Endlich Verzeihen?

26.09.2011

FAXMITTEIILUNG Datum: 25.09.11 21:55 Uhr, Seiten : 1

Absender: Josef W., 84494 Neumarkt-Sankt Veit

Empfänger: Norbert Denef

Betreff: An den ewigen Kritiker

Liebe Herren

Denef, XXXXXX, XXXXXXXXXX,

inzwischen ist es so weit, dass man euch nicht mehr sehen will.
Was ihr zusammen weint, ist wirklich krankhaft,
Vielleicht habt ihr jetzt erstmal ihr Lebensthema gefunden,
Deshalb müsst ihr das Thema hochhalten, um weiter „öffentlich“ reden zu können,
Wahrscheinlich bekommt ihr von der Intitiative soviel Geld, weil ihr wohl kein anderes „Ziel“
als das Jammern mehr habt,
Man hat euch verstanden- und genug zugehört- aber heute hängt es den meisten zum Halse
heraus!!!
Ihr seid schon soweit verkrampft und voller Feindseligkeit, dass ihr Märthyrer braucht.
Am liebsten würdet ihr die halbe Priesterschaft gekreuzigt sehen- und den Papst öffentlich ans
Kreuz schlagen wollen,
Heuchler seid ihr: Es geht euch darum viel Geld heraus zu schlagen ,
Und das was ein Christ haben sollt, könnt ihr nicht einmal buchstabieren- und noch weniger
vertragen: Endlich Verzeihen und Barmherzigkeit
üben, Macht weiter, nichts anderes mehr bewegt euer Leben- und dreht euch weiter im Kreis:
Und beschwindelt die Leute nicht, Deshalb legt
eure Mitleid heischenden Mienen ab, Langsam bekommt man einen Würgereiz von eurem
allgegenwärtigen Thema!
Fällt euch nichts mehr positiv-konstruktives mehr ein, oder?!?

Sepp W.

___________________________________________

Unser Antwortschreiben vom 26.09.2011:

Ihr Leserbrief vom 25.09.2011

Sehr geehrter Herr W.,

vielen Dank für Ihre offenen Zeilen mit Telefax vom 25.09.2011 aus Ihrer Heimatstadt Neumarkt-St. Veit.

Ich habe Ihr Schreiben mit Sorgfalt und Interesse gelesen und auch an Herrn K. und an Herrn F. weitergeleitet.

Sie haben vollkommen recht, dass Betroffene von sexualisierter Gewalt das erlittene Leid auch in ihrem Leben weitertragen. Lange Zeit konnten und durften sie darüber nicht sprechen.

In der Tat sind wir der Meinung, dass Opfern, denen dies widerfuhr, auch das Recht auf Anerkennung, Hilfe und Entschädigung für erlittene gesundheitliche Schäden und die daraus resultierenden Folgen zustehen.

Wenn Sie uns positiv-konstruktive Anregungen für unsere Arbeit geben können, sind wir stets dafür offen.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Denef

 

19 Kommentare

  1. hildegard schreibt am :

    Herr W., „Man hat euch verstanden- und genug zugehört“ – so sagen Sie in Ihrem geharnischten Protest. Verstehen können wir es sogar, wenn SIE und mit Ihnen die Mehrheit der Gesellschaft nichts mehr hören mögen von einer Klage, an der WIR fast ersticken, wenn wir sie nicht JETZT aussprechen würden.
    Liza schilderte, wovon in jedem Einzelfall ähnlich berichtet werden könnte …

    Sie wissen so wenig wie Herr Ratzinger oder Herr Wulff, wie viele Kinder an dieser Seelenzerstörung kaputt gegangen und elendig krepiert sind.
    Sie wissen nicht, was Sie tun, wenn Sie uns quasi zu Tätern stempeln.
    Und lassen Sie uns bitte mit dem Begriff „Kreuz“ in Ruhe, von dem Sie so wenig verstanden haben wie all die, die da glauben „im wahren Christentum“ zu sein!

