30 Kommentare

  1. Sarah schreibt am :

    „Die Charité vergleicht sexuellen Kindesmissbrauch mit Liebe“

    Ist das Liebe, wenn ein Kind körperlich schwer verletzt wird?
    Ist das Liebe, wenn ein Kind nach der Misshandlung im eigenen Blut liegt?
    Ist das Liebe, wenn ein Kind geknebelt und gefesselt wird, damit es sich gegen diese „Liebe“ nicht mehr wehren kann?
    Ist das Liebe, wenn es im Verborgenen geschehen muss, damit keiner Zeuge dieser großartigen „Liebe“ wird?
    Ist das Liebe, wenn die Seele eines Kindes stirbt?
    Ist das Liebe, wenn der Wille eines Kindes gebrochen wird?
    Ist das Liebe, wenn einem Kind brutale Gewalt zugefügt wird?
    Ist das Liebe, wenn einem Kind derart viel Schaden und Verletzung zugeführt wird?
    Nennt Ihr es Liebe, wenn jemand gequält, misshandelt, gedemütigt, und beschmutzt, entehrt wird?
    Liebe umsorgt, kümmert sich, behütet und schenkt!
    Nein, es ist nicht Liebe, wenn sie quält, Gewalt anwendet und schwer verletzt!

    Nennt Ihr das Liebe??? Ich nenne es Mord auf Raten!

  2. Kai schreibt am :

    Finde es irgendwie gut das im Vorfeld schon versucht wird solchen Menschen zu zeigen das man so etwas unter Kontrolle bringen kann (mehr oder weniger). Trotzdem stellen solche Menschen immer noch eine Gefahr da. Weil es ja immer noch passieren kann das jemand den Gedanken nachgibt. Wahrscheinlich wäre es doch am besten wenn man solche Menschen wegsperrt oder auf irgendeine andere Art von Kindern oder anderen Menschen (den auch junge Erwachsene können Opfer sein) fern hält.

    Und ja, es stimmt wirklich, dass Täter mehr Aufmerksamkeit bekommen als die Opfer. Meist sind eben die Opfer die, die danach noch ewig an den Folgen leiden müssen.

  3. Angelika Oetken schreibt am :

    Hallo,
    eine meiner Kolleginnen sagte mal so schön „VT (gemeint ist Verhaltenstherapie) tut nicht weh“ soll heißen – das ist mit ein Grund für die Beliebtheit der auch von Herrn Prof. Beier angewandten Therapiemethode.

    Nicht das ich gegen VT irgendwas hätte – wirkungsvoll, gut zu erlernen, pragmatisch. Aber möglicherweise für „pädophile“ Menschen keine nachhaltige, dafür aber bequeme „Therapieform“.

    So nach dem Motto „ein bisschen Selbstmanagement, aber nicht ans Eingemachte“.

    Interessant was ein Psychoanalytiker zu dem Thema geschrieben hat.
    Hier ein abstract (eine Kurzform) :

    „Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern ist immer ein sexueller Missbrauch des Kindes durch den Erwachsenen und fügt dem Kind schweren Schaden zu, weil eine ausgeformte, erwachsene Sexualität auf das ungeformte Sexuelle des Kindes trifft. Um die Pädophilie als sexuelle Perversion beschreiben und verstehen zu können, ist es wichtig, sich einen Überblick über psychoanalytische Theorien der Perversionen zu verschaffen. Der Pädophile versucht, in einem unerbittlichen Wiederholungszwang, eine Situation zu reinszenieren, in der er sich als Idol der Mutter erlebt hat und die Mutter «ihr Kind» idolisierend als untrennbaren Teil des eigenen Körpers erlebt. Psychodynamisch ist der Pädophile mit einer idealisierten Mutter-Imago identifiziert, die den Inzest zulässt. In der Übertragung versuchen pädophile Patienten eine Pseudo-Intimität herzustellen. In der Gegenbewegung gibt es eine ausgeprägte Tendenz, die Psychotherapie so zu destruieren, dass ständig ein Abbruch droht. Die innere Spannung, verstanden als psychotischer Kern, ist bei diesen Patienten so groß, dass eine Psychotherapie fast nur unter äußerem Druck (z.B. Strafverfolgung) möglich erscheint. Je mehr der Patient in der Lage ist, Schuld zu erleben, desto günstiger die Prognose, unter Umständen ist dann auch eine Psychoanalyse denkbar. Die Prognose entspricht der von schweren Abhängigkeitserkrankungen.“

    Volltext (20 Seiten) unter folgender Adresse im Internet :
    Pädophile Perversion, sexueller Missbrauch und Pädosexualität
    von HH Haase – 2000
    Copyright © 2000 S. Karger AG, Basel. goto top of page Author Contacts. Hans-Hagen Haase Darmstädter Strasse 8. D-10707 Berlin (Deutschland) …
    content.karger.com

    Herzliche Grüße von
    Angelika Oetken, Berlin

  4. Petra schreibt am :

    Liebe Angelika,

    danke für diese Ausführungen/Einstellungen zum Thema „Pädophilie“. Als ich vor wenigen Wochen hier in einem Kommentar argumentiert hatte, dass die (sexualisierte) Annäherung eines Erwachsenen zu einem Kind IMMER Gewalt sei – einfach, weil der Erwachsene IMMER dem Kind überlegen ist – wurde das noch zerpflückt (was ich denn für eine „kranke“ Vorstellung von Erwachsenen-Kind-Beziehungen hätte!). Ich sagte damit ja nicht, dass alle Erwachsenen gegenüber Kindern GEWALTTÄTIG sind, aber es besteht einfach ein Gefälle zwischen beiden, und zwar ein Machtgefälle.

