lieber unbekannnt bleiben

15.03.2010

Eigentlich ist diese Plattform ja für Betroffene gedacht, die sich nach außen outen können/sollen/dürfen.
An sich eine gute Idee, doch möchte ich mit diesem Beitrag aufzeigen, wie schwer es für Betroffene ist sich namentlich zu outen. Zu groß ist die Angst dadurch Nachteile zu erzielen, wenn das Lebensumfeld solche Informationen dazu nutzten könnte mich verletzend zu ächten, oder anderweitig in Frage zu stellen.
Deshalb begnüge ich mich an dieser Stelle die unendlich tiefe Scham hervorzuheben, die mit sexuellem Missbrauch verbunden sind.
So bin ich nicht nur als Kleinkind wie meine Geschwister vom Vater missbraucht worden.
Daran kann (und will) ich mich zwar nicht mehr erinnern, aber dieser Fakt wurde im Alter von über 40 Jahren als unzweideutig festgestellt.
Umso schlimmer wogen später zwei weitere Missbräuche, die mir als 18 jähriger Tramper widerfuhren, weil ich in diesen Momenten der Übergriffe vor Angst und Unsicherheit zur Bewegungs- und Entscheidungsunfähigkeit erstarrt war. Gott sei Dank waren diese Übergriffe nicht mit Penetration verbunden, aber da mir schon damals jede körperliche Berührungen zuwider waren, kann man sich vielleicht vorstellen, wie schlimm ich diese Situationen empfand.  Dennoch fühle und vor allem leide ich nicht so wie  manch andere Missbrauchsopfer die sich noch als Kinder ihrer Missbrauchssituationen bewusst sind.
Nur die Scham, die sitzt noch immer dermaßen tief, dass ich auch heute nicht in der Lage bin mich namentlich zu bekennen.
Allen Betroffenen wünsche ich viel Glück und Erfolg um ihren inneren Frieden zu finden.

13 Kommentare

  1. Astrid schreibt am :

    Hallo, das fehlte noch, dass wir uns jetzt womöglich noch dafür schämen, dass wir uns schämen!! Klar hat es gute Gründe, unerkannt zu bleiben und nicht dieses Stigma auf uns zu laden: HAH, die / der ist doch hysterisch, wusste ich schon immer, jetzt weiß ich auch warum. Oder HAH – Wichtigtuer/in. Usw. Ich wünsch mir, dass sich die Täter schämen und diejenigen, die tatenlos zusahen oder nicht hinsehen wollten. Wenn die das mal tun, dann wird unsere Scham von selbst aufhören.

  2. missi schreibt am :

    sie haben mein tiefsten respekt,ich kann sie voll und gans verstehen. ich glaube es ist manchmal klüger im leben dinge nicht in die öffentlichkeit zu tragen. so wie ich es getan habe. ich verfluche das jahr wo vieles hoch kam.
    ich schäme mich oft noch.
    für sie alles gute.

  3. Norbert schreibt am :

    Die persönliche Entscheidung eines jeden Opfers ist unbedingt zu repektieren. Aber ich denke damit ist das eigentliche Problem umschrieben. Wir trauen uns nicht an die Öffentlichkeit und damit können die Täter auch bei besseren Gesetzen ungestraft davon kommen. Meine volle Anschrift nenne ich nur bei Leserbriefen, und das auch nur wenn sie nicht hier an meinem Wohnort veröffentlicht werden, weil ich besonders meinen Eltern den Ärger mit ihren 80+ ersparen möchte. Aber jeder Leser von Zeitungsforen erkennt sicherlich, dass eine solche Argumentation nur ein Betroffener führen kann. Wenn man sich schon einmal in der Form, bei mir z.B. Norbert B., outet wird auch der belesene Täter feststellen, dass auch die Zeit seiner Anonymität dem Ende entgegen geht.

  4. Niemand sollte sich verpflichtet fühlen, etwas zu tun, wozu ihm seine Innere Stimme abrät. Tuen Sie immer genau das, was Sie für richtig halten. Ich bin sicher, dass die meisten von uns dieser Ansicht sind. Niemand hat das Recht, über Ihr Handeln oder Nichthandeln ein Urteil zu fällen.

