Es gibt Kinder in die ich mich verliebt habe

17.01.2010

Ausschnitt aus TV.B Stadtgespräch Porträt mit Prof. Klaus Beier – Teil 2 (12.06.2007)

Zitat:

„…Die Betroffenen wissen genau, welche Medikamente kann ich einsetzen, wie wirken die und die wirken zum Teil sehr stark, dass heißt man kann zusätzlich die sexuellen Impulse herunter regulieren. Die sind dann nicht mehr so stark im Körper, im Gehirn, nicht mehr so präsent und damit haben sie eine weitere gute Schutzmöglichkeit, um eben Kinder zu schützen.

Aber mit starken Nebenwirkungen oder? Das ist doch ein Faktor oder kann ich auch die Medikamente bei jedem Betroffenen einsetzen?

Es ist ja vor allem Mal entscheidend, dass der Betroffene selber das möchte. Man würde es ja nie über seinen Kopf hinweg verschreiben, aber wenn jemand diese Verantwortung ernst nimmt, problembewusst ist und erkennt die Impulse sind stark, es gibt Gefahrensituationen, es gibt Kinder in die ich mich verliebt habe, ich würde diesen Kontakt gerne ausweiten, ich muss dafür Sorge tragen, dass das nicht geschieht und ich greife zusätzlich zurück auf ein Medikament, dann ist das ein sinnvoller Schritt…“

Zitatende

Quelle: http://www.kewego.de/video/iLyROoaftbe9.html

Wie aus dem Zitat oben von Prof. Klaus Beier zu entnehmen ist, vergleicht die Charité nicht nur in ihrem Werbespot “Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist?” Liebe mit sexualisierter Gewalt.

Die so genanten Psychoexperten sollten wissen, wie sehr Worte verletzen können und wie schnell sie zur Waffe werden, zur Waffe gegen die Opfer, um das Verbrechen der sexualisierten Gewalt herunter zu spielen.

Es ist die Sprache der Täter, Liebe mit sexualisierter Gewalt gleichzusetzen und aus meiner Sicht ein Verbrechen.

“Lieben Sie Juden mehr als Ihnen lieb ist?”

Würde man diesen Spot bewusst verwenden, um Nazis anzusprechen, damit sie eine Therapie machen?

Ich glaube nicht!

Würde unsere Gesellschaft einen solchen Vergleich zulassen, das Verbrechen an den Juden mit Liebe zu vergleichen?

Ich glaube nicht!

Herrn Prof. Klaus Beier von der Charité und all denen die es nicht lassen können/wollen, Liebe mit sexualisierter Gewalt zu vergleichen, empfehle ich dringend das Buch von Monika Gerstendörfer:

„Der verlorene Kampf um die Wörter“

Opferfeindliche Sprache bei sexualisierter Gewalt – Ein Plädoyer für eine angemessenere Sprachführung:

http://netzwerkb.org/2007/10/05/monika-gerstendorfer/

Tätersprache ist unerträglich für die Opfer – damit muss endlich Schluss sein.

Deshalb bitte ich darum, dass auf dieser Webseite darauf geachtet wird, sich nicht der Tätersprache zu bedienen. Sollten versehendlich Kommentare freigeschaltet werden wo das nicht der Fall ist, dann informieren Sie mich bitte. Diese werde ich umgehend löschen.

Hoffnungsvoll

Norbert Denef

14 Kommentare

  1. Caroline Kaiser schreibt am :

    Du schriebst:
    „“Lieben Sie Juden mehr als Ihnen lieb ist?”
    Würde man diesen Spot bewusst verwenden, um Nazis anzusprechen, damit sie eine Therapie machen?“

    Makaber…..
    Nein, natürlich nicht. Aber es ist auch nicht direkt vergleichbar, noch nicht mal indirekt.

    Beier hat ja gerade dieses Vokabular verwendet, weil er damit in der Sprache der Pädophilen sprechen wollte.
    Nur so – glaubte er – kann er sie ansprechen.

    Genauso sehe ich es im obigen Beispiel, Beier versetzt sich in die Situation eines Pädophilen, der sich – seiner irrigen Ansicht nach – in ein kleines Kind „verliebt“ hat.

    Beier sieht seinen Slogan: „Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist? “ durchaus selbstkritisch.
    Dieser Vergleich ist eine gewollte Provokation ( wie er in STERN TV sagte, leider konnte ich keinen Link zu dieser Sendung finden, habe sie aber aufgezeichnet ), der im Kino die Aufmerksamkeit der Zuschauer – neben Werbung für Eis und Power Drinks ( meine Worte ) – bekommen musste.

    Man kann sich natürlich fragen, ob ein so komplexes Thema dort überhaupt gut aufgehoben ist. Ich meine nicht, andererseits haben sich Hunderte gemeldet, die eben Hilfe suchen, dies verhindert eventuell Tausende von weiteren Missbrauchsopfern.

