Suche Opfer von Psychiater (Hannover 1968-1971)

15.04.2011

Hallo an alle,

ich suche Opfer aus der Zeit von ca. 1968 – 1971, die in Hannover bei einem bestimmten Psychiater waren und als Frauen von diesem sexuelle Angebote erhalten haben. Etliche von ihnen sollen in der Psychiatrie gewesen sein, weil niemand ihnen glaubte.

Zur Geschichte dieser Suche: Ich bin die Anja von “Ich kannte keinen Schnee” (Coming-out der Opfer).

Als ich es Jahre nach dem Missbrauch doch schaffte, mich jemanden anzuvertrauen, bekam ich in Hannover einen Psychiater genannt, der sich auf Missbrauchsfälle spezialisiert haben sollte…Stimmt! Nur anders, als ich ahnte!

In der zweiten Stunde bei ihm machte er mir ein sexuelles Angebot.
Ich gefiele ihm angeblich, er wollte mich mit Sex kurieren….

Es wurde so dreist, dass ich aus der Praxis flüchtete und mich erbrach.
Er hatte mich vorher bedroht, weil ich weinte. Mir würde niemand glauben, wenn ich das laut sage, er würde dafür sorgen, dass ich in die Psychiatrie käme…

Zwei Jahre später lernte ich einen wundervollen Nervenarzt und Psychologen kennen, dem ich das sagte. Er flehte mich an, mein Erlebnis publik zu machen. Doch ich war immer noch völlig eingeschüchtert.

Dieser Arzt sagte mir, es gäbe unzählige Frauen, die in die Psychiatrie eingeliefert worden wären wegen diesem anderem Arzt. Und alle hätten das Gleiche gesagt. Ich sei diese einzige Zeugin, die er hätte. Er wollte, dass ich gegen dieses Monster aussage. Und es sei auch unter der Hand längst bekannt, wie der vorgehe…nur ich könne ihm das Handwerk legen…

Aber ich war panisch, zu sehr hatte er mich bedroht…

Nun tut es mir leid, dass ich damals diesen Weg mit dem hilfreichen Nervenarzt nicht gegangen bin.

Der Name dieses angeblichen Arztes ist mir noch in Erinnerung.

Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, eine Entschädigung zu erhalten, wenn sich noch mehr Opfer finden. Denn bis heute sehe ich ihn vor mir, wie einen nicht endenden Alptraum…

Liebe Grüsse, Anja

28 Kommentare

  1. Caro schreibt am :

    Liebe Anja,

    Dein Mut ist grossartig!
    Leider stammte ich nicht aus dieser Region, aber ich wünsche Dir ganz ganz viel Erfolg damit!!!
    Kannst Du auch noch Kontakt zu dem anderen Arzt aufnehmen? Zu dem „Guten“? Vielleicht kennt er Patientinnen.

    Eine so unglaubliche Geschichte …

  2. Wilma schreibt am :

    Liebe Anja, ich bin an dem Namen dieses Psychiaters interessiert. Ich hatte selbst als Kind (1966) schwer traumatisierende Erlebnisse mit einem Angehörigen dieses Berufsstands. Allerdings nicht in Hannover, aber in der Region. Zu dieser Zeit haben sämtliche Naziärzte noch gelebt. Die konnten während des Krieges mit jungen Mädchen machen was sie wollten. Und nach dem Krieg haben sie einfach genauso weitergemacht.

  3. Anja57 schreibt am :

    Liebe Caro,

    vielen Dank!

    Aber jetzt, nach 40 Jahren, ist das ganz schwierig.

    Der „gute“ Nervenarzt hiess Dr. Winter und wohnte damals in der Marienstrasse in Hannover. Er dürfte längst verstorben sein, denn er war damals bereits kurz vor der Praxisaufgabe. Vielleicht gibt es aber eine Userin, die Ähnliches erlebt hat und danach zufällig bei ihm war?