  5. Es ist ja auch nicht ganz so einfach. Ich wollte mich auch unter meinem Namen outen und dann hat mir die Justiz einen Strich durch die Rechnung gemacht.
    Ich durfte wohl meinen Namen nennen aber nicht die der Täter. Ich durfte auch nicht einen Zusammenhang zu diesen Personen herstellen. Man sagte mir dies hätte für mich strafrechtliche Konsequenzen.
    Was sollen die Opfer tun, wenn Sie immer wieder missbraucht werden?
    Es ist nicht einfach sich mit seinem Gesicht zu zeigen. Die Gesellschaft sieht das Ganze auch noch ziemlich kritisch und es ist nach wie vor ein großes Tabuthema.

    Mein weiß als Betroffene auch nie so genau, wie und ob man sich strafbar macht. Was die Kosequenzen sein können und wie das Leben anschließend weiter geht.

    Man hat mir sehr viel Kraft und Mühe überlebt und wenn man sich outet beginnt der Kampf ums Überleben von neuem.

    Nicht jeder hat die Kraft dazu und dies sollte unter allen Umständen respektiert werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Angela Moonlight

  6. Hubert schreibt am :

    Man bedenke dabei auch, daß Scham durch gesellschaftlich vermittelte Werte entsteht. Die Werte diesebezüglich, wie sie in unserer Gesellschaft existieren, machen vielen ein „Outen“ nachzu unmöglich, weil die Belastung durch den Umgang damit meist unerträglich groß ist.
    Nur wenige halten danach den Druck aus der Gesellschaft stand. Und im Grunde müsste dazu die ganze Gesellschaft therapiert werden, und nicht nur der einzelne Betroffene.
    Erst wenn die Gesellschaft ein Umdenken gelernt hat,
    werden sich mehr Betroffene auch zu erkennen geben.

    Bestes Beispiel dazu war doch das Verhalten der Bürger, in dem Ort wo Herr Denef seinen Fall öffentlich gemacht hat.
    Reaktionen der „Mitbüger“ kann man auch hier in den Videos gut beobachten.
    Es ist also nicht verwunderlich, daß viele Betroffene unerkannt bleiben wollen, somit dann die Täter geschützt sind und weitere Übergriffe nicht verhindert werden können.

    Die Bevölkerung und die Regierung müsste es den Betroffenen leichter machen!