    Norbert schrieb: „Die Charité vergleicht sexualisierte Gewalt mit Liebe, das ist aus meiner Sicht ein Verbrechen.“

    Wie gesagt Norbert, Beier selbst vergleicht dies nicht, sondern – ich sag’s mal zynisch – spricht „nur“ in der Sprache seiner „Kunden“.

    Es wäre aber sicher auch besser gewesen, Beier hätte sich VOR der Ausstrahlung dieser Spots dazu erklärt, anstatt Jahre später auf STERN TV, nachdem massenweise Kritik in seinem Emailpostfach einhagelte.

    Seine Erklärung im TV – zu fast mitternächtlicher Stunde – wird wohl kaum jemand mitbekommen haben.
    Denn auf der Seite der Charite selbst fehlt diese Erklärung bis heute.

    Er verwendet nicht die Sprache der Täter um etwas zu bagatellisieren, wie dies meist in Pädoforen der Fall ist, sondern er verwendet sie, um besser die krude Denkweise von Pädophilen zu veranschaulichen und sie damit gezielt anzusprechen.

    Ich finde es nicht besonders geglückt, auch ich habe mich über den Spot und den Slogan geärgert, aber wenn ich Beier kritisiere dann muss ich ja zitieren was er gesagt hat, der Fairness halber will ich auch nachvollziehen warum er es SO gesagt hat.

    Andererseits will ich auch nicht Frau Gerstendörfer die Deutungshoheit über alle Begriffe in die Hand legen.

    Ihre Definitionen von sexueller Gewalt und Missbrauch gehen so weit, dass ich mich selbst da schon gleichzeitig als Opfer und als Täterin fühle.

    Natürlich sollte man nicht die Tätersprache verwenden. Nicht alles ist aber so verunglückt wie Beiers Aussage, sondern vieles ist auch eine international definierte Fachsprache. Kinderpornographie ist nun mal gebräuchlich.
    „Kinderfolterdokumentation“ steht ja nur für einen kleinen Randbereich dessen, was der Gesetzgeber überhaupt als KP definiert. usw.

    Für mich habe ich das Projekt „Beier AG“ längst abgehakt, wenn sicher auch aus anderen Gründen, nach einem kleinen Disput mit einer Mitarbeiterin.

    Prof. Beier versteht sich als staatlicher Erfüllungsgehilfe, der wissenschaftliche Erkenntnisse so verbiegt, dass sie kompatibel mit dem aktuellen Sexualstrafrecht sind.
    Mit unabhängiger Wissenschaft hat dies nichts zu tun.

  2. Martha Schalleck schreibt am :

    Lieben Pädophile Kinder mehr als ihnen lieb ist?

    Das so gemeinnützige und zukunftsweisende Beier-Projekt. In allen Medien ist der Professor mit diesem von der Volkswagenstiftung und mit richtig viel Steuergeldern finanzierten „Therapieprojekt“ vertreten.

    Fürwahr, wir sind uns einig: Eine _wirksame_ Therapie für Täter wäre sehr hilfreich. Nur: Was ist wirksam?

    Bedauerlicherweise werden die Forscher und Therapeuten, die schon lange mit Tätern arbeiten (vielmehr mit Opfern, die zu Tätern wurden), nämlich die Traumatherapeuten hier nicht gefragt.

    Der ausgezogen ist, die Gesellschaft vor den hilflosen Pädophilen zu schützen, wirkt in der Öffentlichkeit selbst sehr hilflos. Er kommt mir vor wie eine Marionette, die jemand dahin gesetzt hat und die jetzt irgendwas sagen soll. Aber was nur soll er sagen? Er hat nach eigenen Angaben auch keine Ahnung, wie es kommt, dass Menschen diese „Neigung“ entwickeln.

    Ich erinnere mich an eine Sendung, in der Oberstaatsanwalt Vogt Herrn Beier mehrfach aufforderte, er bräuchte für seine Arbeit Hilfen, um einzuschätzen, wie gefährlich ein Täter wäre. Herr Beier weiß darauf nichts zu sagen. Weiß er zum Beispiel nicht, dass unter den Tätern einige hochgefährliche Psychopathen sind und dass es sehr gute Tests gibt, mit denen man Psychopathie diagnostizieren kann, obwohl diese Leute völlig unauffällig, sogar sehr charismatisch, erscheinen können? Das ist kein Wunder, dass er das nicht weiß, denn Psychopathie und andere Störungen, unter denen Täter nachweislich leiden, sind natürlich kein Thema in der Sexualwissenschaft.

    Das alles ist natürlich kein Wunder, denn als Sexualwissenschafter bezieht er seine wichtigsten Kenntnisse von Dr. Alfred Kinsey, zu dessen „Forschungen“ der systematische sexuelle Missbrauch von Kindern gehörte. Der stellte bei seinen Studien des menschlichen Sexualverhaltens fest: Sehr, sehr viele Erwachsene missbrauchen Kinder, und deshalb sei das als natürliche Neigung zu verstehen und zu akzeptieren. – Mit der „sexuellen Revolution“ ist sexueller Missbrauch vielerorts dann einfach so mit „durchgeschlüpft“ und hat mit Sicherheit da auch neue Anhänger gefunden.