    Obwohl ich der Psychoanalyse deutlich kritisch gegenüber stehe, halte ich die Ausführungen für nachvollziehbar. Sie widerlegt meiner Ansicht nach auch die Interpretation von Dr. Beier, „Pädophilie“ sei eine „sexuelle Prägung“ (wie beispielsweise Homosexualität), die sich in der Pubertät entwickle.

    Und sie gibt meiner Meinung nach der These Nahrung, dass es sich bei sexualisierter Gewalt eines Erwachsenen gegenüber einem Kind eben um rein egoistische Inszenierungen des Täters zur Stabilisierung seiner (unausgereiften) Persönlichkeitsstruktur auf Kosten des Kindes handelt. So einfach ist das.

    Und so schrecklich.

  5. kepos schreibt am :

    Sehr mutig so offen den Punkt der „Freiwilligkeit“ anzusprechen. Das ist sicher der Punkt, der den Opfern am meisten zu schaffen macht. Und es ist der Punkt, wo die Täter am verwerflichsten agieren. Kinder sind so abhängig, so schwach, da von Freiwilligkeit zu sprechen ist geradezu obzön. Aber es ist letzlich auch der Punkt, mit dem sich Täter vor sich selbst rechtfertigen. Gerade deshalb ist das Projekt der Charite so gut. Menschen mit solcher Neigung (und ich glaube, dass das ein Schicksal ist, so bitter es klingen mag), die das erkennen, annehmen (und das möge man ihnen leicht machen) und dann bereit sind damit verantwortungsvoll umzugehen, kann ich nur respektieren. Möge ihnen die Charite helfen und Gott mit Ihnen sein. Alle anderen, die sich unter einer Robe verstecken, die die Opfer als Verführer diffamieren, die soll das Gesetz finden und wir, die wir deswegen die katholische Kirche verlassen, die solche Menschen schützt und die Opfer allein läßt. Das ist unerträglich und kann nur mit Austritt beantwortet werden.

  6. purzel schreibt am :

    Sehr geehrter Herr Denef,

    ich finde es gut, dass Sie sehr deutlich gemacht haben, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder nichts mit Liebe zu tun hat. Und auch eine Hingezogenheit zu Kindern, bei der solche Phantasien eine Rolle spielen nichts mit Liebe zu tun hat.
    Den Spot finde ich brandgefährlich, weil er Kinderliebe und sexualisierte Gewalt gegen Kinder in einen Topf wirft.
    Das verunsichert die Menschen und wirkt so, als müsse sich jede (denn auch Frauen üben s. Gewalt gegen Kinder, das weiß ich aus eigener Erfahrung) und jeder selbst mißtrauen, wenn er oder sie Kindern positiv zugewandt ist.
    Noch eine Schere in den Köpfen, die dazu führt, dass Kinder noch weniger positive Aufmerksamkeit von Erwachsenen bekommen, als es eh schon der Fall ist. Dieser Mangel macht sie erneut zu Opfern. Mißtrauen und Sprachlosigkeit wachsen, die Kinder werden noch anfälliger für Zuwendung, die nicht absichtslos ist. Das erleichtert den TäterInnen dann wiederum ihre Tat.
    So bewirkt der Spot unter Umständen gerade das Gegenteil von dem was beabsichtigt wurde.
    Noch mehr Mißtrauen gegeneinander und noch mehr Sprachlosigkeit.

  7. Natalie. P schreibt am :

    Oh ich erinnere mich noch sehr gut als ich diesen Spot das erste mal gesehen habe. Meine Freundin die Missbraucht wurde und ich standen da und starrten einfach nur auf den Fernseher, wir wollten eigentlich gerade essen gehen. Ich drehte mich zu ihr mit riesigen augen und frage: Hast du mir irgendwas in die Cola gekippt oder hat der Typ da gerade echt gesagt „Lieben sie Kinder mehr als ihnen lieb ist?“

    Ich dachte wirklich das ich mich vielleicht nur verhört oder schon Wahnvorstellungen habe. Das interessante war das meine Freundin meinte das es doch vielleicht hilft Kinder zu schützen und das sie sich helfen lassen wollen. Ich muss ganz ehrlich sagen das ich darauf hin fast komplett ausgerastet bin.

    Liebe!

    Das reinste, schönste, unbefleckteste Wort das Sinnbild allem was in meinen Augen mit etwas gutem und schönen verbunden ist wird geschändet für potentielle Kinderschänder?

    Liebe!

    Liebe ist der beginn etwas schönem, etwas freiwilligem, etwas das uns das Gefühl gibt ganz und gar lebendig zu sein und das bringen die in diesem Kontext? DAS ist keine Liebe das ist ein Verbrechen! Natürlich wünschte ich mir das man die Leute davon abhalten kann ihrem wiederlichem drang nachzugeben aber die werden in diesem Spot als Opfer dar gestellt die einfach nur Lieben. Dieser Spot ist einfach eine Beleidigung und ein Schlag ins Gesicht für jedes Missbrauchte Kind und dessen angehörige.

    Kindesmissbrauch hat nichts aber auch gar nichts mit Liebe zu tun denn wenn man jemanden wirklich liebt dann fügt man ihm nicht solchen Schmerz zu und diese Organisation sollte sie für diesen Satz in Grund und Boden schämen!