  7. Jacqueline schreibt am :

    Ich bin nachdem ich in der Familie das Tabu erlebt habe, dass mir in jeglicher Hinsicht geschadet hat, nun den Weg der Klarheit, Wahrheit und Offenheit gegangen. Er ist für mich bei weitem weniger anstrengend für mich. So, bin ich denn meine Familie und wenn diese nicht gut zu mir stehen kann, wieso soll ich dass denn mitmachen?
    Zu mir zu stehen,mit all dem Erlebten, dass ich habe, das ist wichtig für mich, denn so bringe ich mir Wertschätzung und Achtung entgegen, genau das, was mir vorher die Familie etc. genommen haben.
    Oft frage ich mich, ob wir uns wegen der Scham anderer wegen uns klein machen? Wer GIBT Ihnen dazu das Recht?
    Ich wurde als Kind von einer fremden Person im öffentlichen Raum sex. missbraucht. Weder der Täter, noch meine Familie haben für die Konsequenzen, die ich dadurch übernehmen musste, Verantwortung übernommen – es wurde tabuisiert. Tabus machen Menschen mundtot.
    Ein Kind ist unschuldig, rein, frei, im Wachstum und voller Leben. Was gibt Erwachsenen das Recht, dem Kinde zu nehmen?
    Nun bin ich durch zig Therapien, durch mein Engagement und meinen Lebenswillen und dem Willen, mir ein gutes Leben zu schenken mit Perspektiven FREI geworden. Ich kann darüber reden, schreiben. Denn ich bin nicht mehr das Opfer – sondern eine gestandene Frau, die weiss, was abgeht und sich dementsprechend wehren kann, NEIN sagen kann oder den Mächtigen die Macht nehmen kann, indem ich sie nicht mehr in mein Leben lasse, weil ich nun mein Leben selbst bestimme.
    Auch denke ich, dass das mit dem Outen eine Frage der Zeit und der Entwicklung ist, die ich auch schon durch habe. Es gibt Phasen, die sind so schmerzhaft, da ist MAN angewiesen, geschützte Räume zu haben, bis man es verarbeitet hat, durch ist.
    Bei mir gibt es noch ein zweites outen, ich bin lesbisch veranlagt und frage mich oft, wäre ich dies ohne Missbrauch auch oder hat der Missbrauch das gefördert?
    Zu mir zu stehen, heisst all das zu integrieren, mit dem WORT UND, dass ich in der Traumatherapie gelernt habe. ES gibt kein entweder oder mehr. Es zeigt nur noch die Facetten, die ich in mir habe.
    Als Opfer braucht man viel Kraft und Beharrlichkeit, da ich mal zur Selbstzerstörung geneigt habe, habe ich dann später eingesehen, überwunden, warum muss ich mich für was selber bestrafen, was ein anderer mit mir gemacht hat???
    Als ich mich annehmen konnte, als die ich bin, kehrte nach und nach und Frieden in mir ein, die Baustellen sind nun auch nicht mehr so heftig, weil ich weiss damit umzugehen und mir mein Leben nun so einrichte, dass es MIR gut geht und das zählt für mich.
    Was es mit der Familie, Gesellischaft macht, denke ich nicht mehr, da jeder seine Baustellen, sich selber verändern muss/kann, wenn er will.
    Ich suche lieber Wege, wie fühle ich mich wohl in der Gesellschaft, was brauche ich, so, dass ich nicht mehr im aussen stehe.
    Allzu krasse Extreme vermeide ich, nicht aus Angst, nein aus dem Wissen, denn Extreme verursachen immer Schmerzen, Leid.
    Das ist mein Weg, meine Einsichten und Erfahrungen mit dem einen oder anderen Weg.
    In erster Linie bin ich Mensch, nicht mehr Opfer, wer mich dazu macht, achtet mich nicht als die ich bin. Ich bin Betroffene einer Ausnahmesituation.
    Und als Mensch habe ich das Recht, mit Würde und Achtung behandelt zu werden, wer dies nicht tut, achtet mich auch nicht, also tut mir auch nicht gut. Dies zu akzeptieren ohne daran zu zerbrechen oder mich in Frage zu stellen, war lange Zeit meine Aufgabe.
    Durch Grenzen setzen, Klarheit und ein Auftreten, das ganz anders ist, als ich schwer betroffen war, erlebe ich das Leben leichter, aber vorher musste ich erst an mir lernen, arbeiten, um den Schmerz, die Minderwertigkeit und den inneren Schmutz zu überwinden und mir selber verzeihen, dass ich nicht geschützt und danach begleitet wurde. Und früh meine Kindheit verloren habe, weil ich mir selber gegenüber zur Mutter/Vater werden musste, um zu überleben. Nur reagierte ich aufgrund nicht guter Vorbilder zu streng mit mir…
    All das zu verstehen und dann loszulassen – hat mich eben befreit und ganz gemacht, denn meine Seelenanteile, die sich durch den Missbrauch gespalten haben – konnten so den Weg finden, sich wieder zu vereinen.
    Nun bin ich eine erwachsene Frau, kein Kind mehr. Und habe auch keinen Grund mich für mich zu schämen für die, die ich bin. Weil ich mich annehme und stetig in der Selbstliebe wachse. Mein innerer Kampf so ein Ende gefunden hat und der Frieden eingekehrt ist.
    So kann ich mich weiterentwickeln und den Fokus vom Leid zum Leben wenden, dass mehr bereithält für mich. Und das zählt jetzt für mich.
    Es ist nie zu spät, Mensch zu werden. Und vor allem nie aufzugeben.
    Das sind meine Gedanken, ich hoffe, dass jemanden etwas helfen können.

