Machen Sie sich endlich bemerkbar!

09.03.2010

Offener Brief an:

UNICEF Deutschland, Deutscher Kinderschutzbund e.V., Kinderschutz e.V., Dunkelziffer e.V., Zartbitter e.V., Wildwasser e.V.

sowie alle gemeinnützigen Vereine, die sich für die Rechte und Belange von Kindern einsetzen.

Machen Sie sich endlich bemerkbar! Helfen Sie uns! Stehen Sie uns endlich wirklich bei!

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Wochen kommen beinahe täglich neue schreckliche Informationen über jahrelange sexualisierte Kindesmisshandlungen in Einrichtungen der Katholischen Kirche und mittlerweile auch an nichtkirchlichen Schulen ans Licht der Öffentlichkeit.

Beinahe täglich macht sich mindestens ein ehemaliges Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung auf, sich seiner furchtbaren Kindheit zu stellen und über die abscheulichen an ihm oder ihr begangenen Taten öffentlich Zeugnis abzulegen. Er oder sie ist bereit auszusprechen, was so viele Jahre einsam und allein getragen werden musste. Ja, was manche nicht tragen konnten und sich deshalb das Leben nahmen, so dass nun seine oder ihre Angehörige sprechen.

Beinahe täglich also überwindet mindestens ein ehemaliges Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung seine tiefe Scham und widersetzt sich vielleicht zum ersten Mal den tief eingepflanzten Drohung en des Täters, es zu töten, wenn es das Schweigegebot bricht. Das ehemalige Opfer setzt sich damit auch all den üblichen öffentlichen Abwehrreaktionen auf ihn/sie persönlich und auf sein/ihr Schicksal aus. Und riskiert damit, abermals beschämt und retraumatisiert zu werden.

All das nehmen ehemalige Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung derzeit auf sich, um endlich der Wahrheit an Licht zu verhelfen. Der Wahrheit nämlich, dass sexualisierte Kindesmisshandlung eine weit verbreitete und in allen gesellschaftlichen Schichten vorkommende Tatsache ist. Die Wahrheit, dass sexualisierte Kindesmisshandlung keine einmaligen „Ausrutscher“ irgendwelcher gestörter „Triebtäter“ ist, sondern systematisch vorbereitet und durchgeführt wird, und zwar regelmäßig, wiederholt und unter Missachtung jeglicher strafrechtlicher Konsequenzen seitens der Täter.

Der Wahrheit, dass derjenige, der Kindern sexualisierte Gewalt antut, aussieht wie ein ganz normaler Priester und Lehrer. Und nicht nur das: Er sieht in der Mehrheit auch aus wie ein ganz normaler Familienvater, Opa, Stiefvater, Onkel, Nachbar, etc. Der Wahrheit, dass sexualisierte Kindesmisshandlung vor allem eine Form des Umgangs von Männern mit Kindern ist (neun von zehn Tätern sind männlich). Der Wahrheit, dass wir es hier mit einem weit größeren gesellschaftlichen Problem zu tun haben, als viele jetzt sehen und wissen wollen.

SIE haben sich seit Jahren dem Schutz von Kindern, teilweise ganz speziell dem Schutz von Kindern vor sexualisierter Kindesmisshandlung verschrieben. SIE erfahren seit Jahren in ihrer täglichen Praxis vom TATSÄCHLICHEN AUSMASS dieser Form von Gewalt gegen Kinder.  SIE sammeln seit Jahren Informationen und Daten zu den Hintergründen und zum Vorkommen von sexualisierter Kindesmisshandlung. SIE erhalten seit Jahren private und öffentliche Mittel, um sich für die Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung einzusetzen.

SIE haben sich selbst „fachpolitische Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit“ auf die Fahnen geschrieben. SIE können dabei auf eine Gemeinschaft im Rücken vertrauen.

Und dennoch hat sich seit dem Bekanntwerden der ersten Vorfälle am Canisius-Kolleg in Berlin am 31. Januar 2010 KEINE EINZIGE Opferschutz- bzw. Kinderschutzgemeinschaft zum Thema sexualisierte Kindesmisshandlung öffentlich geäußert. Es gibt keinerlei Presseerklärungen Ihrerseits zum gesamten Komplex sexualisierte Kindesmisshandlung. Es gibt kein öffentliches Eintreten für die Opfer bzw. ehemaligen Opfer. Es gibt keinerlei Aktivitäten, die darauf schließen lassen, dass SIE überhaupt irgendetwas zu diesem Thema beizutragen hätten.

Es gibt keine Aussagen hinsichtlich des tatsächlichen Ausmaßes von sexualisierter Kindesmisshandlung in unserer Gesellschaft. Keine Klarstellung, wie hoch die Zahl der Opfer wirklich ist. Keine Klarstellung, dass der Großteil der Vorfälle nicht in Internaten und Schulen, sondern in den Familien stattfindet. Kein erkennbares Engagement Ihrerseits, diese Tatsache endlich in die öffentliche Diskussion zu bringen. Kein erkennbares Engagement Ihrerseits, sich in die neuerliche Diskussion des gegenwärtigen Strafrechts und/oder zum Thema Verjährungsfrist einsetzen zu wollen.

Es gibt von Ihnen einfach N I C H T S. Außer Schweigen.

Obwohl Sie sich den Kinderschutz und den Opferschutz auf die Fahnen schreiben, überlassen Sie es wieder einzig und allein den Opfern, für ihr Recht und ihre Wahrheit einzutreten und zu kämpfen. Obwohl Sie scheinbar so zahlreiche politische und gesellschaftliche Kontakte haben, nutzen Sie diese Netzwerke nicht, um endlich im Sinne des Opferschutzes für Klarheit und Klarstellung zu sorgen. Obwohl Sie Zugang zu sehr viel mehr Statistiken, Zahlen und Informationen und Erkenntnissen haben, bemühen Sie sich nicht um eine entsprechende Aufklärung der Medien und der Öffentlichkeit.

Ich frage mich, warum?

Und ich frage mich, WANN Sie eigentlich solcherart „fachpolitischer Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit“ eigentlich machen wollen, WENN NICHT JETZT????

Wir Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung fordern von Ihnen

  • Nutzen Sie Ihre Instrumente (Pressemeldungen, Pressegespräche, Vorträge, Interviews in Medien, usw.) und Ihre Kontakte zu Politiker/innen, den Medien und anderen öffentlichen Institutionen, um über die Zusammenhänge, Hintergründe zu informieren.
  • Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, auf das wahre Ausmaß dieser Taten und die bisher verschwiegenen Tatorte (bspw. Familie) hinzuweisen.
  • Nutzen Sie die derzeitige öffentliche Aufmerksamkeit, um breit und nachhaltig über das Thema sexualisierte Kindesmisshandlung aufzuklären.
  • Vor allem: Unterstützen Sie endlich die Opfer in ihrem aktuellen öffentlichen Kampf um die Aufmerksamkeit der Gesellschaft für das unsägliche Leid, das wir durch diese Misshandlungen erfahren haben und noch erfahren.
  • Machen Sie sich endlich bemerkbar! Helfen Sie uns! Stehen Sie uns endlich wirklich bei!

Mit freundlichen Grüßen

Petra Forberger, 89077 Ulm

Freie Journalistin

43 Kommentare

  1. Lena schreibt am :

    **************DANKE******************************

    Es spricht mir aus der Seele und ist super formuliert.