    Viele Infos und Artikel zur Kinsey-Katastrophe in unserer Gesellschaft findet man hier (leider nur in Englisch):
    http://www.drjudithreisman.com/

    (Es könnte sich mal ein Verlag die Mühe machen, ein Buch von Reisman ins Deutsche zu übersetzen!)

    Bei Kinsey war alles „Neigung“ und alles ok. Manches davon stimmt heute noch (Befreiung der Homosexuellen, z.B.), vieles davon ist von der Wissenschaft lange widerlegt. Zum Beispiel weiß man heute, dass sexueller Missbrauch Kindern tatsächlich auch dann schaden kann, wenn sie dabei nicht körperlich schwer verletzt werden (was ja mittlerweise auch von den Sexualwissenschaftlern zähneknirschend zugestanden wird).

    Heute gilt es außerdem wissenschaftlich als „bis zu einem gewissen Grad“ erwiesen und durch die Hirnforschung bestätigt, dass etwa jedes 10. bis 12. Opfer zum Täter wird.

    Ich frage mich: Wie will jemand, der nicht einmal über den Stand der Wissenschaft informiert ist, was die Ursachenforschung betrifft, der noch nie ein Opfer gesehen oder therapiert hat, das zum Täter wurde, wie will so ein Mensch eine wirksame Tätertherapie anbieten?

    Ein eindeutiger Artikel zum Beier-Projekt findet sich auch bei carechild :

    http://www.carechild.de/news/politik/justizministerium_verschwendet_750.000_euro_fuer_dubioses_paedophilenprojekt_der_charite_391_1.html

    So, nun zur Sprache und der Frage, ob und wie Prof. Beier seinen Werbeslogan nun meint und ob er ihn selber erfunden hat oder die PR-Agentur der Volkswagenstiftung oder wer auch immer:

    1. Erklärte Pädophile GLAUBEN fast alle, dass ihr „Hingezogensein“ zu Kindern etwas mit Liebe zu tun hätte, weil es sich für sie so anfühlt. Es gibt da bei manchen tatsächlich die narzisstische „Liebe“: „So ein schöner Junge, so ein zartes Mädchen, und das gehört jetzt mir alleine“. Im Übrigen ist zu sagen: Wölfe lieben auch Schafe. Wenn sie sie nur sehen, läuft ihnen schon das Wasser im Munde zusammen. Es gibt da offenbar sehr verschiedene Arten von Liebe, von denen manche für den Geliebten auch im Magen des Liebenden enden können.

    2. Professor Beier spricht in der Öffentlichkeit mit gespaltener Zunge. Mit den Pädophilen spricht er so als wäre das ok, was da so mit ihnen los ist, er sagt: „Ja, ja, das ist Liebe, ich helfe dir, mit deiner Liebe fertig zu werden“. Uns anderen sagt er dann: „Nein, nein, das muss ich nur so sagen, sonst kommen die nicht zu mir.“

    Ob man sich da ein wenig veräppelt fühlen kann? Die Frage, wen er nun veräppelt, uns oder die hilflosen Pädophilen wird jeder für sich anders beantworten.

    Die Sache ist aber einfach die: Wenn jemand drauf und dran ist, ein Verbrechen zu begehen, das großen Schaden anrichtet bzw. wenn er es bereits getan hat, ist eine öffentliche Bestätigung seines Wahns (dass es sich hier um Liebe zu Kindern handeln würde), das letzte, das IRGENDJEMAND bräuchte und auch das letzte, das ihn von seinen Taten abbringen könnte.
    Ich finde es irgendwie auch schwierig mir vorzustellen, wie Beier von der Tätersprache und vom „den Tätern nach dem Mund reden“ zur klaren Konfrontation in der Therapie kommen will, wie er den Dreh vom verständnisvollen Kumpel zum unmissverständlichen Grenzensetzen schafft.

    Aber was tun? Was soll die hilflose Gesellschaft tun?

    Es gibt ein internationales Netzwerk „Stop it now“, das sich an ALLE, aber auch ausdrücklich an Täter richtet, und das uns vormacht, wie es auch gehen kann, übersetzt und zusammengefasst etwa so:

    Stopp! Hör jetzt damit auf! – Gemeinsam können wir sexuellen Missbrauch verhindern!
    – Es ist schrecklich und zerstört das ganze Leben der Kinder!
    – Steh zu dem, was ist und hol Dir Hilfe!
    – Schaut alle nach den Kindern und nach Warnzeichen!

    http://www.stopitnow.com/

    Diese Sprache versteht jeder, auch Täter. Ob es dafür, so etwas in Deutschland zu etablieren und zu übersetzen auch 750.000 Euro Steuergelder geben würde?