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  8. Sarah M. schreibt am :

    Es sollte jedem selbst überlassen sein, ob er sich outen will oder nicht. Keiner wird híer dazu gezwungen! Denn jeder steckt in einer anderen Phase der Verarbeitung und jeder Betroffene weiß und kann es aus eigener Erfahrung nachvollziehen, wie verschieden diese Phasen sind und deren Gefühle, die in der jeweiligen überwiegen oder einem bestimmen.
    Jacqueline, du schreibst – dass Du nun ein Mensch geworden bist oder anders, dass du dich heute als ganzer Mensch, als Frau fühlst und spürst, der seine Bedürfnisse wahrnimmt und auf sich und seinem eigenen Wohlbefinden achtet. Diese Erfahrung durfte ich auch nach langer, harter und schmerzhafter Therapiearbeit machen. Und ich habe mir diese Gefühl bis heute bewahrt! Ich bin stolz, eine Frau zu sein – was nicht immer so war, und ich stehe zu mir und meinen Spuren in der Seele, die der Missbrauch hinterlassen hat. Aber gerade weil wir das selbst erleiden mussten, die ganzen Auf´s und Ab´s während der Therapie, gebührt denjenigen der gleiche Respekt, die jetzt und heute in dieser schweren Zeit stehen wie Angela Moonlight, die sich eben noch den Schutzraum gönnt, anonym zu bleiben.
    Liebe Angela, zu Ihrer Frage, ob Sie den Täter beim Namen nennen dürfen. Wenn die Verjährungsfrist schon abgelaufen ist, ist es strafbar, den Täternamen oder irgendwelche Informationen, die zu der Annahme führen könnten, die auf die Identität des Täters weist, preiszugeben. Sie selbst dürfen Ihren Namen ganz offiziell nennen, alles andere muss geändert werden (Namen, Orte etc.), unter diesen Bedingungen bleibt es in Ihrem Ermessen, ob Sie jemandem etwas datüber erzählen möchten. Hier in diesem Forum berichten viele über ihr Erlebtes, weil es ihnen einfach gut tut, mit anderen Betroffenen sich auszutauschen. Und viele verwenden hierfür Pseudonyme (ich auch), weil ich mich dann einfach frei und unbefangen fühle, und nicht ständig die Angst mitschwingt, irgendwelche Namen zu verraten, die mich dann selbst in Schwierigkeiten bringen könnten.
    Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort ein wenig Ihre Unsicherheit über die Frage: darf man den Täter beim Namen nennen, nehmen.
    Lieben Gruß
    Sarah M.

  9. Jacqueline schreibt am :

    Hallo Sarah M.

    Ich schrieb ja nicht, dass ich dagegen bin, wenn sich jemand nicht outen mag, das JEDERMANNS eigene Sache und da mische ich mich nicht ein. Da jeder für sich alleine da Verantwortung zu übernehmen hat.

    Ich schrieb in meinen Post, dass mich die Tabuisierung und Negierung meines Umfeldes auch krank gemacht hat, da ich ja nie gehört wurde, bzw. ernst genommen wurde. Deshalb hat Schweigen für mich was Negatives, was Machtvolles. Und ich habe mich entschieden, den anderen Weg zu gehen, um zu überleben erst, dann nun zu leben.
    Zudem bin ich noch hörbehindert und leide an Tinnitus, was auch erst durch meine Initiative entdeckt wurde und ich lernte über Hörgeräte zu hören.
    Also musste ich lernen zu sprechen, zu lernen, was gute konstruktive Kommunikation ist. Denn ich war jahrelang verstummt und isoliert- also war es ein langer – harter Weg, bis ich zu der geworden bin, die ich nun bin.