    Ich habe das mit dem Psychiater so lange verdrängt – es kam erst durch diese Berichte hier wieder hoch…Ja, es ist unglaublich, und ich empfinde bodenlose Wut! Ich hatte ihm vertraut, hatte Hilfe erhofft…hätte ich doch damals den Mut von heute gehabt! Aber ich war zu traumatisiert!

    Jetzt würde ich kämpfen können…

    Liebe Grüsse, Anja

  4. Anja57 schreibt am :

    PS: Mit „verdrängt“ meine ich…ich habe immer wieder von einem Mann geträumt, den ich nicht zuordnen konnte. Er erschien als Albtraum. Ich nannte ihn den „Schattenmann“, still für mich.

    Erst durch diese mutigen Artikel wurde mir bewusst, wer das ist.
    Ich sehe ihn vor mir…jetzt ganz deutlich, jede Pose, jede Bewegung, sein höhnisches Lachen, sein Drohen…

    Und so einer nennt sich Arzt! Ja, das ist unglaublich!! Ach, hätte ich doch nur die Kraft zum Kämpfen gehabt…

  5. ludmilla schreibt am :

    Danke auch von mir für das Outing.Es ist so mutig,und gut das Du es nun öffentlich machst.Das Dir früher die Kraft fehlte ist so verständlich.Hoffe Du kommst weiter mit deinem Anliegen-dennoch ich findes es sehr gut das hier Dinge ganz klar benannt werden-für die es anscheinend möglich ist in“die Klappse“ zu kommen-und nicht deshabl weil man daran durchdreht sondern um beiseite geschafft zu werden.

  6. Anja57 schreibt am :

    Hallo, liebe Wilma,

    der Name begann mit dem Buchstaben „K“. Ist es der?

    Lieben Gruss, Anja

  7. Anja57 schreibt am :

    Liebe Ludmilla, genauso ist es!

    Ich erinnere mich immer mehr an Einzelheiten. Er hatte mir damals angekündigt, dass ich in der Psychiatrie 100 mal vergewaltigt werden würde pro Tag, mit Tabletten gefügig – also ruhiggestellt – gemacht würde und er auch vorbeikäme, um seine „armen verwirrten Patientinnen“ zu besuchen, die sich einbilden, sie seien Missbrauchsopfer….

    Danke, Herr Denef, für Ihre Mithilfe bei der Opfersuche!

    Liebe Grüsse,

    Anja

  8. Eike schreibt am :

    Es ist doch immer das gleiche Muster wie diese Monster handeln.
    Ich habe vor wenigen Jahren in einer psychosomatischen Klinik die gleiche Erfahrung mit einem Psychiater erleben müssen. Nachdem er sich mir direkt im ersten Gespräch angeboten hatte und ich sein Angebot abgewiesen habe, kamen auch Unterstellungen wie: ob ich mir sexuelle Gewalt nicht gewünscht hätte, ob ich mir den Missbrauch nicht engebildet hätte, etc. Der hörte garnicht damit auf. Dann hat er noch um sich zu schützen eine Diagnose gestellt, die mich vom Opfer zum Täter gemacht hat.
    Ich habe sogar Hilfe bei einer hochangesehenen Traumaspezialistin gesucht, die den Mann zur Rede stellen wollte. Als ich ihr den Namen der Klinik anvertraut hatte und sie dann wußte wer der Ärztliche Direktor der Klinik ist, hat sie einen Rückzieher gemacht.

    Wieviel Frauen, die schon bereits Missbrauchsopfer waren, haben noch viel größeres Leid in diesen Kliniken erleben müssen? Was ist das für eine Welt, in der Fachleute darüber Bescheid wissen und nicht konsequent eingreifen und diese Kriminelle anzeigen. Man könnte diese Psychiater doch ganz einfach mit einem attraktiven Lockvogel überführen. Warum macht das keiner? Sind wir es nicht wert?!

