therapeutisch behandelt wurde, ein Problem. Er sah sich außerstande, ein Urteil über die Glaubwürdigkeit meiner Mandantin zu fällen. Letztlich ließ er diese Frage offen – mit der Folge, dass das Gericht die Klage mit der Argumentation zurückwies, dass es der Klägerin nicht gelungen sei, zur Überzeugung des Gerichts zu beweisen, dass sexuelle Übergriffe stattgefunden hatten.

    Ein Präzedenzfall wäre es vielleicht gewesen, wenn das Sozialgericht mit dem ersten Gutachten argumentiert hätte, dass es möglich ist, von den Folgen einer Tat bzw. festgestellten Diagnosen auf einen speziellen Tathergang zu schließen. Mit nahezu 100%iger Sicherheit wäre dieses Urteil im Berufungsverfahren, spätestens jedoch in einem Revisionsverfahren ‚kassiert‘ worden. Die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ist insoweit eindeutig!“

    Ich finde es extrem ungerecht, dass es nicht möglich ist, von den Folgen auf die Taten zu schließen! Ich frage mich, ob es möglich wäre, mit Hilfe einer Petition etwas daran zu ändern?

    Als ich las, wie ungerecht die Mandantin meiner Anwältin behandelt worden war, hätte ich vor lauter Wut schreien können!

    In Opferentschädigungsverfahren kommt es offenbar auch häufig vor, dass der erste Gutachter ein Gewaltopfer für glaubwürdig hält. Dann wird das Gewaltopfer noch zu einem zweiten Gutachter geschickt, der den Zusammenhang zwischen der Tat und den Folgen feststellen soll. Er soll z.B. bestätigen, dass die Panikattacken, Depressionen und Schlafstörungen, unter denen jemand leidet, der in der Kindheit Opfer von sexueller Gewalt wurde, auch tatsächlich die Folge dieses Verbrechens sind, denn möglicherweise könnten diese Symptome ja auch einfach so vom Himmel gefallen sein!!!

    Ich habe gehört, dass es oft vorkommt, dass ein Gutachter ein Gewaltopfer für glaubwürdig hält, aber dass dieses Gewaltopfer dann trotzdem keine Opferentschädigung bekommt, weil der zweite Gutachter nicht bestätigen will, dass die seelische Erkrankung die Folge eines Verbrechens ist.

    Ich finde, dass es vollkommen ausreichen würde, ein Gewaltopfer zu EINEM Gutachter zu schicken. Wenn ein Gutachter die Glaubwürdigkeit eines Opfers feststellt, sollte man diesen Menschen nicht noch zu einem zweiten Gutachter schicken, denn wenn jemand in der Kindheit jahrelang unter sexueller Gewalt gelitten hat, ist es doch klar, dass er dadurch schwer geschädigt wurde. Wofür ist dann noch ein zweites Gutachten notwendig???

    Bei Sozialgerichten wird ein Gewaltopfer, das eine Opferentschädigung beantragt hat, grundsätzlich zu zwei Gutachtern geschickt, es sei denn, der erste Gutachter kann oder will die Glaubwürdigkeit des Opfers nicht bestätigen. Dann erübrigt sich das zweite Gutachten. Aber wer das Glück hat, an einen Gutachter zu geraten, der ihn für glaubwürdig hält, muss auf jeden Fall noch zu einem zweiten Gutachter. Das finde ich nicht in Ordnung. Durch die vielen Befragungen besteht die Gefahr einer Retraumatisierung.

    Es kommt auch vor, dass ein Gewaltopfer genügend Beweise dafür hat, dass es in der Kindheit das Opfer eines Verbrechens wurde, weil der Täter bereits von einem Gericht verurteilt wurde. Dann kann es jedoch immer noch passieren, dass das Opfer keine Opferentschädigung bekommt, weil ein Gutachter nicht bestätigen will, dass die seelische Erkrankung die Folge dieses Verbrechens ist! Woher sollte die seelische Erkrankung denn sonst kommen???

    Ich würde gerne gegen all diese Ungerechtigkeiten demonstrieren. Bei einer Demonstration vor dem Deutschen Bundestag könnten die Teilnehmer T – Shorts tragen mit der Aufschrift: „Ich bin ein Gewaltopfer und bekomme keine Hilfe vom Staat!“ Oder: „Sexuelle Gewalt ist Seelenmord!“ Oder: „Täter bekommen ein paar Monate – Opfer lebenslänglich!“ Das gleiche könnte auch auf Plakaten und Transparenten stehen. Wir könnten vielleicht auch ein paar Puppen mitnehmen, die wir auf den Boden legen und mit Ketchup beschmieren, damit es wie Blut aussieht. Das Blut soll dann die Verletzung der Kinder symbolisieren. Ein besseres Symbol für verletzte Kinderseelen fällt mir gerade nicht ein. Vielleicht hat jemand noch eine bessere Idee, als Puppen mit Ketchup zu beschmieren?

    Diese Demonstration müsste man vorher anmelden und auch die Presse benachrichtigen. Wenn vorher in den Zeitungen darüber berichtet wird, würden vielleicht viele Leute zu der Demonstration kommen.

