Grüne fordern unabhängige Untersuchungskommission zu Missbrauch

14.03.2010

REUTERS DEUTSCHLAND 13.03.2010

Die Grünen fordern eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Missbrauchsfälle und haben Sanktionen gegen die katholische Kirche ins Gespräch gebracht.

Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der „Bild am Sonntag“, die Bundesregierung dürfe die Aufklärung nicht allein der Kirche oder anderen Institutionen überlassen. Stattdessen müsse sie nach dem Vorbild Irlands eine nationale unabhängige Kommission einsetzen und mit den nötigen Geldern ausstatten.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast verlangte, der Staat müsse die Kirche politisch zwingen, überall aufzuklären. Sie erwarte von der katholischen Kirche, dass sie sich „am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht und am Ende Vorbild ist“, sagte sie der „Leipziger Volkszeitung“ vom Samstag. Sollte dies nicht der Fall sein, müsse über Sanktionen nachgedacht werden. Die Verweigerung bei der Abführung der Kirchensteuer komme aus verfassungsrechtlichen Gründen zwar nicht infrage. Sie denke vielmehr an die staatlichen Hilfsgelder für kirchliche Schulen.

Quelle:

http://de.reuters.com

10 Kommentare

  1. Hubert schreibt am :

    @Franco Del-Conte

    Wohl wahr!
    Wie kann überhaupt eine Untersuchungskommission
    derart besetzt werden, daß nichtmal eine vom Thema betroffene Person dabei ist?

    Niemand, aber auch wirklich niemand kann sich auch nur annähernd vorstellen, wie es für eine betroffene Person im Inneren aussieht.
    So kommt es ja auch immer wieder zu der völlig falschen Annahme, daß derartige Trauma gut heilbar wären.
    Sind sie nicht!. Und wenn es mal gelingen sollte, so ist das Glücksache.
    Aber zu solch völlig falschen Annahmen kann man natürlich nur dann kommen, wenn man selbst nicht betroffen ist und die Angelegenheit möglichst schnell und kostensparend vom Tisch haben will.

    Von daher finde ich ihren Vorschlag wirklich gut, damit diesbezüglich keine falschen Entscheidungen mehr seitens solcher Gremien getroffen werden.
    Und stimmt, Herr Denef wäre dazu wirklich gut, jemand der sich nichts einreden läßt und indirekte verbale Angriffe und Bagatelleisierungen auf Betroffene in Diskussionen sehr gut erkennt und abzuwehren weiß.

  2. Lena schreibt am :

    Die Untersuchungskommission in Irland wird oft als vorbildlich dargestellt, aber ihre Arbeit geschah unter der Voraussetzung, dass alle (!) Täter straffrei davonkommen. Angeblich war nur so eine Aufarbeitung möglich, da man glaubte, die Täter würden sonst keine Aussagen machen.

    Bei der Präsentation der Ergebnisse im Mai 2009 in einer Pressekonferenz hatten die Opfer keinen Zutritt. Das muss man sich mal vorstellen!

    Wenn es in Deutschland eine solche Kommission geben sollte, muss dringend darüber geredet werden, wie man mit Opfern und Tätern umgeht.

  3. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo,
    die irische Untersuchungskommission wurde einberufen, da die Opferverbände erfolgreich massiven Druck auf Kirche und Politik ausgeübt haben. Man wollte wohl politisch handeln, ehe die Öffentlichkeit zu kritisch geworden wäre.

    Die „wahren Helden“ sind Colin O`Gorman, John Kelly, Patrick Walsh und viele ihrer Mitstreiter (siehe Beitrag unter „Politik“ hier auf der Seite).

    Die Leiter der Untersuchungskommission waren über das, was sie herausfanden sichtlich schockiert und haben sich dann in Folge vehement dafür eingesetzt, daß in Irland die Kirche zur Verantwortung gerufen wird und ihren großen politischen Einfluß verliert.

