Wieder ein Schäfchen ins Trockene gebracht

15.04.2011

Es hat lange gedauert, bis ich meinem Therapeuten zustimmen konnte: Ja, ich hatte eine Missbrauchskindheit. Es waren nie die wirklich heftigen Sachen…

Mein Vater war Maler und er hat mich gezwungen, nackt für ihn Akt zu stehen. Meiner Mutter hatte ich gesagt, dass ich das nicht wolle, aber sie schaute nur zu.

Ich wuchs in einer sexualisierten Atmosphäre auf, wurde beim Wandern, wenn ich hinterm Baum austreten musste, fotografiert, im Restaurant nannte mich mein Vater einmal „mein Fickerle“. An einen Übergriff, wie man ihn sich eben vorstellt, kann ich mich nicht erinnern, obwohl mein Therapeut davon überzeugt ist, da ich von einer bestimmten Szene immer wieder Flashs u.a. habe. In späteren Jahren, etwa ab meinem 8. Lebensjahr, begann mich mein Vater verbal massiv zu demütigen. Ich sei dumm, unnütz, solle am Besten den Mund halten, wenn ich mit Menschen zu tun habe. Meine Mutter hat sich in Alkohol und ihre Arbeit gestürzt, während er pensioniert zuhause war. Alleine mit mir.

Mit 17 Jahren war ich vollkommen ausgehungert nach Zuwendung und Geborgenheit. Auf Besinnungstagen meiner Klasse (katholisches Mädchengymnasium) lernte ich Pater Gerd S. kennen. Er führte ein Meditationsspiel über die Skulptur „Russische Bettlerin“ von Ernst Barlach durch, in dessen Verlauf er einige von uns in die Arme nehmen konnte. Die Idee des Spiels: jeweils die Hälfte der Klasse sollte wie die Bettlerin mit verbundenen Augen und ausgestreckter Hand darauf warten, dass jemand kommt, die Hand nimmt, aufhilft und dann durch den Raum führt. Ich kann mich noch sehr gut an meine Gefühle erinnern, als sich die große, warme Hand des Paters in meine legte. Ich fühlte mich plötzlich wahrgenommen, liebens-wert, lebens-wert. Ich hatte Tränen in den Augen. Nach den Besinnungstagen schrieb ich euphorisch diesem Pater einen Brief, in welchem ich mich für diesen Impuls bedankte. Er nahm Kontakt mit mir auf, wir trafen uns, er schlug mir ein Brieftagebuch vor, um mich mit meinem schwierigen Elternhaus seelsorgerlich begleiten zu können. Natürlich nahm ich begeistert an und schrieb wie eine Wilde! Wir trafen uns, wenn er in der Gegend war, er nahm mich immer wieder in die Arme, nahm beim Spazieren meine Hand.
Bald darauf, ich war immer noch 17, besuchte ich ihn über ein Wochenende in seinem Pfarrhaus in Mühlenrahmede. Dort kam es dann zum Übergriff… und wie immer in meinem Leben würde ich jetzt am Liebsten schreiben: Ich mache nur halbe Sachen. Er war „nur“ mit den Fingern zugange, in mir, danach in meinem Mund, immer und immer wieder, stöhnte, usw. Ich weiss noch, dass ich irgendwann auf den Funktionsmodus geschaltet hatte: „Das muss doch jetzt einfach so sein, Du darfst Dich nicht wehren“. Aber ich fühlte, dass irgendetwas nicht richtig war. Immerhin konnte ich irgendwann sagen, dass ich müde sei und er liess von mir ab.
Das eigentlich Schlimme für mich damals war: Ich hatte tagsüber einen meiner Briefe bei ihm auf dem Schreibtisch gesehen – ungeöffnet. Er lachte darüber, in einer Mischung aus Spott und Verlegenheit. So wie er auch am Abend zuvor lachte, als er mich zum Abendessen mitbrachte und seine Mutter schimpfte: „Jetzt hab’ ich aber genug“.
Meine Prägung, die ich in späteren Jahren immer wieder bestätigt bekam: Ich selber mit meinem Wesen, mit meinen Gedanken und Gefühlen, meinen Nöten bin nicht interessant. Nur mein Körper. Und ich erhalte Zuwendung nur, wenn ich diesen Körper hergebe. Meine Reaktion darauf: Aus Angst, wieder so verletzt zu werden, hatte ich damit begonnen, meinen Körper anzubieten, sobald ein Mann auch nur ein bisschen nett mit mir gesprochen hatte, auch, wenn es nur rein menschliches Interesse war. Welcher Mann sagt dann schon nein? Zahllose heillose Beziehungen waren die logische Folge.
Nach meinem Besuch damals in Mühlenrahmede habe ich den Kontakt mit Herrn S. abgebrochen und auch alle meine Briefe zurück verlangt, die ich dann später weggeworfen habe. Als wir uns kurz nach meinem Besuch noch mal trafen  und ich ihm sagte, dass ich den Kontakt abbrechen wollte, sagte er, ich sei dagelegen wie ein Engel.