  9. hildegard schreibt am :

    @ Eike
    Es wäre HEUTE den Versuch wert, diesen belegbaren Fall unter den neuen Vorzeichen (mit oder ohne Expertin von damals) zur Anzeige zu bringen …

  10. Eike schreibt am :

    Hallo Hildegard,

    vielen Dank! Ich weiß, Du meinst es gut mit mir, aber leider reichen meine Beweise noch nicht aus. Letztes Jahr war ich noch bei Opferberatungsstellen, die mir alle glaubten, aber davon abrieten rechtlich vorzugehen, weil am Ende Aussage gegen Aussage vor Gericht stehen würde. Ich hätte ein Tonbandgerät dabei haben müssen, dann hätte ich handfeste Beweise. Aufgrund meiner gesundheitlichen Verfassung habe ich auch Angst, dass sich diese wieder verschlechtern würde.

  11. hildegard schreibt am :

    @ Eike
    Nimm Dich selbst raus! lass für Dich kämpfen! fürchte Dich nicht! Opferanwälte sollten JEDEN Fall aufzeichnen – dafür sind sie da und das kann man/frau jetzt erst recht erwarten …!

  12. Simone schreibt am :

    Hallo Eike,

    in welcher Klinik hatten Sie diese Missbrauchserlebnisse mit dem Psychiater? Mein Sohn und ich haben ähnliches erlebt, mit einem Pädagogen und Kinderpsychologen . Dieser wurde während der „Therapie“ auf.meinen Sohn übergriffig. Nachdem ich die Übergriffe beim Kinderschutzbund meldete, behauptete dieser Psychologe wir hätten Halluzinationen und würden uns alles einbilden – stellte uns Diagnosen um uns einzuschüchtern und um sich zu schützen. Ich suche weitere Betroffene dieses Psychotherapeuten der aus Bayern stammt und zuletzt in der Südpfalz eine Praxis hatte.Er „therapiert“ vorwiegend Jungen.Lt. Aussage des Kinderschutzbundes hat der Psychologe sich angeboten, missbrauchte Jungen zur weiteren Therapie zu übernehmen.Er wollte die Jungen vom KIBU geschickt bekommen, weil er sich auf Missbrauch „spezialisiert“ hätte.Auch in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen sucht er nach „Patienten“, bietet an die Jungen mal „anzuschauen“.

  13. ludmilla schreibt am :

    Tja,auch die kennen ihre Macht und nutzen sie zum Schaden anderer.Es ist soo traurig das gerade dann die Menschen die Ihre Macht nicht missbrauchen sie nicht gleich couragiert einsetzen.Noch manchmal über ihren Schatten springen.
    Doch manchmal da kann ich sie einwenig verstehen.Denn vor zwei Jahren,hätte mir jemand meine Geschichte erzählt-so hätte ich sie dann doch nicht geglaubt,ich hätte es für nicht möglich befunden,in meiner Naivität und meinem Glauben an die Gesellschaft und letztendlich auch in das Staatssystem.Das da vielleicht EIN krasser Fehler passiert,okay,aber nicht einen aneinandereihen von völligem Versagen, Fehlurteilen,Angst und faustdicken Lügen.Und mir fehlt inzwischen jegliches Verständniss dafür.Ah Faulheit und Inkompetenz habe ich noch vergessen.
    Warum kann ein manipulierender Missbraucher auch die anderen manipulieren – weil sie es so lieber haben.

  14. Eike schreibt am :

    Hallo Simone,

    die Klinik kann ich Dir nicht nennen, weil ich aus rechtlichen Gründen sehr vorsichtig sein muss! Ich kann Dir nur sagen, dass es eine Klinik in Baden-Württemberg war mit einem sehr bekannten Ärztlichen Direktor, der sich speziell mit Missbrauch auskennt. So auch sein Mitarbeit, nur auf eine andere Weise wie ich erleben mußte. Genau wie bei deinem Sohn!
    Diese Klinik behandelte erst seit kurzem Kinder.

