Schwarzer Tag für den Kampf gegen Pädokriminalität im Internet – Deutsche Kinderhilfe fordert Sperren von sog. „Kinderpornographie“ im Netz

06.04.2011

Deutsche Kinderhilfe 6.04.2011

Die Ankündigung der Regierung, das bereits vom Deutschen Bundestag beschlossene Gesetz zum Sperren sog. „kinderpornographischer“ Seiten im Internet zurückzunehmen, zeigt aus Sicht der Deutschen Kinderhilfe, wie hilf- und offenkundig willenlos die Bundesregierung im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ist. Nicht nur, dass sich Deutschland damit in Europa weiter isoliert, denn jüngst haben sich die EU-Mitglieder darauf verständigt, das Accessblocking europaweit einzuführen, mit der Rücknahme wird ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Krake der Pädokriminalität im Internet aufgegeben. Es geht nicht um die vereinfachte Formel „Löschen oder Sperren“, es geht um den Vorrang des Löschens bei gleichzeitiger Nutzung des Sperrens bis zur Löschung und dort, wo Löschen nicht möglich ist. Das Sperren ist nicht das alleinige Mittel, aber es ist ein wichtiges Mittel, die Würde der Opfer zu wahren und denjenigen, die im Netz auf solche Seiten stoßen, unmissverständlich klar zu machen, dass es hier um eine Straftat geht.  Derjenige, der die Sperren umgeht, was technisch machbar ist, offenbart seine kriminelle Energie und kann dann auch konsequent verfolgt werden.

„Der Hinweis der Justizministerin auf Löschungserfolge nach zwei bis vier Wochen ist ein Argument für das Beibehalten der Sperren und verhöhnt die Opfer. Experten sagen, dass gerade Pädokriminelle im schnelllebigen Internet die Adressen einfach wechseln und aus Verfolgungsdruck die Seiten in den ersten drei bis fünf Tagen abrufen“, so Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe heute in Berlin. „Einen echten Erfolg des Löschens kann man nur erkennen, wenn es gelingt, alle gemeldeten und festgestellten Seiten innerhalb von längstens zwei Tagen vom Netz zu bekommen. Das gelingt aber kaum und deshalb müssen Anbieter, die „kinderpornographische“ Inhalte über ihre Server zulassen, gesperrt werden!“

Das nun gekippte Zugangserschwerungsgesetz war der erste Schritt der Politik, etwas auf diesem Gebiet zu tun. Die Deutsche Kinderhilfe fordert seit zwei Jahren die Einrichtung eines Runden Tisches mit Vertretern der Internetindustrie, Experten, Internetbeschwerdestellen, Opferschutzverbänden, Polizeibehörden und den Gegnern dieses Gesetzes, um die besten, effektivsten und aktuellsten technischen Sperr- und Löschmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Politik hat hier den Interessen der Internetindustrielobby nachgegeben, die die in der Tat erheblichen Kosten, die für das Accesblocking anfallen werden, aus Profitinteresse nicht aufwenden will.

Die Rücknahme des Gesetzes verdeutlicht, dass die als euphemistisch verharmloste sog. „Kinderpornographie“, die den realen Missbrauch, das Quälen bis hin zum Töten von Kleinkindern und Säuglingen zeigt, für die Regierung weiterhin nur ein Kavaliersdelikt ist. Immer noch ist das Herunterladen von Hollywoodfilmen mit drei Jahren Haft belegt, während derjenige, der durch das Bezahlen und Tauschen der Seiten den realen Missbrauch ermöglicht, als Täter hinter den Tätern nur bis zu zwei Jahre Haft erhält. Immer noch ist der sexuelle Missbrauch von Kindern nur ein Vergehen, die sexuelle Nötigung Erwachsener, Raub und Drogenhandel aber ein Verbrechen.

Es fehlt insgesamt ein Konzept der Regierung, wie mit dem Thema sexuelle Gewalt im Internet umgegangen wird, auch der Runde Tisch hat dieses Thema ausgeklammert.