  8. Peter Qi schreibt am :

    Über die üblich verschlungenen Wege des Netzes bin ich auf diese Seite geraten. Meine Fassungslosigkeit ob der ungeheuerlichen Vorgänge (nicht nur) an der Odenwaldschule machen mich sehr nachdenklich.
    Ich halte den Versuch der Berliner Charitee für richtig und den Werbespot für sinnvoll.
    Der Spot annimiert meines Erachtens nicht zum Kindesmissbrauch. Ich bin aber kein Experte in negierten Werbewirkungsmechaniken. Nur in dem Fall, dass (auch nur ) ein Mensch sich durch den Spot animiert fühlt, seinen Neigungen (ein etwas schwaches Wort) nach zu gehen, ist der Spot ein Irrtum und falsch.
    Herr Denef reagiert als Betroffener auf diesen Spot. Er hat recht, wenn er sich darüber aufregt, dass in einer öffentlichen Debatte ein Vergleich von sexueller Gewalt und Liebe eine Frechheit, bzw. ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen ist.
    Bei einem Werbespot handelt es sich jedoch nicht um eine öffentliche Debatte oder ein öffentliches Statement, sondern, ganz einfach um Werbung. An genau dieser Stelle versteht Herr Denef nicht die Werbemechanismen. Die Zielgruppe wird mit der ihr imanenten (perversen) Retorik angesprochen. Es geht darum, dass die (potentiellen) Täter eingeladen werden, sich in therapeutische Hilfe zu begeben. Also ist es dringend notwendig den Tätern zu suggerieren, dass es in Berlin einen Ort gibt, an dem sie erstmal „verständnisvoll“ und „höflich“ empfangen werden.
    Wie würde Herr Denef den einen Werbespott formulieren? Warum begrüsst er den Versuch (!) nicht, auf dem Gebiet der Prävention zu Forschen?
    Keine Frage, es ist wichtig die Opfer zu schützen und den Opfern zu helfen. Das ist aber nicht das Versuchsfeld.
    Ich begrüße den Versuch und dass Anliegen Opfer zu vermeiden.
    Leider ist Herr Denef in dieser Gesprächsrunde insoverän und verhält sich, verständlicher Weise, eingeschnappt. (z.B. der Titel-Vergleich)
    Er polemisiert sehr unangenehm und egozentrisch. Damit möchte ich ihn aber weder beleidigen noch blossstellen. Ganz im Gegenteil.

    Wenn ich in diesem Kommentar von Versuch spreche, heißt das, dass ich das Versagen und das Fehlerpotential nicht generell ausschließe. Ich habe auch Zweifel daran, ob dass gut geht. Ich bin kein Experte und kann nicht das Risiko (wenn es eins gibt) abschätzen. Wenn es in dem Versuch die Gefahr gibt, einen negativen, also eine verstärkenden und annimierenden Effekt zum Täter zu werden gibt, ist das Projekt sofort abzubrechen.

  9. raschida schreibt am :

    @ peter Qi

    tja,…..ich selber habe gehört wie menschen sagen “ und wohin mit den trieben dieser menschen“.
    Bedenken sie bitte, in der Werbung wird es als Liebe dargestellt, was es aber in Wirklichkeit nicht ist.eine wunderbare Gelegenheit für pädokriminelle alles zu verdrehen wenn ihnen (noch) blinde menschen begegnen die die genauen Zusammenhänge nicht erkennen. Weiter geht es dann,…mit vorwürfen der hetzkampagne und und und….

    Also ersteinmal,….jeder Mensch kann seinen Mut benutzen um zu wachsen siehe folgenden link:
    http://www.schicksal-und-herausforderung.de/ueber-mich.html

    Ausserdem gilt es genau die zusammenhänge zu untersuchen, was Karrieremenschen aus dem Versuch,….ich betone, VERSUCH „Täterschutz ist Opferschutz“ machten:

    http://www.gegensexuellegewalt.at/index.php?s=berlin+charite+beier

    desweiteren gilt dann jetzt endlich mal: ZUERST DIE OPFER DANN DIE TÄTER. Dies war bisher nämlich ganz und garnicht der Fall.

  10. Larissa schreibt am :

    ist es Liebe , wenn der Täter sagt das Kind hätte ihn verfürt.
    ist es Liebe , wenn dem Täter das Kind sonst egal ist ,d.h. ; z.B. Nicht redet , nicht hilft bei Problemen , wenn das Opfer nicht einwilligt , als was er es haben will ?

    Ich denke , wenn Täter zusammen gesperrt werden , lernen die voneinander noch mehr .
    Als die eh schon aus eigenenen Erfindungen wissen , wie man Opfer quälen kann .
    Nun zu Opferschutz , klar soll das auch mal mehr anerkannt sein .
    Das man da mal mehr Hilfen bekommt .
    Ob Täter therapiert werden können , weiß ich nicht .
    Filleicht nur wenige ?
    Was macht man mit Tätern ,die sich nicht für ihre Taten entschuldigen .
    Die Einsicht nicht haben ?
    Wegen der Verjährung aber nie belangt werden können .

    Grüße

    Larissa

  11. Peter Qi schreibt am :

    @raschida
    Sehr geehrte Frau Raschida,
    vielen Dank für ihre Hinweise auf die Netzadressen.
    Sexueller Missbrauch ist für mich ein sehr schwieriges und unangenehmens Thema und Ihr zweiter Link hat mich sehr schockiert.
    Mich würde ihr Vorschlag bzw. Antwort auf die von Ihnen Eingangs zitierten Frage „und wohin mit den trieben dieser menschen” interessieren.
    Um jedes Missverständnis zu vermeiden, ich bin nicht ein Verfechter des „Täterschutzes“ sondern interessiert an Vermeidung. Für Opfer sollte alles mögliche und sinnvolle getan werden. (Ich hoffe mein Standpunkt ist nun ausreichend geklärt.)
    Jeder Mensch der durch Prävention nicht zum Opfer wird ist ein ein Sieg für den Rückgewinn an Normalität, also für die geistige und körperliche Unversehrtheit der Menschen…
    Ich bin der Meinung dass auch ein analoger Umkehrschluss gültig ist, d.h. durch das Verhindern einer Tat gibt es kein Opfer.
    Missbrauch von Kindern ist ein Problem bzw. ein Verbrechen in unserer Gesellschaft (nicht nur in unserer). Also, was schlagen Sie vor.
    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Qi

  12. Michael Lehmann schreibt am :

    Diese Menschen zerstören Leben.
    Wohin also mit Ihnen?
    Unnütze Frage, die Antwort sollte klar sein!