    Ich begreife das einfach auch nicht. Sind die alle komplett abgetaucht? Supervision? Tag- und Nachtschichten, weil nur noch das Telefon klingelt?

    Was ist da los?

    Wo so viele nicht sprechen können, weil sie zu fragil und verstört sind. Wo es um so wichtige Dinge geht wie Aufarbeitung, Verlängerung der Verjährung, Überlegungen zu Prävention.

    Petra, bitte halte uns auf dem laufenden, ob Du Antworten bekommst.

    Und nochmals: HERZLICHEN DANK!

  2. astrid schreibt am :

    Jau, war Zeit, dass das mal jemand sagt! Können wir das ausweiten und auch die Dachverbände der diversen Psychologen ansprechen? Wo bleiben sie, um für eine Aufhebung der Verjährungsfristen einzutreten – sie wissen doch am besten, wie furchtbar fest gemauert die Schweigemauern stehen, und dass für viele noch nicht einmal 30 Jahre reichen, um sich ein Herz zu fassen. Kann das mal jemand Frau Leutheuser-Schnarrenberg erklären, den sie als kompetent anerkennen muss?! Das könnte mehr helfen als Dutzende von Therapiestunden, HIMMEL NOCHMAL!!

  3. Hans-Peter schreibt am :

    Für diesen offenen Brief bedanke ich mich als Ehepartner einer “ Überlebenden“ auf das herzlichste, denn der Inhalt ist sehr zutreffend formuliert und war längst überfällig,zumal die Justizministerin Schirmherrin bei dem Dunkelziffer e.V: ist.
    Auch sollte viel mehr in den Medien von der EUGH – Beschwerde durch Herrn Denef aufmerksam gemacht werden, denn die z.Z. fast 11000 Unterschriften ist schon ein Gewicht zur Durchsetzung des Grundgesetzes “ Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
    Bei meiner 55-jährigen Ehefrau hat das Geheimhaltungs-gebot zum sexuellen Missbrauch fast 50 Jahre gewirkt. Die Strafanzeige gegen den noch lebenden 87-jährigen Täter wurde im Vorjahr wegen Verjährung nicht weiter bearbeitet. Eine Zivilklage ist leider nicht möglich.
    Die Kosten für die langen Krankenhausbehandlungen und Erwerbsunfähigkeitsrente durch die Spätfolgen des sexuellen Missbrauch muss die Solidargemeinschaft tragen, deshalb muss es auch im Sinne der Bundes-regierung sein, eine rückwirkende Nichtverjährung dieser Straftaten in ein Gesetz zu fassen, damit diese Täter ein Leben lang Angst vor Entdeckung haben müssen.

  4. Norbert schreibt am :

    Im Lebenslauf von Frau Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger findet man unter http://www.bmj.bund.de folgendes:

    Eh­ren­amt­li­ches:
    Mit­glied des Vor­stands der Theo­dor-Heuss-Stif­tung

    Schirm­her­rin und Mit­glied von Dun­kel­zif­fer e. V. – Hilfe für se­xu­ell miss­brauch­te Kin­der

    Mit­glied des Deut­schen Kin­der­schutz­bun­des e. V.

  5. Norbert schreibt am :

    Hallo Frau Forberger,

    versenden Sie diesen Breif doch einmal an die Redaktionen der großen überregionalen Zeitungen, wie z.B. FAZ, WAZ, SZ etc. Dort würde er bei Veröffentlichung einem größeren Publikum bekannt.

    Auch meine Anzeige wird nicht weiter verfolgt wegen

    1.) Zivil- und strafrechtlicher Verjährung
    2.) der nicht gegebenen Strafmündigkeit des Täters
    3.) und der grundsätzlichen Beweisnot

    und endet damit als eine der sicherlich tausenden Karteileichen.

  6. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Ihr Lieben,
    das schätze ich so an diesem Forum, dass alle – soweit es ihnen möglich ist, ihre Fähigkeiten und Stärken einbringen und realisieren. Petra, Kompliment!!! Du hast Dein Talent als freie (und das ist der Vorteil, dass Du FREI bist) Journalistin wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort eingesetzt. Danke!!!

  7. Petra schreibt am :

    @ Norbert,

    der Offene Brief wurde zeitgleich an Spiegel Online, Stern Online, FAZ Online und die Süddeutsche geschickt. Wir werden sehen, was passiert. Sehr hoffnungsvoll bin ich allerdings nicht.

  8. O ja, ich kann Ihren Zorn, Ihren verzweifelten Appell gut verstehen!
    Vielleicht ist es die Schockstarre, die die Hilfsorganisationen ereilt hat?
    Wir brauchen einen langen Atem. Die Täter sitzen erstmals seit Jahrzehnten nicht mehr ruhig im Sessel – das ist doch ein Fortschritt!
    Ich bin durch die WDR-Sendung auf Sie aufmerksam geworden und habe sofort Ihre Beschwerde an den Europ. Gerichtshof unterzeichnet. Und ich werde bei der nächsten Wahl die Parteien daraufhin abklopfen, ob sie bereit sind, j e d e sexuelle Übergriffigkeit gegen Kinder als V e r b r e c h e n zu definieren. Und und und… nur Mut, es geht weiter!

    Ihnen, Herr Denef, meine höchste Anerkennung und Solidarität!

    Ellen W.

  9. Gaby Pypker schreibt am :

    BRAVO, Petra und Danke!
    Ich kann nur noch als Angehörige sprechen; mein Lebensgefährte hat sich letzten November das Leben genommen, weil er sein Leben mit diesen Erinnerungen nicht mehr ertragen konnte. Ich kämpfe derzeit um Aufklärung!
    Danke für diesen Brief!!
    Gruß
    Gaby Pypker

  10. Elke schreibt am :

    Wenn man bei diesem Thema von Begeisterung sprechen darf: Ich bin begeistert von diesem unglaublich aussagekräftigen und kraftvollen Brief und hoffe auf zahlreiche ebensolcher Reaktionen derer, die sich den Brief mehr als dringend zu Herzen nehmen sollten!

    DANKE,
    Elke Nurmut

  11. Lena schreibt am :

    Liebe Frau Widmayer,

    ich danke Ihnen (als Betroffene) ganz herzlich für diese Bemerkungen und Ihre Anteilnahme und dafür, dass Sie die Petition von Herrn Denef unterschrieben haben.

    Ich habe eine Bitte: Bitte warten Sie nicht bis zur nächsten Wahl. Kontaktieren Sie bitte JETZT die politischen VertreterInnen, bevor diese ihre Wahlprogramme für die nächste Bundestagswahl aufstellen.

    Ideen hierzu wären beispielsweise: einen Brief oder eine E-mail an den/die Abgeordnete Ihres Wahlkreises senden. Zur Bürgersprechstunde dieses/dieser Abgeordneten in ihrer Heimatstadt gehen oder zur Bürgersprechstunde der Mitglieder des Stadtrats Ihrer Gemeinde. Dem/der Landesvorsitzenden der Partei, die Ihnen ansonsten am sympathischsten ist, einen Brief oder eine E-mail schreiben. Den Bundesvorsitzenden der politischen Parteien schreiben.

    Sie können uns, den Betroffenen helfen, wenn Sie die Politiker um die Abschaffung der Verjährungsfristen bitten und fordern, dass sexueller Missbrauch immer als Verbrechen gilt und mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe belegt wird. Und nicht wie bisher teilweise nur als „Vergehen“.

