Trauma-Opfer wollen verdrängen

11.01.2010

Zitat Luise Reddemann (SWR Nachtcafé 17.02.2006):

“Also es gibt Forschung die sagt, ungefähr 50 % der TraumaOpfer wollen verdrängen und tun’s auch und fahr’n damit gut und die andere Hälfte will eben nicht verdrängen, will sich auseinandersetzen und dann ist es auch gut.”

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2 Kommentare

  1. Karl Görtz schreibt am :

    Hallo Nichtbetroffene, träumen Sie nachts auch manchmal? Ich mache es kurz: Was Sie auch geträumt haben mögen, ob sie im Traum fliegen können, ob Sie im Traum verfolgt werden und um ihr Leben rennen, ob Sie schweißgebadet aufwachen und feststellen, Gott sei Dank, es war nur ein Traum. Nichts von dem hat was mit einem Trauma im psychologischen Sinn zu tun.

    Ein Trauma, wenn man es denn überlebt hat, ist ein Leben zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Hat man schon als Kind sexualisierte Gewalt erfahren, beginnt ab diesem Moment das Trauma. Ich nenne dieses Trauma die Kindeshölle. Ab diesem Zeitpunkt der sexualisierten Gewalt tritt eine frühkindliche Lähmung ein. Alles Zwischenmenschliche ist ab diesem Zeitpunkt gestört. Die weitere gesunde frühkindliche Entwicklung ist eingefroren und bleibt eingefroren obwohl Sie weiter unter eingeschränkten Lebensbedingungen aufwachsen und älter werden. Na klar, es ist müßig darüber im Alter noch zu reden, das Leben geht halt weiter, denken Sie jetzt. Richtig, stimme ich voll zu. Was machen Sie aber, wenn Sie im fortgeschrittenen Alter, sagen wir mal mit 50, auf einmal wieder Kind sind und Sie alles noch mal wiedererleben. Sie wachen dann nämlich nicht des nachts oder morgens auf und sagen sich Gott sei Dank, es war nur ein Traum. Sie wachen morgens auf und der Traum. der dann wach erlebt wird, geht weiter, ob Sie wollen oder nicht. Und dann? was machen Sie dann? Zusammenreißen? Indianer kennen keinen Schmerz? Du bist doch keine Memme? Sie saufen sich zu? Sie nehmen Drogen?
    Und jetzt beginnen die Probleme. Sie leben jetzt in drei Zeitformen. In der realen Vergangenheit, in der realen Gegenwart und in der virtuellen, ich sage, realen Zukunft. Was für eine Schwerbehinderung? Traumatisierte können doch nicht in der Zukunft leben, nicht wahr?

  2. Karl Görtz schreibt am :

    Friedensforscher trifft Traumaforscher – Wo sind die Gemeinsamkeiten?
    https://youtu.be/NVkmEGHg-cE?t=5532

    Ich empfehle die ganze Diskussion über das Thema Trauma. Was ich hier allerdings in der Diskussion gänzlich vermisse, ist das Fehlen der Posttraumatischen Belastungsstörung. Wenn eine/r über Jahrzehnte lang, von der Kindheit bis ins hohe Alter, traumatisiert ist, kann er nicht posttraumatisch belastet sein, weil Sie/er sich immer noch in Ihrer/seiner Traumaüberlebensverdrängung befindet (Ruppert erklärt das am Anfang des Videos) , welches Ihr/sein ganzes Leben negativ beeinflusst hat und Sie/er vielleicht gar nicht zu diesem Zeitpunkt wusste, dass Sie/er schon seit Jahrzehnten traumatisiert ist.. Kommt es nun zu einem Posttrauma im fortgesetzten Alter, z.B ab 40, läuft ein Biografiefilm ab Beginn des Traumas in immer wiederkehrenden Flashbacks ab, der nicht vom Posttraumatisierten aufzuhalten ist. Sämtliche Lebenssituationen der/des Posttraumatisierten werden ab Beginn des frühkindlich traumatisierten Menschen wiedererlebt. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung.

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