  13. raschida schreibt am :

    @ Peter Qi

    Ich fühle gerade wie ich das tiefe Bedürfnis habe meiner Mutter und der Mutter des Täters meiner Tochter und die Frau des Täters meines Sohnes in die Augen schauen zu können, eine Konfrontation die mir zeigt dass ich noch lebe……
    Mehr will ich nicht.

    Ich will dass auch die Frauen in unserer Gesellschaft sich bekennen, zugeben, dass sie weggeschaut haben und einsehen bekennen und widergutmachen…..

    Ich will dass die Gesellschaft sich verantwortlich fühlt für alle Aussenseiter in ihrer Umgebung, damit aus ihnen keine Täter werden….

    Ich will dass die Kinder in der Schule authentisch werden können, indem man ihre Gefühle wahrnimmt und bei ihren Eltern besser hinschaut und beobachtet….

    Ich will dass Kinder lernen, wie man gegenhält gegen alle Verblendungen, Verwirrungen und Verdrehungen. Sie sollen sich zu schlagfertigen und selbstbewussten Wesen ohne Hrmmungen entwickeln dürfen…

    Ich will das diejenigen, die aus Angst vor ihren eigenen blinden Flecken sich gegen die Opfer stellen dafür sanktioniert werden…..

    Ich will dass sich eine Opferlobby bildet die die Täterlobby unscheinbar und klein werden lässt….

    FRAGE:

    Bist du der Weihnachtsmann?

  14. raschida schreibt am :

    @ Michael

    ich habe das auch schon ich weiss nicht wieoft gesagt:

    Opfer müssen gefangen in Freiheit leben,
    also können Täter frei in Gefangenschaft leben.

    Und damit meine ich natürlich keine Fussfesseln, sondern der Wissenschaft dienliche Aufenthalte.
    Wenn sie ihr Bewusstsein erweitern wollen, sprich eine Therapie in Anspruch zu nehmen wünschen , dann sollten sie bereit sein dafür kreative oder produktive Arbeiten zu leisten.

    Ausserdem sollten sie wöchentlich darüber nachdenken und äussern , ob sie sich zutrauen würden, in der Gesellschaft leben zu können.

    Mich interessiert brennend, wieviele Täter am Ende sagen werden:
    „Es ist gut dass ich hier unter Beobachtung stehe, weil ich keine Garantie dafür geben kann, ob ich wieder straffällig werde“

    Ausserdem sollten Ehefrauen und Partner und die Mütter, die diese schlimmen Verbrechen gedeckt haben und wo es bewiesen wurde auch bestraft werden.

    Ich vergesse niemals das Bild als sich nacheinander die komplette familie am Kaffeetisch auflöste nur weil ich damals noch blind in irgendeinem Zusammenhang von sexuellen Straftätern sprach….
    Ich stand alleine im Wohnzimmer mit meinem Erzeuger und sagte:Ich verstehe das alles nicht. Wenn ich soein Täter wäre, dann würde ich garnicht mehr in Freiheit wollen, denn dann hätte ich doch Angst vor mir selber.
    In diesem Moment dreht mein Erzeuger sein Gesicht kurz zu mir und dann schaute er sofort wieder weg,…..ohne Worte….

    Alle haben ihn gedeckt damit aus ihm ein „Mythos“ entstehen konnte und sogar heute noch trägt ein Segelcup seinen Namen….

    In der heutigen Zeit muss da keiner mehr Verständnis mehr für haben, das muss mal rasch klar werden nun.

    Ausserdem muss es dringend Weglaufhäuser geben, denn dann beugen wir vor und können das Band der Abhängigkeit und der Verlockung zu den Tätern durchscheiden.

    Hier noch ein aktueller link:

    http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=79852

  15. hildegard schreibt am :

    @ raschida:
    Immerhin wird das so klar im Ärzteblatt als Brief gedruckt „…, die Opfer und die Zeugen werden zu Tätern gemacht, der Täter zum Opfer. Wer das Schweigen bricht, kämpft allein gegen alle und verliert sein Vermögen. Kampagnen sind „in“, Hinsehen „out“. Eine betroffene Mutter und Ärztin nach neun Jahren Kampf.“ Z-Ende …
    Wann begreifen Betroffene, dass ALLE gemeinsam DADURCH müssen?

  16. raschida schreibt am :

    @ hildegard

    ja das war auch mein erster Gedanke,….so klare Worte.
    Länger wie bis Ende März darf das Spiel auch nciht mehr gehen…

  17. kar schreibt am :

    Ungeachtet des zumindest diskussionswürdigen Werbespots können auch Projekte wie „kein Täter werden“ nützlich sein. Ich glaube, in der Frage über Sinn- und Unsinn des Projektes, werden mehrere Dinge zu sehr zusammengebracht gesehen.

    Es besteht in der Tat ein Bedarf auf eine gesellschaftliche Diskussion, festzustellen, das ein Täter eben nicht als Opfer und dessen Opfer eben nicht als Täter gesehen werden sollten. Sondern eben als Täter. Das ist aber ein gesellschaftliches Problem, was erst einmal mit der Idee einer präventiven Therapie so nichts zu tun hat. Bei der hier angesprochenen Therapie geht es ja gerade darum, die anzusprechen, die Angst davor haben, Täter zu werden, und deshalb sachkundige, präventiv medizinische Hilfen annehmen wollen.