    Je mehr Menschen sich aus der Bevölkerung melden, desto mehr werden die Parteien gezwungen sein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sie können es dann nicht einfach nach symbolischen Aktionen wie einem „Runden Tisch“ unter den Teppich kehren.

    Herzlichen Dank an Sie und alle anderen, die die Betroffenen unterstützen und unterstützen möchten!

    Lena

  12. Den offenen Brief von Frau Forberger möchte ich so nicht stehen lassen. Es gibt durchaus Opferhilfevereine und andere Einrichtung die öffentlich Stellung beziehen.
    Wir vom Verein Sicheres Leben e.V. haben auch mit einem offenen Brief reagiert.
    Diesen haben wir verschiedenen Organisationen zugeschickt. Auch möchte ich auf die Website vom BDK (Bund deutscher Kriminalbeamter) hinweisen, dort hat der Bundesvorsitzende Klaus Jansen schon vor einiger Zeit sich dazu geäußert.
    In Kürze wird auch unser offener Brief auf unserer Homepage erscheinen.
    Unser Verein ist im Gegensatz zum Kinderschutzbund klein und leider müssen wir sehr kämpfen das man uns wahr nimmt.
    Wir sind, wie alle auf dieser Homepage, uns einig es muss dringend gehandelt werden, dass Schweigen muss ein Ende haben.

    Ulli Wilde
    stellvertr. Vorsitzende
    Sicheres Leben e.V. aus Gersthofen

  13. Tina schreibt am :

    Mir tut es unheimlich gut das es so viel Leute die schreiben und verstehen wollen was da abgeht . Als ehemalig Opfer ist es wichtig das darüber redte wird und ich hoffe das sich endlich was ändern .Meine Täter ist seit 30 Jahre tot . Ich kann ihn leider nicht mehr anzeigen . Das würde ich tun wenn er noch am Leben wäre .

  14. Anna M. schreibt am :

    Hallo Petra,
    vielen Dank für diesen Brief!
    Mir war nicht klar, daß diese Organisationen schweigen, ich dachte eben, ich hätte es nicht mitbekommen.
    Es ist wirklich ein SKANDAL, daß sie sich nicht äußern.
    Eine Schockstarre kann keine Erklärung sein, da diese Organisationen sich seit vielen Jahren mit der Thematik beschäftigen und wissen müßten, daß die Dunkelziffer extrem hoch ist.
    Haben sie wirklich ein Interesse an der Aufklärung und Aufdeckung?
    Grüße
    Anna

  15. Petra schreibt am :

    Hallo zusammen,

    heute bekam ich eine erste (abgesehen von Frau Wilde vom Verein Sicheres Leben e.v.) Rückmeldung auf meinen Offenen Brief, und zwar von Zartbitter e.V.:

    Sehr geehrte FRau Forberger,

    seit Wochen tun wir kaum etwas anderes, als Opfer sexueller Gewalt in kirchlichen und anderen Institutionen zu unterstützen bzw. Institutionen
    zu beraten, damit sie die Aussagen der Betroffenen ernst nehmen. Als Beratungsstelle für kindliche Opfer sexualisierter gewalt sind wir mit
    aktuellen Fällen beschäftigt- auch die werden jetzt benannt, wenn sie auch zum Schutze der Opfer nicht in die Presse kommen.

    Auch von anderen Beratungsstellen weiß ich, dass sich dort so viele Betroffene melden, dass die Kolleginnen und Kollegen nur noch sehr kurze Beratungsgespräche anbieten können, obgleich sie runf um die Uhr
    tätig sind.

    ich kann Ihren Unmut verstehen, dass die Opferorganisationen bisher kaum öffentlich hörbar waren. Doch hat die Presse bisher geblockt. Erst seit
    Anfang dieser Woche besteht ein großes Interesse der Presse. Ich habe allein gestern 10 Interviews gegeben. In der nächsten Woche gibt Zartbitter eine Pressekonferenz. Morgen Abend bin ich von 19 bis 21.00
    in WDR 2.

    Sie können sicher sein, dass wir alle sehr aktiv sind, doch jetzt erst die Zeit finden undsere Aktivitäten zu koordinieren. So kommen wir auch kaum dazu, auf offene Briefe zu antworten.

    Freundliche Grüße
    Ursula Enders

  16. Sehr geehrte Fru Forberger,

    nein, wir schweigen nicht!
    Seit vielen Jahren machen wir mit Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit auf die Situation der Opfer aufmerksam. Unser Alltag besteht darin, Ratsuchende zu unterstützen und Kindern zu helfen, traumatische Erfahrungen zu bewältigen.

    Zur aktuellen Situation: In den letzen vier Wochen haben wir in vielen Medien den Betroffenen eine Stimme gegeben und immer wieder deutlich gemacht, dass Täter ihre Machtposition und das Vertrauen von Mädchen und Jungen ausnutzen, in Familien, in Schulen – Missbrauch passiert überall.

    Nein, wir schweigen nicht, und wir werden auch nicht aufhören, uns gegen sexuellen Missbrauch und Kinderpornografie zu engagieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Vera Falck

  17. Loerwald schreibt am :

    Auch ich war ein Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Ich bin mittlerweile 59 Jahre alt, und kann das nicht verdrängen. Ich war von 1960 – 1964 (im Alter von 10 – 14 Jahren) Internatsschüler des Missionshauses St. Xaver in Bad-Driburg, welches zu den Institutionen der Styler Patres gehört.Leider wurde dieses Internat vor einigen Jahren aufgelöst. Es wurden aber keine sexuellen Handlungen praktisch an mir vollzogen, sondern es war immer während der Beichte. Wir mussten zu der Zeit jeden Samstag, aber mind. jeden 2. Samstag zur Beichte gehen. Jedesmal, wenn ich beichtete, dass ich Unkeuschheit begangen habe, wurde ich wie folgt ausgefragt: Wo hast Du es gemacht? Wie hast Du es gemacht? Ist es zum Samenerguss gekommen? Hast Du es mit anderen Jungen gemacht, etc. Ich weiss nicht, ob dieses heute noch zu einer Anzeige reicht und wo ich eine Anzeige einreichen kann. Vielleicht könnt Ihr mir einen Rat geben?
    Mit freundlichen Grüßen

    Gerhard Loerwald

  18. W.Müller schreibt am :

    Hallo liebe Diskussionsfreunde
    Wie überall schlägt die Diskussion um die Vorgänge in der katholischen Kirche hohe Wellen.
    Aber was sich der Bischof Ludwig Müller Regensburg leistet schlägt dem Fass den Boden aus.
    Im Gegensatz zu den meisten Bischöfen, die an einer Aufklärung interessiert sind, betreibt dieser arrogante Diener Gottes Kritik an den Medien wie Spiegel und Süddeutsche Zeitung, die die Schweinereien der Pfaffen veröffentlichen und bezeichnet sie wie es früher hieß als Feinde der katholischen Kirche.
    Dass er selbst der größte Feind der katholischen Kirche ist,da wegen solcher Typen wie er, eine große Zahl Katholiken aus der Kirche austreten, verschweigt er geflissentlich.
    In seiner bekannten arrogante Art hat er sich schon in früheren Zeiten geweigert, mehrfach überführte Pfarrer, die Unzucht mit Kindern getrieben hatten,aus dem Schuldienst zu entfernen und sie an andere Schulen versetzt. Damit hat er die Hauptschuld an diesen Schweinereien der Pfaffen in der Diözese Regensburg zu verantworten. Wegen dieser Skandale konnte er auch die Diözese München Freising für die er vorgesehen war nicht übernehmen, weil seine arrogante Art in München nicht tragbar gewesen wäre.
    Sogar die treuen niederbayerischen Schäflein haben schon in Rom seine Abberufung gefordert.
    Bleiben sie standhaft das Mittelalter ist endgültig vorbei.
    freundliche Grüsse an die Leser

    W.Müller

  19. Sarah M. schreibt am :

    Da kann man nur hoffen, dass der uns Bayern immer nachgesagte Sturrsinn gepaart mit erfrischender Herzlichkeit sich durchsetzt.
    Original bayrisch: „Passt scho Hr. Ehrwürden Müller, aber net mit uns :-). Schleich di, geh do hi, wost herkimma bist, aber des bitte flott :-). Host mi???“

    Übersetzt: „Jaja, ist schon gut, Hr. Ehrwürden Müller, aber nicht mit uns. Verabschiede dich, verschwinde, und geh dort hin, wo du hergekommen bist, aber das bitte flott! Verstanden?