    Auch in Deutschland wird die Leitung der katholischen Kirche erst kooperieren, wenn man ihr in Aussicht stellt, ansonsten ihre Privilegien zu verlieren.

    Es geht um politische Macht – um sonst nichts.

    Eine spirituelle Vereinigung wie sie eine Religionsgemeinschaft darstellt hat in der Politik nichts zu suchen. Ihnen durch die Politik Privilegien zu gewähren ist sowieso vollkommen unangebracht.

    Die jetzige Haltung der „obersten“ Führung der katholischen Kirche zeigt, daß sie der Verantwortung, die sie trägt, nicht gewachsen ist.

    Darum bleibt eigentlich nur noch das Mittel der politischen Sanktion.

    Angelika Oetken, Berlin

  4. Sevgi schreibt am :

    Hallo,

    hier nun mein Kommentar zur Forderung der Grünen:

    Die Grünen sollten mal den ehemaligen Innenminister Schilly fragen, was er getan hat, als ihn eine Mutter mit ihrem 6 jährigen Kind in Neubiberg persönlich um Hilfe bat. Die Mutter ging zu ihm, als er mal für seine Wahlen wieder mit Rosen in der Hand, durch Neubiberg ging und bat ihn um Hilfe, weil die Behörden nichts unternahmen und der Missbraucher des Kindes weiter frei rumlief.

    Zunächst holte er seine Sekretärin die der Mutter dann ihre Karte gab und als die Mutter bei ihr anrief und einen Termin zum Gespräch ausmachte, erschien NIEMAND und bei einem Anruf der Mutter bei der Sekretärin erklärte diese der Mutter ängstlich: „Rufen sie mich nie wieder an, rufen sie unter dieser Nummer nie wieder an“. Das war es dann. Man hörte nichts mehr von Hrn. Schilly und Konsortien.

    Da sollten die Grünen mal vor der eigenen Haustüre auch mal kehren und bei z.B. Cohn-Bendit anfangen.

    Lieben Gruß

  5. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Sevgi,
    ich kann verstehen, dass Sie den Grünen gegenüber einen Zorn verpüren bzgl. ihrer Vergangenheit! Aber trotzdem darf man positive Wandlungen nicht abschmettern. Denn wir sollten uns alle ins Boot holen, die für uns kämpfen wollen. Auch wenn es nur 2 Leute (Claudia Roth und Renate Künast) sind. Hauptsache wir machen uns bemerkbar, und es gibt wenigstens eine handvoll Politiker, die uns und unsere Belange ernst nehmen.
    Kleinvieh macht auch Mist!!
    Sarah

  6. Sevgi schreibt am :

    Hallo liebe Sarah,

    ich verspüre überhaupt keinen Zorn gegen die Grünen und möchte auch hier bitten, mir irgendwelche Gefühle zuzusprechen,denn meine Gefühle sind es nicht und lenken ab von dem eigentlichen Thema!

    Was ich damit zum Ausdruck bringen will:
    Wenn ein Oberhaupt der Grünen wie Schilly da nichts unternimmt und die Sekräterin solche Angst hat, mit mir zu sprechen, was meinst Du, wieviele von den Grünen so eine imposante Stellung haben und wahrscheinlich Pädophil sind, dass die Sekretärin eines Hrn. Schilly Angst bekommt? Beantworte dir diese Frage einmal.

    Erst wenn Fr. Roth und Fr. Künast wirklich handfeste Veränderungen bringen und mir durch ihre Handlungen zeigen, dass hier was ernsthaft getan wird und nicht um politisch die Stimme erhoben zu haben, dann erst werde ich mich überzeugen lassen.

    Das Verhalten der Sekräterin zeigt eigentlich sehr genau, in welchem Maße die Pädophilie in den Politikerreihen sitzt. Das wollte ich damit bewußt machen.