„Ohne Sperren der Angebote, ohne konsequentes Löschen, ohne mehr Schwerpunktabteilungen, ohne bessere internationale Zusammenarbeit, ohne eine Verschärfung des Strafgesetzbuches und ein ganzheitliches Konzept der Regierung wird es keine nennenswerten Veränderungen geben,“ kritisiert Georg Ehrmann. „Es ist offensichtlich, dass hier auf dem Rücken der Opfer sexualisierter Gewalt und unter dem Mantel eines in diesem Zusammenhang fragwürdigen Freiheitsbegriffs reine Partei- und Klientelpolitik betrieben wird. Hier von einem Sieg zu sprechen, zeigt das ganze Ausmaß politischer Ignoranz den Opfern gegenüber.“

Für Rückfragen und Informationen steht ihnen der Vorstandsvorsitzende, Georg Ehrmann, unter 0160 3645685 und der Vorstandsprecher, Rolf Stöckel, unter 0173 2993729 zur Verfügung.

Pressekontakt
Deutsche Kinderhilfe e.V.

Rolf Stöckel
Vorstandssprecher
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Deutsche Kinderhilfe e.V.
Haus der Bundespressekonferenz
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Quelle: www.kinderhilfe.de

16 Kommentare

  1. Doro schreibt am :

    Zitat: „Es ist offensichtlich, dass hier auf dem Rücken der Opfer sexualisierter Gewalt und unter dem Mantel eines in diesem Zusammenhang fragwürdigen Freiheitsbegriffs reine Partei- und Klientelpolitik betrieben wird. Hier von einem Sieg zu sprechen, zeigt das ganze Ausmaß politischer Ignoranz den Opfern gegenüber.“

    Dem ist nichts hinzuzufügen außer DANKE an die Deutsche Kinderhilfe e.V., dass sie Gegenstimme erhebt.

  2. JaneO. schreibt am :

    Es ist wirklich unglaublich mit welcher Kontinuität die heutige Politik die Lobbyisten unterstützt.
    Atomindustrie, Pharmaindustrie, Rüstungsindustrie, Bankengewerbe, Spekulantentum, (……), Pornoindustrie mit dem Zweig Kinderpornographie und sämtlicher Fassetten derselben.

    Es ist eine Schande!
    Ethik und Moral sind dem Profit geschuldet.
    Es ist eine Schande!

    Ich werde nicht aufgeben und kämpfen, denn eine Welt dieser Art möchte ich meinen Kindern nicht hinterlassen.
    Wir haben die Erde nur von unseren Kindern und deren Kindern geborgt.
    Ich werde weiter kämpfen, und nicht tatenlos zusehen wie alle Resourcen dieser Erde- vorneweg unsere Kinder – weiterhin missbraucht werden.

    JaneO.

  3. Simone schreibt am :

    Hallo JaneO. ,
    wie willst Du weiter kämpfen, was willst Du konkret tun, damit Kinder nicht weiterhin missbraucht werden ?

  4. trainee schreibt am :

    Die Entscheidung ist mal etwas positives von schwarz-geld. Hätte nicht erwartet, dass sich hier die Vernunft durchsetzen konnte. Das mag zunächst einmal etwas ärgern. Deshalb mal etwas detaillierter…

    Richtig ist nämlich, dass Netzsperren kein Allheilmittel sind, wie es im Vorfeld versprochen wurde. Nicht einmal ansatzweise! Sondern genaugenommen nur irgendwas, damit die Initiatoren davon ablenken konnten, ansonsten nichts getan zu haben. Was bitte machte über einen unverschämt langen Zeitraum es für gewisse Politiker wichtiger, Netzsperren voranzubringen, anstatt das für die Strafverfolgung v. Pädophilen zuständige Personal (bundesweit 30 Beamte) im BKA aufzustocken, Präventionskonzepte zu erstellen, Beratungsangebote und Hilfen für Opfer selbstverständlich auszubauen? Wer sich mal mit den tatsächlichen Details des sogenannten Zugangserschwerungsgesetzes beschäftigt hat, wird feststellen, dass dieses eher ein Täterschutz darstellt. Pädophile Webmaster merken ganz schnell, das deren Seiten bekannt sind. Lange bevor Ermittlungsbehörden soweit sind, an diese herantreten zu können etc. In Ländern, in denen Netzsperren im Einsatz sind, wurden mehrfach rechtswidrig Seiten eingetragen, die eben keine kinderpornografischen Inhalte enthielten. Ausserdem ist leider zutreffend, dass mehrere Politiker diese Netzsperren in Bereiche ausweiten wollten, wie politische Seiten, Glücksspiel und vermeindliche Warez-Seiten. In dem Gesetz sind ferner zu große Hürden gegen Widerspruchsmöglichkeiten bei Fehleinträgen, die gar nicht mal so selten vorkommen, eingebaut.