  20. B.WITT schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,habe den ersten Teil meiner Ges
    chichte an unser Bistum geschickt,es geht um die WfB für
    Behinderte,die Trittbrettfahrer waren,eine Kopie der Presse gesandt,es geht um den Ablauf eines Vormundsschaftgeichtes,es gibt als Modell
    das sogenannte Wormser Modell,bei Verdacht bei Misshand.
    u Mussbrauch an schutzbefohlenen,da wurden Eltern den Ki
    ndern entzogen,Kinder verloren ihre Eltern 1 Kind hat sc
    h umgebracht,später wurde die Unschuld der Eltern bewies
    en,es ist pflicht,einige Gerichte halten sich nicht dara
    n ,so wie bei mir,ich lasse mich beraten,
    Gruss B.Witt

  21. W.Müller schreibt am :

    Aufarbeiteung der sexuellen Übergriffe in der kath.Kirche Cosa Nostra.

    Vielen Dank Sarah M. sie sprechen es mit wenigen Worten auf bayerisch 100% aus.
    Nach den Angeboten unserer um Aufklärung bemühten Justizministerin Leutheuser Schnarrenberger sich gemeinsam an einen runden Tisch zu setzen erfolgte Ablehnung der katholischen Kirche. Diese will überhaupt keine öffentliche Aufklärung, es ist Cosa Nostra (unsere Sache) genauso wie diese mafiöse Vereinigung wiill sie diese Schweinereien möglichst wie seit 2000 Jahren unter sich belassen, früher wäre man unter dem Paragraphen Blasphemie gegen all die vorgegangen, die diese Schweinereien an die Öffentlichkeit gebracht haben, sofern sich überhaupt welche getraut hätten (40 Jahre ging das gut) Wo kommen wir denn hin, wenn die Schafe plötzlich gleichberechtigt mit den Hirten an einen Tisch sitzen sollen. Leute wie Bischof L.Müller und Zollitsch (gebt uns den guten Lehmann wieder) sprechen das aus was die Katholische Kirche denkt. Die Schafe haben vor Allem zu gehorchen. Das Andere ist nur Beschwichtigung weil der Druck auf die katholische Kirche zu groß ist, (dem Internet und der Medienvielfalt sei Dank) nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden kann.
    Bleiben sie standhaft und lassen sie sich nicht einlullen von den alten Sprüchen.Die geilen Böcke bleiben auch in Zukunft unter uns.

    Danke fürs Lesen
    W.Müller

  22. Sarah M. schreibt am :

    Hallo W. Müller,
    gern gscheng 🙂
    aber bezgl. ihrem in Klammer versehenen Bitte, uns den guten Lehmann wieder zu geben, muss ich Sie enttäuschen. Ich hielt bis zu diesem Zeitpunkt auch sehr viel von ihm. Aber nach dieser Aussage, die er sich in der unten per Link angeführten Sendung erlaubt hat, ist er für mich unten durch! Schade :-(. Bei der letzten Papstwahl hatte ich inständig mit einer ehemaligen gemeinsamen Exnonne (ich bin die ehemalige) gebibbert, dass es nicht Ratziger wird, sondern Lehmann. Ich weiß seit dieser Aufzeichnung nicht wirklich, ob wir mit ihm besser gefahren wären. Sicher ist er nicht so erzkonservativ wie Benediktus, aber er neigt leider auch in diesem Thema zu deplatzierter Bagatellisierung der Angelegenheit, für die nun mal die Kirche im Gesamten Verantwortung tragen muss…

    http://www.youtube.com/watch?v=ewplhMMu5rs

    nix für ungut…

  23. Petra schreibt am :

    Hier die Antwort von UNICEF Deutschland auf meinen Offenen Brief vom 09.03.2010:

    Sehr geehrte Frau Forberger, sehr geehrter Herr Denef,

    über eine Presseanfrage haben wir den offenen Brief erhalten, der auf Ihrer website steht. Da ich keine direkte E-Mail Adresse von Frau Forberger habe, antworte ich auf die im Impressum der website angegebe E-Mail- Adresse.

    UNICEF kämpft seit vielen Jahren gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und hat u.a. drei Weltkongresse zu diesem Thema mit organisiert. In Deutschland haben wir uns immer wieder öffentlich zu Wort gemeldet – zum Beispiel mit dem UNICEF-Report 2009 „Stoppt sexuelle Ausbeutung!“. Auch setzen uns in vielen Tagungen und in Gesprächen mit Politikern für besseren Kinderschutz ein. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer website http://www.unicef.de. Dort finden Sie auch unsere Stellungnahme zur aktuellen Diskussion in Deutschland, die ich zudem an diese E-Mail anhänge. Ich hoffe, dies macht deutlich, wie UNICEF sich für besseren Kinderschutz und die Unterstützung der Opfer einsetzt.

    Wenn Sie Fragen haben, stehe ich gern zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Helga Kuhn
    Pressesprecherin
    UNICEF DEutschland

    Und hier die erwähnte Stellungnahme von UNICEF Deutschland vom 12.03.2010:

    UNICEF: Null Toleranz bei sexuellem Missbrauch

    Erklärung zur aktuellen Diskussion

    Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein schweres Verbrechen, das für die Betroffenen ein Leben lang schweres Leid bedeutet. Das jetzt bekannt werdende Ausmaß solcher Taten in Internaten, Heimen und Schulen in Deutschland und die lange Jahre herrschende Kultur des Verschweigens sowie die Unsicherheit im Umgang mit Beschwerden sind erschreckend.

    „Die aktuelle Diskussion muss als Chance genutzt werden, um die Sensibilität für Kinderschutz in diesen Institutionen, in Familien und in der Gesellschaft insgesamt zu erhöhen. Jedes Opfer, jede Beschwerde von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen muss ernst genommen und überprüft werden. Der Schutz der Kinder muss verbessert werden. Die Opfer brauchen Gehör, Gerechtigkeit und Hilfe“, sagte Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland.

    Sexueller Missbrauch von Kindern kommt in allen Lebensbereichen vor. Da er im Verborgenen geschieht und die Betroffenen von den Tätern zum Schweigen gedrängt werden, ist das tatsächliche Ausmaß nur schwer zu erfassen. Nach der von UNICEF unterstützten ersten UNStudie zu Gewalt gegen Kinder werden weltweit rund 150 Millionen Mädchen und Jungen zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

    Es ist bekannt, dass die weitaus meisten Täter aus dem Nahumfeld der Kinder, vor allem der Familie und Verwandtschaft stammen. Aber auch alle Einrichtungen, in denen Kinder lernen, spielen oder leben, sind Orte, in denen sexuelle Übergriffe auf Kinder stattfinden können.