    Es stimmt nachdenklich, dass Opfer letztendlich, was Therapieplätze angeht, benachteiligt sind. Das sollte ohne Frage für die Zukunft so nicht hinnehmbar sein. Daran trägt aber eine Stiftung keine Schuld, die präventiv verhindern kann, dass Hilfe in Anspruch nehmende Pädophile, die eben nicht Täter werden wollen, behandelt werden. Schuld tragen diejenigen, die zu Tätern geworden sind u. in dem Zusammenhang Täterinstitutionen wie die kath. Kirche.

    Neben direkten Entschädigungszahlungen an Betroffene sollten auch die Kosten für den benötigten Ausbau v. Therapieplätzen für Opfer irgendwo getragen werden. Und zwar nach dem Verursacherprinzip. Das Problem aber, das die Frage nach Therapieplätzen für Opfer (noch) nicht gelöst ist, sollte aber nicht Grund dafür sein, Projekte wie „kein Täter werden“ grundsätzlich in Frage zu stellen.

    Prävention sollte nämlich ebenfalls eine gewisse Rolle spielen.

    Auf die Situation, das Opfer und alle, die das Schweigen brechen, benachteiligt sind, ist die Abschaffung einer präventiven Maßnahme, die zum Ziel hat, Opfer zu verhindern, die falsche Antwort. Es braucht vielmehr ein Verursacherprinzip und die Anregung einer umfassenden gesellschaftlichen Debatte als Antworten zum Thema. Meine Meinung.

  18. Karl schreibt am :

    Unter den Deckmäntelchen des Helfens soll ein neues Geschäftsfeld für Therapeuten und Mediziner aufgemacht werden und die Töpfe des Runden Tisches angezapft werden. Die geschäftstüchtigen Therapeuten bedienen sich der sprachliche Verdrehung.: Betroffene; stigmatisierte Opfer. Pädokriminelle werden verharmlosend als Menschen mit sexuellen Vorlieben beschrieben, die angeblich unter diesen lebenslängliche Begleiterscheinung leiden würden.

    Wenn diese Täter jedoch unter ihren Vorlieben angeblich Leiden , warum halten es dann die Therapeuten für nötig, die Täter für die Leiden der geschändeten Kinder extra zu sensibilisieren. Aus Sicht des Täters kann kein Leid darin bestehen, wenn er doch vorlieben für Kinder hat, auch sexuelle und in seiner Wahrnehemung diese Schändungen nach seiner angeblichen Denke von den Kindern sogar gewollt sei. Da gibt es doch kein Grund für Veränderung, keine Einsicht als Voraussetzung für Änderung! Bestenfalls Leidet der Täter darunter, dass er zu Recht und zum Schutz der Kinder mit seinen Verhalten Stigmatisiert und strafrechtlich verfolgt wird, das Ausleben seiner Präferenzen gehemmt, eingeschränkt und bestraft wird und sogar noch zum therapeuten gehen muß um eine eventuell drohende Haftstrafe zu mildern.

    Nicht nur das sich diese Täterkreis im Umgang mit der Veganghenheit dazu neigt aus seiner Täterrolle eine Opferrolle zu machen, sondern dieser Prozeß wird nun offensichtlich auch von Therapeuten mit überaus fragwürdigen Motiven darin unterstütz. Diese Mechanismus (von Täter und Therapeuten) der gemeinsamme stattfindende Viktimisierung wurde bei den Kultursoziologen Jonas Pfau als Schuldabwehr am Beispiel nationalsozialistische Vernichtungsrealitäten ausführlich beschrieben. Welche Schuld haben diese Therapeuten abzuwehren? Es reicht nicht aus eine Absicht zu formulieren und diese als gut zu bezeichnen?

    Es scheint, dass die Therapeutengilde eher das Selbstmitleid und die Stigmatisierungsfolgen des Täters therapieren werden. Der Satz des Leipziger Sexualmediziner Alexander „Die sexuelle Vorliebe für Kinder ist zwar nicht heilbar, aber therapierbar“ zeigt die Nähe zu den unausgegorenen verhaltenswissenschaftlichen Suchttherapieansätzen. Bei suchtkranken Alkoholikern sehen einige Therapeuten ihre Therapie dann erfolgreich an, wenn die Rückfallhäufigkeit und Rückfallzeiträume beeinflußt werden können, andere Therapeuten verlangen sofortigen Entzug und Abstinez um überhaupt Aussicht auf Therapieerfolg zu haben.

    Zwar nennt der ICD-10 und DSM-IV Code Pädopholie als Störung der sexuelle Präferenz, wenn diese leidvoll ausgelebt wird. Aus diesen nicht unumstrittenen Sysematiken heraus läßt sich jedoch nicht zwangsläufig auf eine Krankheit schließen, da dieICD weder medizinischen noch praktischen sondern Statischen Anforderungen entspricht. Auch O.Kernberg hält den ansatz der DSM-IV Klassifikationene für falsch und wissenschaftlich nicht haltbar. Vergleicht man bespielsweise die Einordnung der Homosexualität im ICD, so findet sich diese sexualpräferenz nicht mehr in der 10 Ausgabe (1992). Es ist schon allein deshalb nicht unbegründet, wenn die Krankenkassen sich weigern die Kosten für ein behauptetes aber nicht gesichertes Krankheitsbild übnehmen. Pädokriminalität ist keine Krankheit, sexuelle Präferenz oder Neigung sondern ganz schrecklich einfach SEXUALISIERTE GEWALT.