    Was ist Wahrheit?!
    Laut geltender „Recht“-sprechung dürfen wir unsere Wahrheit nicht aussprechen, und nach Meinung von Staats- und Kirchenoberen MUSS DAS UNTER ALLEN UMSTÄNDEN auch so bleiben, da Politiker und Kleriker mit vereinten Kräften den Karren unserer Gesellschaft bereits viel zu tief in den Sumpf geschoben haben …
    Dort aber darf er nicht stecken bleiben, weil das „Grundwasser“ bereits durch ausgetretene Giftstoffe verseucht wurde und noch immer mehr Kinderseelen kontaminiert werden.

    Wo bleibt die Vernunft?!
    Bei den bereits bekannten Zahlen werden die Zahlungen für die Behebung entstandener Schäden das Sozialwesen bald einmal einbrechen lassen.
    Die Justiz würde gut daran tun, jetzt die Wende auszurufen, zu analysieren und den Rechtsfrieden zu retten mit gerechten Mitteln!
    Das ist die ‚positiv-konstruktive‘ Sicht von leider erst gut 20Tsd. Gleich- Gesinnten, die sich von Straßburg mehr als von Berlin versprechen …
    Machen Sie uns bitte gern Verbesserungsvorschläge – ABER BITTE POSITIV UND KONSTRUKTIV – damit dieses abscheuliche Desaster bald beendet wird!

  2. Frank schreibt am :

    Na – ja – eigentlich sollte man hier gar nichts dazuschreiben –
    denn hier ist jedes Wort reinste Verschwendung.

    Aber mein Scherflein geb ich trotzdem dazu

    Ein Herz aus Stein zerbricht eher als das es sich erbarmt .

    Und die Forderung „Verzeihen und Erbarmen “
    sollte dieser Herr
    erst mal als Grundlektion der christlichen Lehre lernen.

    Hier spiegelt sich ein ziemlich bornierter Geist wieder –
    der immer noch in den alten verstaubten Schubladen
    denkt und fühlt.

  3. Anna M. schreibt am :

    So eine Frechheit!
    Leider spiegelt die Meinung von Sepp W. die insgeheime Meinung des Großteils der Bevölkerung wider: Opfer sollen ihr Maul halten.
    Opfer werden stigmatisiert, deshalb ist es ja so schwer für die Opfer zu reden. Was nützt da der Aufruf von Frau Bergmann?
    Zuerst einmal müßte es von Seiten der Politik einen Appell an die Gesamtbevölkerung geben, Opfer/Betroffene nicht zu stigmatisieren.
    Doch schon allein die Politik will das nicht bzw. schafft das nicht, weil die Täter_innen auch in der Politik sitzen!
    SAGT ES LAUT!

  4. rasch schreibt am :

    Für mich ist das ein fake. So kann kein Mensch schreiben der sich auf der Seite der Betroffenen befindet, auch keiner der selber betroffen ist und den Weg des „heilseins“ sucht,,,

    Für mich ist die Option dieses Schreibens nichts anderes als grenzenlose Wut,,,,,die ihr Ventil in Beleidigungen und Beschimpfungen findet.

    Obwohl ich kein Arzt bin und auch kein Kriminologe, so sehe ich hier doch kriminelle Präferenzen,,,
    Der Sepp tut gut daran, sich zurückzuziehen, er ist äusserst auffällig,,,

    Ich nehme das überhaupt garnicht persönlich. Es ist für mich „irrational“

  5. Elke schreibt am :

    Sehr geehrter Herr W.,

    haben Sie eventuell Angst, selbst entdeckt werden zu können? Ich möchte Ihnen ja nichts unterstellen, aber ich empfinde bei jeder Ihrer Zeilen großes Unbehagen und eine derartige Eiseskälte, wie nur Täter sie an den Tag legen können.
    Sollte ich mich irren, bitte ich natürlich um Vergebung, dazu sind Sie ja sicher in Ihrer großen Barmherzigkeit sofort und gerne bereit.
    Sollten Ihre Zeilen allerdings aus Langeweile entstanden sein, so empfehle ich Ihnen für den nächsten Anflug von Verdrossenheit einen Rechtschreibkurs, der Ihren Zeilen gut zu Gesicht stünde, oder aber auch einen Handarbeitskurs, damit sie beim Stricken des gutbürgerlichen Deckmantels fleißig mithelfen können.
    Am besten aber tauchen Sie ab in Ihren Sumpf oder ziehen Sie sich unsere Schuhe an und gehen unseren Weg. Am Ende des Weges steht dann ein Herr W. und haut Ihnen noch eins drüber – ganz konstruktiv!