    Liebe Grüße

    Sylvie

  30. Petra schreibt am :

    Liebe Sylvie,

    ich finde das mit der Demonstration eine gute Idee!! Vielleicht sollten wir überlegen, wie wir im Vorfeld möglichst viele Betroffene motivieren können, mitzudemonstrieren? Weißt du, wie lange im Voraus man so eine Demonstration ankündigen muss und ob das etwas kostet?? Wenn es nichts kostet, könnten wir ja auf jeden Fall mal eine Anmeldung machen; da wäre ja nichts kaputt. Und dann könnten wir überlegen, wie wir das Ganze organisieren, bzw. wo wir dafür werben.

    Zum OEG: Darüber rege ich mich schon ich weiß nicht wie lange auf!!! Das ist ein typisches Beispiel für bagatellisierende Sprache: „Opferentschädigungsgesetz“ – die Einzigen, die von diesem Gesetz nichts haben, sind die Opfer!!! (Okay, ist jetzt wenig differenziert, denn vermutlich gibt es auch Leute, die Unterstützung nach dem OEG bekommen.)

    Aber für viele von uns Überlebenden ist es eine UNERREICHBARE Unterstützung. Insofern täuscht die Bezeichnung öffentlich etwas vor („Bei uns gibt es ja ein Opferentschädigungsgesetz!“), was aber faktisch für eine riesige Anzahl an „Opfern“ nicht zugänglich ist!!

    EINE HIMMELSCHREIENDE UNGERECHTIGKEIT UND FALSCHHEIT!!!

    „Die Rechtssprechung verlangt, dass ein Sachverhalt so konkretisiert wird, dass der Beschuldigte sich verteidigen kann“, erläutert die Jugendstaatsanwältin Birgit Seel (Staatsanwaltschaft Braunschweig), warum viele Verfahren zum Thema Traumatisierung durch sexualisierte Kindesmisshandlung häufig scheitern.

    DAS ist das MEGAHINDERNIS für alle unsere Strafverfolgungs- und Entschädigungsversuche!

    Vielleicht rechtlich eine nachvollziehbare Regelung, aber faktisch ein Knock-Out-Kriterium für Überlebende von (sexualisierter) Kindesmisshandlung!

    Zwar ist mittlerweile klar, dass frühe Misshandlungserlebnisse GERADE SOLCHERLEI STÖRUNGEN verursachen, die es im Jetzt nahezu verunmöglichen, konkret, detailliert und umfassend über den „Sachverhalt“ (besser: DIE SachverhaltE, denn es handelt sich ja zumeist um jahrelange Quälereien) zu berichten.

    Also sind tatsächlich (diesen Kreisschluss zuende gedacht) die Opfer „selber schuld“, dass sie (solche) Opfer geworden sind. Pech gehabt.

    Hättest du einen Tsunami überlebt, sähe das anders aus. Du könntest vielleicht auch nicht detailliert über Einzelheiten berichten, aber schließlich hat jeder Richter, jeder Gutachter, jeder Depp die Bilder im Fernsehen gesehen und die zahllosen Schilderungen in SPIEGEL, STERN und BILD gelesen. „Man weiß Bescheid“.

    Daher wird niemandem deine Schilderungen des Schreckens, der Todesangst, der Schmerzen in Zweifel ziehen.

    Du (wir) hast (haben) „nur“ das Pech gehabt, dass die gegen uns ausgeübte Gewalt nicht öffentlich wurde und dass sie nichts Außergewöhnliches ist. „Kommt in den besten Familien vor.“

    Dadurch, dass wir sie bereits als Kind ertragen mussten (ja, eigentlich DAS unsere „Kindheit“ IST!), und dass sie nicht ein einmaliges Erlebnis waren, sondern sich über Jahre hinzog, wir in der Folge aber nicht sofortige Hilfe und Unterstützung von „Notfallseelsorgern“ bekamen, sondern im Gegenteil weiter gedemütigt, beschämt und retraumatisiert wurden, kann uns leider auch keine Hilfe zugesagt werden. Pech gehabt.

    Klingt doch logisch, oder??!!

    Ach komm, nun sei nicht so…

    Willst du etwa „Rache“ üben?? Ja, bestimmt willst du „nur“ Rache üben. (Scherz!)

    Das Wort „Opferentschädigungsgesetz“ wäre aus meiner – zugegeben zynischen – Perspektive ein guter Vorschlag für die nächste Suche nach dem „Unwort des Jahres“.

    Ein Wort, das etwas ganz anderes vorgaukelt, als es eigentlich beabsichtigt.

    Denn – das behaupte ich – beabsichtigt ist nicht, möglichst vielen Opfern Unterstützung zukommen zu lassen. Beabsichtigt ist, so wenigen wie es nur geht Geld zukommen lassen zu müssen. Es IST ja so gestrickt, dass es nur diese Feigenblattfunktion erfüllen soll. „Wir haben ja ein OEG!“ TATSÄCHLICH würde es aber viel zu teuer, würde man tatsächlich alle Gewaltopfer entschädigen!

    Oder andersherum: Würden wir Überlebende alle OEG-Anträge stellen – und gar noch bewilligt kriegen! -, vielleicht würde dann die Wahrnehmung von (sexualisierter) Kindesmisshandlung in diesem Land deutlich zunehmen??

    Schöne Grüße an Dich!

    Petra

  31. Manfred Keitel schreibt am :

    Hallo Angelika,

    danke Dir erst einmal, für Deine lieben Zeilen!

    Zum Daniel B.: Nein, ich war im Antoniushaus Hochheim am Main, in der hauptsächlich Jugendliche und ältere beeinträchtigte Menschen mit einer Körperbehinderung waren bzw. sind.
    Es gibt auf dem Gelände auch eine Sonderschule „für“ Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, ausgenommen Blinde und Gehörlose.