    Neben diesen viktimisierenden und auch abzulehnenden Krankheitsbehauptung erscheinen vor den Hintergrund eines Hypokratischen Eides es zudem überaus bedenklich, den Tätern und damit auch potentiellen oder sogar tatsächlichen Wiederholungstätern (und davon gehen die Therapeuten aus)absolute Veschwiegenheit zu garantieren. Ein Schweigegelübte, welches noch nicht mal mehr durchgängig im Beichtstuhl Anwendung findet, wird hier duch die dienstleistende Ärzteschaft kundenwerbend postuliert. Diese Garantierklärung zum Verschweigen schwerer Straftaten ist ein weiterer Skandal, denn ein verantwortlicher Arzt ist in der Pflicht die Offenbarung von Geheimnissen zum Schutz höherwertiger Interessen abzuwägen. Die Ärztliche Schweigepflicht in Deutschland kennt durchaus Grenzen wie Bsp.w. das Urteil des OLG Frankfurt zeigt, welches eine Offenbarungspflicht des Arztes gegenüber nahestehenden Personen über die Aids-Erkrankung eines seiner Patienten entgegen der ärztlichen Schweigepflicht befürwortet wurde. http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=24203.

  19. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Sehr , sehr guter kommentar.Ausserdem habe ich den eindruck in der traumatherapie wird darauf hin gearbeitet sich mir der „Sache“ als Betroffener abzufinden und keine aufklärung zu verfolgen und damit die täter in ruhe zu lassen.Ich habe den eindruck das die Täterlobby auch weit bis in die Psychotherapeutenriege hineinreicht.

  20. Simone schreibt am :

    @Ex-Odenwaldschüler, ich kann bestätigen, das auch einige Psychotherapeuten zur Täterlobby gehören.

  21. Doro schreibt am :

    Bitte nicht gerade Otto Kernberg zitieren bzw. als „Zeugen“ benennen!

    Otto F. Kernberg, Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPA) von 1997-2001 und bis ins Jahr 2008 mit Sitz im „wissenschaftlichen Beirat“ der „Lindauer Psychotherapiewochen“, hat eine äußerst betroffenenfeindliche Sicht auf sexualisierte Gewalt während der Kindheit.

    U.a. brachte er seine haltung in einer Publikation von 1999 zum Ausdruck:

    „Eine Grundschülerin von noch nicht zehn Jahren erlebe den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater „in typischer Weise … als einen sexuell erregenden Triumph über ihre Mutter“. Die erwachsene Frau, die wegen dieses Ereignisses unter schweren Depressionen leidet, müsse „ihre Schuld tolerieren“ (Kernberg, 1999, S. 13). “

    Alles zu finden unter http://www.oedipus-online.de/kernberg.htm

    Der Gesamttext von Kernbergs beispielloser Publikation von 1999 ist ebenfalls dort zu finden.

  22. levi schreibt am :

    Diese Fixierung auf Täter zeigt eine Unfähigkeit mit Opfern und Kindern umzugehen. Sollen sich ein paar Therapeuten Tätern annehmen, und der Rest der Welt muß nichts mehr tun, da Taten ja ‚verhindert‘ werden. Und zusätzlich präventativ soll das frühzeitige Ängstigen von Kindern sein. An jeder Ecke lauern Gefahren. Dem Kind wird die Verantwortung aufgebürdet ‚Nein‘ zu sagen, als ob das in Abhängigkeit so einfach wäre und etwas nützt, und soll Selbstverteidigungskurse machen. Das Kind soll in einer Welt inkompetenter Erwachsener adäquat auf Missbrauch reagieren.
    Wie schon mehrfach geschrieben wurde, wirkt das Täter Projekt hilflos. Es gibt feststehende Thesen (‚Neigung‘ nicht änderbar) und keine übergreifende Zusammenarbeit, bzw. weitere Forschung. Zudem sollen Menschen mit solchen Fantasien akzeptiert werden. Warum soll ich akzeptieren, dass jemand Sex mit Kindern fantasiert?! Unter ansatzweise erfolgreicher Therapie verstehe ich dass der Täter, oder potentielle Täter DAMIT ein Problem hat. Und wo fängt der Übergriff an? Ich finde jegliches sexualisierte Verhalten gegenüber Kindern problematisch. Was hat sex. Fixierung (Fetisch?) auf Kinder mit Homo-, Hetero- oder Bisexualität zu tun? Warum sollen pädophile Priester oder Pädagogen weiter in ihrem Job arbeiten dürfen (Empfehlung von Prof. Beier!)? Prävention wäre nach m.M, ihnen Umschulung zu erleichtern. Oder empfehle ich einem Alkoholiker im Schnapsladen zu arbeiten?! Außerdem habe ich Befürchtungen dass sich diese Therapie zusätzlich strafmildernd auswirken könnte. In der öffentlichen Wahrnehmung klingt das Projekt gut, bei näherer Betrachtung wirkt es suspekt.

