Missbrauchsskandal ohne Ende?

22.10.2011

ZDF ML mona lisa 22.10.2011

Betroffene geben nicht auf

Der sexuelle Missbrauch in Deutschland sei drastisch zurückgegangen, so eine neue Studie des Bildungsministeriums. Doch nicht nur Christine Bergmann, die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, zweifelt daran. Sie ist allerdings nur noch bis Ende Oktober im Amt. Wer ihr folgen wird, ist unklar. Das macht die Betroffenen fassungslos, weil so vieles noch im Argen liegt.

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3 Kommentare

  1. W.Müller schreibt am :

    Der Rückgang ist keineswegs allgemein, sondern die Vertuschung wird mit Zähnen und Klauen und der Abmahnkeule mit hohem Streitwerten unverändert weiter geführt, wobei niedere Gerichtsinstanzen bis zum Landgericht den Kirchen weitgehend zustimmen.
    Der Bischof von Regensburg hat vor wenigen Tagen vor dem Oberlandesgericht einen Prozess gegen Regensburg Digital und Spiegel in solcher Angelegenheit verloren, da er geile Pfarrer immer wieder an andere Schulen versetzt hat und den folgenden Missbrauch billigend in Kauf genommen und vertuscht hat.
    Siehe: http://www.regensburg-digital.de/in-eigener-sache-kirchlicher-maulkorb-aufgehoben/18102011/
    Die Reaktion der Bevölkerung gegen diesen Obervertuscher ist so gewaltig, das ist wirklich lesenswert. (vox populi, vox dei)
    Der christliche Vertuscher ist genau so schlecht wie der Missbraucher.
    Jeder Monat ist Austrittsmonat aus dieser maffiösen Sekte.
    W.Müller

  2. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Natürlich wird vertuscht und bagatellisiert .Denn das wahre Ausmass der sexuellen gewalt an kindern und jugendlichen sagt auch etwas über unsere gesellschaft, unsere justiz und unsere werte aus.Man will nicht das menschen darüber nachdenken und dies möglicherweise kritisch hinterfragen.So war es auch letztendlich in der nachkriegszeit mit seiner personellen kontintuität in vielen wichtigen bereichen über 1945 hinaus.Vertuschen,verschweigen,bagatellisieren-„es war doch nicht alles schlecht“-damit will man hier wohl immer wieder „Probleme “ lösen.Und auch bei der kirche geht es um die machtfrage.Die odenwaldschule und deren protagonisten haben noch viel mehr zu verlieren als den sog. „guten Ruf“.Der ist jetzt eh schon weg.Trotzdem klammert man sich verzweifelt an den Erhalt dieser merkwürdigen totalen institution.

  3. Oliver schreibt am :

    Statistiken hin oder her. Was bedeuten diese Zahlen? Solche Befragungen sind teil ist so dermaßen holprig und an den Haaren herbeigezogen, dass man sich als Opfer auch kaum noch ernst genommen fühlt. Warum sollen die sexuellen Gewalttaten Mitte 1995 plötzlich aufgehört haben?
    Äußerungen wie diese Befragungen macht es einem schwer, sich als Opfer sichtbar zu machen. Deshalb brauchen ja Opfer viel Ermutigung, um sich zu öffnen.

    Gilt jetzt das Motto: Weniger Opfer, also dann ist wieder alles in Ordnung, „Aus den Augen, aus dem Sinn.“?

    Letztendlich geht es doch auch um das heute, das hier und das jetzt! Wie geht man damit eigentlich um? – Wann schalten sich z. B. staatlich oder kommunale Instanzen wie Schulbehörden, Gesundheitsamt, Jugendamt, Ermittlungsbehörden ein, wenn diese von einem sexuellen Übergriff erfahren? Wie arbeiten dabei diese konfessionsfreien, neutralen Hilfestrukturen zusammen? Wo bleiben die (parteilich für die Opfer verwaltete!) finanziellen Hilfsfonds, der Kirche und anderer öffentlicher Einrichtungen (Schulen, Internate). Wie kommt den Opfern Hilfe zu Gute durch Behörden (Arbeitsämter, Versorgungsämter)? Da ist vieles im Argen.

    Ich mahne an, dass diese genannten Einrichtungen auch einen staatlichen Auftrag haben die Sachen ernst zu nehmen. Im Sinne der Opfer muss endlich gehandelt werden!

    Missbrauchsopfer brauchen einen absolut sicheren Ort und auch einen parteilichen und solidarischen Rahmen.
    Sonst fallen solche Leute durchs soziale Netz! Wie in meinem Fall geschehen.
    Ein Netzwerk aufzubauen, was Betroffenen hilft, das ist wichtig.

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