Lange Jahre habe ich diese Geschichte als Affäre abgelegt. Bis ich sie eines Tages eher zufällig meinem Therapeuten erzählte. Das war vor gut 1 Jahr. Er schüttelte den Kopf und sagte: „Das war ein sexueller Missbrauch. Sie waren eine Schutzbefohlene.“ Nach und nach wagte ich dann den Schritt und nahm Kontakt mit einer Beratungsstelle auf. Ein Psychologe der Lebensberatung Trier hat dann zwischen mir und dem Orden vermittelt und da beginnt nun das zweite Kapitel des Missbrauchs.

Gleich zu Beginn schrieb Herr S. (ich entziehe ihm die Bezeichnung „Pater“) eine Stellungnahme, in welcher er Bereitschaft signalisiert, „an der Aufarbeitung des angerichteten Unheils mitzuwirken und Konsequenzen zu tragen“. (Diese Stellungnahme liegt mir schriftlich vor). Im gleichen Bericht schreibt er, dass Prof. F. P. ihm im Jahre 2004 bescheinigt hatte, keine pädophilen Neigungen zu haben. Erstens frage ich mich, warum es dieses Gutachten überhaupt brauchte, was war der Auslöser? Und zweitens: Pädophilie ist nur die Spitze des Eisberges, wie man dem Positionspapier von NetzwerkB entnehmen kann. Auch ein Mann ohne pädophile Neigungen kann Kinder, Jugendliche und Erwachsene missbrauchen. Stichwort: Macht- und Abhängigkeitsverhältnis. Darüber hinaus machte S. 1992 / 93 eine Therapie, die er in diesem Zusammenhang erwähnte. Ein weiteres Fragezeichen.
In einer nachgereichten Stellungnahme zwei Monate später dann klingt alles etwas anders und S. stellt sich als schwach gewordenes Opfer meiner Suche nach Geborgenheit dar. (Auch dieser Bericht liegt mir vor).
Vom Orden wurde signalisiert, dass man an Aufklärung interessiert sei und es wurde die Erfüllung unserer Forderungen zugesagt:
1.    Abzug aus der Jugendpastorale (welche aus Altergründen sowieso vorgesehen war, folglich nicht als Konsequenz anzusehen ist)
2.    eine finanzielle Beteiligung an meinen Therapiekosten (ist in Höhe von € 3500.- erfolgt)
3.    eine Selbstanzeige, wozu von der Deutschen Bischofskonferenz in Abschnitt IV ihrer Leitlinien geraten wird

Letzterem widersetzte sich S., sodass der Ordensobere Herr W. uns zusagte, dies stellvertretend zu übernehmen. So weit so gut.

