Pilgerverbot: Hochwürden darf nur allein durch den Wald

16.05.2011

derStandard.at 16. Mai 2011, 18:16

Von Geistlichen geführte Jugendgruppen dürfen nicht mehr ohne Eltern durch einen steirischen Wald nach Mariazell wallfahren

Der Besitzer droht mit Anzeigen und kritisiert den Umgang mit Missbrauchsfällen.

Graz – So manches Verbotsschild ziert bereits die heimischen Wanderwege. Mitunter folgt auf den Tritt in die Mountainbike-Pedale eine Anzeige, oder es wird der übervolle Schwammerlkorb ein Fall für die Exekutive. Doch besonders heikel wird es ab sofort in einem 120 Hektar großen Wald in der Obersteiermark. Dort herrscht nämlich jetzt zwischen Flora und Fauna „Kleriker-Verbot“. Und das ausgerechnet auf einem Pilgerweg nach Mariazell.

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6 Kommentare

  1. ludmilla schreibt am :

    Super und genial und Hochachtung!Und konsequent.Hoffentlich bringt es noch mehr Leute auf so gute Ideen.

  2. kar schreibt am :

    „Wenig Freude hat die Diözese Graz-Seckau. „Diese Art von Generalverdacht und -verurteilung ist weder rechtlich noch moralisch haltbar und strikt zurückzuweisen. Wir vermuten billigen Aktionismus auf Kosten einer seriösen Auseinandersetzung mit der schwierigen, komplexen Thematik sexuellen Missbrauchs“

    Wie es im Text erwähnt wurde, der Eigentümer sei Betroffener. Und in dem Zusammenhang wertet man bei der Kirche den cleveren Vorstoß als unmoralisch… Geht’s noch?

    Die haben zumindest nicht erkannt, dass in dieser Zeit die Kirche als moralische Instanz so kläglich gescheitert ist, dass jeder Versuch der Kirche, für Moral und „Werte“ zu werben, so keinen Anklang mehr findet. Was tut man bei der Kirche denn bitte schön anderes, als Personen und Personengruppen zu beschimpfen, sich politisch gegen Menschenrechte zu engagieren und die Meinungsfreiheit zu bekämpfen bzw. für politische Gegner v. für Meinungsfreiheit eintretende Politiker zu werben? Es ist schade, dass nicht mal geschaut wird, wie sich alle Kritiker an der kath. Kirche mal zusammenschließen könnten, um sich für eine konsequente Trennung v. Kirche u. Staat und für die Durchsetzung v. mehr Meinungsfreiheit in Rechtsfragen, die kirchliche Einrichtungen betreffen, zu engagieren.

    Vor einigen Jahren gab es die Situation in Deutschland, dass, nachdem eine kirchliche Einrichtung durch weltfremde Ansichten in die Kritik kam und dementsprechend in einer v. dem Bundesamt für politische Bildung geförderten Schülerzeitung berichtet wurde, soweit, dass ungestraft gegen die involvierten Redakteure wüste Drohungen im Internet veröffentlicht wurden. Konsequenz gegen diese wüsten Drohungen mit Namensangaben gegen die Redakteure? Keine! Stattdessen wurde lediglich zum dem voran gegangenen Artikel eine Gegendarstellung in der Schülerzeitung durchgesetzt!

    Siehe auch:
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,596970,00.html
    http://www.miz-online.de/node/103

    Auch gibt es bis heute Webprojekte wie kreuz.net, die für manche die „reinste Wahrheit“ verbreiten.

    Es gäbe also viel zu tun, religiöse Fundamentalisten in den Kirchen in ihre gesetzlich vorgegeben Schranken zu verweisen und zu erreichen, dass diese endlich einmal begreifen mögen, dass die Zeit rum ist, in denen diese unter Missachtung geltenden Rechts machen können, was sie wollen!

    Was bringt die Kirche mehr zum rasen, als Werbung für Verhütung, bzw. Informationen zu heterodoxen Gruppen?

    Deshalb, warum nicht mal etwas mehr Werbung machen?
    Zum Beispiel für:
    http://www.bravo.de
    http://bit.ly/lwzgiO (Netdoktor Artikel)
    http://www.pille.com
    http://www.queer.de
    http://www.volkerbeck.de
    (Liste ließe sich für eine Linkliste fortsetzen)

    Die beworbenen Seiten sind auch nicht verboten!

  3. Bernd schreibt am :

    Das ist mal eine gute Aktion!!
    Zumindest sorgt sie dafür, dass das Thema in der Öffentlichkeit präsent bleibt.
    Zur Nachahmung empfohlen!

  4. Eike schreibt am :

    Zitat:
    „Wenig Freude hat die Diözese Graz-Seckau. „Diese Art von Generalverdacht und -verurteilung ist weder rechtlich noch moralisch haltbar und strikt zurückzuweisen. Wir vermuten billigen Aktionismus auf Kosten einer seriösen Auseinandersetzung mit der schwierigen, komplexen Thematik sexuellen Missbrauchs“, sagt Bischofssprecher Georg Plank.“

    Es ist schmerzlich, wenn man liest, wie schnell aktiv die Kirche wird und zu Aussagen bereit ist, wenn es um ihren Selbstschutz geht.
    Wenn Sie sich genauso verhalten würden, wenn es um die Betroffenen von sex. Gewalt geht, würde die Kirche vielleicht an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.

  5. hildegard schreibt am :

    … übrigens: Ist es üblich, auf Pilgerwegen in der Nacht zum Karfreitag per Lautsprecher für eine Handvoll Katholiken die „Königin des Friedens“ um Fürbitten anzurufen? – – – ich frag ja nur mal …
    Für Mensch und Tier eine Zumutung / Stichwort: Selbstüberschätzung.
    Für mich ein letzter Anstoß: Austritt / Karfreitag 2011

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