    Es geht doch eigtl. darum, dass Täter ermittelt und angeklagt werden und nicht, dass die Existenz v. kinderpornografischen Inhalten im Internet von Lobbyisten missbraucht wird, um eine Zensurinfrastruktur für beliebige Bereiche aufzubauen. Wer sich hier mal über die Widersprüche zwischen dem, was zu dem sogenannten Zugangserschwerungsgesetz alles versprochen wurde und dem, was es stattdessen tatsächlich bewirkt hätte, informieren will, den verweise ich an der Stelle an der bekannten Zeitung die Zeit u. dem allgemeinnützigen Verein Mogis e.V.

    Siehe:

    http://www.zeit.de/online/2009/20/kinderpornografie-fakten
    http://mogis.wordpress.com/ein-offener-brief/der-zweck-heiligt-nicht-jedes-mittel/

  5. Hallo liebe Mitbetroffenen,

    es geht mitnichten um die Interessen der Industrie, sondern um die berechtigten Ängste großer Teile der Bevölkerung, welche von der letzten Regierung nicht ausreichend aufgenommen wurden.

    Sperren löst auch das Problem der Verfügbarkeit dieses Materials nicht. Die WhiteIT Studie des Kriminalwissenschaftlichen Instituts der Universität Hannover zeigt, dass nur ca 30% der Missbrauchsdarstellung über das Web verbreitet werden. Und nur dort würden die Sperren auch nur ansatzweise wirken.

    Dies aber auch nur „gegen“ den zufälligen Besuch einer solchen Seite. Denn wenn ein Konsument diese Inhalte wirklich bekommen möchte, dann wird er die Sperren umgehen. Zumal dieses Material zum großen Teil in geschlossenen Foren getauscht wird, inzwischen auch in Darknets, da helfen Sperren genau gar nichts.

    viele Grüße
    Christian Bahls; MOGiS

  6. Einen kleine Zusatz möchte ich machen.

    Ehrlichgesagt fand ich es unlauter von den Kinderrechtsorganisationen zu behaupten dass Betroffenen durch die Sperren tatsächlich geholfen wird. Sogar die Psychologen von Save the Children sagen inzwischen, dass man Betroffenen nicht suggerieren sollte, dass die Sperren Ihnen helfen.

    Das Materiel ist, wenn es einmal weiterverbreitet wurde sozusagen „in the wild“, es wird weiter kopiert werden, dass es nun unter Umständen nicht mehr so einfach im Web zu erreichen ist (es heisst ja nicht ohne Grund „Zugangserschwerungs-“ und nicht „Zugangsverhinderungs-„Gesetz) bedeutet doch nicht, dass die Weiterverbreitung unterbunden wird.

    Das Material kann jederzeit wieder auftauchen, und, da zumeist der Täter aus dem Nahbereich des Opfers kommt, können jederzeit Angehörige des oder der Betroffenen oder der oder die Betroffenen selber damit konfrontiert werden. (Oder wie bei den Jesuiten in Bonn tauchen plötzlich kistenweise Bilder von unbekleideten Jungs auf, die vorher laut Ursula von Raue von Innocence in Danger vernichtet worden wären)

    Selbst wenn man das Internet komplett abschaltet, würde das Material weiterverbreitet werden. Dann eben auf Festplatten,USB-Sticks,CDs,DVDs,als Fotos oder Videokassetten.

    Sexuellen Missbrauch und die Ausbeutung von Kindern für die Herstellung pornographischer Schriften gibt es nicht erst seit der Erfindung des Internets.

    Man darf den Missbrauch in der Gesellschaft nicht ignorieren, man kann eine Gesellschaft aber auch nicht vom Missbrauch her denken, das führt in eine selbstgemachte Hölle, eine Hölle, in der nicht wenige von uns durch Ihren Missbrauch bereits leben müssen.

    viele Grüße
    Christian Bahls; MOGiS

  7. raschida schreibt am :

    @ christian
    da muss ich aber jetzt echt mal wieder lachen. Genau was Sie der Kinderschutzorganisation vorwerfen, haben andere getan: Es wurden Opfer instrumentalisiert um am Ende keiner Anzeigenpflicht zu unterliegen.
    Netzsperren wären ein wichtiger Bestandteil gewesen auf dem Weg des kampfes gegen die Kinderpornoindustrie. Es ist nie etwas anderes behauptet worden.
    Was für eine Inkonsequenz soll es denn sein,,,, wenn nciht eigenes kriminelles Interesse, dass mehr für die „Freiheit im netz“ getan wird als sich endlich mal auf den Weg zu machen, den Tätern den Garaus zu servieren?