    Anlässlich der aktuellen Diskussion in Deutschland weist UNICEF auf folgende Punkte hin:

    • Für sexuellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung muss „null Toleranz“ gelten. Dies bedeutet, dass strafrechtlich relevante Vorwürfe konsequent polizeilich verfolgt werden müssen – und nicht intern behandelt werden dürfen.
    • Opfer von sexuellem Missbrauch und Gewalt brauchen mehr Hilfs- und Beratungsangebote. Gerade in Schulen, Internaten und Heimen müssen verlässlich Beschwerdemöglichkeiten vorhanden sein, denen die Kinder vertrauen können.
    • Die Prävention muss gestärkt werden. Dazu gehört, Kinder zu ermutigen und in ihren Rechten zu bestärken. Kinder sollten wissen, dass Erwachsene ihr „Nein“ akzeptieren müssen. Es muss klar sein, dass die Verantwortung für sexuelle Übergriffe grundsätzlich bei den Erwachsenen liegt.
    • Mitarbeiter in Einrichtungen für Kinder müssen für das Thema sexueller Missbrauch sensibilisiert werden und lernen, wie sie damit umgehen, wenn Vorwürfe bekannt werden.
    Dies muss Inhalt von Aus- und Fortbildungen für Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter und Pflegepersonal oder auch Trainern im Sportbereich werden.
    • UNICEF begrüßt die Pläne, mit einem runden Tisch die Aufarbeitung voran zu treiben. In einem nationalen Aktionsplan zum Schutz vor sexueller Ausbeutung sollte die Umsetzung konkreter Maßnahmen geplant werden.
    • Es muss geprüft werden, ob die bislang geltenden Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch verlängert werden müssen. Die im Zivilrecht geltende Verjährung nach drei Jahren sollte mindestens an die im Strafrecht geltende Frist angepasst werden.

    Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die UNICEF Pressestelle, Helga Kuhn, 0221-93650234 oder presse [at] unicef.de.

  24. Petra schreibt am :

    Sehr geehrte Frau Falck (Dunkelziffer e.V.),

    da Sie mir hier öffentlich geantwortet haben, möchte ich Ihnen auch auf diesem Wege antworten. Zunächst recht herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    Ich bin mir durchaus bewusst, dass Dunkleziffer e.V. sich seit vielen Jahren zum Thema Sexualisierte Kindesmisshandlung engagiert, äußert und Opfer konkret unterstützt. Mir persönlich (und den Reaktionen auf meinen Offenen Brief entnehme ich, dass es auch anderen – und nicht nur Betroffenen – so ging) ging es darum, dass es seit dem 31.01.2010, als Herr Mertes vom Canisius-Kolleg in Berlin die Welle ins Rollen brachte, keine deutschlandweit WAHRNEHMBARE öffentliche Äußerung von den genannten Opferschutz-, bzw. Kinderschutzvereinen gab. Ich habe mir dazu die jeweiligen Homepages ebenso wie die Presseerklärungen seit Januar 2010 angesehen und musste eben leider feststellen, dass es zu den aktuellen Fällen in Deutschland keinerlei Stellungnahmen gibt/gab.

    Ich kann sehr gut verstehen, dass manche der von mir angesprochenen Vereine derzeit von Anfragen von Opfern überrollt werden, und dadurch sehr viel Kraft gebunden wird. Dennoch haben Sie sich alle auch die „fachpolitische Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit“ auf die Fahnen geschrieben. Nochmals: Mir ist bewusst, dass Sie das ständig tun. Dennoch hätten wir Opfer uns gewünscht, dass der mächtigen (Täter)Institution Katholische Kirche eine (oder mehrere) ebenso potente und bekannte Opfer-Institutionen öffentlich und erkennbar entgegentreten und deutlich machen, was sexualisierte Kindesmisshandlung bedeutet, unter welchen Folgen die Betroffenen häufig ein Leben lang leiden, was die Opfer brauchen (nicht nur Prävention, sondern auch Anerkennung und Unterstützung, wo keine strafrechtliche Verfolgung mehr möglich ist), etc.

    All die vielen Informationen, die in früheren Jahren von einzelnen Opferschutzvereinigungen ausgesandt wurden, sind doch deshalb nicht automatisch in den Köpfen der Öffentlichkeit präsent, nur weil es darüber Flyer gibt oder weil mal jemand was dazu gesagt hat.

    Die durch die Kirchenmissbrauchsfälle eingeleitete aktuelle Aufmerksamkeitsbereitschaft sollte genutzt werden, um der Fokkussierung auf die Täterseite etwas gegenüberzustellen. Um die wichtigen und notwendigen Informationen zu den Folgen für die Opfer zu verbreiten. Und noch immer bin ich der Meinung, dass es Ihre Aufgabe gewesen wäre, das auch sehr zeitnah zu tun. Ich (wir) hätte(n) es mir (uns) jedenfalls gewünscht.

    Zuletzt möchte ich noch eine persönliche Anmerkung machen: Mein Offener Brief sollte zum Ausdruck bringen, dass wir Opfer/Überlebende das Gefühl haben, alleine zu kämpfen, und dass wir uns von Ihnen mehr öffentlich breit WAHRNEHMBARE Unterstützung für unsere Sache wünschen. Ich habe in all den Antworten, die ich bekommen habe, nicht das Gefühl von Verständnis für mein/unser Anliegen und den Grund des Offenen Briefes gelesen, sondern vor allem Rechtfertigungen und Abwehr sowie Vorhaltungen. Schade.

    Freundliche Grüße

    Petra Forberger

  25. W.Müller schreibt am :

    Hallo gern gscheng und Betroffene
    Vielen Dank für den Hinweis Lehmann.
    Was ich bei allen bisherigen Meinungen vermisste, war eine richtige finanzielle Wiedergutmachung an den Opfern, die an ihrem Leben Schädigungen erfahren haben, die man normalerweise mit Geld nicht wieder gut machen kann. Was die Kirche zu tun hat, können wir von den Amerikanern lernen, dort mussten Milliardenbeträge für derartige sexuell missbrauchten Opfer bezahlt werden, die Jesuiten in USA haben bereits Konkurs angemeldet um ihre Güter zu schützen. Dort kommt man nicht davon, dass für die Opfer vom Pabst und Bischöfen nur gebetet wird wie in der Vergangenheit.(Beten hilft nix, wissenschaftlich erwiesen durch mehrere Versuche) Bei uns gibt es nur Bla Bla aber ganz wenig Entschädigung mit richtig Kohle, denn von der katholischen Kirche kannst Du Alles kriegen, was wenig kostet, nur niemals Geld, denn dies ist Macht, deshalb nehmen sie auch Kirchensteuer von Prostituierten etc und heute noch wird das Geld von den Schäflein durch mit Hitler geschlossenen Verträgen (Konkordat) abgezockt,nach dem Motto pecunia non olet((Geld stinkt nicht Ha Ha). Hier müssten vom Gericht die Verurteilungen dieser schweren Verbrechen, von der Kirche als Übertretungen und verzeihliche menschliche Schwächen heruntergespielt, als Verbrechen geandet und gemäß der unermesslichen Reichtümer der Kirche, anteilig mit hohen Geldstrafen belegt werden. (Von den Griechen verlangt man den Verkauf ihrer Inseln zur Schuldenzahlung, die katholische Kirche hat unermessliche Ländereien und Immobilien, da kann man doch darauf zugreifen. Warum gibt es keine Privatklagen der Betroffenen gegen die katholische Kirche, ein Prozess in der USA geführt, da gibts richtig Kohle.
    Das einzige Mittel um diesen absolut Antidemogratischen Machtapparat zu stoppen, ist unverzüglich aus der katholischen Kirche auszutreten (es geht ganz einfach, bei der Gemeinde gibts einen Vordruck, nur unterschreiben, das wars und sie hören niemals mehr etwas vom Pfarrer). Früher wurde man allerdings außerhalb der Friedhofmauer beerdigt und ohne Bla Bla, das sie auch nicht mehr lebendig macht, sondern wers glaubt wird selig (siehe Dieter Nuhr) erst viel viel später und absolut unwahrscheinlich.
    Vielen Dank fürs Lesen nur nicht mehr still halten, 2000 Jahre Demut und Abzocke sind genug.
    mfG
    W.Müller