    Lieben Gruß

  7. Sevgi schreibt am :

    Wenn die Grünen wie Fr. Roth und Fr. Künast was tun wollen, sollten sie ersteinmal, und das so schnell wie möglich, dafür sorgen, dass ein Hr Bendit aus dem EU-Parlament herausgenommen wird und seine Macht somit nicht missbrauchen kann um für die Lobby der Täter im Hintergrund aktiv zu sein! Dann sollte mal eine Untersuchung in den eigenen Reihen der Grünen gestartet werden, denn wie bekanntlich, sollte man erst vor der eigenen Haustüre kehren. Denn ich habe noch kein 2-5 jähriges Kind gesehen, dass einem Erwachsenen an den Hosenschlitz ging, außer in dem Buch von Hrn. Bendit. Jeder, der sich mit Missbrauch beschäftigt, weiss von der verzehrten Wahrnehmung der Täter, dass die Kinder das ja so „gewollt“ haben. Der Hr Bendit, hat meiner Meinung nach, so eine verzehrte Wahrnehmung und tut das auch in seinem Buch kund. Mein Vorschlag für Hrn. Bendit wäre, eine Therapie zu beginnen und die Hände von Kindern zu lassen.

    Lieben Gruß

  8. Die Leitung der Kirche kooperiert derzeit ganz und gar nicht, liebe Angelika. Sie versucht, das Thema auszusitzen, gibt Faelle zu, welche verjaehrt sind und macht allenfalls passive Aufklaerung. Das heisst: Sie ruft Betroffene auf, sich zu melden. DAS kann es nicht sein. Die Herrschaften sollen sich endlich über ihre Archive hermachen, Versetzungen prüüfen und dann auf Grund der Erkenntnisse die die Dinge offenlegen… Erst dann hat man moralisch das Recht, sich an Opfer zu wenden und um Vergebung zu bitten.
    Wie nebulös das alles weiterhin ablaeuft am Beispiel von Canisius, dem Vorzeige-Kolleg in Sachen „Audeckung“:
    http://anlaufstelle.forumo.de/post201.html#p201

  9. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo walteranamur,
    ich habe einen „wenn“-Satz formuliert, weil ich das genauso sehe wie Sie.

    Als Institution wird die katholische Kirche erst kooperieren, wenn sie massiven politischen Druck bekommt. Am besten wird funktionieren, wenn man ihr androht, daß sie bei „Nicht-Kooperation“ Privilegien verliert.

    Hier muß von Seiten der Politik zwischen der reinen Instituion Kirche und ihrer spirituellen Bedeutung unterschieden werden.

    Die Institution Kirche ist verantwortlich. Es geht nicht gegen die „Spiritualität“.

    Angelika Oetken, Berlin

  10. Pia Survivor schreibt am :

    Versuche eben die Anerkennung der Tat an mir als vierjähriges Kind zu bekommen. Hoffentlich wird es bei der Kath. Kirche kein aussitzen möglich sein. Die Medien und Parteien sind aufmerksam geworden.

    Hallo Norbert

    Dank deiner mentalen Hilfe habe ich mich heute zum ersten mal öffentlich als Opfer geoutet.

    Dir wie immer Chapeau!

    Habe mich heute mit Artikel in der Rhein Lahn
    Zeitung Ausgabe Lahnstein, als Missbrauchs
    Opfer geoutet.

    Morgen folgt Ferseh Termin.

    Werde ab sofort mit meiner kompletten Vita
    und Namen in der Öffentlichkeit stehen.

    Habe meine Anspruch auf Anerkennung der TAT bei
    der Kath. KIrche angemeldet letzte Woche.

    An alle Opfer sagt es LAUT JETZT die Zeit ist
    reif !

    Unser Weg ist das Ziel.

    Kreative Grüße

    Pia Survivor

    Ein Freund ist ein Mensch,
    der die Melodie deines
    Herzens kennt und sie dir vorspielt,
    wenn du sie vergessen hast.

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