    Auch von mir kommt ein riesen Dankeschön an Georg Ehrmann und seinen Mitarbeitern aus professionelölen Kreisen.

    Wenn man sich mal rückblickend anscchaut wie sich die welle erhob, als es um „tatort internet“ ging,,,,,da sieht man doch,,,,welche Macht diese Kräfte hatten, die die Spielwiese Internet den Tätern in den letzten 20 jahren bot. Und da will mir nocch einer erzählen, es bliebe zeit zum warten?
    Auch hier stand die deutsche Kinderhilfe als alleinige Organisation da.Die in ihr tätigen Kräfte wissen nämlich ganz genau, was Korruption bedeutet.

    Würden wir endlich die Opfer da abholen wo sie stehen, würde sich das Problem der Instrumentalisierung einfach so auflösen…..
    Dann gäbe es sowas nicht, dass sich ein Opfer am Ende wieder auf die Seite der Täter stellt.
    Ich hoffe sehr, dass Stiftungen entstehen, die den Weg der deutschen Kinderhilfe gehen,,,,,,
    Alleine, wenn ich bedenke, dass Sodomie nicht mehr unter Strafe steht seit 1969 und unter dem Begriff „Entkrimminalisierung“ gepackt wurde, mird mir schwindlig,,,

    Wo lebe ich eigentlich?????
    Warum dürfen Politiker ihre eigenen traumatischen Erlebnisse blind ausagieren in unserem Staat?
    Warum gibt es keine „Reflexionspflicht“ für führende „Positionsinhaber“????????????????????

  8. raschida schreibt am :

    @ christian

    Und noch etwas;
    Ihr zitat:
    Sexuellen Missbrauch und die Ausbeutung von Kindern für die Herstellung pornographischer Schriften gibt es nicht erst seit der Erfindung des Internets.

    Bitte vermeiden Sie es doch, alte, überholte Pauschalisierungen zu benutzen.
    „Es war schon immer so“ ist eine der billigsten Argumente, die einem Menschen heute noch einfallen könnten.
    Für einen zivilisierten Menschen bedeutet eine solche Aussage einzig und alleine eine Herausforderung, neue wege zu finden.

  9. JaneO. schreibt am :

    @Simone

    Transparenz bekämpft offensiv zukünftige Mauscheleien, ist tötlich für maffiöse Strukturen.
    Transparenz und Aufklärung macht Tätern Angst und holt sie aus der Grauzone. Sie sollen und werden sich ungeschützt fühlen.
    Wir sprechen bei sexueller Gewalt von 8 mio Betroffenen.
    Der Schritt die Verjährungsfrist ersteinmal zu verlängern, das ist schon ein großer Erfolg für uns. Ziel sollte natürlich weiterhin die komplette Abschaffung derselben sein. Damit alle, wirklich alle Betroffenen in der Lage sind zu reden. Eben auch die Älteren von uns. Die ihr Leben trotzdem gemeistert haben. Vielleicht schon in einer Therapie waren, gefestigt sind für politisches Auftreten.
    Ich stelle hier mal einen Link ein, da ich nicht weiß ob der hier schon bekannt ist
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article12473696/Sexueller-Missbrauch-soll-nicht-mehr-verjaehren.html
    Der beweist, dass Richter schon angefangen haben zu begreifen. Wenn so geurteilt wird in der Zukunft, dann ist die Verjährung eigentlich schon abgeschafft.
    Ein neuer Sieg für uns.
    Wenn sich immer mehr Betroffene trauen (dürfen) zu sagen, dass sie Betroffene sind, dann wird die Akzeptanz in der Gesellschaft automatisch besser.
    Stück für Stück, nur nicht aufgeben.
    „Wenn wir nicht können
    was wir wollen,
    wollen wir,
    was wir können“
    (Gottfried Willhelm Leipnitz)

    Beste Grüße
    JaneO.