    Martha Schalleck

    P.S.
    Der Vergleich mit den Nazis und den Juden geht in die richtige Richtung, würde noch folgenden Änderungsvorschlag machen wollen:

    Lieben Sie das Töten von unschuldigen Menschen mehr als Ihnen lieb ist?

    Falls das so sein sollte, Sie aber versichern, dass Sie noch nie getötet haben, kommen Sie zu unserer kostenlosen Entnazifizierungstherapie….

  3. Angelika Oetken schreibt am :

    Zitat aus einem Artikel über Prof. Beiers Arbeit, der am 5.3.2007 in der FAZ erschienen ist – „Knoten im Kopf“:

    „Das erste, was er den Männern sage, die zu ihm kommen, sei, dass es für sie keine Heilung gebe. Man könne seine sexuellen Neigungen nicht einfach verändern. Diese Neigungen seien neuronal „verdrahtet“. Das passiert in der Pubertät.“

    In den Neurowissenschaften weiß man schon seit mehr als 20 Jahren, daß die lange angenommene neuronale Stabilität und Festlegung so nicht existiert. Spätestens seit man mit Hilfe des MRT das Gehirn dreidimensional darstellen und mit der PET das Gehirn bei der Arbeit beobachten kann, weiß man, daß es sich um ein wunderbares, sich selbst organisierendes, sich ständig veränderndes Gefüge handelt.
    Nur dank unseres adaptiven Gehirns sind wir heute so zahlreich und dominant auf der Erde vertreten. Menschen sind so erfolgreich, weil ihr Gehirn sich lebenslang an die Umgebung anpassen und Neues lernen kann.

    Wäre unser Gehirn tatsächlich so „verdrahtet“ wie Prof. Beier es darstellt, dann befänden wir uns entwicklungsmäßig auf der Stufe des Wattwurms. Alle Säuger verfügen über ein adaptives ZNS und alle sind demnach lernfähig.

    Allerdings ist es so, daß die Art der Verbindungen zwischen den einzelnen Nervenzellen entscheidend ist für die Arbeitsweise des Gehirns. Man geht davon aus, daß bis in die Pubertät vor allem viele Verbindungen (Synapsen) aufgebaut werden, die dann im Zuge der Entwicklung zum Erwachsenen „aufgeräumt“ werden, d.h. die, die viel genutzt wurden und wichtig sind, werden intensiviert und verbessert, die anderen „entfernt“. So kann das Gehirn des Erwachsenen optimal arbeiten.

    Bei den meisten Menschen gelingt das ja auch.

    Je früher im Leben eines Menschen eine Verbindung häufig genutzt und daher als „wichtig“ eingestuft wird, desto unwahrscheinlicher, daß sie in der Pubertät „weggeputzt“ wird. Was im Gegenzug erst während der Pubertät oder später angelegt wird – als neue Verbindung zwischen den Nervenzellen – ist wesentlich labiler, d.h. die Möglichkeit des Verlernens oder Umlernens ist viel größer als bei frühen Anlagen.

    Derartiges ist in jedem neurologischen Fachbuch und im Internet nachzulesen. Es ist inzwischen Standard.
    Sogar die „Apothekenrundschau“ und Sonntagsbeilagen verbreiten dieses Wissen über die Funktion des Gehirns.

    Prof. Beier behauptet trotzdem etwas anderes.

    Die Charitè ist eine große, rennomierte Klinik, an der sehr viel geforscht wird. Dieser Institution wäre zu wünschen, daß sich die Fachbereiche untereinander besser austauschen.

    Ich weiß, daß es dort eine sehr rennomierte, fachliche brilliante neurologische Abteilung gibt. Ich war nämlich schon zu Akquisebesuchen und auf Tagungen dort. Daß Prof. Beier seine Meinung in den Medien so verbreitet, kann also nicht daran liegen, daß er keine Kollegen hätte, die ihn beraten könnten (Prof. Beier ist Mediziner und Psychoanalytiker).

    Apropos Psychoanalyse : Dort wird im Übrigen die These vertreten, daß es sich bei der „Pädophilie“ um eine Suchterkrankung handelt.

    Siehe dazu den Fachartikel
    „Pädophile Perversion, sexueller Missbrauch und Pädosexualität“
    von Hans-Hagen Haase, erschienen bei S. Karger AG, Basel

    Das Thema wurde an anderer Stelle hier bereits diskutiert und vertieft, deshalb nur eine kurze Anmerkung: Wer mit Suchterkrankten zu tun hat, der weiß, wie schwer es ist, Motivation zur Veränderung zu erzeugen. Und wie Suchterkrankte es immer wieder schaffen, ihre Umgebung zu täuschen.
    Auch dafür gibt es eine neurologische Erklärung: Beim Suchterkrankten reagiert unser „Wohlfühl- und Belohnungssystem“ verstärkt auf den Suchtstoff oder den entsprechenden Reiz. Das kann stofflicher Art sein (Alkohol, Medikamente) oder ein anderer Reiz sein („Egoshooter“ auf dem PC oder eben Kinder).
    Ein betroffener Mensch muß umlernen, sein Leben und seine Einstellungen verändern.

