Seligsprechung von Johannes Paul II

28.04.2011: netzwerkB Pressemitteilung

Pressemitteilung (als PDF herunterladen)

Betroffene zur Seligsprechung von Johannes Paul II

Dazu erklärt Norbert Denef, Vorsitzender von  netzwerkB.org:

„Nicht nur für mich persönlich, sondern weltweit für viele Opfer, die als Mädchen und Jungen in der Amtszeit von Papst Johannes Paul II missbraucht wurden, ist diese Seligsprechung Salz in ihre tiefen, noch immer frischen Wunden. Auch während seines Pontifikats wurden Verbrechen nicht nur in Deutschland, sondern in vielen anderen Ländern, darunter den USA und Mexiko, vertuscht und verschwiegen. Anstatt einen toten Papst selig zu sprechen, sollte Kirche den Opfern helfen. Beten und um Vergebung bitten ist höhnisch. Den Zeitpunkt der Versöhnung können nur die Opfer selbst bestimmen.“
Eine ausführlichere Stellungnahme von Norbert Denef findet sich in DIE ZEIT (28.4.2011), s. unter:
http://netzwerkb.org/2011/04/28/beten-statt-helfen

Dazu erklärt Barbara Blaine, Präsidentin und Gründerin von SNAP:

“Hunderte von Sexualverbrechen durch Geistliche jahrzehntelange zu ignorieren ist nicht „eine“ schlechte Entscheidung. Es waren Hunderte von Entscheidungen, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Er ignorierte die zu Lähmungserscheinungen führende und manchmal vermeidbar Gewalt an Hunderttausenden von Hilflosen. Die Missbrauchs-Krise ist kein einmaliger „Schlag“ oder „Entgleisung“ oder Indiskretion oder gefühlloses Verbrechen. Sexualisierte Gewalt ist tief in der Kultur und Praxis der katholischen Priester und Bischöfe verwurzelt, sogar noch tiefer verwurzelt, weil Johannes Paul II. jahrzehntelang Misshandlungen im Wesentlichen tolerierte.”

netzwerkB.org (Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt) ist eine unabhängige Interessenvertretung.
Betroffene setzen sich für die Rechte Betroffener ein, indem sie das gesellschaftliche Schweigen brechen, über Ursachen und Auswirkungen sexueller Misshandlung informieren, beraten und sich für konkrete Veränderungen stark machen.

netzwerkB.org kooperiert weltweit mit Netzwerken wie dem SNAP (Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester www.snapnetwork.org) und unterstützt die Netzwerkbildung der Überlebenden.

netzwerkB bittet darum an Opfer die netzwerkB-Kontaktdaten weiterzugeben und Kontakt-Email (info [at] netzwerkb.org) und Website (www.netzwerkB.org) zu veröffentlichen.

SNAP  ist seit 1988 die Stimme der Opfer von sexualisierter Gewalt und Missbrauch
SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests) ist das Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (www.SNAPnetwork.org) und hat 9000 + Mitglieder in den USA und der ganzen Welt.
SNAP ist die größte und aktivste Unterstützungsgruppe von Menschen, die von religiösen Autoritätsfiguren (Priestern, Bischöfen, Diakonen, Nonnen und anderen) verletzt wurden. SNAP ist unabhängig und ist nicht mit der Kirche oder Kirchenautoritäten verbunden. SNAP ist für die Opfer eine Selbsthilfegruppe um einander zu heilen und zu helfen.

SNAP sitzt in Chicago. Bei SNAP vertreten die Opfer von sexuellem Missbrauch die Interessen der Opfer. Barbara Blaine, eine Sozialarbeiterin, ist SNAP-Gründerin und Präsidentin der Organisation.

SNAP kooperiert in Europa mit lokalen Netzwerken wie www.netzwerkB.org in Deutschland oder Österreich und unterstützt die Netzwerkbildung der Überlebenden.

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