    Ich kann nur von mir und meinen Erfahrungen schreiben, der andere für seine.
    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich mich schäme, für das was mir geschehen ist, der Täter so noch immer Macht über mich hat (mundtot). Denn die Täter sollten sich schämen, nicht die Opfer. Und so entsteht was, dass der Täter subtil über mich Macht hat.
    All das ist subtil und es ist zu schauen, wo bin ich denn da? Was bin noch ich und was ist fremdbestimmt?

    Ich habe auch Zeiten gehabt, wo ich mich schützen wollte, mich nicht outen etc. als ich nach einer Retraumatisierung, die MEIN LEBEN total verändert hat – es war ein Vorgesetzter, vor ca. 6 Jahren, das merkte ich, ES gibt keinen Schutz, Sicherheit, das ist eine Illusion. Zugleich stand ich auf, denn ich bekam zusätzlich eine posttraumatische Belastungsstörung zu alledem (Borderline), dass ich ENDLICH den Täter zur Verantwortung zog. Ich stiess auf Unverständnis, dass der Täter geschützt wurde, ich einen Maulkorb erhielt, sonst hätte ich meinen Job verloren und gemobbt wurde, zugleich kämpfte ich für eine Entschuldigung, die nach einem Jahr eintraf, dann für eine Traumatherapie, die ich dann 2 Jahre ambulant durchzog. Meinem Körper ging es sehr schlecht in der Zeit. Durch die Therapie ging durch alles durch, durch jedes Traumata, ich lernte, dass ich stärker bin, als ich dachte. Ich lernte, dass ich Sicherheit in mir lernen musste und nicht mehr im Aussen suchen musste.
    Ich wurde zum outen gezwungen, und machte die Bekanntschaft der Unmenschlichkeit der Menschen, aber ich sagte mir auch, wenn man mir eine Retraumatisierung zutraut, dann kann ich andere in die Verantwortung nehmen. So erarbeitete ich mir Respekt, meine Grenzsetzungen wurden akzeptiert, ich kam in eine Kraft, wo andere lernten, mit der ist nicht mehr zu spassen, die ist KEIN Opfer.
    Da durch zu gehen, war zeitweise für mich die Hölle, aus der ich gelernt habe, nicht zum Täter wurde, sondern endlich alles verarbeiten und integrieren lernte und vor allem, es macht die Ausstrahlung, dass andere bei mir keine Grenzen mehr übertreten. Es macht mein Auftreten, meine Kraft, die von Anfang einen Kontakt gestaltet.
    Das mit dem Outen ist eine Sache für sich, ich wurde durch die Retraumatisierung quasi dazu gezwungen, darüber zu reden und zu schreiben. Die Bilder zu zulassen.
    Vorher dachte ich auch nicht daran, ans outen oder so. ES kam anders.
    Ich lernte da zu mir zu stehen, egal, was ich erlebt habe und es hat einen Sinn, warum ich lebe und warum ich die bin, die ich bin.
    Und dies bei jedem anderen auch.

    Ich habe danach noch 5 Jahre gearbeitet – erlebte mein 10 jähriges Arbeitsjubiläum, das nicht gewürdigt wurde, selbst das hielt ich aus, ich kündigte, weil ich bereit war für mein neues Leben. Der Täter, der Mann, der mich retraumatisiert hat, ging ein halbes Jahr vor mir aus dem Betrieb, er war danach nicht mehr mein Chef (nach dem Vorfall).

    Jeder steht da, wo er steht, jeder hat was anderes zu lernen, auch aus seinem Missbrauch.

    Nur es gibt Dinge, die kann man nicht planen, durch die Tabuisierung meiner Familie war ich schon vorbereitet in die Offensive zu gehen. Und ich wusste dann, das passiert mir nicht noch einmal.

    Ich schreibe das auch, um anderen Mut zu machen, an ihrem Leben, Prozess dran zu bleiben und das es ok es, wie sie sich entscheiden. Zugeich kenne ich diese Phasen ja auch.

    Das musste jetzt nochmals raus, damit ich verstanden werde. Für mich ist es auch gerade nochmals Verarbeitung, MICH jetzt so zu outen. Ich sehe es als Chance für mich.

