Kirche tut ein bisschen Buße

18.05.2011: taz

Die Nordelbische Kirchenleitung gesteht Versagen bei der Dienstaufsicht ein. Disziplinarrechtlich vorgehen will sie nicht – anders, als es ein Gutachter anregte….

…Die Kirche hatte bereits am Vortag mit Opfern gesprochen, allerdings wollten sich von denen nur vier auch an dem Gespräch beteiligen. „Wir werden benutzt, um das Ansehen der Kirche kosmetisch gut aussehen zu lassen“, erklärte der Verein „Missbrauch in Ahrensburg“. Auch Norbert Denef, Vorsitzender der überregionalen Betroffenen-Organisation „NetzwerkB“, der uneingeladen an der Kieler Veranstaltung teilnahm, nannte das Ergebnis unbefriedigend: „Es gilt das Bibelwort: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“

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11 Kommentare

  1. Anonym schreibt am :

    Es passt zwar nicht direkt zu diesem Artikel. Aber mir ist etwas zu dazu eingefallen. Möchte meine Gedanken niederschreiben:

    Ich mache mir seit dem sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer viele Gedanken. Ich fühle mich allein gelassen. Zu Ostern dieses Jahres (2011) bin ich alleine in eine Kirche gegangen und wollte für mich ein wenig zu Ruhe kommen. Dort fand ich zur Fastenaktion 2011 von Misereor ein Text aus der Bergpredigt des Neuen Testaments:

    „ICH war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben.
    ICH war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben.
    ICH war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen.
    ICH war krank und ihr habt mich besucht.
    ICH war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“
    (MT25,31ff)

    UND weiter:

    „Herr Jesus Christus, hilf uns in den Notleidenden DICH zu erkennen.“
    (Ostern: Misereor – Ihr Hilfswerk „Menschenwürdig leben. Überall!“.
    [Misereor kommt aus dem Lateinischen (lat. misereor) und heißt übersetzt: „Ich erbarme mich“.]

    Gilt dieser Text nicht sowohl für Christen in der evangelischen als auch katholischen Kirche?
    Jetzt bleibt mir die Sprache weg. Ich frage die Diözese Bamberg, aus der ich komme, wer ist für Sie hungrig, wer für sie, durstig ist, oder obdachlos oder krank ist. – Ich wurde von den Demütigungen und den Verletzungen und Grenzüberschreitungen krank. Wer ist der Gefangen ist und in Ketten gelegt wurde, da man mir sagte, dass ich nichts in der Öffentlichkeit sagen darf? Wer ist für Sie Notleidend?

    Leider habe ich bei den Geprächen dort nur Zyniker und Egozentriker vorgefunden, alles verbitterte Menschen. Hass auf die Menschen, auf die Welt, weil sie so schlecht ist. Keinen aber habe ich gefunden der einen die Frohe Botschaft verkündet. Die wissen gar nicht was das mit einen macht!!!

    Die Kirche hüllt sich gerne in den Schein den Heiligen. Leider aber innen leer. Und die Kirche wundert sich immer noch, warum so viel Protest da ist; warum die Kirche (egal, ob sie katholische oder evangelisch) überall so scharf kritisiert wird. Ich würde mal, wenn ich in der Kirchenleitung wäre, mich fragen, warum so über die Kirche geschimpft wird. Die Kirche meint, mit ihr wird nur Schabernack gespielt. Die meinen immer noch, die tun es aus böser Absicht.
    Deshalb wurde auch ja auch in kirchlichen Einrichtungen geschlagen, wie die Prügellehrer aus Ettal, den ehemaligen Leiter der Regensburger Domspatzen, die einfach das Verhalten von einigen Schülern nicht verstehen. Gefragt hat man die Schüler nicht – aber geschlagen wurde.

    Das sind meine Gedanken dazu… für heute erstmal.

  2. Sascha schreibt am :

    Deine Gedanken sind so enorm wichtig und mich erinnern sie an den Satz –
    „denn sie wissen nicht was sie tun“
    Du hast genau beschrieben,dass sie sehr wohl wissen was sie tun.

    Warum sonst traut sich ein Pastor in keine Diskussion und meint er verstehe von alldem nichts.weil er nicht auf sich schauen kann oder weil er weg schaut ?
    Ich war hungrig und ihr schicktet mich fort : im Namen von Jesus,aber genau das hätte er nicht getan….er hätte gesagt….ATEH MALKUTH VE GEBURAH VE GEDULAH LE OLAM …..das heißt,denn auch DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT…..Er hätte meinen Hunger gestillt…..die Kirche tat das nicht ! Sascha

  3. anon schreibt am :

    Ich habe mich damals auch gefragt, warum ich als Opfer gedroht werden muss, in die geschlossene Psychiatrie eingesperrt zu werden (wahlweise Gummizelle oder Fixierung) – aber dass der Täter sich draußen frei bewegen darf. Es sollte doch andersrum sein?