    Von dem was du beschreibst, wie ihr „entmündigt“ wurdet, erkenne ich die gleiche Vorgehensweise wie bei meinem Täter und seinen Lobbyistenfreunden wieder. Ich finde es in eurem Fall nur so unfassbar, weil er bei einem Kind übergriffig geworden ist. Wenn ich mir vorstelle, dass ich schon fast „durchgedreht“ wäre, weil ich als Hilfsbedürtige von einem angeblichen Traumaspezialisten missbraucht wurde, wie soll das ein Kind überleben!!!? Und dann will er noch vom Kinderschutzbund weitere Kinder zur Verfügung gestellt bekommen. Ich verstehe den Kinderschutzbund auch nicht, warum schicken die kein Lockvogel mit einer versteckten Minikamera zu diesem Psychologen? Man würde den Mann doch umgehend überführen. Es macht den einfach zu viel Arbeit!! und es ist ihnen lieber so, wie ludmilla oben schreibt.

  15. Simone schreibt am :

    @Ludmilla
    manipulierende Missbraucher gibt es sehr viele, die tauschen sich über ihre Methoden aus. In unserem Fall hat dieser Therapeut Mitarbeiterinnen vom JA, Justiz u. a. Einrichtungen manipuliert oder es versucht. Man glaubt dem wahrscheinlich weil er mehrere Führungspositionen hat – in derPsychotherapeutenkammer, der SPD , Dozent an verschiedenen Schulen.

  16. Simone schreibt am :

    Hallo Eike,

    mir wurde für meinen Sohn die Kitzbergklinik in Bad Mergentheim (Baden – Württemberg) vorgeschlagen. Ärztl Direktor ist der bekannte Prof. Plassmann . Ich werde meinen Sohn aber nicht dorthin bringen, er möchte auch nicht. Er will nirgendwohin. Es war so schlimm für ihn und auch für mich: zuerst erlebte er Missbrauch u. Misshandlung durch den Vater, dann sollte er Hilfe durch einen Therapeuten bekommen – doch dort ging der Missbrauch weiter. Eine suspekte Kinderärztin schickte meinen Sohn zu diesem Therapeuten mit der Bemerkung, dass sie den Herrn A.K. gut kenne und dieser sich mit Missbrauch auskenne. Nachdem unsere Beraterin vom KIBU von dem Missbrauch durch den Therapeuten erfuhr riet sie uns Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.Als ich Anzeige erstatten wollte, sagte mir ein bestimmter Polizist,der für sein merkwürdiges Verhalten bekannt ist (Täterschutz) : Eigentlich müsste bei dem Therapeuten eine Hausdurchsuchung gemacht werden u. andere Kinder vernommen werden. AberNur weil ein kleiner Junge soetwas über den Herrn K. sagt, werden sie nichts unternehmen. Er rief die Beraterin des KIBU an und war um es milde auszudrücken, nicht sehr freundlich. Auf meine Frage, Ob es hier einen Pädophilenring gebe, antwortete die Beraterin : „Ja und wir sind auch schon bedroht worden“. Wahrscheinlich therapiert der Psychologe weiterhin Kinder.Die haben sich ein gut funktionirendes Netz aufgebaut.

  17. Eike schreibt am :

    Hallo Simone,

    zur Kitzbergklinik kann ich nichts sagen, die kenne ich nicht. Ich kann aber nachvollziehen, dass ihr euch schützen wollt und in keine Klinik fahren möchtet.
    Die Aussage des Polizisten „Aber Nur weil ein kleiner Junge soetwas über den Herrn K. sagt, werden sie nichts unternehmen“ ist eine Frechheit!
    Was heißt hier „Nur“? Hat ein Kind keine Rechte? Wieso sollte ein Kind auf die Idee kommen sich Übergriffe einzubilden? Kinder die schon Opfer waren, erkennen bewußt oder unbewußt wer sich ihnen gegenüber übergriffig und nicht übergriffig verhält – ihre „Antennen“ sind bereits geschult worden. Das Problem ist nur, dass sie in diesem Moment erstarren, sich aus dem erlernten Muster nicht befreien können und alles nochmal über sich ergehen lassen.
    Man sollte gesetzlich verbieten, dass ein Mensch soviele Machtpositionen einnehmen darf wie dieser Psychologe. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie der andere mit seinem „freundlichen“ Äußeren blendet /manipuliert, aber das ist nur eine Maske wie viele andere Täter sie auch aufsetzen- das wahre Gesicht haben die Opfer sehen müssen.