    Norbert, bitte entschuldige den sarkastischen Ton, aber ich nehme diesen Mann einfach nicht ernst. 😉

  6. Eva schreibt am :

    Das Antwortschreiben von Herrn Denef finde ich gut.

    Allerdings sollte Herr W. auch einmal darüber nachdenken , dass alle Opfer von sexueller Gewalt ein ganzes Leben leiden und Ärzte, Psychologen , Psychiater und Therapeuten es nicht schaffen solche Opfer wieder gesund machen können, wie zB. eine Fleischwunde oder ein Knochenbruch heilt.

    Viele nehmen sich das Leben oder haben Selbstmordversuche hinter sich.

    Viele Opfer sexueller Gewalt können das ganzes Leben nicht arbeiten und leben von Harz IV.

    Und die Täter lachen „sich kaputt“, da häufig alles verjährt ist und Anwälte verdienen sich ein golden Nase falls es doch noch rechtzeitig zu einem Prozeß kommt, der in den wenigsten Fällen zu schmerzhaften Urteilen für Täter kommt, womit Anwälte gern Werbung machen.

    Wenn man sich Gerichtsurteile anschaut, werden die über die letzen Jahrzehnte auch immer milder bei Mord. ( 5-10 Jahre für Mord in manchen Fällen und bei guter Führung werden die Mörder früher entlassen. )

  7. Doro schreibt am :

    „Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“

    Kurt Tucholsky

  8. Richard Z. schreibt am :

    Ich frage mich, ob man in Bayern oft so mit Opfern umgeht.

    Ich hoffe, Herr Josef W. aus Neumarkt-St. Veit ist nicht repräsentativ.

  9. Roland Dittmar schreibt am :

    In Bayern steht der Vorname Josef für Sepp – und was reimtsich auf diesen Sepp – Depp. Das ist keine Beleidigung in Bayern, sondern nur die derbe, bayrische Lebensart.

  10. rasch schreibt am :

    Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit, aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten.” Abraham Lincoln

  11. Simone schreibt am :

    Roland Dittmar, ich schließe mich deinem Kommentar an, mehr muß man zu dem nicht sagen !

  12. Sarah M. schreibt am :

    Herr W. scheint ein vorbildlicher Christ zu sein. Diese Überschwall an Empathie und Nächstenliebe… Ich bin komplett überwältigt. ..

    Weiter so!!! Schön die Opfer, Betroffenen ans Kreuz nageln und den Papst und seine Schäfchen für unfehlbar erkoren…

    Amen!!!

  13. Jacqueline schreibt am :

    Eben bin ich über das Fax von Herrn W. gestolpert, im Wahrsten Sinne des Wortes.
    So redet nur ein Mensch, der noch NIE um sein seelisches, körperliches und existentielles Leben kämpfen musste – und noch nie erlebt hat, dass ein Traumata einen Zwischen Leben und Tod stellt – ins Dahinvegetieren.

    Lieber macht er sich bei seinem Priester und beim Papst krumm, statt vor seiner Haustür sich für andere einzusetzen, die einen jahrelangen seelischen Holocaust erleben.

    Auch nehme ich an, dass der Herr nicht weiss, dass es auch einen Akt der Anerkennung, Würdigung der Würde, die JEDEM Menschen zustehen, auch Opfer sexuellen Missbrauchs, ansonsten läuft es unter dem Aspekt Diskriminierung und zeugt so von der D… des Herrn, die aufgrund von Vorurteilen gegenüber von Opfern aufgrund von Unwissen und mangeldem Einfühlungsvermögen und wohl AUCH ANGST – wovor? Vor seiner Feigheit? Sich hat so äussern lassen.

    Es ist eine grosse Leistung, wenn Betroffene, reflektiert, klar und mit solchen Nachrichten umgehen können und lernen und endlich akzeptieren, dass wir nicht auf der Welt sind um die Erwartungen eines Herrn W. oder der Gesellschaft in jeglicher Form zu befriedigen.