    Es herrscht Konsens darüber, daß Suchterkrankungen geheilt werden können. Auch wenn das mitunter schwer und mühsam ist.

    Der Betroffene muß allerdings auch wollen. Wenn man ihm weismacht, er habe nun mal die entsprechende Prägung und müsse sich nur mal ein bisschen anpassen, nimmt man ihm die Chance auf Heilung und nachhaltige Veränderung.

    Denn eines ist besonders tragisch: Der Pädosexuelle, der Kinder sexuell misshandelt hat wahrscheinlich bessere Heilungschancen, als früh und damit nachhaltig traumatisierte Kinder.

    Und mit der intensiven Werbung, die für das Projekt von Prof. Beier gemacht wird, bekommen die „Pädophilen“ auch noch erheblich mehr Aufmerksamkeit als Menschen, die ihre Traumatisierungen behandeln lassen wollen.

    Das halte ich für vollkommen unangemessen.

    Angelika Oetken, Berlin

  4. Sarah M. schreibt am :

    Also Angelika,
    das musst du doch verstehen.
    Der muss die Werbetrommel rühren, da ja gerade jetzt wieder neu entschieden werden muss, ob das Projekt Beier weiterhin finanziell vom Staat gefördert werden soll!
    Der arme Hr. Beier, wo soll er denn hin, wenn der Staat seine These nicht mehr finanziert?
    Harz IV – Empfänger???
    Na, dann kann sich Westerwelle ja um ihn kümmern! Der vertritt ja auch merkwürdige und unhaltbare vom Staat finanzierte Thesen!
    Sarah M.

  5. Handelt es sich bei Pädosexualität nicht um eine Obsession, um ein zwanghaftes Denken, welches sich im Kreise dreht und verstärkt, wenn die Gelegenheit besteht durch Anschauen von Fotos und Videos von vorpubertären Kinderkörpern in aufreizenden, pornografischen Posen? Jederman weiß, dass die Ausführung dieser obsessionellen Gedanken strengstens verboten ist, auch jeder „Pädosexuelle“. Deswegen planen Gewalttäter ihre zuvor in Gedanken obsessionell vielfach durchlebten Taten im Geheimen, manipulieren mit großer Schlauheit.

    In der Tat hat das Wort „Liebe“ in diesem Zusammenhang nichts zu suchen. Der zitierte Ausspruch von Professor Beier zeugt von seiner intellektuellen Unreife, von seiner Verwirrung. Dies ist in der Tat äußerst gefährlich. Ob er sich dessen bewußt ist, dass er mit dem Feuer spielt?

    Naturwissenschaftliche Forschung trennt das subjektive Fühlen bei der Erlangung von wissenschaftlich gesicherten Daten ab. Wenn nicht, handelt es sich nicht um wissenschaftliches Arbeiten. Kann dieses Forschungsprojekt überhaupt mit dem Wort wissenschaftlich, d.h. Objektivität implizierend, Subjektivität ausschließend, benannt werden? Ich habe da große Zweifel.

  6. Angelika Oetken schreibt am :

    Lieber Frank Linnhoff,
    Sie sprechen ein großes Problem an, was die Erforschung von menschlichen Erkrankungen und Störungen aller Art angeht.

    „Wissenschaft“ wird heutzutage so gut wie immer in Einzeldisziplinen betrieben. Der Austausch und die Synthese von Erkenntnissen der einzelnen Richtungen findet selten innerhalb der Wissenschaft an sich statt, sondern meistens in ganz anderem Rahmen, z.B. über Populärmedien oder im Zuge wirtschaftlicher Analysen, wenn z.B. Pharmafirmen Infobroschüren für Patienten entwickeln oder Werbestrategen herausfinden wollen, wie man ein Produkt am Besten „an den Mann“ bringt.

    Oder wenn Betroffene und Interessierte ihr Wissen zusammentragen und diskutieren, wie wir es hier tun.

    Das „Studium generale“ und der „Allroundwissenschaftler“ sind leider eine Seltenheit geworden.

    Wenn man sich die verschiedenen Erklärungsmodelle zu „Pädophilie“, „Suchterkrankung“ oder „Zwangserkrankung“ in der Überschau anguckt, dann fällt auf, daß kein Erklärungsansatz vollständig, aber alle wesentlich sind. Der biologische Ansatz ist genauso aufschlußreich und schlüssig, wie der psychoanalytische.

    Die WHO hat deshalb vor 10 Jahren beschlossen, die verschiedenen Denkschulen in einer Philosophie zusammen zu führen, laut derer Gesundheit und Erkrankung unter einem „biopsychosozialen“ Modell betrachtet werden sollen.

    Ich finde das genial – es ist ein sehr umfassender Ansatz, der der „fachidiotischen Spaltung“ in der Medizin und deren angrenzenden Disziplinen entgegenwirkt.