    Welche Macht und Beziehungen diese Menschen haben, erkennt man schon daran, dass der KIBU nichts machen kann, obwohl sie über den Pädophilenring Bescheid wissen und von denen bedroht werden.

  18. Wilma schreibt am :

    Wenn ich das hier so lese, dann habe ich große Angst um die Kinder, die in den Kliniken den Ärzten hilflos ausgeliefert sind. Erwachsene sollten psychosomatische Kliniken und Traumakliniken nur noch mit Aufnahmegerät aufsuchen, nicht nur wegen eventueller Belästigungen, sondern vor allem auch deshalb, um einmal dieses ungeheuerliche Dilettantentum aufzudecken, das da herrscht. Damit das mal schwarz auf weiß vorliegt, was die da den ganzen Tag so reden und vor allem dann: schreiben. Ein Kind sollte in keinem Fall in solch eine Klinik geschickt werden. Wenn ein Fehler passiert, dann ist es schon für Erwachsene ungeheuerlich schwer, sich zur Wehr zu setzen, bei einem Kind ist die Sache aussichtslos.

  19. ludmilla schreibt am :

    Es gibt ja noch persönlichkeitsrechte des angezeigten,habe ich mir dreimal bei der Anzeige anhören müssen.
    Die opferanwältin meinte-na wenn die klug sind hören sie auf bevor das kind fünf sechs jahre alt ist-ab dann wird ein Kind frühenstens ernst genommen.
    Na wenigstens nehme ich mein Kind ernst-pfffft.

  20. anon schreibt am :

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es auf Psychiatrien sehr viel Machtmissbrauch und körperliche Übergriffe gibt. Sexuellen Missbrauch habe ich zum Glück nicht vom Personal erfahren, nur von Mitpatienten.

    Als Traumapatientin war ich aber sensibilisiert und habe mich gewehrt – zum Glück hatte ich auch einen engagierten ambulanten Therapeuten, der auf mich aufpasste – und das hatte zur Folge, dass ich bei einer Klinik zwangsentlassen wurde, bei einer anderen Klinik Wideraufnahmeverbot erhielt, wiedermal woanders wurde ich auf illegale Weise in der Gummizelle eingesperrt, und es ist fast normal, dass man bewußt falsche Diagnosen gestellt bekommt, die geeignet sind, den Patienten unglaubwürdig erscheinen zu lassen.

    Bezeichnend war die Aussagen der Psychiater: „ich bin Psychiater – wenn ich behaupte, dass Sie selbstmordgefährdet sind, dann macht der Richter mit bei der Zwangsunterbringung“, „ich bin Psychiater und ich stelle die Diagnosen und nicht die Patienten“.

    Es ist klar, dass ein Traumapatient den Eindruck bekommt, dass die Ärzte auf Täterseite sind. Und ein Opfer scheut sich umsomehr vor einer Anzeige, denn man weiß ja, dass im Strafverfahren ein Psychiater (Gutachter) darüber entscheidet, ob man glaubhaft ist. Zu einem Psychiater hat man aber kein Vertrauen mehr.

    Ich muss aber dazu auch sagen, dass diese Kämpfe mit den Psychiatern mich letzendlich weitergebracht haben. Da habe ich gelernt, mich bei Drohungen und Übergriffen zu wehren. Ich habe da gelernt, Nein zu sagen, auch wenn die Psychiater und Pfleger im Krankenhaus mir sagen, dass wenn ich X nicht mache, ich in die Geschlossene gebracht werde usw. Dann sage ich, ok, ich mache X trotzdem nicht, und ich verweigere die Unterbringung in der Geschlossene, ich bin nicht selbstmordgefährdet und auch nicht fremdgefährdend. wenn Sie das machen wollen, dann müssen Sie das per Gewalt tun oder entsprechende Genehmigung vom Gericht einholen. Dann haben sie mich dafür gehasst und mich dann entlassen weil ich unkooperativ und behandlungsresistent wäre (und hat mir auch Hausverbot erteilt – was sich aber legal nicht durchsetzen lässt), aber mich in die Geschlossene bringen lassen haben sie dann doch nicht.