    Und auch solche Angriffe, Unmenschlichkeiten so zu reagieren, dass man die vermeintliche Schuld – nicht mehr auf sich selbst bezieht und sich selber so zur Verantwortung nimmt für das Fehlverhalten eines anderen. Das zeugt so von mehr Verhaltensmöglichkeiten, die Herr W. anbietet.

    Denn er bietet Schweigen und Dahinvegetieren an.

    Und ich solidarisiere mich mit jedem Betroffenen, da ich selber eine Betroffene bin und FREUE mich an dem Antwortschreiben von Herrn Denef, dass mich berührt und zu einem Dialog einlädt.
    Und so freue ich mich an jedem Betroffenen, der mit jedem Tag lernt, sich von Programmierungen anderer, die NUR SCHADEN anrichten befreien kann und lernt nach vorne zu leben.

    „Es gibt nichts Gutes ausser man tut es“ (Erich Kästner) – sind wohl manchem ein Licht und helfen weiterzumachen und SEI es noch so klein, aber das tun, das zählt.

    Solche Gedanken wünsche ich allen Menschen, die aus Angst vor dem Leid anderer davonrennen, ohne sich dem zu stellen, habe ich gestern selber erlebt.

    Herzliche Grüsse und Gute Nacht

    Jacqueline 🙂

  14. Monika Ederer-Mosing schreibt am :

    Mit sehr großem Gewinn habe ich Christian Füller, Sündenfall, und Jürgen Dehmers, Wie laut soll ich denn noch schreien, gelesen. Sexuellen Missbrauch kenne ich persönlich nicht, habe aber andere Arten ideologisch maskierter Seelenzerstörung erlebt. Herr W. kann so etwas offenbar nicht beurteilen.

  15. astrid schreibt am :

    @Doro: Nagel auf den Kopf, mit diesem Tucholsky-Zitat: „Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“ Das lern ich auswendig, danke Doro.

  16. hildegard schreibt am :

    Was wäre wohl wenn Ratzinger, Schönborn & Co. ihren viel gepriesenen Glauben endlich einmal weise bewiesen:
    Mit glaubwürdiger Selbstkritik vor die Öffentlichkeit treten und das Bekenntnis EIGENEN Versagens ablegen, ZU-gewandt ZUR Welt …!

    Keiner bräuchte mehr einen Hauptschuldigen zu suchen und Herrn Ratzinger nach Den Haag zitieren …!
    Wir alle wissen um die finstere Vergangenheit, der wir unter mehr oder weniger schrecklichen Gewalteinwirkung, schmerzhaften Empathiedefiziten und unter sträflicher Rechtsverdrehung entstammen.

    Die Welt würde nicht still stehen, aber die WENDE wäre da – vielleicht sogar ein neuer Weg in eine lebenswertere Zukunft eröffnet …?

    Für nachgeordnete Amtsträger in Kirchen und Staaten ein leuchtendes Beispiel, das nicht nur von Vernunft(!), sondern von all denTugenden zeugen würde, die sie selbst beschworen, bisher aber immer nur von ihrer frommen Herde einforderten …

    Dann könnte von Wahrheit, Weisheit, Güte, von Frieden und Gerechtigkeit ein schwacher Widerschein vom Himmel fallen. Und den will ich noch sehen, das Raunen und Staunen möchte ich noch hören – zweifle aber nach diesem erneuten Vertuschungs(-Besucher)-Versuch, dass ich das je erleben werde!