    Ich wünsche Dir und allen anderen hier einen guten Start in die Woche.
    Lasst Euch nicht unterkriegen!
    Manfred

  32. Liebe Petra,

    hier sind Infos über die Anmeldung einer Demo:

    http://www.berlin.de/polizei/service/versammlung.html

    http://www.berlin.de/polizei/service/versammlung.html#anmeldepflicht

    Im Bereich des Deutschen Bundestags gelten besondere Bestimmungen für eine Demonstration. Das Merkblatt dazu findest du hier:

    http://www.berlin.de/polizei/service/versammlung.html#merkblatt

    Wir könnten den „Verein ehemaliger Heimkinder“ und den Deutschen Kinderschutzbund darüber informieren, dass wir eine Demo planen. Auch Vereine wie „Wildwasser“ würden bestimmt mitmachen. Je mehr Vereine wir informieren, desto mehr Leute finden wir wahrscheinlich, die zur Demo kommen.

    Wir sollten auch eine Pressemitteilung an möglichst viele Zeitungen schicken und die Demo ankündigen. In dieser Pressemitteilung können wir genau erklären, warum und wofür wir demonstrieren.

    Mir sind noch ein paar mögliche Aufschriften für Transparente eingefallen:

    „Mehr Prävention von Gewalt gegen Kinder = weniger seelisch kranke Menschen!“

    „Mehr Prävention von Gewalt gegen Kinder – weniger Kosten für den Staat!“

    „Kein Herumdoktern an den Symptomen in der Psychotherapie und in Kliniken, denn Gewaltopfer brauchen eine Traumatherapie!“

    „Langzeittherapie und Traumatherapie für in der Kindheit schwer traumatisierte Menschen!“

    „Das Opferentschädigungsgesetz sollte Opfern helfen und sie nicht retraumatisieren!“

    „Gegen ein Opferentschädigungsgesetz, das nur ‚pro forma‘ existiert!“

    Lieben Gruß an alle!

    Sylvie

  33. Jutta schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,
    ihr Buch habe ich noch nicht gelesen, da ich bis heute noch nicht in der Lage bin, mich mit Schilderungen anderer Opfer zu konfrontieren. Ich wuchs in einem Kinderheim auf, das von Ordensfrauen geführt wurde und meine Mutter nutzte die Wochenenden dazu, mich zu sich nach Hause zu holen, um mich (vom Babyalter an) jahrelang an pädophile Männer zu verkaufen, die mit mir machen konnten, wonach sie Lust hatten. Im Heim wurde alles verschwiegen, obwohl sie es gewusst haben mussten, da ich mehrmals schwer verletzt im Genitalbereich wieder am Sonntagabend „abgegeben“ wurde.
    Ich bin gerade dabei, mein Tagebuch über meine Traumatherapie in Reine zu schreiben. Erst durch diese Therapie war es mir möglich, meinen Depressionen auf den Grund zu gehen, und all die verdrängten traumatischen Horrorerlebnisse hochzuholen. Diese Therapie dauerte ca. 7 Jahre lang und ich habe in dieser Zeit mir alles von der Seele geschrieben, da ich nicht in der Lage war, mit irgendjemanden über diese grauenhaften Gewaltmissbräuche zu sprechen. Meine Mutter ist letztes Jahr gestorben und gab bei einer Gegenüberstellung alles zu, was ich so lange nicht glauben wollte und konnte. Nun möchte ich mein Buch zu ende bringen und wollte Sie fragen, welche Erfahrungen Sie mit Verlagssuche etc. hatten, da ich noch nie in solch einer Situation war, ein Buch zu veröffentlichen. Ich hab null Ahnung, wie ich vorgehen muss, welche Schritte ich zuerst bedenken muss usw. Muss ich mit finanziellen Ausgaben rechnen? Denn da sind mir Grenzen gesetzt, da ich seit meiner aus psychischen Gründen absolvierten Umschulung arbeitslos bin.
    Um eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
    Anbei danke auch für Ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen. Aus diesem Grund möchte ich auch mein Buch schreiben, um die Tabuisierung dieses Themas zu unterbrechen und Betroffenen Mut zu machen, den Anspruch auf Therapie wahrzunehmen, und zu signalisieren, dass wir die Opfer sind, die mehr Rechte brauchen, als die Täter, die in unserer Rechtsgesellschaft alles erhalten, wofür ein Opfer kämpfen muss.
    Und noch etwas, sie schreiben von SEELENMORD, und sie sprechen mir aus dem Herzen, genauso empfinde ich dieses Verbrechen und genauso habe ich es auch immer beschrieben. Denn mit dem Missbrauch stirbt die Seele. Deshalb kann solch eine Tat nicht verjähren, es ist Mord!
    Jutta

  34. Elke schreibt am :

    Liebe Jutta,

    auch hier spüre ich wieder unglaublich tiefe Betroffenheit und großes Mitgefühl. Ich möchte mich aber zunächst nur deiner Frage nach einer Buchveröffentlichung annehmen. Ich habe selbst gerade ein ganz kleines Buch geschrieben und dabei viele Erfahrungen geammelt, sowohl mit VorOrt-Druckereien wie auch mit Online-Druckereien wie Lulu oder Epubli. Dies hier alles aufzuschreiben würde zu weit führen, aber du kannst entweder von Norbert meine Mail-Adresse bekommen oder auch auf meinen Namen hier klicken und dann über die Seite Kontakt mit mir aufnehmen.