    Ich danke Euch fürs Lesen.

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  10. Sarah M. schreibt am :

    Hallo Jacqueline,
    schön, dass Du Dich noch mal gemeldet hast! Ich teile Deine Ansicht, und bin froh über Deine Einstellung, dass es jeder selbst entscheiden sollte, wie – wann oder ob er sich „outet“… (deshalb unter Gänsefüsschen, weil ich das Wort schrecklich finde, hat irgendwie einen merkwürdigen Touch!)
    Ich sehe diesen Schritt eher als „Auswahrheiten dürfen“, endlich dem Opfer Gehör verschaffen!
    In diesem Sinne hoffend auf weitere mutmachende Kommentare
    Sarah

  11. Larissa schreibt am :

    Hallo jacqueline
    Ich weiß auch noch nicht , wie ich was weiter verarbeiten kann .
    Ich lese immer mal von welchen , die weiter sind als ich .
    Aber so ganz kann ich nicht alles annehmen .
    Oder ob das für mich auch das Zeil sein sollte, das ich mit meiner erlebten Geschichte , so was wie ihr , so alles hinbekommen kann ?
    Aber die Anregungen lasse ich immer durch den Kopf gehen .
    Und manches gelesene bringt mich im Hoffen weiter .

    In welcher weise ich meine Sachen alle verarbeiten kann , sollte , weiß ich noch nicht .
    meine Wartezeit für nen Therapieplatz , ist nun angehangen , da ich mich bei einer auf der Warteliste setzte , aber die immer noch nicht sich meldet , auch nicht zurückruft .

    Seit ca. September hatte ich mich da schon auf Warteliste gestezt .

    Nun muß ich mich von neuem auf ner Warteliste setzen .
    Aber ich denke es ist sicher keine Trauma Therapeutin ?
    Die eine Frau , die in der richtigen Richtung spezialsisiert ist .
    Die nimmt
    gar keine neuen Patienten auf .traurig binn ich .
    ————-

    Dann noch ein Anliegen , was mir geschehen ist vor kurzem .
    Ich schaue ja auch manchmal nach rechts und links .
    wenn ich mal Kraft dazu habe !
    Ich meine auch immer Opfer zu sehen .
    Kind soll sich draußen benehmen lernen ,( Das damals kleine Kind wurde rein getragen , wenn es sich draußen nicht benahm ) in der wohnung dann geschreie und an der Türe klöpfen von dem Kind .
    Was sollte man dazu denken ??
    Nun weiter komme ich da nicht , nun hatte ich die Idee , ich gehe mal mit meinem Hund da mal hin .
    Mit den Kind /ern kontackt aufnehmen .
    Nun hat man mir aber ein anderes Kind sofort danach einen Streich gespielt , die rufen bei mir an ……reden blöd hintergrund gekichere .., als meine Freundin , Tel Nr woher haben die die ?
    Und wissen auch noch die Hausklingel dazu !
    zufällig habe ich auch noch eine Freundin in dem Nahmen , die Freundschaft ist zur zeit nicht so gut ……und das dadurch noch zusätzlich alles anspannte .

    Nun ist die Richtung mit den Kindern kontackt aufzunehmen belastet .
    Da ich ja auch als Kind , mit Kindern keine guten Erfahrungen hatte .

    Da will man , nicht wie all die Anderen wegschauen und kann es dann doch nicht !
    Seufts .
    Ein Anderes Kind soll sagen , wo der Winter war ,die Welt draußen ist kaputt , wo Kinder doch allgemein Schnee gerne haben .
    Nee das Kind mag den schnee überjaubt nicht .
    Das Kind ist sehr verlegen , wenn man mit dem Spricht , wo die Eltern dabei sind .
    Es ist noch recht klein . Aber laufen kann es schon .
    Aber ich habe auch gehört , das Ich ( wir ) da zu sehr drauf anspringen überall nur zu sehen glauben ?
    Nun ja nachher heist es dann mir gegenüber , warumm hast du nichts gemerkt ….wenn das Kind sic h mal autet .