  23. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    @levi:Völlig richtig.Was nützt nein-sagen oder selbstverteidigungskurse wenn kinder wie an der odenwaldschule vergewaltigt wurden-anal,oral und vaginal -und/oder mit alkohol und Drogen ausser Gefecht gesetzt wurden.Selbst ein erwachsener hätte sich unter solchen umständen kaum wehren können.Das ganze dann noch in völliger Abgeschiedenheit im odenwald -ohne handy,ohne telefon etc.-wo es keine externe hilfe gab .Und -wie jetzt weitläufig bekannt-die dortigen anderen ,nicht missbrauchenden Erwachsenen wegguckten,schwiegen und aktive täterschutz betrieben um des gute rufes der schule wegen.Auch die Eltern der schüler-die ihre kinder-wenn überhaupt-in der regel nur in den ferien sahen ,reagierten genauso und schweigen auch heute mehrheitlich um nicht am lebensende noch ihren guten ruf aufs spiel zu setzten-das nämlich raus käme das sie pädosexuelle gewalt an ihren kindern zumindestens geduldet haben.Von kindern nein sagen bzw. selbstverteidigung zu verlangen ist gerade zu pervers.Darin liegt nämlich auch schon eine vorauseilende schuldumkehr,mal abgesehen davon das ein kind damit in der regel überfordert ist und im falle einer totalen institution wie der odenwaldschule überhaupt keine chance hat.

  24. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Freud.kernberg und andere stehen in der tradition der schuldumkehr und Verleugnung-„ist ja nur kindliche Phantasie“-in sachen pädosexueller gewalt.In dieser Tradition stehen auch heute noch viele ihrer nachfolger.Solange diese ideen in den köpfen rumspucken wird auch den tätern nicht bei zukommen sein ,denn damit wird ein teil der schuld auf das kind abgeladen.Diese tradition der schuldumkehr findet sich auch in der rechtssprechung wieder und erklärt u.a. warum soviele täter von der justiz nicht zur rechenschaft gezogen werden.Tja…man hat ja auch mal geglaubt die erde sei eine scheibe.

  25. manfred schreibt am :

    @doro: Kernberg und co sind doch teil der gossen,grossen täterlobby.

  26. klaraklara schreibt am :

    Hallo, Frau Oetken,
    ehrlichgesagt, trotz eigener Erfahrungen mit Psychotherapie und Psychologiestudium kann ich das psychoanalytische Zitat nicht verstehen. Ich würde mir wünschen, dass Sie es anschaulich erläutern.
    Die Begriffe Reinszenierung und Wiederholungszwang sind mir aufgrund meiner Vorkenntnisse bekannt und ich meine, sie zu 60% zu verstehen. Aus irgendwelchen Gründen landen die Menschen häufig wieder bei genau dem Elend, aus dem sie kommen.

    Aber folgendes packen meine kurzen Gehirnwindungen absolut nicht:
    „und die Mutter «ihr Kind» idolisierend als untrennbaren Teil des eigenen Körpers erlebt. Psychodynamisch ist der Pädophile mit einer idealisierten Mutter-Imago identifiziert, die den Inzest zulässt. In der Übertragung versuchen pädophile Patienten eine Pseudo-Intimität herzustellen. In der Gegenbewegung gibt es eine ausgeprägte Tendenz, die Psychotherapie so zu destruieren, dass ständig ein Abbruch droht. Die innere Spannung, verstanden als psychotischer Kern …“

    Mit Idolisierung ist wohl eine Verherrlichung des Kindes gemeint, die nur so lange gilt, wie das Kind den emotionalen Bedürfnissen der Mutter dient?
    Was bedeutet es im Handeln der Mutter und im Erleben des Kindes, dass die Mutter es als „untrennbaren Teil des eigenen Körpers erlebt“? Sind hier verschiedene Formen von vereinnahmendem, das Kind körperlich bevormundenen Verhalten gemeint, zum Beispiel „Daumen Raus!“ oder Zwangskuscheln (mit und ohne sexuelle Komponente)?
    Mit der Mutter-Imago ist wohl Babies Bild von der Mutter gemeint? Was glaubt der Autor, was glauben Sie, wieviel das Bild des Kindes von seiner Mutter mit dem realen Verhalten der Mutter – hier natürlich aus kindlicher Pespektive, zu tun hat?
    Was bedeutet es, dass die Mutter-Imago Inzest zulässt? Praktiziert ihn die reale Mutter in der Realität? Oder ist hier eine vom Kind phantasierte Mutter gemeint, die sich, wie das Kind phantasieren soll, nicht durch seine sexuellen Phantasien stören ließe?

    Was ich aber zu verstehen meine, ist der Schlusssatz – die Prognose in der Tätertherapie sei wie die bei Abhängigkeitserkrankungen. Damit ist ja wohl gemeint, dass die Prognose bei Pädophilen wie auch bei Drogensüchtigen schlecht ist.

    Nun finden sich im Hintergrund der Abhängigkeitserkrankungen gehäuft schwere Psychotraumen. Man kann demzufolge der Teilgruppe der Opfer mit Abhängigkeitserkrankungen genauso schlecht helfen wie denen, die sie für die Krankheit vorgeprägt haben. Also, eh alle Bemühungen sinnlos?

    Ich denke, nicht, aber es gäbe Massen zu tun in der Psychotherapie – zum Beispiel, sich einer möglichst klaren Sprache zu bedienen, um die Verdrehungen, Verwirrungen und Verblendungen, die bei der Konfrontation mit Ausbeutung und Gewalt häufig aufkommen, sichtbar werden zu lassen.

  27. Doro schreibt am :

    @ Klaraklara

    Frau Oetken gibt nur ein Abstract wider! Der Schöpfer dieser Theorie heißt – laut Zitationshinweis – Hans-Hagen Haase und das Dokument „Pädophile Perversion, sexueller Missbrauch und Pädosexualität“. Aus der Zitation geht (leider) nicht hervor, ob Frau Oetken diese Ansicht teilt oder nicht. Auf jeden Fall ist es nicht auf ihrem Mist gewachsen.