    Ich versuche das mal anhand der „Pädophilie“ deutlich zu machen – bitte beachten, es handelt sich hier um reine Hypothesen von mir, sie dienen nur der Verdeutlichung des Ansatzes der WHO und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Korrektheit:

    biologischer Ansatz: neurologische Prägung. Das gehirneigene „Belohnungssystem“ (Serotoninausschüttung) wird im Zusammenhang mit Sexualität nur durch kindliche Schemen aktiviert. Die Aktivität ist einseitig (das Kind reagiert nicht so, daß der „Glückskreislauf“ aufrechterhalten wird), deshalb versucht der „Pädophile“ die Reizintensität zu steigern („mehr davon“). So entsteht eine Sucht, bzw. eine zwanghafte Fixierung auf „das Kind“ an sich.

    psychologischer/verhaltenstherapeutischer Ansatz: Im Laufe seiner Entwicklung hat der „Pädophile“ gelernt, daß die Reizkombination „Kind/Sexualität“ Anspannung und Entspannung verschafft. Durch äußere Einflüsse wurde dieses Verhalten verstärkt. Irgendwann ist das Muster so verfestigt, daß es sich nur noch schwer verändern läßt. Der „Pädophile“ findet aus diesem Kreislauf umso schwerer heraus, wenn es für ihn im Leben wenige andere Möglichkeiten gibt, Glücksgefühle zu
    empfinden.
    psychoanalytischer Ansatz: der „Pädophile“ hat nie die Anerkennung/Unterstützung durch seine Mutter erfahren, die er braucht, um ein gesundes sexuelles „Ich“ zu entwickeln. Er versucht, im sexualisierten Kontakt mit Kindern eine von ihm als „ideal“ empfundene Situation herzustellen. Da diese „Beziehungen“ naturgemäß einseitig sind, tritt das anvisierte Ideal nie ein. Deshalb verstärkt der „Pädophile“ seine Bemühungen, bis hin zu süchtigem Verhalten, das alle Grenzen sprengt. Da der „Pädophile“ kaum andere Reaktionsmöglichkeiten entwickelt hat, hat er wenig Neigung, von seiner Sucht abzulassen.

    Sozialer Ansatz: Kinder haben in unserer Gesellschaft wenig Rechte und eine schlechte Lobby. Sie haben einen unvollkommenen Status und genießen keine vollständigen, staatsbürgerlichen Rechte. Es besteht ein erhebliches Macht- und Wirtschaftsgefälle zu Erwachsenen. Gleichzeitig gibt es nur eine zersplitterte, zwischen Idealisierung und Konsum zerrissene Sexualkultur. Sexualität ist zwar allgegenwärtig, aber es herrschen strenge Tabus, v.a. was das „Nicht-Ansprechen“ angeht. Auf dieser Grundlage entwickelt sich leicht eine pathologische, destruktive Sexualität, die aber wiederum im Falle der „Pädophilie“ wegen des Macht- und Wirtschaftsgefälles leicht ausgelebt werden kann.

    Ich finde, wenn man sich wie von der WHO vorgeschlagen, so einem schwierigen Thema nähert, dann wird man ihm eher gerecht.
    Der biologische Ansatz betrachtet die tatsächlichen, naturwissenschaftlichen Vorgänge im Gehirn, der psychologische die individuellen Ursachen und Bedingungen, der soziale die, die sich aus unserem gesellschaftlichen Zusammenleben ergeben.
    Die Ansätze widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich.

    Herzliche Grüße von
    Angelika Oetken, Berlin

  7. Mara10 schreibt am :

    Liebe Sarah M., lieber Herr Denef, und die Anderen,

    ja, ich bin auch unbedingt deiner Meinung, dass viele wichtige Punkte hier in den Kommentaren auf den Tisch kommen, die nicht einfach so verpuffen dürfen, sondern unbedingt kanalisiert gehören, da merkt man eben wieder, welche Experten sich unter den Betroffenen befinden, und es soll ja gerade hier eben dieses Expertentum sich sammeln und dann die öffentliche Arbeit voranbringen – ich bin bei der Suche nach den Kontaktdaten von Frau Bergmann, damit man sie direkt erreicht, auch noch nicht viel weiter, belieb aber dran, habe sie gegoogelt und bin als Kontaktadresse auf die Seite der
    Bürgerkontaktstelle der SPD in Berlin gestoßen und habe dort gebeten, mir die direkten Kontaktdaten zu mailen.

    Ich weiß als ich Neuling noch nicht viel mit den Arbeitsstrukturen des Forums hier anzufangen, habe keine Ahnung, wer für was zuständig ist und wer denn die wichtigen Punkte sammelt, wer offene Briefe verfasst,
    oder ob das hier jeder für sich selber macht ??

    Aber gerade das Zusammenfassen und die Weitergabe an die richtigen Stellen ist doch auch eines der Hauptanliegen des Vereins ??