    Bis dahin liebe Grüße,
    Elke

  35. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Manfred,
    mir war nur der identische Name aufgefallen, denn das Heim, in dem Daniel Bongardt gewesen sein könnte, heißt auch „Antoniushaus“. Dachte, daß es vielleicht derselbe Träger ist und man darüber evtl. Infos bekommt.

    Herzliche Grüße von
    Angelika Oetken

  36. Manfred Keitel schreibt am :

    Hallo Angelika,

    der Träger der Einrichtung in Hochheim hiess zu meiner Zeit „Josefs Gesellschaft“. (JG)

    Viele Grüße von
    Manfred Keitel

  37. Hallo an alle Leser,

    es gibt einen interessanten Kurzfilm zu diesem Thema! Der Filmemacher setzt sich für dieses Thema ein. Hier der Link: http://www.derschrei-film.de

    Liebe Grüße und alles Gute an alle!

  38. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo,
    ich habe den oben von Eckhard empfohlenen link aufgerufen und finde die Darstellung der Perspektive des betroffenen Kindes „Dennis“ sehr gut gelungen.

    Beim Lesen bin ich allerdings über eine Empfehlung gestolpert, die von „Experten“ häufig gegeben wird und die mir schon seit langem quer im Magen liegt.

    Unter „Wahre Geschichte“ kann man im letzten Absatz lesen :

    „Klischee und Wirklichkeit: Während Kinder auch heute immer noch vorwiegend vor dem „fremden Mann“ gewarnt werden, tritt sexueller Missbrauch durch Fremde vergleichsweise selten auf. Fremden Tätern sind in der erster Linie exhibitionistische und damit die eher harmlosen Formen des Missbrauchs zuzurechnen. Allerdings begehen (zumeist) fremde Täter auch die – sehr seltenen – Extremtaten (Entführung, Missbrauch, Misshandlung und schließlich sogar Tötung). Einen totalen Schutz vor solchen Gewalttaten gibt es nicht; dennoch sind eine fortwährende Angst oder gar Panik weder angebracht noch hilfreich. Denn: Nicht verängstigte, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkte Kinder, sondern mutige, starke und selbstbewusste Kinder sind am wirksamsten vor sexuellem Missbrauch geschützt.“

    Was ist das Gegenteil von „mutig, stark und selbstbewußt“ ?

    „feige, schwach und selbstunsicher“ ?

    Sind das typische Merkmale von Kindern, die innerhalb ihrer Familie sexuell mißhandelt werden ?

    Ich habe meine ernsthaften Zweifel.

    Der Ansatz, Kinder durch Erziehung und Schulung „mutiger, stärker und selbstbewußter“ zu machen, greift zu kurz.
    Solche Wesensmerkmale werden sehr früh in der kindlichen Entwicklung angelegt, zu einem nicht unerheblichen Teil sind sie Disposition.

    Das heißt, die Kinder und ihr Umfeld können diese Charakterzüge gar nicht grundlegend beeinflussen.

    Im Gegenteil : Nicht wenige Kinder verlieren positiv besetzte Eigenschaften als Folge der erlebten sexuellen Gewalt. Sie wandeln sich von „mutig, stark und selbstbewußt“ ins Gegenteil. Als Reaktion auf erlebten Streß, Demütigung und Nötigung.

    Viel sinnvoller finde ich es daher, an einem anderen Punkt anzusetzen : dem Umfeld.

    Kinder, die sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, verändern sich. Viele zeigen „Symptome“, in welcher Form auch immer.
    Das ist ihre kindgemäße Art, zu demonstrieren, daß es ihnen nicht gut geht und sie Hilfe brauchen.

    Aufklärung der Bevölkerung und eine besonders intensive Arbeit mit Menschen, die beruflich mit Kindern zu tun haben, tut bitter Not. Und wirkt nachhaltig.

    Erschreckenderweise ist auch vielen „Professionellen“ nicht klar, welche Ausmaße sexuelle Übergriffe an Kindern haben.

    Ob sie ahnungslos sind oder Unliebsames verdrängen, sei dahingestellt. Das ist auch ein spannendes Thema.

    Kinderärzteverbände haben schon häufiger eingefordert, daß regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen verpflichtend sein sollten. Wenn sie die dann endlich auch mal vernünftig honoriert bekämen und offiziell nach Hinweisen auf sexuelle Übergriffe screenen dürften, dann wären wir schon einen ganz großen Schritt weiter.

    Jugendämter haben neuerdings „Beauftragte“ für sexuelle Gewalt vorzuhalten. Mehr Personal bekommen sie aber nicht. Dabei ist das für eine effektive Arbeit in diesem Bereich dringend notwendig.