  10. JaneO. schreibt am :

    Hallo,

    um es noch deutlicher zu machen, was Transparenz in diesem Fall hier bedeutet.
    Der Otto-Normalverbraucher weiß nicht den Unterschied zwischen Internetsperre oder Löschung.
    Für den klingt „Löschen“ gut.
    Er wird unsere Aufregung nicht verstehen, dass nämlich manchmal ein Löschen nicht möglich ist.
    Eine Sperre aber schon und schneller. Und das Umgehen einer solchen Sperre zum Täter führt.

    Mich wundert schon sehr was sich Deutschland hier wieder geleistet hat. Und ich frage mich nach den Motiven. Und wer Vorteile daraus schöpfen könnte.

    JaneO.

  11. Simone schreibt am :

    Ich meine Herr Christian Bahls hat Recht, wenn er schreibt, dass Straftäter viele andere Möglchkeiten haben und nutzen, um Kinderpornographie zu erwerben und zu verbreiten. Werden Internetseiten gesperrt, dann weichen die Perversen eben auf andere Möglichkeiten aus. Es müssten intensive Ermittlungen gegen mutmassliche Straftäter geführt werden, Verjährungsfristen aufgehoben und das Strafmaß deutlich erhöht werden(am besten langjährige Haftstrafen). Es wäre auch nützlich zum Schutze der Kinder vor Straftätern, wenn man deren Namen und Wohnsitz veröffentlichen würde, wie z.Bsp. in den USA.

  12. kar schreibt am :

    Sorry, aber bei allem Verständnis @raschida,

    der Begriff Sodomie ist nur ein Wort, womit verschiedene, einvernehmliche und nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen in einem Topf geworfen beschrieben wurden. 1969 wurden unter dem Begriff erfasste Dinge wie Homosexualität u. Zoophile grundsätzlich legalisiert. Man kann zu beidem stehen, wie man will. Allerdings, und das sollte akzeptiert werden, diese Praktiken werden hier in einen Topf geworfen und gleichgestellt als grundsätzlich kriminell und strafwürdig dargestellt. Das kann so nicht richtig sein. Zumal gerade Homosexuelle in der Geschichte (insbesonders durch religiöse Gruppen wie die kath. Kirche) nach EINVERNEHMLICHEN sexuellen Handlungen rechtswidrig verfolgt wurden.

    Wie kommen Sie also dazu, hier solche Anmerkungen zu machen? Wolllen Sie etwa mit dem Verweis auf sowie der Legalität v. Homosexualität im Jahre 1969 ein erneutes Verbot und eine erneute Kriminalisierung anstreben? Und mit welcher Begründung?

    Im übrigen, Netzsperren, die Sie fordern, sind, was die Eindämmung der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte angeht, wie Ihnen eigtl. die Worte v. min. einem Vorredner klar gemacht hätten, eine Scheinlösung, die eben nicht dazu in der Lage ist, das Grundproblem, nämlich die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte zu verhindern und die Verbreiter angemessen strafrechtlich zu sanktionieren. Auch wird mit Netzsperren nicht dazu beigetragen, die Anfertigung des Materials zu verhindern.

    Die Verbreitung wird so lediglich ausgeklammert, sowie Ermittlungen, da ja mit irgendetwas zu tun vorgebendes die Verbreitung v. kinderpornografischen Inhalten erschwert (nicht verhindert) wird, verschlampt und eine Zensurinfrastruktur etabliert, die in vielen Bereichen dazu beitragen kann, Freiheit abzubauen. Richtig ist nämlich, das diese Infrastruktur auf diesem Wege in Deutschland etabliert wäre und um die Erschwerung der Verbreitung v. kinderpornografischen Inhalten herum auch andere Inhalte über Softwareupdates betroffen wären. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, wann politische Seiten (die man, falls diese rechtswidrig wären, auf dem Rechtswege gelöscht bekommen würde), Glücksspielseiten (Glücksspiel ist nach EU-Recht legal, die Deutsche Bundesregierung riskiert seit Jahren blaue Briefe aus Brüssel) etc. betroffen wären.