  28. klaraklara schreibt am :

    @ doro
    betr. Angelika Oetken

    Tja, da habe ich unmittelbar aus dem Bauch heraus reagiert. Vorhin fand ich einen alten, persönlichen Beitrag von Frau Oetken, in dem sie eine ganz andere, klare Sprache spricht, dabei die Übel benennt und für die Opfer und die mutigen Menschen, die als Erwachsene selbst erlittene Gewalt nicht weitergeben, eintritt. Diese Sprache kann ich gut verstehen.

    Das psychoanalytische Zitat ist nur ein abstract, insofern darf darin die Verständlichkeit leiden. Generell finde ich Sprache und bestimmte Grundeinstellungen in der Analyse schon problematisch. Klaus Schlagmann hat diese Probleme am Beispiel von Otto Kernberg herausgearbeitet.

    Mehr wäre dann in diesem Thread zu diesem Thema nicht mehr zu sagen, da es hier ja um das Täter-Projekt gehen sollte. In dem Zusammenhang von Liebe zu Kindern zu sprechen, finde auch ich unmöglich.

  29. klaraklara schreibt am :

    Danke, Norbert Denef, für ihren Mut, öffentlich gesunden Menschenverstand einzubringen und zu ihren Gefühlen zu stehen.

    Was den Irrsinn angeht, Misshandlung als Liebe auszugeben, bin ich derselben Meinung.

    Wieso gehen Sie davon aus, es sei von vornherein ein Täterprojekt?
    In diesem Punkt bin ich anderer Meinung (obwohl ich die Formulierung „Töterprojekt“ in meinem vorigen Beitrag selbst verwendete). Erstmal werde ich der offfiziellen Zielsetzung des Projektes folgen und von einem „‚Hilfe-bei-Täterphantasien-Projekt“ sprechen.

    Leuten, die noch keine Kinder massiv geschädigt haben, würde ich durchaus eine geeignete Anlaufstelle wünschen, um ihre Problematik zu bearbeiten. Und Misshandlern auch, dann als Rehabilitation neben der gerechten Strafe.
    Am Fernsehinterview fand ich problematisch, dass das Projekt als bedeutsame Kinderschutzmaßnahme dargestellt wird, die auch Ihnen, bevor Sie Opfer wurden, hätte helfen können – da wird die Rede des Moderators peinlich.
    Ich bin mir noch nicht sicher, was ich vom Kinder-Schutzeffekt durch (qualifizierte) Projekte für potentielle Täter halte. Auf jeden Falls muss vieles in vielen Bereichen geschehen, um Misshandlungen vorzubeugen oder sie nach nicht allzu langer Zeit zu beenden, sehr wichtig ist die unmittelbare Unterstützung für bedrohte Kinder.
    Über Geld denke ich, dass genug für alle da wäre. Rechtzeitige, geeignete Hilfe für Gewaltopfer = Prävention späterer Krankenkassen-, Arbeitsunfähigkeits- und Pflege-Kosten.

    An der Qualität des Projektes habe ich Zweifel. Hilfeleistung durch Therapeuten, die erstens von einer unheilbaren Krankheit ausgehen, und die zweitens Liebe und Gewalt nicht auseinanderhalten können, wird sehr begrenzt sein. So wie sie es schon für frühere Opfer ist, die sich als Erwachsene mit lebenslänglich Depression oder Borderline abfinden sollen.

    Aber es sei alles wissenschaftlich abgesichert.
    ________________________________________________
    Anmerkung von Norbert Denef:

    „Wieso gehen Sie davon aus, es sei von vornherein ein Täterprojekt?“

    In der netzwerkB-Pressemitteilung vom 22.10.2011 wurde diese Frage bereits ausführlich beantwortet, s. unter:
    http://netzwerkb.org/2011/10/22/pressemitteilung-netzwerkb-kritisiert-praventionsprojekt-%e2%80%9edunkelfeld%e2%80%9c

  30. Realmenschin schreibt am :

    Wenn niemand diese Dinge ausspricht, läuft es einfach so weiter. Es ist wichtig, immer wieder zu sagen, dass sexualisierte Gewalt, dass Pädophilie sexualisierte Gewalt ist, dass es keine „zärtliche, liebvolle“ sexualisierte Gewalt gibt!
    Der „Werbespot“ spricht Bände. Man kann solche Begriffe- und wenn sich Täter noch so sehr davon angesprochen fühlen, so einfach nicht stehenlassen. Der Preis einer solchen Sprache ist die Verharmlosung der sexualisierten Gewalt. Es scheint mir ein riesiges Dilemma zu sein, wie man mit diesen Tätern dann im Endeffekt umgeht! Was ich mich auch frage, ist: welche Projekte gibt es gegen sexualisierte Gewalt, die nicht von der Minderheit der Pädophilen getan wird? Das X mit den zaghaften Faltblättern die irgendwann vergilben und Plakaten auf Autobahntoiletten, die darauf hinweisen, dass da wo das X ist, es sicher sei? Wie soll das gehen? Leider meinen viele, dass dieses X Projekt von der Bundesregierung DER Durchbruch ist, dass das ausreicht. Vielleicht sind manhe Menschen wirklich so naiv, das mag sein, aber das kostet vielen Kindern ihren Schutz! Ich glaube es ist wichtig, immer wieder im Gespräch klar und deutlich zu machen, worum es geht, und dass das X wahrlich kein Ruhekissen ist, im Gegenteil, eine klare Aufforderung sein muss, die Dinge zu ändern, denn die Täter in den Familien können sich sicher fühlen, so lange nur der Fremde hinterm Busch, oder der Pädophile angesprochen werden. Die Familie kann solch ein entseztliches Vakuum sein und dieses zu öffnen, diesen Ort, der eigentlich der sicherste und schönste mit allem lebendigem Auf und Ab, sein sollte, das ist eine sehr schwierige Aufgabe, die aber anzugehen ist.

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