    Grüße von Angelika Oetken, Berlin

  39. Gertrud schreibt am :

    Danke dafür dieses Tabu gebrochen zu haben. Ich arbeite ebenfalls seit Jahren daran. Ein jahrelanger pädophiler Missbrauch gehört auch zu meiner Biographie dazu. Dass und wie sie mein Leben bis heute bestimmt, wollte ich lange nicht wahrhaben. Ich dachte, ich hätte alles verkraftet. Doch als mein eigenes Kind in dasselbe Alter kam wie ich damals, fing die eigentliche Aufarbeitung erst an, die wahnsinnigen Ängste waren auf einmal wieder da, der Geschmack der Küsse war wieder auf meiner Zunge, die Ohnmachtsgefühle lähmten mich erneut, die Drohungen klangen wieder in meinen Ohren nach. Und immer wieder: knapp an der Psychose vorbei, Medikamente, unfähige Ärzte und Therapeuten, Depressionen, es schien ein aussichtsloser Kampf zu sein. Mit dem Mut der Verzweiflung, denn ich hatte Kinder zu versorgen und die Familie zu managen habe ich mir selber geholfen, mich selber therapiert, mein Restgehirn genutzt um zu analysieren, einzuordnen, mir einen Weg auszudenken wie ich durch die Ängste durchgehen und mich nicht unterkriegen lassen könnte. Denn unterkriegen wollte mich dieser Mensch, der mich benutzte, der sich nicht an die erwachsenen Frauen herantraute und deshalb mir als kleinem Mädchen seine Sexualität aufdrängte und mich bedrohte, mich zum Schweigen brachte.
    Verrückt ist es im Nachhinein betrachtet, dass ein jahrelanger Missbrauch keinem aufgefallen ist, obwohl es oft tägliche Übergriffe waren, obwohl in der Retrospektive alle Alarmzeichen vorhanden waren, die damals offenbar keiner kannte.
    Ich schwieg nämlich beharrlich, weil ich keine Sprache hatte für diesen Konflikt, weil ich Angst hatte und weil ich spürte, dass meine Eltern damit ein großes Problem haben würden. Ich habe meine Eltern also geschützt – sie hätten möglicherweise versagt, meine große Angst.
    Was wäre geschehen, wenn alles publik geworden wäre? Wäre dann alles noch schlimmer geworden?
    Fragen, die sich seit meiner Kindheit in meinem Kopf drehen. Was wäre wenn …, was wäre gewesen wenn …, alle erdenklichen Variationen habe ich immer wieder durchgespielt und kam zu dem Schluß: lieber ruhig sein, so schlimm ist es nicht, war es nicht, andere hat es viel schlimmer getroffen (was sicher stimmt), solange ich stark bin und ertrage, ist alles unter Kontrolle, unter meiner Kontrolle, in meiner Verantwortung, in Sicherheit. Es war mein großes Geheimnis, das ich nur teilweise meinem Beichtvater mitteilte, so wie es vorgeschrieben war, wohlwissend, dass er schweigen musste. Doch damit war der Missbrauch nicht beendet. Bei einem weiteren Beichtgespräch wurde das Thema nochmals erörtert und dabei blieb es, Jahre unveränderten Missbrauchs folgten, in denen ich mich gedanklich zurückzog, geschehen ließ, mich wegdachte und abwartete und irgendwie funktionierte, aufhörte zu überlegen, ich war nicht fähig, mich zu wehren, so hatte
    dieser Mensch mich eingeschüchtert.
    Die Schule war meine beste Ablenkung, da war ich eifrig dabei, denn ich wusste, dass der Schulabschluss die Rettung für mich war, mich aus meiner bislang ausweglosen Situation herausbringen könnte. Mit einem guten Abschluss könnte ich weggehen von zuhause, das mit diesem Missbraucher mitbeherrscht war und selbstständig leben können, unabhängig von meinen Eltern sein, denen ich mein Schicksal nicht zumuten konnte und wollte. Sie hatten auch so viel für uns Kinder getan, ich wollte sie nicht enttäuschen, fürchtete zudem den vollständigen Zusammenbruch.

    Als ich nach Jahrzehnten diesen Missbrauch, der an mir verübt wurde, offenlegte, um zu erklären, vielleicht um endlich Hilfe zu erhalten, um nicht mehr nur stark sein zu müssen, da gab es viele Tränen, aber auch viel Unverständnis, Ablehnung, Verleugnung und wieso ich nach all den Jahren usw.
    Und ich hätte vielleicht wirklich weiter schweigen sollen, doch ich musste, ich wollte dieses Tabu brechen, bemerkte, wie meine Kinder belastet waren, konnte und wollte keine Geheimnistuerei mehr haben, wollte endlich diese Hürde zu meinem Heimatort überwinden, mir den Weg zurück in die Familie ermöglichen – es war für alle schwer, damit umzugehen.
    Und ob es richtig war offenzulegen, ich weiss es nicht. Mir geht es jetzt einigermaßen, aber den anderen geht es nicht so gut.
    Ich habe mir geschworen, an Aufklärung mitzuwirken, das Tabu zu brechen, denn das Tabu schützt vor allem die Täter, auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird – ein unverkrampfter Umgang mit dem Thema sexueller Missbrauch ist der beste Schutz.

  40. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Gertrud,
    in vielem, was Sie über Ihre Erlebnisse schreiben, kann ich mich wiederfinden und finde auch Schilderungen von FreundInnen und PatientInnen wieder .

    „Verrückt ist es im Nachhinein betrachtet, dass ein jahrelanger Missbrauch keinem aufgefallen ist, obwohl es oft tägliche Übergriffe waren, obwohl in der Retrospektive alle Alarmzeichen vorhanden waren, die damals offenbar keiner kannte.“

    Es kommt einem verrückt vor, aber es hat – leider – eine klare Logik.

    Sie schreiben nämlich weiter

    „Ich schwieg nämlich beharrlich, weil ich keine Sprache hatte für diesen Konflikt, weil ich Angst hatte und weil ich spürte, dass meine Eltern damit ein großes Problem haben würden. Ich habe meine Eltern also geschützt – sie hätten möglicherweise versagt, meine große Angst.“

    Sie lagen mit Ihrer Einschätzung wahrscheinlich richtig – Ihre Eltern hätten „versagt“. Das trifft auf so viele Eltern von sexuell mißbrauchten Kindern zu. Die Kinder nehmen Rücksicht auf die Unzulänglichkeiten der Eltern, sie übernehmen die Verantwortung, die eigentlich die Erwachsenen tragen sollten.