    Das war eine gute Übung für die Konfrontation mit dem Täter.

    Das Problem mit sexuellem Missbrauch in der Therapie ist mittlerweile hinreichend bekannt und ist im StGB enthalten (hier muss der Täter nur die Behandlungssituation und seiner Position ausgenutzt haben, man muss keine Gewalt nachweisen), §174 c StGB gilt aber nur für Taten nach der Gesetzesänderung.

    Es gibt natürlich auch gute Psychiater. Also wäre es schade, wenn man sich von einer Therapie zurückschreckt, aus Angst, wieder missbraucht zu werden. Aber wenn man in eine Klinik geht, empfiehlt es sich, draußen einen Ansprechspartner zu haben (Angehörige, Hausarzt, ambulanter Therapeut usw.), der notfalls eingreifen kann.

    Anja, ich denke, eine Entschädigung ist nicht drin, damals war sexueller Missbrauch in der Therapie nicht strafbar (es sei denn es war eine Vergewaltigung, aber selbst dann wäre es jetzt verjährt), und zivilrechtlich als Behandlungsfehler ist das auch verjährt. Aber wenn er immer noch praktiziert, was wahrscheinlich aber auch nicht mehr der Fall sein sollte, wäre der Ärztekammer Niedersachsen der richtige Ansprechspartner.

    Sexueller Missbrauch in der Therapie bei Kindern soll beim Runden Tisch Kindessmissbrauch auch ein Forschungsthema sein.

    Bei dem Runden Tisch Kindesmissbrauch finde ich es schade, dass man den Fokus nur auf Kinder hat. Die erwachsenen Opfer werden außer Acht gelassen.

  21. Eike schreibt am :

    @anon,
    Wenn man liest, wie mit Dir in der Psychatrie umgegangen wurde, braucht man keine Psychohorror-Romane mehr zu lesen. Ich bin wirklich froh darüber, dass ich niemals Patientin in einer Psychatrie gewesen bin.
    Ich glaube, dass nicht viele Menschen so stark sind wie Du! Viele hätten aufgrund ihrer bereits bestehenden Traumatisierung, dieses unsensibele, machthaberische Verhalten der Psychatrie nicht verkraftet, wären völlig zusammen gebrochen oder vielleicht noch schlimmeres.
    Du schreibst:“Dann haben sie mich dafür gehasst und mich dann entlassen weil ich unkooperativ und behandlungsresistent wäre“
    Wie kann man einen Patienten nur „hassen“. Die scheinen einen absoluten falschen Beruf ergriffen zu haben. Die sollten zuerst an ihrer eigenen Lebensgeschichte arbeiten, bevor sie ihren „Hass“ unangebracht an hilfebedürftige Menschen auslassen. Ich weiß nicht, ob Du Alice Miller kennst, aber ich mußte da direkt an ihren Artikel über Hass denken, den sie auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.

  22. anon schreibt am :

    Ich denke, dass einige Psychiater erst recht den Beruf ergriffen haben, weil sie dadurch Macht ausüben können. Das ist ja der Bereich in der Medizin, wo die Patienten entmündigt werden können, die Patienten in der Psychiatrie sind eben hilfsbedürftig.

    Dazu kommt natürlich noch das Unwissen des Personals für das Thema. Da werden Schizophrenie-Patienten und Trauma-Patienten auf einer Station behandelt, von Anfänger-Stationsärzten, welche zwischen Halluzinationen und Flashbacks nicht unterscheiden können (weil sie beides noch nie gesehen haben) und völlig überfordert sind.

