3 Kommentare

  1. Down schreibt am :

    1967 bin ich im Alter von 10 Jahren in einen Sportverein eingetreten. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nur, dass mein Pimmel zum Pissen da war. Da waren 2 Trainer auf dem Fußballplatz, der eine wohnte oder wohnt noch eine Straße weiter zu meinem Elternhaus, den anderen kannte ich da noch nicht.
    Dieser mir unbekannte Trainer, der nicht immer beim Training anwesend war, wandte sich häufig mir zu. Ball annehmen, stoppen, zurückspielen. Irgendwann fragte er mich zum Ende eines Trainings, ob ich mal Autofahren wollte. Ich sagte ihm, dass ich das nicht kann. Er wiederum sagte, dass ich nur lenken bräuchte, das andere mache er dann. Ich sagte zu, auch in der Befürchtung, vom Fußballtraining ausgeschlossen zu werden, wenn ich das nicht mitmache. Es war schon dunkel. Zuerst setzte ich mich auf den Beifahrersitz und er fuhr los in den Wald. Ein paar Nebenstraßen weiter hielt er an und sagte, dass ich jetzt auf seinen Schoß kommen kann um zu lenken. Er würde dann alles andere machen. Ich setze mich auf seinen Schoß und er fuhr erst mal an und lenkte selber. Dann sagte er irgendwann, dass ich jetzt lenken kann. Ich nahm das Lenkrad in die Hand und lenkte. Er ließ dann seine Hände zwischen meine Beine gleiten. Zuerst dachte ich, wo soll er denn sonst mit seinen Händen hin wenn er nicht selber lenkt. Zu diesem Zeitpunkt war mir das allerdings schon unangenehm. Wie bereits gesagt, er war für mich eine Vertrauensperson und ich wusste nur, dass mein Pimmel zum Pissen da war. Irgendwann sollte ich wieder auf den Beifahrersitz und er fuhr zurück zum Sportplatz. Ich fuhr dann mit meinem Fahrrad im Dunkeln nach Hause.

    Nächster Trainingstag:

    Das gleiche Spiel. Ball zuspielen, Ball annehmen, zurückspielen. Und wiederum fragte er mich, ob ich noch mal Autofahren wollte. Wiederum sagte ich zu mit der Befürchtung, sonst vom Training ausgeschlossen zu werden, wenn ich das nicht mache. Wieder fuhr er los, sagte mir dann irgendwann wieder, dass ich jetzt auf seinen Schoß kommen könnte um zu lenken. Wieder fuhren seine Hände zwischen meine Beine, während ich lenkte, im Dunkeln. Wenn Gegenverkehr kam, übernahm er kurzfristig das Lenkrad, war der Gegenverkehr weg, durfte ich wieder lenken.

    Mein Trauma:

    Er übernimmt das Lenkrad, biegt in einen Feldweg ein, im Dunkeln, macht den Motor aus, ich sollte wieder auf den Beifahrersitz, er zog seine Hose runter, ich sollte meine Hose runterziehen, meinen Pimmel in die Hand nehmen und bewegen. Er hat es mir an seinem Pimmel und dann an meinem Pimmel vorgemacht, wie das geht. Ich habe das gemacht, wusste aber nicht, was das sollte und fragte ihn dann auch, was das sollte. Er gab mir keine Antwort, worauf ich ihm sagte, dass ich jetzt nach Hause will. Mein Fahrrad war noch auf dem Sportplatz. Und jetzt hatte ich Angst, einfach nur Angst, nicht mehr nach Hause zu kommen.

    Meiner Mutter fragte mich Tage später, als mal wieder Trainingstag war, warum ich nicht mehr zum Fußballtraining fahren würde. Ich konnte nicht antworten weil ich eine Sprachblockade hatte. Ich sprach eigentlich gar nicht mehr, auch nicht in der Schule und das mehr oder weniger über die ganze Schulzeit. Entsprechend waren auch meine Noten. Die Psychologie nennt das auch die Zerstörung einer Lebensgrundlage.

    Meine Mutter wusste schon, dass ich anfangs gerne zum Fußballtraining fuhr, deshalb fragte sie mich immer und immer wieder, warum ich nicht mehr zum Fußballtraining wollte. Ihr war wohl aufgefallen, dass mit mir was nicht stimmte, nahm mich jeden Tag immer wieder mit in ein Zimmer und fragte mich jeden Tag, was ich denn hätte. Und dann stotterte ich, weil ich dass ständige Fragen meiner Mutter nicht mehr ertragen konnte. „Tut der Papa mir auch nichts?“, fragte ich stotternd meine Mutter. “ Nein, er tut dir nichts“, war die Antwort meiner Mutter. Und dann erzählte ich ihr stotternd, was dieser Mann mit mir gemacht hat.