  26. Lena schreibt am :

    Liebe Petra,

    danke, dass Du das noch einmal so klar formuliert hast.

    Eigentlich sollte das Anliegen Deines Offenen Briefes doch deutlich nachzuvollziehen sein, oder?

    Und das Statement von UNICEF, die Verjährungsfristen im Zivilrecht sollte mindestens dem im Strafrecht angepasst werden, ist schon äußerst zahm. Hier hätte man sich doch eine weitreichende Forderung gewünscht.

    Es ist wunderbar, dass es Anlaufstellen wie Wildwasser, Zartbitter und Tauwetter gibt. Sie sind in der Einzelbetreuung eine wichtige Stütze für Opfer. Es wird jedoch Zeit, dass die Opferverbände in Deutschland sich auch – regelmäßig – in die politische Diskussion einmischen und in der Öffentlichkeit Forderungen erheben.

    Wann, wenn nicht jetzt?

  27. Sarah M. schreibt am :

    zu den Antworten des öffentlichen Briefes von Petra:
    mir fehlen vor allem in allen Antwortschreiben konkrete Schritte, die die einzelnen Vereine zukünftig einschreiten und umsetzen wollen. Es werden unverfängliche „Muss – Sätze“ aneinander gereiht, und keinerlei Forderungen an die Politik Punkt für Punkt aufgegliedert. Ich vermisse Sätze wie: Wir fordern auf Grund der bereits bekannten (Statistik, Folgeschäden usw.) Fakten, dieses und jenes stellvertretend für die Opfer…
    Aber wenn organisierte Vereine „für“ Opfer Weichspülerei betreiben, sprechen sie sich indirekt „für“ den derzeitigen desolaten Zustand aus…
    So etwa wie: „Schön wäre wenn…“ Von Gesäusel wird sich nichts ändern!
    Sarah

  28. Elvira schreibt am :

    Ich bin der Meinung, dass wir einen „Runden Tisch“ ins Leben rufen sollten, wo Menschen wie z.B. Petra, Sarah M., Angelika O., Lena, Norbert, A. Miller, M. Becker-Fischer zusammentreffen damit endlich wirklich was passiert. Wir können gemeinsam sehr viel erreichen!
    Elvira

  29. W.Müller schreibt am :

    ,, Hallo Liebe Mitarbeiter von UNICEF und alle Unterstützer

    Ihnen kann gar nicht genug gedankt werden für ihre unverzichtbare Arbeit mit vollem Einsatz.
    Leider hat die katholische Kirche jahrhundertelange Erfahrung im Vertuschen, Verschweigen und unter den Teppich zu kehren unangenehmer Tatsachen. Bei Kindsmissbrauch hört der Spass heutzutage auf. Die Kirche selbst hat jahrhunderte lang geringste Verfehlungen und Abweichungen grausamst mit Folter und qualvollste Verbrennung bestraft.
    Warum wird nicht eine Interessengemeinschaft von der katholischen Kirche geschädigter und missbrauchter Menschen gegründet, in der man gemeinsam Schadensersatz vor Gericht erstreitet wie in USA. Die seelischen Schäden der Opfer sind häufig größer als bei körperlichen Schäden. Ihr Einsatz verehrte UNICEF ist äusserst anerkennenswert aber gegen Verursacher, wie die kath.. Kirche völlig nutzlos, denn die katholische Kirche denkt in anderen Zeiträumen, da wird Alles vergessen oder heruntergeredet, da sind sie Profis gegen die normale Menschen keine Change haben. Im Frühstücksfernsehen ist ein Pfarrer aus Müncheen aufgetreten, wenn sie dem zugehört haben, gibt es überhaupt keine Probleme. In einigen Jahren wird es heißen, Anfang 2010,da war doch mal was mit den Pfarrern, dies haben Feinde der katholischen Kirche instrumentalisiert und ein wenig Rabatz gemacht. Da hat die Kirche schon ganz andere Probleme im Laufe der Jahrhunderte ausgesessen. (siehe Geschichte der Päbste als Stellvertreter Gottes auf Erden, die haben ganz andere Sachen angestellt als an Kindern zu fummeln. Da musste selbst ein deutscher Kaiser zu Fuß nach Canossa gehen, mehrere Tage vor dem Pabstsitz in der Kälte stehen und auf alle Bedingungen der Kirche eingehen, bevor der Kirchenbann gelöst wurde. Von diesen goldenen Zeiten träumt auch unser Benedikt und die katholische Kircche noch heute . (aber tempora mutantor Ha Ha)
    Damals hat sich keiner getraut, darüber zu sprechen.
    Haben keine Angst gegen die Kirche zu klagen, vereint sind auch die Schwachen stark.
    Danke für ihre Unterstützung

    W.Müller

  30. Elvira schreibt am :

    Bitte an Petra Forberger!
    Ich habe eine ganze Menge zu schreiben und zu sagen. Ich fände es schön, wenn du mir dabei helfen könntest. Ich kann nicht so gut formulieren, wie du.
    Ich würde dich gerne einmal anrufen. Wenn du möchtest.
    Wirklich stark können wir nur sein, wenn wir zusammenarbeiten und jeder in dieser Zusammenarbeit seine Talente einbringen darf und kann.
    Du kannst mir unter folgender E-Mail-Adresse antworten:
    fam.gossen [at] t-online.de
    Ich würde mich freuen.
    Elvira

  31. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Elvira,
    ich bin vielmehr der Ansicht, dass es mehr Sinn macht, dem Runden Tisch einen offenen Brief zu senden, in dem wir im Namen aller Opfer fordern, dass folgende Kernfrage dieses RT´s: „Welche Art der Hilfe und Unterstützung benötigen die Opfer?“ öffentlich und für alle zugänglich von Betroffenen beantwortet werden kann. Aus der Sammlung dieser Vorschläge sollte dann eine angemessene Umsetzung erfolgen, um den Forderungen der Opfer gerecht zu werden. Nur so lässt sich ein objektives Ergebnis erreichen, und eine nötige Transparenz des Runden Tisches gewährleisten.
    Der Runde Tisch besteht aus einm Gremium von Vertreter/innen der Familienverbände, Schul- und Internatsträger, beider großer Kirchen, der freien Wohlfahrtspflege bis hin zur Ärzteschaft, Vertretern von Ländern und Kommunen sowie dem Deutschen Lehrerverband, die „Antworten auf folgenden drei Kernfragen finden sollen: Welche Art der Hilfe und Unterstützung benötigen die Opfer? Was ist zu tun, wenn Übergriffe geschehen sind? Welche Faktoren fördern Übergriffe auf Kinder und Jugendliche und wie lassen sich diese vermeiden?“ Wie sollen hier Antworten dazu gefunden werden, wenn die – die es am Besten wissen müssten, nämlich Betroffene, Vereine – die tagtäglich seit Jahren direkt mit Opfern arbeiten und im Kontakt stehen, nicht gehört werden? Das kann nur in ein theoretisches Gelaber enden, und führt zu keinem zufriedenstellendem Ergebnis!!!
    Sarah

  32. Sarah M. schreibt am :

    Das könnte unser Slogan, unsere Parole werden:
    Kein Guántanamo den Missbrauchten – gemeinsam sind wir stark!!!