    Was noch untergegangen ist, es gibt eine Bedrohung alternativer DNS-Systeme, die eine Alternative zu einem unfreiheitlichen Monopol an Domains darstellen. Wenn Netzsperren gekommen wären, dann wäre es im schlimmsten Falle auch so weit gekommen, das Entwickler an verschiedenen freien Softwareprojekten kriminalisiert worden wären.

    Genaugenommen ist es so, wäre die Softwaregrundlage für die Durchsetzung v. Netzsperren in andere Länder wie Asserbaidschan, Iran. Lybien, etc. exportiert worden und eigtl. hätten alle an der Beteiligten einen Reibach gemacht. Es geht ja, wie einige Leute lügnerisch erklärt haben, vorgeblich um Kinderschutz und da sind natürlich Kollateralschäden für die Freiheit durch Weiterverkauf der Softwaregrundlage an gewisse Staaten verschmerzbar. Das schlimme hier wäre gewesen, dass freie Softwareprojekte kriminalisiert worden wären, die im Hinblick auf die Freiheitslage in den Käuferländern entstanden wären, auch kriminilasiert worden wären.

    Wer kann soetwas verantworten? Und dann noch immer behaupten, es geht bei Netzsperren nur um Kinderschutz?

    Machen Sie sich mal lieber Gedanken darüber, warum viel mehr Menschen, als Täter, Eingriffe in die Freiheit befürchtet und deshalb eine Petition gegen Netzsperren unterzeichnet, demonstriert, oder anderweitig reagiert haben. Wollen Sie in einer Antwort behaupten, alleine 134.000 Unterzeichner der Pedition seien Täter?

    Jetzt mal Butter bei die Fische!

  13. kar schreibt am :

    „Ich meine Herr Christian Bahls hat Recht, wenn er schreibt, dass Straftäter viele andere Möglchkeiten haben und nutzen, um Kinderpornographie zu erwerben und zu verbreiten. Werden Internetseiten gesperrt, dann weichen die Perversen eben auf andere Möglichkeiten aus. Es müssten intensive Ermittlungen gegen mutmassliche Straftäter geführt werden, Verjährungsfristen aufgehoben und das Strafmaß deutlich erhöht werden(am besten langjährige Haftstrafen). Es wäre auch nützlich zum Schutze der Kinder vor Straftätern, wenn man deren Namen und Wohnsitz veröffentlichen würde, wie z.Bsp. in den USA.“

    Hier sollte man sich mal fragen, warum trotz aller Kritik letztendlich soein Murks, was eher eine Strafvereitelung nahekommt, Gesetz wurde und erst nach monatelanger Kritik v. für freiheitliche Projekte wie WikiLeaks, OpenLeaks, AK Vorratsdatenspeicherung, AK Zensur und/oder Regensburg Digital usw. solidarischen Leuten, zurückgezogen werden soll.

    Anders gefragt, wem nützt es?

  14. raschida schreibt am :

    @ klar

    gerechnet wird immer unter dem Strich.
    Die angst vor dem Kontrollstaat liess ja auch eine wunderbare wand entstehen, hinter der sich viele verstecken konnten, die selber Täterinteressen haben. Logisch dass da wenige nicht gegen an kommen.

    Aber das wird sich ändern,,,,,,denn wenn ein mensch sich nach innen wendet und sich entwickelt, muss er keine angst mehr für einen überwachungsstaat haben.
    Hier werden eigene traumatische Erlebnisse ausagiert, das ist alles.

  15. raschida schreibt am :

    @ klar

    Ihre Art zu argumentieren und zu schreiben erinnert mich stark an Udo Vetter. Kennen Sie den?

    Das war doch der, der im Fall Mirko nichts besseres zu tun hatte, als gegen die damaligen Autokontrollen zu vettern oder?

    Ihr verstrickt euch allen Ernstes in höchstleistungen und es scheint euch völlig egal zu sein, dass währenddessen alle 4 minuten ein kind sexuell missbraucht wird?

    Ich werde mich auf derartige „Energiekämpfe“ garnicht einlassen,,,,,,das habe ich und andere, die ähnlichen denken wie ich,,,,,,nicht nötig!!!!!!!!!!

    Ich persönlich würde mich schämen, meine Zeit damit zu verbringen mit allen Mitteln der sprache zu meinem Ziel zu kommen und damit zu verhindern dass eben -nicht- mehr alle 3 oder 4 minuten ein kind sexuell missbraucht wird.

