Schweigemarsch für Missbrauchsopfer in Irland

11.06.2009

Dublin (AFP) — Tausende Menschen haben in Irland mit einem Schweigemarsch an die Missbrauchsopfer in Schulen und Kinderheimen der katholischen Kirche erinnert. Die Demonstranten trugen weiße Bänder und stellten symbolisch Kinderschuhe vor dem Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Dublin ab. Angeführt wurde der Zug von vier Überlebenden, die „in Erinnerung an die Lebenden und die Toten“ zwei weiße und zwei schwarze Kränze vor dem Leinster House niederlegten. Die Polizei sprach von 7000 Demonstranten, die Zeitung „The Irish Times“ von bis zu 15.000 Teilnehmern.

In einer Petition forderten die Veranstalter „Gerechtigkeit, Rechenschaft und Wiedergutmachung für die unvorstellbaren Verbrechen, die an den Kindern unseres Landes verübt wurden“. Der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin nahm nicht an dem Schweigemarsch teil, weil er nach eigenen Angaben zur gleichen Zeit bei einem Treffen katholischer Bischöfe zum sogenannten Ryan-Bericht war.

Der Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in Schulen, Kinderheimen und anderen Erziehungseinrichtungen der katholischen Kirche hatte Irland im Mai erschüttert. Prügel und der sexuelle Missbrauch vor allem von Jungen waren demnach in diesen Häusern seit den 30er Jahren an der Tagesordnung. Die Studie wirft Kirche und Staat in Irland vor, die Augen vor den Zuständen in den Heimen verschlossen zu haben.

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Das ZDF hat im heute-journal am 10.06.2009 um 21:45 Uhr ausführlich berichtet:

www.zdf.de/ZDFmediathek

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Möge es uns in Deutschland auch gelingen, gemeinsam auf die Straße zu gehenOpfer bekämen ein Stück ihrer Würde zurück und die Politiker müssten sich schämen, über das gesetzlich verordnete Schweigen.

Hoffnungsvolle Grüße

Norbert Denef

5 Kommentare

  1. Peggy Jansen schreibt am :

    HERR DENEF, ICH BIN DABEI!!!!!!!!!!!!!!!!!! UND ICH KENNE EINIGE, DIE MITKOMMEN 😉

  2. Maria schreibt am :

    Ich ebenso!

  3. Maria schreibt am :

    Wenn ich auf meine nur kurz zurückliegende Erinnerung einer eigenartigen politischen Argumentation in den Medien zurückgreife, fällt mir auf:
    Gewisse Politiker verbinden „ihr Engagement“ gegen Kinderpornografie damit, gesetzlich eine Sperrung von Internetseiten einführen zu wollen. Leute, die sich daraufhin besorgt zeigten um Sachen wie Datenschutz, Zensur, die Kontrolle solchen potenziellen staatlichen Verhaltens, wurden sodann in der Diskussion teilweise in Kinderpornografie-Konsumenten oder Pädophilen-Ecke verfrachtet.
    `Wer ist denn schon nicht gegen etwas wie Kinderpornografie?´
    Wie der Staat Kinder bzw. Missbrauchsopfer schützt/ schützen will, zeigt sich meines Erachtens auch recht gut in der Ablehnungsbegründung der Petition von Herrn Denef. Man könnte unterstellen, dass das Thema Kinderpornografie instrumentalisiert wurde, um eine Gesetzesänderung bezüglich einer staatlichen Internetkontrolle einzuführen.
    Das der technische Stand der Dinge so aussieht, dass die entsprechenden Internetseiten, die Kinderpornografie zeigen, im Handumdrehen an anderer Stelle im Netz aufgebaut werden können, das wissen sicher die Politiker, die sich eigentlich um die Kinder sorgen sollten.
    Würden Datenschutzengagierte und jene, die Kinder vorsorglich und nachträglich schützen wollen bzw. ihnen zu ihrem Recht verhelfen, sich an dieser Stelle treffen, was wäre denkbar?
    Politik und Recht würden bei hoffentlicher Medienwirksamkeit, welche ich mir durch die Beteiligtheit vom ChaosComputerClub z.B. gut vorstellen kann bzw. wollen würde, mit einem Mal landesweit in dieser (und gerade in dieser spezifischen Sache!) recht heuchlerisch dastehen oder sogar in Zugzwang geraten, in der Realität etwas für Kinder, gegen sexuelle Gewalt und Ausbeutung und selbst gegen Machtmissbrauch zu tun. Und das in der Realität für die Kinder bzw. Opfer etwas getan wird, darum geht es ja.
    Und wie sähe hier tatsächlich eine Demonstration von Opfern und Unterstützenden aus? Wie sähe in diesem Zusammenhang eine Veröffentlichung der menschenverachtenden Argumente der rechtlichen Ablehnung Ihrer Petition in einigen stark frequentierten Medien, landesweit aus bzw. welche Wirkung könnte das nach sich ziehen? Könnte es etwas bewirken?

    Schriftlich gedacht…

  4. Survivors schreibt am :

    Danke. Danke für diese Seite, auch wenn ich sie nicht lesen kann ohne ständig weggetriggert zu werden. Danke für die Petition die ich und alle meine Freunde unterschreiben. Die ganze Familie hat bereits unterzeichnet. Danke von einem multiplen System dafür, dass hier ein Kampf gekämpft wird, den wir nich kämpfen können, dessen Sieg aber auch unser Sieg wäre! Danke!

    Mord verjährt nicht. Vergewaltigung ist Mord auf Lebenszeit. Vergewaltigung ist schlimmer als Mord, denn das Opfer muss DAMIT LEBEN!!! Missbrauch darf nicht verjähren! begreift das endlich!

    Traurig, wütend, zitternd, weinend… und trotzdem! Dieser Kampf muss gekämpft werden… dass er von einem Mann gekämpft wird, ist uns eine besondere Lehre!
    Voller Achtung, voller Schmerz, voller Dankbarkeit!
    Multiples System in Aufruhr

  5. Hallo multiples System

    ich teile deine Ansichten, alle Ansichten multiples System. Die Trigger werden im Lauf der Zeit weniger werden, oder besser zu beherrschen. Bin dto. jedoch Mensch in nicht System, ich wünsche Dir viele Gute 24 Stunden.

    Deine Pia Survivor

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