Sexuellen Missbrauch auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe bekämpfen

16.03.2010

kobint-nachrichten 15.03.2010

Berlin (kobinet) Nicht nur Klöster und Internate, sondern auch die Einrichtungen der Behindertenhilfe müssen sich verstärkt dem Thema “sexueller Missbrauch” stellen, verlangt die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). ”Wir fordern alle Institutionen der Behindertenhilfe auf, die Tradition des Wegschauens und Vertuschens zu beenden und stattdessen sexuellen Missbrauch in ihren Einrichtungen ohne Tabus aufzudecken und zu bekämpfen”, sagte Geschäftsführerin Sigrid Arnade heute gegenüber kobinet.

Es sei hinlänglich bekannt, dass behinderte Menschen noch häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden als nicht behinderte Frauen und Männer: In einer Entschließung des Europäischen Parlaments vom April 2007 heißt es laut Arnade, dass das Risiko von Frauen mit Behinderungen, Opfer sexueller Gewalt zu werden, dreimal so hoch ist wie von Frauen ohne Behinderungen. Strukturelle Bedingungen in Institutionen begünstigen oftmals die Gewalt. So berichteten zwei österreichische Studien zur sexuellen Gewalt in Einrichtungen, dass 64 Prozent der befragten Frauen mit Behinderungen und 50 Prozent der befragten Männer mit Behinderungen bereits sexuelle Gewalt erlebt haben. Deshalb seien auch behinderte Menschen über ihre Organisationen in die geplanten runden Tische zu diesem Themenkomplex einzubeziehen.

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Ein Kommentar

  1. Angelika Oetken schreibt am :

    Heute las ich in der Zeitung und im Internet mit Freude, daß das „Evangelische Johannesstift“ eine traditionsreiche Einrichtung in Berlin-Spandau offenbar mit gutem Beispiel vorangeht, seit den 70er Kinderschutzbeauftragte hat und mit übergriffigen Mitarbeitern konsequent verfahren ist.

    Zudem unterstützen sie offenbar eine Studie zur „Heimerziehung in den 50er – 70er Jahren“, um sich mit den damals üblichen übergriffigen Erziehungspraktiken auseinanderzusetzten.

    Am Rande – buchstäblich – fiel mir mal wieder beim Recherchieren im Internet auf, daß auf der Suchmaschinen-Startseite, wenn man „Missbrauch“ eingibt, sofort Folgendes erscheint :

    1.
    Pädophil? Strafverfahren?
    Fachanwalt für Strafrecht. Sofort
    zur Beratung zum Fachanwalt!
    http://www.strafverteidigungen.eu
    Winterfeldtstraße 1, Berlin

    2.
    Vorwurf Missbrauch?
    Vertretung bei sexueller Missbrauch
    durch Fachanwalt für Strafrecht
    http://www.strafrecht-bundesweit.de

    Hat einer eine Ahnung, was so ein Eintrag bei „google“ z.B. kostet?
    Ich denke, das ist nicht billig. Werde bei Gelegenheit mal anfragen.
    Offenbar gibts da großen Beratungsbedarf von zahlungskräftiger Kundschaft.

    Mir wäre es lieber, ein Hinweis auf diese homepage oder eine andere seriöse Seite stünde statt dessen dort.

    Vielleicht hilft „Hulda“ (Göttin in der Funktion der „Mutter Erde“, die nach Jahrzehntausenden leider vom „HerrGott“ abgelöst und zu „Frau Holle“ degradiert wurde) uns und sendet einen Sponsor.
    „HerrGott“, auf Erden vertreten durch „Benedikt“, ist ja gerade anderweitig beschäftigt.

    Danke schon mal!!!

    Angelika Oetken, Berlin

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