    Worte, die Mut machen und wohl tun!!!
    Danke dafür 🙂

  33. Elvira schreibt am :

    Hallo Sarah M.,
    ja, diesen Brief sollte es auf jeden Fall geben. Aber ich habe meine Zweifel, ob die Herrschaften uns wirklich verstehen können. Ich glaube nicht, dass sie dazu in der Lage sind. Aber wir können Ihnen ja mal eine Chance geben.
    Elvira

  34. Sevgi schreibt am :

    Hallo Petra,

    DU SCHREIBST MIR AUS DER SEELE und Du schreibst für all die Kinder, die noch zu klein sind um sich öffentlich zu wehren.

    Ich habe da so meine Erfahrungen dazu.

    Sie machen keine ANZEIGE
    a )weil diese Vereine alle, durch die Bank von öffentlichen Geldern unterstützt werden und

    b) weil es ja bequemer ist und sie ja ihre Jobs dadurch haben und bezahlt bekommen, dass es ja Kindesmissbrauch gibt und

    c) weil es an diesen Stellen und in diesen Vereinen haufenweise, selbst missbrauchte gibt, die ihre eigene Geschichte nicht aufgearbeitet haben und „anderen dadurch auch nicht helfen können“ und

    d) weil es genügend Pädophile gibt, die in diesen Vereinen sitzen und selbst Pseudovereine zum Schutz der Kinder haben, und dabei Kinder missbrauchen, mit Hilfe der unwissenden Spendengeber und

    …. ich könnte noch einige Erfahrungen schildern, die einige von Euch bestimmt auch kennen.

    Machen wir gemeinsam auch hier Druck. Danke für diesen Brief

  35. spatz schreibt am :

    Hallo.
    Da ich nicht so recht weiß, wohin ich mich anonym wenden kann-also hier.
    Auch in Berlin gibt es eine Schule, die ehmalige Ernst-Thälmann Schule in der Mendelstraße Berlin Pankow an der Mißbrauch.
    Der Hausmeister hat in den 80iger-90iger Jahren mehrere
    Mädchen im Alter von 7-10 Jahren im Keller der Schule mißbraucht.
    Die damalige Direktorin hat trotz Anzeige ihn in Schutz genommen und mit den Worten der Mann ist doch Alkoholiker und hat niemanden entschuldigt.Der Hausmeister konnte also weiterhin an der Schule bleiben………

  36. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo Spatz,
    es ist sehr verantwortungsbewußt von Ihnen, daß Sie sich hier melden und ich kann mir vorstellen, daß Sie Sorge umtreibt. Zu erleben, wie Kinder übergriffigen Menschen ausgeliefert bleiben, obwohl andere eingeschritten sind ist schlimm.

    Zudem ist das Ganze noch nicht wirklich lange her und es bleibt zu befürchten, daß der Täter und seine Mit-Täterin (die Direktorin hat Straftaten vertuscht und Übergriffe begünstigt) noch am Leben sind, bzw. womöglich noch im Dienst.

    Für einige Straftaten ist die Verjährungsfrist noch nicht vorbei. Wenn damals nicht alle Opfer den Täter angezeigt haben, dann könnten sie das jetzt noch nachholen – allerdings wird die Zeit knapp.

    Sie können ja nicht die Einzige sein, die damals davon gewußt hat. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß es genügend Zeugen gibt.
    Sie sind möglicherweise nur die Erste, die sich öffentlich meldet.

    Was Sie konkret tun können ?

    Bei einer Beratungsstelle für die Opfer von sexueller Gewalt anrufen und den Fall schildern. Vielleicht haben sich Betroffene dort gemeldet und fühlen sich durch Ihre Sorge ermutigt, sich zusammen zu tun und Anzeige zu erstatten.
    Falls Sie bereit dazu sind, könnten Sie dann auch vor Gericht als Zeugin aussagen. Formell – in Bezug auf eine Verleumdungsklage – haben Sie für diesen Fall nichts zu befürchten.

    Oder Sie fragen bei einer seriösen Zeitung nach, ob die dort auch schon von den Vorfällen an dieser Schule erfahren haben. Sie könnten dazu ein anonymes Interview geben.
    In so einem Artikel könnte auf die Verjährungsfrist hingewiesen werden, so daß Opfer die Chance für eine korrekte Information haben – vielen ist das mit den Verjährungsfristen gar nicht bekannt.

    Ich denke, daß dafür im Großraum Pankow am ehesten die „Berliner Zeitung“ in Frage kommt.

    Viel Erfolg wünscht
    Angelika Oetken, Berlin

  37. Sarah M. schreibt am :

    Hallo „spatz“,
    Ersteinmal eine Information für alle Forum – Besucher! Hier wird jedem freigestellt, ob er sich mit Namen, mit Nickname oder anonym äußern möchte. Das bleibt jedem frei, denn jeder soll sich hier in einem geschütztem Raum wohl und sicher fühlen dürfen.
    Nun zu Ihrem Schreiben.
    Wurde der Hausmeister bei der Polzei angezeigt? Wenn nicht, dann kann man das noch nachholen, da die Verjährungsfrist im Strafrecht noch nicht abgelaufen ist. Haben Sie Kontakt mit den Opfern?
    Ich füge Ihnen hier mal die Rechtslage bei Missbrauch ein:
    „Mit der Einführung des § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB ruht die Verjährung von allen nach dem 30.06.1994 begangenen Sexualstraftaten bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres des Opfers. Erst danach beginnt die konkrete Verjährungsfrist für die jeweilige Tat. Die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch beträgt 10 Jahre und für Vergewaltigung 20 Jahre. Da es den Tatbestand des schweren sexuellen Missbrauchs erst seit dem 01.04.1998 als eigenständigen Straftatbestand gibt, beträgt hierfür die Verjährungsfrist auch erst seit diesem Zeitpunkt 20 Jahre. Wenn die Tat vor dem 30.06.1994 stattgefunden hat, kommt es darauf an, ob sie zu diesem Termin bereits nach altem Recht verjährt war oder ob die Verjährungsfrist noch lief.“
    Wichtig wäre nun, festzustellen, wann die Missbräuche stattgefunden haben, um zu überprüfen, ob noch Anzeige möglich ist.
    Außerdem müsste auch die Direktorin belangt werden wegen unterlassener Hilfeleistung. Gibt es Zeugen, die sie auffindig machen könnten? Gut wäre, wenn Sie Kontakt mit all den Opfern aus dieser Zeit herstellen könnten. Dann würde sich eine gemeinsame Anzeige empfehlen.
    Ist der Hausmeister noch immer tätig an dieser Schule?
    Dann sollte die Schule auf jeden Fall davon in Kenntnis gesetzt werden. Das kann man auch anonym machen, und zwar an das dort zuständige Schul / Kultusministerium! Dafür hat jedes Bundesland ein eigenes!
    Sie können uns gerne am Laufenden halten und sich jederzeit bei Fragen an uns wenden. Wir sind viele, und jeder ist in einem anderen Bereich fit. Gemeinsam können wir sicher eine Lösung finden, dass dieser Mann nicht weiterhin unbescholten sein Unwesen treiben kann und den betroffenen Opfern Recht wiederfährt!
    Lieben Gruß
    Sarah M.