    Was für eine „verkehrte Welt“.

    Weiter schreiben Sie:

    „unabhängig von meinen Eltern sein, denen ich mein Schicksal nicht zumuten konnte und wollte. Sie hatten auch so viel für uns Kinder getan, ich wollte sie nicht enttäuschen, fürchtete zudem den vollständigen Zusammenbruch.“

    „Wir haben so viel für euch getan“, „andere Kinder tun/können das…“, „wir wünschen uns liebe Kinder“…

    Solche aus meiner heutigen Sicht völlig unsinnigen Sprüche haben mich und viele Andere die gesamte Kindheit begleitet.
    Heute weiß ich : Sie waren nur ein Hinweis auf die Überforderung, Hilflosigkeit und Unfähigkeit der Erwachsenen.
    Ich wurde nicht gefragt, ob ich geboren werden wollte. Deshalb bin ich auch nicht zu Dankbarkeit verpflichtet.

    Wer erwartet so etwas von einem Kind – und wenn, bringt man so zum Ausdruck, daß man sich als Erwachsener evtl. mißachtet fühlt ?

    Hier kommen die kindlichen Bedürfnisse der Erwachsenen zum Ausdruck. Kinder sind nicht dafür da, sie zu erfüllen. Auch das ist Mißbrauch.
    Vom sexuellen durch Menschen, die auch nur ihre Bedürfnisse auf Kosten von Kindern erfüllen wollen, einmal abgesehen.

    „Als ich nach Jahrzehnten diesen Missbrauch, der an mir verübt wurde, offenlegte, um zu erklären, vielleicht um endlich Hilfe zu erhalten, um nicht mehr nur stark sein zu müssen, da gab es viele Tränen, aber auch viel Unverständnis, Ablehnung, Verleugnung und wieso ich nach all den Jahren usw.“

    Kenn ich, kann ich mir gut vorstellen – es gab also das übliche Selbstmitleid. Die Tränen galten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht Ihnen, die überforderten Ignoranten beweinten sich selbst.
    Die hatten gehofft, daß der Mißbrauch, von dem sie, die Angehörigen natürlich wußten, nie offen angesprochen würde. Und nun so was!

    Auch ein Klassiker!

    „Wie kannst Du unseren geistig-moralischen Schlaf stören, was fällt Dir ein, uns an unsere Feigheit und Dummheit zu erinnern? – Pfui, Du weißt doch, daß wir voll auf mit uns selbst beschäftigt sind, mit unseren Krankheiten, mit Jammern und Lamentieren… Wir wollen Mitleid und Beachtung, wir sind nicht bereit, uns mit Dir und Deinem Unglück auseinanderzusetzten…“.

    So könnte man die Reaktionen übersetzten.

    Auch wenn es schwer fällt- so etwas ist eine gute Gelegenheit, bei der Verwandtschaft auszumisten. Wer ist integer, wer hält zu einem. Die anderen – Kontakt abbrechen oder sehr einschränken. Egal, ob es sich um Mutter, Tante, Bruder oder sonstwen handelt.
    Die haben Ihnen damals nicht geholfen, die tun es auch heute nicht. Man kann lange warten…Unfähigkeit heilt meistens nicht von selbt.

    Ihnen und Ihrer Familie alles Gute
    Angelika Oetken, Berlin

  41. Susanne schreibt am :

    Das ist der Brief den ich an meinen Onkel geschrieben habe und in Publik-Forum veröffentlicht habe. (anonym) Ich würde gerne an einer Demonstration teilnehmen.