    Es vergingen Tage und ich schwieg wieder weiter. Jetzt hatte ich erstmal Ruhe vor den ewigen Fragen meiner Mutter. Sie hat mir erst mal nicht mehr erlaubt, zum Training zu gehen, hat dann wohl meinem Vater davon berichtet, der aber seit dem Vorfall Jahrzehnte lang nicht mit mir über mein Erlebtes gesprochen hat. Dann sagte meine Mutter eines Tages, dass sie den Jugendobmann, das war der zweite Trainer auf dem Platz, darüber informiert hat und beide Trainer zu einer Aussprache zu uns nach Hause zitiert hat.
    Es kam der Tag. Ich sehe noch beide Trainer unsere Treppe hinaufkommen. Mein Vater, meine Mutter, der Jugendobmann und der Täter verschwanden in unserem Wohnzimmer. Ich sollte draußen bleiben. Was alle nicht wussten: Ich lauschte vor der Wohnzimmertür und bekam mit, wie der Täter versuchte, sich zu verteidigen, indem er meine Eltern fragte, ob ich vielleicht behindert wäre, so etwas zu behaupten und dass ich eine krankhafte Phantasie hätte und ich behandelt werden müsste. Meine Mutter aber glaubte mir und drohte ihm, wenn er es noch einmal wagen würde ihren Sohn auch nur anzufassen, sie die Polizei informieren würde. Das sagte mir meine Mutter auch noch einmal, nachdem das Gespräch beendet war.

    Meine Mutter sagte mir, ich könnte jetzt wieder zum Fußballtraining fahren und dass der „Mann“ mich jetzt in Ruhe lassen würde. Ich vertraute meiner Mutter und fuhr wieder mit meinem Fahrrad zum nächsten Training. Wäre diese perverse Drecksau auch wieder da gewesen, wäre ich wieder nach Hause gefahren. Aber er war nicht da, nur noch der Jugendobmann. Endlich konnte ich wieder Fußballspielen. Über Monate war der „Mann“ nicht mehr beim Training anwesend.

    Sie kennen das Ritzen bei Traumatisierten. Bei mir war das Ritzen die rote Asche in meinen Oberschenkeln.

    Der Fußballplatz hatte früher einen roten Aschenbelag. Für Kunstrasen oder echten Rasen war noch nicht die Zeit gekommen. Nach Monaten des Trainings war diese Drecksau auf einmal wieder da und grinste mich nur an. Warum er wieder da war, wusste ich nicht, konnte es aber ahnen. Hätte er mich auch nur einmal angefasst, ich hätte ihn auf der Stelle erschlagen, wenn ich die Kraft dazu gehabt hätte. Aber er war größer und stärker als ich. Er trainierte tatsächlich wieder andere Kinder aber mit größtem Abstand zu mir. Kam er in meine Nähe, wurde mir übel. Die einzigste Möglichkeit ihm zu schaden, war der Zweikampf bei Trainingsspielen, bei dem diese Drecksau auch noch mitspielte. Kam er in meine Nähe, versuchte ich ihn mit Reingrätschen in seine Beine umzusäbeln, ihm Schaden zuzufügen. Dabei fraß sich die rote Asche immer wieder in meine Oberschenkel. Es machte mir nichts aus. Nur die ständige Rennerei zum Hautarzt nervte mich und das eitrige Kleben meiner Jeans an meinen Oberschenkeln wenn ich sie abends ausziehen musste. Tetanusspritzen hier. Tetanusspritzen da. Irgendwann war diese Drecksau nicht mehr da, wohin auch immer, und ich wurde jugendlicher und gefürchtet und immer auf Abwehr aus.

    Warum sollte ich jetzt noch weitererzählen, ich habe ca. 20 Jahre gebraucht um absolut zu verdrängen. Meine Lebensqualität war in dieser Zeit keine, die Schulzeit war für mich eine Folter. Stellen Sie sich nur vor: Eine Lehrerin wollte mir mal damals vor aller Augen meiner Mitschüler das Sprechen beibringen. Ihr ging wohl mein ewiges Schweigen auf den Nerv, sagte mir, ich sollte eine Stelle aus einem Buch vorlesen. Und Sie wartete und wartete und wartete, und ich konnte nicht sprechen, Sie aber wartete weiter bis ich anfing zu „sprechen.“

    Und jetzt ganz zum Abschluss: Der Jugendobmann, von dem ich da oben berichtet habe, war ein sehr guter Trainer, er hat sich Jahre später nur einmal erlaubt, mir in einem Jugendlager zwischen die Beine zu gehen. Ich habe ihn blutig geschlagen.

  2. Down schreibt am :

    Sexueller Missbrauch in Sportvereinen: Wo die Selbstkontrolle versagt – PANORAMA – DAS ERSTE – NDR

  3. Down schreibt am :

    Strafgesetzbuch (StGB) § 176 Sexueller Mißbrauch von Kindern

    (1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

    https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__176.html

    Kommentar:

    Da muss aber eine Kamera die Tat aufgezeichnet haben um das Strafmaß rechtskräftig zu verabschieden. Ansonsten wird nur spekuliert und vermutet. Welche Tat muss zum Beispiel vorausgegangen sein, wenn eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren verhängt wird? Liegt das im Ermessen des Richters? Wer weiß denn, ob der Richter nicht selbst pervers veranlagt ist?

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