    Aber noch eine Sache ich hatte einen netten Mann von Täters Schwester den Mann angerufen und wollte sagen was der Täter gaanz grob nur mit „Kirchengeschichte „erwähnte .
    Nu der Blockte ab ,aber sagte , ich solle zu ihm kommen und könnten nett reden .
    Nee dann wollte ich auch nicht kommen .der warumm denn nicht……
    Ach ist uninteressant weiter zu berichten .
    Aber da kann man wieder sehen , das man als Kind ,gar keine Chanchen hatte , weil die Gannze Verwandschaft (Bis auf eine Frau ((die meinte damals verwöhntes Einzelkind )), die aber meinen Kontackt gar nicht begrüßt d .h sie nicht anrufen will ) alle prima ignorirten und wegschauten , sogar heute noch , wo man sich outen kann !

    MFG

    Larissa

  12. Larissa schreibt am :

    Ich wollte mich filleicht mit einem Bild wo ich klein war auten .
    Wo der Erzeuger mich auf dem Schoß hat .und …., aber seinen Kopf abgedeckt ist .dazu dann noch ein Bild , wo ich deutlicher zu erkennen bin , am selben Tag geknippst .
    Nun ja ich hätte noch ein Bild , wo ich die schwere HWS hatte .
    da war ich so ca 24 Jahre alt .
    Aber ich denke immer , wenn man mich in dem erwachseneren Alter sieht , das man mein Psydonahme mit meinem wahren ich herausfinden kann ?
    Besser nur das Kleinkind Bild ? das wirkt filleicht auch besser ?

    Nun ja ich schaffe es ja auch nicht , bei dem Auten .
    Mich so kurz zu halten wie es gewünscht wird .

    Nun ich war ja mal im Fernsehen gewesen , auf ner Demo in Düsseldorf , Für die Frauenberatungsstellen zu unterstützen ,weil die Politiker die Gelder für die Frauenberatungsstellen streichen wollten .
    Nun , da war ich auch ins Fernsehen gekommen , in den Nachrichten .
    Aber da waren ja mehrere Personen mit Plakaten an den Körpern .
    Ich wurde da in dem Zusammenhang auch gefilmt .
    Nun ja mit dem sich Auten .
    Direckt im Nachbarschaftlichem Umfeld , denke ich kann auch schief gehen .
    Man weiß ja nicht , wie die zu dem Thema stehen .
    Sehen die mich dann auch als Hure an …….oder gar als Täter ?
    Wenn es heißt Opfer werden wieder zu Tätern ?

    Oder ich treffe dauernd neue Täter .
    Oder Männer die meinen das 16 Jährige zu Mißbrauchen nicht so schlimm währe .
    Weil die ja entscheiden könnten , was sie wollten , also Alt genug währen .
    Ich halte das nicht mehr aus .
    Immer wurde mir gesagt , ach seie doch nicht so skeptisch Männern gegenüber , das sind doch nicht alles Täter .
    Nun ich habe dann Meine Männer Vorsicht über Bord geworfen .
    Und dann hatte ich den nächsten , der sich mich dann plötzlich autete .
    ich war da total geschockt .
    Aber heute denke ich , hatte der Mann keine Angst sich so zu auten ?
    Nun ja , ich kann es ja nicht nachweisen was er sagte !
    Das ich sowas was er gesagt hat , auch wirklich tut .
    Aber ich falle immer wieder drauf rein .
    Und deswegen kann ich meine Skepsis gegen Männer ,gaar nicht mehr ablegen .
    Der letzte Mann , sagte zu der Erziehung von seinem Hund , das er die Erziehung bei dem Hund mache mit * Zucker Brot und Peitsche.*
    Ich habe damit Probleme , das nun einzuordnen .
    Nun er war ja eigenlich nett , aber wie man ja weiß können sich Täter sehr verstellen ?
    Ich fand den Hund schon irgentwie verängstigt .
    Ob das so sein muß ?

    Mfg
    Larissa

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