    Ich merke auch an dem Interview, dass Herr Denef im Radio gab,
    für mich, dass natürlich jede Form der Möglichkeit, diese wichtigen Punkte über die Presse den Menschen zum Bedenken weiter zu geben, sehr wertvoll ist, und finde es wohltuend, dass der Radiomoderator dies auch in Gang setzt, weil ihn selbst das so betroffen macht, aber wäre es nicht sinnvoller, hier die Rollen zu trennen und als Sprecher des Netzwerkes zu benennen, wann Herr Denef in welcher Funktion spricht ?

    Als Betroffener spricht man ja über seine eigenen Erfahrungen, und wie man es selbst erlebt, so auch die Folgen, als Sprecher eines Vereins
    spricht man als Vertreter aller Betroffenen und steht vor der nicht leichten Aufgabe, hier deren Interessen unter dem „Hut“ der eher allgemein gehaltenen Arbeitshypothesen des Vereins zusammenzufassen und öffentlich zu vertreten.

    Womit ich wieder bei meinem persönlichen thematischen Fokus angekommen wäre: der Aufklärung der Folgen von sexualisierter und
    allen anderen Formen von schwer traumatisiernden Gewalterfahrungen,
    und im Anschluss daran die unbedingt notwenige Verbesserung der
    Anerkennung dieser Folgen und der Behandlungskonzepte,
    auf die jeder/ jede Betroffene ein Grundrecht hat, was nach wie vor m.E. noch flächendeckend irgnoriert wird.

    Hierzu werde ich jetzt von mir aus einen offenen Brief an Frau Bergmann formulieren.

    Es gibt so viele gute Behandlunsgmethoden inzwischen, die in den letzten 20 Jahren entwickelt und auf ihre Effektivitä hin erforscht wurden, die
    alle für so viele Betroffene das Leid, dass über Jahre hin ausgehalten werden muss, lindern können, und mit dazu eingesetzt werden könnten,
    dass man eben nicht, wie Herr Denef in seinem Interview sagte, lebenslang ihnen ausgesetzt ist und bleibt, die nicht zum Zuge kommen, weil die Krankenkassen sie nicht übernehmen wollen, denkt man z.B. an das in den USA von F. Shapiro entwickelte EMDR.

    Hat man selber und mit vielen Mitbetroffenen die Erfahrung gemacht nach vielen Jahren der so mühsamen und fruchtlosen Odyssee durch die
    Angebote des Gesundheitssystems und darf dann erleben, wie sich z. B. die andauernden Flash Backs tatsächlich Stück für Stück zuerst immer
    inhaltlich schwächter werden um dann geradezu zu “ verdunsten “
    ist das ein Wiedergewinn an Lebensqualität, für den man ja geradezu wieder bereit wäre “ dem Herrgott auf Knien dafür zu danken“.

    Und auch hier wieder die Zweiklassengesellschaft : Ist man wohl betucht,
    kann man inzwischen ja auch in die USA, nach Thailand oder in die Schweiz gehen und sich die in Deustchland nach wie vor ignorierten Behanldungsformen angedeihen lassen, während man nach unserer Erfahung hier wieder lange und mühsam sich durch den Dschungel der Therapeuten kämpfen muss, um herauszufinden, wer wo z.B. EMDR
    über “ tiefenpsychologsich orientiert “ abrechnet.

    Mara

  8. Martha Schalleck schreibt am :

    Der Drang, Kinder zu missbrauchen, ist erlernt, nicht angeboren. Den WHO-Ansatz finde ich sehr hilfreich, um die Vielschichtigkeit des Problems zu erkennen.
    Zwei Ergänzungen:

    1. Die ausschließliche Fixierung auf Kinder findet man nur bei den „Kernpädophilen“, dies ist nur eine von verschiedenen Tätergruppen.

    2. Oft wird behauptet: Weil bei Tätern neurobiologische Störungen festgestellt wurden, sei dies ein Beweis für eine biologische Ursache. Dies ist aber ein Irrtum aufgrund verkürzter Ursachen-Wirkungsbetrachtung. Der weitaus größte Teil neurobiologischer Störungen ist umweltbedingt (u.a. Hüther, Spitzer, Damasio).

  9. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Mara,
    ich habe noch einmal im Internet recherchiert, und folgendes gefunden.

    Hier die offiziell bekannt gegebene Kontakt – Adresse

    Postalisch:

    Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs,

    11018 Berlin

    E-Mail: kontakt [at] ubskm.bund.de
    Fax: 03018/555 4 1555

    Zu Deinen anderen gestellten Fragen empfehle ich Dir, Kontakt zu Angelika Oetken zu suchen. Die E-mail Adresse findest Du unter dem Punkt „Team“

    Lieben Gruß
    Sarah M.