Zwischen dem Ordensoberen und uns bzw. meinem Vermittler, war Transparenz abgesprochen worden, d.h. sich immer gegenseitig über die jeweiligen Schritte zu informieren. Was von Herrn W. nicht eingehalten wurde: Er hat ohne uns zu fragen, geschweige denn zu informieren, meinen detaillierten und intimen Bericht beispielsweise an ebendiesen psychiatrischen Forensiker Prof. F. P. weiter gegeben, der in der Ettal-Affäre involviert war. Ebenso im Jahre 2000 im Fall M.: Dieses Mädchen war bestialisch ermordet und ihre Leiche geschändet worden, der Täter nahm sich das Leben. P. sprach von Doppelselbstmord. Sein Prinzip: Täterschutz.
So bekam ich von ihm, nicht etwa nach einem persönlichen Gespräch, sondern lediglich aufgrund meines Berichtes, über ein paar Ecken sein Urteil zu hören: „Es kann gar nicht sein, dass durch dieses einmalige, erotische Erlebnis einer 17- oder 18-jährigen Frau ein lebenslanges Trauma entsteht, zumal sie selbst schreibt, dass sie in Kindstagen missbraucht wurde.“
Aufgrund dieser Aussage kam es in meiner Ehe zu einer massiven Krise, die zu einem Zusammenbruch und einer beruflichen Auszeit mit Klinikaufenthalt im Herbst 2010 führte.
Des Weiteren wurde mein Bericht an eine Anwaltskanzlei weiter geleitet, welche die Strafbarkeit und Verfolgbarkeit überprüfen sollte. Mein Bericht war durch so viele Hände gegangen, von so vielen fremden Augen gelesen worden – ich fühlte mich nur noch beschmutzt.
Trotz dem Resümee des Anwaltes, dass die Tat, sofern überhaupt verfolgbar, verjährt sei, sicherte uns Herr W. die Anzeige zu, was sich aber über Wochen und Monate verschleppte. Auf Telefonate meines Vermittlers hin sicherte der Augsburger Anwalt J. schliesslich mehrmals zu, genau an diesem Tag die Anzeige an die zuständige Staatsanwaltschaft abzuschicken – was er dann aber kein einziges Mal einhielt.
Dann ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe meine Deckung verlassen und mit Kopie an diverse Adressen, darunter der Missbrauchsbeauftragte des Claretinerordens und die für die Deutsche Bischofskonferenz tätige Juristin, Herrn W.und Herrn J. geschrieben, dass ich mit meiner Geschichte, insbesondere mit dem Verhalten des Ordensoberen, an die Öffentlichkeit gehen würde, wenn das Verfahren nicht eingeleitet würde. Was mir als freie Journalistin ein Leichtes wäre. Und siehe da: Nach einem ungläubigen Zögern erfolgte die Tat: Rechtsanwalt J. konnte meinem Vermittler berichten, dass er die Anzeige abgeschickt hat (allerdings an die falsche Staatsanwaltschaft … ) und von Herrn W. erhielt ich einen netten Brief im Sinne eines Schlussstriches.

Happy End?
Bis heute habe ich, trotz mehrmaliger Mails und zuletzt aufgesetztem Druck, keine schriftliche Bestätigung des Rechtsanwaltes erhalten, dass die Anzeige wirklich gemacht wurde. Und S.? Anfangs Jahr hatte Herr W. meinem Vermittler erzählt, S. wolle aus dem Orden austreten, weil er seitens seiner Mitbrüder Rückhalt in dieser Sache vermisst habe (Man stelle sich vor!). Trotz der schriftlichen Versicherung Herrn W. in seinem Schlussbrief bezüglich der Versetzung S. und der Zuteilung eines neuen Arbeitsbereiches reist S. immer noch im süddeutschen Raum umher, wohnt immer noch in seinem alten Kolleg in Weissenhorn, leitet Besinnungstage für Frauen und Eheseminare. Nach wie vor liest man in der Zeitung von seinem Charme, von seinem Humor. Die Aufarbeitung hat für S. keinerlei sichtbare Konsequenzen, er zeigt keinerlei Schuldbewusstsein keine Bussfertigkeit, genießt großen Freiraum. Und solch ein Pater soll pastorale Aufgaben ausfüllen dürfen? Welch ein Hohn, ein Schlag ins Gesicht!