    In der Schulzeit war ich in so einem Kultur/Sozialprojekt drin, wo die jugendlichen Kulturschaffende ins Gefängnis gingen und für die Insassen Aufführungen gemacht haben. Durch den Kontakt sollten die Jugendlichen sollten Vorurteile gegen Straftäter abzubauen – und die Insassen sollten sozialisiert werden. Damals fand ich das Projekt gut – aber seit meinem Vergewaltigungserlebnis sehe ich das anders.

    Zu der Bibelstelle kann ich nicht viel sagen, da ich nicht christlich bin. Für meine Eltern war Religion jeglicher Art suspekt, von daher bin ich nicht religiös erzogen worden (und war eher positiv überrascht, als ich mal von einer Notfallseelsorgerin – einer Pastorin – sehr gut und einfühlsam betreut wurde). Aber eines interessiert mich doch: diese missbrauchenden Priester, kommen sie nach dem Tod in den Himmel? Ich dachte, dass sie in der christlichen Religion zwar Fehler machen dürfen, aber sie müssen doch vor dem Tod beichten und Buße leisten, um in den Himmel zu kommen? Haben diese Priester keinen Respekt vor Gott?

  4. Sascha schreibt am :

    Oft sind die missbrauchenden Priester nicht wirklich Priester.Der Job wird gut bezahlt und mit der Sühne-Lösung fängt ihr Glauben an,denn sie glauben Gott verzeiht und bringt sie unbeschadet in den Himmel.In den Himmel nun vielleicht irgendwann,aber wie so ein Un-Mensch da hinkommt liegt am gelebten Leben—-na dann sei ihnen Gott gnädig—-oder auch nicht — amen.Sascha

  5. hildegard schreibt am :

    @ anon
    Nein! Diese Priester und all die von diesem Virus (u.a. durch sie!) infizierten Täter haben nie Respekt gelernt, so wie der Mann aus Nazareth Respekt meinte – keinen Respekt vor sich selbst, keinen Respekt vor den Menschen an ihrer Seite, keinen Respekt vor Gott.
    Was immer wir uns unter Gott vorstellen mögen, was immer wir unter Himmel verstehen können – deren Gott und deren Himmel samt Hölle kann uns gleichgültig sein und bleiben in alle Ewigkeit. Amen
    p.s.: gestern erfuhr ich, der Papst habe die ‚Vorhölle‘ abgeschafft – was, bitte, hat dieses pseudochristliche Reglement im 21.Jh. zu suchen?

  6. Sascha schreibt am :

    Kirche tut ein bisschen Buße und Landtagsabgeordneter der CDU bietet ab 26.Mai in Neubrandenburg Hilfe an und hat ab dem Datum ein Sorgentelefon eingerichtet. 0395/3797890
    Welches jeweils Donnerstags von 14-16 Uhr genutzt werden kann.

    “ der Abgeordnete Günter Rühs bietet damit allen Bürgern Hilfe und Unterstützung bei der Klärung ihrer Anliegen an“.

    Genau diesem Abgeordneten sendete ich auch sämtliche Unterlagen und bat um Hilfe.Das nicht nur einmal,aber Antwort kam nicht und meine damalige Bitte um Hilfe war verzweifelt.
    Was kann man also von dem Sorgentelefon halten ? Sascha

  7. anon schreibt am :

    Wie gesagt, ich bin nicht christlich oder religiös erzogen worden.

    Aber mir tat bei der Verarbeitung des Erlebten gut, mir vorstellen zu können, dass es irgendwo ein höheres Wesen gibt, der alles gesehen hat, und die Wahrheit weiß. Die Justiz half mir ja nicht, und da sitzen auch nur Menschen.

    Und die Vorstellung gab mir Kraft.

    Und da habe ich gedacht, dass das „Glaube“ sein muss, und wahrscheinlich was die Christen unter „Gott“ versteht.

    Wenn die Prister keinen Respekt vor bürgerlichen Gesetzen haben, weil sie meinen, dass sie in einer geistigen-religiösen Welt leben, was besser sei als die weltliche Welt – diesen Gedankengang könnte ich verstehen. Wenn sie aber Priester sind und nicht mal vor dem eigenen Gott Respekt haben, dann ist es nur ein Job, was sie machen.