    Und dann denke ich, dass wenn diese Ärzte selber nicht weiter wissen, sie dann auf mich hören könnten (weil ich weiß ja, was mir gut tut), aber das tun sie nicht.

    Ich habe auch versucht zu erklären, dass es gerade bei Gewaltopfern, die schon Hilflosigkeit erlebt haben, es zwecksmäßiger wäre, wenn man sie ruhig fragt „Wollen Sie eine Beruhigungstablette haben?“, statt irgendeine Tablette in den Mund zu schieben zu versuchen zusammen mit der Drohnung „Wenn Sie den Mund nicht aufmachen, kommen Sie auf die Geschlossene!“ (gerade wenn der Patient überhaupt nicht aggressiv ist oder so).

    Die Chefärzte usw. haben mir sogar hinterher zugestimmt.

    Aber einer sagte mir dann, dass das Personal mit Traumapatienten überfordert wäre, weil das Thema noch neu wäre – und dass diese Behandlung für Traumapatienten schlecht ist, aber dass sie für Schizophrenie Patienten gut wäre. Und dass Traumapatienten eigentlich nicht in Psychiatrien gehören. Aber ich kenne es von Schizophrenie-Patienten, dass auch sie diese Art Behandlung in Psychiatrien nicht gut finden, und dass sie für sich was anderes wünschen. Sie wollen auch gehört werden und ernst genommen werden. Aber auf Psychiatrie-Patienten hört die Gesellschaft noch weniger zu als auf Gewaltopfer. Und Gewalt in der Psychiatrie ist ein ganz großes Tabuthema – in der Gesellschaft, weil keiner sich für die „Verrückten“ interessiert, und in vielen Betroffenenkreisen auch, weil es oft für Betroffene in Akutfall keine andere Möglichkeit gibt als die Psychiatrie und man den Betroffenen natürlich nicht zusätzlich Angst einjagen möchte.

    Direkt nach meiner Strafanzeige gegen Vergewaltiger schickte mich mein Therapeut und die Polizei ins Krankenhaus, erstens weil sie sich Sorgen machte um meine Gesundheit, und weil sie sich Sorgen machte wegen der Reaktion der Täter – und was sagt mir der diensthabende Psychiater da? „Sie erzählen Geschichten und spielen Ihre Symptome vor, um sich interessant zu machen, Die Behandlung besteht darin, Sie nicht zu beachten, damit Sie merken, dass Sie mit Ihren Geschichten nicht weiter kommen“. Toll.

  23. Eike schreibt am :

    @anon
    Die Unterstellungen des Psychiaters sind nicht nur völlig unverschämt, sondern er zeigt damit auch deutlich, dass er überhaupt kein Ahnung hat von der menschlichen Seele.
    Selbst wenn es so wäre, dass du dich hättest interessant machen wollen, was ich nicht glaube, hätte sich der Psychiater überlegen müssen, wass die Ursache dafür ist, dass sich ein Patient interessant machen möchte.
    Ich kann mir vorstellen, dass das bei emotional vernachlässigten Menschen auftritt oder vielleicht eine Art Übersprungshandlung ist für ein erlittenes Trauma, welches man noch verdrängt. Also selbst in diesem Fall dürfte ein Arzt nicht sagen: „Die Behandlung besteht darin, Sie nicht zu beachten, damit Sie merken, dass Sie mit Ihren Geschichten nicht weiter kommen”

    Unfassbar wie grausam Psychiater sein können! Schlimm ist, dass die so eine Machtposition haben. Ich wundere mich darüber, warum Psychiater meinen mit ihren Diagnosen richtig zu liegen. Man mag fast meinen die seien schizophren, weil dieses Krankheitsbild auch beinhalten kann, dass Schizophrene glauben anderen Menschen in die Köpfe schauen zu können.

