Das Fest

11.05.2011

3sat.de am 24.05.2011 um 20:15 Uhr

Das Fest
Spielfilm, Dänemark 1997

Regie: Thomas Vinterberg
Länge: 101 Minuten
Zu seinem 60. Geburtstag lädt der erfolgreiche Hotelier Helge Klingfeld-Hansen den erweiterten Familienkreis auf seinen Landsitz ein. Nach und nach treffen auch die erwachsenen Kinder des Jubilars ein. Sehr bald wird klar, dass sie alle eine Last mit sich tragen. Seit dem Selbstmord von Pia, einer weiteren Tochter, sind erst wenige Wochen verstrichen. Eine drückende Stimmung liegt über dem Festtag, die sich schließlich in der Tischrede von Christian, dem ältesten Sohn des Patriarchen, entlädt: Vor allen Anwesenden klagt Christian den Vater an, ihn und seine Zwillingsschwester Pia jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Christian gibt dem Vater die Schuld am Freitod von Pia. Nach anfänglicher ungläubiger Empörung über Christians skandalösen Auftritt wendet sich die Stimmung schließlich gegen Helge. Die Gäste wollen so schnell wie möglich abreisen, um sich dieser erdrückenden Situation zu entziehen. Doch der Koch, der Christian zu dieser Abrechnung mit dem Vater Mut machte, hat alle Autoschlüssel verschwinden lassen. Die Familie ist einander ausgeliefert und muss sich der Situation stellen. 
Im ersten „Dogma 95“-Film seziert der dänische Regisseur Thomas Vinterberg mit verstörender Intensität seine Figuren und sein bürgerliches Milieu. Die Regeln der „Dogma 95“-Bewegung – unter anderem keine zusätzliche Beleuchtung oder Filter, direkt aufgenommener Ton – sind die ideale ästhetische Gestalt für Vinterbergs schonungsloses Familienporträt. Der mit dem Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes 1998 ausgezeichnete Film zählt zu den Meilensteinen des Kinos der 1990er Jahre. „Das Fest“ verdankt seine Unmittelbarkeit besonders den hervorragend und rückhaltlos agierenden Darstellern, den grobkörnig-authentischen Bildern einer entfesselten Handkamera und prägnanten Dialogen. 

“Das Fest“ ist der Auftakt eines monothematischen Abends in 3sat, der um 22.25 Uhr mit dem Dokumentarfilm „Und wir sind nicht die Einzigen“ über die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule fortgesetzt wird.

3 Kommentare

  1. Anna M. schreibt am :

    Empfehlenswert!

  2. Larissa schreibt am :

    Ich fand den Film auch gut.
    Vor allem , wie die anderen dann mit Christian umgegangen sind .
    Das er eh viel in Psychiatrien war ,das was er sagte man nicht glauben sollte .

    So ist es ja auch , wie so oft mit den Opfern umgegangen wird .
    Ich fand den Film realistisch hart .
    Der wurde nach dem “ wir sind nicht die einzigen “ noch mal gesendet , als Wiederholung .

    Mfg Larissa

  3. Renate Ziegler schreibt am :

    Den Film hab ich schon 2 mal im Fernsehen gesehen, das erste mal zufällig mittendrin eingeschaltet. Hat mich zutiefst bewegt. Ich habe mir dabei vorgestellt, daß ich auch mal auf einem Familienfest die lieben Verwandten mit all dem konfrontiere, was ich erlebt habe und was ich weiß. Ich hab mich mit dem Hauptdarsteller identifiziert und es hat mir ein unglaubliches Vergnügen bereitet ihm zuzusehen. Für mich ist der Film eine wunderbare Vision von einem „Opfer“, daß seine Opferrolle verläßt. Auch wenn meine Geschichte ganz anders ist, so ist es doch immer gleich: Sie wollen es nicht wissen, sie wollen gepflegt feiern…“und es ist doch auch schon so lange her, und kannst Du die Vergangenheit nicht mal ruhen lassen. Schau doch mal nach vorn, es ist doch nicht mehr zu ändern….“ („hör doch auf uns damit zu belästigen. Nein wir wollen nicht so genau wissen, was es mit Dir gemacht hat und warum das alles so kam und was wir damit zu tun haben und daß es Deiner Mutter auch schon passiert ist und was das mit ihrer gescheiterten Ehe zu tun haben könnte, daß es ihr Geheimnis war. Wir wollen diese Dinge nicht wissen. Wir wollen heute fröhlich sein und nicht so schreckliche Sachen hören“ sagen sie nicht, aber sie denken es)

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