4 Kommentare

  1. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Norbert,
    ja – Opfer haben einen Namen!!! Der Satz ist so aussagekräftig. Wir sind keine Statistikfüller, wir sind keine Fälle, wir sind Individuen, denen Unrecht und Gewalt angetan wurde.
    Ja – es wird Zeit, dass auch die Verantwortlichen beim Namen genannt werden. Politik, Gesellschaft, die die Opfer in die Ecke drängen, durch ihre Gesetzgebung, Desinteresse und fehlender Empathie.
    Es kann nicht Ziel sein, Kinder in die Verantwortung zu nehmen. Das hast du sehr treffend aufgezeigt, dass hier eine inakzeptable Verlagerung stattfindet, um die Aufgaben und die Pflicht der Erwachsenen, nämlich hinzuschauen, zu schützen, aufzuhorchen und den Kindern Glauben zu schenken, adäqute Gesetze durchzusetzen, wieder auf die Kinder zugemünzt wird, in dem man dem Kind suggeriert, dass es mittels verschiedener Projekte lernen muss, die sex. Gewalt von Perverslingen vorzubeugen, indem es präventiv vorbereitet werden soll. Sicher kann das mit allen anderen Maßnahmen, die Erwachsene umsetzen müssen, eine davon sein. Aber das entbindet die Gesellschaft und Politik noch lange nicht von ihrer Mitschuld, zu wenig agiert zu haben.
    Norbert, du hast in den kurzen 5 Min. sehr viel Seiten beleuchtet und klare Forderungen gestellt. Wollen wir hoffen, dass dies die verantwortlichen Ohren erreicht!
    Danke für Deinen Einsatz. Nein, es ist keine vergebene und vergeudete Mühe. Irgendwann wird dies Früchte tragen. Du wirst sehen!!!
    Sarah

  2. Irene K. schreibt am :

    Hallo Herr Denef,
    im ZDF bei ‚Volle Kanne‘ habe ich heute Ihr Interview gesehen (warum gibt es auf der ZDF-Webseite keine direkte Info dazu…?). Ich bewundere Ihren Mut, diese unsäglichen Dinge öffentlich auszusprechen und dagegen anzugehen. Die mitterweile unzähligen „Experten“ sollten sich Ihre unzweifelhaften Erfahrungen und verständlichen Einschätzungen anhören müssen. Sie gehören an alle „runden Tische“ zu diesem Thema.
    Viel Kraft und Erfolg weiterhin. Irene

  3. Hubert schreibt am :

    Am runden Tisch sollte gar nicht mehr besprochen werden, wie schlimm denn nun diese Übergriffe sich ausgewirkt haben. Ich denke, mittlerweile sollte jedem deutlich geworden sein, dass es etwas viel schlimmeres für eine Menschenseele gar nicht geben kann, als solche Verbrechen an den Wurzeln des menschlichen Daseins.

    Vielmehr sollten endlich Umsetzungen zum Thema Opferentschädigungen besprochen werden und auch erfolgen.

    Eine wichtige Entschädigung bzw. Entlastung für die Opfer wäre schonmal ganz klar die Aufhebung der Verjährungsfrist.

    Herr Denef hat in dieser Sendung mal wieder die wichtigen Inhalte zum Thema auf den Punkt gebracht.
    Vor allem konnte er mit Nachdruck wieder gut abwehren, als versucht wurde, das Problem bei den Opfern selbst zu suchen. Man braucht Opfern in dem Bereich gar keine anderen Verhaltensweisen mitgeben.
    Betroffene sind von den Tätern sowieso schon so ausgewählt, dass sie nicht in der Lage sind, sich auch nur ansatzweise zu wehren.
    Und genau das hat Herr Denef genau im passenden Moment zur Sprache gebracht.
    Die Sendung war volle Kanne ein Erfolg für Herrn Norbert Denef! Mehr davon …

  4. Angelika Oetken schreibt am :

    Es ist innerhalb der vergangenen 25 Jahre immerhin gelungen, das Thema „Mißbrauch“ raus aus der Schmuddelecke zu holen und zu einem allgemeinen Gesprächsthema zu machen.
    Das ist dem großen Mut und Engagement all derer zu verdanken, die sich so wie Norbert Denef es getan hat, entschlossen haben, nicht weiter zu verdrängen und zu leugnen, sondern sich der Wahrheit zu stellen und zu ihren Erinnerungen auch gegen große Widerstände und auf die Gefahr hin, ausgegrenzt zu werden zu stehen.