    Guten Tag, Onkel……… 10. Februar. 2010
    Ja, scheinbar hat das Schicksal es doch noch gewollt. Ich musste Dir noch einmal begegnen. Ich habe es nicht gewollt. Auch wenn es viele familiäre Anlässe gab, wo Du hättest anwesend sein können, ich blieb ihnen lieber fern. Ich wollte nie mehr einen Kontakt herstellen. Du weißt warum.
    Es ist unglaublich, wie ahnungslos Du nach wie vor tust. Im September letzten Jahres spaziertest Du einfach in mein Elternhaus herein, als ich dort anwesend war – so , als wäre nie etwas gewesen!10 Jahre zuvor, ich war damals 45 Jahre alt, hatte ich Dich mit der Tatsache konfrontiert, dass Du mich als 12-jähriges Mädchen missbraucht hattest und dass mich dieses Ereignis so lange hat leiden lassen. Zum Zeitpunkt dieses Zusammentreffens (dieser Wiederbegegnung) war ich bereits Mutter von Kindern im Grundschulalter, und sie gaben mir irgendwie die Kraft und den Mut, Klarheit zu schaffen. Für mich war es eine schreckliche Vorstellung, dass einem von ihnen so etwas jemals passieren könnte. Ich schilderte Dir unter Tränen, detailliert was damals geschehen war. Du sagtest nur: „Ich kann mich nicht erinnern.“ Das fand ich unglaublich. Du warst 37 Jahre alt, Pastor, in meiner Kindheit mein Lieblingsonkel, bei guter geistiger Verfassung und konntest Dich an nichts erinnern?
    Nach dem „Besuch“ fühlte ich eine große Ohnmacht. Du erinnertest Dich nicht, schon wieder lag das Quälende bei mir. Von Dir gab es danach keine weitere Kontaktaufnahme. Bist Du einfach zur Tagesordnung übergegangen, oder warst Du einfach nur feige? Hast Du eigentlich nie mehr darüber nachgedacht und Dich gefragt, wie es mir damit geht?! Wie weit geht eigentlich die Verdrängung und Verleugnung eigener Taten? Konntest Du es nicht beim Namen nennen? Es war ein Missbrauch! Schämst Du dich nicht? Noch heute bin ich wütend, da ich vermute, dass Du auch noch andere drangsaliert hast.
    Falls Du immer noch nicht verstanden hast, was Du mir angetan hast:
    Ich habe jahrelang unter schweren Ängsten gelitten, besonders nachts, als junges Mädchen. Ich konnte nie ohne Licht schlafen, weil ich immer Angst hatte ein Mann würde in mein Zimmer kommen.. Ich habe mich Männern gegenüber lange nicht öffnen können, weil ich Angst vor ihnen hatte. Ich habe meinen Glauben an geistliche Männer verloren, weil ich extrem misstrauisch wurde. Es(?) hat meinen katholischen Glauben, der mir so wichtig war, in dem ich mich beheimatet fühlte, aufs Tiefste erschüttert. Ich habe jahrelang Therapie gemacht, um ein freieres und erfüllteres Leben führen zu können. Hast Du nie begriffen, was so ein Missbrauch mit den Opfern macht?
    Welcher Schock war es, als ich vor einiger Zeit von meinem Vater erfuhr, dass ein Großonkel, der in den 50-ger Jahren in Amerika Pastor war, sich ebenfalls an einem Mädchen „unsittlich vergangen“ hat. Ein deutscher, katholischer Professor soll ihm seinerzeit geraten haben, Deutschland schnell zu verlassen, um einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen. Wieso wurde das in der Familie immer verschwiegen? Wisst Ihr Männer eigentlich nicht, wie lange missbrauchte Kinder unter diesen Taten leiden?
    Ich bin in meiner pädagogischen Arbeit immer wieder mit Missbrauch durch Väter, Onkel und andere männliche Angehörige konfrontiert .Erst nach dem Auftreten psychosomatischer Erkrankungen und starken Verhaltensauffälligkeiten werden uns solche Fälle bekannt.
    Leider ist eine strafrechtliche Verfolgung nach 30 Jahren verjährt. (bis heute) Viele Opfer von Priestern, die sich erst nach Jahren trauen darüber zu reden, kämpfen für eine Aufhebung der Verjährungsfrist.
    Ja, ich hätte Dich auch verklagt, erst recht als Du sagtest, Du könntest Dich an nichts erinnern. Das war für mich ein Hohn! Was ich daraus schließe ist, wie unwichtig Dir offensichtlich Kindergefühle waren und wie naiv oder verbrecherisch Du warst! Ich habe Dich danach nie mehr besucht und Deine Person gemieden. Aber über den Missbrauch habe ich erst im Alter von 45 Jahren sprechen können.
    Mir scheint Du hast nie realisiert, wie weh Du mir getan hast! Viele in der Familie wissen von diesem Missbrauch. Haben sie jemals mit Dir darüber gesprochen? Hast Du jemals mit Menschen Deines Vertrauens darüber gesprochen?
    Und dann lese ich all die Ereignisse der letzten Woche. Hoffentlich ist es jetzt endlich an der Zeit, dass die katholische Kirche nichts mehr vertuschen kann! Endlich trauen sich die Missbrauchsopfer an die Öffentlichkeit zu gehen!
    Ich frage mich ernsthaft: wie kann die katholische Kirche noch an dieser Form des Zölibats festhalten, die doch möglicherweise das strukturelle Problem dieser schwerwiegenden Entgleisungen ist. Warum stehen Pfarrer und Bischöfe und erst recht der Papst nicht auf und fordern eine Überprüfung und rückhaltlose Aufklärung der Fälle und Hilfe für die Betroffenen?
    Der Umgang mit dem Thema Sexualität war und ist in der katholischen Kirche ein Jammer (ein Graus?). Kein Wunder, katholische Geistliche verstehen davon ja wohl auch nichts! Und solche, die trotz des Zölibats halbwegs befriedigende Erfahrungen mit ihrer Sexualität gemacht haben, führen ein Doppelleben. Wie viele von ihnen leiden unter Ängsten und Beklemmungen! Ich bin überzeugt: Ein Mann mit einem reifen Verhältnis zu sich und zu seiner Sexualität verhält sich Kindern und Jugendlichen gegenüber verantwortlich. Da braucht es keine künstliche Distanz aus Angst vor eigenen Übergriffen.

    Mich verbindet mit der katholischen Kirche nichts mehr. Und wenn ich daran denke wie viel Unheil im Namen der katholischen Kirche angerichtet wurde: Ablasshandel, Verfolgung von Juden und Hexen, die Kreuzzüge, so sind der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen weitere Schreckenstaten. Ich war ein begeistertes katholisches Mädchen, später als junge Frau engagiert für eine mögliche Veränderung von Kirche. Schade, diese Kirche war meine religiöse Heimat. Aber meinen Glauben habe ich trotzdem nicht verloren!