  24. Simone schreibt am :

    @ anon

    Das was Du über den Psychiater schreibst, haben wir bei einem Kinder-u. Jugendpsychotherapeuten erlebt. Der wäre „spezialisiert“ für Kindesmissbrauch, hieß es. Wie spezialisiert der war hat mein Sohn erfahren müssen Der Herr Alfred K. unterstellte zuerst meinen Sohn ( mein Sohn war im Grundschulalter), er würde mir vom Missbrauch durch den Vater erzählen, um sich bei mir wichtig zu machen u. um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Psychologe deckte den Täter, wurde später selbst während der „Therapie“ auf meinen Sohn übergriffig . Jetzt sitzen die Täter gemeinsam „in einem Boot“ und agieren auf die perfideste Art gegen uns.

  25. anon schreibt am :

    @Eike

    Die Sache ist ja, dass die Psychiater eigentlich gar keine Beurteilung über meinen psychischen Zustand hätte geben können, weil dieser „Beurteilung“ kam direkt beim Aufnahmegespräch, sprich nach vielleicht 1 Minute. Vorher kannten sie mich gar nicht.

    Mein Therapeut hatte mit dem diensthabenden Psychiater sogar vorher telefonisch gesprochen und ihm erklärt, worum es bei mir geht. Und das wurde auch übergangen.

    Ich kenne auch persönlich Menschen, die sich tatsächlich interessant machen z.T. mit Lügen, weil sie gelernt hatten, dass sie nur so überleben können. Aber erstens hatten diese Menschen ihre Gründe dafür, dass sie sich so verhalten mussten (dann müßte man das akzeptieren und erst danach zusammen gucken, dass man sich heute anders verhalten kann), und zweitens sollten die Psychiater nur diese Lehrbuchmeinung auf alle Patienten blind übertragen.

  26. Eike schreibt am :

    @anon

    Echt heftig wie der Psychiater deinen Therapeuten übergeht und dann seine „Beurteilung“ nach der kurzen Zeit! Würde mich interessieren, ob er das aus rechtlichen Gründen überhaupt darf! Hört sich nach einem schweren Behandlungsfehler an, der bei Traumapatieten zu noch einem schwerwiegenderen Vertrauensverlust führen kann. Man kann keinen Patienten behandeln, wenn dieser kein Vertrauen mehr hat. Der hat überhaupt keine Ahnung dieser Psychiater!

  27. jutta kral schreibt am :

    Hallo,
    auch D. meine Pflegetochter und ich sind Opfer eines Jugendamtes in Berlin und der Psyol. vom St. Nikolaiheim Sundsacher.
    Nachdem D. von Frau E. vom Jugendamt Berlin Treptow entführt wurde
    und sie erfahren hat, das ich missbraucht wurde, ging die Hetzjagd, vergleichbar mit den Hexenverfolgungen im Mittelalter, los. Wer missbraucht wird/wurde, missbraucht auch selber wurde bei uns angewendet. Nein ich bin als Missbrauchte keine Missbrauchende – Niemals! Und die Psychl. wertet alle Symptome der Trennung und der AMDS meiner Pflegetochter als Missbrauchsymptome. Sie lebte nicht nur meiner Meinung nach, ihre eigenen sex. Phantasien an den Kindern aus. Mit Suggestivfragen an Denise hatte ich auf einmal viele Männer, obwohl ich seit 1984 nie einen Partner hatte. Ich bin ein Wrack, kann nur noch mit Erwerbsminderungsrente 50% arbeiten…
    Niemand sagt mir wo D., heute 23 Jahre alt lebt und wie es ihr geht.
    Ich wünsche mir nur noch mit D. zu sprechen. Vielleicht legen sich dann meine Depressionen als 1 Symptom meiner PTBS.
    Vormundschaftsgericht, Jugendamt und Heim glauben sex. Missbrauch durch mich und meine Familie zu verhindern und geben damit dem Missbrauch durch E. Doose ihr Einverständnisse. Wer und Wo kann uns geholfen werden? Wer hat hat auch solche bitteren Erfahrungen gemacht? Ich danke allen für ihre Beiträge und wünsche Euch viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen JK

  28. Doro schreibt am :

    Der Pflegevertrag wurde durch Jutta aufgelõst.
    Alles Andere ist gelogen

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