  10. hildegard schreibt am :

    Zwangsdenken, Zwangshandeln, Sucht ist immer im „Spiel“. Würde aber solch ein „biopsychosozialer Ansatz“ heute in allen Disziplinen konsequent berücksichtigt, und von Frau Bergmann und dem Runden Tisch mutig angewendet, und von Fachleuten aller Couleur für Misshandelte umgesetzt – so könnte endlich auch politisch ein Menschen-achtender Umgang ermöglicht werden (oben wie unten)!
    Offenbar hat es gerade diese Zeit noch gebraucht, die einen Skandal solch weltweiten Ausmaßes hervorbringen musste, damit die fach-idiotische Kleinkrämerei ihr gründliches Ende findet. Ein Paradigmenwechsel, auf den wir Alt-Betroffene die längste Zeit unseres Lebens gewartet und gehofft haben – all die jetzt Betroffenen in Familien, Heimen, Horten, Schulen etc. aber bauen könnten.
    Sehr bald schon dürfte es auch kein Schlupfloch mehr für Übergriffige geben.
    Wo immer es um den Umgang mit dem Menschen geht, MUSS dieses UMDENKEN, d.h. dieses Vernetzt-Sein hergestellt werden; in meinen Augen kann ein solcher Teufelskreis nicht anders durchbrochen werden. Noch einmal: MITGEÜHL wird diese Welt wieder zum Frieden führen!
    Auch das müssen wir die Entscheidungsträger lehren – falls sie selber nicht „drauf kommen“.

  11. hildegard schreibt am :

    An Angelika Oetken: Dank für den wissenschaftliche Beitrag –
    an Sarah M.: Dank für Weitergabe der ubskm – Kontakte!
    Schönen Sonntag miteinander!

  12. Ich tummle mich seit einigen Wochen sehr gern auf dieser Website Netzwerkb. Warum? – Weil ich das Gefühl habe, dass sich hier lebendige Menschen mit Respekt und Anstand vor den Gefühlen der Anderen ausdrücken, weil ich das Gefühl habe, dass wir hier alle Suchende sind, die ohne Scheuklappen und Dogmen denken und fühlen.

    Es haben so viele von uns äußerst originelle Wege des Denkens, des Lebens, des sich Ausdrückens gefunden. Dies ist sehr selten in unserer Gesellschaft, die alles zerstückelt und Fachidioten produziert. Dieses Unverkrampfte und Spontane in unserer lockeren Runde ist für mich ganz einfach wohltuend.

    Ich fände es sehr gut, wenn wir uns dafür einsetzen, dass zwei oder drei springlebendige, unverkrampfte Menschen mit sexualisiertem Psychotraumahintergrund aus diesem NetzwerkB intensiv mit der „unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ Erfahrungen austauscht. Dies kann nur positiv sein. Ich würde gern selbst mitmachen, lebe leider viel zu weit weg im Ausland. Nun ja, zumindest habe ich jetzt das Beitrittsformular ausgefüllt und weggeschickt. Wie sagt der Weise: die Umwanderung der Welt beginnt mit einem Schritt, dann noch ein Schritt, dann noch ein …

  13. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Hildegard,
    der sehr praktikable und vernünftige „biopsychosoziale Ansatz“ der WHO hat schon in unsere Sozialgesetzgebung Eingang gefunden.
    Nur ist das den Wenigsten bekannt. Das trifft auf Dienstleister wie Ärzte und Therapeuten genauso zu wie auf Entscheidungsträger, wie Politiker oder Richter.

    Die Bevölkerung weiß sowieso noch nichts von ihrem Glück.

    Man darf sich fragen warum.

    Eines ist nämlich klar: würde man die Ansätze der „ICF“ konsequent anwenden, hätten wir Betroffenen mit Reha, Prävention und Opferentschädigung viel weniger Probleme. Die Dienstleister und Kostenträger müßten allerdings umdenken und damit würde ihre tägliche Arbeit unbequem.

    Nur ein Beispiel: ich habe zwei Jahre gebraucht, um in meiner Praxis ein Konzept nach ICF zu etablieren, viele kooperierende Ärzte wissen nicht, was die „ICF“ und der „biopsychosoziale Ansatz“ überhaupt sind. Auch meine Mitarbeiterinnen hatten noch nie davon gehört – selbst die bachelor-Absolventinnen zum Teil nicht!!!
    Ich mußte viel Überzeugungsarbeit leisten und mittlerweile haben viele Leute die Vorteile durch die tägliche Arbeit damit erkannt.

    Allgemein gilt: nur wer gut informiert ist, kann sein Recht einfordern. Das Einfordern ist überall in unserem Staatswesen nötig, erst Recht, wenn man so eine schlechte Lobby hat wie psychosozial benachteiligte Menschen wie wir Betroffenen.

    Herzliche Grüße von
    Angelika Oetken, Berlin

  14. Mara10 schreibt am :

    Liebe Sarah M.

    danke für die Kontaktdaten. Das Bürgerbüro der SPD aus Berlin mailte mir heute, dass eine Frau Friederike Beck als Mitarbeiterin von Frau Bergmann
    die derzeitige Postempfängerin für Frau Bergmann sei unter der Mailadresse :

    Friederike.Beck [at] ubskm.bund.de

    LG Mara

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