Es braucht viel, bis ich aufhöre zu kämpfen. Mittlerweile bin ich in die nächste Runde gegangen.

Zum Bild:
Letztes Jahr besuchte ich das Ernst Barlach-Haus in Hamburg und setzte mich ausgiebig mit der Skulptur auseinander, die damals alles ins Rollen gebracht hatte.

18 Kommentare

  1. Sascha schreibt am :

    Vielen Dank,für Deinen Mut und Deine Kraft,ja, wir hören nicht auf und gehen in die nächste Runde…mutig und zielgerichtet um der Wahrheit einen Namen zu geben.Sascha

  2. Caro schreibt am :

    Danke, Sascha!

  3. Zeitzeuge schreibt am :

    Danke für die Bestimmtheit und den Mut, mit dem du das Geschehene klar benennst. Das Verhalten und die (Nicht)Reaktion des Ordens klingt im Muster leider sehr vertraut!
    Die Fragwürdigkeit eines Gutachtens wurde in vielen Fällen hier bereits im Forum diskutiert.
    Auch bei den Missbrauchsfällen des Ordens der Herz-Jesu-Missionare in Homburg wurde mit ähnlicher Vorgehensweise ein ehemaliger Pater von Bischof Ackermann wieder mit Gemeinde und Jugendarbeit betraut, der Bischof weihte kürzlich Seite an Seite mit diesem Mann eine Kapelle ein, betend begleitet von einem hochrangigen Politiker des Saarlandes.
    Ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer!

  4. Eva schreibt am :

    Ich bewundere deine Kraft !

    Die meisten Mißbrauchten leiden das ganze Leben nur vor sich hin, ohne dass sie die Kraft haben ein bißchen „Recht“ zu bekommen.

  5. Caro schreibt am :

    Danke, Zeitzeuge
    Klingt vielleicht komisch, aber ich bin froh zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin. Und Bischof Ackermann kam mir noch nie koscher vor …

  6. Doro schreibt am :

    Zitat: „Meine Prägung, die ich in späteren Jahren immer wieder bestätigt bekam: Ich selber mit meinem Wesen, mit meinen Gedanken und Gefühlen, meinen Nöten bin nicht interessant. Nur mein Körper. Und ich erhalte Zuwendung nur, wenn ich diesen Körper hergebe. Meine Reaktion darauf: Aus Angst, wieder so verletzt zu werden, hatte ich damit begonnen, meinen Körper anzubieten, sobald ein Mann auch nur ein bisschen nett mit mir gesprochen hatte, auch, wenn es nur rein menschliches Interesse war. Welcher Mann sagt dann schon nein? Zahllose heillose Beziehungen waren die logische Folge.“

    Das ist sehr treffend geschrieben und beschreibt eine der zahllosen Folgen von solcherart traumatischen Übergriffen und seelischen Misshandlungen innerhalb der Familie. Und es ist nur zu verständlich, dass dies die Gefahr für weitere sexuelle Gewalterfahrungen deutlich erhöht!

    Wer sich mit den komplexen Zusammenhängen und Folgen von sexualisierter Gewalt in der Kindheit auseinandersetzt, weiß das. Das Problem ist, dass diese Zusammenhänge und Folgen größtenteils immer noch verleugnet und stattdessen die Betroffenen für ihre Überlebensstrategien (und -leistungen!!!) stigmatisiert und beschämt werden.