  38. spatz schreibt am :

    vielen dank für ihre antworten. es klingt erstmal alles nach viel arbeit.ich hatte ihn damals angezeigt,doch da ich erst 11 Jahre alt war wurde mir damals abgeraten es zur verhandlung kommen zu lassen.die anzeige wurde danach auch fallen gelassen.er hat sich natürlich fein rausgredet….die damalige pionierleiterin hat sich für mich eingesetzt und von ihr weiß ich, das es viele andere junge mädchen auch betraf.
    doch er war trotz dieser anzeige noch jahre danach an dieser schule.
    da es jetzt eine realschule ist, denke ich er ist auch nicht mehr an dieser schule…….

    ich werde das sacken lassen.

  39. mensch schreibt am :

    Ich weise auf den folgendenen Artikel hin, der auf dem CDU-Basis-Blog zu finden ist:

    Missbrauchskandal: Star-Pädagoge Hartmut von Hentig und ein notwendiges Plädoyer

    Hartmut von Hentig gilt als der Star unter den deutschen Pädagogen. Wer heute Lehrer werden will, kommt in der Ausbildung gar nicht an Hentigs Thesen vorbei. Nun sieht es aber ganz so aus, als ob der Großmeister der Reformpädagogik sich durch seine Aussagen irreparabel beschädigt hat. Der folgende Text ist ein Plädoyer dafür, dass die Schule als Institution sich nach den Vorfällen der vergangenen Wochen nicht mehr in positiver Weise auf den Namen Hentig beziehen kann.

    Gewiss: Wenn das, was Hentig über all die Jahre über Kindererziehung geschrieben hat, gut und richtig war, so ist es das auch jetzt noch. Seine Theorien werden schließlich nicht über Nacht dadurch falsch, dass er im Zustand geistiger Umnachtung Ungeheuerlichkeiten von sich gibt. Dennoch aber wäre es unverantwortlich, wenn sich auch weiterhin in Schulprogrammen und auf pädagogischen Tagungen auf Hentig bezogen würde.

    Hartmut von Hentig gibt sich derzeit offfenbar alle Mühe, sein eigenes Lebenswerk zu zerstören, und es gelingt ihm gut. Bei SPIEGEL ONLINE äußert er die Ansicht, die um schonungslose Aufklärung bemühte derzeitige Schulleiterin der Odenwaldschule, Margarita Kaufmann, sei dabei, die Aufklärung “zu verderben, indem sie von vorneherein Aussagen der Beschuldiger, deren Erinnerung an lang Zurückliegendes, zum Teil auch bloße Mutmaßungen wie Fakten behandelt hat”. Andere Zeitungen berichten davon, dass Hentig es eher für möglich halte, dass Gerold Becker (Hentigs Lebensgefährte und ehemaliger Leiter der Odenwaldschule) von einem Schüler verführt worden sei, als dass es zu Missbrauch gekommen wäre. Die Ankläger sind für Hentig Gescheiterte, denen von Therapeuten eingeredet worden sei, sie seien missbraucht worden.

    Mittlerweile hat Gerold Becker den Missbrauch, der ihm vorgeworfen wurde, öffentlich zugegeben. Hentig steht somit als unverantwortlicher, völlig unkritischer Hypokrit da, der in einem Moment menschlich versagt hat, in dem er nicht hätte versagen dürfen. Denn als es heikel wurde, war ihm seine Herzensangelegenheit, das Kindeswohl, plötzlich gleichgültig. Zudem war er offensichtlich unsensibel genug, um in einer Missbrauchdebatte in die Rhetorik der Täter zu verfallen. Formulierungen wie “eingeredet” und “von einem Schüler verführt” sind, geäußert vor dem Hintergrund der derzeitigen Vorwürfe, ein nicht zu überbietendes Armutszeugnis für einen Pädagogen seines Rufes.

    Nicht sehr viel besser steht der Schriftsteller Adolg Muschg dar, der im Tagesspiegel zu bedenken gab: Die Öffentlichkeit habe keine Lust, Fehltritte gegen Verdienste abzuwägen.

    Aber sexueller Missbrauch ist kein “Fehltritt”. Muschg bedient sich verharmlosender und bagatellisierender Formulierungen. Er möchte Dinge gegeneinander abgewogen sehen, die einfach nicht in einem ebenbürtigen Verhältnis zueinander stehen. Im Klartext: Die Aussage “Er hat große Verdienste als Lehrer” ist nicht dazu geeignet, die Aussage “Er hat sich aber des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht” aufzuwiegen, sie mag dem Täter allenfalls als Fassade dienen, hinter der er sein Verbrechen verbergen kann. Offenbar ist Muschg darum bemüht, Hentig in den intellektuellen Selbstmord zu begleiten.

    Hentigs pädagogisches Lebenswerk mag nach wie vor von überragender Bedeutung sein. Aber wie mag es wohl einem missbrauchten Kind ergehen – ganz egal, wer im jeweiligen Fall der Täter sein mag -, das in den kommenden Jahren bei der Lektüre eines Schulprogrammes über den Namen Hentig stolpert, des Mannes, der so große Mühe darauf verwendet hat, einen Missbrauchskandal kleinzureden? Wie mag sich eine solche psychische Ohrfeige für ein betroffenes Kind wohl anfühlen? Nein, der Name Hentig taugt nicht mehr, um in pädagogischen Einrichtungen weiterhin Verwendung zu finden. Verantwortungsvoller Umgang mit dem Missbrauchskandal kann in diesem Fall nur bedeuten, zu Hartmut von Hentig auf Distanz zu gehen. Dieser Name ist für die Pädagogik verdorben und wird es für alle Zeit bleiben.

    http://cdu-politik.de/2010/03/20/missbrauchskandal-star-paedagoge-hartmut-von-hentig-und-ein-notwendiges-plaedoyer/

  40. spatz schreibt am :

    ich wollte es einfach erzählen um auch eine andere schule zu nennen.
    ich frage mich sowieso wo die “ schulen von heute sind“.
    es ist ja gut, dass endlich das thema mißbrauch in den medien so lange anhält, doch kann es immer noch deutlich getrennt werden. “ ja, dass war so früher“ aber heute sind wir ja alle bessere menschen geworden“
    dem ist ganz sicher nicht so und ich hoffe es melden sich viele , die es heutzutage ebenso an Schulen und anderen Einrichtungen erleben und erlebt haben.

  41. spatz schreibt am :

    @Rewal Rozvera

    in der Tat werden sich immer mehr melden. Und das ist gut so! Es ist besser hinzuschauen als mit Knüppeln um sich zu werfen und weiterhin Scheuklappen zu tragen- auch wenn Sie anscheinend bei Ihnen schon ein wesentlicher Bestandteil sind, dessen Sie sich gar nicht bewusst sind……

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