    Wenn sich die Menschen, die son Schiss vor kontrolle haben ersteinmal ihren blick ins eigene innere richten würden,,,,,,,,,,könnte wirkliche Schadensbegrenzung geschehen.

    Zur Sodomie sage ich nur,,,,,,dann ist das jetzt das Problem von den homosexuellen, dafür zu plädieren dass eben kein Huhn mehr missbraucht werden kann, nur weil die kontraktion des anus bei vorherigem zuhalten der kehle ein ganz besonderer Kick ist,,,,,,

    Ganz davon abgesehen, halte ich persönlich die abnormen sexualpraktiken aus der sado/maso szene auf keinen fall für „gesund“.
    Für mich bedeutet das alles ebenfalls „nur“ ein ausagieren von traumatischen Erlebnissen im eigenen Leben.
    Dies sollte auch tunlichst immer betont werden, damit heranwachsende auch genau wissen worauf sie sich da einlassen.

  16. kar schreibt am :

    „gerechnet wird immer unter dem Strich.
    Die angst vor dem Kontrollstaat liess ja auch eine wunderbare wand entstehen, hinter der sich viele verstecken konnten, die selber Täterinteressen haben. Logisch dass da wenige nicht gegen an kommen.“

    Eine Frage, sollen hier Gräben ausgehoben werden und über andere Köpfe hinweg entschieden werden, einen Weg zu gehen, der zu den größten Kollateralschäden führen wird, sollte der so durchkommen und dementsprechend weiter an den wirklichen Lösungen vorbei für irgendwas, was lügnerisch als Lösung, ja als Allheilmittel verklärend verkauft wird, zu arbeiten? Oder ist es mal möglich, einzusehen, dass es eine wirkliche Lösung, die man auch so nennen kann, längst gibt?

    „Aber das wird sich ändern,,,,,,denn wenn ein mensch sich nach innen wendet und sich entwickelt, muss er keine angst mehr für einen überwachungsstaat haben. Hier werden eigene traumatische Erlebnisse ausagiert, das ist alles.“

    Sehr schön geschrieben, nur… Ist Ihnen wichtiger, das statt Grundlagen für Aufklärung u. Strafverfolgung v. Verbreitern zu verbessern, lieber ein Stoppsignal zum Einsatz kommen soll, was nur die Verbreitung erschwert und als Nebenwirkung in zu vielen Bereichen Negativfolgen mit sich bringt?

    Es gibt Gründe dafür, gegen Netzsperren zu sein. Zunächst einmal, eben weil diese in hier bereits erwähnten Fragen keine wirklich hilfreiche Wirkung haben. Nebenbei würden zur technischen Umsetzung Softwarelösungen entwickelt, die insbesonders in Diktaturen gerne gekauft werden!

    In dem Zusammenhang sehr lesenswert: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Ueberwachungssoftware-fuer-aegyptische-Staatssicherheit-1203161.html

    Auch würden dadurch freie Softwareprojekte kriminalisiert. Hier nenne ich an der Stelle Namen! Da wäre zum einen OpenNIC, was eine allgemeinnützige Alternative zum irgendwann folgenden Angebot v. der ICANN darstellt, Domainendungen (TLDs) zu registrieren.

    Dieses Projekt wird v. einigen Linuxdistributoren u. Webentwicklern unterstützt.

    Falls Ihnen Linux nichts sagt… Die Mehrheit aller Internetseiten läuft auf Linux Server Systemen. Vielleicht auch diese Seite.

    Wie viele Städte, Gemeinden, allgemeinnützige Vereine u. Verbände könnten darüber betroffen sein, sobald Domainnamen gefragter wären, dass sie sich eben nicht für mindestens 185.000 US Dollar leisten können, ihren guten Namen zu verwenden und allgemeinnützige Lösungen wie OpenNIC in Deutschland illegal wären? Was würde wohl passieren, wenn Linuxdistributionen in Deutschland illegal wären, weil die dahinter stehenden Entwickler auch weiterhin eine Alternative zu einer Abzocke bei der Vergabe v. Domainnamen und/oder Netzensur in Asserbaidschan, China, Iran, etc. bieten wollen?

    Wollen Sie noch weitere Argumente gegen Netzsperren hören, oder merken Sie schon anhand dieser Beispiele, wie groß die Schäden sein werden, sollten Netzsperren jemals rechtsverbindlich sein?

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