    Einer von vielen Skandalen, die man als Betroffene/r erleben und erleiden muss. Denn es ist ein Leiden und ein enormer Kraftaufwand, dies alles zu überleben, trotz dieser Last weiterzuleben und dann auch noch jedem bornierten Außenstehenden Erklärungen liefern zu müssen, die er eh nicht versteht (und/oder abwehrt). Dazu kommt eine kollektive gesellschaftliche Weigerung, die Tatsachen und Zusammenhänge endlich anzuerkennen und den Betroffenen endlich die Unterstützung und Rehabilitation zukommen zu lassen, die ihnen helfen könnte, mit ihrer nicht mehr änderbaren Geschichte zu leben.

  7. Simone schreibt am :

    Ich finde es gr0ßartig und sehr mutig , dass Sie so gegen dieses Verbrechernetz kämpfen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft für den weiteren Kampf.

  8. Caro schreibt am :

    Danke!

  9. Anja57 schreibt am :

    Danke für diesen Bericht!
    Und weiterhin viel Mut und Erfolg auf Ihrem Weg!

  10. Caro schreibt am :

    Was für ein erbärmlicher Versuch: heute wurde auf der Weissenhorner Website die Vortragsliste von Pater Gerd S. gelöscht.

  11. Sascha schreibt am :

    Das ist allerdings ein erbärmlicher Versuch….wir schaffen trotzdem was wir wollen, oder jetzt erst recht….Sascha

  12. Caro schreibt am :

    Danke, Sascha!

    Ich glaube, als neulich bei der Schöpfung der Mut verteilt wurde, habe ich zweimal aufgestreckt…. *seufz*

  13. raschida schreibt am :

    @ Caro

    Auch ich will Dir Dank sagen für deinen Mut.
    Dein „seufz“ in Deinem zuletzt geschriebenen Kommentar zauberte ein „Lächeln“ in mein Gesicht. Dies sind die kleinen „momente“ die ich immer wieder als den Hauch „Klasse“ bezeichne. Ohne diese könnte ich mein starkes „Lebensgrundgefühl“ nicht wahrnehmen. Für heute hast Du also dieser Energie neue Kraft gegeben,,,dafür danke ich.
    Ja caro,,,,mach weiter so,,,,wir sind es, die Wegweiser geben können, um den Menschen zu helfen, ihren verlorengegangenen Mut und ihr positives Denken wieder zu entdecken.
    Auch wenn wir als Opfer bis zum heutigen Tage unaussprechliche Probleme immer noch haben mit dem „reagieren“, so bauen wir unser Haus dennoch stets wieder aufs Neue auf,,,,dies ist unsere Aufgabe und der Glaube, dass wir aufgehoben sind, auch wenn wir nur „agieren“ können noch viel zuoft,,,,der trägt uns weiter in die Zukunft.

  14. Caro schreibt am :

    Mein Mut hat sich gelohnt: Ich bin auf Menschen in der Kirche gestossen, die betroffen waren von meiner Geschichte! Die bereit zu Konsequenzen sind, die mir zugehört haben und MIR eine grössere Priorität eingeräumt haben. Mir: Damit meine ich nicht mein Ego, sondern das OPFER.
    Man redet ja immer davon, dass man solange noch Opfer ist, solange der Täter nicht verurteilt ist, usw. Oder dass man sich selbst im Oferstatus hält, solange man ständig an der Geschichte arbeitet, in der Wunde wühlt und puhlt. Mag sein. Ich mag den Begriff eh nicht und bezeichne mich lieber als Betroffene. Also Opfer fühle ich mir nur in dieser Zeit, in der diese Geschichte sich abspielt.
    Aber heute Morgen ist mir klar geworden: Im Laufes des letzten Jahres, während dem Kontakt mit dem Orden, bin ich wieder zum Opfer geworden. Von Eigeninteressen, von Täterschutz. Das wird mir jetzt bewusst, wo ich auf Menschen in der Kirche stossen, die mich mit offenen Ohren, Armen und Herzen aufnehmen.
    Das ist für mich der erlebte Unterschied zwischen Jesus und den Pharisäern.

