Weitere Opfer im Odenwald

17.09.2011

Frankfurter Rundschau 17.09.2011

Der Betroffenen-Verein „Glasbrechen“ geht von 500 missbrauchten Schülern aus. Der Vorsitzende Adrian Koerfer kritisiert zudem die zurückhaltende Aufklärung durch das neue Führungsteam der Odenwaldschule.

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11 Kommentare

  1. Hamlet schreibt am :

    Der zweite, ausführliche Artikel hierzu, ein Gastbeitrag von Adrian Körfer vom Betroffenenverein Glasbrechen, ist online in der FR abrufbar: http://www.fr-online.de/missbrauch/missbrauch-weitere-opfer-im-odenwald,1477336,10863712.html

    Er beschreibt vor allem die Geschichte des fortgesetzten Versagens gerade der Schule, die sich als das Mekka der Pädagogik verstand und verstanden wurde. Bevor Menschen wie Hans Brügelmann vom reformpädagogischen Lobbyverband “Blick über den Zaun” sich gegen die hervorragend dokumentierten Thesen von Jürgen Oelkers wehren, sollten sie zuerst vielleicht einmal Fragen, warum scheitern wir Reformpädagogen schon wieder und erneut und gerade an “unserer Schule”, wo wir uns doch gerade Menschlichkeit, Mitverantwortung, Zivilcourage auf die Fahnen geschrieben haben. Für die Reformpädagogik findet Bildung immer in der Zukunft statt: ein auf dem Rücken der Kinder ausgetragener, selbstverliebter und egoistischer Traum von Menschheitsverbesserern, die die Verantwortung für ihr Tun und Handeln stets von sich weisen…
    The same old song von Edelstein über Höhmann zu Brügelmann… weder schwarz noch weiss, weder Fisch noch Fleisch: Opportunisten.

  2. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Diese gesamte Reformpädagogik inklusive Hodenwaldschule ist doch einfach nur kompletter pädosexueller Schwachsinn für Doofe .

  3. rasch schreibt am :

    @ ex odenwalsschüler
    krimminelle Päderasten sind die für mich

  4. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    @rasch.:Das stimmt.Für mich sind diese Typen Schwerverbrecher !!!!

  5. Lena schreibt am :

    Eiskalte Wut – habe gerade auf ZEIT Online den Artikel „Odenwaldschule – Missbrauchsskandal offenbar größer als angenommen“ gelesen, über die Aussage von Glasbrechen e.V., es sei von ca. 500 Opfern auszugehen (statt 130).

    Empfinde eine eiskalte Wut, wenn ich einige Kommentare dort lese.

    Wie diesen hier:

    Kommentar Nr. 16:

    „Unsere Zukunft wird zerstört.

    Unglaublich, das ist das erste Wort was mir dazu einfällt.

    Die Odenwaldschule ist nicht die einzige Schule wo Kinder vor fast schon 30 Jahren missbraucht wurden. Aber man hat es auf die OSO in speziell abgesehen. 500 Opfer können es sowieso nicht sein, denkt mal realistisch darüber nach.

    Natürlich, es ist schrecklich was damals die Opfer durchgemacht haben, unvorstellbar, ich halte selbst nichts davon. Aber lasst es doch mal sein, ihr denkt ihr greift die Lehrer an, und all die, die dort zuständig sind. Doch ihr greift uns an, die Schüler! Ihr seit dabei UNSERE Zukunft zu zerstören, unser Abitur, unser Lebenslauf, unser Leben. Wir lernen dort zurzeit, wir versuchen das Beste aus unserem Leben zu machen, doch man lässt uns nicht in Ruhe. Damit macht ihr uns auch zu Opfer.“

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-09/missbrauch-skandal-odenwaldschule?commentstart=9#comments

  6. Hamlet schreibt am :

    @Lena.
    Den find ich sogar noch verständlich. Ist ein heutiger Schüler, der das schreibt. Was er, ungewollt, zum Ausdruck bringt: Dort ist nichts angekommen, die Schüler fühlen sich verfolgt und bedroht durch die Betroffenen, weil die Schule sich verfolgt fühlt, zu Unrecht angegriffen. Der Stress wird weitergegeben und führt zu einem gruppendynamischen Prozess: Ihr da draussen, wir hier drinnen.
    Das Versagen liegt nicht beim Schüler, das Versagen findet in der Vermittlung statt und für die ist unter anderem, im Wesentlichen, die Schule zuständig. Gäbe es wirklich eine gesunde, eine ehrliche und empathische Überzeugung, dann wäre die erste Reaktion Verständnis und Interesse am verursachten Leid. Hier kommt nur zum Ausdruck: Ihr stört, ihr habt mit uns nichts zu tun, wir haben mit euch nichts zu tun. Das alles ist Schnee von gestern… Dass da aber etwas heute! und für die Zukunft in der Vermittlung sozialer Grundwerte schief geht, dass sieht die Schule garnicht. Schon wieder: 100 Jahre leben lernen, aber wenn’s drauf ankommt, nichts dazu gelernt haben… Ist zum Lachen, wenn’s nicht zum Heulen wäre…

  7. Lena schreibt am :

    Danke Hamlet, für Deine Gedanken dazu. Du meinst, man sollte von den einzelnen SchülerInnen nicht verlangen, was die Schule als Ganze nicht leistet? Vielleicht können das Teenager / junge Erwachsene nicht, wenn zumindest von Elternseite auch nichts kommt und es überfordert sie tatsächlich. Ok. (oder: nicht ok, ist aber so).