  42. Ludwig schreibt am :

    Auch heute werden die Täter, die sexuellen Missbrauch an Schutzbefohlenen begangen haben von den – deutschen – nachhaltig Medien geschützt. Diskussionen werden unmöglich gemacht.
    Wer mehr über die sexuellen Neigungen des Europaabgeordneten Cohn-Bendit gegenüber 4-6jährigen nackten kleinen Mädchen lesen möchte, dem empfehle ich die österreichische Website: http://www.gegensexuellegewalt.at

  43. Evaulla schreibt am :

    Hallo an alle Schreiber! Eure Beiträge helfen mir SEHR! Bitte, jeder, der die Energie hat, tue was. Geht auf eine Demo mit einem T-shirt und einem Schild….und so weiter….Ich hab leider keine Energie mehr, mir gehts nicht ganz furchtbar schlecht, meine Antidepressiva sind gut eingestellt, als Notfallration gibts Benzodiazepine und ich hab immerhin 3 Leute, mit denen ich reden kann, wenngleich die alle sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind. Ansonsten hab ich meine Piepmätzchen, die brauchen natürlich dauernd Pflege ist logisch, und der Staubsauger hat auch vielmals Einsatz. Wenns mir gut geht, fahr ich mit dem Rad ein bisschen in der Schweiz herum, die Leute dort sind irgendwie ok, ich geht eigentlich nie in die Stadt, nach Konstanz, heut war ich da beim Arzt, Menschen machen mir Angst – ich vermeide es auch möglichst, in Läden zu gehen, Einkäufe finden über mittag statt, naja, ihr kennt alle die vielen und tief gehenden Probleme aus eurem eigenen Leben. Und schlafen tue ich 12 Stunden und mehr, meine Energie, körperlich reicht für 6 Stunden am Tag. Also, bitte diejenigen, die mehr Enrgie haben, tun was und ich bin dafür TOTAL dankbar, weil ichs nicht schaff selber…Danke euch allen und liebe Grüsse, Evaulla

  44. Merzedes schreibt am :

    Ich danke Dir Evaulla für Deine Zeilen ! Ich werde auch für Dich am 29.April lesen und ich werde laut sagen,was uns so krank macht.Ich wünsche Dir ganz viel Kraft bei dem was Du tust.Mit dem Mut der Frühlingsblumen,dem Mut meiner Freunde und mit meinem eigenen Mut grüße ich Dich ! Merzedes

  45. Franziska Eisermann schreibt am :

    Lieber Herr Denef,
    ich bin erst jetzt auf ihre Seite aufmerksam geworden, obwohl ich mich schon jahrelang mit dem Thema herumtrage. Ich bin von acht bis 17 Jahren sexuell mißbraucht worden,(ich bin jetzt 31) habe aber nie die Möglichkeiten des Internets in Betracht gezogen mir zu helfen oder andere Betroffene zu finden. Als ich ihre Seite und die Petition fand fiel mir ein Stein vom Herzen, weil Sie ein großes Stück älter sind als ich und ich damit merkte, daß Ihre Generation genauso betroffen ist. Natürlich wußte ich von Vergewaltigungen im Krieg und mir war auch klar, daß ich bestimmt nicht die Einzige bin, aber ich merkte auf einmal, daß ich bei Ihnen so eine Stärke spürte und das hat mir in meinem Leid unglaublich gut getan!!! Ich bin froh, daß eine gestandene Persönlichkeit, wie Sie sich dafür einsetzt, daß die Verjährungsfrist aufgehoben wird!
    In meiner Familie geht die Gewalt weiter, wenn auch psychisch. Und ich bin dabei ziemlich hilflos, habe aber auch eine Menge Menschen an meiner Seite, die zu mir stehen.
    Aber solange die Verjährungsfrist noch aktuell ist, sehe ich nur wenig Hoffnung, diesem perfiden Spiel von Lügen und Unterdrückung ein Ende setzten, da ich auch damit rechnen muß, daß ich dann eine Verleumdungsklage an den Hals kriege, was für mich und die anderen Betroffenen in meiner Familie nicht zu verkraften wäre.
    Ich danke Ihnen, daß Sie mir „über den Weg gelaufen sind“!
    Ganz liebe Grüße
    Franziska Eisermann

  46. kar schreibt am :

    Was ich an der Stelle anmerken wollte, da ja die Rechte des Buches wieder zurückgegangen sind, warum nicht das Buch alternativ als Ebook neu herausbringen? Es gibt genügend Portale wie bspw. der Amazon Kindle Store, Ciando und Libri.

    Versandkosten müssen auch keine erhoben werden, da Leser ihr Buch nur downloaden brauchen. Es ist in der Regel so, dass min. 2 Euro v. eigtl. Buchpreis abgezogen werden. Ich denke mal, das könnte so beibehalten werden.

  47. Ich verfolge seit ich mich für ihre Newsletter angemeldet habe aktiv diese Berichte mit Interesse und ich verstehe die Politiker echt nicht über deren Handeln was das diese die Gesetze nicht endlich zu Gunsten der Vergewaltigungsopfer ändern ..statt dessen werden die Opfer fast als Täter hingestellt was bei mir eine Wut und Übelkeit hervorruft. Ich mag nicht dran denken wenn meinen Kindern sowas passieren könnte und habe panische Angst davor , denn was an Verbrechern herum läuft das sieht bzw hört man ja ständig . aber ich möchte sehr gern Ihr Buch kaufen und lesen und Bitte um Zusendung des Buches und Ihrer Bankverbindung .

    Mit großer Hochachtung
    Marion Meyer

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