  8. Maria Thule schreibt am :

    Dieses das von dir vorgestellte Wesen oder diese Macht, von der du sprichst, ist in gleich welcher Ausformung, erdacht oder in Realität, eine Verarbeitungshilfe, denn du nimmst ja an, dass ein GOTT mehr ist als der Mensch, mehr als das Übel, das man dir zugefügt hat, mehr als das schlichtweg Böse. Der Priester, der mich über Jahre (ab meinem dreizehnten Lebensjahr) sich verfügbar gemacht hat, sprach gerne von Gottes Liebe: „Wenn Gott Liebe ist, dann kann er nichts dagegen haben, dass er(der Priester) mich liebt“. Was wusste ich damals schon von Gottesliebe!? Ich konnte nichts dagegen setzen und musste mich dieser Deutung ergeben, also sie für wahr halten…
    Priester und Erwachsene, die pädophil handeln, diese Überzeugung habe ich heute, sind in ihrer sexuellen Entwicklung gestörte Wesen.
    Ihre Opfer widerum werden durch deren ausgelebte Störung massiv in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Scham und Schuld sind ihre ständigen Begleiter. Immense Kraft ist oft aufzubringen, das Geheimnis zu wahren, um den Missbrauchenden zu schützen, dem man sich schuldig fühlt. Alle Werte und Bewertungen sind verdreht. Großes Unverständnis ( was nicht sein kann, auch nicht sein darf!) vonseiten naher Verwandter oder Bekannten.
    Lasst uns lernen stark zu sein im Aushalten, ein Opfer g e w e s e n zu sein!

  9. Majerus Guillaume schreibt am :

    Etwas ist mir immer wieder aufgefallen bei all diesen Kommentaren, nämlich dass die wenigsten Schreiber die Geschichte der Kirche kennen.
    „Werft zunächst die Pfaffen aus den Häusern und aus den Schulen und den unvernünftigen Glauben aus dem Herzen – das weitere findet sich von selbst.“ So schrieb Otto von Corvin in seinem „Pfaffenspiegel“ um das Jahr 1845. Wenn nur einer von Euch Kommentatoren dieses Buch lesen würde, so würde er sofort verstehen wie krank diese Kirche und mit ihr alle ihre Prälaten wirklich sind. Niemand sollte das nun als Vorwurf aufnehmen.
    Die Kirche lebt davon, dass ihre Mitglieder ihre eigene Geschichte nicht kennen – oder eben nur das kennen was die Kirche ihnen erzählt hat, und davon ist das meiste nur Lüge gewesen.
    Ich möchte nur damit ausdrücken, dass man niemals, ich wiederhole niemals, gegenüber diesen kriminellen Kirchenprälaten nachgiebig und verzeihend sein darf, sie müssen verfolgt werden als das was sie sind, ganz gemeine Verbrecher. Sie sind weder als heilig noch als respektabel zu betrachten, denn alle diese Namen und Eigenschaften haben sie sich selbt gegeben; und es gibt keine einzige wirkliche „Autorität“ unter ihnen.
    Das Christentum ist und bleibt ein religiöser Irrtum; damit verweise ich auf eine religionswissenschaftliche Arbeit in dem Buch von Proff. Gustav Mensching „Der Irrtum der Religion“. Wenn jemand sich ernstlich mit den sogenannten „heiligen Schrifften“ beschäftigen möchte, so kann ich raten die angegebenen beiden Bücher zu lesen.
    Abschießend kann ich nur sagen, dass im Hinblick auf das Geschehen, die sogenannte „christliche Nächstenliebe“ dermaßen perveriert wurde, dass sie mit der eigentlichen, ursprünglichen christlichen Religion nichts mehr, aber auch gar nichts mehr gemeinsam hat.

  10. hildegard schreibt am :

    Danke, Majerus Guillaume! Sand wurde uns allen in die Augen gestreut – das Amtskirchentum ein einziger Etikettenschwindel – Verrat am Menschsein.

  11. Heinrich Bruns schreibt am :

    Danke Majerus Guillaume. Ich durfte den Pfaffenspiegel und Vatikan A.G lesen. Das ganze Monster Kirche hat mit vorgelebter Nächstenliebe absolut null komma nichts zu tun. Selbst der 2 Weltkrieg ist von den Kirchen mit unterstützt worden. Bin Laden war ein Handlanger der Amis. Adolf Hitler ein Handlanger der Kirchen. Die Päpste haben nur ein Ziel: Eine Weltreligion und es ist ihnen keine Greueltat zu schade, dieses Ziel zu ereichen. Jedenfalls hat Jesus genau das Gegenteil gelehrt, wie das was die Kirchen in fast 2000 Jahren nach gelebt haben.

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