    Jezt wo das Thema quasi in der Mitte der Gesellschaft angelangt wird, berührt und betrifft es natürlich auch viele Menschen – und zwar unangenehm. Sexuelle Grenzüberschreitungen sind alltäglich und damit eine weitverbreitete Erfahrung.

    Nur – wer will schon „Opfer“ sein – im „Jugendslang“ ist „Opfer“ schon Synonym für „Versager“!

    Wir werden nicht mehr so viele Widerstände durch Leugnung zu erwarten haben, aber durch Bagatellisierung und Verdrängung.

    Ich gehe davon aus, daß so auch die vielen, sehr widersprüchlichen Aussagen und Handlungen von Entscheidungsträgern zu erklären sind.

    Was ich in meiner eigenen Vita nicht wahrhaben will, z.B. eigene Mißbrauchserfahrungen aus der Kindheit, sexuelle Übergriffigkeiten in der Partnerschaft, die ganzen alltäglichen kleinen Grenzüberschreitungen, Anzüglichkeiten, Demütigungen, Witzchen, Anmache…, eigene Übergriffigkeit, im Urlaub, im Anschluß an Konferenzen, Jugendsünden….
    …das versuche ich natürlich dadurch „unschädlich“ zu machen, daß ich es möglichst herunterspiele und verharmlose.

    Natürlich tue ich als Repräsentat so, als sei ich furchtbar betroffen und signalisiere sehr viel Anteilnahme, wenn ich öffentlich auf sexuellen Kindesmißbrauch angesprochen werde. In Wirklichkeit versuche ich aber, das Ganze ohne viel Aufhebens im Sande verlaufen zu lassen.

    Erst wenn sich Betroffene unter Meinesgleichen zu Wort melden, also Politiker, Medienleute, Repräsentanten aus der Wirtschaft und dem Kulturleben, dann gerate ich unter Zugzwang.
    So nach dem Motto : „Ja jetzt hat sich die Schneider mit ihrer Geschichte gemeldet – ja und wenn jetzt einer rauskriegt, daß mir das auch passiert ist mit dem Mißbrauch – wie stehe ich denn dann da – sollte ich nicht auch schnell was sagen – da muß ich mal PR-Meier anrufen, was der dazu meint…“

    Der nächste Schritt, der für alle ansteht, die sich für sich selbst und für andere Betroffene einsetzen wird sein müssen, sich damit auseinanderzusetzen, daß die Erfahrung sexueller Grenzüberschreitung eine kollektive ist und deshalb auch öffentlich diskutiert werden muß. Erst dann werden sachliche, faire Lösungen und echte Unterstützung für Betroffene möglich sein.

    Durch eine allgemeine Veränderung der Sexualkultur in Richtung „selbstbestimmte, würdevolle Sexualität“.

    Mein größter Wunsch und meine große Hoffnung derzeit : Daß einige prominente Betroffene sich öffentlich zu Wort melden und durch sachliche, authentische, berührende Beiträge auffallen – so wie wir sie hier aus dem Forum kennen.

    Ich glaube nicht, daß sie vor allem Ausgrenzung zu erwarten haben. Es wird eher das Gegenteil der Fall sein. Sie werden mit Respekt behandelt werden.
    Gerade momentan, wo von Politikern und „Bossen“ die Selbstbedienungsmentalität und das Dreschen hohler Phrasen vorgelebt wird, werden authentische Verantwortungsträger besonders positiv auffallen.

    Je mehr es sind, umso wahrscheinlicher, daß eher die, die weiter leugnen und verdrängen als „Feiglinge“ diffamiert werden. Siehe Daniel Cohn-Bendit.

    Was eigentlich auch angezeigt wäre. Es ist vollkommen paradox, daß sich Betroffene schämen und verstecken sollen für Taten, die deshalb möglich wurden, weil Verantwortliche versagt haben.

    Angelika Oetken, Berlin

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