  17. Liza schreibt am :

    “ Das Vergangene ist nie tot ; es ist nicht einmal vergangen “ William Faulkner

  18. Liebes Netzwerk B,
    Lieber Herr Sepp.W,

    ich habe mir nun lange überlegt, auf diesen Beitrag meine eigene Meinung hier herein zu stellen, mein Entschluss ist also gefallen und daher möchte ich diese Zeilen nun schreiben.
    Lieber Herr Sepp.W,
    ich möchte diese Anrede benutzen, weil sie ein soziales Miteinander ausdrückt, Ihre Anrede Liebe Herren Dennef.etc. zeigt Ihre Wut und Empörung auf.
    Auch dies ist Ihr gutes Recht, jedoch vermisse ich, wenn Sie sich als Christ bezeichnen, dass Sie offensichtlich zu einer konstruktiven und fairen Äußerung nicht in der Lage sind.
    Wenn uns erst einmal der erste Schritt dazu gelingt, mit anderen auf einer solchen Basis umzugehen, dann gründet sich unser Mitgefühl nicht mehr darauf, dass eine Person unser Mann, unsere Frau, unser Verwandter oder unser Freund ist. Statt dessen können wir allen Menschen gegenüber dieses Gefühl von Nähe entwickeln, weil die schlichte Erkenntnis dahintersteckt, dass jeder Mensch, genau wie ich selbst, glücklich werden und Leid vermeiden will. Das bedeutet, dass wir zu anderen eine Beziehung auf der Grundlage herstellen, dass wir beide Empfindungen haben. Da das in der Umsetzung ungeheuer schwierig ist, lässt sich auch dieses Ziel als ein Ideal betrachten. Aber was mich selbst betrifft, so empfinde ich dieses Ideal als ungemein anspornend und hilfreich.
    Betrachten wir nun die Auswirkungen der mitfühlenden Liebe und Warmherzigkeit auf unser tägliches Leben. Verlangt das Ideal, dass wir sie zu dem Punkt entwickeln, an dem sie wahrhaft bedingungslos wird und dass wir unsere eigenen Belange völlig aufgeben müssen? Ganz und gar nicht. Hier haben wir es im Gegenteil mit der besten Methode zu tun, unsere eigenen Interessen zu unterstützen, ja man kann sogar behaupten, dass dies der weiseste Weg ist, unsere eigenen Wünsche zu erfüllen. Denn wenn unsere Annahme richtig ist, dass es Eigenschaften wie Liebe, Geduld, Toleranz und Vergebung sind, die das Glück ausmachen und wenn es ebenfalls stimmt, das Mitgefühl, wie ich es definiert habe, sowohl Voraussetzung als auch Frucht dieser Eigenschaften ist, dann sorgen wir umso mehr für unser eigenes Glück, je mehr wir mit anderen mitfühlen. Jedes Konzept, welches das Mitgefühl zwar für eine edle Regung hält, es aber auf den privaten Bereich beschränkt haben sehen will, ist daher kurzsichtig. Mitgefühl muss all unsere Tätigkeiten begleiten und besonders, wenn man von den schlimmsten Erlebnissen der Missbrauchsopfer weiß , sie sieht und hört. Ich stelle allerdings fest, dass offenbar viele Menschen die Auffassung teilen, Mitgefühl sei in diesen Missbrauchsfällen jetzt nicht mehr angebracht, wir haben genug davon. Ich halte dies für destruktives Handeln, wenn das Mitgefühl fehlt. Das liegt daran, dass wir unvermeidlich andere verletzen, wenn wir nicht bedenken, welche Auswirkungen unser Tun auf ihr Wohlergehen hat.
    Die Ethik des Mitgefühls kann einen Beitrag zum notwendigen Fundament und zur Motivation leisten, damit sowohl Selbstbeschränkung als auch Tugend entwickelt werden können. Von dem Augenblick an, in dem wir uns des Werts des Mitgefühls wahrhaftig bewußt werden, beginnt sich unser Blick auf andere wie von selbst zu verändern.
    Ich will nicht leugnen, dass echte Probleme auftauchen können, wenn man sich dem Ideal des Mitgefühls hingibt. Menschen, die in sozialen Feldern tätig sind und eben solche wie Herr Dennef, können von ihren Pflichten so mitgenommen werden, dass sie sich manchmal am Rande ihrer Kraft fühlen, vielleicht auch manchmal überfordert. Ständig mit Leid und Elend konfrontiert zu werden und dazu gelegentlich das Gefühl zu haben, dass die Leistung die man erbringt, als selbstverständlich angesehen wird, das kann Gefühle der Hilflosigkeit oder gar Verzweiflung wecken. Oder es kann passieren, dass jemand nur, ohne es zu hinterfragen, selbstlos handelt, gewissermaßen automatisch.
    Es ist aber niemals eine Lösung in Verzweiflung zu geraten. Ihren Brief jedoch, stellt eine tiefe, allertiefe Verletzung da und zwar nicht für Herrn Dennef nur, sondern für alle Missbrauchsopfer.
    Und selbst, wie es ihrer Meinung nach klingt, wenn wir am Ende unser Ziel nicht erreichen, dann brauchen wir uns wenigstens keine Vorwürfe machen. Wenn wir uns außerdem deutlich klarmachen, dass wir Fähigkeiten besitzen, anderen zu helfen, dann werden sich wieder Hoffnung und Zuversicht allmählich einstellen.
    Ich möchte ihnen jedoch sagen, dass ich durch jahrelange Missbräuche den Weg zur Vergebung gefunden habe und ich sehr wohl glaube, ich die katholische Kirche als Vatikanstaat schwer verurteile, dies jedoch ist mein Weg, ich würde es mir nie erlauben, diese Bescheidenheit besitze ich, anderen meinen Weg aufzudrängen.
    Mit Liebe und indem wir das Leid anderer teilen und uns selbst deutlich in allen anderen und besonders in jenen, die benachteiligt sind und deren Rechte nicht respektiert werden, wiedererkennen und ihnen zum GLÜCK und zum Leben verhelfen. Mit Liebe, mit Freundlichkeit und Mitgefühl schlagen wir eine Brücke des Verstehens von uns zum anderen.
    Und nur auf diese Weise gelangen wir zu Einheit und Harmonie. Mitgefühl und Liebe sind kein Luxus. Als Quellen des inneren und äußeren Friedens sind sie von grundlegender Bedeutung für das weitere Überleben unserer Art. Auf der einen Seite ermöglichen sie gewaltloses Handeln und zum anderen bringen sie alle geistigen Qualitäten hervor. So verstehe ich jedenfalls die Arbeit von Netzwerk B.
    Obwohl schlimme Ereignisse eine mögliche Quelle für Hass und Verzweiflung sind, besitzen sie doch zugleich das Potenzial, eine Quelle geistiger Reifung zu werden. Aber es liegt an unserer Reaktion, in welche dieser beiden Richtungen sich die Ereignisse entwickeln
    Vielleicht können Sie Herr W. Netzwerk B als eine Brücke sehen, für die Menschen, die Flüsse überqueren müssen und für einen Zufluchtsort, für die Menschen, die ohne Schutz sind.
    Mit herzlichen Grüßen Christina mit Ihren Seelchen