    Ich hatte eher das Gefühl, da sieht jemand nur seine beruflichen Chancen, die er vermeintlich gefährdet sieht durch den Schulnamen – bitte, wenn das so wichtig ist, kann ja jeder die Schule wechseln. Die zukünftigen EX-Schüler müssen vielleicht gelegentlich mit hochgezogenen Augenbrauen klarkommen, sonst ist ihr Leben nicht beeinträchtigt. Die Betroffenen der Übergriffe dagegen stehen ihr Leben lang auf der Kippe. Da fehlt mir dann das Mitleid wirklich.

    Was mich bei dem obigen Kommentar so aufgebracht hat, war die Aussage:

    „500 Opfer können es sowieso nicht sein, denkt mal realistisch darüber nach.“

    Das ist dann schon Propaganda zugunsten der Täter, meinetwegen aufgrund von Gehirnwäsche durch Schule und Lehrer, aber einfach erschreckend.

    Es gab in der ZEIT-Kommentarsektion dann auch Nachfragen, wie er zu der Aussage kommt, aber keine Reaktionen / Antworten mehr vom Kommentator.

    Desweiteren launige Kommentare, die von „Opferinflation“ sprechen, Kommentare, die ebenso launig die Übergriffe verniedlichen durch Fragen wie „sind alle jetzt Opfer, denen Becker und Co. mal in den Schritt gegriffen haben?“. Eben das ganze Programm. Selbst von einer Kommentatorin, die als junge Erwachsene Opfer sexualisierter Übergriffe in einem beruflichen Lehrinstitut wurde……ach, es ist einfach nur zum K….. .

    Als Außenstehende habe ich anfangs gedacht, schon eine leichte Beschäftigung mit der Systematik der Übergriffe, den vernetzten Tätern, der Dauer, müsste doch klar machen, um welches Ausmaß von systematischer Pädokriminaliät es geht.

  8. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Die Chance zur Aufklärung wurde doch vertan.Die Odenwaldschule mauert wieder und macht auf Eliteschule.Und der Verein Glasbrechen scheint auch eher vornehm inaktiv.So wird das nichts.Schön für die Täter,Mitwisser und Vertuscher.Bitter für die Betroffenen.Fazit: Outen lohnt sich nicht-es gibt“ bestenfalls „Unterlassungsklagen.

  9. Hamlet schreibt am :

    Die ZEIT hat die Kommetarfunktion nun abgeschaltet, nachdem sie drei Tage brauchte, um sich der Verherrlichung pädophiler Praxis, sexueller Gewalt im Zusammenspiel mit „anarcho-kapitalistischen“ Phantasien bewusst zu werden. Dort musste man lesen, dass das Verbot des Konsums von Cannabisprodukten nicht zu befolgen ist, weil dem Verbot die moralische Grundlage fehlt, analog gelte dies auch für pädophile Praktiken, welches deshalb auch nicht beachtet werden müsse. Der „Konsum“ von Kleinkindern und Kindern sei deshalb genau so statthaft wie der Konsum von Haschisch, vor allem da es sich einfach um eine „liebevolle“ Neigung handle und die Pädophilien selbst Opfer einer Hysterie seien und Ihnen Schandtaten angelastet würden, die ein Pädophiler nicht einmal denken könnte; ihm gehe es vor allem um liebevolles Streicheln, Gerold Becker sei kein Pädophiler, weil er wohl Gewalt angewandt habe…, ansonsten aber müsse man immer davon ausgehen, dass das Kind dem zustimmt. Ein ums andere Mal hat die Community-Redaktion der ZEIT haarsträubende, menschenverachtende, entwürdigende Beiträge ohne jeglichen Eingriff, ohne jegliches Statement seitens der Redaktion veröffentlicht. Erst die Nachfrage, ob die ZEIT auch kommentarlos Aufrufe und Legitimierungen für die Verwüstung von jüdischen Friedhöfen oder die Verherrlichung von Gewalt an Ausländern veröffentlichen würde, scheint zu einem Einlenken geführt zu haben.

    Die Kraft und das Bewusstsein, dass hier eine Entschuldigung seitens der ZEIT aussteht, fehlt den Verantwortlichen jedoch!

  10. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Und vielen Menschen glauben immer noch das Kindesmissbrauch nicht so schlimm und folgenreich für die Betroffenen ist-also relativ harmlos.So denken auch viele Juristen und Politiker.Daher ändern sich die Verjährungsfristen nicht und die Täter werden nicht oder kaum bestraft.Und ihrem Ansehen schadet das in der Regel auch nicht,denn das Kind lügt ja bzw. phantasiert oder übertreibt zumindestens gewaltig.So denkt die Allgemeinheit leider immer noch.

  11. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    In Sachen Odenwaldschule genauso:Dank mutiger Anstrengungen einiger Altschüler und Veröffentlichungen von entsprechenden Büchern und Filme über die sexuelle Gewalt an mindestens 5oo kindern durch Pädagogen passiert nichts.Die Taten sind verjährt, die Odenwaldschule gibt es immer noch, Wiedergutmachung fand nicht statt -denn zivilrechtlich ist auch alles verjährt-die Täter und Mitwisser sind nach wie vor angesehene Mitglieder unserer Gesellschaft,denen ihre diversen Auszeichnungen wie Bundesverdienstkreuze etc. belassen wurden.Einige Altschüler und Betroffene wurden mittels Unterlassungsklagen und untergeschobenen Staftaten zum Schweigen gebracht und die anderen Betroffenen und Mitwisser schweigen ob dieser Tatsachen auch weiter.Dies ist alles im Sinne der Odenwaldschule un der Täter.Auch die Eltern der Odenwaldschüler schweigen interessanterweise dazu obwohl sie mehrheitlich zumindestens eine Ahnnung gehabt haben müssen was dort mit den Kindern ablief.

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