  15. astrid schreibt am :

    @Caro: Zuhören ist schön. Aber sonst? Früher oder später kriegen Menschen, die den Ego-Trip der Institution nicht mitmachen eine auf den Deckel. Wegen Kindesvergewaltigung wird keiner exkommuniziert. Wohl aber wenn einer der Institution schadet oder diese meint, er schade (zelebrieren ökumenischer Gottesdienste z.B.) Insofern: Mit Vorsicht genießen . . .

  16. raschida schreibt am :

    @ caro
    das mit dem Opferstatus stösst mir oft auch auf,,,
    Einfach gesagt, dass man nicht glücklich ist solange man die Opferrolle nicht aufgibt. Leere Phrasen in meinen Augen, von Leuten die nicht wissen was es heisst seelisch tot zu sein.
    Wer sich nicht quälen lassen will in unserem psychosadismussystem, der hat verloren, egal ob es dasselbe blut ist was einen aussortiert oder nicht.
    Und klar muss ich diese meine Entscheidung untermauern indem ich gas gebe und sehe dass ich lieben Menschen begegne die auszugleichen in der Lage sind, was ich nicht zu leisten vermag,,,,
    Und klar muss ich lernen zu leben ohne weiter mit meinem Schicksal zu hadern.
    Und klar muss ich meine Wut und meinen Hass in konstruktive Bahnen lenken um Selbsjustiz zu vermeiden,,,

    JEDOCH,,,,,eine Begegnung wird kommen, irgendwo, irgendwann und irgendwie.
    Erst dann wird meine Seele die Bestätigung erhalten, dass es mir ernst war / ist mit meinem Unterfangen.

    Je länger wir darauf „warten“ „müssen“, je höher wird die messlatte des Ausgleichs für die Täter.

    Dass unsere Gesellschaft es zulässt, dass Menschen aus dieser Verzweiflung heraus von diesen Psychosadisten bis an den rand des Selbstmordes getrieben werden ist eine nackte Tatsache.

    Wir haben den Auftrag es uns gutgehen zu lassen, mehr können viele von uns nicht tun,,,,

    Wenn überhaupt von aufgeben der opferrolle gesprochen werden kann, dann nur, wenn wir es schaffen, diese herzlosen Kreaturen mit Verachtung zu strafen. Und das ist ein Kapitel für sich wie viele Betroffenen ja wissen.

    Oft wird es auch falsch verstanden und fällt dann unter „Einigung mit den Tätern“. Was dann als „verzeihen“ oder „kompromiss“ gesehen wird ist nichts als eine Täuschung,,,,,Diese Menschen sind in der tat noch in ihrer opferrolle gefangen.

  17. Caro schreibt am :

    Ende März hat der Rechtsanwalt aus Augsburg meinem Vermittler telefonisch mitgeteilt, dass er die Anzeige im Auftrag des Ordens soeben bei der Staatsanwaltschaft Trier eingereicht habe.
    Misstrauisch, wie ich bin, habe ich dort nachgefragt, heute kam die Antwort:
    „(…) teile ich Ihnen mit, (…) dass ein Schreiben eines Rechtsanwaltes J. hinsichtlich eines Herrn S. bei der Staatsanwaltschaft Trier bis zum heutigen Tage nicht eingegangen ist.“

    Ich fühle mich an der Nase herumgeführt …

  18. Caro schreibt am :

    Er ist wieder aufgetaucht.
    In einem ordenseigenen Kloster (den päpstlichen, nicht bischöflichen Gesetz unterstellt) führt er nun Eheberatungen und -begleitungen durch.
    Nu, wer hofft, von einem Pater seine Ehe gerettet zu bekommen, ist selber schuld.
    Abgesehen davon ist er von die Diözese her in dieser Region von Aufgaben entbunden.

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