  19. Eva schreibt am :

    Guten Abend,

    ich wollte nur informativ hineinschauen und stoß auf diese unaussprechlich erschütternde nachricht,in Form eines Faxes von einem Sepp, las diese und erstarrte vor Wut! So viel dreistigkeit und hasserfüllte Worte auf einem Haufen habe ich selten gelesen! Jeder Mensch der klar denken kann, und sich mit diesem Thema uch nur 2 Stunden intensiv beschäftigt, kann nur erahnen was die Opfer von sexualisierter Gewalt alles erleiden mussten, ich frage mich, wie man so etwas nur äußern kann!?!

    Ich selbst, bin kein Opfer und ich bete zu Gott das meiner Tochter dieses Schicksal erspart bleibt, denn wenn man sich hier umsieht, und diese Geschichten liest, und dann denkt wie kann ein ein Mensch zu soetwas fähig sein, und danach poltert man über dieses Fax, kann man nur schwer hoffen, dass diese Situation durch solche Seiten bald ein Ende hat.

    Allerdings lieber Sepp, wenn es noch mehr solch verbohrte, blind, nichtswissende,introvertierte und selbstverlibte Menschen wie Sie gibt, die mit keiner Wimper auch nur daran denken, sich für jemanden einzusetzen, dann frage ich mich wirklich: Sind Sie Christ? Haben Sie Kinder? Wie sind Sie so geworden? Was muss passiert sein mit Ihnen,um solch ein Schrifstück zu verfassen, welches so hasserfüllt ist? Meine Antworten wären, zumindest auf die ersten beiden Fragen 2x NEIN!!!

    An Norbert noch meinen größten Respekt für diesen Mut, und allen anderen auch weiterhin alles GUTE, KRAFT und viel LEBENSWILLEN und STÄRKE!

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