Bagatelisierung: Sexuelle Übergriffe sind aber nicht notwendig erhebliche Straftaten, durch welche Opfer seelisch oder körperlich schwer geschädigt werden

30.10.2008

Unser Bundesverfassungsgericht meint:

„Sexuelle Übergriffe sind aber nicht notwendig erhebliche Straftaten, durch welche Opfer seelisch oder körperlich schwer geschädigt werden.“

Dazu die Pressemeldung der Deutschen Kinderhilfe:

„Im Fall eines Sexualstraftäters, der ein Kind vergewaltigt und sexuell missbraucht hat
und bei dem in der Psychiatrie eine besondere Gefährlichkeit gutachterlich bestätigt
wurde, hat das Bundesverfassungsgericht die nachträgliche Anordnung der Sicherungsverwahrung aufgehoben.
Der wirkliche Skandal ist die an Zynismus, Abgehobenheit und furchtbarster juristischer Rhetorik nicht mehr zu überbietende Begründung, warum der Täter nicht in die Sicherungsverwahrung muss. Dazu führen die Richterinnen und Richter des höchsten deutschen Gerichtes das Folgende aus:

Es sei nachvollziehbar, dass der Täter wieder sexuelle Übergriffe begehen werde. „Sexuelle Übergriffe sind aber nicht notwendig erhebliche Straftaten, durch welche Opfer seelisch oder körperlich schwer geschädigt werden.“

Hier die ganze Pressemeldung der Deutschen Kinderhilfe

Hier der ganze Text des Bundesverfassungsgerichtes

Angesichts solcher Begründungen fragt man sich, wie viele Täter und Mittäter im BVerfG sitzen?

3 Kommentare

  1. Hallo

    ich bin sprachlos und fassungslos über diese Entscheidung.
    Was heisst denn hier ein Missbrauchsopfer ist nicht schwer geschädigt? Ich bin 38 Jahre und leide immer noch unter der Vergangenheit.
    Was ist das denn für eine Aussage?
    Ich hoffe, dass das Deutsche Volk auch weiterhin dagegen kämpft und sich als „Wir sind das Volk“ nicht weiterhin so behandeln lässt.
    Das ist der Gipfel und eine Bodenlose Frechheit.

  2. Anette Hoge schreibt am :

    Ich bin entsetzt. Die Politiker spielen damit den Tätern in die Hände. Da muss man ja Angst haben, dass sexueller Missbrauch bald gar nicht mehr unter Strafe gestellt wird.
    Es heißt im Namen des Volkes. Ich denke aber, dass es nicht in Volkes Sinne liegt.

  3. Mardas schreibt am :

    Jede Überlebende solch eines Missbrauchs wird wohl entsetzt sein, allein schon über diese zynische Begründung. Das ist ja wieder mal klar, Richter kennen das Problem nicht und urteilen über so ein wichtiges Thema. Ich werde ja wohl auch nicht als Schüler über die Gepflogenheiten der Universitäten bestimmen, auch wenn es indirekt miteinander zu tun hat.
    Letztendlich ist doch klar, dass Missbrauchsopfer durch eben dieses Problem daran gehindert werden, Richter zu werden. Wie sollen die das Problem kennen? Es ist nicht nur menschlich unglaublich, es ist eine Krise im politischen System, in dem Richter sowie Abgeordnete keine Repräsentanten der Missbrauchsopfer sein können.

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE