Der Klosterpfarrer lies mir keine Ruhe

12.12.2010

Ich muss immer Weinen wenn ich die Berichte hier lese

Die Scheinheiligkeit der Kirche

Ich war 21 im Kloster in Ershausen im Eichsfeld

Angesichts der aktuellen Medienberichte über Misshandlungen in Kirchen und Heimen habe ich allen Mut zusammen genommen, um meine Geschichte mal darzulegen. Sie schildert meinen Lebensweg als kleiner Junge, und Jugendlicher. Hier geht es nicht nur um sexuellen Missbrauch sonder auch um Gewalt und Machtausübung durch Ordensbrüder und Schwestern im Kloster

Mit 6 Jahre bin ich in die Schule gekommen. Ich ging gerne in die Schule das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wir Kinder wurden in die Schule in zweier rein gebracht, und wurden von den Klosterschwestern unterrichtet, sie waren sehr Streng mit uns. Sie haben uns geschlagen mit einen Stock auf die Finger-Kuppe bei wegziehen wurden die Schläge wiederholt. Wir hatten auch einen Kloster Pfarrer der Religionsunterricht erteilte. Er war nicht gut zu uns, er schlug uns wenn wir den Stoff (Latein) nicht richtig ausgesprochen haben. Da ich gut war hat er zu mir gesagt ob ich ein Messdiener werden möchte. Ich war begeistert über diesen Vorschlag, da ich gerade mal 7 Jahre alt war. Der Pfarrer bevorzugte mich und ich durfte öfter zu ihm nach Hause in der Villa kommen was sich auf dem Grundstück des Klosters Befand. Ich mochte Ihn, eines Nachmittags musste ich wieder zu ihm in die Villa kommen. Er bat mich herein und machte mir einen Tee. Wir hatten uns angeregt über alltägliche Dinge unterhalten. Auf einmal, von einer Sekunde auf die andere, veränderte er sich in eine eiskalte Person. Er bedrängte mich und kam immer näher an mich heran und streichelte mich. Es war unangenehm aber ich hatte keine Wahl und musste es über mich ergehen lassen. Ich hatte auf einmal große Angst vor ihm und lies es mir trotzdem gefallen. Es wurde immer schlimmer er machte seine Hose auf und ich musste sein Geschlechtsteil
anfassen und daran spielen. Dann Zog er mich aus. Ich fing an zu Weinen. Er sagte, dass ist doch nicht so schlimm und machte immer weiter. Ich wollte weglaufen aber die Tür ging nicht auf bis seine Haushälterin kam. Er sagte, das sei unser Geheimnis und ich niemandem etwas davon erzählen solle. Wenn ja würde er mich Bestrafen und würde mich in einen dunklen Keller sperren. Ich versprach ihm, dass ich es nicht sagen werde, da ich so eine Angst vor ihm hatte. Und die Drohungen, ja das habe ich immer Jahre lang aushalten müssen .

Der Klosterpfarrer lies mir keine Ruhe er holte mich immer und immer wieder. Ich konnte nicht mehr ich durfte es auch nicht verweigern sonst hätte es Vollen für mich gehabt, mit Schlägen oder andere Bestrafungen.

Wieder mal hat eine Schwester einen jungen beim Wickel und schlug ihn mit einen Riemen ins Gesicht ich habe es gesehen und den Mut gehabt auf den Jungen zugegangen, ich stellte mich vor ihm, um ihn zu schützen da schlug sie auf mich ein ich kam nicht gegen sie an da ich erst 9 Jahre wahr, da zog ich Ihr den Schleier vom Kopf runter. sie holten darauf den Bäcker und der wurde immer gefährlicher er schlug uns mit einer Kette so das wir schwere Hämatome bekamen ich hatte als jugendlicher vor ihm richtig angst, da er so brutal war Der Bäcker hatte keine Kinder.

Es wahr so schlimm das ich mir das Leben nehmen wollte. Ich bin auf einen hohen Baum geklettert und von oben herunter gesprungen. Ich wollte nicht mehr Leben, leider hatte ich nur ein paar Rippenbrüche.

Mit 10 Jahre musste ich bei einen Jungen Wache Schieben der am sterben lag. Ich weiß nicht was für eine Krankheit er gehabt hat, er war abgemagert seine Augen waren tief im Kopf , der Tot war nah ich konnte in riechen. Ich wehre gerne an seiner stelle gewesen und bat ihn wen er da oben ist mich auch zu holen, da mein Leben nichts wert wahr. Er starb in meinen Armen in der Nacht ich hielt seine Hand. Am anderen Morgen musste ich den Jungen Waschen und das Totenhemd anziehen. Er wurde dann auf den Klosterfriedhof beigesetzt. Ich sah jede Nacht das Bild
von den jungen. Der Junge ging mir nicht aus den Augen er verfolgte mich auch im Schlaf das ich Nachts
das ich nass gebadet aufgewacht bin und im Halbschlaf Geschrieen habe. Das Leben war wie eine Sonnenfinsternis keine Freude und keine Liebe. Es war alles eiskalt.

Ich muss immer mal eine Pause machen wenn ich meine Geschichte weiter darlege da ich meine Tränen nicht unter
Kontrolle habe bitte verzeiht mir.

Ich wünsche allen Betroffene Mut uns Stärke ich habe alles aufgegeben mir hilft keiner

Bernd Schulz aus Mühlhausen

Ein Kommentar

  1. Anja57 schreibt am :

    Hallo, lieber Bernd,

    hier sind die grausigsten Berichte zu lesen. Mir laufen die Tränen, jetzt, wo ich die Stärke aufbringe, diese Coming-Outs zu lesen….

    Lieber Bernd, ich weiss, wie schwer es ist, weiterzuatmen, weiterzugehen…
    und dennoch…Sie sind nicht allein!!!!

    Liebe Grüsse, Anja57

    PS: Ich bin das Missbrauchsopfer von “Ich kannte keinen Schnee”.

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